12.3577, 14.4307, 16.3657, 15.3770, 16.3222, 16.3870, 17.3571
Programme zur Steigerung der Energieeffizienz. Berücksichtigung des schweizerischen Arbeitsmarkts / Anbieter im öffentlichen Beschaffungswesen. Einhaltung der Lohngleichheit nachweisen / Lohngleichheit im Beschaffungswesen. Aber fair und korrekt / Armasuisse. Die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen soll auf regionaler Ebene erfolgen und auf die KMU ausgerichtet sein / Beschaffungskonferenz des Bundes. Eine Vertreterin oder ein Vertreter der italienischen Schweiz als ständiger Gast / Mindesttarife bei der Auftragsvergabe in der Bundesverwaltung aufheben / Beschaffung von Druck-Erzeugnissen nur in der Schweiz
Fournier Jean-René · 1VP-M · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion
Le président (Fournier Jean-René, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission sur les sept motions. Je vous propose de mener une discussion générale sur l'ensemble de ces motions.
Bischof Pirmin · Mit-M · Ständerat · Solothurn · CVP-Fraktion
Wir schaffen das! Mit diesem Votum spreche ich gleich zu allen Motionen. Ihre Kommission hat die Motionen am 1. November 2018 behandelt und beantragt Ihnen, sämtliche Motionen abzulehnen. Es sind Folgemotionen der BöB-Beratung, die wir soeben geführt haben. Die Begründung für die Ablehnung ist grundsätzlich, dass entweder das Anliegen mit der Revision erfüllt ist oder dass es wenigstens im Hauptpunkt erfüllt ist.
Ich gebe Ihnen noch die Abstimmungsresultate bekannt. Bei der Motion 12.3577 ist der Ablehnungsantrag einstimmig, bei der Motion 14.4307 erfolgt er mit 11 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung. Das gleiche Stimmenverhältnis haben wir bei der Motion 16.3657. Bei der Motion 15.3770 erfolgt der Ablehnungsantrag mit 5 zu 3 Stimmen bei 4 Enthaltungen. Bei der Motion 16.3222 erfolgt der Ablehnungsantrag einstimmig, bei der Motion 16.3870 mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen und bei der Motion 17.3571 mit 9 zu 0 Stimmen bei 4 Enthaltungen.
Zur Motion 17.3571 erlaube ich mir noch zwei Sätze, weil wir einen Einzelantrag Müller Damian haben, der die Annahme der Motion beantragt. Wie gesagt, wurde diese Motion in der Kommission mit 9 zu 0 Stimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt. Die Begründung liegt darin, dass die ausländischen und die inländischen Anbieterinnen grundsätzlich gleichbehandelt werden müssen, dass die Erfüllung der Motion einen schweren Verstoss dagegen darstellen würde und dass das entsprechende Volumen im Druckbereich, von dem wir sprechen, relativ gering ist. Wenn Sie die Jahre 2011 und 2012 betrachten, stellen Sie fest, dass in der Kategorie "Publikationen, Drucksachen und Informationsträger" nur etwa 5 bis 6 Prozent Auslandaufträge sind. In den letzten Jahren ist dieser Anteil noch weiter gesunken, im Jahre 2015 auf nur noch 2 Prozent.
Ich bitte Sie namens der Kommission, diese Motion abzulehnen.
Müller Damian · Mit-M · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Natürlich sind auch mir die bisherigen Stellungnahmen des Bundesrates zu ähnlichen Vorstössen bekannt, ebenso wie mir die Vereinbarung über das Submissionsrecht bekannt ist. Nun, wir wissen alle, dass man das Recht etwas enger oder eben etwas breiter auslegen kann, ohne das Recht damit zu verletzen. In diesem Sinne plädiere ich für die Annahme der Motion Müri 17.3571. Wenn ich diese Abstimmungsempfehlung an Sie richte, dann ist mir schon klar, dass ich damit keine rein liberale Position vertrete. Ich bin der Überzeugung, dass es berechtigte Argumente gibt, die Motion Müri zu unterstützen:
1. Es ist eben keine Ausnahme oder gar ein Sündenfall. Wir haben bereits für das Hotelgewerbe Bedingungen geschaffen, die es ihm ermöglichen, gegen ausländische Konkurrenz zu bestehen.
