09.9010
Session extraordinaire concernant la conjoncture et le chômage
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo PCD/PEV/glp
J'ouvre la session extraordinaire dédiée à la conjoncture et au chômage. Nous traitons d'abord les deux motions 09.3467 et 08.4043. Je donne la parole aux rapporteurs de la commission.
Hany Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo PCD/PEV/glp
Die vorliegende Motion 09.3467 der KVF-SR ist identisch mit der Motion 09.3470 der KVF-NR, die unser Rat in der Sommersession nur knapp, mit 89 gegen 83 Stimmen, nicht gutgeheissen hat. Der Ständerat jedoch hat seine gleichlautende Motion mit grossem Mehr angenommen. Aus diesem Grund haben wir heute noch einmal über die Motion zu befinden.
Unsere Kommission hat sich inzwischen ein zweites Mal, mit 13 gegen 11 Stimmen, für die Motion ausgesprochen. Das Anliegen, die Sicherstellung der Liquidität des FinöV-Fonds, findet in der KVF nach wie vor eine Mehrheit, weil es wichtig ist, dass die von uns beschlossenen Projekte, die aus dem Fonds finanziert werden, wie vorgesehen realisiert werden können.
Der Vorstoss der beiden Kommissionen entstand, weil wir von der Bundesverwaltung Anfang dieses Jahres dahingehend orientiert worden waren, dass die Einnahmen, die aus der LSVA kommen und in den Fonds fliessen, infolge der wirtschaftlichen Situation um bis zu 25 Prozent zurückgehen könnten. Unterdessen ist diese Prognose korrigiert worden. Man weiss, dass sich die Einnahmen aus der LSVA bis heute kaum verändert haben. Unklar bleibt jedoch die Frage, wie die Situation im Jahre 2010 sein wird. Obwohl die jüngsten Konjunkturprognosen erstmals wieder von einem Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr ausgehen, wäre es mit Sicherheit verfrüht, Entwarnung zu proklamieren.
Im Gesetz haben wir die maximale Bevorschussungslimite für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs auf 8,6 Milliarden Franken begrenzt. Sollte dieser Betrag aufgrund zurückgehender Einnahmen trotz anderslautender Prognosen nicht reichen, wäre man gezwungen, die Bauarbeiten und die bereits beschlossenen Bauprojekte zu drosseln, zu verzögern oder, im schlimmsten Fall, gar zu stoppen. Bei der Behandlung der Motion im Ständerat hat Herr Bundesrat Leuenberger dieses Szenario explizit nicht ausgeschlossen. Unsere Beschlüsse zu den einzelnen FinöV-Projekten, wie Neat, HGV, Lärmschutz und insbesondere ZEB, könnten in diesem Fall nicht gemäss Planung realisiert werden. Eine solche Situation wollten wir bewusst vermeiden.
Einem noch nicht ausgeschlossenen Finanzierungsengpass stehen die Forderungen der Regionen gegenüber, die ihre Projekte lieber heute als morgen realisiert sähen. Ich nenne beispielhaft Bauten wie die Neat-Zufahrtslinien in den Räumen Bern, Basel, Bellinzona, Chiasso oder Zug-Arth-Goldau. Ich kann Ihnen auch die übrigen ZEB-Projekte aufzählen, die auf die Realisierung warten: Das beginnt in Genf und geht weiter mit grossen Bauten in den Räumen Lausanne, Bern, Olten, Aarau, Zug, Winterthur, dann von dort Richtung Weinfelden und St. Gallen bis hin zu Strecken im Rheintal, in Schaffhausen oder auch bei uns in Zürich. Indem ich Ihnen dies aufzähle, möchte ich Ihnen plastisch vor Augen führen, dass alle, die sich für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in ihrem Kanton einsetzen, direkt oder - durch schlechtere Anschlüsse - auch indirekt von einer Bauverzögerung betroffen sein könnten. Die betroffenen Kantone gehen davon aus, dass die Realisierung der beschlossenen Bauten in ihrem Raum keine Verzögerungen erleiden darf.
Der Kommissionsmehrheit scheint wichtig, dass das, was wir beschlossen haben, auch fristgerecht realisiert werden kann. Dazu braucht der Fonds letztlich die notwendigen Mittel. Zum Zeitpunkt der Einreichung der Motion war noch nicht bekannt, ob ein drittes Konjunkturprogramm nötig sein werde. Davon ausgehend, dass ein drittes Programm kommen werde, haben wir im Motionstext ein solches Konjunkturpaket als eine mögliche - ich betone: mögliche - Finanzierungsform beschrieben.
Deshalb haben wir bewusst geschrieben, dass diese Finanzierung insbesondere im Rahmen einer allfälligen Vorlage "Dritte Stufe der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen" zu geschehen habe. Zuzugeben ist, dass wir in der Begründung zu einseitig darauf verweisen. Im Wortlaut der Motion - und dieser ist letztendlich massgebend - kommt die Offenheit gegenüber verschiedenen Lösungswegen jedoch klar zum Ausdruck.
Eine Mehrheit Ihrer KVF ist der Meinung, dass von einer zeitgerechten Realisierung der FinöV-Projekte nicht nur die Kantone, Städte und Gemeinden profitieren, sondern, in der heutigen Wirtschaftslage, auch die Unternehmen. Wenn gesagt wird, die Bauwirtschaft habe dies nicht nötig, ist dem zu entgegnen, dass bei Bahninfrastrukturprojekten nicht nur die Bauwirtschaft, sondern ebenso die Metall- und Elektroindustrie, die Informatik und die Ingenieure gewichtige Aufträge erhalten. Denken Sie auch daran, dass das Bundesamt für Verkehr nicht plötzlich Projekte stoppen kann. Wenn es jedoch im Hinblick auf die Einhaltung der finanziellen Vorgaben gezwungen wäre, Projekte frühzeitig zu verzögern, so würden wir damit für die Wirtschaft letztendlich echte Probleme schaffen. Die Sicherstellung der Realisierung der bereits beschlossenen Projekte - und ich betone noch einmal: der bereits beschlossenen Projekte - scheint uns auch weitaus sinnvoller als das allfällige Hervorzaubern irgendwelcher auch noch möglicher Investitionsvorhaben.
Heute stehen wir nun vor der Frage, ob wir mit dieser Motion die verzugslose Realisierung der bereits beschlossenen Projekte sicherstellen wollen oder nicht. Wie und wo das gemacht wird und wie viel Geld es dazu braucht, kann und muss im Moment noch offengelassen werden. Zeigt sich - das ist sehr wichtig -, dass die Bevorschussungslimite von 8,6 Milliarden Franken infolge nicht zurückgehender LSVA-Einnahmen ausreicht, muss der Bundesrat keine Massnahmen treffen, womit diese Motion gegenstandslos wird.
Wenn wir jetzt zustimmen, dann präjudizieren wir gar nichts, sondern fordern den Bundesrat nur auf, im Falle fehlender Einnahmen - und ich betone dies - entsprechende Massnahmen zu treffen, nichts mehr und nichts weniger.
Ich bitte Sie im Sinne der Mehrheit der KVF-NR und im Sinne des Ständerates, diese Motion anzunehmen.
Levrat Christian · Mit-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo socialista
Le Conseil fédéral est chargé, en particulier dans le cadre de la troisième phase des mesures de stabilisation conjoncturelle, de prendre des mesures adéquates pour résoudre, ou à tout le moins atténuer, les problèmes de financement des projets FTP du fait de la récession. Voilà le texte sur lequel nous devons nous prononcer.
La motion 09.3467 a été adoptée par le Conseil des Etats, par 26 voix contre 2. La commission, par 13 voix contre 11 et 1 abstention, vous propose d'en faire de même. Lors de la dernière session, notre conseil avait rejeté un texte similaire à une très courte majorité.
Le fonds pour le financement des transports publics (fonds FTP) finance la construction des NLFA, celle des projets retenus dans le cadre du ZEB 1, le raccordement aux lignes à grande vitesse, ainsi que des mesures de lutte contre le bruit. Ce fonds est notamment alimenté par la RPLP, une taxe très sensible à l'évolution conjoncturelle, comme du reste toute la branche des transports. En début d'année, l'administration nous a annoncé une chute de 25 pour cent des recettes de cette RPLP. Même si elle a corrigé ses calculs depuis lors, elle reste relativement pessimiste quant aux perspectives à court et moyen terme. Or, avec une avance de fonds limitée à 8,6 milliards de francs, le financement des projets ferroviaires dépend directement de l'évolution du fonds FTP.
Une sous-couverture, en raison - comme en l'espèce - de la chute des recettes de la RPLP, aurait des conséquences directes sur le développement des chantiers en cours et sur la planification des suivants. Les projets décidés dans le cadre du ZEB 1 souffriraient directement d'un affaiblissement du fonds FTP. Pour ne prendre que la Suisse romande, il s'agirait principalement du noeud ferroviaire de Lausanne-Ouest et des aménagements prévus sur la ligne du pied du Jura, pour ne nommer que les plus importants.
Permettez-moi de mettre en évidence les trois critères principaux qui ont amené le Conseil des Etats et la majorité de votre commission à soutenir cette motion.
Premièrement, les projets d'infrastructure nécessitent une planification à long terme. Ce sont des travaux impossibles à mener au coup par coup et extrêmement difficiles à ralentir ou à accélérer suivant l'état du fonds FTP. Leur financement doit dès lors ne pas dépendre d'évolutions conjoncturelles à très court terme. Il importe d'avoir une base de financement suffisamment stable et suffisamment prévisible pour garantir le développement régulier de travaux qui pour certains sont déjà engagés et dont le développement serait mis en jeu par un affaiblissement subit du fonds FTP.
Deuxièmement, les cantons ne comprendraient pas un ralentissement des travaux. La liste de leurs voeux en matière d'infrastructures publiques est presque interminable et les frustrations face aux délais que nous leur imposons immenses. Pensez par exemple, toujours pour la Suisse romande, aux réactions de la population lémanique lorsqu'elle a dû admettre que la troisième voie ferroviaire ne se ferait pas avant 2030. Imaginez la réaction de cette même population si nous devions lui annoncer que l'aménagement du noeud ferroviaire de Lausanne-Ouest, central aussi bien pour la ligne Lausanne-Genève que pour celle du pied du Jura, était reporté de plusieurs années lui aussi, pour des motifs de financement insuffisant. La population ne comprendrait pas que les questions techniques liées à l'évolution du fonds FTP reportent de plusieurs années des chantiers déjà décidés, déjà engagés.
Troisièmement, le point qui me paraît devoir être considéré ici, c'est qu'il n'est pas contesté que l'anticipation de chantiers prévus de toute manière peut avoir des effets conjoncturels positifs, en particulier lorsque, comme en matière ferroviaire - et le rapporteur de langue allemande l'a rappelé -, les commandes et les mandats attribués ne concernent pas que l'industrie de la construction, mais également celle des machines-outils et de l'électronique de notre pays. Ces éléments conjoncturels ne sauraient certes motiver à eux seuls l'adoption de cette motion, d'autant plus qu'avec cette dernière nous ne décidons pas de chantiers ou de constructions supplémentaires; ils doivent par contre peser dans l'évaluation que nous faisons de ce dossier et nous permettre de garantir que les décisions prises ici soient mises en oeuvre, et ceci indépendamment de l'évolution des rentrées du fonds, des recettes liées à la RPLP.
