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Bundeskompetenz für Mindestzahl von Studienplätzen an medizinischen Fakultäten
Inderkum Hansheiri · P-M · Ständerat · Uri · Fraktion CVP/EVP/glp
Präsident (Inderkum Hansheiri, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission beantragt mit 9 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Motion abzulehnen.
Maissen Theo · Mit-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion CVP/EVP/glp
Die Kommission hat mit einigem Erstaunen davon Kenntnis genommen, dass der Bundesrat die Annahme dieser Motion empfiehlt. Dabei ist festzuhalten, dass die WBK das Problem, dass es ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei ausgebildeten Ärzten gibt, überhaupt nicht verkannt hat; das ist an und für sich nicht die Thematik. Die Frage ist die, ob es das richtige Instrument ist, dass man die Frage der Studierendenzahl zentral und praktisch mit einer planwirtschaftlichen Steuerung angeht, zumal damit die Grundsätze der Kompetenzordnung zwischen Bund und Kantonen nicht beachtet werden. Wir müssen uns bewusst sein - wir haben ja heute wieder darüber diskutiert -: Wir haben einen neuen Hochschulartikel, wir beraten das Förderungs- und Koordinationsgesetz im Bereich der Hochschulen, und darin sind die Abläufe und die Koordination geregelt.
Mit der Motion entsteht eindeutig ein Konflikt mit dieser Rechtsgrundlage. Also, wir verstehen nicht, wie man praktisch in diesem Prozess plötzlich neue Normen aufführen will. Wir haben uns in der WBK über den Stand der Arbeiten, die beim Bundesamt für Gesundheit in diesem Zusammenhang gemacht werden, orientieren lassen. Wir haben uns durch die Schweizerische Universitätskonferenz informieren lassen. Dort hat man uns darauf hingewiesen, dass die Universitäten nicht tatenlos geblieben sind: Man hat zwischen 2007 und 2011 die Aufnahmekapazitäten bei medizinischen Studiengängen um 10 Prozent erhöht, die klinischen Kapazitäten wurden in dieser Zeit um 27 Prozent erhöht. Es wurde uns auch mitgeteilt, dass man befürchte, dass mit solchen Vorgaben vom Bund her die Qualität der Ausbildung leiden würde. Man sieht auch bezüglich der Kompetenzverteilung die Problematik, dass mit den Vorgaben des Bundes zusätzliche finanzielle Lasten letztlich auf die Kantone fallen würden. Man sieht eine Verwerfung im System, wenn man beginnt, in solchen Fragen - also betreffend Studierendenzahlen - nationale Vorgaben zu machen. Der nächste Schritt wäre, dass der Bundesrat in anderen Berufen, in denen man Nachwuchssorgen hat - ich denke da an die Naturwissenschaften, die Ingenieurberufe -, den Schulen Vorgaben machen würde. Man erkennt hier eine bedenkliche Entwicklung, zu der es kommt, wenn man dem zustimmt.
Ich habe noch versucht, mich schlauzumachen. Wenn Sie die Motion lesen, dann sehen Sie, dass die Vergabe der Bundesmittel für die medizinischen Fakultäten an das Anliegen gekoppelt werden soll; darauf ist auch noch hinzuweisen. Ich habe mit Leuten gesprochen, die für diese Motion sind, und habe sie gefragt, wie das dann gehen soll. Niemand konnte es mir sagen. Mir ist auch völlig unklar, wie man dann die Beiträge an die Einhaltung oder Nichteinhaltung dieser Vorgaben binden soll. Es ist also hinsichtlich der Umsetzung eine relativ problematische Motion.
Wir sind der Auffassung, dass das neue Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz der Weg ist, um diese Fragen zu regeln. In Diskussion ist auch ein Gegenvorschlag zur Initiative "Ja zur Hausarztmedizin"; auch in diesem Zusammenhang sind die Ausbildungsfragen zu besprechen. Wir finden deshalb, dass wir in erster Linie mit dem HFKG und weiter mit dem Gegenvorschlag zur Hausarzt-Initiative geeignete Wege haben und deshalb auf diese Motion verzichten sollten.
Die Kommission beantragt Ihnen mit 9 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Motion abzulehnen.
