19.301
Durcissement des peines prévues au Livre 2, Titre 5, du Code pénal
Stöckli Hans · P-M · Conseil des Etats · Berne · Groupe socialiste
Antrag der Kommission
Der Initiative keine Folge geben
Antrag Chiesa
Der Initiative Folge geben
Proposition de la commission
Ne pas donner suite à l'initiative
Proposition Chiesa
Donner suite à l'initiative
Präsident (Stöckli Hans, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Rieder Beat · Mit-M · Conseil des Etats · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Die Standesinitiative des Kantons Tessin "Erhöhung des Strafmasses für Straftaten im Zweiten Buch, Fünften Titel des Schweizerischen Strafgesetzbuches" wurde am 29. Januar 2019 eingereicht. Der Kanton Tessin fordert in dieser Standesinitiative, dass für die Straftaten im Fünften Titel des Schweizerischen Strafgesetzbuches, also für strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität, die Strafrahmen erhöht werden sollen. Insbesondere sei erstens die Festlegung einer Mindesthaftstrafe nicht unter einem Jahr zu prüfen; dies vor dem Hintergrund, dass für die meisten strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität nur eine Mindestgeldstrafe vorgesehen ist. Zweitens sei die Erhöhung der Strafen auf mindestens zehn Jahre zu prüfen. In ihrer Begründung nahm diese Standesinitiative auch andere Anliegen auf. Insbesondere verlangte die Standesinitiative eine Präventionskampagne zur Bekämpfung der Pädophilie auf Bundesebene.
Nach Anhörung der Tessiner Kantonsvertreter empfiehlt Ihnen die Kommission für Rechtsfragen des Ständerates, dieser Standesinitiative aus folgenden Gründen keine Folge zu geben:
Wie Ihnen bekannt ist, wurde im Rahmen der Vorlage zur Harmonisierung der Strafrahmen und der Anpassung des Nebenstrafrechts an das neue Sanktionenrecht eine Aufspaltung der Vorlage entschieden. Den ersten Teil dieser Vorlage zur Strafrahmenharmonisierung haben Sie in der Sommersession dieses Jahres in der Bernexpo beraten; gegenwärtig wird diese Vorlage im Nationalrat weiterberaten. Der Ständerat hat auf Antrag unserer Kommission ebenso entschieden, die Delikte des Fünften Titels des Strafgesetzbuches aus dieser Vorlage herauszutrennen und in einer separaten Vorlage zu behandeln. Die Verwaltung ist gegenwärtig dabei, zuhanden der RK-S eine Vernehmlassungsvorlage zu erarbeiten. Die RK wurde von der Verwaltung über den Stand der Arbeiten informiert. Es wird so sein, dass diese Vorlage bereits an der nächsten Sitzung im Oktober 2020 erneut auf der Traktandenliste der RK-S ist. Wir werden uns über den Zwischenstand der Arbeiten informieren lassen. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Verwaltung doch recht belastet, und es ist damit zu rechnen, dass eine entsprechende Vernehmlassungsvorlage dann in der Januarsitzung unserer Kommission vorliegt und die Vernehmlassung eröffnet werden kann.
Sämtliche von der Standesinitiative des Kantons Tessin aufgeworfenen Anliegen werden in dieser zweiten Vorlage enthalten sein. Es wird zu prüfen sein, wie weit diese Anliegen der Standesinitiative aufgenommen werden können. Zumindest kann jetzt bereits festgehalten werden, dass ein Anliegen der Standesinitiative, die Festlegung einer Mindeststrafe von nicht unter einem Jahr für alle Delikte des Fünften Titels, völlig unsachgemäss wäre. Aber es sei klar festgehalten, dass die Standesinitiative bei der RK-S offene Türen einrennt und es aufgrund der in Bearbeitung stehenden Vorlage nicht opportun erscheint, dieser Standesinitiative Folge zu geben.
Ihre Kommission beantragt Ihnen mit 11 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung, der Standesinitiative keine Folge zu geben. Der Rat wird sich frühestens im Frühjahr 2021 mit den Problematiken der Mindeststrafen im Sexualstrafbereich befassen können.