Je souligne que la motion CTT-CE n'envisage qu'une éventualité. Elle invite le Conseil fédéral à réagir s'il constate que les recettes de la RPLP ne permettent plus d'alimenter le fonds FTP comme le prévoyaient les pronostics établis. Si les recettes de la RPLP sont suffisantes, le Conseil fédéral n'a pas à intervenir. Mais si, par la suite, les recettes de la RPLP se révèlent insuffisantes, alors nous invitons le Conseil fédéral à nous présenter des solutions et à garantir au moins la poursuite des chantiers et la mise en oeuvre des décisions qui ont été prises dans le cadre du fonds FTP.
Nous vous invitons par conséquent à adopter la motion CTT-CE, une motion très prudente, qui se veut au final plus un signal, une requête adressés au Conseil fédéral afin qu'il soit attentif à l'évolution du fonds FTP qu'un mandat impératif qui entraînerait de nouvelles dépenses.
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo socialista
Am 19. Dezember 2008 hat Eugen David im Ständerat eine Motion eingereicht mit dem Titel "Stärkung von Arbeitsplätzen, KMU, Exportwirtschaft und Kaufkraft"; Sie haben den Text in Ihren Unterlagen. Die Motion betrifft fünf Bereiche: erstens Arbeitsmarkt, zweitens KMU-Kredite, drittens Wirtschaftsstandort, viertens Zins- und Währungspolitik und fünftens Fiskalpolitik. Der Bundesrat hat diese Motion durchgeschaut und dann dem Ständerat beantragt, nur die Ziffern 1b, 1c, 2b, 2c und 3a anzunehmen und alle weiteren abzulehnen. Die Punkte sind folgende:
1b. Die öffentlichen Investitionsvorhaben sind beschäftigungswirksam zu priorisieren und mit den Kantonen zu koordinieren.
1c. Die freigegebenen Arbeitsbeschaffungsreserven sind zu mobilisieren und die Unternehmen zu sensibilisieren.
2b. Zur Sicherung des Interbankenverkehrs sind neue Garantiemodelle zu prüfen.
2c. Kantonalbanken sind wichtige regionale Kreditgeber für KMU. Die Kantone und ihre Instrumente sind daher in die konjunkturpolitischen Massnahmen einzubeziehen.
3a. Die Produkte der Exportrisikoversicherung sind zu optimieren, um der veränderten Exportrisikolage Rechnung zu tragen.
Der Ständerat hat am 11. März 2009 diese Teile der Motion angenommen und alle weiteren abgelehnt. Die so veränderte Motion ist dann in die WAK des Nationalrates gekommen, und wir haben dort ohne grosse Diskussion beschlossen, uns dieser Motion anzuschliessen. Ich empfehle Ihnen, dies auch zu tun. Die WAK des Nationalrates hat mit 15 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung beschlossen, diese Teile so anzunehmen. Das Ergebnis von 15 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung hatte damit zu tun, dass nicht mehr alle WAK-Mitglieder anwesend waren; sonst hätte es wahrscheinlich noch mehr zustimmende Stimmen gegeben.
Ich bitte Sie, die Motion in diesem Sinne anzunehmen.
Hutter Markus · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo liberale-radicale
Ich ersuche Sie, die Motion 09.3467 abzulehnen, und zwar aus den folgenden drei Gründen: Diese Motion ist unnötig, ordnungspolitisch fragwürdig und unredlich.
Sie ist unnötig, weil es keinen Grund gibt, den FinöV-Fonds hier jetzt auf Vorrat zu alimentieren oder etwas zu kompensieren. Wenn Sie die Fakten betrachten, sehen Sie: Wir haben im ersten halben Jahr 2009 einen Rückgang der Einnahmen um 1 Prozent - 1 Prozent! - gegenüber dem Budget. Zuerst waren es 23 Prozent; dann waren es 9 Prozent; jetzt ist es, die Tatsachen des ersten halben Jahres 2009 zeigen es, 1 Prozent. Das liegt längstens in der Bandbreite der Budgetungenauigkeit. Alle Bauten werden ausgeführt. Es gibt keinen Grund, etwas vorzuziehen; es ist keine Kompensation nötig.
Die Motion ist ordnungspolitisch fragwürdig, weil sie spekulativ ist. Was tun wir, wenn aufgrund der Rezession die Einnahmen sinken und wir in den verschiedensten Bereichen, nicht nur im FinöV-Fonds, Abweichungen vom Budget haben? Fordern wir dann jedes Mal in Motionen, dass die allenfalls aufgrund der Rezession zurückgehenden Einnahmen mit Konjunkturprogrammen kompensiert werden?
Diese pessimistischen Prognosen haben System: Sie sollen das Parlament zu ausserordentlichem Handeln bringen. Zuerst waren es 23 Prozent; dann waren es 9 Prozent; jetzt ist es noch 1 Prozent. Lassen wir uns von solchen Prognosen nicht ins Bockshorn jagen! Sie sehen auch: Eine präventive Einnahmenkompensation auf Vorrat bringt nichts, denn einbrechende Einnahmen werden im Zuge der Konjunktur der Normalfall sein. Diese Rezession gefährdet nicht nur die Investitionen in die Schieneninfrastruktur.
Wir sind der Meinung, dass diese Motion auch unredlich ist. Sie ist deshalb unredlich, weil sie eine Zwängerei bedeutet. Wir haben hier in diesem Rat am 4. Juni 2009 eine gleichlautende Motion abgelehnt. Es gibt keinen Grund - im Gegenteil, die Fakten präsentieren sich noch einmal günstiger als damals befürchtet -, jetzt auf Vorrat zu handeln. Es geht hier offensichtlich nicht um Fakten, sondern es geht um eine einseitige Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs. Erinnern wir uns auch daran, dass 2008 die Einnahmen des FinöV-Fonds über den budgetierten Werten lagen. Es kann doch nicht sein, dass wir - nach den sieben fetten Jahren, in welchen wir natürlich alle diese Erträge angenommen, verwendet haben - jetzt, wenn die sieben mageren Jahre kommen, bereits im Voraus mit zusätzlichen Konjunkturprogrammen aufwarten.
Ich erinnere auch daran, dass letztlich ja genau die Güterverlagerungspolitik - ich erwähne es nochmals - der Politik der links-grünen Zeit entspricht. Sie müssten ja fröhlich sein, wenn jetzt weniger gefahren wird auf der Strasse. Sie fordern ja dauernd, dass die Güter auf die Schiene verlegt und verlagert werden. Offensichtlich passiert das jetzt; es wird weniger gefahren. Und schon wollen Sie zusätzliche Konjunkturprogramme. Redlich wäre, wenn man sich für die Transporteure einsetzen würde, die jetzt unter dieser Rezession leiden, aber sicher nicht, sich jetzt einfach von Staates wegen die Einnahmen auf eine andere Weise zu beschaffen.
Ich erwähne zum Schluss die Schwächen des FinöV-Fonds. Gerade hier zeigt sich, dass der FinöV-Fonds so nicht überzeugt. Wir von der FDP-Liberalen Fraktion weisen darauf hin, dass der FinöV-Fonds für die Neat geschaffen wurde und wir hier eine intransparente und letztlich konjunkturabhängige Einnahme haben.
Ich ersuche Sie im Namen der Minderheit, diese Motion abzulehnen.
Hany Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo PCD/PEV/glp
Herr Kollege Hutter, ich glaube, Sie haben mir nicht zugehört, als ich als Kommissionssprecher klar und deutlich erwähnt habe, zurzeit sei es tatsächlich so, dass die LSVA keinen Einnahmenrückgang verzeichne, wir sprächen ja von beschlossenen Projekten, die bereits im Bau sind. Was spricht denn wirklich dagegen, dass wir jetzt diese Motion annehmen und damit sicherstellen, dass es keine Verzögerungen gibt? Wenn Sie Recht haben - was ich eigentlich hoffe -, dann brauchen wir dieses Geld überhaupt nicht. Das heisst, diese Motion ist dann nicht wirksam, sie wird dann nicht benötigt. Was spricht denn wirklich dagegen? Ich verstehe noch immer Ihr Problem nicht.
Hutter Markus · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo liberale-radicale
Herr Kollege Hany, es sprechen eben die drei genannten Gründe dagegen. Es ist unnötig, jetzt auf Vorrat neue Konjunkturprogramme zu initiieren. Es gibt eine Abweichung von nochmals 1 Prozent gegenüber dem Budget im ersten Halbjahr. Machen wir doch hier keinen unnötigen Aktivismus. Es ist auch unnötig, weil die Bauten ausgeführt werden. Es gibt keinen Grund zur Sorge, dass irgendwo die Baumaschinen stehenbleiben würden, weil das Geld fehlte.
Es ist ordnungspolitisch falsch. Denn wir haben noch ganz andere Bereiche, in denen die Einnahmen auch nicht wie gewohnt hereinkommen werden, und zwar mehr als 1 Prozent weniger als erwartet. Sie werden dort mehr zurückgehen. Auch dort müsste man ja dann gegenüber den Budgets, gegenüber den laufenden Planungen überall Revisionen vornehmen. Das ist ordnungspolitisch falsch.
Beim FinöV-Fonds, so, wie er aufgestellt ist, ist abzusehen, dass es in der Zukunft generell Schwankungen geben wird. Das war auch in der Vergangenheit so; da waren es Überschüsse, die wir dankend angenommen haben. Niemand hat gesagt: Wir bilden eine Reserve, oder wir investieren dieses Geld.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo PCD/PEV/glp
Monsieur Hutter, vous répondez très bien, mais on ne peut pas refaire toute l'intervention. (Remarque intermédiaire Hutter Markus: Er hat mir die Frage gestellt, deshalb will ich ihm das sagen!) C'est une réponse très, très, très longue. Voilà, merci.
Schwander Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Svitto · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
In Krisen und Wirtschaftsflauten haben Konjunkturprogramme Hochkonjunktur. Solchen Programmen ist gemeinsam, dass sie auf Pump lanciert und nicht aufgrund ihrer konjunkturellen Wirkung ausgewählt werden, sondern aufgrund der politischen Stärke derjenigen, die dann davon profitieren, ganz nach dem Motto: Jeder denkt an sich, und damit ist an alle gedacht.
Die SVP ist gegen kurzfristige und kurzsichtige Programme und Massnahmen, welche noch gleichentags im Konsumrausch verpuffen. Vielmehr setzt die SVP auf eine Wirtschaftspolitik, welche diesen Namen auch verdient. Dazu gehören eine eigenständige Währungs- und Geldpolitik, eine eigenständige Finanz- und Steuerpolitik und eine eigenständige Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Zu diesen drei Säulen müssen wir grosse Sorge tragen, wenn wir eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik betreiben wollen, denn es ist wohl unbestritten, dass die eigenständige Geld- und Zinspolitik unserer Nationalbank wesentlich dazu beigetragen hat - wenn sie es nicht gar praktisch im Alleingang bewirkt hat -, den Finanzplatz Schweiz, aber auch den Werkplatz Schweiz zu stabilisieren. Diesen Weg gilt es weiterzugehen, es gilt, die Gefahr von Inflation und damit von hohen Zinsen zu bannen.
