12.310
Initiative populaire "pour en finir avec les constructions envahissantes de résidences secondaires". Ne pas porter préjudice aux régions de montagne
Intervention de procédure
Antrag der Mehrheit
Der Initiative Folge geben
Antrag der Minderheit
(Semadeni, Badran Jacqueline, Chopard-Acklin, Girod, Jans, Müller-Altermatt, Nordmann, Nussbaumer, Schelbert, Vogler)
Der Initiative keine Folge geben
Proposition de la majorité
Donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité
(Semadeni, Badran Jacqueline, Chopard-Acklin, Girod, Jans, Müller-Altermatt, Nordmann, Nussbaumer, Schelbert, Vogler)
Ne pas donner suite à l'initiative
Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Knecht Hansjörg · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Der Kanton Tessin möchte mit dieser Initiative zum Ausdruck bringen, dass die vom Stimmvolk angenommene Volksinitiative "Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen!" starke negative Auswirkungen auf das soziale und wirtschaftliche Umfeld der Bergkantone hat. Diese Regionen sind besonders von der Initiative betroffen, da dort der Tourismus von grosser wirtschaftlicher Bedeutung ist und Abwanderungsströme und eine eingeschränkte Bautätigkeit drohen. Um diesen speziellen Bedürfnissen der Bergkantone bei der Umsetzung der Initiative Rechnung zu tragen, verlangt der Kanton Tessin eine graduelle Einführung der neuen Rahmenbedingungen betreffend Zweitwohnungen und Begleitmassnahmen für Randregionen, die die Auswirkungen der neuen Bestimmungen etwas ausgleichen würden. Zudem werden eine Beschränkung des Begriffs "Zweitwohnungen" auf Wohnungen mit "kalten Betten" und der Ausschluss der Rustici verlangt.
Der Ständerat hat auf Antrag unserer Schwesterkommission der Initiative keine Folge gegeben. In der Debatte hat sich im Ständerat die Meinung durchgesetzt, dass die speziellen Bedürfnisse der Bergkantone in der Verordnung über Zweitwohnungen genügend berücksichtigt würden. Diese Verordnung erlaube Umnutzungen von Wohneinheiten als Zweitwohnungen, falls diese Einheiten aus einer Erbschaft, einem Wohnsitzwechsel oder einer Änderung des Zivilstands hervorgehen oder dem Erhalt des Ortskerns dienen. Der Ständerat hat in seiner Debatte auch auf die Revision des Raumplanungsgesetzes hingewiesen, in der ebenfalls die Bedürfnisse der Bergkantone berücksichtigt werden.
Die UREK-NR hat nun ihrerseits an ihrer Sitzung vom 7. Mai 2013 die vom Kanton Tessin eingereichte Initiative vorgeprüft. Die angenommene Volksinitiative hat Auswirkungen auf die Bergkantone und die Gebirgsregionen, vor allem bezüglich der Arbeitsplätze. Die in diesen Regionen geäusserten Sorgen, darüber ist sich die Kommission in ihrer Mehrheit einig, sollten ernst genommen werden. Die Umsetzung der Initiative muss im Rahmen des verfassungsrechtlichen Spielraums also so schonend wie möglich und mit dem notwendigen Augenmass erfolgen.
Die Verordnung über Zweitwohnungen stellt zwar grundsätzlich eine vorübergehende Antwort dar, und grundsätzlich scheinen die Bedürfnisse der Bergkantone in dieser Verordnung berücksichtigt worden zu sein; deshalb hat die Regierungskonferenz der Gebirgskantone die Verordnung auch mitgetragen. Dennoch ist es aus Sicht der Kommissionsmehrheit wichtig, dass nun sichergestellt wird, dass die in der Verordnung enthaltenen Bedingungen auch tatsächlich in die kommende Revision einfliessen. Deshalb soll die Standesinitiative als Druckmittel aufrechterhalten bleiben.
Zu erwähnen gilt es auch, dass es sich bei vielen dieser sogenannten Zweitwohnungen im Tessin um Gebäude handelt, die eine wichtige kulturelle und historische Funktion haben. Es geht nicht um Spekulationen oder Reinvestitionen, sondern um eine lebendige Beziehung zwischen den Agglomerationen und den Tälern des Kantons.
In der Kommission wurde auch festgestellt, dass kaum eine Initiative jemals so rasch und so stringent umgesetzt worden ist wie die besagte Volksinitiative. So soll es beispielsweise eine Weisung der Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung an den Regierungsstatthalter des Kantons Bern geben, wonach in bestehenden Bauten keine Erweiterung der Bruttogeschossfläche mehr möglich ist. Die Initiative befindet sich also bereits in der Umsetzung, die Ausführungsgesetzgebung wird bereits formuliert, und es ist für die Mehrheit der Kommission absolut zulässig, dass man im Rahmen dieser Ausführungsgesetzgebung nun nach Lösungen sucht, die vollständige Baustopps, insbesondere für die davon betroffenen Bergregionen, vermeiden.
