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Blinden Fleck beseitigen. Lehrstuhl für feministische Ökonomie schaffen!
Funiciello Tamara · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Con la presente mozione il Consiglio federale è incaricato di creare e/o finanziare una cattedra di economia femminista in Svizzera. A livello mondiale, il 70 per cento del lavoro svolto è costituito da prestazioni di assistenza e cura, quindi servizi domestici e assistenza a persone retribuite e non retribuite. Tuttavia questo immenso settore non viene quasi mai considerato nella teoria economica neoclassica affermatasi nelle nostre università. Dobbiamo aprire gli occhi sulle questioni economiche e macroeconomiche fondamentali in un settore chiave per la sopravvivenza della società.
Anche la crisi sanitaria che abbiamo vissuto negli ultimi anni ci mostra quanto sia importante a livello sociale il lavoro di assistenza e cura - pagato e non pagato - e quanto la situazione possa diventare problematica se non cambiamo rotta e continuiamo a nasconderci dietro la nostra ignoranza, invece di trovare risposte urgenti.
Vi sono importanti studi a livello internazionale di scienziate ed economiste femministe su tali questioni, e in particolare sul futuro finanziamento dell'economia assistenziale. Alcuni atenei cominciano ad agire. L'Università di Vienna, ad esempio, ha recentemente iniziato ad offrire seminari incentrati su questo settore economico in costante crescita. La Svizzera ha la possibilità quindi di fungere da apripista in questo settore che acquisterà sempre più importanza.
Feministische Ökonomie stützt sich auf die Beobachtung, dass Frauen und Männer etwa gleich viele Stunden arbeiten, Frauen jedoch über viel weniger Geld verfügen als Männer. Darüber hinaus wird ein grosser Teil ihrer Arbeit wirtschaftlich nicht abgebildet. Diese Ausgangslage führt dazu, dass Wirtschafts-, aber auch Sozialpolitik Frauen anders betrifft als Männer.
Frauen arbeiten über 80 Prozent ihrer Lebensarbeitszeit in Berufsfeldern, die mit Sorge- und Versorgungswirtschaft zu tun haben. Diese umfasst alle personenbezogenen und haushaltnahen Dienstleistungen, also alle unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten rund um die direkte Sorge für und die direkte Versorgung von Menschen. Sie trägt wesentlich zu Wohlstand und Lebensstandard in einer Gesellschaft bei. Deshalb ist sie auch nicht auf ein Frauenthema zu reduzieren. Sie ist relevant für die gesamte Gesellschaft und damit auch für die Politiken der Volkswirtschaft.
Diese Sorgearbeit funktioniert anders als z. B. Arbeit in der industriellen Güterproduktion oder im Bereich der Finanzdienstleistungen und wirft deshalb auch andere ökonomische Fragen auf. In Wirtschaftstheorien und der Wirtschaftspolitik kommt sie jedoch kaum vor. Der grosse Anteil der Arbeit von Frauen wird so faktisch aus dem, was als Wirtschaft zählt, ausgeschlossen, obwohl diese Arbeit zentral für unser Wohlergehen ist.
Diese Lücken im wirtschaftstheoretischen Diskurs und Denken haben weitreichende Konsequenzen für unsere Gesellschaft, für die wirtschaftliche Positionierung von Frauen sowie für die ökonomischen Theorien als Wissens- und Politikbereiche. Weil diese Lücken vorwiegend Frauen betreffen, sind sie eine zentrale Frage der feministischen Ökonomie. Aus diesen Lücken folgen Strategien, Ressourcenentwicklungen und Programme, die der Lebensrealität einer Mehrheit der Menschen nicht gerecht werden.
Ein Beispiel für die Dysfunktionalität wirtschaftspolitischer Massnahmen ist z. B. das Abrechnungssystem im Gesundheitswesen. Analog zur industriellen Güterproduktion sollen immer mehr Menschen in kürzerer Zeit in weniger, dafür grösseren Spitälern gepflegt werden. Dies stellt nicht nur eine grosse Belastung für die Pflegenden dar, sondern ist für die Pflege als Arbeit geradezu dysfunktional und stellt letztlich die Würde der Menschen infrage.
