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Rendre les soins dentaires abordables
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
Antrag der Mehrheit
Der Initiative keine Folge geben
Antrag der Minderheit
(Porchet, Alijaj, Crottaz, Gysi Barbara, Marti Samira, Meyer Mattea, Piller Carrard, Weichelt)
Der Initiative Folge geben
Proposition de la majorité
Ne pas donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité
(Porchet, Alijaj, Crottaz, Gysi Barbara, Marti Samira, Meyer Mattea, Piller Carrard, Weichelt)
Donner suite à l'initiative
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Mit meiner parlamentarischen Initiative möchte ich Ihnen eine Änderung des KVG beantragen, sodass auch zahnärztliche Behandlungen wie die Behandlung und die Prävention zur Vermeidung von Zahnschäden, regelmässige Kontrollen oder Dentalhygiene durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen werden. Selbstverständlich sind sogenannte Schönheitseingriffe wie Aufhellungen oder Zahnstellungskorrekturen nicht mitgemeint; diese gehören nicht in die OKP. Die Finanzierung soll solidarisch über Bundesmittel und nicht über eine Erhöhung der Krankenkassenprämien bewerkstelligt werden.
Zur Begründung: Wir haben heute leider schon eine sehr hohe Beteiligung der Bevölkerung an den Gesundheitskosten über die Kopfprämie bei den Krankenkassen. Trotzdem sind die Zahnarztkosten nicht in die allgemeine Krankenversicherung einbezogen, ausser bei schweren Krankheiten oder schweren Gesundheitsfolgen. Die Bevölkerung muss also selbst bezahlen, ausser man hat eine teure Zahnzusatzversicherung. Diese können sich aber längst nicht alle leisten, und sie deckt nicht einmal alle Behandlungskosten. Die Kosten für die Zahnbehandlungen gehen aber oft in die Tausende von Franken, die privat zu bezahlen sind. Für viele Familien, auch bis in den Mittelstand, sind die Kosten nicht mehr zu bezahlen. Viele verzichten auf nötige Zahnbehandlungen, auch wenn Folgen absehbar sind. Später müssen sie trotzdem zur Zahnbehandlung gehen, aber erstens sind dann die Kosten höher und zweitens die Situationen meistens sehr viel schlimmer.
Die Zahnmedizin ist aber ein Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung und essenziell für die Gesundheit der Menschen. Ist sie nicht gewährleistet, kann das fatale Folgen haben, beispielsweise Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis. Werden diese längere Zeit nicht behandelt, können sich die Bakterien im ganzen Körper verbreiten und Ohrenschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen, Lungenentzündungen oder gar Herzinfarkte und am Schluss den Tod verursachen. Das wäre alles vermeidbar, und dies würde viel, viel Leid und hohe Folgekosten verhindern.
Untersuchungen zeigen klar, dass die Tendenz steigend ist, dass Leute die Zahnbehandlungen nicht mehr machen, obwohl sie nötig wären. Studien gehen teilweise von bis zu 20 Prozent aus, Tendenz eben steigend. Diese Situation steht im Widerspruch zu Artikel 41 der Bundesverfassung, wonach die Kantone und der Bund dafür sorgen müssen, dass jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält, speziell auch Kinder und Jugendliche. Gerade da ist sie zentral, weil Karies oft bereits bei den Kindern beginnt und weil 60 Prozent der Kariesfälle bei den 20 Prozent ärmsten Familien vorkommen.
Wir haben mit der Schulzahnklinik zwar Verbesserungen, aber diese reichen leider nicht, vor allem auch, weil sie die Behandlung nicht beinhalten. Und wider die Aussagen des Fachverbandes gibt es praktisch keine Unterstützung im Sozialwesen. Sozialhilfe kann nur beziehen, wer wirklich unter dem Existenzminimum lebt. Die von der Fachorganisation erwähnten Ergänzungsleistungen erhalten selbstverständlich nur Leute, die schon eine Rente haben und die trotzdem unter dem Existenzminimum leben. Für Familien des Mittelstandes gibt es schlicht nichts, und die erwähnten Stiftungen sind sehr, sehr selten.
