Lexipedia
AccueilActualitéExplorerRépertoire
ConditionsConfidentialitéAssistance
Se connecter

Geschäftsbericht 2023 des Bundesgerichtes

64752 · Amtliches Bulletin

Du 10 juin 2024

https://lexipedia.io/fr/docs/ch/ab-bo-bu/64752/de/geschaftsbericht-2023-des-bundesgerichtes

Consulté le 1 sept. 2026

  1. Documents
  2. Confédération
  3. Bulletin officiel
Source

Objet parlementaire: Rapport de gestion 2023 du Tribunal fédéral (24.002)

24.002

Geschäftsbericht 2023 des Bundesgerichtes

Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Ich begrüsse den Präsidenten des Bundesgerichtes, Herrn Yves Donzallaz.

Binder-Keller Marianne · Mit-F · Ständerat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Einmal im Jahr treffen sich die Subkommissionen Gerichte/Bundesanwaltschaft beider Räte mit den Gerichtspräsidien, dem Generalsekretär und Mitgliedern der Verwaltungskommission zur Aufsichtssitzung; diesmal war das im Mai 2024 in Lausanne. An dieser Sitzung werden die Geschäftsberichte der eidgenössischen Gerichte diskutiert. Die Geschäftsberichte 2023 wurden in der Folge in der Plenarversammlung Ihrer Geschäftsprüfungskommission besprochen.

Die Oberaufsicht über das Bundesgericht obliegt, wie Sie wissen, dem Parlament. Das Bundesgericht seinerseits übt die Aufsicht über die erstinstanzlichen eidgenössischen Gerichte aus: das Bundesstrafgericht, das Bundesverwaltungsgericht und das Bundespatentgericht. Seit dem 1. September 2023 übt das Bundesgericht auch im Bereich des Datenschutzes die administrative Aufsicht über die anderen Gerichte der Eidgenossenschaft aus. Das Bundesgericht hat mit allen erstinstanzlichen Gerichten die Geschäftsberichte, die Rechnung 2022 und den Voranschlag 2024 besprochen und sich an einer jährlichen Sitzung auch mit der Aufsichtskommission koordiniert.

Das Bundesstrafgericht verzeichnete ein intensives Geschäftsjahr mit einer weiterhin hohen Arbeitsbelastung, das Bundesverwaltungsgericht und das Bundespatentgericht ebenfalls. Aber über alle Abteilungen hinweg konnten mehr Fälle erledigt werden als eingegangen sind. Die Geschäftsberichte der eidgenössischen Gerichte liegen Ihnen vor. Sie dokumentieren Organisation und Geschäftslast der verschiedenen Gerichte und enthalten wichtige Grundlagen und Einordnungen für den Gesetzgeber, gerade auch für die Kommission für Rechtsfragen.

Nun ein paar Zahlen: Im Berichtsjahr gingen beim Bundesgericht 7558 neue Beschwerden ein; gegenüber dem Vorjahr sind es knapp 200 mehr. 7420 Fälle wurden erledigt; gegenüber dem Vorjahr sind es beinahe 300 mehr. Diese Effizienzsteigerungen stehen im Zusammenhang mit den Umstrukturierungsmassnahmen des Bundesgerichtes: Per 1. Januar 2023 wurde die Behandlung von Beschwerden aus dem Bereich Steuern und Abgaben von der überlasteten Zweiten öffentlich-rechtlichen Abteilung in Lausanne zur unterbesetzten Dritten öffentlich-rechtlichen Abteilung in Luzern verschoben, und per 1. Juli 2023 nahm in Lausanne eine zweite strafrechtliche Abteilung ihre Tätigkeit auf. Die Richterzahl wurde von 38 auf 40 erhöht; zwei zusätzliche Richter hat das Parlament im Herbst gewählt. Das Modell von acht Abteilungen mit je fünf Gerichtsmitgliedern konnte verwirklicht werden.

Der Anstieg der Zahl der Richterinnen und Richter und des Verwaltungspersonals machte es notwendig, ein zusätzliches Gebäude zu mieten, weil die im Gebäude Mon Repos zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten nicht ausreichten.

Die Zahl der pendenten Fälle stieg von 3493 im Vorjahr auf 3631 im Berichtsjahr. Die Erledigungsquote liegt bei 98 Prozent. Der Überhang liegt bei etwa 200 Fällen pro Jahr, was sich kumuliert. Die Pendenzen liegen somit gerundet bei 3600 Fällen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer beträgt unverändert knapp 200 Tage. 11,9 Prozent der Beschwerden werden gutgeheissen.

Bezüglich der Pendenzen verweist das Bundesgericht immer wieder auf die Funktion eines obersten Gerichtes im Staat, konkret: Sollen 40-Franken-Beschwerden in Strafsachen mit Strafzetteln wirklich das Bundesgericht beschäftigen?

