KR-Nr. 263/2026
Masterplan Hitzeschutz und -minderung
Winterthur, Zürich und Horgen, 29. Juni 2026 KR-Nr. 263/2026
MOTION von Florian Heer (Grüne, Winterthur), Nicola Siegrist (SP, Zürich), Christa Stünzi (GLP, Horgen), Gianna Berger (AL, Zürich)
betreffend Masterplan Hitzeschutz und -minderung
Der Regierungsrat wird aufgefordert, einen übergreifenden kantonalen Masterplan Hitzeschutz und -minderung auszuarbeiten, insbesondere für die Bereiche Gesundheit, Arbeit und Schule. Sie soll verbindliche Standards entsprechend der Warnstufen definieren und automatisch greifende Massnahmen für einzelne Bevölkerungsgruppen festlegen. Die Strategie soll insbesondere den Umgang mit Hitze an Schulen, den Schutz exponierter und vulnerabler Personen, die Definition von kühlen Rückzugsorten sowie Kommunikationsstrategien bei Hitzewellen umfassen. Die Strategie inklusive Monitoring ist alle vier Jahre durch den Kantonsrat zu genehmigen.
Begründung Die Schweiz ist stark von der Klimaerwärmung betroffen. So stieg die jährliche Tagesmaximumtemperatur in der Schweiz seit Messbeginn um 3,4°C. 2 Mit der starken Erwärmung gehen eine Zunahme von Hitzeextremen und das Auftreten neuer Hitzerekorde einher. Städte und Agglomerationen entwickeln sich zu Hitzefallen, in denen Beton, Asphalt und fehlende Vegetation das Klima zusätzlich aufheizen. Besonders betroffen sind insbesondere ältere Menschen, Frauen, Schwangere 3, Kleinkinder, Personen mit chronischen Erkrankungen und Menschen, die im Freien arbeiten. Die Folgen sind wissenschaftlich dokumentiert: Hitzewellen führen zu mehr Notfalleinweisungen, verschärfen bestehende Erkrankungen und verursachen Todesfälle (Übersterblichkeit). Der im 2025 erschienene Bericht des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts (Swiss TPH) zum Stand der Umsetzung von gesundheitlichen Hitzeschutzmassnahmen in der Schweiz zeigte bereits deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen auf. So verfügt der Kanton Waadt mit seinem „Plan Canicule” seit Jahren über ein umfassendes Hitzeschutzkonzept, das nachweislich die Mortalität reduziert hat und der Kanton Genf hat „îlots de fraîcheur” (kühle Rückzugsorte) definiert und koordiniert ein breites Warn- und Betreuungsnetzwerk.1 Der aktuelle Hitzeaktionsplan des Kantons Zürich hingegen weist erhebliche Lücken auf. So sind von den acht Kernelementen, die die WHO empfiehlt, nur drei umgesetzt. Wichtige Elemente wie die Implementierung eines Warnsystems, ein Informations- und Kommunikationsplan oder ein Monitoring zu Mortalität und Morbidität fehlen. Die Zürcher Gemeinden gehen unterschiedlich vor oder verfügen über gar keine Strategie. Im Bereich „Gesundheit“ hat der Kanton Zürich von 26 untersuchten spezifischen Hitzeschutzmassnahmen lediglich fünf ergriffen. Der Kanton Zürich soll Musterschutzpläne bereitstellen, die Entwicklung und Umsetzung von Massnahmenplänen für Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden organisieren und die Integration von Hitzeschutzthemen in Fort- und Weiterbildung begleiten. Dort, wo es zu kantonalen Vorgaben aufgrund des Masterplans kommen wird, soll der Masterplan auch aufzeigen, wie diese finanziert werden. Zudem soll die kantonale Hitzeaktionsplanung als kontinuierlicher Prozess verankert werden – mit einer zentralen Koordinationsgruppe, regelmässiger
Überprüfung und Einbezug von Gesundheitseinrichtungen als Partner. Florian Heer Nicola Siegrist Christa Stünzi Gianna Berger