Stähelin Philipp · Mit-M · Ständerat · Thurgau · Fraktion CVP/EVP/glp
Ich brauchte etwas Bewegung; das ist der erste Grund, weshalb ich hier nach vorne gekommen bin und das Wort ergreife. Der zweite Grund ist ernsthafter: Ich habe volles Verständnis für die Argumentation der Mehrheit der Kommission. Ich begreife völlig, dass sie in die bestehende Kompetenzordnung nicht eingreifen will, dass sie den Kantonen ihren Raum belassen will - so weit, so gut. Aber es sind jetzt gut zehn Jahre, dass wir das Problem haben, dass die Universitätskantone eigentlich nicht handeln. Wir leiden unter dieser Situation. Sie ist im Übrigen im Zusammenhang mit dem sogenannten Ärztestopp zu sehen. Auch da haben wir Verhältnisse, die in meinen Augen nicht tragbar sind. Ich bin voll und ganz der Überzeugung, dass von uns hier das Zepter zu ergreifen ist, wenn die Kantone jetzt nicht wirklich ernsthaft an dieses Problem herangehen. Es ist schön - ich akzeptiere das -, dass sie in den letzten drei Jahren 10 Prozent Kapazitätserhöhung gemacht haben, aber das genügt nicht.
Es geht mir mit meinem Votum darum, dass die Kantone sehen, dass dieser Rat tatsächlich ernsthaft an sie appelliert: Sie müssen ihre Obliegenheit, für mehr Kapazitäten zu sorgen, erfüllen. Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir eben die Kompetenzordnung ändern - und das will ich gerade nicht. Deshalb noch einmal: Ich appelliere an die Kantone, hier tatsächlich tätig zu werden.
Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion
Il me serait possible de paraphraser le conseiller fédéral - je n'ai pas besoin de vous répéter en français ce qui vient d'être très bien dit en allemand - mais il y a quand même quelques éléments supplémentaires à apporter.
En effet, nous sortons dans ce domaine, je crois, d'une très longue hibernation. Nous avons pensé pendant des décennies que nous avions un problème avec trop de médecins et maintenant nous voyons que nous sommes, de manière assez cruciale et cruelle, placés devant le problème de ne pas en avoir assez, en particulier assez de médecins dans des spécialités particulières, si l'on peut qualifier de "spécialité" la fonction de médecin généraliste, qui est la plus problématique. Nous allons perdre la moitié de nos généralistes dans les dix ans à venir, simplement à cause de leur arrivée à l'âge de la retraite. Et nous ne savons pas comment nous allons pouvoir tous les remplacer - ou plutôt nous ne le savons que trop bien: nous devrons recourir à l'immigration, et cela n'est pas sans problèmes. Tout d'abord, cette immigration est en partie mal acceptée dans certains milieux. Ensuite, cette immigration nous fragilise: elle dépend de la volonté de ces personnes de rester chez nous et cela peut changer, si ce n'est d'un jour à l'autre, du moins beaucoup plus rapidement que le temps qui est nécessaire à former des médecins. Enfin, c'est totalement inéquitable, parce que cela participe d'un phénomène de fuite des cerveaux, le fameux "brain drain", qui contredit les efforts que nous faisons pour aider nombre de pays du Sud à se doter de capacités dans ce domaine. J'ai particulièrement pu observer ce cas en me rendant au Népal et en voyant les efforts énormes que font des pays comme celui-ci pour conserver les forces nécessaires.
Placés face à cela, nous avons une motion, qui nous permet de donner un signe fort. Je comprends moi aussi les réserves qu'il y a par rapport aux cantons, mais enfin, on ne leur impose pas quelque chose d'insensé et, à mon avis, pas quelque chose de contraire à l'ordre constitutionnel en matière de formation.
Il paraît normal que, face à un problème important et grave qui concerne tout le pays, on puisse donner plus à ceux qui font des efforts sérieux pour contribuer à le résoudre qu'à d'autres. Il ne s'agit pas d'une punition, il s'agit d'un équilibrage tout à fait normal des ressources en fonction de ce que chacun fait comme effort. Placé dans cette situation, je ne suis pas non plus enclin à penser qu'on a l'instrument miracle et qu'on va tout résoudre par cela. Mais enfin, ce serait tout de même dommage de se priver de cet instrument, de se priver de cet outil. Et je crois qu'il est raisonnable d'apporter notre soutien au Conseil national qui, encore une fois, marque une intention. Cela se fera peut-être dans le cadre de la LAHE, comme la commission l'a relevé: c'est peut-être là qu'il faudra prévoir l'ancrage de cette disposition. Mais je ne crois pas que la LAHE, dont nous venons par ailleurs de débattre sous un autre angle, soit un instrument suffisant, actuellement, pour résoudre le problème. Et je pense qu'il est bon que le Conseil fédéral, qui est disposé à le faire d'ailleurs, examine ce qu'il peut tirer de cette disposition.