Für die Mehrheit der Kommission ist auch wichtig festzuhalten, dass es keinesfalls um ein Nichtakzeptieren eines Volksentscheides geht. Was im Moment passiert, dass nämlich auch für einfache Umbauten - ich habe vorhin ein Beispiel aus dem Kanton Bern erwähnt - praktisch keine Baubewilligungen mehr erteilt werden, betrifft diese Regionen sehr stark. Dem müsste Rechnung getragen werden, und es müsste abgewogen werden, wieweit solche Vorgehensweisen dem Volkswillen entsprechen.
Deshalb ist es der Kommissionsmehrheit abschliessend wichtig, dass dieser Standesinitiative Folge gegeben wird. Zudem adressiert die Initiative im Text ihr Anliegen an das Bundesparlament. Die Kommission möchte, dass bei der zukünftigen Ausgestaltung des Gesetzes, wofür dann wiederum das eidgenössische Parlament zuständig ist, die notwendigen Anliegen berücksichtigt werden; dies selbstverständlich im Rahmen des möglichen Spielraums, den uns die Zweitwohnungs-Initiative gibt - nicht mehr und auch nicht weniger.
Eine Minderheit der Kommission sieht aufgrund der laufenden Arbeiten der Verwaltung, welche die Stossrichtung der aktuellen Verordnung weiterführt, keinen Handlungsbedarf und will der Initiative keine Folge geben. Sie betont, dass die Kommission in der Beratung zum Ausführungsgesetz die Möglichkeit haben wird, dieses zu beeinflussen, und somit eine Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Bergkantone garantieren kann.
Die Kommission beantragt Ihnen mit 13 zu 11 Stimmen, der Standesinitiative Folge zu geben.
Favre Laurent · Mit-M · Conseil national · Neuchâtel · Groupe libéral-radical
En mai 2013, la commission a procédé à l'examen préalable de l'initiative du canton du Tessin "Ne pas porter préjudice aux régions de montagne", déposée en avril 2012, dans la mise en oeuvre de l'initiative populaire "pour en finir avec les constructions envahissantes de résidences secondaires". L'initiative vise à ce que les besoins particuliers des cantons alpins et, plus largement, des régions de montagne soient pris en considération lors de l'élaboration de la législation d'application concernant l'initiative populaire précitée.
La commission propose, par 13 voix contre 11, de donner suite à l'initiative du canton du Tessin.
Une minorité propose de ne pas y donner suite.
Sur le fond, la commission s'est penchée sur les effets économiques et sociaux considérables de l'initiative populaire sur les cantons alpins. Ainsi, selon l'institut BAK Basel, à moyen terme une perte de 8600 emplois a été démontrée. Dès, lors la commission estime que l'initiative cantonale doit politiquement contribuer à limiter les conséquences économiques négatives de l'initiative populaire sur les résidences secondaires pour les régions alpines et à freiner le dépeuplement des villages de montagne. Elle voit dans l'initiative du canton du Tessin, laquelle prévoit une mise en oeuvre progressive des nouvelles dispositions et des mesures d'accompagnement visant à compenser les effets de l'initiative populaire sur les zones de montagne, une occasion d'inscrire dans la loi les dispositions de l'ordonnance en vigueur sur les résidences secondaires.
Il est à noter que le projet de loi fédérale sur les résidences secondaires a été mis en consultation par le département en date du 26 juin 2013 et que le délai pour envoyer les commentaires court jusqu'au 20 octobre prochain. Le processus politique et législatif est donc encore en cours, et notre conseil fera bien, par le vote qui va intervenir, d'exprimer son avis.
De son côté, la minorité de la commission renvoie à l'ordonnance en vigueur. Elle estime, tout comme le Conseil des Etats, qu'il n'y a pas lieu de légiférer plus avant et propose par conséquent de ne pas donner suite à l'initiative.
C'est par 13 voix contre 11 que la commission vous recommande de donner suite à cette initiative cantonale. Elle exprime ainsi clairement sa volonté d'encourager le Conseil fédéral et le Parlement à tenir compte, lors de l'élaboration de la nouvelle loi d'application, des craintes et difficultés des cantons alpins et de montagne. Je vous remercie de votre appui.
