20.3301
Optimierung der Informations- und Beratungstätigkeit für Frauen mit Problemschwangerschaften
von Siebenthal Erich · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Mit dieser Motion möchte ich den Bundesrat beauftragen, die Beratung von Frauen mit Problemschwangerschaften zu optimieren und zu verstärken. Leitgedanke des Vorstosses war, schwangere Frauen besser über schädliche Folgen einer Abtreibung zu informieren. Sehr viele Frauen leiden früher oder später darunter, ein Kind abgetrieben zu haben. Dieses Leiden könnte teilweise verhindert werden, wenn die Frauen ganzheitlich beraten würden.
In der Stellungnahme zur Motion führt der Bundesrat aus, dass er keinen Handlungsbedarf sehe. Die Regierung verweist auf ausreichende Leitlinien für Beratungsgespräche, die im Protokoll der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe definiert seien. Dieses Protokoll spricht aber in aller Klarheit von möglichen Kurz- und Langzeitkomplikationen im körperlichen und im seelischen Bereich, die nach einem Schwangerschaftsabbruch auftreten können. Das Protokoll erwähnt zudem, dass sich der Umgang mit Schuld und Schuldgefühlen verändern könne.
Es ist positiv, dass sich der Kenntnisstand der Landesregierung in dieser Sache seit 2019 leicht verbessert hat. In der Antwort auf meine Interpellation 19.3754 schrieb der Bundesrat nämlich noch, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsabbrüchen und späteren psychischen Problemen. Unsere Regierung stützte sich damals auf die heftig umkämpfte "Turnaway Study" der University of California. Die Studie war von Abtreibungsaktivisten durchgeführt worden und nach ihrer Publikation heftig unter Beschuss geraten.
In der Stellungnahme zur Motion anerkennt die Landesregierung durch den Hinweis auf das erwähnte Protokoll, dass es zu schmerzlichen Abtreibungsfolgen kommen kann. Der Bundesrat zeigt sich sogar fürsorglich und schreibt, schwangere Frauen hätten das Anrecht auf kostenlose Beratung und Unterstützung durch eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung.
Wer nun davon ausgeht, dass der Bundesrat seine Haltung geändert habe und sich nun bemühe, diesen Frauen zusätzliche Unterstützung zukommen zu lassen, sieht sich erneut getäuscht. Die Regierung hat nämlich die Führung der schweizerischen Schwangerschaftsberatungsstelle der Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz übertragen. Diese Organisation hat die Abtreibung unwillkommener Kinder ganz oben auf ihre Traktandenliste gesetzt. Diese Stiftung rühmt sich, akkreditiertes Mitglied der International Planned Parenthood Federation zu sein, der grössten Abtreibungsorganisation der Welt. Wie die Organisation Sexuelle Gesundheit Schweiz schwangere Frauen in Notsituationen berät, ist daher naheliegend. Das ungeborene Kind hat keinen überzeugten Sachwalter seines Rechts auf Leben, und die werdende Mutter bekommt nicht die umfassenden Informationen, die sie befähigen würden, eine bestmögliche Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen. Wenn der Bundesrat der Organisation Sexuelle Gesundheit Schweiz auch weiterhin die landesweite Beratung von schwangeren Frauen in Not anvertraut, stellt sich mir schon die Frage, welche Priorität dem ungeborenen Kind zukommt.
Unterstützen Sie daher meine Motion, damit die Beratung von Frauen mit Problemschwangerschaften wirklich verstärkt werden kann.
Berset Alain · VPBR-M · Bundesrat · Freiburg
La motion vise à améliorer les conseils apportés aux femmes dont la grossesse rencontre des difficultés, afin qu'elles connaissent les risques auxquels elles s'exposent en cas d'interruption de grossesse. Il faut le rappeler, une interruption de grossesse comporte bien sûr des risques pour la santé, même si une opération réalisée en toute sécurité sur le plan médical, associée à un conseil approfondi, permet de réduire ces risques.
Le droit suisse réglemente les interruptions de grossesse, il réglemente aussi les consultations. Par exemple, le médecin est punissable s'il ne s'entretient pas lui-même de manière consistante avec la femme enceinte et s'il ne l'informe pas des risques médicaux de l'intervention. Ces conseils sont dispensés aux femmes enceintes sur la base du protocole d'information de la Société suisse de gynécologie et d'obstétrique. Il porte bien sûr sur des questions médico-sanitaires, ainsi que sur les aspects psychosociaux. En plus du suivi médical qu'il doit assurer, le médecin peut également recommander une consultation psychosociale.
La loi fédérale sur les centres de consultation en matière de grossesse prévoit que les femmes enceintes ont droit dans tout le pays à une consultation gratuite et à des conseils. En comparaison avec d'autres pays européens, le taux d'interruption de grossesse est faible en Suisse. Cela s'explique probablement, partiellement au moins, par la qualité des soins de santé et par la qualité des conseils prévus et prodigués.
Le Conseil fédéral estime que les moyens à disposition permettent aux personnes concernées de prendre leur décision en toute connaissance de cause, en tenant compte bien sûr des risques pour la santé, et il considère donc qu'il n'est pas nécessaire de prendre d'autres mesures.
Abstimmung
Präsident (Nussbaumer Eric, zweiter Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 32 Stimmen
Dagegen ... 143 Stimmen
(11 Enthaltungen)