2. Wenn ich die Motion zum Druckgewerbe zur Annahme empfehle, ist das keine Aussage gegen einen Strukturwandel. Im Gegenteil: Es ist eine Aussage, dieses Gewerbe ein klein wenig zu unterstützen, damit es diesen Strukturwandel auch bewältigen kann. Wenn die Politik für etwas da ist, dann ist es sicher in erster Linie dafür, negative Auswirkungen des Wandels abzufedern oder, anders gesagt, den Wandel sozialverträglich zu machen. Wenn wir uns stets darauf berufen, gute Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft zu schaffen, dann gilt dies nicht nur für die Unternehmerseite. Gute Rahmenbedingungen haben auch einen positiven Effekt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie profitieren von anständigen Löhnen und guten Ausbildungsmöglichkeiten. Nur wer gut ausgebildet ist, kann den Strukturwandel auch entsprechend bewältigen.
3. Wieweit das Druckgewerbe es verpasst hat, sich den sich ändernden Bedingungen anzupassen, will ich überhaupt nicht beurteilen. Wenn ich aber sehe, dass dieses Gewerbe in die Berufsbildung investiert, damit dieses Gewerbe zukunftsfähig ist, dann bin ich schon sehr beeindruckt. Da reden wir nicht mehr von Polygrafen, sondern von Media Designern oder Medientechnologinnen. Für mich ist es von grosser Bedeutung, dass eben solche Berufsleute auch in der praktischen Arbeit aus- und auch weitergebildet werden, nicht nur - auch wenn ich deren Bedeutung nicht infrage stelle - an Kunstschulen. Das ist das, was ich unter dualem Bildungssystem verstehe.
Die Berufsbildung findet nur statt, wenn es Betriebe gibt, die bereit sind, die Kosten und Anstrengungen auf sich zu nehmen, um interessierte junge Leute auszubilden. Es sind immerhin rund 1000 Unternehmen, die 2000 junge Menschen ausbilden. Das soll man nicht nur loben, sondern auch unterstützen. Entsprechend sieht man dann auch, dass es uns gutgeht.
Ich bin überzeugt, dass wir gerade in Submissionsangelegenheiten den Interpretationsrahmen durchaus ein wenig strecken und den Spielraum etwas flexibler nutzen können, ohne gleich international abgestraft zu werden - andere Länder tun dies übrigens auch. Wenn der Bund seine Druckaufträge im Inland vergibt, so ist das, wie der Bundesrat ja selber argumentiert, nur ein kleiner Anteil am gesamten Druckaufkommen. Kollege Bischof hat dies bereits doppelt unterstrichen. Aber dieser Anteil vergrössert für den einen oder anderen Betrieb die Chance für die Zukunft und erhöht damit auch die Wahrscheinlichkeit, den Strukturwandel erfolgreich zu bestehen. Wir alle stehen in der Verantwortung.
Ich bitte Sie eindringlich, die Motion Müri zu unterstützen.
Hêche Claude · Mit-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Je vous invite à soutenir la proposition Müller Damian et à adopter la motion 17.3571, "Marchés publics. Confier les mandats d'impression exclusivement à des entreprises suisses".
Non seulement cette motion concerne l'Office fédéral des constructions et de la logistique, mais elle concerne aussi et surtout l'ensemble des entreprises qui sont propriété ou majoritairement propriété de la Confédération.
Le deuxième argument appelant à l'acceptation de la motion, qui se fonde notamment sur les informations qui nous ont été transmises, est que l'on peut constater que la très grande majorité des cantons et des communes achètent des produits imprimés pratiquement exclusivement dans notre pays, et qu'il est tout de même un peu paradoxal que la Confédération et, surtout, les entreprises propriété de la Confédération, s'approvisionnent en partie à l'étranger. Naturellement, on me répondra que tout le débat a été mené dans le cadre des travaux de révision de la loi sur les marchés publics, mais, comme il y a des divergences, il existe encore une possibilité d'inclure un article à ce sujet.
Il y a un autre élément sur lequel j'aimerais dire quelques mots. Si l'on veut limiter les appels d'offres internationaux, je crois qu'il faut travailler par lots. Il convient de réduire les montants afin de pouvoir procéder à des attributions soit par gré à gré ou alors sur invitation, c'est aussi une formule qui, véritablement, favoriserait les imprimeries suisses.
Le quatrième argument fait appel à la question des conditions de travail dans notre pays. On peut relever avec satisfaction, sur la base des informations qui nous été transmises notamment par le syndicat Syndicom, que de bonnes conditions de travail et de bons standards sociaux existent dans la branche et sont encouragés dans l'industrie graphique. Pour confirmer ces propos, il est à noter que les CCT ont été prolongés de trois ans, ce qui signifie que les partenaires sociaux se sont entendus. Ils méritent dès lors qu'on les prenne mieux en considération.
