08.5207
Femmes dans des positions dirigeantes. La Norvège fait mieux que la Suisse
Leuthard Doris · BR-F · Conseil fédéral · Argovie
Ja, Frau Nationalrätin Kiener Nellen, selbstverständlich ist ein vermehrter Einbezug der Frauen in die Kader der Wirtschaft für den Bundesrat erstrebenswert. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit der Frauen steht dabei als Massnahme im Vordergrund, dies basierend auf der Überzeugung, dass eine erfolgreiche Erwerbstätigkeit der Frauen auch deren Chancen erhöht, ins Kader aufzusteigen. Ebenso fördert deshalb der Bund im Rahmen seiner Kompetenzen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Neben der Anstossfinanzierung im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung sind hier erstens die Informationsplattform "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" sowie das KMU-Handbuch "Beruf und Familie" zu nennen. Zweitens setzt sich der Bund, gestützt auf das Gleichstellungsgesetz, für die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter sowie für die Chancen- und Lohngleichheit im Erwerbsleben ein. Dazu gehören auch die Chancengleichheitsprogramme an den Universitäten, Eidgenössischen Technischen Hochschulen, Fachhochschulen und Berufsschulen. Drittens will der Bund auch als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen. In der Entwicklung des Frauenanteils in der Bundesverwaltung zeigen sich bereits Veränderungen. Im mittleren Kader ist der Anteil seit 1991 von 4,4 auf heute 21,4 Prozent gestiegen, im oberen Kader von 3,8 auf 10,7 Prozent.
Kiener Nellen Margret · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
Frau Bundesrätin, ich danke Ihnen sehr für diese differenzierte Antwort. Ich anerkenne selbstverständlich die Anstrengungen, die vom Bundesrat, insbesondere in seinem Kompetenzbereich, gemacht werden. Andererseits ist einfach feststellbar, dass wir mit diesen Massnahmen und mit dem Wirkungstempo, das diese Massnahmen in der Wirtschaft bisher gezeitigt haben, viel zu langsam vorwärtskommen. Andere Länder, insbesondere die neuen EU-Länder, überholen uns noch und noch. Ich möchte Sie fragen: Ist aus Ihrer Sicht nicht ein neuer akzentuierter Massnahmenplan für die Schweiz nötig?
Leuthard Doris · BR-F · Conseil fédéral · Argovie
Der Bundesrat ist der Meinung, dass es halt effektiv primär Sache der Wirtschaft sei, solche Massnahmen umzusetzen. Wir haben im letzten Jahr z. B. die Tagung "Potenti-Elle" mit namhaften Schweizer Unternehmen veranstaltet. Diese haben sich auch dazu bekannt - das ist auf Internet abrufbar -, mit welchen Massnahmen sie bis wann den Frauenanteil im Kader verbessern wollen. Das ist für jeden Betrieb ein bisschen anders, und deshalb ist es schwierig, vom Bund her irgendwelche, für die ganze Wirtschaft verbindliche Ziele umsetzen zu wollen.
Aber Sie haben unsere Unterstützung; wir bleiben mit Sicherheit am Ball.