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Anpassung des Strafrechts

36989 · Amtliches Bulletin

Du 17 mars 2016

https://lexipedia.io/fr/docs/ch/ab-bo-bu/36989/de/anpassung-des-strafrechts

Consulté le 11 sept. 2026

  1. Documents
  2. Confédération
  3. Bulletin officiel
Source

Objet parlementaire: Modification du droit pénal (09.318)

09.318

Anpassung des Strafrechts

Verfahrensbeitrag

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Reimann Lukas, Egloff, Geissbühler, Nidegger, Rutz Gregor, Schwander, Tuena, Zanetti Claudio)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Reimann Lukas, Egloff, Geissbühler, Nidegger, Rutz Gregor, Schwander, Tuena, Zanetti Claudio)

Donner suite à l'initiative

Stahl Jürg · 1VP-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Präsident (Stahl Jürg, erster Vizepräsident): Sie haben einen Bericht der Kommission für Rechtsfragen vom 26. Februar 2016 erhalten. Die Kommission beantragt mit 13 zu 9 Stimmen, der Standesinitiative keine Folge zu geben. Eine Minderheit der Kommission beantragt, ihr Folge zu geben.

Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion

Am 30. Juni 2009 reichte der Kanton St. Gallen diese Standesinitiative ein. Hintergrund war die Strafrechtsrevision, die im Januar 2007 in Kraft getreten war. Der Kanton St. Gallen ersucht die Bundesversammlung in seiner Initiative um eine Revision des Strafrechts, insbesondere: erstens eine Einschränkung der Sanktionenvielfalt im Strafenkatalog zu erreichen; zweitens die Anwendbarkeit der Geldstrafen bei Gewalt- und Sexualdelikten auszuschliessen oder stark einzuschränken; drittens die Regelung zur Anwendung von kurzen unbedingten Freiheitsstrafen zu lockern; viertens die Möglichkeit der Rückversetzung von Tätern während der Probezeit einer bedingten Entlassung bei einer negativen Entwicklung auszuweiten, mit der Möglichkeit, entsprechende Sofortmassnahmen zu ergreifen; fünftens auf die Entfernung von Einträgen aus dem Strafregister zu verzichten.

Im Jahr 2011 sistierten beide Räte die Behandlung dieser Standesinitiative für mehr als ein Jahr. Grund für die Sistierung war, dass die Vorschläge des Bundesrates zur Revision des Sanktionenrechts im Strafgesetzbuch und im Militärstrafgesetz abgewartet werden sollten. Einige der Anliegen des Kantons St. Gallen - betreffend die Sanktionenvielfalt und die Wiedereinführung der kurzen Freiheitsstrafen - wurden bei dieser Revision berücksichtigt. So wurden auch die Bedingungen für die Verhängung von Bewährungsstrafen neu geregelt.

Aufgrund der verschiedenen Änderungen, die wir in den letzten Jahren im Strafrecht vorgenommen haben, ist eine generelle Harmonisierung der Strafrahmen notwendig. Der Bundesrat wird in Kürze eine Vorlage zur Änderung der besonderen Bestimmungen des Strafgesetzbuches unterbreiten, damit die Gerichte bei jeder Straftat einen ausreichenden Spielraum haben, um angemessene Strafen zu verhängen. Der generellen Forderung der Standesinitiative hinsichtlich der Einschränkung von Geldstrafen bei schweren Delikten sind wir mit der Revision des Sanktionenrechts im Jahr 2015 bereits nachgekommen, indem die Anwendbarkeit der Geldstrafe durch eine Kürzung von 360 auf höchstens 180 Tagessätze bereits eingeschränkt worden ist.

Das vierte Anliegen der Standesinitiative, die Zurückversetzung von Straftätern in die Haft während der Probezeit, wird im Rahmen der nächsten Revision der Strafprozessordnung geprüft, wozu der Bundesrat mit der Motion 14.3383 der RK-SR und der Motion Sommaruga Carlo 09.3443 vom April 2009 bereits verpflichtet wurde. Die Frage, wie lange Strafregistereinträge bestehen bleiben sollen, wurde in dieser Session bei der Beratung des neuen Bundesgesetzes über das Strafregister-Informationssystem Vostra behandelt, wobei die wesentlichen Forderungen der Standesinitiative aufgenommen wurden.

Der Ständerat hat am 15. Dezember 2015 aufgrund dieser Entwicklungen beschlossen, der Standesinitiative St. Gallen keine Folge zu geben. Eine Minderheit Ihrer Kommission beantragt, der Initiative Folge zu geben, weil verschiedene Anliegen noch nicht behandelt worden seien. Sie weist darauf hin, dass die Kommission in solchen Fällen schon häufig einer Initiative trotzdem noch Folge gegeben hat, um die weitere Entwicklung abzuwarten.

Ihre Kommission für Rechtsfragen hat diese Fragen beraten und am 26. Februar 2016 mit 13 zu 9 Stimmen beschlossen, der Initiative keine Folge zu geben.

Ich bitte Sie namens Ihrer Kommission, der Standesinitiative keine Folge zu geben.

Ruiz Rebecca Ana · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion

Réunie le 26 février 2016, la Commission des affaires juridiques a procédé à l'examen préalable de l'initiative du canton de Saint-Gall, déposée le 30 juin 2009.

Elle a décidé, par 13 voix contre 9, de ne pas y donner suite.

