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Convention de sécurité sociale entre la Suisse et l’Argentine. Approbation

Riniker Maja · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical

Antrag der Mehrheit

Eintreten

Antrag der Minderheit

(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Graber, Gutjahr, Hess Erich, Pahud, Thalmann-Bieri)

Nichteintreten

Proposition de la majorité

Entrer en matière

Proposition de la minorité

(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Graber, Gutjahr, Hess Erich, Pahud, Thalmann-Bieri)

Ne pas entrer en matière

Präsidentin (Riniker Maja, RL, AG): Über das Eintreten und die Detailberatung führen wir eine einzige Debatte.

Wyss Sarah · Mit-F · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe socialiste

Der Bundesrat hat am 14. Mai 2025 die Botschaft zur Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz und Argentinien über die soziale Sicherheit verabschiedet. Mit dieser Botschaft unterbreitet er dem Parlament das Abkommen zur Genehmigung. Das Abkommen wurde am 27. Mai 2024 abgeschlossen. Der Ständerat hat den Bundesbeschluss am 18. September 2025 mit 42 Stimmen bei 1 Enthaltung gemäss Entwurf angenommen. Wir beraten dieses Geschäft nun als Zweitrat.

Ihre SGK hat das Geschäft am 30. Oktober 2025 beraten. Um es vorwegzunehmen: Ihre SGK empfiehlt Ihnen mit 15 zu 8 Stimmen, auf die Vorlage einzutreten, und mit 16 zu 8 Stimmen, der Vorlage auch zuzustimmen.

Um was geht es? Argentinien ist die drittgrösste Volkswirtschaft Lateinamerikas und viertwichtigste Schweizer Handelspartnerin der Region. 2024 war die Schweiz fünftgrösste Direktinvestorin. Die bilateralen Beziehungen sind eng, mit Abkommen zu Handel, Investitionsschutz, Rechtshilfe und Doppelbesteuerung. Schweizer Firmen beschäftigen über 11 000 Personen im Land. Mit über 15 000 Schweizerinnen und Schweizern besitzt Argentinien die grösste Schweizer Gemeinschaft in Lateinamerika. Umgekehrt leben rund 1900 Argentinierinnen und Argentinier in der Schweiz, und rund 14 000 AHV-Konten gehören argentinischen Staatsangehörigen.

Ein Sozialversicherungsabkommen würde das bestehende Vertragsnetz mit Chile, Uruguay und Brasilien in Südamerika ergänzen. Das Abkommen folgt den üblichen Grundsätzen und gewährleistet die Gleichbehandlung der Staatsangehörigen beider Länder.

Inhaltlich entspricht das Abkommen den bestehenden Schweizer Sozialversicherungsabkommen: Es koordiniert AHV, IV und die Rentensysteme beider Länder, um eine Benachteiligung der jeweiligen Staatsangehörigen zu verhindern.

Das Abkommen ermöglicht den Export von Renten. Argentinische Staatsangehörige können ihre Schweizer Renten auch im Ausland beziehen oder alternativ die Rückvergütung ihrer AHV-Beiträge wählen. Es verhindert Doppelversicherungen und Versicherungslücken, indem klar festgelegt wird, in welchem Staat erwerbstätige Personen versichert sind. Dadurch müssen für dasselbe Einkommen nicht in beiden Ländern Beiträge bezahlt werden.

Unternehmen profitieren zudem von den Entsenderegeln: Bei vorübergehenden Einsätzen bleiben Arbeitnehmende im Ursprungsland versichert und sind im Einsatzland von Beiträgen befreit.

Wie üblich enthält das Abkommen auch Bestimmungen zur zwischenstaatlichen Verwaltungshilfe, insbesondere zur Betrugsbekämpfung.

En bref, l'accord avec l'Argentine se base, pour l'estimation des coûts, sur des valeurs empiriques tirées de l'accord déjà existant avec le Brésil. Compte tenu du nombre de comptes AVS ouverts pour les Suisses et les Argentins, il en résulte, à moyen de terme, des coûts supplémentaires annuels d'environ 900 000 francs. Sur ce montant, 870 000 francs sont à la charge de l'AVS et 25 000 francs à la charge de l'AI. La mise en oeuvre ne nécessite pas de personnel supplémentaire.

Parallèlement, le versement des rentes à l'étranger peut entraîner des économies en matière de prestations complémentaires, de réduction des primes et d'aide sociale, car ces prestations ne sont accordées qu'en Suisse. Il s'agit globalement d'un accord standard comme ceux que la Suisse a déjà conclus avec de nombreux États. Ce contrat améliore la situation juridique des ressortissants des deux pays et coordonne l'assurance-vieillesse et survivants avec un État partenaire sud-américain avec lequel la Suisse entretient des relations étroites.

Wie gesagt, bitte ich Sie im Namen Ihrer Kommission - sie entschied mit 16 zu 8 Stimmen -, dieser Vorlage zuzustimmen.

