13.013
Coopération policière transfrontalière. Convention avec l’Autriche et le Liechtenstein
Geissbühler Andrea Martina · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Der trilaterale Polizeivertrag von 1999 zwischen der Schweiz, Österreich und Liechtenstein ist seit Juli 2001 in Kraft. Er hat sich seither als solide Basis für die grenzüberschreitende Polizeizusammenarbeit erwiesen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich jedoch die Herausforderungen bei der Kriminalitätsbekämpfung gerade in den Grenzregionen gewandelt. Mit dem Wegfall der systematischen Personenkontrollen infolge der Schengen-Assoziierung der Schweiz haben sich darüber hinaus auch die Modalitäten der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden geändert. Statt stationärer Kontrollen stehen polizeiliche Ausgleichsmassnahmen in den Grenzregionen bzw. eine Stärkung der Polizeikooperation mit den Dienststellen der Nachbarstaaten mehr denn je im Vordergrund.
Der revidierte Polizeivertrag sieht gegenüber der geltenden Fassung von 1999 zusätzliche Instrumente zur Bekämpfung der Schwerstkriminalität vor. Er sieht unter anderem die präventive verdeckte Ermittlung vor. So kann die verdeckte Ermittlung im Vorfeld eines Strafverfahrens grenzüberschreitend fortgesetzt werden; dies, wenn es sich um Straftaten von erheblicher Bedeutung handelt. Die Botschaft spricht hier insbesondere von Terrorismus und dessen Finanzierung, organisierter Kriminalität oder Drogenhandel.
Die zweite Neuerung ist der Zeugen- und Opferschutz. Um entscheidende Aussagen von Zeugen erhalten zu können, ist es oft notwendig, Zeugenschutzmassnahmen zu ergreifen. Gemeinsam mit Österreich und Liechtenstein können wir die Sicherheit von gefährdeten Zeugen besser garantieren. Dank der gemeinsamen Sprache besteht eine hervorragende Basis für die gegenseitige Zusammenarbeit in diesem sensiblen Bereich.
Der Vertrag erleichtert drittens die Zusammenarbeit zur Bekämpfung der illegalen Migration. Der neue Vertrag sieht z. B. die sogenannte Durchbeförderung vor, namentlich zu einem Flughafen. Es geht darum, Personen polizeilich durch das Gebiet eines anderen Vertragsstaates zu verbringen, um sie in ein Drittland auszuliefern oder auszuschaffen.
Die vierte Neuerung ist die Verstärkung der direkten Zusammenarbeit in den Grenzgebieten. Sie fördert die Effizienz und bietet die Möglichkeit, vermehrt gemeinsame Einsatzformen zu bilden, in denen die Beamten eines Vertragsstaats auf dem Territorium eines Partnerstaats auch hoheitlich tätig werden können.
Schliesslich wird die neu vorgesehene Zusammenarbeit bei Widerhandlung im Strassenverkehr einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, solche Delikte auch in den Partnerstaaten ahnden zu können. Davon erhoffen sich die drei Staaten eine Erhöhung der Sicherheit im Strassenverkehr.
Der Vertrag greift nicht in die bestehende Kompetenzverteilung zwischen den Justiz- und Polizeibehörden ein. Bezüglich der Schweiz wird im Besonderen die Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Kantonen sowie unter den Kantonen nicht angetastet. Der revidierte Polizeivertrag sieht auch vor, dass die Schweiz zusammen mit Liechtenstein und Österreich ein gemeinsames Polizei- und Zollkooperationszentrum errichten kann. Dies ist aber zurzeit nicht vorgesehen und auch nicht nötig, wie dies die Botschaft ausdrücklich darlegt.
Der Vertrag kann mit den bestehenden personellen und finanziellen Mitteln umgesetzt werden.
Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates stimmt dem Entwurf einstimmig zu.
Hiltpold Hugues · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe libéral-radical
L'arrêté fédéral qui nous est soumis prévoit de réviser l'accord tripartite de coopération policière conclu entre la Suisse, l'Autriche et le Liechtenstein. Cette révision amène un plus à la coopération policière, en tenant notamment compte de la participation des trois Etats contractants à la coopération Schengen et en consolidant l'expérience acquise dans ce domaine.
Les adaptations prévues dans la loi fédérale sur les Offices centraux de police criminelle de la Confédération permettent d'élever au rang législatif la réglementation nationale suisse des centres communs de coopération policière et douanière avec d'autres Etats. Il convient de rappeler que cet accord tripartite, conclu en 1999 et en vigueur depuis 2001, constitue la base de la coopération policière internationale.
Les défis auxquels doivent faire face notamment les régions transfrontalières en matière de lutte contre la criminalité ont évolué au cours des dix dernières années. L'entrée de la Suisse dans l'espace Schengen et la suppression des contrôles systématiques des personnes aux frontières ont aussi modifié la donne quant aux modalités de la coopération entre les autorités de sécurité. Actuellement, dans les régions frontalières, les mesures policières compensatoires et l'intensification de la coopération policière avec les services des pays voisins sont plus utiles que des contrôles fixes.
