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Zu hoher Einsatz von Antibiotika? Fehlanreize eliminieren
Hefti Thomas · 1VP-M · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion
Präsident (Hefti Thomas, erster Vizepräsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission und der Bundesrat beantragen, auch diese Motion abzulehnen.
Hegglin Peter · Mit-M · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Mit dieser Motion soll der zu hohe Einsatz von Antibiotika reduziert werden; Fehlanreize sollen ausgeschlossen werden.
Die Motion wurde am 29. November 2018 eingereicht. Der Nationalrat hat sie am 29. Oktober letzten Jahres mit 96 zu 78 Stimmen angenommen.
Obwohl die Motionärin eine positive Entwicklung und eine Abnahme des Verkaufs und Einsatzes von Antibiotika in der Tiermedizin erkennt, sieht sie weiteren Handlungsbedarf. So seien 2015 gemäss der Europäischen Arzneimittelagentur Schweizer Milchkühen mehr Antibiotika gespritzt worden als Kühen in anderen europäischen Ländern. Seither scheine der Schweizer Wert trotz der Massnahmen des Bundes nur minim gesunken zu sein. Der Schweizer Forscher Vincent Perreten habe gewisse gegen alle Antibiotika und selbst gegen Reserveantibiotika resistente Keime in der Milch von Schweizer Kühen gefunden. Diese Entwicklung zeige, dass bestimmte Bakterien aus den Eutern schon gegen Reserveantibiotika resistent seien. Veterinärmediziner und Branchenkenner würden von Fehlanreizen sprechen, welche den unnötigen Antibiotika-Einsatz fördern würden, so zum Beispiel von Boni-Zahlungen für Milch mit einer tiefen Zahl von Körperzellen der Kuh, von mengen- und preisabhängigen Margen für Tierärzte auf Medikamenten wie Antibiotika und dass sich der Griff nach Reserve-Antibiotika auch wirtschaftlich lohne. So begründete die Motionärin ihren Vorstoss.
Unsere Kommission hat an der Sitzung vom 1. September diese Motion geprüft. Sie unterstützt das Anliegen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, sieht die Motion aber als erfüllt an und lehnt sie deshalb wie auch der Bundesrat ab. Dies aus folgenden Gründen:
Der Bundesrat hat mit der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (Star) schon Massnahmen ergriffen, um solche falschen Anreizsysteme zu erkennen und nach Möglichkeit zu modifizieren. Für den Bundesrat ist es auch wichtig, dass alle Beteiligten einbezogen werden, nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Humanmedizin und der Umweltbereich. Wenn man die ersten Ergebnisse der Star-Bemühungen anschaut, kann man feststellen, dass der Einsatz von Antibiotika um über 50 Prozent, aktuell sogar um gegen 60 Prozent reduziert worden ist.
Dazu beigetragen haben eine Änderung der Tierarzneimittelverordnung, aber auch die Vorschrift, dass keine Abgaben von Antibiotika auf Vorrat mehr zulässig sind oder dass sämtliche Behandlungen in eine Datenbank eingetragen werden müssen. Somit besteht auch eine Übersicht.
Man ist hier, wie gesagt, unterwegs. Alle arbeiten zusammen. Erste Ziele lassen sich wirklich schon messen. Die Ergebnisse sind vorteilhaft. Deshalb meint die Kommission, dass die durch den Bundesrat eingeleiteten Massnahmen zielführend sind und keine weiteren Massnahmen notwendig sind und damit auch diese Motion in diesem Sinne nicht notwendig ist. Eine Minderheit von drei Kommissionsmitgliedern ist der Meinung, dass es noch weitere Massnahmen braucht und dass die eingeleiteten Massnahmen nicht genügen.
Die Kommissionsmehrheit beantragt Ihnen - der Entscheid fiel mit 8 zu 3 Stimmen -, die Motion abzulehnen.
Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Vous abordez maintenant la discussion autour de trois motions qui, d'une manière ou d'une autre, portent toutes sur la question de la résistance aux antibiotiques. En effet, cette question fait également l'objet des deux prochaines motions à l'ordre du jour. J'aimerais rappeler, en faisant une remarque générale sur les trois motions, que la problématique de la résistance croissante aux antibiotiques est un très gros sujet de préoccupation pour nous depuis longtemps. Nous menons cette discussion depuis longtemps, non seulement avec le Conseil fédéral, mais aussi sur le plan international, sachant que ce problème ne peut être réglé qu'avec une très bonne coordination au-delà de nos frontières.
Je vais vous inviter, au nom du Conseil fédéral, à rejeter les deux premières motions qui vous sont soumises - comme le fait, je crois, votre commission - et à accepter la troisième. Je vais vous dire brièvement pourquoi.
Nous estimons que les objectifs des deux premières motions, dont celle que vous traitez maintenant en particulier, sont en fait déjà remplis. Ce qui est demandé dans la présente motion, c'est de supprimer les incitations négatives. Nous avons déjà fait beaucoup de choses dans ce domaine. D'ailleurs, la vente d'antibiotiques a diminué de 54 pour cent entre 2010 et 2020. De plus, la vente des antibiotiques critiques a diminué de plus de moitié depuis 2015 dans le domaine vétérinaire.
Plusieurs raisons expliquent cette diminution. Une des raisons, c'est la stratégie Antibiorésistance Suisse, adoptée en 2015, qui prône le bon usage des antibiotiques dans la médecine vétérinaire et humaine. Deuxièmement, c'est l'interdiction de faire des stocks d'antibiotiques dits critiques. Il a fallu pour cela faire une révision de l'ordonnance sur les médicaments vétérinaires. Un autre élément qui va aussi dans cette direction concerne les rabais et les ristournes, qui, depuis début 2020, ne sont autorisés que s'ils n'influencent pas le choix du traitement. Par ailleurs, l'entrée en vigueur en 2019 du système d'information sur les antibiotiques en médecine vétérinaire permet d'enregistrer les prescriptions antibiotiques de chaque vétérinaire, de mieux cibler les mesures et de garantir une meilleure transparence sur l'utilisation des antibiotiques.
Nous estimons donc que l'objectif de la première motion a déjà été rempli. C'est la raison pour laquelle je vous invite, comme votre commission d'ailleurs, à la rejeter.
Hefti Thomas · 1VP-M · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion
Abgelehnt - Rejeté