Was dann aber passiert: Die Leute reisen ins Ausland, was am Schluss wiederum eine Verschlechterung der Wirtschaftssituation hier, aber auch des Gesundheitswesens bedeutet.
Ich bitte Sie also, diese parlamentarische Initiative im Sinne des Sparens von schlussendlich hohen Folgekosten zu unterstützen.
Porchet Léonore · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S
Un petit rappel concernant l'initiative parlementaire de notre collègue Prelicz-Huber: il s'agit de rembourser les soins nécessaires découlant d'une maladie liée aux dents et les soins préventifs afin d'éviter des lésions.
Quelle est la situation? Pourquoi notre collègue dépose-t-elle cette initiative parlementaire? D'abord, je rappelle qu'actuellement seules les maladies graves ou non évitables sont remboursées. Il s'agit en fait de 18 cas - seulement 18 cas. Pourtant, 20 pour cent des gens qui auraient besoin de soins dentaires y renoncent. La Suisse est le troisième pays de l'OCDE où les gens payent le plus d'eux-mêmes pour les soins dentaires: jusqu'à 500 francs par personne en moyenne et jusqu'à 2000 francs par personne par année. Vous me direz qu'une assurance soins dentaires existe. Il faut la prendre de manière privée. Cela coûte entre 100 et 120 francs par mois par famille. C'est cher. Très cher.
Les conséquences d'une non-prise en charge de maladies ou de lésions des dents ou de la cavité buccale sont gravissimes. Ces maladies et lésions peuvent même être fatales, puisque des bactéries risquent de se propager et de créer des pneumonies, des crises cardiaques et des attaques cérébrales. Elles peuvent aussi créer des douleurs lombaires ou cervicales. Ces douleurs sont inacceptables alors qu'elles pourraient être évitées avec de bons soins et de bons soins préventifs. Ces maladies et lésions coûtent également. Elles ont donc des conséquences sur la santé publique. Elles peuvent amener à d'autres complications, ce qui augmente encore les coûts.
Il faut également rappeler que les problèmes de dents ne sont pas des problèmes d'hygiène. Ce n'est pas que la faute des personnes qui auraient des problèmes de dents. Vous avez toutes et tous entendu "Moi j'ai de la chance, j'ai de bonnes dents " et des gens qui disent "Moi je n'ai pas de chance, je n'ai pas de bonnes dents". Il y a des gens qui se lavent les dents plusieurs fois par jour, qui font tout ce qu'il faut faire, mais qui ont quand même des problèmes de dents.
La prise en charge des soins dentaires est une bonne mesure de santé publique et c'est donc une mesure économique. La prévention, avant que l'on ait ces problèmes, est aussi la meilleure amie économique dans le domaine de la santé. Dans le cas des dents, on a même une situation où c'est le serpent qui se mord la queue. Oder auf Deutsch: Da beisst sich die Katze in den Schwanz. En effet, l'OFSP justifie le non-remboursement des soins par le fait qu'ils peuvent être évités par une bonne hygiène bucco-dentaire. La référence qui nous est donnée est celle de la Société suisse des médecins-dentistes (SSO), qui définit une bonne hygiène bucco-dentaire - donc la raison pour laquelle on ne rembourse pas les soins - par la limitation du sucre, le brossage des dents et le fil dentaire, un dentifrice approprié, un contrôle régulier et un nettoyage en cabinet dentaire. Pour avoir la bonne hygiène bucco-dentaire, qui nous permet donc de ne pas être remboursés, on doit faire des soins préventifs qui ne sont pas remboursés. C'est là que le serpent se mord la queue, parce que ces soins de prévention coûtent. Ils ne sont pas remboursés. Les gens ne les font donc pas et ils ne peuvent pas maintenir cette bonne hygiène bucco-dentaire demandée afin de justifier le fait que l'on ne rembourse pas les soins dentaires. Vous voyez donc le problème.