J'aimerais dire encore un mot par rapport aux autres domaines où, de manière aussi très importante, nous avons des efforts supplémentaires à faire en matière de formation des cadres. Ce sont les domaines des ingénieurs - car nous manquons de plus en plus d'ingénieurs et là aussi nous recourons, à mon avis, trop fortement à ce que peut nous apporter l'étranger - et certainement aussi le domaine des sciences naturelles, de la biologie. Dans ces domaines, nous sommes moins démunis parce que l'essentiel de l'effort est quand même porté par les deux écoles polytechniques qui sont du domaine fédéral et nous pouvons agir plus directement. Dans le domaine de la médecine, parallèlement, qui est beaucoup plus dépendant des cantons, il paraît assez naturel qu'on renforce un tout petit peu notre arsenal et je trouve que cette motion est donc bienvenue.
Gutzwiller Felix · Mit-M · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion
Als Mitglied einer medizinischen Fakultät kann ich hier natürlich als befangen gelten. Aber ich möchte doch noch kurz etwas zu diesem Thema sagen. Ich sage vorab, dass es meiner Ansicht nach nicht angehen kann, eine Bundeskompetenz einfach tel quel in einen klar kantonalen Kompetenzbereich zu installieren. Ich teile hier die Einschätzung der Kommission.
Ceci dit, das Problem ist reell; das hat Kollege Stähelin sehr zu Recht gesagt. Deshalb fühle ich mich auch gedrängt, noch etwas zu sagen. Auch der Bundesrat anerkennt das Problem; ich vermute, dass er möglicherweise auch deswegen hier die Kompetenzordnung etwas hintangestellt hat. Er sagt selber, es sei klar - gemessen an den 600 bis 700 eidgenössischen Diplomen pro Jahr im Humanmedizinbereich -, dass der Bedarf per 2030 nicht gedeckt werden könne.
Wir bilden nicht genügend Leute aus, um diesem zukünftigen Bedarf gerecht zu werden. Das ist doch besonders auch deshalb bedenklich, wenn man sieht, wie viel mehr junge Menschen effektiv gerne Medizin studieren würden. Wir haben sicher in etwa drei- bis viermal mehr Interessierte und Anmeldungen als Studienplätze. Auch hier muss man sagen, dass es teilweise ausserordentlich schade ist, dass nicht mehr junge Schweizerinnen und Schweizer diesen Traumberuf wählen können - auch wenn dies natürlich hohe Kosten mit sich bringen würde; das ist ganz klar.
Der Bedarf wird wachsen. Dies ist nicht nur deshalb der Fall, weil der Arztberuf auch zunehmend ein Frauenberuf geworden ist, mit anderen Konzepten über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass die Schweiz in diesem Bereich wieder etwas mehr zu einer Exportnation werden sollte. Wir waren früher, vor dreissig, vierzig Jahren, eine wirkliche Exportnation, weltweit, für gut ausgebildete Ärzte und Ärztinnen. Heute sind wir eine reine Importnation. Auch dazu liegen Zahlen vor. Ich erwähne das, weil die Ausländerthematik zunehmend ein Thema wird. Die Schweiz hat heute beispielsweise im stationären Sektor ungefähr 30 Prozent Ärzte und Ärztinnen, die im Ausland ausgebildet worden sind. Ein grosser Teil davon stammt aus Deutschland, andere kommen aus Italien, Frankreich und aus anderen Ländern. Dieses Verhältnis hat sich wirklich radikal geändert. Wir importieren heute massiv Ärzte und Ärztinnen aus benachbarten Ländern.
Würden wir diese Betrachtung auf die Pflege ausweiten, dann würden wir feststellen, dass es hier noch sehr viel weiter geht. Teilweise stammen die Leute in diesem Bereich auch aus Ländern des Südens, z. B. aus den Philippinen. Es findet ein massiver Bildungstransfer statt, obwohl diese Länder eigentlich diese Leute, in deren Bildung sie investiert haben, selbst benötigen würden.
