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Loi fédérale sur la formation professionnelle (LFPr). Modification

69615 · Bulletin officiel

Du 2 déc. 2025

https://lexipedia.io/fr/docs/ch/ab-bo-bu/69615/fr/loi-federale-sur-la-formation-professionnelle-lfpr-modification

Consulté le 1 sept. 2026

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Objet parlementaire: Loi fédérale sur la formation professionnelle (LFPr). Modification (25.046)

25.046

Loi fédérale sur la formation professionnelle (LFPr). Modification

Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Le président (Page Pierre-André, président): Nous allons mener un seul débat sur l'entrée en matière et la discussion par article.

Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S

Die einstimmige WBK beantragt Ihnen Eintreten und hat auch in der Gesamtabstimmung einstimmig für die Annahme des Entwurfes votiert.

Es handelt sich hier um wichtige Änderungen im Berufsbildungsgesetz - ausgearbeitet vom Bund und den Organisationen der Arbeitswelt sowie unter Einbezug der Hochschulen - zur Stärkung und Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung in der Schweiz, zur Anerkennung und Wertschätzung ihrer Qualität, aber auch zur Anerkennung der höheren Fachschulen als Orte für eine qualifizierte Ausbildung auf Tertiärstufe. Es ist ein wichtiges Signal gegen den Fachkräftemangel, weil gerade die Berufsfachleute, speziell solche mit Zusatzausbildungen, in der Wirtschaft gefragt sind. Das ist vor allem auch für das Verständnis der Berufsbildung im internationalen Kontext wichtig.

Die Berufsbildung in der Schweiz ist einzigartig. Ihre Qualität ist hoch, und sie ist sehr arbeitsmarktfähig. Sie ist auch ein wichtiger Faktor im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, die im internationalen Vergleich zum Glück tief ist.

Die Einzigartigkeit hat aber ihre Nachteile. Die Berufsbildung ist im internationalen Kontext unbekannt und oft auch in der Gesellschaft unterbewertet. Viele Eltern raten ihren Kindern, doch besser ein Studium zu wählen als den Berufsweg; dies nicht zuletzt deshalb, weil oft unklar ist, welche Qualitäten gelernt werden und was der Inhalt einer Lehre ist.

Deshalb schlagen wir drei wichtige Änderungen vor:

Erstens ist die Anerkennung der höheren Fachschulen zu nennen, wenn sie eine qualifizierte und praxisorientierte Ausbildung anbieten. Das heisst, nach der Lehre ohne Matura ist trotzdem eine tertiäre Ausbildung möglich, und das auch mit international anerkannten Titeln. Damit ist eine Person nach der Lehre nicht in einer Sackgasse, wenn sie sich weiterqualifizieren will. Das stärkt auch die Durchlässigkeit und das lebenslange Lernen.

Zweitens haben wir neue Titel. Aufbauend auf der Lehre nach einer eidgenössisch anerkannten Berufsprüfung bzw. einem Bildungsgang der höheren Fachschulen kann neu der Titel "Professional Bachelor" inklusive der Fachrichtung gewählt werden. Es ist sogar, wenn dann noch eine weitere eidgenössisch anerkannte höhere Fachprüfung absolviert wird, möglich, den Titel "Professional Master", wieder mit der Fachrichtung, die genannt wird, zu wählen. Damit erreichen wir die nötige Anerkennung in der Schweiz, aber vor allem auch das Verständnis für die Qualität der Ausbildungen im Ausland.

Drittens besteht die Möglichkeit, dass eine Prüfung bzw. der Titel auch auf Englisch geschrieben wird. Das ist wiederum sehr wichtig für das internationale Verständnis und nicht zuletzt gut für die Studierenden, die damit auch die Möglichkeit des Englischen haben.

Die einzige Differenz in der Kommission besteht bei Artikel 44a: Soll die Ausbildung einer höheren Fachschule einen eigenen Titel bzw. einen eigenen Absatz im Gesetz haben? Die Mehrheit erachtet das als nicht nötig, quasi als doppelt gemoppelt. Die Sprecherin hat gerade hier sehr detailliert nachgefragt, weil auch mir bzw. der Mehrheit zwei Punkte wichtig sind: die Anerkennung der höheren Fachschulen als qualifizierte Bildungsgänge auf Tertiärstufe und dass bei Bachelor und Master die Nennung der Fachrichtung auch im Zeugnis stehen wird, sowohl in der Landessprache als auch auf Englisch.