Le dernier élément à prendre en compte est le suivant. Travailler, dans le cadre du processus de soumission des mandats, par lots et avec de petits montants, eh bien cela aidera ou favorisera, dans une certaine mesure, les petites imprimeries, et notamment celles qui sont situées dans les régions périphériques.
En tenant compte de ces quelques éléments, je vous invite à adopter la motion Müri 17.3571 en approuvant la proposition Müller Damian.
Savary Géraldine · 2VP-F · Ständerat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
J'aimerais vraiment remercier Monsieur Damian Müller d'avoir fait cette proposition que je soutiens. Celles et ceux qui considéraient que la motion 17.3571 était intéressante y avaient renoncé et, au fond, de faire ce court débat avant de clore notre discussion me paraît très important.
Je considère que le métier d'imprimeur est toujours un beau métier, même si on estime qu'il n'y aura bientôt plus d'écrits et que tout se fera en ligne ou sur les réseaux sociaux. Mais l'impression est un des maillons les plus importants pour l'information. On parle souvent des journalistes, mais les typographes et les imprimeurs jouent un rôle absolument central dans cette chaîne de l'information. C'est un des maillons centraux de la connaissance. Messieurs qui avez sans doute écrit des thèses en droit ou qui avez des bibliothèques pleines de livres juridiques, vous savez à quel point l'écrit et l'imprimé sont importants. C'est évidemment un des chaînons absolument essentiels pour communiquer, non seulement pour nous, mais aussi pour la Confédération. J'ajoute aussi qu'en Suisse, on a une grande tradition dans les domaines de l'imprimerie, de la typographie, du graphisme, et qu'il serait dommage de laisser ce secteur si ce n'est disparaître, en tout cas s'affaiblir.
Cela a été rappelé, il y a dans ce secteur un très bon partenariat social; la convention collective de travail vient d'être renouvelée pour trois ans. Ce sont des entreprises formatrices, pourvoyeuses de places d'apprentissage.
Le corollaire de ces bonnes conditions de travail est le suivant: les produits de nos imprimeries sont 20 pour cent plus chers qu'à l'étranger, à savoir que ceux des imprimeries italiennes, françaises, allemandes ou d'autres pays européens. Donc si la Confédération, pour des raisons d'économies, commence à faire imprimer ses documents à l'étranger, c'est un mauvais exemple pour les autres collectivités publiques de Suisse dont les besoins représentent - ce chiffre n'a pas encore été évoqué - 25 pour cent du marché des imprimés en Suisse.
Donc si l'on veut donner le bon exemple, on doit accepter la motion 17.3571.
Je rappelle au final que Monsieur le conseiller fédéral Schneider Ammann, lorsqu'il était président de la Confédération, a fait prendre la photo officielle du Conseil fédéral dans une imprimerie. Il serait dommage que cette photo soit imprimée ailleurs qu'en Suisse alors qu'on cherche à valoriser les imprimeries de chez nous; il serait dommage que ce ne soit en fait qu'un simple décor.
Pour ces raisons, je vous invite à soutenir la proposition Müller Damian, soit à adopter la motion Müri, et puis on trouvera bien une solution au Conseil national s'il s'agit de faire une exception supplémentaire pour ce secteur qui, à mes yeux, mérite notre soutien et une certaine protection.
Wicki Hans · Mit-M · Ständerat · Nidwalden · FDP-Liberale Fraktion
Es scheint ja ein extrem wichtiges Thema zu sein, und ich möchte das also nicht noch in die Länge ziehen. Eines möchte ich hier aber schon noch erwähnen: Es geht nämlich nicht um die Frage, wie viel der Bund irgendwo im Ausland druckt, überhaupt nicht, sondern hier geht es wirklich darum, dass wir - da unterstütze ich das Votum von Kollege Damian Müller in allen Teilen - das Ausbildungs- und Arbeitsplatzpotenzial und auch das enorme Investitionspotenzial in der Schweiz etwas schützen. Wir haben uns heute des Öfteren darüber aufgeregt, dass Fenster in diesem Gebäude nicht in der Schweiz gekauft wurden. Ich frage Sie: Was machen Sie dann, wenn das erste Abstimmungsbüchlein in der Schweiz verteilt wird, das in Rumänien gedruckt wurde? Da können Sie ruhig darauf warten, das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit dieser Motion würden wir das etwas in die Länge ziehen. Solange unser Finanzminister noch da ist, geht es vielleicht noch, aber dann, in den nächsten zwei, drei Generationen, weiss man schon nicht mehr, was passiert.