In der Antwort auf eine frühere Interpellation meinerseits in dieser Sache wurde vom Bundesrat sogar ausgerechnet, dass wir, bezogen auf Ärzte und Ärztinnen, die im Ausland ausgebildet wurden und dann in der Schweiz tätig werden, einen Transfer von 1 bis 2 Milliarden Franken in unser Land haben. Natürlich wollen wir hier die Beträge nicht kleinlich aufrechnen, aber es ist sicher richtig, einmal festzuhalten, dass wir ohne diese ausländischen Ärzte und Ärztinnen die Qualität im Gesundheitswesen nicht aufrechterhalten könnten und dass mit ihnen - ich denke an die Ausbildungskosten, die in anderen Ländern anfallen - massive Finanztransfers in die Schweiz verbunden sind.
Ceci dit - auch wenn ich das als Ständerat eines Standortkantons eigentlich wohl kaum sagen darf -: Zumindest solange die medizinischen Fakultäten nicht im ETH-System integriert sind, kann und soll es hier keine Bundeskompetenz geben. Aber ich möchte - ich stehe hinter Herrn Stähelin - einen klaren Appell an die Kantone richten, die Zahl der Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen. Wir benötigen sie!
Lombardi Filippo · 2VP-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP/EVP/glp
Ich werde die Motion gemäss Bundesrat und Nationalrat unterstützen. Unsere Kommission sagt, sie anerkenne das Anliegen, und trotzdem empfiehlt sie die Ablehnung und verweist auf andere Vorlagen, die in Bearbeitung sind. Ich frage Sie: Wie viele Hundert Motionen haben wir schon angenommen, obwohl eine andere Vorlage in Bearbeitung war oder kommen sollte? Wir haben es getan, weil wir die Signalwirkung einer Motion anerkennen, denn es ist auch unsere Aufgabe, gewisse Signale zu geben. Ich bitte Sie, die Motion zu unterstützen als Signal, dass man - nach zehn Jahren, hat Herr Kollege Stähelin gesagt - die Problematik diskutiert, dass jetzt etwas geschehen muss, dass man handeln muss.
Die Auswirkungen der heutigen Situation liegen auf zwei Ebenen: In der Schweiz geht es um die Sicherheit und um die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung. Wir müssen unsere Ärzte ausbilden, wir können sie nicht ständig importieren. Und die Zahlen, Herr Gutzwiller hat das Problem erwähnt, sind beeindruckend: Von 2000 Ärzten, die jährlich anfangen zu praktizieren, wurden nur 700 in der Schweiz ausgebildet. Wir importieren mehr als 1000 Ärzte pro Jahr, und das ist Bestandteil einer der modernsten Schandtaten der Welt - das ist der Ärzteklau. Jeder weiss, dass die entwickelten Länder z. B. für die Entwicklungshilfe für Afrika viel Geld ausgeben. Wenige wissen, dass wir, die entwickelten Länder, jährlich einen Drittel der ausgebildeten Ärzte aus Afrika absaugen. Würden wir die Ärzte in Afrika belassen, hätten wir wahrscheinlich schon mehr getan als mit unserer Entwicklungshilfe. Das ist schon einmal ein Problem. In die Schweiz kommen natürlich nicht viele afrikanische Ärzte, wir importieren sie aus den benachbarten Ländern, so aus Deutschland. Und wo holen die Deutschen ihre Ärzte her? Natürlich aus Polen und aus der Ukraine. Und wo holen diese Länder ihre Ärzte her? Wahrscheinlich aus Russland oder auch aus Afrika. Das ist ein Phänomen des Braindrain, das wir nur schon aus der Verantwortlichkeit der Schweiz gegenüber dem Rest der Welt heraus nicht tolerieren dürfen.
Es wird darauf hingewiesen: Wir können heute nicht eine Bundeskompetenz schaffen. Wir schaffen mit einer Motion keine Bundeskompetenz, wir geben dem Bundesrat den Auftrag, da aktiv zu werden, diese Problematik zu studieren und uns möglichst rasch Lösungen vorzuschlagen. Ich bin ein entschiedener Föderalist, aber ich muss sagen: Hier haben wir einen Bereich, in dem der Föderalismus klar versagt hat. Es kann nicht sein, dass fünf Kantone mit Universitäten die Zukunft des Gesundheitswesens dieses Landes bestimmen, indem sie Geld sparen. Denn eigentlich geht es am Ende darum, dass diese Kantone bei ihren medizinischen Fakultäten Geld sparen und so das Problem für die Schweiz provozieren.
Ich bitte Sie, die Motion anzunehmen.