Nach der Diskussion mit dem SBFI wurde klar: Beides ist drin. Die zusätzliche Präzisierung gemäss Absatz 1 Buchstabe c ist nicht nötig, weil sie im Entwurf des Bundesrates und im Beschluss des Ständerates in Absatz 1 Buchstaben a und b enthalten ist.

Ich verstehe aber die Sorgen der höheren Fachschulen um die Abwertung ihrer sehr qualifizierten Ausbildungen. Anstatt zwei verschiedene Bachelor-Titel zu schaffen, die zu neuer Verwirrung führen würden, müsste klarer überlegt werden, was für einen Bachelor und für einen Master nötig ist. Gerade der Master-Titel ist für die höheren Fachschulen eine neue Option. Die Realität zeigt: Es handelt sich vor allem um erwachsene Personen, die schon im Berufsleben stehen oder sogar an einen Berufswechsel denken. Hier muss also die Ausbildung angeschaut werden. Je nach Berufsnähe ist die Ausbildungsdauer unterschiedlich lang.

Ich bitte Sie deshalb, die Mehrheit bei Artikel 44a zu unterstützen und so Klarheit bei den Titeln zu schaffen. Im Namen der einstimmigen WBK-N bitte ich Sie ausserdem, der Gesamtvorlage zur Stärkung und Anerkennung der Berufsbildung zuzustimmen.

Wasserfallen Christian · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe libéral-radical

Frau Kollegin Prelicz-Huber, ich bin aufgrund der Vermischung der akademischen Bildung und der Berufsbildung sehr kritisch gegenüber dieser Vorlage. Das wird wahrscheinlich in der Zukunft ein grosses Problem geben. Meine Frage, und darauf haben Sie in Ihrem Referat bewusst nicht referenziert: Finden Sie es wirklich adäquat, dass alle einen Bachelor-Titel erhalten, egal, ob es sich um einen Fachausweis mit 750 bis 1000 Lernstunden, um einen HF-Abschluss mit 3500 Lernstunden oder um einen Fachhochschulabschluss mit über 5000 Stunden plus Berufsmatura handelt? Finden Sie es wirklich sinnvoll, dass alle diese Ausbildungen, die ich Ihnen aufgeführt habe, den gleichen Abschlusstitel erhalten?

Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S

Danke für diese Frage, Herr Kollege. Es ist ja nicht so, dass es derselbe Titel ist. Es heisst "Bachelor", aber zusätzlich mit dem Wort "Professional" versehen - "Professional Bachelor". Das haben Sie an einer Fachhochschule nicht. Es wird dann noch klar bezeichnet, welche Berufsrichtung es ist. Damit herrscht sehr grosse Klarheit. Der Titel wurde auch von der deutlichen Mehrheit der Organisationen der Arbeitswelt so unterstützt.

Riem Katja · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

La majorité de la commission vous recommande clairement d'entrer en matière sur le projet et d'adopter sans modification la proposition du Conseil fédéral.

La formation professionnelle supérieure est devenue un pilier essentiel de notre système éducatif et un facteur déterminant du succès de la Suisse. Elle garantit que l'économie dispose de spécialistes bien qualifiés et offre aux jeunes comme aux professionnels d'excellentes perspectives de développement. Elle contribue de manière décisive à l'amélioration des perspectives professionnelles et constitue aujourd'hui un élément reconnu à l'échelle internationale de notre système dual, même si elle est souvent insuffisamment comprise à l'étranger. Les chiffres parlent d'eux-mêmes. Depuis des années, la part des diplômes du degré tertiaire augmente et la formation professionnelle supérieure y contribue de manière substantielle, avec quelque 29 000 diplômes délivrés chaque année. Parallèlement, nous constatons qu'elle ne jouit pas en Suisse du même prestige que les hautes écoles et qu'à l'étranger, elle est souvent difficile à situer.

C'est précisément sur cet aspect que le projet intervient. Les mesures proposées par le Conseil fédéral sont ciblées, pragmatiques et n'engendrent aucun coût supplémentaire. Elles renforcent la visibilité et la compréhension de la formation professionnelle supérieure sans transformer le système. Les éléments essentiels n'ont suscité aucune controverse au Conseil des États et sont clairement soutenus par la majorité de la commission. Il s'agit du nouveau droit d'appellation, de l'anglais comme langue d'examen supplémentaire, ainsi que de la flexibilisation des études post-diplôme dans les écoles supérieures.