Aus diesem Grund würde ich empfehlen, den Antrag Müller Damian zu unterstützen, die Motion 17.3571 anzunehmen.
Germann Hannes · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es wird Sie nicht überraschen: Ich schliesse mich den Argumenten meiner Vorredner an. Aber mit Blick auf die Uhr verzichte ich darauf, die Argumente zu wiederholen. Sie sind glaubwürdig und überzeugend dargelegt worden. Ich bitte um Zustimmung zum Antrag der Minderheit.
Maurer Ueli · VPBR-M · Bundesrat · Zürich
Ich bitte Sie wie Ihr Kommissionssprecher, alle Motionen abzulehnen.
Zur Motion Müri 17.3571: Ich liebe diese Diskussionen wirklich, weil es einfach unser Dilemma zeigt. Wir würden das so gerne bei uns in der Schweiz vergeben, mit den Arbeitsplätzen, mit den Ausbildungsplätzen, mit dem Steuersubstrat. Umgekehrt haben wir internationale Verpflichtungen, die es uns verunmöglichen, das einfach so zu machen. Wir haben das auszuschreiben, wenn der Auftrag einen gewissen Betrag überschreitet.
Jetzt haben Sie mit Ihrem Artikel 29 heute ja Hoffnung geweckt - unterschiedliche Preisniveaus in den Ländern, in welchen die Leistung erbracht wird. Da musste ich mich auch wehren, aber Sie haben das jetzt beschlossen, wie der Nationalrat auch. Ich denke, hier haben wir einfach die Herkulesaufgabe, das mit Faktoren möglichst so zu gestalten, dass wir Aufträge, wenn immer möglich, im Inland vergeben können. Vielleicht würde da helfen, dass wir ausschreiben, das dürfe nur auf Altpapier aus dem Kanton Luzern gedruckt werden. (Heiterkeit) Das wäre ja vielleicht ein Beispiel, ich weiss nicht, ob das geht.
Aber ich muss Sie trotzdem bitten, den Vorstoss nicht anzunehmen. Ich glaube, wir haben mit der Gesetzesberatung von vorhin Ihren Auftrag schon verstanden, dass wir solche Faktoren suchen, die es ermöglichen, Aufträge ohne Widerspruch zu internationalen Verpflichtungen in der Schweiz auszuschreiben. Wir haben auch darauf hingewiesen, dass es dann auch darum geht, das umzusetzen, dass man sowohl die öffentliche Hand befähigt, solche Kriterien zu erstellen, solche Kriterien in Ausschreibungen zu verpacken, als auch den Mut hat, das entsprechend zu tun.
Wenn Sie die Motion Müri annehmen, verstehe ich das als Signal, signalisiere Ihnen aber gleichzeitig, dass wir das so nicht umsetzen können. Bei aller Sympathie für den Vorstoss und für Herrn Müri: Wir haben diese internationalen Verpflichtungen, und Sie würden uns zwingen, internationale Verträge nicht einzuhalten. Ich erinnere Sie an die Abstimmung von vor zwei Wochen: Schweizer Recht geht nicht in jedem Fall vor internationalem Recht, das hat das Volk sogar so bestimmt. In diesem Dilemma leben wir und bewegen wir uns. Ich glaube, wir haben den Auftrag begriffen, aber nehmen Sie die Motion nicht an, Sie würden sonst den Entscheid der Volksabstimmung missachten.
Fournier Jean-René · 1VP-M · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion
12.3577, 14.4307, 16.3657, 15.3770, 16.3222, 16.3870
Le président (Fournier Jean-René, président): La commission propose de rejeter les motions. Le Conseil fédéral propose également le rejet des motions 16.3657, 15.3770 et 16.3870. Concernant les motions 12.3577, 14.4307 et 16.3222, le Conseil fédéral, contrairement à sa prise de position antérieure, déclare maintenant qu'il rejette ces motions, comme la commission le propose.
Abgelehnt - Rejeté
17.3571
Antrag der Kommission
Ablehnung der Motion
Antrag Müller Damian
Annahme der Motion
Proposition de la commission
Rejeter la motion
Proposition Müller Damian
Adopter la motion
Le président (Fournier Jean-René, président): Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 23 Stimmen
Dagegen ... 8 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Schluss der Sitzung um 20.00 Uhr
La séance est levée à 20 h 00