Maissen Theo · Mit-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion CVP/EVP/glp
Nur ganz kurz zu dem, was Kollege Filippo Lombardi gesagt hat: Es ist nicht so, dass hier mit dem Motionstext kein neues Recht geschaffen wird, sondern es wird ganz klar gesagt: Es sollen die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, die es erlauben, Mindestzahlen festzulegen. Das Problematische kommt noch dazu - ich habe das bereits einführend erwähnt, ich muss das noch einmal betonen -: Es soll dann die Vergabe der Bundesmittel daran gekoppelt werden. Mir kann bis heute niemand sagen, wie das erfolgen soll. Gibt es hier irgendein Malus-Bonus-System, oder wie soll das funktionieren?
Ich habe die Gründe dargelegt, weshalb die Kommission in der Mehrheit der Meinung ist, diese Motion sei nicht anzunehmen. Ich bitte Sie, ihrem Antrag zuzustimmen.
Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg
J'aimerais tout d'abord vous remercier pour ce débat. Je dois dire clairement que cela m'a fait très plaisir. Je n'ai pas été étonné, et le Conseil fédéral non plus, que vous ayez été surpris par la proposition du Conseil fédéral d'accepter la motion, Monsieur le président de la commission. En fait, c'était un peu le but. Nous souhaitions en effet faire un geste politique clair avec la proposition d'accepter la motion. On comprend parfaitement la position fédéraliste, constitutionnaliste; il est vrai que nous l'avons aussi souvent défendue. On peut imaginer une certaine contradiction avec cette proposition du Conseil fédéral d'accepter la motion. Mais ce dernier a voulu marquer un coup dans ce dossier, et cela devait passer par ce débat. Nous pensons que si le Conseil fédéral n'avait pas fait ce geste, il n'y aurait pas eu le même débat ou il n'aurait pas eu lieu tout à fait de la même manière.
Pourquoi voulons-nous marquer le coup? Parce qu'il y a des réalités. Les faits sont têtus, comme on dit, et ils sont vraiment là. Nous ne formons en effet pas assez de médecins - vous l'avez dit et c'est juste: environ 700 médecins. Nous "importons" environ 1000 médecins étrangers chaque année. Le fonctionnement de nos hôpitaux, de nos cabinets médicaux serait compromis s'il fallait compter uniquement sur notre propre relève nationale. C'est la situation telle qu'elle est vraiment. Il n'y a pas du tout de manque d'intérêt pour la profession: il y a environ 4000 candidats par année et 1084 places en première année de médecine. Cela ne veut pas du tout dire qu'il faut supprimer le numerus clausus, parce qu'il faut vraiment que l'on ait les meilleurs candidats et que peu d'étudiants arrêtent leurs études en cours de route, étant donné le coût de ces études. Il est donc nécessaire de faire en sorte d'obtenir un maximum de réussites, que les candidats qui entrent dans le cursus aillent jusqu'au bout de celui-ci. Mais en tout cas, nous n'avons pas assez de places dans notre pays. Il ne s'agit pas de dire que les cantons n'ont pas fait leur travail ou que la Confédération a envie de faire autre chose; ce n'est pas notre but. Notre but, c'est simplement de dire qu'il y a un réel problème. On ne peut pas rester dépendant à un tel point de l'étranger, cela a été dit.
J'aimerais encore faire une réflexion stratégique, car cela dépasse vraiment le domaine de la santé. Le fait qu'on ait à l'évidence un problème de ce type a deux conséquences. Premièrement, si tout à coup on ne pouvait plus "importer" des forces dans le domaine médical comme nous le faisons aujourd'hui - nous ne pouvons pas être sûrs que cela fonctionnera toujours comme ça avec les régions qui, en quelque sorte, nous envoient leurs compétences -, nous aurons alors un très grand problème en Suisse. Mais surtout, nous avons un problème d'image dans le monde qui a un impact de plus en plus important. Une chose m'avait vraiment frappé, et c'est l'une des raisons qui avait conduit à notre geste, c'est qu'au moment-même de l'épidémie de choléra en Haïti, la statistique sur les forces de travail exportées était publiée, montrant que, en pourcentage, Haïti occupait le premier rang pour ce qui concerne les personnes compétentes dans le domaine médical qui s'expatrient. La situation est donc très contradictoire dans ce monde et, de temps en temps, il faut le souligner clairement.