Pour soulager les dents des serpents et des chats qui se mordent la queue à cause de cette situation, mais surtout pour soulager les dents de la population suisse, je vous encourage à donner suite à l'initiative parlementaire de ma collègue Katharina Prelicz-Huber.
Bircher Martina · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die parlamentarische Initiative Prelicz-Huber verlangt eine Anpassung des Krankenversicherungsgesetzes mit dem Ziel der Kostenübernahme zahnärztlicher Behandlungen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP). Darunter sollen auch präventive Massnahmen fallen, wie zum Beispiel regelmässige zahnärztliche Kontrollen oder Dentalhygiene. Die entsprechenden Kosten seien solidarisch über Bundesmittel und nicht über eine Erhöhung der Krankenkassenprämien zu finanzieren.
Als Begründung führt die Initiantin an, dass Zahnarztkosten heute nicht in die OKP integriert und von der Bevölkerung selbst zu bezahlen seien. Die Kosten für Zahnbehandlungen könnten aber schnell Tausende von Franken ausmachen, die privat bezahlt werden müssten. Viele Familien im unteren und mittleren Einkommenssegment könnten dies nicht bezahlen und würden stattdessen auf notwendige Behandlungen verzichten. Mit der Umsetzung der parlamentarischen Initiative solle es deshalb allen möglich werden, die nötigen Zahnbehandlungen durchführen zu lassen.
Die Kommissionsmehrheit beantragt dem Rat, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben. Sie lehnt an erster Stelle grundsätzlich eine Ausweitung des Leistungskatalogs der OKP ab. Sie befürchtet einen damit verbundenen Anstieg der Kosten zulasten der OKP und damit höhere Krankenversicherungsprämien. Dass die Initiantin diese Befürchtung teilt, zeigt sich darin, dass sie in der Initiative fordert, dass die Zahnbehandlungen über Bundesmittel finanziert und somit solidarisch getragen werden sollen. Gerade dies, die Einführung eines neuen Modells zur Finanzierung von medizinischen Leistungen, erscheint als absolut nicht opportun. Richtigerweise werden die vom Gesetz vorgesehenen Leistungen über die OKP finanziert. Hier auch noch den Bund einzubeziehen, ist weder zielführend noch nötig. Insbesondere würde dies auch dem Ziel eines einheitlichen Finanzierungssystems im Gesundheitswesen zuwiderlaufen.
Die Kommission sieht aber auch in sachlicher Hinsicht keinen Handlungsbedarf. Die Zahngesundheit der Schweizer Bevölkerung hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren dank der Prävention und der Eigenverantwortung bei der Dentalhygiene deutlich verbessert. Personen, die aufgrund ihrer persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse notwendige Behandlungen nicht bezahlen können, haben zudem Anspruch auf fallweise Unterstützung, sei dies durch die Sozialhilfe oder durch die Ergänzungsleistungen. Und für Personen, die durch alle diese Netze fallen würden, gibt es im Zweifelsfall immer noch Stiftungen.
Comme vous le voyez, la commission n'a nommé qu'un rapporteur. C'est pourquoi j'explique la proposition de minorité en français. Une minorité de la commission est d'avis que le système actuel favorise une santé dentaire à deux vitesses. Le poids conséquent du coût de la santé dentaire mène certaines catégories de la population à retarder ou à renoncer aux soins dentaires. Elle propose de ce fait de donner suite à l'initiative parlementaire.
Zusammenfassend empfiehlt Ihnen Ihre Kommission mit 16 zu 9 Stimmen, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.
Vote
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Die Mehrheit der Kommission beantragt, der Initiative keine Folge zu geben. Eine Minderheit Porchet beantragt, der Initiative Folge zu geben.
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 62 Stimmen
Dagegen ... 123 Stimmen
(0 Enthaltungen)