Schutzverordnung Bronschhofen

Wil (SG)

Documento

Numero
721.121 (c)
Comune
Wil (SG)
Cantone
San Gallo
Livello
Comune
Adottato
30 ago 1995
In vigore dal
30 ago 1995

Carta

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Testo

Politische Gemeinde m

Bronschhofen

Der Gemeinderat erlässt, gestützt auf Art. 6 ff. des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1) vom 6. Juni 1972, die nachstehende

S C H U T Z V E R O R D N U N G

A. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

Art. 1 Geltungs­

bereich

1 Die Vorschriften dieser Schutzverordnung kommen im Ge­ biet der Politischen Gemeinde Bronschhofen zur Anwendung. Sie gelten für die im Plan zur Schutzverordnung, Mst. 1:5000, bezeichneten Objekte und Gebiete. 2 Die Schutzverordnung besteht aus diesen Vorschriften, den Listen der Kultur- und Naturobjekte sowie dem dazuge­ hörigen Plan.

Art. 2 Zweck

Die SchutzVerordnung bezweckt die Erhaltung und fachge­ rechte Pflege von kulturhistorisch, landschaftlich oder na­ turkundlich wertvollen Objekten, Gebieten oder Land­ schaften. Als Schutzgegenstände sind ausgeschieden: a) Kulturobjekte und Ortsbildschutzgebiete b) markante Einzelbäume, Alleen und Baumgruppen c) Hecken, Feld- und Ufergehölze d) Naturschutzgebiete (Feuchtgebiete, Trockenstandorte, Pufferzonen) e) Landschaftsschutzgebiete f) Aussichtspunkte/Aussichtslagen

B . SCHUTZBESTIMMUNGEN

Art. 3 Kulturob­

jekte

1 Die bezeichneten Kulturobjekte gelten als historisch oder künstlerisch wertvolle Bauten; sie dürfen nicht abge­ brochen werden. 2 Änderungen, Umbauten und Renovationen an Kulturobjekten sind zulässig, soweit dadurch ihre schutzwürdige Substanz nicht beeinträchtigt wird.

3 Der Gemeinderat bestimmt nach Bedarf durch Verein­ barung mit dem Grundeigentümer oder durch besondere Verfü­ gung den Schutzumfang im einzelnen.

Art. 4 Umgebung

von Kultur­ objekten

1 Die Umgebung von Kulturobjekten ist so zu gestalten, dass deren künstlerischer Wert nicht beeinträchtigt wird. Insbesondere ist darauf zu achten, dass Bepflanzung, Ter­ rainveränderungen, Gestaltung und Beschaffenheit von Vor­ plätzen, Erschliessungen, Parkierungseinrichtungen usw. auf das Kulturobjekt abgestimmt werden. 2 Bauten und Anlagen in der unmittelbaren Umgebung von Kulturobjekten sind so zu gestalten, dass sie in bezug auf Gebäudeform und -Stellung, Dachgestaltung, Fassadengliede­ rung, Materialien und Farben das geschützte Objekt nicht stören.

Art. 5 Ortsbild­

schutz­ gebiete

1 Die als Ortsbildschutzgebiete bezeichneten Ortsbilder sind in ihrem wertvollen Erscheinungsbild zu erhalten. 2 Bei Renovationen und Neubauten sind die wertvollen Strukturelemente der bestehenden Bauten und Anlagen zu übernehmen. Dabei haben sich insbesondere Gebäudeform und -Stellung, Dachgestaltung, Trauf- und Firsthöhen, Fassaden­ gliederung, Materialien und Farben gut in das Gesamtbild einzufügen. 3 Die Umgebung der Bauten, insbesondere die prägenden Freiräume, sind zu erhalten und ortsbildgerecht zu gestal­ ten. 4 Widersprechen im Einzelfall die Regelbauvorschriften den Zielen des Ortsbildschutzes, so gehen diese gestalte­ rischen Vorschriften vor.

Art. 6 Markante

Einzelbäume Alleen und Baumgruppen

1 Die bezeichneten markanten Einzelbäume, Alleen und Baumgruppen prägen das Orts- und Landschaftsbild und sind in ihrem Erscheinungsbild zu erhalten. 2 Das Fällen von geschützten Bäumen ist nur zulässig, wenn andere öffentliche Interessen, insbesondere die An ­ forderungen an die Sicherheit, es erfordern.

3 Bei abgehenden oder gefällten Bäumen ist der Gemeinde­ rat befugt, die Art und den Umfang der erforderlichen Er­ satzpflanzung zu bestimmen und diese in Absprache mit dem Grundeigentümer zu veranlassen.

Art. 7 Hecken,

Feld- und Ufergehölze

Die im Plan bezeichneten Hecken, Feld- und Ufergehölze sind für das Landschaftsbild von besonderer Bedeutung und des­ halb in ihrem Umfang zu erhalten.

Art. 8 Feucht­

gebiete

1 Die als Feuchtgebiete (F) bezeichneten Naturschutzge­ biete sind ungeschmälert zu erhalten, sachgerecht zu nutzen und zu pflegen. 2 Bauten und Anlagen, Nutzungen oder andere Vorkehren, die den Wasserhaushalt oder die Schutzwürdigkeit dieser Feuchtgebiete beeinträchtigen könnten, sind nicht zulässig. . 3 zum Schutze der Feuchtgebiete und der darin lebenden Tiere sind insbesondere verboten: a) das Pflücken, Ausgraben und Ausreissen oder sonstige Zerstörung von wildwachsenden Pflanzen; b) das Töten, Verletzen, Fangen oder Stören der freileben­ den Tiere oder das Beeinträchtigen ihrer Lebensgrund­ lage; c) jegliche Terrainveränderungen und das Ablagern von M a ­ terialien; d) jeglicher Düngereintrag oder das Einleiten von A b ­ wässern; e) das Weidenlassen von Tieren, das Reiten oder unbefugte Betreten. 4 Die Feuchtgebiete sind zu markieren und soweit er­ forderlich abzuhagen. 5

Riedflächen dürfen höchstens einmal jährlich und nach dem 1. September ge­ mäht werden. Streue und Heu dürfen nicht liegengelassen werden. Nötigenfalls kann der Gemeinderat ersatzweise Pflegemassnahmen anordnen.