Le coeur du débat a porté sur les nouveaux compléments de titres "Professional Bachelor" et "Professional Master". La majorité de la commission les soutient sans réserve. Ils rendent visible qu'il s'agit de diplômes du degré tertiaire, renforçant la reconnaissance sociale et donnant aux titulaires un outil permettant de faire comprendre leurs qualifications dans un contexte international. Dans le même temps, les titres existants dans les langues nationales sont pleinement maintenus. Ils demeurent l'élément principal et continuent d'illustrer la compétence professionnelle. La majorité rejette des demandes allant plus loin, telles que l'ajout de spécialisations en complément de titres. De telles désignations supplémentaires compliqueraient inutilement le système, affaibliraient la distinction nette vis-à-vis des titres des hautes écoles et iraient à l'encontre du consensus largement partagé entre les partenaires du système. La systématique actuelle - titre professionnel plus complément tertiaire uniforme - est plus claire, plus simple et mieux articulée. Le projet est équilibré, soigneusement élaboré et renforce de manière appropriée et durable la formation professionnelle supérieure. Il améliore son profil sans créer de nouveaux droits, obligations ou coûts. Il est dans l'intérêt de l'économie, des jeunes et de l'égalité entre beaucoup de nos différentes voies de formation.

La majorité de la commission vous prie d'approuver le projet du Conseil fédéral sans modification.

Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Le président (Page Pierre-André, président): La parole est à Mme Durrer, qui va présenter sa proposition de minorité. Elle s'exprimera également au nom du groupe du Centre.

Durrer-Knobel Regina · Mit-F · Conseil national · Nidwald · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Erlauben Sie mir, die Minderheit Durrer vorzustellen und gleichzeitig für meine Fraktion zu sprechen.

Die Berufsbildung ist eines der erfolgreichsten Elemente des schweizerischen Bildungssystems. Mit der dualen Berufsbildung stehen den jungen Menschen viele Wege im Berufsleben, aber auch in der Weiterbildung offen, und die jungen Fachkräfte sind in der Arbeitswelt hochbegehrt. Wenn sie sich weiterbilden wollen, haben sie die Möglichkeit, sich entweder über die Fachhochschulen oder über die höhere Berufsbildung weitere Qualifikationen anzueignen. Gerade der letztere Weg hat eine lange Tradition, hat sich gut bewährt und ist stark auf die Praxis ausgerichtet. Man muss aber auch sagen, dass die anwachsende Titelflut der letzten Jahrzehnte und insbesondere die Einführung des Bachelor- und Mastersystems auf universitärer Ebene und auf Fachhochschulebene einerseits zu Verwirrungen geführt haben und andererseits die Titel und Berufsbezeichnungen ohne Bachelor und Master abgewertet haben. Wo früher noch die Meisterprüfung ein fester Begriff war, fragt man sich heute, was dieser Titel bedeutet.

Deswegen schlägt der Bundesrat nach langen Gesprächen mit allen beteiligten Akteuren vor, auch für die höhere Berufsbildung den Bachelor und Master einzuführen, ergänzt durch den Zusatz "Professional", damit klar wird, dass dieser Titel nicht ein akademischer, sondern ein berufsbezogener, ein praxisorientierter Titel ist. Mit dem "Professional Bachelor" und "Professional Master" kann man die höhere Berufsbildung marketingmässig stärken und auch im internationalen Umfeld sichtbarer und vergleichbarer machen. Dieser Schritt ist notwendig und auch breit abgestützt.

Mit meiner Minderheit zu Artikel 44a Absatz 1 möchte ich noch eine Präzisierung einbringen, nämlich den Buchstaben c: "'Professional Bachelor in [Fachrichtung]', wenn der Titel durch einen eidgenössisch anerkannten Bildungsgang an einer höheren Fachschule erworben wurde". Entgegen dem, was die Kommissionssprecherin in ihrem Votum gesagt hat, wird im Deutschen und Französischen die Fachrichtung nicht genannt.

Warum ist dieser Zusatz wichtig? Mit dieser gezielten Gesetzesanpassung wollen wir die höheren Fachschulen klar von den eidgenössischen Berufsprüfungen abgrenzen und ihre Abschlüsse als eigenständigen, schulisch organisierten Bildungsweg auf der Tertiärstufe sichtbar machen. Für die Verwaltung und die Schulen entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufwand. Es ist vielmehr ein starkes politisches Signal der Wertschätzung und eine Anerkennung der intensiven Leistungen der HF-Studierenden. Im Englischen ist dieser Zusatz eh schon vorgesehen. Der Unterschied zwischen den Abschlüssen der höheren Fachschulen und den Berufsprüfungen ist objektiv erheblich. Während Berufsprüfungen in der Regel 600 bis 1000 Lernstunden umfassen und auf berufsbegleitenden Vorbereitungskursen basieren, absolvieren HF-Studierende 3600 bis 5400 Lernstunden, also bis zu neunmal mehr Stunden in einem mehrjährigen, schulisch organisierten Bildungsgang. HF-Ausbildungen sind umfassend strukturiert, mit einem hohen Praxisanteil und klar definierten Qualitätsstandards. Ihre Abschlüsse sind praxisnah, anspruchsvoll und entscheidend für die Fachkräfteversorgung in der Schweiz.