Aeschi Thomas · Mit-M · Conseil national · Zoug · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Ich beantrage Ihnen, nicht auf diese Vorlage einzutreten. Der Nichteintretensantrag hat nichts mit dem betroffenen Staat, der Republik Argentinien, zu tun, sondern erfolgt aus prinzipiellen Gründen. Wir haben bereits bei anderen Sozialversicherungsabkommen analoge Anträge gestellt.

Erstens fliessen die Rentenleistungen bei solchen Abkommen grossmehrheitlich nur in eine Richtung. Zweitens gibt es keine Kaufkraftbereinigung. Wenn man schon Renten nach Südamerika ausbezahlt, müsste man diese bezüglich Kaufkraft bereinigen. Drittens stellt sich die Problematik, dass die im Ausland lebenden Rentner nichts zur 13. AHV-Rente beitragen, weil sie in der Schweiz keinen Lohnabzügen unterstehen und auch keine Mehrwertsteuer entrichten. Dieses Geld fehlt entsprechend in der Schweizer Wirtschaft. Viertens wird mit Mehrkosten von etwa 1 Million Franken gerechnet. Das ist Geld, das den Schweizer Rentnerinnen und Rentnern fehlt.

Aus diesen vier Gründen bitte ich Sie, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura

Pour la Suisse, l'Argentine est un partenaire économique important. Il s'agit, en fait, de la troisième économie d'Amérique latine. L'Argentine est, avec plus de 15 000 ressortissantes et ressortissants de notre pays, la plus importante colonie suisse en Amérique latine. Nos relations bilatérales sont bonnes et elles sont également marquées par l'histoire de la présence suisse en Argentine.

Ein Sozialversicherungsabkommen mit Argentinien würde es der Schweiz erlauben, das Vertragsnetz auf dem südamerikanischen Kontinent zu vervollständigen. Wir verfügen bereits über Sozialversicherungsabkommen mit Chile, Uruguay und Brasilien. Die Umsetzung dieser Abkommen funktioniert gut.

L'accord avec l'Argentine accompagne la mobilité des personnes entre nos deux États et facilite en particulier le retour des ressortissantes et ressortissants argentins dans leur pays d'origine.

Dieses Abkommen entspricht den anderen Sozialversicherungsabkommen, die die Schweiz mit Staaten ausserhalb der EU/EFTA abgeschlossen hat, und es beruht auf international anerkannten Grundsätzen.

L'option qui est proposée prévoit : l'égalité de traitement entre les ressortissants des États contractants, la facilitation de l'accès aux prestations, la garantie de l'exportation des rentes et l'absence de double assurance et de lacunes d'assurance. Une entraide administrative est instaurée avec une clause de lutte contre la fraude qui permet d'effectuer des contrôles sur place. Les coûts supplémentaires par rapport au remboursement de cotisations actuel sont principalement dus à la possibilité de l'exportation des rentes introduite par l'accord. On estime que les coûts supplémentaires s'élèveront à 900 000 francs par année, répartis ainsi : environ 870 000 francs pour l'assurance-vieillesse et survivants, dont 180 000 francs à charge de la Confédération, et 25 000 francs pour l'assurance-invalidité.

Die Auszahlung der Renten ins Ausland erleichtert argentinischen Staatsangehörigen die Rückkehr ins Heimatland im Rentenalter. Das kann aus Sicht der Schweiz zu Einsparungen bei Unterstützungsleistungen wie Ergänzungsleistungen, Prämienverbilligungsleistungen im Bereich der Krankenversicherung oder bei der Sozialhilfe führen, da diese nur bei Wohnsitz in der Schweiz ausgerichtet werden. Für die Durchführung des Abkommens besteht kein zusätzlicher Personalbedarf.

Le Conseil des États a approuvé la convention à l'unanimité le 18 septembre 2025.

Je vous invite, au nom du Conseil fédéral, à suivre la majorité de votre commission, à approuver la nouvelle convention et ainsi à autoriser le Conseil fédéral à la ratifier.

Riniker Maja · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical

Präsidentin (Riniker Maja, RL, AG): Wir stimmen über den Nichteintretensantrag der Minderheit Aeschi ab.

Vote

Abstimmung - Vote

Für Eintreten ... 112 Stimmen

Dagegen ... 54 Stimmen

(0 Enthaltungen)

Riniker Maja · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical

Bundesbeschluss über die Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz und Argentinien über soziale Sicherheit

Arrêté fédéral portant approbation de la convention de sécurité sociale entre la Suisse et l'Argentine

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress, Art. 1, 2

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Titre et préambule, art. 1, 2

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil des États

Angenommen - Adopté

Vote

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

Für Annahme des Entwurfes ... 116 Stimmen

Dagegen ... 56 Stimmen

(0 Enthaltungen)

Riniker Maja · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical

Präsidentin (Riniker Maja, RL, AG): Es liegen übereinstimmende Beschlüsse beider Räte vor. Das Geschäft ist somit bereit für die Schlussabstimmung.