Anders sieht es bei der Finanz- und Steuerpolitik aus. Es wirkt unglaubwürdig, jetzt kurzfristig nach Massnahmen zu rufen und im Zusammenhang mit dem Bankkundengeheimnis gleichzeitig den Grundsatz der doppelten Strafbarkeit über Bord zu werfen. Es wirkt ebenfalls unglaubwürdig, dem Volk eine Schuldenbremse vorzulegen, um sie dann gleichzeitig von Beginn an abzuschwächen.
Wir haben zwar in der Zwischenzeit die Schuldenbremse auf die ausserordentlichen Ausgaben ausgeweitet. Der SVP geht das aber noch zu wenig weit. Wir müssen auch die Ausgaben sämtlicher Sozialwerke dem Regime der Schuldenbremse unterstellen. Ich erinnere daran: Der Staat und alle Sozialwerke geben täglich 785 Millionen Franken aus. Das sind insgesamt im Jahr über 53 Prozent des Bruttoinlandproduktes.
Wir haben es leider verpasst, in guten Zeiten Reserven anzuhäufen und die Sozialversicherungen auf eine gesunde Basis zu stellen. Der Bundesrat hat es auch verpasst, seit Jahren verpasst, eine konsequente Aufgabenüberprüfung durchzuführen. Der Staat ist nicht für alles und alle zuständig und verantwortlich. Das beste Konjunkturprogramm ist, Staatsaufgaben abzubauen und die Steuern zu senken. Das Geld muss bei den Haushalten bleiben. Ich erinnere daran, dass das verfügbare Einkommen von 2000 bis 2007 von 75 Prozentpunkten auf 70 Prozentpunkte gesunken ist.
Zum letzten Punkt, der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Was wurde im Vorfeld der Abstimmung zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit noch kürzlich behauptet? Mit der Personenfreizügigkeit haben junge Schweizerinnen und Schweizer das Recht und die Möglichkeit, in der EU zu wohnen und zu arbeiten. Da wirken für mich die heute vorgelegten Vorstösse gegen die Jugendarbeitslosigkeit geradezu wie ein Hohn.
Ich bitte Sie deshalb: Bleiben wir bei unserer ordnungspolitischen Disziplin und machen wir nicht Massnahmen und Vorstösse auf Pump.
Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista
Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht: Die Schweiz befindet sich in einer der grössten Krisen seit Jahrzehnten, und bezahlt wird diese Krise vor allem von den Leuten, die ihre Arbeit und damit auch ihre Berufsaussichten verlieren. Die Prognosen, und ich spreche jetzt an die Adresse von SVP und FDP, sind mehr als düster. Ende 2010 dürften in der Schweiz weit über 200 000 Leute ohne Arbeit sein - wenn der wirtschaftspolitische Kurs nicht geändert wird, wenn Sie nicht endlich bereit sind, die Massnahmen zu ergreifen, die nötig sind, um den Arbeitsmarkt zu stützen.
Sie haben verschiedentlich auf eine leichte konjunkturelle Wende hingewiesen. Das deutet aber in keinem Fall bereits auf einen Wendepunkt in der Konjunktur hin. Es dürfte sich in der Mehrzahl der Fälle um Lagerbestandskorrekturen handeln. Für eine nachhaltige konjunkturelle Besserung ist das noch kein handfestes Indiz.
Nachdem die Binnennachfrage bislang relativ stabil war, droht mit der steigenden Arbeitslosigkeit nun auch der private Konsum einzubrechen. Dann liegt auf der Hand: Die steigende Arbeitslosigkeit wird den privaten Konsum dämpfen, und die öffentliche Hand verstärkt die Krise, statt sie nachhaltig zu bekämpfen. Allein die Erhöhung der Krankenkassenprämien wird der Wirtschaft etwa 2 Milliarden Franken an Kaufkraft entziehen.
Was wäre jetzt zu tun? Auch das liegt auf der Hand. Wir müssen die private Kaufkraft stützen, zum Beispiel durch Entlastungen bei den Krankenkassenprämien. Es braucht eine expansive Politik der öffentlichen Haushalte von Bund, Kantonen und Gemeinden. Es braucht Investitionsprojekte im öffentlichen Verkehr, für den ökologischen Umbau. Es braucht Weiterbildungsmassnahmen, und es braucht vor allem konkrete Massnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Ich muss Ihnen sagen: In der gestrigen Debatte zum Konjunkturprogramm habe ich viele Illusionen verloren. Die FDP und SVP haben wichtige Massnahmen für Langzeitarbeitslose, Massnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit nicht nur verhindert, sondern noch mit ideologisch verbrämten Stellungnahmen bekämpft, und dies in einer Art und Weise, die man nicht anders als unverantwortlich bezeichnen kann. FDP hat sich von der SVP ins Schlepptau nehmen lassen. Die FDP, die früher die führende ernstzunehmende Wirtschaftspartei war, hat rein ideologisch argumentiert, und Herr Pelli ist so weit gegangen, verantwortungsvolle Mitglieder seiner Fraktion zu zwingen, gegen die Konjunkturmassnahmen zu stimmen, und hat damit ganz klar verfassungswidrig gehandelt. Die FDP hat sich der SVP unterstellt, ausgerechnet der SVP unter Führung von Herrn Spuhler, der wesentlich für eine der grössten Krisen, die wir in diesem Land haben, mitverantwortlich ist, der als Verwaltungsrat der UBS eine der grössten Staatshilfen aller Zeiten in diesem Land ausgelöst hat.
Ich bitte Sie, kommen Sie zur Besinnung. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Ständerat an seinen Beschlüssen festhält und dass in diesem Ratssaal nach den Bundesratswahlen wieder Vernunft einkehrt und die Beschlüsse von gestern korrigiert werden. Sie sind verpflichtet, auch aufgrund der Verfassung, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen; dazu sind wir alle verpflichtet. Ich bitte Sie, tragen Sie dazu bei, dass wir in diesem Land wieder eine Konjunkturpolitik betreiben, die diesen Namen verdient.
Huber Gabi · Mit-F · Consiglio nazionale · Uri · Gruppo liberale-radicale
Die Meinung der FDP-Liberalen Fraktion zur jüngsten Serie konjunktureller Stabilisierungsmassnahmen ist Ihnen bekannt: Auch wenig ist zu viel! Die vorgeschlagenen Stabilisierungsmassnahmen überzeugen nicht. Sie befriedigen primär einen künstlich aufgebauten Erwartungsdruck. Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Wir brauchen nicht dem Ausland nachzueifern. Die USA, Grossbritannien, Japan und Deutschland werden im Jahr 2014 zwischen 14 und 20 Prozent ihrer Einnahmen für den Schuldendienst ausgeben. Das ist ein vier- bis sechsmal höherer Anteil als heute in der Schweiz. Alle diese Länder haben bereits Steuererhöhungen angekündigt oder beschlossen.
Statt dieses hilflose Massnahmenpaket zu versenden, sind die mittelfristig viel wichtigeren Steuerreformen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wachstum voranzutreiben. Die FDP fordert deshalb steuerliche Reformen statt Konjunkturprogramme. Diese umfassen den automatischen Ausgleich der kalten Progression, die Familienbesteuerung mit hohen Abzügen für Fremdbetreuung, den Mehrwertsteuer-Einheitssatz, steuerliche Anreize für Gebäudesanierungen sowie die Unternehmenssteuerreform III auf 2011.
Nicht nur hilflos, sondern restlos untauglich ist nun aber die vorhin präsentierte Motion der KVF-SR, mit welcher Finanzierungslücken bei FinöV-Projekten mit der dritten Stufe der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen beschlossen werden sollen. Zu Recht sieht der Bundesrat keinen Grund, den FinöV-Fonds mit ausserordentlichen Mitteln zu speisen. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur bildeten bereits einen wesentlichen Bestandteil der bisherigen Stabilisierungsprogramme. Die Bauwirtschaft profitiert stark von den geldpolitischen Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank und den damit verbundenen niedrigen Zinssätzen.
Diese Motion ist ein ordnungspolitischer Sündenfall. Es gibt keinen Grund, den FinöV-Fonds durch die Hintertüre mit ausserordentlichen Mitteln zu speisen. Falls dieser Fonds wirklich ein Problem bekäme, dann wollen auch wir es lösen, aber sicher nicht im Rahmen einer Alibi-Stabilisierungsübung. Dass die KVF des Nationalrates ihre Motion 09.3013 zurückgezogen hat, ist lobenswert, denn die Konjunkturankurbelung über erhöhte Rahmenkredite für die SBB und die KTU wäre ebenso eine Scheinübung gewesen.
Die FDP-Liberale Fraktion unterstützt die Motion 08.4043 des Ständerates betreffend die Stärkung von Arbeitsplätzen, KMU, Exportwirtschaft und Kaufkraft im Sinne des Bundesrates und der WAK-NR.
Robbiani Meinrado · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo PCD/PEV/glp
Sul versante della congiuntura qualcuno intravvede perlomeno in lontananza qualche spiraglio incoraggiante. Così non è però per nulla per l'occupazione che rimane entro un orizzonte oltremodo cupo. Da un lato va accentuandosi il pericolo che le ditte che oggi hanno orario ridotto finiscano per adottare dei piani di ridimensionamento. Dall'altro rimangono acute le difficoltà di accesso al mercato del lavoro - difficoltà che colpiscono soprattutto i giovani.
Di fronte a questo scenario è in particolare opportuno da un lato continuare a puntare sistematicamente sullo strumento del lavoro ridotto. A questo proposito inviterei il dipartimento a valutare l'opportunità di convocare le parti sociali a sostegno di questo strumento, anche alla luce delle recenti affermazioni del padronato che lasciano intravvedere delle massicce riduzioni di posti di lavoro. Dall'altro occorre pure sostenere con vigore i giovani, facendo in modo che l'eventuale periodo di disoccupazione si trasformi in un'occasione di investimento sulle proprie conoscenze e competenze. Anche qui il dipartimento - dopo gli sbandamenti di questo stesso Consiglio ieri - è invitato a fare in modo di utilizzare sistematicamente quelli che sono gli strumenti disponibili nell'ambito dell'assicurazione disoccupazione, prestando in particolare attenzione a far sì che i giovani che hanno interrotto la loro formazione la recuperino per avere una formazione solida di base, facendo in modo di promuovere anche l'accesso alla maturità professionale, promuovendo il ricorso a corsi linguistici, e anche intensificando l'offerta di occasioni di pratica professionale.
Mi sia però anche consentito oggi profittare di questo dibattito per costatare, per affermare, per sottolineare che la congiuntura non deve - non può - essere l'unica, l'ultima frontiera della nostra azione. Occorre andare alla radice di questa crisi ciò che ci rimanda al modello di economia che ha occupato la scena nel più recente passato. A questo proposito è indispensabile eliminare le distorsioni, le aberrazioni di questo modello. Facendo cosa? Sottraendo la finanza al primato della speculazione, liberando l'economia dal gioco del breve termine, riconoscendo che il lavoro è il perno più autentico del successo delle imprese e dell'economia, e ricaricando le imprese di una precisa responsabilità sociale.