Ce nouvel accord prévoit trois choses: tout d'abord, il prévoit des instruments supplémentaires de lutte contre la grande criminalité, tels que l'investigation secrète préventive et la protection des témoins et des victimes, et facilite par là la coopération dans la lutte contre l'immigration illégale; ensuite, il optimise la coopération des cantons frontaliers avec les pays voisins et offre la possibilité de réaliser des missions communes permettant d'investir les agents de l'autre Etat de compétences idoines; enfin, il contribuera fortement à ce que les infractions à la législation sur la circulation routière puissent aussi être sanctionnées dans les Etats partenaires - gageons que cette mesure entraînera une amélioration de la sécurité routière.
Cet accord - il convient de le préciser - ne porte pas atteinte au partage des compétences entre les autorités judiciaires et policières.
S'agissant de notre pays, la répartition des compétences entre la Confédération et les cantons n'est pas affectée.
L'accord de coopération policière révisé prévoit que la Suisse peut ériger avec le Liechtenstein et l'Autriche un centre commun de coopération policière et douanière.
Les adaptations apportées à la loi sur les Offices centraux de police criminelle de la Confédération permettent de régler la coopération de la Confédération et des cantons dans la partie suisse des centres communs de coopération policière et douanière.
La Commission de la politique de sécurité a adopté cet arrêté fédéral le 5 novembre dernier, à l'unanimité des membres présents.
Je vous invite donc au nom de la commission à adopter cet arrêté fédéral et à rejoindre ainsi le Conseil des Etats qui en a fait de même le 6 juin dernier.
Sommaruga Simonetta · VPBR-F · Conseil fédéral · Berne
Ich sage es nicht zum ersten Mal, aber ich sage es immer wieder: Auf die grenzüberschreitende Kriminalität gibt es nur eine Antwort, nämlich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, und zwar gerade im Polizeibereich. Das vorliegende Abkommen mit Österreich und Liechtenstein ist ein weiterer Meilenstein in der polizeilichen Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn. Die Instrumente der Polizeizusammenarbeit mit Österreich und Liechtenstein sind durch die Revision verbessert und erweitert worden. Das Abkommen verstärkt den Nutzen von gemeinsamen Einsatzformen, es ermöglicht kontrollierte Lieferungen und polizeiliche Durchbeförderungen oder regelt den Zeugen- und Opferschutz. Der Vertrag bietet gerade den Grenzkantonen die nötigen Instrumente, um mit den Nachbarn effizient zusammenzuarbeiten. Die Erfahrungen der Grenzkantone spielten daher auch in den Verhandlungen eine wichtige Rolle. Der Vertrag erlaubt den betroffenen Polizeibehörden der drei Länder, eng und direkt in einem und für einen gemeinsamen Sicherheitsraum zu handeln. Der Vertrag entspricht unseren internationalen Verpflichtungen, namentlich auch dem Schengen-Besitzstand. Er greift nicht in die bestehende Kompetenzverteilung zwischen den Justiz- und Polizeibehörden ein. Auch die Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Kantonen sowie unter den Kantonen wird nicht angetastet. Die Kantone haben die Revision des Vertrags bereits ausdrücklich begrüsst. Der Vertrag kann ausserdem mit den bestehenden personellen und finanziellen Mitteln umgesetzt werden.
Mit der Anpassung des Zentralstellengesetzes in Artikel 6a soll eine gesetzliche Grundlage für die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen innerhalb des schweizerischen Teils von gemeinsamen Zentren für Polizei- und Zollzusammenarbeit geschaffen werden. Konkret wird der Bundesrat ermächtigt, mit den Kantonen eine Vereinbarung über den Betrieb eines Zentrums abzuschliessen. Als Anwendungsbeispiel einer solchen Vereinbarung möchte ich diejenige erwähnen, die zurzeit in Erarbeitung ist und die bestehenden Zentren in Chiasso und Genf betrifft. Sie soll die gemeinsame Organisation, die Aufgabenwahrnehmung und die Einzelheiten der Finanzierung der Zentren regeln. Der Ständerat, Sie haben es gehört, hat sich in der Sommersession einstimmig dafür ausgesprochen.
Ich möchte Sie bitten, den neuen Polizeivertrag mit Österreich und Liechtenstein zu genehmigen sowie die Änderung des Zentralstellengesetzes gutzuheissen.
Lustenberger Ruedi · P-M · Conseil national · Lucerne · Groupe PDC-PEV
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über die Genehmigung des Vertrags zwischen der Schweiz, Österreich und Liechtenstein über die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit
Arrêté fédéral portant approbation de l'accord entre la Suisse, l'Autriche et le Liechtenstein concernant la coopération policière transfrontalière
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-4
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1-4
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Vote
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 177 Stimmen
(Einstimmigkeit)
(0 Enthaltungen)