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Förderung der Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz. Berichterstattung aus der Arbeitsgruppe

36925 · Amtliches Bulletin

Du 15 mars 2016

https://lexipedia.io/fr/docs/ch/ab-bo-bu/36925/de/forderung-der-kultur-der-jenischen-sinti-und-roma-in-der-schweiz-berichterstattung-aus-der-arbeitsgruppe

Consulté le 10 sept. 2026

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Source

Objet parlementaire: Encourager la culture des Yéniches, des Sinti et des Roms en Suisse. Rapport du groupe de travail (15.3233)

15.3233

Förderung der Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz. Berichterstattung aus der Arbeitsgruppe

Gysi Barbara · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion

Mit meinem Postulat verlange ich vom Bundesrat einen Bericht über die Resultate und den Aktionsplan der Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von Jenischen, Sinti und Roma, die in unserem Land leben. Der Bericht soll sowohl die Thematik der fahrenden Lebensweise wie die Stand- und Durchgangsplatzproblematik als auch generell die Förderung der Kultur und Sprache dieser Minderheiten beleuchten.

Warum habe ich dieses Thema aufgegriffen, und warum möchte ich, dass wir uns damit vertiefter auseinandersetzen und dass wir einen Bericht erhalten? Ich war in Wil/SG während zwölf Jahren in der Exekutive und hatte in dieser Zeit viele Kontakte mit den Jenischen, die bei uns ihren Winterstandplatz haben. In unserer Gemeinde gibt es zwei Winterstandplätze. Sensibilisiert wurde ich schon früher, unter anderem auch durch die Aufarbeitung eines der dunklen Kapitel unserer Geschichte, jenes der Kinder der Landstrasse. Wir haben zudem in den Jahren 2014 und 2015 in den Medien sehr viel über die Problematik der Standplätze lesen können.

Die Situation für Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz ist nach wie vor schwierig. Einerseits gibt es die Problematik der fehlenden Standplätze, andererseits geht es um die Bildung und Ausbildung ihrer Kinder und um den Erhalt ihrer Kultur.

Der Bundesrat hat dies grundsätzlich erkannt und hat Handlungsfelder formuliert. In der Kulturbotschaft 2016-2020 führt er im Kapitel "Fahrende und jenische Minderheit" die Zielsetzungen und Massnahmen aus: Stärkung der Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende", Sensibilisierung von Behörden und Öffentlichkeit sowie Förderung der jenischen Kultur und Sprache. Die Anliegen der Sinti und Roma werden dabei aber nur am Rande erwähnt. Der Bundesrat hat 2014 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Jenischen, Sinti und Roma das Ziel einer Verbesserung der Rahmenbedingungen verfolgt. In der Folge spitzte sich die Frage nach den Stand- und Durchgangsplätzen für die fahrende Lebensweise zu, was 2014 die Dringlichkeit erhöhte, den Dialog aufzunehmen. 2014 und 2015 gab es, wie ich schon erwähnt habe, immer wieder Medienberichte über die Problematik fehlender Standplätze. In verschiedenen Gemeinden gab es dazu auch Vorlagen und ab und zu sogar Volksabstimmungen. Jenische, Sinti und Roma haben diese Problematik stark in die Öffentlichkeit getragen, sodass wir darüber lesen konnten.

Wir müssen uns der Minderheiten im eigenen Land annehmen. Zu diesen gehören die Menschen, die eine fahrende Lebensweise pflegen. Insgesamt gilt es, dieser Kultur auch genügend Raum zu geben. Der Bericht des Bundesrates soll aber nicht nur die im Vordergrund stehende Frage der Stand- und Durchgangsplätze, der Sozialfürsorge und des Bildungszugangs angehen, sondern generell die Förderung der Kultur von Jenischen, Sinti und Roma.

Wie der Bundesrat in der Kulturbotschaft selber ausführt, sind die Förderung von kultureller Vielfalt in der Gesellschaft und Respekt vor sprachlichen und kulturellen Minderheiten im eigenen Land von grosser Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er soll darum dem Parlament nach Beendigung der Arbeiten Bericht über die Resultate der Arbeitsgruppe erstatten.

Auf meine Nachfrage im zuständigen Amt habe ich gehört, dass diese Arbeiten sehr gut vorangekommen sind. Der Aktionsplan befindet sich zurzeit bei verschiedenen Ämtern in der Vernehmlassung. Er sollte im Laufe des Sommers fertiggestellt sein. Es ist also der richtige Moment, um dieses Postulat anzunehmen.