Chiesa Marco · Mit-M · Conseil des Etats · Tessin · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Il mio cantone chiede alle Camere federali di rivedere il titolo quinto del Codice penale svizzero. Mi sembra ragionevole perché ritengo necessario valutare l'introduzione di una pena detentiva minima, allorquando si tratti di reati contro l'integrità sessuale. Questa pena, agli occhi dei rappresentanti del Ticino, non dovrebbe essere inferiore a un anno, considerato che per la maggior parte di questi reati è prevista unicamente una pena pecuniaria.
Gli autori dell'iniziativa cantonale chiedono inoltre di valutare l'inasprimento delle pene massime ad almeno dieci anni, perché attualmente i reati contro l'integrità sessuale prevedono pene massime differenziate che vanno dai tre ai cinque anni e solo nei casi di coazione sessuale e di violenza carnale si arriva a dieci anni.
Non vi nascondo che alcuni fatti di cronaca giudiziaria hanno portato sia i cittadini che i politici a riflettere sull'adeguatezza delle pene e degli strumenti a disposizione di inquirenti e magistrati per combattere il fenomeno della pedofilia. Oggi chi compie atti sessuali con fanciulli è condannato al massimo ad una pena detentiva di cinque anni, tre anni per atti sessuali con persone dipendenti e dieci anni per atti sessuali con persone incapaci di discernimento e inette a resistere, per coazione sessuale o violenza carnale. In questi ultimi due casi vi è una pena minima di tre anni per uso di arma o oggetto pericoloso. Per il resto, come detto, non sono previste pene detentive minime.
Le disposizioni del Codice penale in materia di reati contro l'integrità sessuale sono veramente proporzionate alla gravità del reato? Questa, a mio modo di vedere, è una domanda che dobbiamo porci. È scioccante dover prendere atto che molti sono i pedofili o presunti tali che purtroppo sfuggono alle maglie della giustizia, e questo per mancanza di prove, soprattutto nel caso in cui le vittime sono bambini di pochi anni. In questo senso sarebbe inoltre auspicabile che gli inquirenti disponessero di maggiori strumenti - supporto tecnico di psicologi e sessuologi - per poter riuscire ad assicurare alla giustizia il maggior numero di autori di questi orribili reati.
L'iniziativa del canton Ticino sui nostri banchi inoltre incoraggia - giustamente, lasciatemelo dire - l'idea di avviare, sia a livello cantonale che federale, una campagna di prevenzione per combattere la pedofilia. Di regola il pedofilo si muove sempre con le medesime modalità: dapprima cerca di assicurarsi la fiducia degli adulti che sono in relazione con la vittima, in seguito lavora sull'abbassamento del livello di inibizione della vittima, poi scarica sulla vittima la colpa di quanto avvenuto e infine minaccia la vittima stessa di ritorsioni. Inoltre, visto che la pedofilia è una malattia nel senso stretto del termine, occorre prevedere strumenti di intervento specifici che possano assicurare una cura competente, specifica e continuativa nel corso degli anni. In altre nazioni sono stati istituiti degli appositi gruppi di intervento.
Le richieste contenute nell'iniziativa del canton Ticino sono dunque senza dubbio sostenibili e appropriate. Per questo ritengo doveroso rimettere al vostro giudizio l'approvazione di questo messaggio, di questa iniziativa cantonale in provenienza dal sud delle Alpi.
Rieder Beat · Mit-M · Conseil des Etats · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Wenn mein Italienisch nicht ganz eingerostet ist, dann hat Herr Kollege Chiesa jetzt vor allem Straftaten im Bereich Pädophilie erwähnt. Aber im Fünften Titel des Schweizerischen Strafgesetzbuches gibt es natürlich nicht nur solche Delikte, sondern z. B. auch den Exhibitionismus. Wenn Sie jetzt mit dieser Keule einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auch auf diese Leute losgehen, dann wäre das wahrscheinlich eben doch ein Overkill. Das hat die Kommission erkannt. Ich glaube, dieser Rat wird sich über den Strafrahmen im Sexualstrafbereich eingehend in aller Breite bezüglich aller Delikte unterhalten können, auch bezüglich der Delikte, die Sie erwähnt haben. Ich finde es als Präsident der Kommission für Rechtsfragen daher nicht opportun, dass wir hier einer Standesinitiative Folge geben, obwohl wir das Geschäft bereits auf der Schiene haben.
Vote
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 6 Stimmen
Dagegen ... 29 Stimmen
(3 Enthaltungen)