Wir müssen uns also fragen: Wie kann dieser für ein menschenwürdiges Leben unerlässliche Wirtschaftssektor zukünftig finanziert und seine Organisation nachhaltig implementiert werden, ohne dass er sich auf die finanzielle und zeitliche Ausbeutung von Frauen und anderen unterbezahlten Arbeitskräften verlassen muss? Diese Frage müssen wir klären, auch als Gesellschaft, und dafür brauchen wir wissenschaftliche Unterstützung. All die Arbeiten, all die Studien, über die wir heute in der Schweiz verfügen, basieren auf freiwilliger Arbeit, auf privaten Institutionen. Das kann eigentlich nicht sein! Auch die Politik hat diesbezüglich eine Aufgabe wahrzunehmen, es ist aber auch eine Aufgabe für die Wissenschaft.
Ich bitte Sie daher, die Annahme der Motion zu unterstützen und nicht auf das Argument einzugehen, das sei ein Problem, das die Universitäten selbst lösen müssten, und da sie es bis heute nicht gelöst hätten, solle man es doch sein lassen.
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
Le Conseil fédéral est conscient de la grande importance que revêt le travail dans le secteur de soins pour la société. Il a pris diverses mesures à cet égard. Citons par exemple la loi fédérale sur l'amélioration de la conciliation entre activité professionnelle et prise en charge de proches, qui est entrée en vigueur en juillet 2021. De plus, la conciliation de la vie familiale et de la vie professionnelle est une priorité de la stratégie Egalité 2030 de la Confédération.
L'économie féministe ne bénéficie en effet pas actuellement d'une chaire d'enseignement et de recherche qui lui est consacrée. Cependant, les hautes écoles traitent des divers aspects du travail dans le secteur de soins. Par exemple, le Centre interdisciplinaire pour les études genre de l'Université de Berne et le Centre d'études sur le genre de l'Université de Bâle incluent le travail dans le secteur des soins dans leurs recherches et leur enseignement. En outre, le Fonds national suisse a soutenu des projets en lien avec le travail dans le secteur des soins, notamment le programme national de recherche PNR 60 "Egalité entre hommes et femmes".
La Confédération soutient les hautes écoles dans le cadre de la loi sur l'encouragement et la coordination des hautes écoles. L'égalité et l'équité des chances ont été définies comme des thèmes prioritaires dans le cadre des projets financés conjointement par la Confédération et les cantons. Un projet est en cours, et la thématique sera poursuivie dans la prochaine période FRI 2025 à 2028.
Rappelons enfin que les hautes écoles sont autonomes dans la définition de l'enseignement et de la recherche. A ce titre, la création d'une chaire de macroéconomie féministe relève de la décision des hautes écoles.
Pour toutes les raisons évoquées, le Conseil fédéral propose de rejeter la motion.
Funiciello Tamara · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Geschätzter Herr Bundesrat, meine Frage ist: Jetzt habe ich bei Ihren Antworten vor allem eine Defizitorientierung gehört, dass es also beim Thema Care-Arbeit vor allem um Gleichheit zwischen Männern und Frauen geht. Was aber nicht in Betracht gezogen wird, ist eigentlich, dass Care-Arbeit eine wichtige Ressource unserer Gesellschaft ist. Wenn wir unsere Gesellschaft mehr auf die Care-Arbeit stützen würden statt auf die Produktion von Gütern, die wir nicht brauchen, dann wäre das eigentlich besser für die gesamte Gesellschaft. Ich frage mich bei all dem, was Sie zitiert haben: Wo kommt dieser Punkt vor? Wo wird Care-Arbeit als Ressource analysiert und als wichtige Stütze untersucht?
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
Je vous remercie pour votre question Madame la conseillère nationale Funiciello. Je crois qu'il n'est pas facile d'y donner une réponse.
C'est dans le cadre des discussions de la Conférence suisse des hautes écoles et directement avec les milieux intéressés que nous devons faire des efforts pour que ces problèmes, que nous connaissons aujourd'hui - je l'ai reconnu dans mon intervention au nom du Conseil fédéral -, diminuent encore, mais ce n'est pas en imposant au Conseil fédéral des directives. On l'a vu, chaque fois que le Conseil fédéral a été soupçonné de souhaiter dire quelque chose dans le cadre des programmes d'études, c'est tout juste si on ne l'a pas accusé de vouloir mettre une "Maulkorb". Je pense que ce n'est pas le but.
Abstimmung
Präsident (Nussbaumer Eric, zweiter Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 64 Stimmen
Dagegen ... 119 Stimmen
(1 Enthaltung)