Art. Trocken­ standorte

9

1 Die als Trockenstandorte (T) bezeichneten Naturschutz­ gebiete sind ungeschmälert zu erhalten und fachgerecht zu nutzen.

1 Eine extensive landwirtschaftliche Nutzung ist zuläs­ sig. Der Magerheuschnitt ist frühestens ab Mitte Juli durchzuführen.

A r t . 10 Pufferzonen

1 Die als Pufferzonen (P) bezeichneten Flächen dienen dem Schutz der Feuchtgebiete. 2 Eine extensive landwirtschaftliche Nutzung ist zuläs­ sig. In den Pufferzonen darf kein Dünger ausgetragen wer­ den.

A r t . 11 Landschaftsschutzgebiete

1 Die Landschaftsschutzgebiete umfassen besonders schöne sowie naturkundlich und kulturgeschichtlich wertvolle Land­ schaften. Sie sind geprägt z.B. durch abwechslungsreiche Geländeformen, naturnahe Elemente wie Waldränder, Hecken, Ufergehölze, offene Bachläufe und kulturgeschichtlich wert­ volle Bauten. 2 soweit Bauten und Anlagen mit Abs. 1 vereinbar sind und auch im übrigen bewilligt werden können, haben sie sich gut in die Landschaft einzuordnen. Massgebend sind insbesondere Grösse, Form, Gliederung sowie Materialien und Farben.

A r t . 12 Aussichts­ punkte und Aussichts­ lagen

1 im Bereich der Aussichtspunkte und Aussichtlagen sind Bauten und Anlagen, welche die freie Aussicht beeinträch­ tigen, nicht zulässig. 2 Der Gemeinderat bestimmt durch Vereinbarung mit dem Grundeigentümer oder durch besondere Verfügung allfällige Höhenbeschränkungen oder einzuhaltende Abstände.

C. SCHLUSSBESTIMMUNGEN A r t . 13 Bewilli­ gungs­ pflicht, Zuständig­ keit

1 In Ergänzung der allgemeinen Bewilligungspflicht gemäss

Art. 78

Abs. 1 Baugesetz und in Anwendung von A r t . 99 Abs. 4 Baugesetz sind folgende Vorhaben bei den bezeichneten Schutzgegenständen bewilligungspflichtig : a) sämtliche baulichen Aenderungen oder Renovationen an Kulturobjekten und in Ortsbildschutzgebieten;

b) alle Terrainveränderungen in Ortsbildschutzgebieten, in Landschaftsschutzgebieten sowie in Feuchtgebieten, Trökkenstandorten und Pufferzonen; c) alle Nutzungsänderungen oder Aenderungen des Wasserhaus­ haltes und der Bodenstruktur in Feuchtgebieten, Trocken­ standorten und Pufferzonen; d) das Entfernen von Hecken, Feld- und Ufergehölzen sowie Einzelbäumen, Alleen und Baumgruppen oder andere Mass­ nahmen, welche über die üblichen Pflegemassnahmen hinausgehen. 2 Bewilligungspflichtige Vorkehren nach Abs. 1 werden be­ willigt, wenn der Schutzgegenstand weder beeinträchtigt noch beseitigt wird. . . . . Bewilligungen für Massnahmen, die eine Beeinträchtigung von Schutzgegenständen zur Folge haben, können nur erteilt wer­ den, wenn sich ein gewichtiges, das Interesse an der Erhal­ tung überwiegendes Bedürfnis nachweisen lässt. 3 Soweit aufgrund des übergeordneten Rechts keine andere Zuständigkeit vorliegt, werden entsprechende Gesuche von der Bau- und Planungskommission beurteilt.

A r t . 14 Schutz- und Pflegemass­ nahmen, Beiträge

1 Der Gemeinderat ordnet die Markierung oder Abhagung von Schutzobjekten oder —gebieten an, soweit dies aufgrund einer Gefährdung erforderlich ist. 2 Die Schutz- und Pflegemassnahmen sind Sache des Grund­ eigentümers . 3 Der Gemeinderat kann an Mehrkosten und Ertragsaus­ fälle, die aufgrund dieser Verordnung entstehen, Beiträge ausrichten. \

A r t . 15 Strafbe­ stimmungen

Mit Haft oder Busse wird bestraft, wer gegen die Bestim­ mungen dieser SchutzVerordnung verstösst. Strafbar sind die vorsätzliche und fahrlässige Uebertretung.

A r t . 16 Behebung des rechts­ widrigen Zustandes, Ersatzvor­ nahme

Das Verfahren für die Behebung des rechtswidrigen Zustandes und die Ersatzvornahme richten sich nach A r t . 130 und 131 Baugesetz.

A r t . 17 Inkraft­ treten

Der Gemeinderat bestimmt den Vollzugsbeginn dieser Verord­ nung.

Vom Gemeinderat erlassen am: 31. Januar 1994 22. September 1994

Namens des Gemeinderates Der Gemeindammann :

Der Gemeinderatsschreiber 0

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Ph. Moser

ll öffentliche Auflage vom 22. Februar bis 23. März. 1994 2. öffentliche Auflage vom 11. Oktober bis 9. November 1994 Vom Baudepartement des Kantons St.Gallen genehmigt

am: 30. Aug. 1995

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