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates und ist bereit, Bericht zu erstatten. Ich bitte Sie um Annahme des Postulates. Ich glaube, es ist richtig, mit einem solchen Bericht auch unseren Respekt vor den Minderheiten im eigenen Land zu zeigen.

Markwalder Christa · P-F · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion

Präsidentin (Markwalder Christa, Präsidentin): Das Postulat Gysi wird von Herrn Tuena bekämpft.

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Wir stellen Ihnen zu diesem Postulat den Ablehnungsantrag. Die Postulantin will, wie vorhin gehört, einen Bericht über die Resultate und den Aktionsplan der Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von Jenischen, Sinti und Roma. Aus unserer Sicht ist ein solch teurer und aufwendiger Bericht nicht nötig. Wo kämen wir hin, wenn wir über jede in unserem Land lebende oder eingewanderte Minderheit vom Bundesrat einen separaten Bericht verlangen würden? Generell ist es zudem so, dass für Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende die Gemeinden zuständig sind. Dass das Finden von Standplätzen oftmals schwierig ist, liegt vielfach nicht nur an den Behörden.

Ich bitte Sie, unsere ablehnende Haltung zu besagtem Postulat zu unterstützen.

Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg

Au printemps 2014, il y a eu des actions de protestation, qui ont suscité diverses interventions parlementaires concernant la situation des Yéniches, des Sinti et des Roms. Dans sa réponse aux motions 14.3343 et 14.3370, le Conseil fédéral avait alors indiqué avoir institué un groupe du travail, placé sous la responsabilité du Département fédéral de l'intérieur. Ce groupe de travail, pour lequel un mandat a été fixé en 2014, a été chargé d'élaborer un plan d'action, montrant comment la situation de ces minorités pouvait être améliorée.

Ce groupe a commencé ses travaux au printemps 2015. Il est composé de représentants de tous les offices fédéraux concernés, ainsi que de délégués des cantons, de la Conférence suisse des directeurs cantonaux de l'instruction publique, de la Conférence des directrices et directeurs cantonaux des affaires sociales, de la Conférence des directrices et directeurs des départements cantonaux de justice et police, ainsi que de la Conférence suisse des directeurs cantonaux des travaux publics, de l'aménagement du territoire et de l'environnement; les conférences cantonales sont donc fortement impliquées dans les travaux. Monsieur Tuena, il y a aussi dans ce groupe des représentants des communes et des villes, de l'Association des communes suisses ainsi que de l'Union des villes suisses.

Le postulat demande que le rapport que ce groupe de travail va réaliser soit également soumis au Parlement. Ce rapport devrait évoquer non seulement les problèmes liés aux aires de séjour et de transit, mais aussi la question plus générale de l'encouragement de la culture et de la langue des différentes minorités. Les travaux ont eu lieu, huit séances ont été tenues au premier semestre 2015. Cela a permis de traiter les questions touchant aux aires de séjour, au transit, à la formation, à la culture, aux prestations sociales, les questions de la reconnaissance des Yéniches, des Sinti et des Roms. Cela a permis de dresser la liste des besoins, de discuter des solutions possibles.

Au cours du deuxième semestre 2015, le groupe de travail a élaboré une esquisse de plan d'action. Les discussions n'étaient pas simples, car il y a beaucoup d'acteurs concernés, et que c'est une question sensible. Mais il a été possible de trouver un consensus sur les objectifs et les mesures envisagées, et nous avons ainsi l'ambition que le groupe de travail adopte au cours de l'année 2016 un plan d'action.

Ces travaux avancent, ils sont en cours et le rapport sera bientôt disponible. Si le Parlement le souhaite, ce qu'il indiquerait en adoptant le postulat, nous sommes disposés à transmettre ce rapport au Parlement de manière à ce qu'un débat soit également possible sur ce sujet.

J'aimerais relever le fait que, régulièrement, le Conseil fédéral a souligné dans ses réponses à des interventions parlementaires la situation difficile des Yéniches et des Sinti en Suisse. Dans le message culture 2016-2020, des mesures ont été proposées pour améliorer la situation. Le Parlement a accepté les propositions de soutien et a approuvé l'augmentation des moyens financiers pour les mettre en oeuvre. Vous avez ainsi démontré la volonté d'améliorer la situation des Yéniches et des Sinti en Suisse.

Pour toutes ces raisons, le Conseil fédéral vous invite à accepter le postulat.

Abstimmung

Präsident (Stahl Jürg, erster Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates. Das Postulat wird von Herrn Tuena bekämpft.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 65 Stimmen

Dagegen ... 119 Stimmen

(3 Enthaltungen)