Semadeni Silva · Mit-F · Conseil national · Grisons · Groupe socialiste
Non è perché non prendiamo sul serio le preoccupazioni provenienti dalla Svizzera italiana che una forte minoranza della nostra commissione - 13 voti contro 11 - propone di non dare seguito all'iniziativa del canton Ticino. Le preoccupazioni delle regioni di montagna dopo l'accettazione da parte del popolo e dei cantoni dell'iniziativa popolare sulle residenze secondarie sono ben comprensibili e tutta la commissione ne ha preso atto. La messa in pratica dell'articolo costituzionale rappresenta una grande sfida, da prendere sul serio. Proponiamo di non dare seguito all'iniziativa solo perché il suo contenuto è superato dai fatti, è già stato preso in considerazione, come hanno sottolineato i miei colleghi e anche il Consiglio degli Stati nella sua presa di posizione, uguale alla nostra: non dare seguito a questa iniziativa cantonale.
Dal momento dell'inoltro dell'iniziativa nell'aprile del 2012 a oggi, Berna non è stata con le mani in mano, anzi! Già nel mese di agosto dell'anno scorso il Consiglio federale ha presentato l'ordinanza sulle residenze secondarie. Nell'apposito gruppo di lavoro istituito dalla consigliera federale Leuthard i cantoni di montagna sono stati ben rappresentati e hanno difeso i loro interessi con fermezza. Il risultato, l'ordinanza, dimostra che sono stati ascoltati in tutti i dettagli, in parte addirittura a scapito della costituzionalità delle proposte, come hanno dimostrato le sentenze del Tribunale federale del 22 maggio scorso. L'ordinanza è entrata in vigore solo il 1° gennaio di quest'anno per volontà dei cantoni di montagna, che volevano guadagnare tempo. La particolare situazione delle valli di montagna periferiche, la possibilità di cambiare la destinazione delle abitazioni primarie nei villaggi alpini colpiti dall'esodo della popolazione, la questione dei rustici e anche la richiesta di misure di compensazione nel settore turistico, tutte queste rivendicazioni dell'iniziativa cantonale vengono considerate dall'ordinanza e anche dalle recenti proposte della Segreteria di Stato dell'economia, volte a promuovere il turismo ed a rafforzare la politica regionale.
In particolare, bisogna sottolineare che gli immobili rimasti vuoti a causa dell'esodo della popolazione nelle regioni periferiche si possono ristrutturare, su questo sono tutti d'accordo; l'ordinanza lo prevede esplicitamente. Nessuno - nessuno! - vuole promuovere l'abbandono o addirittura il degrado dei nostri villaggi di montagna!
Berna ha lavorato così alacremente per l'applicazione dell'articolo costituzionale sulle residenze secondarie che il prossimo 20 ottobre si concluderà già la procedura di consultazione sul progetto di legge, elaborato a sua volta con la partecipazione diretta dei rappresentanti dei cantoni di montagna. Anche il canton Ticino sfrutterà questa possibilità per farsi sentire e riformulare i propri bisogni concretamente di fronte al progetto di legge.
Le rivendicazioni del canton Ticino - e degli altri cantoni di montagna - sono quindi già completamente integrate nel processo legislativo, che è molto avanzato. L'iniziativa cantonale ha perso oggi tutta la sua attualità e, malgrado la simpatia per la Svizzera italiana, non sarebbe né logico né opportuno darle seguito.
Eine beachtliche Minderheit - 13 zu 11 Stimmen - der UREK-NR will der Standesinitiative Tessin also keine Folge geben. Die speziellen Bedürfnisse des Berggebiets sind in der Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung der Verordnung zum Zweitwohnungsartikel prioritär behandelt worden. Die Verordnung ist bereits in Kraft, die vier Forderungen der Standesinitiative Tessin werden in der Verordnung berücksichtigt und sind ebenfalls im Entwurf zum Zweitwohnungsgesetz enthalten. Mit der laufenden Vernehmlassung haben die Bergkantone eine weitere Möglichkeit, ihre Anliegen konkret und detailliert zu formulieren. Es macht keinen Sinn, ist nicht rationell und nicht nötig, dass das Parlament zusätzlich zum laufenden Gesetzgebungsprozess auch noch aktiv wird und die Verwaltung belastet. Der Ständerat vertritt ebenfalls diese Meinung. Auch die grössten Gegner der Zweitwohnungs-Initiative müssten unter diesen Umständen gegen Folgegeben sein.
Ich bitte Sie darum, mit der Minderheit und dem Ständerat der Standesinitiative Tessin - so verständlich sie auch ist - keine Folge zu geben.
Vote
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 98 Stimmen
Dagegen ... 77 Stimmen
(6 Enthaltungen)