23.3227
Die Schweizer Metropolitanregionen und Wirtschaftszentren brauchen Entwicklungsperspektiven und die grenzüberschreitende Vernetzung
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Graf Maya · Mit-F · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion
Der Bundesrat wird mit meinem Postulat beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie er die Entwicklungsdynamik der Schweizer Metropolitanregionen und Wirtschaftszentren durch die Teilnahme an europäischen Projekt- und Programmpartnerschaften optimal unterstützen kann. Dabei geht es konkret um Initiativen und Programme, die grenzüberschreitende Themen behandeln und die Zusammenarbeit zwischen der EU und Drittstaaten fördern und/oder sie bei der Entwicklung von lokalen und regionalen Gebietskörperschaften unterstützen.
Schweizer Metropolitanregionen sind ja in Interreg-Programmen wie Espon und Urbact bereits sehr aktiv, die Binnenmarktprogramme stehen der Schweiz aber aufgrund der blockierten Verhandlungssituation mit der EU nicht offen. Daher wird der Bundesrat mit diesem Postulat angefragt, wie er die Vernetzung und die Zusammenarbeit in Initiativen konkret fördern kann, an denen die Schweiz auch ohne Abkommen teilnehmen könnte. Das soll ganz unabhängig vom aktuellen Stand der Verhandlungen mit der EU geschehen.
Es ist daher unverständlich, und ich finde es auch eine verpasste Chance, dass der Bundesrat das Postulat einfach ablehnt. Klar engagiert er sich bereits heute in den genannten Programmen. Das ist auch äusserst wichtig, es reicht aber nicht. Es muss gestaltet werden, es müssen zusammen mit den Metropolitanregionen Perspektiven für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit entwickelt werden; dies gerade auch, da wir heute wissen, dass ein Verhandlungsmandat mit der EU weiter in die Ferne rückt und die negativen Folgen dieser ungeregelten Beziehungen mit der EU zunehmen. Davon sind besonders die Metropolitanregionen betroffen, besonders auch mit der Nichtassoziierung an EU-Programme wie Horizon Europe oder auch Erasmus plus. Wir haben gerade die Medienmitteilung der Hochschulen erhalten, die nach zwei Jahren der Nichtassoziierung an die EU-Programme Horizon Europe und Erasmus plus eine negative Bilanz ziehen und uns alle auffordern, dass wir uns hier weiter engagieren, um wieder mitmachen zu können, aber eben auch, um andere Partnerschaften zu stärken.
Genau das möchte das Postulat machen. Hier geht es auch um den rechtlichen Rahmen für wichtige Kooperationen wie zum Beispiel Elena, das europäische Finanzierungsinstrument für nachhaltige Energieprojekte von Städten und Regionen, für einen Übergang zu einer nachhaltigen europäischen Energieversorgung. Es ist ja absehbar, dass die entsprechenden Abkommen nicht erneuert werden können.
Die regionale grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat sich aber in der Vergangenheit als sehr stabil und wertvoll erwiesen. Das zeigen auch Beispiele in der Nordwestschweiz. Es ist vom Bundesrat daher unbedingt zu prüfen, welche konkreten Projektpartnerschaften mit Blick auf die Wachstums- und Entwicklungsperspektive der Schweizer Metropolitanregionen auf Bundesebene gefördert werden können und wie die Vernetzung für Schweizer Metropolitanregionen zusammen mit Privaten und Institutionen in den nächsten Jahren erleichtert werden kann.
Hier bin ich, wie gesagt, enttäuscht von der Stellungnahme des Bundesrates, weil er beim letzten Punkt beispielsweise nicht gesagt hat, wie er vorgehen möchte. Es fehlt ein Pfad, den er aktiv und vorausschauend beschreiten möchte, besonders eben auch bei den Programmen, die durch das fehlende Rahmenabkommen bis auf Weiteres blockiert bleiben, die aber für die Regionen wichtig sind. Das betrifft eben gerade auch den Gesundheitsbereich; die Energieversorgung habe ich erwähnt. Der Bundesrat gibt leider auch keine Hinweise auf neue Vernetzungsmöglichkeiten, die uns in Zukunft regional grenzüberschreitend weiterbringen könnten.
Ich bitte Sie daher, diesem Postulat zuzustimmen, damit wir dem Bundesrat auch den Auftrag geben können, dass er in diesem Bereich, der gerade die Metropolitanregionen stärkt und besser vernetzt, Flankenschutz gibt und diesen Regionen hilft, diese Erleichterungen zu ermöglichen und an diesen Programmen teilzunehmen.
Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion
Ich möchte mich zugunsten des Postulates aussprechen, und zwar aufgrund der Erfahrung, die ich als Zuger Regierungsrat zusammen mit vielen anderen Kollegen, die heute auch im Rat sind, gemacht habe. Wir waren vor fast fünfzehn Jahren Mitgründer des Metropolitanraums Zürich: die Kantone Zürich, Thurgau, Aargau, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Zug, Luzern sowie 110 Städte und Gemeinden.
Die Gründung des Metropolitanraums Zürich geht auch auf Initiativen des Bundes zurück. Ein paar Jahre zuvor definierte das ARE eine neue Raumkategorie, den Metropolitanraum, und begrüsste, initiierte und unterstützte es, dass sich solche Räume über die kommunalen und kantonalen Ebenen hinaus bilden - nicht als neue institutionelle Kategorie, aber als Zusammenarbeitsräume -, im Wissen, dass wir die politgeografischen Grenzen überwinden müssen. Das hat gut geklappt, aber da und dort gibt es eben Grenzen, vor allem wenn es um das Ausland geht.
