07.5374
Crise des marchés financiers et UBS
Merz Hans-Rudolf · BR-M · Conseil fédéral · Appenzell Rh.-Ext.
In der Schweiz existiert kein vergleichbarer Markt für Subprime-Hypotheken. Ein gleiches Phänomen gibt es bei uns also bekanntlich nicht. Ebenso sind die Kreditkonditionen im Vergleich zu denjenigen in den USA konservativer und damit auch strikter. Ein vergleichbarer Preisauftrieb bei den Immobilien hat bei uns nicht stattgefunden, weshalb auch kein mit der Krise in den USA vergleichbares Szenario zu befürchten ist.
Anderer Natur war ja bei uns, und dies wurde gut bewältigt, die Hypothekarsituation in den Neunzigerjahren. Von den gestiegenen Risiken aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten und den damit verbundenen Verlusten ist primär die UBS betroffen, während die übrigen Banken weniger stark tangiert sind. Die UBS hat aber die notwendigen Massnahmen ergriffen, und sie ist letztlich immer noch gut kapitalisiert. Ebenso versorgt die Schweizerische Nationalbank die Märkte mit ausreichender Liquidität, wie dies übrigens auch andere Zentralbanken tun. Es ist daher kein direkter Effekt auf die Kreditversorgung der schweizerischen KMU zu erwarten.
Marti Werner · Mit-M · Conseil national · Glaris · Groupe socialiste
Ich denke, es ist unbestritten, dass das Risikomanagement der UBS in diesem Fall versagt hat. Bei einem solchen Versagen ist an und für sich die übliche Reaktion die Verschärfung des Risikomanagements in allen Bereichen. Befürchten Sie hier nicht auch, dass gerade gegenüber den KMU - die man ja an und für sich im Griff hat und die man hier quasi noch weiter, auf Deutsch gesagt, plagen kann - die Risikoschraube noch stärker angezogen wird, dass weniger Risiken übernommen und zusätzlich die Zinsen ansteigen werden?
Merz Hans-Rudolf · BR-M · Conseil fédéral · Appenzell Rh.-Ext.
Ich befürchte solche Risiken zumindest kurzfristig nicht, und das aus zwei Gründen:
1. Wie ich schon sagte, bewältigten wir in den Neunzigerjahren eine schwierige Hypothekarkreditsituation in unserem Land mit entsprechenden Massnahmen. Das, was sich jetzt in den USA abspielt, ist etwas ganz anderes.
2. Es zeigt sich, dass in der Risikobearbeitung von Grossbanken da und dort offensichtlich neue Überlegungen einzubringen sind. Die Schweizerische Nationalbank hat kürzlich darauf hingewiesen, dass man die risikobasierte Beurteilung zum Beispiel ergänzen könnte durch Fragen zur Quersubventionierung einzelner Sparten, die offenbar bis jetzt gegenüber der risikobasierten Beurteilung eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Solche Überlegungen werden offensichtlich derzeit im Rahmen der Eidgenössischen Bankenkommission angestellt.