Perciò è opportuno avviare un cantiere di riforme capillari che modifichino alla radice il modello stesso di finanza e di economia. Siamo chiamati come Parlamento a riportare la finanza e l'economia all'interno di un orizzonte etico e sociale constrastando le manovre e persino i ricatti - emblematico quello del gran patron di Nestlé - di coloro che vogliono che tutto o quasi torni come prima, esito che non possiamo permetterci di lasciare scorrere.
Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi
In der Krise muss nachhaltig gearbeitet werden. Unser Green New Deal ist der Vorschlag, den meine Kolleginnen dann weiter ausführen. Es braucht Massnahmen für die Zukunft auf der Investitionsseite, vor allem ökologische Massnahmen, aber auch Massnahmen im Sozialbereich; meine Kollegin Weber-Gobet hat beispielsweise die Motion 09.3711 für Investitionsbeiträge in der Höhe von 100 Millionen Franken für hindernisfreie Zugänge für Behinderte eingereicht. Da ist noch sehr viel zu leisten.
In der Krise immer wieder vergessen geht leider der soziale Bereich. Wir haben das gestern in der Diskussion gesehen. Wir haben verschiedene Probleme, und dafür braucht es jetzt Lösungen. Es braucht eine soziale Abfederung für die von der Krise betroffenen Menschen. Für den Aufschwung nämlich ist beides nötig: auf der einen Seite Investitionen und genügend Aufträge und auf der anderen Seite eben die soziale Abfederung und der soziale Frieden.
Wir rechnen mit etwa 200 000 bis 300 000 arbeitslosen Menschen. Speziell betroffen davon sind Frauen, junge Menschen, aber auch ältere und schlecht qualifizierte. Für Junge ist es speziell schlimm, wenn sie nicht in die Gesellschaft aufgenommen werden. Das hat hohe Folgekosten, leider teilweise verbunden mit Gewalt gegen aussen, aber auch gegen sich selber. Bitter war daher gestern die Ablehnung unter anderem der Weiterbildung für stellenlose Jugendliche.
Bei den Arbeitslosenzahlen wird die Zahl der Sozialhilfebezüger und Sozialhilfebezügerinnen nicht mit eingerechnet, die noch einmal höher ist als die Zahl der Arbeitslosen. Darunter sind viele Working Poor, das heisst Menschen, die arbeiten, aber nicht genügend für ihre Existenzerhaltung verdienen. Es kann nicht sein, dass wir nur die Banken unterstützen, aber nicht auch dasselbe für die Menschen leisten. Zentral nämlich ist für die Menschen die Existenzsicherung und dabei natürlich der Job. Eine gute Möglichkeit wäre die Verbilligung der Krankenkassenprämien. Leider haben wir auch diese Mittel nicht gesprochen.
Sie haben nun noch einmal eine Chance mit unserer Motion: mit der Einfrierung der Prämien für die nächsten zwei Jahre, mit der Übernahme durch den Bund und mit der zusätzlichen Erhöhung der Zahl der Bezugstage für Gelder der Arbeitslosenversicherung auf wiederum 520 Tage, damit einerseits länger Geld vorhanden ist und andererseits auch Eingliederungsmassnahmen und Unterstützung für die Wiederintegration geleistet werden. Sie haben gestern auch das abgelehnt. Sie haben mit unserer Motion jetzt noch einmal eine Chance. Wir zeigen Ihnen auch Mehreinnahmen: Wir sprechen uns nämlich ab einem Reineinkommen von 126 000 Franken für einen Solidaritätsbeitrag aus.
Ich habe es erwähnt: Speziell betroffen sind leider immer die Frauen; das bestätigt auch der Bundesrat in seinen Ausführungen. Betroffen sind sie vor allem wegen der Familiensituation, sprich wegen der Kinder, die zu betreuen sind. Ein gutes Mittel, um das auszugleichen, ist die Einführung von Teilzeitarbeit und Jobsharing-Modellen; so sind Familie und Job gut miteinander vereinbar. Zudem ist dies eine ideale Chance, die Vermehrung von Arbeitsplätzen zu realisieren und damit einen Arbeitsplatzabbau teilweise zu verhindern. Es gibt dadurch ausserdem einen Mehrwert für die Wirtschaft, denn Studien zeigen sehr klar: Wer Teilzeit arbeitet, leistet in der vereinbarten Zeit mehr.
Wir sind deshalb erfreut, dass der Bundesrat unsere Motion für Jobsharing entgegennehmen will. Wir hoffen, dass sie heute von Ihnen ebenfalls unterstützt wird.
Hassler Hansjörg · Mit-M · Consiglio nazionale · Grigioni · Gruppo BD
Ich mache einige Bemerkungen zur Motion 08.4043, die von Ständerat David eingereicht wurde.
Es ist eine gute und wichtige Motion, die Ständerat David eingereicht hat. Mit den Zielen, die Arbeitsplätze, die KMU, die Kaufkraft und die Exportwirtschaft zu stärken, sind wir wohl alle einverstanden. Ich glaube, man kann heute auch sagen, dass die Krise die Talsohle erreicht hat. Die Finanzkrise ist noch nicht ausgestanden, aber sie hat sich wesentlich stabilisiert. Die meisten anderen Indikatoren wie das BIP, die Auftragslage bei den Unternehmungen oder auch die Börse zeigen wieder leicht nach oben. Die relativ hohe Arbeitslosigkeit wird uns aber noch einige Zeit erhalten bleiben. Es ist zudem damit zu rechnen, dass sich auch das zurückhaltende Konsumverhalten der Bevölkerung noch nicht so schnell ändern wird. Aber die Wende zum Besseren zeichnet sich langsam ab.
Unserer Meinung nach hat der Bundesrat die Krise gut bewältigt. Die Bewältigung der Finanzkrise ist bestimmt noch nicht abgeschlossen, aber auch hier sind wir inzwischen auf gutem Weg. Die Differenzen mit den USA in Bezug auf das Geschäftsgebaren der UBS konnten beigelegt werden. Der Finanzsektor bleibt für die Schweiz sehr wichtig. Es gilt, in Zukunft eng mit den anderen Staaten nach Lösungen zu suchen, um ähnliche Finanzkrisen zu verhindern. Fehler darf man machen, aber es sollten nicht zweimal die gleichen Fehler passieren. Es gilt, die richtigen Lehren daraus zu ziehen, und diese sind ganz klar: Den Finanzinstituten müssen klarere Regeln auferlegt werden in Bezug auf die Kreditpolitik, in Bezug auf das Rating, in Bezug auf die Überwachung und in Bezug auf die Entschädigungen der Kader.
Im Bereich der Kaufkraft haben wir jetzt einige Beschlüsse gefasst, die ihre Wirkung ganz bestimmt nicht verfehlen werden. Wir haben die Unternehmungen und die Familien steuerlich wesentlich entlastet; wir haben den Beschluss gefasst, die kalte Progression rascher auszugleichen; wir haben Stabilisierungsprogramme in Milliardenhöhe beschlossen - diese Massnahmen sind gut und werden auch positive Auswirkungen auf die Kaufkraft haben.
Die Stärkung der KMU hat für die BDP hohe Priorität. Die KMU bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft. Den KMU kommen ganz besonders die steuerlichen Entlastungen der Unternehmungen und der Familien zugute. Für die KMU ist es auch wichtig, ihren administrativen Aufwand minimieren zu können. Ein erster richtiger Schritt dazu war die administrative Vereinfachung der Mehrwertsteuerabrechnungen. Weiter ist für die KMU wichtig, dass sie zu den für ihre Investitionen erforderlichen Krediten gelangen, einerseits über die Banken, andererseits über das Bürgschaftswesen des Gewerbes. Das Bürgschaftswesen wurde bereits vereinfacht und ausgebaut. Bei den Banken, vor allem bei den Kantonalbanken, den Raiffeisenbanken und den Regionalbanken, sind Gelder für die Gewährung von Krediten ausreichend vorhanden. Gerade diesen Banken sind ja während der Finanzkrise sehr viele Anlagegelder zugeflossen. Die Finanzierungen der KMU sind aus dieser Sicht gewährleistet, sofern die Kredite auch genügend abgesichert werden können. Wir können also nicht von einer Kreditklemme für die KMU sprechen.
Im Bereich des Tourismus müssen, besonders auch im Ausland, verstärkt Anstrengungen unternommen werden, um den Kaufkraftverlusten Rechnung zu tragen. Die Hotelübernachtungen sind infolge der Wirtschafskrise stark zurückgegangen: um rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darum ist es wichtig, gezielte Nachfrageförderung im Ausland zu betreiben. So sollen zum Beispiel die Mittel für die Landeswerbung gezielt für die Standortpromotion eingesetzt werden. Konkret heisst dies, dass die Mittel von "Präsenz Schweiz" vor allem für die Tourismuswerbung eingesetzt werden sollen.
Zusammenfassend: Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass alle staatlichen Massnahmen zur Stärkung der Wirtschaft und des Standortes Schweiz und insbesondere die vorgesehenen Investitionen zwischen Bund und Kantonen gut koordiniert werden. Dann entfalten sie ihre Wirkung optimal.
Reymond André · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Alors que notre pays s'enfonce dans une récession qui frappe autant les individus que les entreprises, il est temps de soulager nos concitoyens du lourd fardeau fiscal qui les accable. Ces citoyens honnêtes et laborieux sont chaque jour assaillis de nouvelles taxes et de nouveaux impôts, alors que la crise qui frappe notre économie les fragilise chaque jour un peu plus. Allez-vous les regarder basculer dans la précarité et le chômage sans rien faire? Attendez-vous qu'ils soient réduits à la pauvreté pour vous occuper de leur sort?
Il faut de toute urgence réduire les impôts qui grèvent la consommation des ménages. Il faut immédiatement investir pour inverser cette spirale infernale qui entraîne les finances de l'Etat au-delà du raisonnable. La relance ne se fera que par une reprise vigoureuse de la consommation et par une gestion rigoureuse du budget de l'Etat. Il faut immédiatement réduire le train de vie de l'Etat.
Une des priorités de notre assemblée doit être d'assurer à nos concitoyens le meilleur niveau de vie possible; l'autre est de concilier le développement économique de notre pays avec les exigences du développement durable. La consommation des ménages est l'un des moteurs de notre économie. Comment pouvez-vous imaginer qu'un citoyen suisse vive décemment si son salaire diminue à chaque augmentation des prélèvements obligatoires et que son pouvoir d'achat régresse tant les taxes augmentent?
La consommation des classes moyennes est au point mort et le chômage augmente. En 2004, la quote-part fiscale atteignait presque 30 pour cent, un taux parmi les plus élevés au monde. Bien plus inquiétant encore, les partis de gauche nous préparent une salve de nouveaux impôts qui vont encore appauvrir les classes moyennes déjà lourdement taxées.
