KR-Nr. 264/2026

Hitzeentwicklung durch Baumbestand eindämmen

Zürich, Illnau-Effretikon, Wettswil und Winterthur, 29. Juni 2026 KR-Nr. 264/2026

MOTION von Silvia Rigoni (Grüne, Zürich), Andreas Hasler (GLP, Illnau-Effretikon), Roger Schmutz (SP, Wettswil), Michael Bänninger (EVP, Winterthur) und Nicole Wyss (AL, Zürich)

betreffend Hitzeentwicklung durch Baumbestand eindämmen

Der Regierungsrat wird aufgefordert, einen zeitlich befristeten Rahmenkredit zu sprechen, der Anreize beziehungsweise Fördermassnahmen vorsieht, damit im Siedlungsraum mehr grosskronige Bäume erhalten und alterungsfähige Bäume angepflanzt werden. Ziel ist, dicht bebaute Gebiete in den Hitzeperioden kühler zu halten und die Bevölkerung und die Wirtschaft vor Beeinträchtigung und Schädigungen durch Hitze zu schützen.

Begründung 94% der Zürcher Bevölkerung lebt in Städten oder Agglomerationen 1). So sind fast alle Zürcher*innen von der Hitzeentwicklung in bebauten Gebieten stark betroffen. Die Häufigkeit und die Intensität von Hitzeperioden nehmen zu und werden bis 2060 weiter steigen 2). Hitzeperioden wirken sich negativ auf die Gesundheit aus und können bei vulnerablen Personen lebensbedrohlich sein. Die Beeinträchtigungen breiter Bevölkerungsschichten durch die Hitze wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus, denn Leistungseinbussen oder das Einstellen von Arbeiten im Freien kosten viel Geld. Der Kanton ist gefordert, die Bevölkerung und Wirtschaft vor den Beeinträchtigungen und Schäden durch Hitze zu schützen und Massnahmen zu ergreifen. In seinen Massnahmen gegen die Hitze schreibt der Regierungsrat den grosskronigen Bäumen eine wichtige Funktion bei der Hitzeminderung zu. Durch Beschattung und Transpiration mindern grosse Bäume die Hitzeentwicklung am Boden und an Häuserfassaden und können die Umgebungstemperatur um bis zu sieben Grad Celsius senken. Grosse Bäume entfalten in der Nähe von Häusern eine wichtige Schutzfunktion für die Bevölkerung. Allerdings verunmöglichen Unterbauungen ausserhalb des Gebäudeperimeters den Wuchs von Bäumen mit grossen Kronen. Unterbauungen führten zu beengten Platzverhältnissen für die Wurzeln und lassen oft nur kleiner Bäume und Büsche zu, die kaum für Kühlung sorgen. Mit finanziellen Anreizen soll ein Verzicht auf Unterbauungen ausserhalb des Gebäudeperimeters bei Neu- und Ersatzneubauten gefördert werden. Damit sollen vermehrt alterungsfähige Bäume angepflanzt und grosskronige erhalten bleiben. Im Falle von Unterbauungen ausserhalb des Gebäudeperimeters sollen durch kantonale Anreize vermehrt ausreichend tiefe Pflanzgruben für grosse Bäume ermöglicht werden. Der Kanton soll einen Rahmenkredit sprechen und eine Anschubfinanzierung schaffen, welche zeitlich befristet ist. Im Anschluss soll die Zuständigkeit bei den Gemeinden liegen.