Par cette initiative, le canton de Saint-Gall souhaite modifier le Code pénal dans le but de limiter la diversité des sanctions, d'exclure les peines pécuniaires en cas d'infractions violentes et d'ordre sexuel, et d'assouplir l'application des peines privatives de liberté sans sursis et de courte durée.

En 2011, les deux conseils ont suspendu le traitement de cette initiative parlementaire pour plus d'un an, sur proposition de leurs Commissions des affaires juridiques respectives, dans l'attente des propositions du Conseil fédéral concernant la réforme du droit des sanctions. Les Chambres fédérales ont adopté cette réforme le 19 juin 2015 et, dans ce cadre, le Parlement a légiféré sur certaines des demandes du canton de Saint-Gall, tout d'abord, dans le domaine des différents types de peines à disposition ainsi que les conditions d'octroi du sursis.

En ce qui concerne la demande d'exclusion des peines pécuniaires en cas d'infractions violentes et d'ordre sexuel, il s'agit ici d'une question d'harmonisation des peines. Le Conseil fédéral proposera un projet de modification de la partie spéciale du Code pénal, dont l'objectif est précisément d'adapter les types de sanctions. Les infractions impliquant l'usage de la violence et les infractions d'ordre sexuel font partie de cet examen; à noter aussi que la révision du droit des sanctions du 19 juin dernier a déjà limité l'application des peines pécuniaires, puisque le nombre maximum de jours-amendes a été réduit de 360 à 180. Le Conseil fédéral devrait adopter un message sur l'harmonisation des peines au cours du premier semestre 2016. Ainsi, à brève échéance, le Parlement légiférera sur ce point.

En ce qui concerne la demande de la réintégration des condamnés contenue dans cette initiative, elle pourra, quant à elle, être examinée dans le cadre de la prochaine révision du Code de procédure pénale que le Conseil fédéral présentera au Parlement avant la fin 2018, sur la base de la motion 14.3383 de la Commission des affaires juridiques du Conseil des Etats déposée le 15 mai 2014.

Dans ce contexte, ce point devra explicitement être examiné selon la demande des Chambres fédérales, qui ont chargé le Conseil fédéral de le faire par le biais de la motion Sommaruga Carlo 09.3443, "Réintégration des condamnés".

Enfin, la durée des inscriptions au casier judiciaire est réglée en partie dans la loi fédérale sur le casier judiciaire, sur laquelle nous avons voté il y deux jours. La majorité de la commission constate ainsi que certaines demandes du canton de Saint-Gall ont été satisfaites et que d'autres sont en cours d'examen. Le Parlement sera saisi à brève échéance de projets législatifs sur les autres points soulevés par cette initiative cantonale.

La majorité de la commission estime donc qu'il n'y a pas besoin de légiférer. Une minorité de la commission propose, quant à elle, de donner suite à l'initiative cantonale car plusieurs des points soulevés n'ont pas encore été traités.

Au nom de la majorité de la commission, je vous invite à ne pas donner suite à cette initiative cantonale.

Reimann Lukas · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Die vorliegende Standesinitiative St. Gallen wurde im Kantonsrat von der FDP-Fraktion eingereicht, vom St. Galler Regierungsrat unterstützt und vom Kantonsrat St. Gallen sehr deutlich angenommen. Nach Rücksprache mit der FDP St. Gallen haben wir diesen Minderheitsantrag eingereicht. Die Initianten sind ebenfalls der Meinung, dass beim heutigen Stand der Revisionen des Strafrechtes nicht alle Ziele dieser Standesinitiative vollumfänglich erfüllt sind.

Was will die Initiative? Die Initiative umfasst folgende Punkte:

1. Sie möchte eine Einschränkung der Sanktionenvielfalt im Strafrecht erreichen. Das hat man zu einem kleinen Teil erreicht, die Sanktionenvielfalt im Schweizer Strafrecht ist aber beeindruckend, gerade, wenn man eine Rechtsvergleichung mit dem Ausland macht.

2. Sie verlangt, die Anwendbarkeit der Geldstrafe bei Gewalt- und Sexualdelikten auszuschliessen oder stark einzuschränken. Das ist teilweise erfüllt.

3. Sie verlangt, die Regelung der Anwendbarkeit von kurzen unbedingten Freiheitsstrafen zu lockern.

4. Sie verlangt, die Möglichkeit der Rückversetzung von Tätern während der Probezeit einer bedingten Entlassung bei einer negativen Entwicklung auszuweiten und die Vollzugsbehörde zu ermächtigen, die nötigen Sofortmassnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit zu treffen.

5. Sie verlangt, auf die Entfernung von Einträgen aus dem Strafregister zu verzichten. Auch das ist ein Gegenstand laufender Debatten.

Wenn nur ein Teil der Standesinitiative erfüllt ist, dann sollte man sie jetzt nicht abschreiben und einfach schauen, was kommt. Man sollte dieses Geschäft vielmehr so handhaben wie gehabt und die Initiative aufrechterhalten und schauen, wie sich die Dinge weiterentwickeln, und dann abschliessend darüber entscheiden.

Ich bitte Sie deshalb um Zustimmung zum Minderheitsantrag, speziell auch im Namen der FDP St. Gallen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 77 Stimmen

Dagegen ... 97 Stimmen

(4 Enthaltungen)