Le Conseil fédéral a entrepris plusieurs actions pour aider à redresser la situation. Il a recommandé, dans le cadre de ses compétences, aux cantons universitaires de créer davantage de places en médecine humaine. Cela a été fait. Il y a quand même une augmentation de 15 pour cent des capacités en dix ans. Donc, il y a eu une augmentation progressive des capacités. Ce n'est pas suffisant, mais il y a un mouvement, un "trend", à la hausse.
De plus, il y a une motion qui va faire l'objet d'un rapport et que le Conseil fédéral va accepter ces prochains jours ou ces prochaines semaines qui constituera une base solide pour la planification des besoins en matière de formation des médecins. Le rapport comportera des renseignements sur l'évolution professionnelle du corps médical. Et cela permettra de mieux juger les besoins en formation initiale et continue. Evidemment, il apparaîtra qu'une nouvelle augmentation importante des capacités sera nécessaire.
C'est également ces prochains jours que le Conseil fédéral vous transmettra le message relatif à l'initiative populaire "Oui à la médecine de famille". Avec son contre-projet direct, le Conseil fédéral entend promouvoir la médecine de famille en tant que pilier essentiel des soins de base et assurer notamment que les médecins soient engagés autant que possible là où leur présence est indispensable. Voilà déjà une année que, par le biais du Dialogue de la politique nationale suisse de la santé, c'est-à-dire la réunion entre les cantons et la Confédération, les choses bougent, pas seulement dans la formation. On va de plus en plus vers un travail commun sous une forme ou sous une autre. Donc, dans ce pays, un nouveau fédéralisme est absolument nécessaire dans ces domaines.
Voilà à peu près une année que ledit dialogue a chargé la plate-forme "Avenir de la formation médicale", qui a été créée par l'Office fédéral de la santé publique, d'élaborer des solutions en matière de formation initiale et continue en médecine afin de se préparer aux défis à venir. Cette plate-forme réunit les principaux acteurs de la formation, du système de santé ainsi que des représentants du corps médical, de même que la Confédération et les cantons. Cette large représentativité - cela fait que les choses sont toujours compliquées et assez lourdes - est importante pour les prochaines étapes. Dans ces prochaines étapes, on va discuter de façon différenciée avec tous les partenaires concernés. L'enjeu ne se limite pas aux capacités de formation dans les universités, il s'agit aussi de l'organisation de la formation postgrade qui doit être mieux structurée, qui doit offrir des chances égales aux femmes et aux hommes, qui doit s'orienter de plus en plus vers l'intégration dans le système de santé. L'enjeu, c'est d'intégrer toutes les compétences pour mieux pouvoir soigner à l'avenir, en particulier la polymorbidité, les maladies chroniques.
Pour en revenir à cette motion, au fond, le principe est unanimement reconnu, et même la commission l'a dit avant de la rejeter sèchement, par 9 voix contre 0. Elle dit au fond que c'est juste, mais qu'elle s'y oppose. C'est une manière de faire. Nous avons fait exactement le chemin inverse. Cela veut dire qu'on devrait être contre, mais l'enjeu est tellement grand qu'on ne peut pas l'être. C'est pourquoi le Conseil fédéral est tout à fait conscient d'avoir peut-être un peu bousculé les habitudes et les règles.
En l'occurrence, il vous propose exceptionnellement de soutenir une motion avant tout sur le fond et moins sur la forme. Ce serait au fond historique si le Conseil des Etats acceptait une motion que sa propre commission a rejetée par 9 voix contre 0. Je le sais bien, ce serait exceptionnel, mais si cela ne l'est pas, au moins vous aurez donné ce signe. Je le répète, si la motion n'est pas acceptée, ce n'est pas si important; ce qui est important, c'est qu'on puisse réellement avoir la volonté de régler ce problème ces prochaines années. Il est vrai que dans le cadre de la nouvelle, non pas LAHE, mais LEHE - puisque vous allez changer le titre tout à l'heure -, la nouvelle loi sur l'encouragement et la coordination, on pourra certainement progresser. Néanmoins, elle n'est pas encore adoptée et n'a pas encore d'effet concret. Pour cela, il faudra un certain temps durant lequel les actions doivent donner lieu à des progrès aussi rapides que possible.
C'est la raison pour laquelle il faut interpréter ce soutien comme un soutien à la ligne générale de l'action commune dans ce domaine.
Altherr Hans · 1VP-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 15 Stimmen
Dagegen ... 18 Stimmen