23.3672
Lutter contre la pénurie de logements grâce à la densification et à la construction de logements d'utilité publique
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
Antrag der Kommission
Ablehnung der Motion
Antrag Flach
Rückweisung an die Kommission
mit dem Auftrag, bis zur Wintersession 2024 zu prüfen, ob vom "Runden Tisch Wohnungsknappheit" im Bereich des Motionstextes Massnahmen vorliegen, und ansonsten den Text der Motion so anzupassen, dass sie entsprechend der Bundeskompetenzen effektive Massnahmen im Bereich der Verdichtung und dem gemeinnützigen Wohnungsbau vorschlägt.
Schriftliche Begründung
Der Bundesrat hatte in seiner Antwort auf die Motion auf den von ihm einberufenen "Runden Tisch Wohnungsknappheit" hingewiesen, wo im Rahmen der Erarbeitung eines Aktionsprogramms, insbesondere zusammen mit den Kantonen, Städten und Gemeinden, die zur Erreichung der angestrebten Ziele geeignetsten und wirkungsvollsten Massnahmen eruiert würden. Diesen Ergebnissen wolle er nicht vorgreifen. Mittlerweile ist der Aktionsplan bekannt, und die Kommission kann vor diesem Hintergrund die Motion nochmals prüfen und gesetzgeberischen Handlungsbedarf erneut prüfen.
Proposition de la commission
Rejeter la motion
Proposition Flach
Renvoi à la commission
avec mandat d'examiner, d'ici à la session d'hiver 2024, si la table ronde consacrée à la pénurie de logements a donné lieu à des mesures concernant les thématiques de la motion. Dans la négative, la commission adaptera le texte de l'intervention de telle sorte que celle-ci propose, conformément aux compétences de la Confédération, des mesures efficaces dans le domaine de la densification et de la construction de logements d'utilité publique.
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Bulliard-Marbach Christine · Mit-F · Conseil national · Fribourg · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
La motion Michel 23.3672 s'attaque à un problème actuel qui s'est aggravé au cours des deux dernières années: la pénurie de logements. En de nombreux endroits, le taux de logements vacants est très bas. Il atteint même des records dans certaines villes. L'augmentation des prix des logements affecte donc de nombreuses régions. C'est un fait, et cela a des conséquences pour une importante partie de la population. Bien que la situation ne soit pas la même dans tous les cantons, à cela s'ajoute le fait que, actuellement, l'on construit moins de nouveaux logements que par le passé.
Dans ce contexte, votre Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie s'est penchée sur la motion du conseiller aux Etats Michel Matthias, qui demande au Conseil fédéral d'accorder aux cantons une plus grande marge de manoeuvre en matière d'aménagement du territoire pour les constructions densifiées. La commission a rejeté la motion par 17 voix contre 8.
L'élément déterminant de cette recommandation est que les bases légales en vigueur sont suffisantes pour que les cantons puissent agir de leur propre chef et définir dans leur plan directeur des zones destinées à la densification des constructions. L'aménagement du territoire est peut-être un facteur contribuant à la pénurie de logements dans certains cantons. Mais il existe une série d'autres raisons qui ont conduit à cette situation de pénurie de logements, à commencer par la croissance démographique. Une autre raison pour laquelle la motion a été rejetée est que la densification est liée à la construction de logements d'utilité publique. En effet, la construction de logements d'utilité publique est clairement l'affaire des cantons, des villes et des communes. Aujourd'hui, onze cantons ont déjà des directives en faveur de la construction densifiée dans les zones d'habitation. Celles-ci comprennent un encouragement à construire des logements d'utilité publique.
En outre, la majorité de la commission reconnaît que le Conseil fédéral est déjà intervenu sur le thème de la pénurie de logements. Avec la table ronde sur la pénurie de logements, le conseiller fédéral Guy Parmelin a réuni les acteurs concernés et présenté un plan d'action. Ce plan comprend à la fois des mesures visant à faciliter le développement vers l'intérieur et des mesures visant à avoir suffisamment de logements à prix modéré.
Lors de la session d'automne, les représentants et représentantes des cantons au Conseil des Etats ont accepté cette demande par 20 voix contre 10.
Même si la pénurie de logements est un sujet urgent, la majorité de la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie du Conseil national estime que la présente motion n'est pas le moyen approprié pour agir politiquement dans ce domaine. Cette opinion est partagée par le Conseil fédéral, qui recommande de rejeter la motion.
Au nom de votre commission, je vous propose donc aussi de rejeter la motion 23.3672.