Alors, imaginez l'impact d'une petite hausse d'un demi-pour cent de la TVA sur la consommation des foyers les moins favorisés! On atteint là le point limite entre la précarité et la pauvreté. Les nantis et les aventuriers du Dow Jones se moquent d'une telle broutille. Mais les salariés des entreprises considèrent ce simple demi-pour cent comme une véritable agression contre leur pouvoir d'achat qui se rapproche encore plus d'un point de rupture.
Réfléchissez-y avant d'autoriser l'Etat à poursuivre sa boulimie financière. Seul un sursaut réel de la consommation des foyers suisses peut faire redémarrer notre économie, et la seule baisse des nuitées dans l'industrie hôtelière devrait vous alarmer sur l'ampleur de la crise qui nous affecte insidieusement.
Soyez réalistes, l'Etat ne peut plus continuer à dépenser sans limites. Tous ces organismes subventionnés, toutes ces commissions d'étude largement rétribuées, toutes ces cohortes de conseillers spéciaux et de chargés de mission, aux généreux salaires, toutes ces heures de vol dont certains hauts fonctionnaires abusent sans compter, à l'image de nos plus hauts magistrats, cette gabegie financière n'a que trop duré.
Il faut que l'administration arrête d'intervenir dans des domaines qui ne la concernent pas et qui relèvent de l'économie privée ou de la vie associative. L'initiative privée et citoyenne est bien plus efficace que la lourde et tortueuse action de l'administration. La manne issue des contributions fiscales n'est pas illimitée, qu'elle provienne des citoyens ou des entreprises.
Hämmerle Andrea · Mit-M · Consiglio nazionale · Grigioni · Gruppo socialista
Ich spreche zur Motion des Ständerates 09.3467, "Finanzierungslücken bei FinöV-Projekten mit der dritten Stufe der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen schliessen". Worum geht es? Infolge der Wirtschaftskrise fehlen Einnahmen aus der LSVA und aus der Mehrwertsteuer; sie sind tiefer als budgetiert. Das Ausmass der Mindereinnahmen ist nicht wirklich bekannt, ich komme darauf noch zurück. Diese Lücke soll nun mit Bundesgeldern geschlossen werden, damit die FinöV-Projekte wie geplant realisiert werden können. Eines ist nämlich klar: Mindereinnahmen führen dazu, dass der FinöV-Fonds seine Grenzen schneller als geplant erreicht und dass beschlossene Projekte somit nach hinten verschoben werden müssen. Es geht vor allem um die Projekte, die wir hier beschlossen haben, nämlich um ZEB 1, um nicht von Bahn 2030 zu sprechen.
Die Kantone machen enormen Druck zur Realisierung dieser Projekte: Zimmerberg, Bahnhof Luzern, drittes Gleis Lausanne-Genf, Wisenbergtunnel usw. Einige Kantone erbringen sogar den Tatbeweis dafür, dass ihnen diese Projekte wichtig sind, indem sie sie teilweise - wenn auch bescheiden - vorfinanzieren. Diese Vorfinanzierungen sind gut; sie helfen aber nicht, wenn die Hauptfinanzierung durch den Bund nicht gesichert ist.
Der Ständerat hat die Motion mit überwältigender Mehrheit, mit 26 zu 2 Stimmen, angenommen. Das heisst, alle Fraktionen, auch und insbesondere die FDP-Liberale Fraktion, haben dieser Motion im Ständerat klar zugestimmt. Es müsste eigentlich auch im Nationalrat für eine Mehrheit reichen, aber hier sind die Widerstände leider grösser.
Ich höre vor allem zwei Gegenargumente. Zunächst: Wer gegen ein drittes Konjunkturprogramm ist, lehnt auch diese Motion ab. Das ist ein rein ideologisches Argument bzw. eben kein Argument, sondern nur eine Behauptung. Dieses Argument sticht nicht, denn die Ausfälle sind real, und die Realisierung der beschlossenen Projekte muss nach hinten verschoben werden. Das zweite Gegenargument hat Herr Hutter ausführlich erläutert: Die Einnahmenausfälle seien ja gar nicht so gross, wie ursprünglich vermutet. Umso besser, sage ich da, dann kostet die Annahme der Motion ja weniger. Die Motion ist aber ein unverzichtbares Sicherheitsventil. Und noch etwas: Wie hoch die Einnahmenausfälle im Jahr 2009 oder dann im Jahr 2010 tatsächlich sind, wissen wir nicht. Wenn ich die Klagen der Lastwagenbranche höre, dann scheinen mir die Zahlen der Oberzolldirektion reichlich optimistisch.
Fazit: Wer mit den Kantonen nach einer schnellen Realisierung der für sie wichtigen Projekte ruft, und das sind die meisten hier im Saal, der kann nicht gegen eine stabile Finanzierung dieser Projekte sein.
Stimmen Sie mit dem Ständerat und der Mehrheit Ihrer Kommission dieser Motion zu.
Chevrier Maurice · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo PCD/PEV/glp
Aides financières en faveur de la formation continue, aides financières visant à favoriser l'entrée sur le marché du travail, ou encore aides financières pour des engagements de durée déterminée; aides financières par-ci, aides financières par-là. J'étais convaincu de leur bien-fondé, de leur nécessité, je les ai votées.
Néanmoins, j'ai le sentiment un peu amer que les intelligences du SECO et d'ailleurs ont surtout, voire exclusivement, cogité sur la question de savoir comment relancer la machine avec les deniers publics. Or, à mes yeux, une autre piste, plus efficace et moins onéreuse pour l'Etat est demeurée inexplorée, ou du moins insuffisamment explorée, celle des incitations aux investissements privés. On le sait, c'est de notoriété publique, des bas de laine hérités ou constitués presque "à l'insu de leur plein gré", pour reprendre une expression célèbre, par des gens foncièrement honnêtes dépérissent dans des tiroirs fermés à double tour. Je propose, par ma motion 09.3305, de dépoussiérer certaines de ces antiquités. Il ne s'agit ici aucunement d'une prime à la canaille, mais d'une mesure simple, efficiente, arrivant au bon moment et permettant d'augmenter immédiatement la consommation privée.
Je souhaite mentionner un autre secteur. Certaines régions, dont la mienne, dépendent fortement d'une activité spécifique, en l'occurrence le tourisme. Il y a possibilité de doper temporairement ce secteur en allouant aux cantons qui en font la demande un contingent extraordinaire en matière de vente à des personnes domiciliées à l'étranger. Voilà la mesure anticyclique type qui ne coûte pas un sou à l'Etat, qui génère des emplois et qui se prend en toute légalité par simple anticipation. Il y a dans ce pays des éoliennes, des installations solaires et hydrauliques, il y a dans ce pays des stades et des usines qui n'attendent qu'un OK pour démarrer. Ces projets demeurent en stand-by, embourbés par la faute de procédures longues et fastidieuses, appliquées par des autorités tatillonnes qui privilégient la lettre, qui se soucient de l'"après-virgule", et oublient l'esprit. Le jusqu'au-boutisme obtus de certaines organisations ajoute encore à l'inertie.
Nous pouvons, si nous le voulons vraiment, accélérer le mouvement. Et là, Madame la conseillère fédérale, je me tourne vers vous pour vous demander: êtes-vous convaincue d'avoir tout étudié, tout entrepris pour stimuler l'investissement privé plutôt que creuser le déficit public?
Hurter Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Sciaffusa · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Die Anzeichen für einen konjunkturellen Aufschwung sind im Moment noch vage. Aber immerhin prophezeien Experten der BAK Basel Economics, dass die Wirtschaft bereits Ende 2009 wieder Tritt fassen wird und die Schweiz die schwerste Rezession seit 1975 schneller überwinden wird als befürchtet. Die Basler Experten rechnen sogar mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent im nächsten Jahr. Es gibt also keinen Grund, wieder mit der grossen Kelle anzurichten. Bis Konjunkturprogramme wirklich greifen, vergeht meistens viel Zeit, und die Konjunktur erholt sich schon fast alleine. Dies stimmt selbstverständlich nur bedingt, denn eine Erholung gibt es immer nur dann, wenn Vertrauen vorhanden ist, Vertrauen in den Staat und in die Politik. Dann wird auch nachhaltig konsumiert. Konsumieren kann aber nur jemand, dem genügend übrig bleibt. Leider hat die Politik hier in den vergangenen Jahren versagt: Trotz der fetten Jahre wurde immer mehr ausgegeben, die Fiskalquote ist ständig angestiegen, und wir Schweizerinnen und Schweizer arbeiten im Moment mehr als sechs Monate für den Staat und die Sozialwerke. Oder anders gesagt: Die Schweizer Bevölkerung bezahlt täglich 785 Millionen Franken an den Staat und die Sozialwerke.
Nachdem noch höhere Krankenkassenprämien, Strompreiserhöhungen, steigende CO2-Abgaben, Rohstoffpreiserhöhungen, wachsende Lohnnebenkosten, die Verteuerung des öffentlichen Verkehrs usw. vor der Tür stehen, soll gemäss einer Mehrheit in diesem Saal auch noch eine zusätzliche Mehrwertsteuererhöhung zugunsten der IV durchgesetzt werden. Diese Volksabstimmungsvorlage sieht neben dem AHV-Rentenklau gleich noch eine Steuererhöhung in konjunkturell unsicherer Zeit vor. Das schwache Pflänzchen Konjunktur wird dabei mit Füssen getreten. Ich hoffe, dass die Bevölkerung realisiert, dass diese Mehrwertsteuererhöhung von den Bürgerinnen und Bürgern sowie von den KMU bezahlt werden müsste. Die grossen exportierenden Unternehmen und die Banken sind hiervon vermutlich weniger betroffen, und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Economiesuisse im Nachhinein im Ja-Komitee Einsitz genommen hat. Nun scheint die Economiesuisse aber zu realisieren, dass die Bevölkerung die Ja-Sager durchschaut hat. Sie schiesst nun kurzfristig mehrere Hunderttausend Franken in diese Kampagne ein. Es wäre jedoch besser, wenn die Economiesuisse die KMU weniger im Regen stehen lassen würde. Denn jene sind die Stütze unserer Wirtschaft; so wird es jedenfalls immer wieder gesagt. Grossbritannien hat kurzfristig die Mehrwertsteuer gesenkt, um die Konjunktur anzukurbeln. Frau Bundesrätin Leuthard hat zu Beginn dieses Jahres noch davon gesprochen, dass man eventuell eine Mehrwertsteuersenkung in Betracht ziehen müsse. Nur acht Monate später erinnert man sich nicht mehr daran. Wenn doch alles so rosig wird, warum haben wir dann gestern ein drittes Konjunkturprogramm behandelt? Wir glauben wieder einmal, dass wir schlauer sind als die anderen Länder um uns herum. Die Warnungen der letzten Monate scheinen bereits wieder vergessen zu sein.
