12.3620
Installations photovoltaïques dans les Alpes. Potentiel pour l'approvisionnement hivernal
Girod Bastien · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Das Postulat will die alpine Solarnutzung fördern, indem deren Potenzial und Wirtschaftlichkeit untersucht werden, und zwar das Potenzial innerhalb bestehender Infrastrukturen, zum Beispiel Stauseen oder Lawinenverbauungen.
Unverständlicherweise unterstützt der Bundesrat das Postulat nicht. Er sagt, das Potenzial sei zu gering. Er sagt also etwas über das Potenzial, bevor er das Potenzial richtig untersucht hat. Dabei wird eigentlich unterschätzt, dass die alpine Solarnutzung einen grossen Beitrag zur Versorgungsautonomie alpiner Standorte leisten würde und auch für diese Gemeinden ein Unterscheidungsmerkmal im Bereich Tourismus darstellt, wenn also eine Gemeinde zum Beispiel sagen kann, dass ihr Skigebiet mit Solarstrom betrieben wird. Es geht also auch darum, dass Gemeinden an der Energiewende teilnehmen wollen, zum Beispiel die Gemeinde St. Antönien, die eigentlich auch positiv auf diesen Vorstoss reagiert hat. Solche Gemeinden sollen auch unterstützt werden, statt dass man einfach das Vorhandensein des Potenzials bestreitet.
Auch verkennt der Bundesrat den Wert der winterlichen Stromproduktion. Es ist so, dass mit alpiner Solarnutzung mehr produziert werden kann. Das hat eigentlich drei Gründe: Erstens ist die Sonneneinstrahlung stärker, zweitens hat man wegen des Schnees eine Reflexion, die dann auch noch genutzt werden kann, und drittens ist auch das Wetter zumindest besser als im Mittelland. Das führt zu einer deutlich höheren Stromproduktion in alpinen Gebieten. Das führt dazu, dass man im Winter mit der halben Fläche gleich viel Strom wie im Mittelland produzieren kann, was doch erheblich ist, und zwar vor allem dann, wenn man den Klimaschutz insofern ernst nimmt, als man möglichst ohne Gaskraft Strom produzieren will. Dann ist eben die winterliche Stromversorgung besonders wichtig. Deshalb wäre es hier wichtig, dass man den Beitrag alpiner Regionen wirklich genau untersucht.
Es geht auch darum, schweizspezifische Innovationen zu fördern. Solche Innovationen gibt es. Zum Beispiel hat das Elektrizitätswerk Zürich zusammen mit einem Start-up, Hydrosun AG, das Projekt Wasserlilie - auf Englisch "waterlily" - durchgeführt. Dort konnten sie zeigen, dass eigentlich mit Wasserlilien, welche Solarstrom produzieren, fast gleich viel Strom auf der Oberfläche eines Stausees produziert werden kann, wie der Stausee selber produziert. Der grosse Vorteil besteht darin, dass man bei solchen Projekten die Netzanbindung bereits hat. Sie konnten zeigen, dass im Winterhalbjahr wirklich bis zu 40 Prozent der Stromproduktion von diesen Wasserlilien ausgehen würden. Das sind also innovative Ideen, und man sollte diese zumindest genauer anschauen - das Postulat verlangt ja nicht deren Umsetzung - und damit auch den Bergregionen ermöglichen, an der Energiewende teilzuhaben.
Leuthard Doris · BR-F · Conseil fédéral · Argovie
Wir beantragen dieses Postulat zur Ablehnung, nicht weil wir sagen, die Solarstromproduktion habe kein Potenzial und wir wüssten zu wenig darüber, sondern weil wir priorisieren. Wir haben genügend Flächen auf Gebäuden, die ein Potenzial von 15 bis 18 Terawattstunden ergeben. Deshalb sind wir skeptisch und haben eine ablehnende Haltung gegenüber Projekten, welche in der freien Fläche gebaut werden sollen.
Wir sind ebenso skeptisch gegenüber Projekten im alpinen Raum. Wir haben den berühmten Triangel Versorgungssicherheit, Umwelteingriff und Wirtschaftlichkeit. Wir wissen - hier gibt es Schätzungen des Potenzials -, dass Anlagen auf Lawinenverbauungen ein Potenzial von weniger als 100 Gigawattstunden ergeben. Das ist erstens angesichts des Potenzials auf den vorhandenen Gebäudeflächen vernachlässigbar - es ist dann eben ein Eingriff in die Umwelt -, und zweitens zeigen Projekte, die wir auch finanziert haben, das berühmteste ist St. Antönien, dass die Wirtschaftlichkeit praktisch nicht gegeben ist. Herr Nationalrat Girod, Sie haben richtig gesagt, dass die alpine Lage ab einer Höhe von 1500 Metern über Meer tatsächlich von der Sonneneinstrahlung her einen hohen Wirkungsgrad ergeben kann. Aber die erhöhten Kosten für den Bau und den Unterhalt von solchen hochalpinen Anlagen werden durch den Produktionsvorteil in der Regel eben nicht kompensiert.
Wir haben von St. Antönien - das war für uns auch einmal ein Versuchsobjekt - in einer Vorstudie nun die anfallenden Resultate bekommen. Wir kennen die Kosten, wir kennen den Wirkungsgrad und wissen, dass das äusserst, äusserst problematisch ist. Diese Gemeinde hat viel versucht, mit viel Herzblut, es waren gute Bedingungen. Deshalb finden wir, dass wir die Flächen nutzen sollten, von denen wir wissen, dass sie vorhanden sind, wo das mit wenig Eingriffen in die Landschaft realisiert werden kann und wo dann wesentlich bessere Wirtschaftlichkeitsrechnungen resultieren. Das ist besser, als jetzt bei Projekten und Regionen zu beginnen, bei denen wir wissen, dass zwei von den drei Pfeilern nachteilig sind.
Deshalb glauben wir, dass ein solcher Bericht keinen Mehrwert zu dem bringen würde, was wir heute wissen.
Girod Bastien · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Geschätzte Frau Bundesrätin, ich habe eine Frage: Sie haben das Potenzial bei Lawinenverbauungen genannt, aber es gibt ja auch noch das Potenzial bei Stauseen und bei bestehenden Gebäuden. Es gibt ja durchaus auch Dörfer in dieser Höhe. Können Sie sagen, wie gross das Potenzial bei bestehenden Gebäuden oder bei Stauseen ist oder wie es mit der Wirtschaftlichkeit aussieht? Denn darauf zielt ja das Postulat.
Leuthard Doris · BR-F · Conseil fédéral · Argovie
Das Potenzial bei Stauseen haben wir schon gar nicht ausgerechnet, und das Potenzial bei bestehenden Gebäuden ist noch kleiner als jenes bei Lawinenverbauungen. Man kann es extrapolieren, aber es macht die Ausgangslage eben nicht besser, weder die Kostenseite noch die Eingriffe in die Landschaft. Es scheitert daran, dass zwei von drei Aspekten negativ sind.
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Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 76 Stimmen
Dagegen ... 92 Stimmen
(2 Enthaltungen)