Strupler Manuel · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Gerne teile ich Ihnen die Haltung Ihrer Kommission zur Motion Michel Matthias mit. Diese verlangt vom Bundesrat eine Gesetzesänderung und Massnahmen, um die Verdichtung der Siedlungstätigkeit nach innen in Kombination mit dem gemeinnützigen Wohnungsbau voranzutreiben und so bei der Bevölkerung für mehr Akzeptanz in Bezug auf Innenverdichtung zu sorgen.
Die Kommission steht den Massnahmen zur Förderung der Innenentwicklung durchaus offen gegenüber. Sie stellt auch fest, dass in verschiedenen Siedlungsgebieten das Wohnungsangebot knapp ist und teilweise Handlungsbedarf besteht, um die Situation zu verbessern. Sie findet aber mehrheitlich, dass dafür in erster Linie die Kantone und die Gemeinden zuständig sind, da diese auch den Bedarf und die geeigneten Massnahmen am besten beurteilen können. Mit der ersten Etappe der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes (RPG I) wurden in Artikel 8a Vorgaben für die Richtplaninhalte im Bereich Siedlung festgehalten. Die Kantone müssen in ihren Richtplänen Anforderungen an die Siedlungsentwicklung nach innen und an die Siedlungserneuerung stellen. Dazu können Mindestanforderungen zur Siedlungsverdichtung oder Ziele und Massnahmen zur Sicherstellung eines Wohnraumangebots für alle - für alle! - Bedürfnisse festgelegt werden. Konkret beurteilt der Bund bei der Genehmigung der Richtpläne auch, ob Kantone, in denen aufgrund eines knappen Wohnungsangebots Handlungsbedarf besteht, in den Richtplänen Ziele und Massnahmen bezüglich der Förderung von preisgünstigem Wohnungsbau festlegen.
Ihre Kommission kommt deshalb mehrheitlich zum Schluss, dass, wie ausgeführt, das geltende Recht bereits eine ausreichende Grundlage bietet, um im Richtplan konkrete Massnahmen festzulegen, um die Siedlungsentwicklung nach innen zu fördern und einem knappen Wohnungsangebot entgegenzuwirken. Ausserdem ist die Kommission der Auffassung, dass die in der Motion geforderten Gesetzesänderungen zu spezifisch sind. Insbesondere die Verknüpfung der Verdichtung der Siedlungstätigkeit nach innen mit dem gemeinnützigen Wohnungsbau lehnt die Kommission mehrheitlich ab. Den Kantonen muss der notwendige Spielraum zur Verfügung stehen, damit sie zielgerichtete Massnahmen für die Umsetzung ergreifen können.
Ausserdem verweist die Kommission auf die laufenden Arbeiten am runden Tisch zur Wohnungsknappheit. Die Verwaltung hat zur Ausführung angekündigt, dass dazu in der nächsten Zeit konkrete Ergebnisse zu erwarten sind. In der Kommission wurde auch aus diesem Grund kritisch diskutiert, ob die Motion deshalb zu sistieren ist und die Ergebnisse vom runden Tisch abzuwarten sind. Dieses Vorgehen lehnte die Kommission knapp ab.
Die Kommission anerkennt, wie erwähnt, den Handlungsbedarf, aber eher auf kantonaler denn auf nationaler Ebene. Deshalb lehnte sie schlussendlich die Motion aus den schon genannten Gründen ab, dies mit 17 zu 8 Stimmen.
In der Diskussion zu dieser Motion wurde von Kommissionsmitgliedern immer wieder gefragt, weshalb der Ständerat diese Motion angenommen hat und somit in die Zuständigkeiten der Kantone eingreifen möchte. Die Feststellung eines Mitglieds der Kommission, dass die Abstimmung im Ständerat gerade vor den Wahlen stattfand, dass vierzehn Ständeräte nicht an der Abstimmung teilgenommen hatten und dass einige Ständeräte gedanklich vielleicht schon am traditionellen Stöckli-Ausflug waren, der am selben Tag stattfand, lasse ich jetzt einmal so im Raum stehen.
Ich bitte Sie im Namen Ihrer Kommission, dem Antrag des Bundesrates zu folgen und die Motion abzulehnen.
Badran Jacqueline · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Kollege Strupler, Sie sagen, das sei keine Bundesaufgabe. Sie wissen schon, dass die Expansion des gemeinnützigen Wohnungsbaus explizit als Aufgabe in unserer Bundesverfassung steht. Wieso sagen Sie hier nicht deutsch und deutlich, dass Sie einfach den gemeinnützigen Wohnungsbau nicht mögen?