Der Geldhunger der USA und Deutschlands ist nicht umsonst. Politisch ist es viel einfacher, auf dem Kleinstaat Schweiz herumzuhacken, als die eigenen Strukturen zu bereinigen. Und da ist jedes Mittel recht. Leider vergessen diese Staaten, dass mit solchen massiven Staatsverschuldungen jedem Investor mit der Zeit die Lust am Investieren vergeht. Weshalb soll sich ein Bürger noch anstrengen, wenn dann später ein finanziell überforderter Staat die Zitrone massiv auspressen muss? Die Schweiz tut also gut daran, sich zu erinnern, warum diese Staaten so dominant auftreten.
Wir müssen wieder vermehrt darauf achten, dass der Bürger genügend finanzielle Mittel zur Verfügung hat. Steuersenkungen und eine massvolle Ausgabenpolitik zwingen uns, fit zu bleiben, und gehören zu den geeigneten Konjunkturstützen. Es ist an der Zeit, sich wieder daran zu erinnern und diesen Überlegungen Taten folgen zu lassen.
John-Calame Francine · Mit-F · Consiglio nazionale · Neuchâtel · Gruppo dei Verdi
Le 26 novembre 2008, le Conseil fédéral répondait à la question 9 de mon interpellation sur le chômage 08.3635, "Révision de l'OACI. Baisse de subventions pour les programmes collectifs de réinsertion", de la manière suivante: "Il est toutefois encore peu vraisemblable que nous ayons à faire face à une véritable récession, caractérisée notamment par une baisse de la production dans de nombreux secteurs et par une forte poussée du chômage." Le Conseil fédéral disait aussi s'en remettre aux pronostics du groupe d'experts de la Confédération en ce qui concernait les perspectives économiques.
Pourtant, hier après-midi, nous avons consacré plusieurs heures à parler d'un troisième train de mesures de stabilisation conjoncturelle visant à enrayer les conséquences dramatiques de la crise économique que nous traversons. Même si la majorité des membres du Parlement a refusé les différentes propositions formulées dans ce troisième train de mesures, cela n'enlève rien à la pertinence de faire des propositions pour essayer de maintenir la demande intérieure et le pouvoir d'achat des personnes touchées par le chômage.
Depuis le mois de janvier de cette année, la conjoncture économique s'est tellement dégradée que de nombreuses entreprises ont dû licencier du personnel ou introduire du chômage partiel. Dans ce contexte, peu nombreuses sont celles qui offrent encore des postes de travail; même les plus optimistes d'entre elles y ont souvent renoncé, préférant attendre une stabilisation, voire une reprise de l'économie. Dans un tel contexte, de nombreux jeunes ayant terminé leur formation cet été n'ont pas trouvé de place de travail.
Hier, le groupe des Verts a soutenu de nombreux projets pour aider cette population particulièrement sensible. Malheureusement, la majorité des membres de ce conseil ne l'a pas suivi, et c'est bien regrettable. De nombreux jeunes se sentent de plus en plus livrés à eux-mêmes, souvent critiqués, peu soutenus et peu entendus. Les adultes sont bien davantage enclins à critiquer leur manque de motivation, leur peu de dynamisme ou encore leur peu d'empressement au travail. Après tout cela, on s'étonne de la montée de la violence et de l'agressivité de cette population qu'on n'a eu de cesse de critiquer et qui peine à trouver une place valorisante dans notre société.
Dans le cadre des moyens offerts par l'assurance-chômage, il serait très utile que des efforts soient fournis pour offrir davantage de formations qualifiantes donnant accès à des certifications reconnues par les entreprises et les instituts de formation. Actuellement, trop souvent encore, les formations ou les stages sont davantage ressentis et vécus par les chômeurs et chômeuses comme des activités occupationnelles peu formatrices. Il s'agit bien davantage de mesures tentant de maintenir ainsi leur employabilité. En tout cas, c'est ainsi que ces mesures sont présentées et défendues, alors qu'elles pourraient être bien davantage valorisées si la qualité et la durée des cours permettaient d'obtenir un vrai certificat attestant des nouvelles compétences et connaissances acquises.
Actuellement, on manque tellement de personnel très bien formé dans les métiers ayant trait à l'amélioration des installations de chauffage, au renouvellement d'anciennes installations par de nouvelles technologies et à l'assainissement des bâtiments qu'il est indispensable de mettre un accent particulier sur les formations liées à ces différents domaines.
A cet effet, je vous invite à soutenir les propositions se rapportant à ces thématiques.
Schneider-Ammann Johann N. · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo liberale-radicale
Die Situation der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt ist bereits schwierig, und sie wird schwieriger. Mich beschäftigt und beunruhigt die dramatische Zunahme der Zahl der jugendlichen Arbeitslosen genauso wie Sie alle auch. Lassen Sie mich allein zu diesem Thema ein paar Gedanken äussern.
Waren im August 2008 noch 16 700 der 15- bis 24-Jährigen ohne Arbeit, sind es ein Jahr später, d. h. im vergangenen Monat August, deren 30 000 gewesen. Das ist eine Steigerung von 3 auf 5,3 Prozent, das heisst eine Zunahme um 75 Prozent. Doch damit nicht genug - ein weiterer Anstieg ist zu befürchten, da die Jugendarbeitslosigkeit sowohl positiv wie auch negativ deutlich sensibler auf konjunkturelle Schwankungen reagiert als die allgemeine Arbeitslosigkeit.
Ursache dieser Misere ist sicherlich die momentane Konjunkturlage. Nicht zu vergessen sind aber auch die Übergangsproblematik, die demografische Entwicklung und individuelle Faktoren der Jugendlichen. Am ersten Übergang, an jenem von der Schule in die Berufsbildung, sind derzeit glücklicherweise noch kaum Probleme feststellbar. Das Angebot an Lehrstellen hat im Vergleich zum letzten Jahr sogar leicht zugenommen.
Die Arbeitslosigkeit trifft vor allem Jugendliche, die am Übergang von der Berufsbildung in den Arbeitsmarkt stehen. Hier müssen allfällige Massnahmen ansetzen. Die Weiterbeschäftigung von Lehrlingen und die Ermöglichung von Berufspraktika scheinen mir hier geeignete Massnahmen zu sein. Allerdings plädiere ich für Alternativen zu den von der Arbeitslosenversicherung finanziell unterstützten Praktika. Schliesslich kann es nicht sein, dass Unternehmen ihre Lehrlinge zuerst entlassen müssen, um sie dann wieder einzustellen, damit sie vom Praktikumsangebot profitieren können.
Ich möchte Sie auf das Modell der Anschlussbeschäftigung aufmerksam machen, das im Kanton St. Gallen als Alternative zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern entwickelt worden ist. Auf Initiative der Industrie- und Handelskammer wurden dort, zusammen mit den verschiedenen Ämtern des Kantons und mit den Sozialpartnern, Leitlinien für die Anschlussbeschäftigung ausgearbeitet.
Diese gelten für Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung und stecken unter anderem folgende Rahmenbedingungen ab: Der Arbeitsvertrag wird für maximal ein Jahr abgeschlossen, die Jugendlichen haben jederzeit die Möglichkeit, sich für eine ordentliche Stelle zu bewerben und können eine solche Stelle auch jederzeit antreten, da die maximale Kündigungsfrist bei einer Anschlussbeschäftigung einen Monat beträgt. Der Richtlohn beträgt im Minimum so viel wie der letzte Monatslohn während der Ausbildung mal den Faktor 1,5. Die Anschlussbeschäftigung darf nicht zu einem Stellenabbau beitragen oder die Neuanstellung von Lehrlingen behindern. Die Unternehmen können dafür keine Kurzarbeitsentschädigung beziehen. Für diese Lösung tritt der Staat nicht als Regulator und nicht als Geldgeber auf, sondern als Moderator und Promotor. Genau solche Lösungen brauchen wir, dafür stehen wir ein.
"Lehrjahre sind keine Herrenjahre", lautet ein altes Sprichwort; das wird heute häufig vergessen, hat aber seine Gültigkeit keineswegs verloren und trifft immer noch zu. Zu hohe Anfangslöhne benachteiligen Berufseinsteiger. Als Gegengewicht ermöglicht das erwähnte Modell den Unternehmen, junge Erwachsene zu Praktikumsbedingungen einzustellen, und es gibt diesen die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln. Das Wissen aus der Lehre und der Schule kann und darf nicht mit beruflichem Können gleichgesetzt werden. Diesem Umstand tragen die gemeinsam erarbeiteten Richtlinien im Kanton St. Gallen Rechnung. Durch dieses Vorgehen entsteht zweifellos eine mehrfache Win-Situation: Der Staat muss nicht als Geldgeber auftreten, die Jugendlichen werden fit für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft erhält qualifizierte Arbeitskräfte, und die kritische Zeit kann mit möglichst wenigen zusätzlichen jugendlichen Arbeitslosen überbrückt werden.
Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion stehe ich dafür ein, keine staatlichen Lohnsubventionen zu sprechen und keine strukturellen Massnahmen im Bildungsbereich zu ergreifen, die unser praxisnahes und bewährtes duales Bildungssystem unterlaufen. Dieses verhilft uns nämlich international seit Jahren zu tiefsten Jugendarbeitslosenquoten.
Widmer Hans · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo socialista
Sie haben eine wunderschöne alte Redewendung von den Wanderjahren zitiert. Das stimmt natürlich. Aber was sagen Sie den jungen Menschen, die überall, wenn sie wandern wollen, verschlossene Türen vorfinden? Was sagen Sie den jungen Menschen, die mit weiss Gott wie vielen Bewerbungen anfahren müssen? Früher standen den Wandernden die Türen offen.
Schneider-Ammann Johann N. · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo liberale-radicale
Darf ich Ihnen mit einem Beispiel aus meiner Unternehmung antworten? Ich behaupte nicht, dass das Beispiel für alle gilt. Ich mache unseren Jungen, unseren Lehrabgängern, es sind jährlich etwa dreissig, immer wieder das Angebot, während ein paar Monaten aktiv in unsere Auslandfirmen zu gehen, dort einen Job zu machen, dort in erster Linie die Sprache zu lernen und dafür noch ein Handgeld zu kriegen, kein fürstliches, aber immerhin. Und ich bin seit Jahren immer wieder enttäuscht, dass dieses Angebot nicht angenommen wird. Und wieso nicht? Weil man hier ein Auffangnetz hat, das bezahlt und das einfach zu erreichen ist, und möglicherweise auch weil die Freundin nicht ganz einverstanden ist, wenn sich der Freund für ein paar Monate im Ausland bewegen soll. Es gibt offene Türen, und die muss man suchen.
Aber ich verstehe Ihre Frage, und ich glaube auch zu wissen, dass der Zugang im Moment schwierig ist. Und als Industrievertreter kann ich Ihnen zurufen: Drei von vier Firmen in unserer Industrie bilden aus! Drei von vier Firmen in unserer Industrie haben in diesem Sommer ihre Lehrlinge zu einem guten Teil behalten und weiterbeschäftigt! Dieses Angebot ist nicht zu unterschätzen. Aber das Problem ist da, und nur gemeinsam können wir versuchen, einen Weg zu finden, die Türen bestmöglich zu öffnen.
Flückiger-Bäni Sylvia · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Nach der "Dusche" von Frau Leutenegger Oberholzer auf meine Fraktion widme ich ihr meinen ersten Satz: Umverteilung ist nicht Wirtschaft, sondern Misswirtschaft. Das war unter anderem einer der Auslöser der Immobilienkrise in den USA.