Der vom Bundesrat vorgeschlagene einheitliche Titelzusatz "Professional Bachelor" für beide Bildungswege trägt diesen fundamentalen Unterschieden keine Rechnung. Damit werden zwei strukturell sehr unterschiedliche Abschlüsse gleichgesetzt, was aus Sach- und Fairnessgründen nicht gerechtfertigt ist.

Der beantragte Buchstabe c in Artikel 44a Absatz 1 korrigiert diese Unschärfe, ohne Mehraufwand zu verursachen oder das Gesamtsystem zu verändern. Ich gebe Ihnen natürlich recht, dass dieses "in ..." nicht die Welt bedeutet und dass bei dieser Titelflut schon heute kaum jemand mehr den Durchblick hat. Wer kennt schon den Unterschied zwischen HF und FH, zwischen einem eidgenössischen Diplom und einem Diplom HF? Das ändern wir mit der Vorlage nicht, da der Sündenfall schon früher passiert ist.

Ich glaube aber, dass das neue System mit "Professional Bachelor" und "Professional Master" für viele prinzipiell einfacher zu verstehen und einfach von FH- und Uni-Bachelor und -Master abzugrenzen ist, so wie heute die Unterscheidung zwischen der Berufsmaturität und der gymnasialen Maturität auch bei den meisten Leuten angekommen ist. Wenn wir die berufliche Bildung und Weiterbildung so stärken können, dann machen wir das doch.

Deswegen bitte ich Sie, auch im Namen der Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP, die Vorlage zu unterstützen - selbstverständlich auch die restlichen Anpassungen des BBG, die Fachprüfungen in Englisch ermöglichen, HF-Weiterbildungen flexibilisieren und den Titelschutz für die höheren Fachschulen gewährleisten - sowie auch den Antrag der Minderheit Durrer zu Artikel 44a Absatz 1 Buchstabe c anzunehmen.

Brenzikofer Florence · Mit-F · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe des VERT-E-S

Ich werde versuchen, mich kurzzufassen. Es wurde bereits vieles gesagt, und Sie haben auch gehört, dass der Entscheid in unserer Kommission eindeutig ausfiel.

Die Abschlusszahlen auf der Tertiärstufe zeigen, dass die Zahl der Hochschulabschlüsse in den letzten Jahren stärker gestiegen ist als diejenige der Abschlüsse in der höheren Berufsbildung. Berufspraktisch qualifizierte Fachkräfte fehlen, sowohl in der Wirtschaft insgesamt als auch besonders in den KMU. Es bedarf einer Stärkung der höheren Berufsbildung. Diese Ansicht teilt auch der Ständerat, entsprechend deutlich hat er das Gesetz angenommen.

Die Änderung des Berufsbildungsgesetzes stützt sich auf vier Massnahmen, die zusammen mit den Verbundpartnern der Berufsbildung und unter Einbezug der Hochschulen erarbeitet wurden: die Verankerung des Bezeichnungsrechtes; die Einführung der Titelzusätze "Professional Bachelor" und "Professional Master"; die Einführung von Englisch als mögliche zusätzliche Prüfungssprache - hierzu haben die Kommissionssprecherinnen Ausführungen gemacht -; die Flexibilisierung des Angebotes von Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen.

Mit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes legt der Bundesrat einen Massnahmenkatalog vor, der gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt sowie unter Einbezug der Hochschulen erarbeitet wurde. Die Grüne Fraktion teilt die Einschätzung, dass die Anpassungen zu einer besseren Sichtbarkeit und grösseren Attraktivität der höheren Berufsbildung führen. Diese Vorlage allein wird jedoch nicht ausreichen, um dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten. Die Stärkung der Berufsbildung beginnt bereits in der Berufswahlvorbereitung, also bei Jugendlichen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren. Dabei kommt den Eltern nach wie vor eine wichtige Rolle zu. Viele Eltern kennen aus ihrem eigenen Werdegang die heutige Berufsbildung nicht. Das bedeutet: Auch für die Eltern ist Aufklärung notwendig, wofür die Stärkung des Berufswahlprozesses in den Berufsinformationszentren der Kantone entscheidend ist.