Strupler Manuel · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Vielen Dank für die Frage. Ich habe es gesagt, es wurde in der Kommission intensiv diskutiert. Die Kommission war mehrheitlich gegen die Motion, auch weil sie von der Verwaltung ausgeführt bekam, dass die Instrumente zur Förderung dieser Innenverdichtung schon bestehen. Die Kommission war mehrheitlich klar der Meinung, dass sie die Innenverdichtung nicht explizit für den sozialen Wohnungsbau fördern möchte.
Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne
Die Motion beabsichtigt, die Verdichtung und den gemeinnützigen Wohnungsbau voranzutreiben. Dazu soll der Bundesrat beauftragt werden, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, welche die Kantone dazu verpflichten, in ihren Richtplänen entsprechende Gebiete und Zonen zu bezeichnen.
Der Bundesrat teilt das Ziel des Motionärs, die Innenentwicklung soll gefördert werden. Ebenso wichtig ist es, dass die sich abzeichnende Wohnungsknappheit mit geeigneten Massnahmen bekämpft wird. Der Bundesrat empfiehlt Ihnen trotzdem, die Motion abzulehnen. Dafür gibt es drei Gründe:
1. Der Aktionsplan gegen die Wohnungsknappheit: Der letztes Jahr von Herrn Bundesrat Parmelin eingesetzte runde Tisch hat sich am 13. Februar auf einen Aktionsplan gegen die Wohnungsknappheit verständigt. Bund, Kantone, Städte, Gemeinden und die Bau- und Immobilienwirtschaft empfehlen darin 35 Massnahmen. Dazu gehören auch Massnahmen zur Erleichterung und Stärkung der Innenentwicklung und zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum.
2. Das Raumplanungsgesetz genügt. Bereits heute werden Verdichtung und preisgünstiger Wohnungsbau über den kantonalen Richtplan gefördert. Seit dem Inkrafttreten des revidierten RPG am 1. Mai 2014 müssen die Kantone in ihren Richtplänen die Innenentwicklung und Verdichtung regeln und dazu Aufträge an die Gemeinden erteilen. Weiter haben wir von den Kantonen mit Handlungsbedarf im Richtplan Ziele und Massnahmen zur Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus verlangt. In den Richtplänen von elf Kantonen gibt es dazu bereits Aussagen, so zum Beispiel auch im Kanton des Motionärs, im Richtplan des Kantons Zug. Eine Ergänzung des Raumplanungsgesetzes bringt deshalb keinen zusätzlichen Gewinn.
3. Der vorgeschlagene Weg dauert zu lange. Der dritte Grund scheint mir der wichtigste zu sein. Der vom Motionär gewählte Weg würde viel zu lange dauern, um der drohenden Wohnungsknappheit wirksam zu begegnen. Zuerst muss das Gesetz angepasst werden, es folgen eine Vernehmlassung und der Beschluss durch den Bundesrat und - Sie kennen es - die Diskussionen und Beschlüsse im Parlament. Danach müssen die Richtpläne der 26 Kantone angepasst werden, während die öffentliche Mitwirkung gegeben ist. Die 26 Richtpläne müssen dann vom Regierungsrat oder Kantonsparlament beschlossen und vom Bund geprüft und genehmigt werden. Erst dann kommt die Gemeinde zum Zug. Das Ganze dauert so gut und recht acht bis zehn Jahre. Dabei haben heutzutage, wie eben anfänglich gesagt, die Kantone die Möglichkeit und auch den Auftrag, im Richtplan entsprechende Zonen auszuscheiden.
Vor diesem Hintergrund beantragt Ihnen der Bundesrat, die Motion abzulehnen.
Badran Jacqueline · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Ja, geschätzter Herr Bundesrat Rösti, Sie haben sich vorhin auf den runden Tisch gegen die sogenannte Wohnungsknappheit berufen; Sie haben gesagt, dass da ja schon etwas passiere. Zwischen 2008 und 2020 wurde gebaut, dem Teufel ein Ohr ab. Wir haben die Leerwohnungsziffer verdoppelt, und dann hat sich das Blatt gewendet. Das Einzige, was sich aber in dieser Zeit geändert hat, ist der Zins. Der ist nämlich gestiegen. Das heisst, die einzige Massnahme, die helfen würde, dass wieder mehr gebaut wird, wäre, den Zins zu senken. Geben Sie mir da recht?
Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne
Ich glaube, tiefere Zinsen und schlechtere Renditen führen nicht zu höheren Investitionen, Frau Badran.
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Die Kommission und der Bundesrat beantragen, die Motion abzulehnen. Herr Flach beantragt, die Motion an die Kommission zurückzuweisen.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission ... 112 Stimmen
Für den Antrag Flach ... 71 Stimmen
(2 Enthaltungen)