Wie finden wir den Weg aus der Krise? Wie werden mehr Arbeitsplätze geschaffen? Wie lange dauert die Rezession? Und vor allem: Was kommt danach? Das sind alles Fragen, die uns noch über längere Zeit beschäftigen werden.
Der Staat will nun mit Massnahmen, die finanzielle Auswirkungen zulasten der Allgemeinheit nach sich ziehen, regelnd in die Wirtschaft eingreifen. Dabei wissen wir, dass jeder Franken, der hier ausgegeben wird, zuerst verdient und in Form von Steuern und Gebühren abgeliefert werden musste. Wir haben ausserdem keine Garantie, dass die beschlossenen Massnahmen der Konjunkturpakete Anfang 2012 dann nicht einfach weitergeführt werden und zur Dauereinrichtung werden. Die Spielregeln aber müssen so festgelegt werden, dass sich die meist privat organisierte Wirtschaft entfalten kann. Der Staat hat die Aufgabe, die Wirtschaft weder zu konkurrenzieren noch zu behindern. Vor allem: Er muss den Sorgen und Anliegen der Unternehmen, der KMU - der grössten Steuereintreiber des Bundes, dies notabene ohne dass sie dafür eine Entschädigung erhalten - die nötige Beachtung schenken. Die Unternehmen müssen jetzt gestärkt werden, wenn wir die Arbeitsplätze erhalten oder wenn möglich weitere schaffen wollen. Stärkung des Unternehmertums bedeutet, dass alle profitieren - Arbeitnehmer, Arbeitgeber und auch der Staat mit allen Sozialleistungen. Dafür braucht es aber eine gesunde Wirtschaft mit den nötigen Rahmenbedingungen.
Wussten Sie zum Beispiel, dass mit einer einfachen Änderung einer Verordnung rund 200 Lehrstellen im Detailfachhandel gerettet werden konnten? Ich hatte dazu eine Interpellation eingereicht, die vom Bundesrat abschlägig beantwortet wurde. Es ging um die Bewilligung von Sonntagsarbeit bei den Lehrlingen unter 18 Jahren. Bis Ende 2007 haben die Kantone diese Bewilligungen jeweils unbürokratisch erteilt, ab 2008 stellte sich der Bundesrat in einer Verordnung hinter den Jugendschutz. Diese Massnahme wollten die Lehrbetriebe nicht akzeptieren, es drohte massiver Lehrstellenabbau in einem Bereich, der für viele junge Leute wertvolle Lehrstellen anbietet.
Mit geringem Aufwand und ohne Finanzspritze wurde hier sehr viel erreicht. Deshalb bin ich überzeugt, dass auch weitere einfache Massnahmen ohne Kostenfolgen dazu beitragen, Unternehmen und Arbeit zu erhalten, wenn der gute Wille von Bundesrat und Parlament vorhanden wäre. Doch leider werden die Forderungen der Unternehmen torpediert und zu wenig ernst genommen, zum Beispiel jene der Astag, des Vertreters des arg gebeutelten Transportwesens, obwohl wir alle darauf angewiesen sind. Diese Unternehmen möchten eine rasche Reduktion der Gesamtbelastung. Es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wann werden diese Anliegen gehört und unterstützt? Hoffentlich nicht erst dann, wenn es zu spät ist.
Die SVP-Fraktion hat sich mit Vorstössen immer wieder dafür eingesetzt, die Unternehmen zu stützen und zu entlasten, den administrativen Aufwand abzubauen, Steuern, Gebühren und Abgaben zu senken, doch wurden diese Anliegen leider meistens abgelehnt, so auch unsere Motion 09.3252, "Konjunkturmassnahmen zugunsten von Schweizer KMU". Auch hier lehnt der Bundesrat unser Begehren unverständlicherweise ab. Unter anderem fordern wir mit dieser Motion, die Zahlungsfristen von Steuern um drei Monate zu verlängern. Das bringt den Unternehmern etwas mehr Liquidität in dieser schwierigen Zeit. Diese Massnahme wurde auch von der OECD vorgeschlagen. Der Bundesrat moniert, es sei nicht präzisiert, welche Steuern gemeint seien - alle natürlich - und befürchtet sinnigerweise dauerhaften Charakter.
Schlussendlich noch ein Blick auf das Submissionsverfahren: Unsere Unternehmen wollen keine Extrawurst, aber eine faire Chance, und die haben sie allemal verdient.
Aubert Josiane · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista
Dans cette période de crise économique et de taux élevé de chômage, le Conseil fédéral ne prend pas suffisamment au sérieux la nécessité de former les chômeuses et chômeurs qui ne bénéficient pas d'un diplôme de formation professionnelle. L'étude menée par Travail Suisse montre très clairement que ces personnes, même lorsqu'elles retrouvent une place de travail, font partie des "working poor" et émargent pour des sommes importantes à l'aide sociale.
Aujourd'hui, la loi sur l'assurance-chômage met l'accent prioritairement sur la réinsertion professionnelle, éventuellement sur la formation continue et la reconversion, mais toutes ces mesures sont proposées dans le cadre de la profession apprise. Pour les personnes sans diplôme, trop peu de choses sont entreprises. Une petite porte est entrouverte avec les articles 66a et 66c de la LACI, qui introduisent la possibilité des allocations de formation. Celles-ci permettent, en complément du salaire d'apprenti, un paiement mensuel complémentaire jusqu'à concurrence de 3500 francs. Le peu d'usage qu'il est fait de ces articles dans le concret pose de réelles questions. Actuellement, environ dix nouveaux cas par an bénéficient de ce traitement dans le canton de Berne. Pour comparaison, la proportion des personnes sans formation professionnelle représente un tiers des chômeurs, selon les dernières statistiques du SECO, entre 2004 et 2009. Aujourd'hui, 40 000 à 50 000 personnes sont concernées.
L'effet de seuil entre les indemnités de chômage - 70 à 80 pour cent du dernier salaire - et les 3500 francs maximum octroyés en cas d'allocation de formation est pour le moins non incitatif. Un père ou une mère de famille qui entreprend une formation peut se voir pénalisé par rapport à une personne qui touche uniquement les indemnités de chômage.
Les cantons doivent mettre en place une politique de validation des acquis. Ils sont responsables de l'application des mesures de l'assurance-chômage et de l'utilisation des sommes allouées par la Confédération. L'autonomie des cantons est évoquée à chaque fois par le Conseil fédéral pour ne pas piloter sérieusement tout le dispositif. Ainsi, il ne dispose pas de statistiques sérieuses pour savoir dans quelle mesure les allocations de formation sont toutes utilisées dans les cantons et remplissent la mission que le législateur a voulu mettre en place.
Les réponses du Conseil fédéral à mes deux motions, 09.3635 et 09.3636, sont révélatrices à cet égard. Nous disposons, dans la loi sur la formation professionnelle, de nouveaux instruments qui permettent aux personnes sans diplôme mais au bénéfice d'une expérience professionnelle de plusieurs années d'acquérir rapidement un diplôme, un CFC, ou une formation qui donne droit à une attestation de formation. Ces mesures seront accessibles aux chômeurs et chômeuses, pour autant que la Confédération modifie dans la loi sur l'assurance-chômage les dispositions nécessaires à une concrétisation adéquate et mette en oeuvre les moyens de les faire connaître.
Le manque de pilotage a des conséquences sur la population la plus fragilisée par la crise, qui se trouve ballottée entre ORP, loi fédérale sur l'assurance-chômage, aide sociale et loi fédérale sur la formation professionnelle. Une meilleure coordination entre tous ces acteurs et une modification limitée mais bien ciblée de la loi sur l'assurance-chômage permettra aux personnes concernées de sortir dans un délai raisonnable de leur situation de précarité, en engageant peu de moyens mais avec un effet démultiplicateur important. Toute personne adulte qui obtient pour la première fois une formation soulage la collectivité de coûts sociaux à hauteur de 10 000 francs par an, comme l'a montré l'étude de Travail Suisse récemment. De telles mesures permettront aussi au marché du travail de se préparer au mieux en vue de la sortie de la crise, en disposant de personnel bien formé.
Je vous invite donc à adopter ma motion 09.3634, "LACI. Première formation avant réinsertion professionnelle pour les adultes".
Pour la motion 09.3167, "Mesure de soutien du perfectionnement professionnel lors des réductions de l'horaire de travail", j'ai constaté que, contrairement à la déclaration du Conseil fédéral du 13 mai 2009 qui proposait de la rejeter, cette mesure a été introduite par le Conseil fédéral lui-même dans le troisième paquet de mesures de stabilisation conjoncturelle, mais rejetée hier par le Conseil national - la sensibilité de la droite de cette chambre pour la cohésion sociale est très faible. Peut-être que la nuit a porté conseil et que vous l'accepterez aujourd'hui!
Amherd Viola · Mit-F · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo PCD/PEV/glp
Ich spreche zur Motion 09.3467 der KVF-SR, welche die Finanzierungslücken bei den FinöV-Projekten schliessen will. Wir haben in der Sommersession bereits die gleichlautende Motion der KVF-NR 09.3470 beraten und mit 89 zu 83 Stimmen knapp abgelehnt. Als Hauptargument für die Ablehnung wurde in der Sommersession angeführt, dass ein drittes Konjunkturprogramm noch nicht in Diskussion sei, dass man jetzt nicht den Teufel an die Wand malen und damit ein Präjudiz für weitere konjunkturelle Stabilisierungsmassnahmen schaffen solle. Dieses Argument sticht heute noch weniger als in der Sommersession, sprechen wir inzwischen doch tatsächlich über ein drittes Konjunkturprogramm. Im Übrigen kann das Anliegen der Motion auch ohne drittes Konjunkturprogramm umgesetzt werden, wie dies im Juni auch bereits ausgeführt wurde.
Kurz zu den Gründen, die für eine Annahme der Motion sprechen: Aufgrund der wirtschaftlichen Situation fliessen weniger LSVA- und Mehrwertsteuereinnahmen in den FinöV-Fonds. Der FinöV-Fonds rechnet zudem mit einer technischen Verzinsung von 4 Prozent, was in der heutigen Situation und auch bei längerfristiger Betrachtung als illusorisch hoch zu bezeichnen ist. Die Mindereinnahmen haben zur Folge, dass bereits beschlossene, dringend notwendige FinöV-Projekte wie Neat, Hochgeschwindigkeitsanschlüsse, Lärmschutz- und auch ZEB-Projekte nur verzögert oder nicht ausgeführt werden können. Die fristgerechte Realisierung der beschlossenen Projekte ist aber wichtig für Kantone, Städte und Gemeinden und nicht zuletzt für die Wirtschaft.
Der Ständerat hat die Motion mit nur zwei Gegenstimmen angenommen. Es geht nicht darum, zu spekulieren, sondern für einmal die Schwierigkeiten, die man kommen sieht, rechtzeitig anzupacken.