Was macht die Berufslehre für junge Menschen attraktiver? Die Ferien. Das haben wir deutlich gesehen, als wir erfuhren, wie eine grosse politische Allianz für eine Petition rekordverdächtige rund 180 000 Unterschriften für mehr Ferien für Lernende gesammelt hat. Was spielt bei der Entscheidungsfindung der jungen Menschen auch noch eine Rolle? Der Lohn. Letzte Woche wurde in unserer Region die grösste Berufsschau der Schweiz durchgeführt. Die Ausstellungen zeigten deutlich, dass der Lohn für die jungen Menschen weiterhin ein entscheidender Faktor bei der Berufswahl ist.

Kehren wir nun zur Vorlage zurück: Wir stimmen dem Beschluss des Ständerates und damit auch dem Entwurf des Bundesrates zu und lehnen den Antrag der Minderheit Durrer auf eine Ergänzung in Artikel 44a Absatz 1 Buchstabe c ab. Wir sagen überzeugt Ja zu den Änderungen des Berufsbildungsgesetzes und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die internationale Sichtbarkeit der HBB-Abschlüsse.

Sauter Regine · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe libéral-radical

Hintergrund dieser Gesetzesänderung ist die Feststellung, dass die Zahl der Hochschulabschlüsse stärker steigt als jene der Abschlüsse höherer Berufsbildung. Dieser Trend muss gestoppt werden. Der Wirtschaft fehlen die gut ausgebildeten, berufspraktisch kompetenten Fachkräfte. Es zeigt sich, dass es offenbar als erstrebenswerter betrachtet wird, eine akademische Laufbahn statt einer Laufbahn der höheren Berufsbildung einzuschlagen. Die höheren Fachschulen weisen seit Längerem darauf hin, dass ihr Status zu wenig bekannt sei und zu wenig Ansehen geniesse. Deshalb ist es richtig, hier korrigierende Massnahmen zu ergreifen. Die FDP-Liberale Fraktion ist für Eintreten. Wir anerkennen den Handlungsbedarf.

Das Massnahmenpaket ist im Grossen und Ganzen zielführend. Es geht hier um die Steigerung der Attraktivität. Wir sind der Meinung, dass sie so erreicht werden kann. Kontrovers diskutiert wird in unserer Fraktion die Frage der Titelzusätze "Professional Bachelor" und "Professional Master", wie sie nun vorgesehen sind. Zum einen wird darin ein sinnvoller Weg erkannt, um Abschlüsse der Berufsbildung im Ausland als Tertiärabschlüsse erkennbar zu machen, und darum geht es letztlich. Junge Schweizerinnen und Schweizer müssen sich auch im Ausland auf dem Arbeitsmarkt behaupten können. Sie stehen dort im Wettbewerb. Schweizer Berufsbezeichnungen dürfen dort nicht zum Nachteil werden, weil sie zu wenig bekannt sind. Eine Klärung der Titelfragen für die höhere Berufsbildung ist deshalb richtig und drängend. Zum andern wird argumentiert, dass es zwar eine Notwendigkeit gebe, hier eine Einordnung der Abschlüsse im internationalen Kontext zu erreichen, dass es mit diesen Titelzusätzen aber letztlich um blosses Marketing gehe. Der Kerngehalt der Berufsbildung leide unter diesen Zusätzen, die Berufsbildung verliere damit ihre Eigenständigkeit und Praxisnähe, ihr Profil werde verwässert. Letztlich komme es zu einer Vermischung des Akademischen mit dem Berufsbildungsweg. In diesem Sinne lehnt ein Teil unserer Fraktion das Gesetz in dieser Form ab. Die Mehrheit sieht hierin hingegen einen gangbaren Weg und wird der Änderung des Gesetzes zustimmen.

Ebenfalls unterschiedlich beurteilt wird der Antrag der Minderheit Durrer zu Artikel 44a Absatz 1. Zum einen findet man darin eine sinnvolle Ergänzung für die Fachrichtung und damit eine zusätzliche Klarheit. Zum andern wiederum denkt man, dass dieses Anliegen die Kritik noch zusätzlich verstärken und es zu einer Verwässerung der Titel in diesem Bereich kommen werde.

Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen

Le débat sur cet objet est interrompu

Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr

La séance est levée à 13 h 00