Weitere Themen im Berichtsjahr: Erstens geht es auch um das System der nebenamtlichen Richter. Im Februar informierte die Geschäftsprüfungskommission das Bundesgericht, dass sie, gestützt auf eine Evaluation der Parlamentarischen Verwaltungskontrolle (PVK), eine Inspektion zum System der nebenamtlichen Richterinnen und Richter durchführen werde. Diese betrifft neben dem Bundesgericht auch das Bundesstrafgericht und das Bundespatentgericht. Insbesondere soll die Zweckmässigkeit des Einsatzes nebenamtlicher Richterpersonen geprüft werden. Die Analyse soll grösstenteils bis am 1. Juni 2024 abgeschlossen sein. Im ersten Quartal 2025 soll der Bericht der PVK vorliegen.

Ein zweites Thema ist eine mögliche Disziplinaraufsicht des Bundesgerichtes über die anderen Gerichte der Eidgenossenschaft. Das Sozialverhalten einiger Richterpersonen gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen und führt dann auch zu Konflikten. Gerade das Bundesverwaltungsgericht stand in jüngster Zeit im Fokus. Die fehlende Organ- und Disziplinaraufsicht wird immer wieder sichtbar. Es gibt nur eine eingeschränkte Organaufsicht des Bundesgerichtes über die eidgenössischen erstinstanzlichen Gerichte; eine klare Trennung zwischen Disziplinar- und Organaufsicht ist oft nicht möglich. So kann ein personelles Problem zu einem strukturellen werden. Die Disziplinaraufsicht über Richterinnen und Richter auf Bundesebene stellt insbesondere aufgrund der richterlichen Unabhängigkeit und der Selbstverwaltung der Gerichte eine staatspolitische Herausforderung dar.

Sanktionen gegenüber gewählten Richterpersonen sind gesetzlich nicht vorgesehen. Richterinnen und Richter an erstinstanzlichen eidgenössischen Gerichten können einzig vom Parlament nicht wiedergewählt oder abgewählt werden. Dieser Alles-oder-nichts-Mechanismus in Disziplinarangelegenheiten an erstinstanzlichen Gerichten wird immer wieder diskutiert, sowohl in der GPK als auch in der Verwaltungskommission des Bundesgerichtes, und er wird als unbefriedigend betrachtet. Eine Reorganisation aufgrund personeller Probleme sieht das Parlament aber nicht als Lösung. Da es sich bei der Organ- und Disziplinaraufsicht um eine Frage von grundlegender staatspolitischer Bedeutung handelt, haben die beiden GPK zwei juristische Gutachten in Auftrag gegeben, deren Analyse wir zurzeit vornehmen. Sie werden bezüglich allfälliger Gesetzesänderungen im Verlaufe der nächsten zwei Jahre mehr hören.

Und dann, drittens, beschäftigt das Projekt Justitia 4.0 die Geschäftsprüfungskommissionen sowie die Finanzkommissionen schon länger. Es wird gemeinsam vom Bundesgericht, von den Kantonen, den Gerichten, den Staatsanwaltschaften und der Anwaltskammer getragen. Im Herbst 2023 wurde das Bundesgericht von der Eidgenössischen Finanzkontrolle bezüglich Justitia 4.0 geprüft. Die Projektleitung hat uns bestätigt, dass sie die Empfehlungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle aufnehmen kann. Die Finanzen und die Gesamtverantwortung dieses Projekts sind eine Herausforderung und bleiben deshalb für das Parlament ein Thema.

Ich danke dem Präsidenten des Bundesgerichtes und allen Mitarbeitenden der Gerichte für den aufschlussreichen, übersichtlichen und sehr informativen Jahresbericht. Dieser bildet ein eindrückliches Dokument ihres Engagements und ihres grossen Einsatzes für ein funktionierendes Rechtswesen.

Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Donzallaz Yves, président du Tribunal fédéral: Votre rapporteur a été extrêmement complet sur le contenu de notre rapport, de sorte que je n'ai pas grand-chose à ajouter. Toutefois, j'aimerais attirer votre attention sur quelques éléments, et ce, très brièvement.

J'ai déjà eu l'occasion de le dire en commission: la Conférence des directrices et directeurs des départements cantonaux de justice et police tire la sonnette d'alarme. Le droit pénal est submergé: 113 000 dossiers sont pendants devant les tribunaux cantonaux. A un moment ou à un autre, tout cela parviendra au Tribunal fédéral. Les cantons ont augmenté leurs effectifs. Certains tribunaux ont ajouté une cour pénale. A l'échelle fédérale, on a eu de nouveaux membres du ministère public, de nouveaux procureurs. Dans d'autres cantons, des juges supplémentaires et des greffiers supplémentaires ont été nommés ou élus. Tout cela arrivera tôt ou tard chez nous.