Hier finde ich es schon gut, wenn der Bundesrat im Sinne des Postulates den Wert der von ihm initiierten Zusammenarbeit aufzeigt, und zwar in ganz verschiedener Hinsicht. Es wurden Beispiele aus dem Bereich Gesundheit und Kultur genannt, es gibt auch Beispiele aus dem gesellschaftlichen und ökonomischen Bereich. Wir wissen heute, dass der Standortwettbewerb weniger zwischen Kantonen oder Nationen spielt und mehr zwischen Metropolitanräumen. Es gibt den Raum Stuttgart, den Raum Milano, das "bassin lémanique", den Raum Zürich usw. Nur schon um den Wert der Kategorie des Metropolitanraums aufzuzeigen, die weit mehr als eine raumplanerische Kategorie ist, und um Chancen für die Zukunft zu ermöglichen, lohnt es sich meiner Meinung nach, das Postulat anzunehmen.
In diesem Sinne bitte ich Sie, auch aufgrund der guten Erfahrung mit dem Metropolitanraum Zürich, dieses Postulat zu unterstützen.
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
La coopération transfrontalière, évoquée dans le postulat, dans le cadre d'Interreg, d'Espon et d'Urbact est un instrument important qui contribue à renforcer la compétitivité internationale des régions suisses.
La participation suisse à Interreg se fait dans le cadre de la Nouvelle politique régionale. La Confédération soutient, en collaboration avec les cantons, des projets concrets avec des partenaires dans les Etats membres de l'Union européenne, afin de renforcer la compétitivité et d'augmenter la valeur ajoutée régionale et transfrontalière. La coopération dans le cadre d'Interreg est un exemple positif de coopération avec l'Union européenne, les régions frontalières suisses et les régions voisines à l'étranger. A titre informatif, dans le cadre de la participation suisse à Interreg, plus de 1000 projets, incluant des projets dans les régions métropolitaines, ont été soutenus au cours des trente dernières années. De plus, les partenaires suisses sont également associés aux autres programmes cités dans le postulat.
Dans le postulat, est cité le Réseau Entreprise Europe. Depuis 2008, la Suisse y participe en tant que partenaire internationale. C'est un réseau qui offre gratuitement des services d'internationalisation. Il s'adresse en particulier aux start-up et aux PME. Le consortium suisse du Réseau Entreprise Europe se concentre sur la mise en place de partenariats pour des projets de recherche, d'innovation, de technologie et d'affaires. Il est composé d'Innosuisse, de Switzerland Global Enterprise et d'Euresearch. Ce programme représente l'un des réseaux internationaux les plus importants pour la Suisse dans le domaine de la coopération en matière d'innovation. Surtout, il permet aux acteurs suisses d'accéder à des partenaires dans plus de 50 pays. La Suisse est d'ailleurs reconnue pour être un partenaire très actif et a une excellente réputation au sein du réseau.
La participation à ce réseau et les activités qui y sont liées sont directement financées par la Suisse à travers les lignes budgétaires soit d'Innosuisse soit de Switzerland Global Enterprise. Le modèle de financement ne change pas, même en cas d'association au programme Horizon Europe, car le Réseau Entreprise Europe fait partie du programme Single Market. Cependant, la non-association à Horizon Europe nuit au positionnement de la Suisse dans le réseau, car les préoccupations et les intérêts suisses sont traités avec une moindre priorité.
Concernant Europe Créative, vous savez que nous ne participons pas à ce programme de l'Union européenne pour la période 2021-2027. L'alignement exigé sur la directive "Services de médias audiovisuels" et l'interruption des négociations sur l'accord institutionnel font obstacle, du point de vue de l'Union européenne, à l'association de la Suisse. Depuis 2014, des mesures nationales de substitution dans le domaine du cinéma permettent un tant soit peu d'atténuer les effets de cette non-participation de la Suisse au volet Media du programme Europe Créative.
Concernant le programme de l'Union européenne pour la santé 2021-2027, "EU4Health", la Suisse cherche à conclure un accord bilatéral sur la coopération en matière de santé publique. Cet accord est d'ailleurs une condition sine qua non pour participer au programme pluriannuel de l'Union européenne en matière de santé. Ce programme couvre la période 2021-2027, et l'accord en matière de santé publique s'inscrit dans l'approche sectorielle adoptée par le Conseil fédéral en février 2022 qui fait actuellement l'objet de discussions exploratoires.
Concernant Digital-Europe, l'association de la Suisse au paquet Horizon incluant le programme pour une Europe numérique reste l'objectif déclaré du Conseil fédéral. D'ici là, je ne vais pas refaire toute l'exégèse de la situation, mais des mesures transitoires ont été mises en place pour remédier aux restrictions d'accès. On parle avant tout des appels à proposition et des financements de l'Union européenne. Le but des mesures transitoires est d'essayer de rester à la pointe dans les domaines technologiques stratégiques. On pense ici au calcul à haute performance et aux technologies des semi-conducteurs.
Concernant, finalement, le programme en faveur du trafic d'agglomération, la Confédération soutient des projets transfrontaliers et des projets menés dans les pays voisins, pour autant qu'ils présentent une grande utilité pour la Suisse. Pour de grandes agglomérations comme Bâle ou Genève, les projets d'agglomération représentent un instrument important pour la coopération transfrontalière.
Vous le voyez, nous participons à de nombreux programmes visant à favoriser la dynamique de développement des régions métropolitaines, des centres économiques de notre pays. L'aspect transfrontalier n'est pas négligé. Du point de vue du Conseil fédéral, il n'est pas nécessaire de rédiger un rapport supplémentaire sur le sujet.
Nous vous proposons d'en rester là et de rejeter le postulat.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 28 Stimmen
Dagegen ... 10 Stimmen
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