Cela pose différentes questions qu'il incombe au Parlement de résoudre, plus qu'à nous-mêmes. Comme cela a été exposé, nous avons pris des mesures de réorganisation, mais ces dernières atteignent leurs limites. Nous ne pourrons bientôt pas aller beaucoup plus loin. Par contre, il existe de toute évidence une marge de manoeuvre sur l'accès au Tribunal fédéral. Cela a également été évoqué avec l'exemple de l'amende de 40 francs. Je crois que le Tribunal fédéral, s'il est suroccupé, est surtout mal occupé. Je crois qu'il n'existe pas beaucoup de cours suprêmes sur la planète vers lesquelles on peut aller se plaindre systématiquement d'une amende de 40 francs. Ce n'est qu'un exemple parmi d'autres.

Evidemment - je le sais -, cela a donné lieu à d'intenses discussions au Parlement, notamment lors de l'adoption de la loi sur le Tribunal fédéral. Tout un chacun devrait pouvoir accéder à la Cour suprême. Je le comprends bien, mais cela a un coût. A terme, ce n'est plus 40, mais 60 ou 80 juges fédéraux qu'il faudra. Il ne faudra plus 140, mais 300 ou 400 greffiers. Je crois que ce n'est pas le rôle ni l'image que l'on doit avoir d'une cour suprême, qui devrait pouvoir se concentrer sur des cas importants.

Il n'y a pas très longtemps, au niveau pénal - puisque c'est surtout là où une grande souffrance est exprimée -, nous avons dû traiter la question de l'assistance au suicide. C'est une question de société extrêmement importante. Les juges doivent pouvoir prendre le temps - une semaine, deux semaines - afin de se préparer et ne pas être embarrassés par des quantités de petits dossiers, dont les solutions juridiques sont connues et appliquées par les cantons, et qui ne devraient pas occuper une cour suprême.

Des systèmes d'accès limité, des cas types existent dans d'autres Etats, ne nécessitant pas de réinventer la roue. On pourrait trancher une affaire d'amende de 40 francs et ce serait terminé. Après coup, les cantons appliquent et nous pourrions réussir à faire en sorte que la Cour suprême se concentre sur ce qui doit être sa charge.

J'en viens au dernier élément, rapidement. On a parlé de droit disciplinaire. Effectivement, il y a eu, de nouveau, durant l'année précédente, des problèmes avec l'un ou l'autre juge des tribunaux fédéraux de première instance. Le Tribunal fédéral a établi un gros rapport en mai de l'année passée sur la différence entre la surveillance institutionnelle des tribunaux de première instance et le droit disciplinaire. Nous n'avons aucune compétence en matière de droit disciplinaire. Pour cela, il faut des bases légales, il faut un fondement juridique, des voies de droit, le droit d'être entendu, et des voies de recours. Tout cela n'existe pas. Dans la mesure où l'on voudrait qu'une instance, pas forcément le Tribunal fédéral - on ne court évidemment pas après ce genre de tâche - puisse s'occuper de cette affaire, il faudrait régler la question dans le cadre d'une base légale.

Il y a encore la question de la révocation par le Parlement - on le dit comme cela. Si un juge ne remplit pas les conditions, il peut faire l'objet d'une révocation par le Parlement. Mais, vous le savez, il existe la Convention européenne des droits de l'homme et la jurisprudence de Strasbourg. Dans le cas d'une telle révocation à contenu disciplinaire, il doit y avoir une voie de droit. Or, il n'y a pas de recours contre les décisions, contre les actes du Parlement. C'est un problème qui devra être réglé une fois. On ne peut pas révoquer une personne sans lui donner le droit d'être entendu, sans qu'il y ait une véritable information, une véritable procédure. Il faudra, le cas échéant, prévoir des voies de droit. Des choses doivent être repensées. Vous avez demandé des avis de droit. J'imagine que ces professeurs sauront vous orienter de manière efficace sur ces questions.

Eintreten ist obligatorisch

L'entrée en matière est acquise de plein droit

Bundesbeschluss über den Geschäftsbericht des Bundesgerichtes für das Jahr 2023

Arrêté fédéral approuvant le rapport de gestion du Tribunal fédéral de l'année 2023

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress, Art. 1, 2

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

Titre et préambule, art. 1, 2

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil national

Angenommen - Adopté

Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Damit ist das Geschäft erledigt. Ich verabschiede den Präsidenten des Bundesgerichtes, Herrn Donzallaz, und wünsche ihm einen schönen Nachmittag.