Die Mehrheit unserer Fraktion wird der Motion zustimmen, und ich bitte Sie, dies auch zu tun, denn: "Gouverner, c'est prévoir!"
von Rotz Christoph · Mit-M · Consiglio nazionale · Obvaldo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Auch ich spreche zur Motion 09.3467 der KVF-SR; ich spreche zu den möglichen Finanzierungslücken beim FinöV-Fonds, welche gemäss Meldung der Oberzolldirektion durch einen Einbruch bei den LSVA-Einnahmen von 25 Prozent hätten eintreten sollen. Auf diese Meldung über den angeblichen massiven Einbruch der LSVA-Einnahmen von 25 Prozent hin wurde in einem fast panischen Akt in beiden Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen je eine Motion angenommen, welche über das dritte Konjunkturprogramm die unbekannten Finanzierungslücken im FinöV-Fonds hätten schliessen wollen. Der Bundesrat hat dieses Anliegen der Motionen nicht in die dritte Stufe der Stabilisierungsmassnahmen aufgenommen; er hat sich auch gegen beide Motionen ausgesprochen.
Infolge der Krise ist nicht nur das Transportwesen auf der Schiene, sondern auch das Transportwesen auf der Strasse unter Druck. Genau das führt dann zu weniger Einnahmen für den FinöV-Fonds. Übrigens sind aufgrund der Krise Arbeitsplätze auch im Transportwesen auf der Strasse gefährdet. Eigentlich ist es erstaunlich, dass ausgerechnet die Lastwagen, welche wohl am liebsten von der Strasse verbannt würden, die Schiene mittels LSVA finanzieren müssen. Genau dieser Zusammenhang lässt erkennen, wie instabil und unsicher die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs über die Einnahmen aus dem Strassenverkehr ist. Es war immer klar, dass es bei den LSVA-Einnahmen je nach Wirtschaftslage zu Schwankungen kommen wird. Mittlerweile beträgt aber der Einbruch bei den LSVA-Einnahmen im ersten Halbjahr des Jahres 2009 nur 1 Prozent und nicht, wie einst angekündigt, 25 Prozent.
Der Bundesrat hat uns in der Kommission auch versichert, dass ein Baustopp von gestarteten Projekten nicht zur Diskussion stehe und die geplanten Bauprojekte im Moment planmässig realisiert werden könnten. Die LSVA-Einnahmen waren übrigens auch schon höher als budgetiert. Da hat auch niemand von einer Bildung von Reserven oder gar von der Senkung dieser Abgaben gesprochen. Nun sind die Einnahmen der LSVA infolge der Wirtschaftskrise etwas tiefer, was aber nicht gleich zu panischer Anzapfung von neuen Finanzquellen führen darf. Die Infrastrukturprojekte aus dem FinöV-Fonds betreffen zudem hauptsächlich das Baugewerbe, welches zurzeit immer noch über eine gute Auslastung berichtet. Nur schon aus diesem Grund ist es unnötig, hier Konjunkturmassnahmen zu beschliessen.
Ich möchte Sie auch nochmals daran erinnern, dass wir damals in der Gesamtschau FinöV den Kredit für die ZEB ohne genaue Projekte einfach um 200 Millionen auf 5,4 Milliarden Franken erhöht haben. Für mich sind folglich genügend Reserven im FinöV-Fonds, wenn zusätzlich 200 Millionen Franken ohne Zuteilung zu Projekten als Reserve im Fonds vorhanden sind. Es kann nicht angehen, dass wir mit dieser Motion einfach einseitig etwas auf Vorrat beschliessen. Sollte die Wirtschaftskrise tatsächlich länger andauern, dann müssen wir überall, nicht nur beim FinöV-Fonds den Gürtel enger schnallen und uns nach den verfügbaren Mitteln ausrichten. Sicher sollen aber nicht laufende Projekte gestoppt werden, was in der aktuellen Situation auch nicht zur Diskussion steht. Wir können der Krise nicht einfach mit Schuldenwirtschaft trotzen und unseren Nachkommen diese Schulden mit neuen und höheren Steuern überlassen.
Ich bitte Sie, die Motion 09.3467 aus dem Ständerat, welche durch die Hintertür und auf der Basis von Panikzahlen über Einnahmeneinbrüche, die nicht eingetreten sind, dem FinöV-Fonds zusätzliche finanzielle Mittel zukommen lassen will, genauso abzulehnen wie die gleichlautende Motion, die in unserem Rat am 4. Juni 2009 abgelehnt wurde.
Teuscher Franziska · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Die Wirtschaftskrise hat voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Gestern hat die Ratsmehrheit jedoch kaum griffige Massnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit getroffen. Wir Grünen sind davon überzeugt, dass wir neue Wege beschreiten müssen, um gegen die Krise vorzugehen. Es braucht jetzt einen Green New Deal, um die Krise auch als Chance zu nutzen. Der nächste Aufschwung muss ein ökologischer Umschwung sein. Wir Grünen haben viele Ideen, wie wir diesen Umbau konkretisieren können. Einige davon stehen heute mit unseren Vorstössen zur Diskussion, zwei konkrete grüne Projekte.
Bildung ist unsere Stärke. Die Krise soll genutzt werden, um mit grünem Wissen den Bildungsstandort Schweiz zu stärken. Mit einer Motion verlangen wir einen Krisenfonds. Damit sollen Projekte für nachhaltige Bildung, Forschung und Innovation finanziert werden. Wir möchten aber auch die Wertschöpfung in der Landwirtschaft erhöhen. Mit einem Aktionsplan soll der Bundesrat beauftragt werden, dafür zu sorgen, dass bis 2015 mindestens 20 Prozent der Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet werden. Wir müssen die Krise aber auch in einem anderen Bereich als Chance nutzen. Die Lohngleichheit soll endlich durchgesetzt werden. Wird die Lohngleichheit sofort umgesetzt, bedeutet dies 20 Prozent mehr Lohn für die Frauen, und das heisst 20 Prozent mehr Kaufkraft für unsere Wirtschaft. Daher verlangt die grüne Fraktion, dass nur Unternehmungen von Aufträgen im Rahmen der Stabilisierungsprogramme profitieren können, welche die Lohngleichheit nachweislich umsetzen. Die Lohngleichheit ist heute nicht nur eine längst fällige gleichstellungspolitische Forderung, sondern sie ist auch eine wirksame Massnahme gegen die Krise.
Wir Grünen begrüssen, dass der Bundesrat die Wirkung der Stabilisierungsmassnahmen evaluieren will. Mit einem Postulat möchten wir den Bundesrat beauftragen, dass er dabei speziell die Auswirkungen der Massnahmen auf die verschiedenen Branchen und auf die Geschlechter überprüft. Wir Grünen sind erfreut, dass der Bundesrat diesen Bericht erstellen will. Wir hoffen, dass die Ratsmehrheit diesem Postulat zustimmen wird und nicht Frau Hutter folgen wird, die dieses Postulat ablehnen will.
Die grüne Fraktion unterstützt bei den Vorstössen alle Investitionen in Bahninfrastrukturen und Energieeffizienz, in Lehrstellen und Weiterbildung.
Galladé Chantal · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo socialista
Nachdem gestern dieser Rat einige unterstützende Massnahmen für Konjunkturopfer, nämlich die Arbeitslosen, abgelehnt hat, möchte ich mich für eine spezielle Kategorie der Arbeitslosen einsetzen, nämlich für die jugendlichen Arbeitslosen. Es geht nicht darum, die verschiedenen Arbeitslosen gegeneinander auszuspielen. Wenn wir die Kurven der Arbeitslosigkeit der letzten Jahre anschauen, können wir feststellen, dass die jugendlichen Arbeitslosen die Gruppe sind, die am stärksten von der Konjunktur und den konjunkturellen Schwankungen abhängig ist; es ist quasi die konjunktursensitivste Gruppe überhaupt. Und gerade der konjunkturbedingten Jugendarbeitslosigkeit - es sind vor allem die 19- bis 24-Jährigen, die von der Konjunktur betroffen sind - können wir mit einigen geeigneten Massnahmen begegnen, nämlich mit Bildung, mit Ausbildung und mit Investitionen in andere Ausbildungsmodelle. Es gibt Ausbildungsmodelle, die vielleicht nicht so sehr dem Gewerbe und den Branchen entsprechen, in denen wir im Moment genügend Lehrstellen und Ausbildungsplätze haben, aber sie entsprechen den zukunftsträchtigen Branchen, den jungen Unternehmen, dem tertiären Sektor, dort, wo es eben an Ausbildungsplätzen mangelt, dort, wo wir Leute brauchen. Der Bund könnte hier einiges zur Förderung tun, und ich verstehe nicht, dass er nicht mehr tut.
Wir erleben eine ausserordentliche Wirtschaftslage, und eine solche verlangt nach ausserordentlichen Massnahmen. Wir brauchen nicht in erster Linie mehr Akademiker, wie uns dies einzelne Wirtschaftsverbände weismachen wollen, wir brauchen kontinuierliche Investitionen und eine Weiterentwicklung unseres höchst erfolgreichen dualen Systems, zu dem wir Sorge tragen sollten. Deshalb müssen wir die Betriebe dazu aufrufen, Lehrstellen und Ausbildungen anzubieten und Jugendliche nach der Lehre zu behalten. Der Bund soll mit gutem Beispiel vorangehen. Die SP-Fraktion hat deshalb eine Reihe von Vorstössen eingereicht, welche in diese Richtung gehen. Sie zeigen unterstützende Massnahmen auf, und zwar sowohl beim Bund als auch bei den privaten Betrieben, vor allem aber auch für die Jugendlichen, für die jungen Menschen.
Ich bitte Sie, all diesen Vorstössen, die der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken, die sich für Lehrstellen einsetzen, die in dieser schwierigen konjunkturellen Situation unterstützend wirken, zuzustimmen, wie es die SP-Fraktion auch tut. Die Jugendlichen dürfen nicht schon am Anfang ihres Berufslebens auf der Verliererseite stehen. Kein junger Mensch in diesem Land soll je den Satz hören: Du hast halt einfach Pech gehabt, dass du wegen der schlechten Konjunktur deine Chance nicht bekommen hast.
de Buman Dominique · Mit-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo PCD/PEV/glp
Il y a des ironies de l'agenda qui ne doivent certainement rien au hasard. Au lendemain d'un débat consacré à la situation conjoncturelle et aux moyens d'enrayer le chômage des jeunes et le chômage de longue durée, notamment, il est non seulement permis mais essentiel de se demander quel rôle le politique - et non pas la politique - doit jouer dans le domaine de l'emploi. Le pouvoir public doit-il prendre des mesures? Et si oui, quand?
Dans un pays qui occupe le premier rang de la compétitivité économique mondiale - le classement y relatif vient de sortir -, dans un pays qui possède l'un des systèmes de formation les plus performants, les plus souples et les plus diversifiés, force est de constater qu'une majorité du Parlement s'oppose à une lutte ciblée et limitée dans le temps contre les problèmes touchant les secteurs les moins épargnés par la crise qui sévit. Or, les mesures proposées étaient placées sous le signe de l'incitation et de la formation, deux valeurs auxquelles cette majorité croit pourtant.
Cela signifie-t-il qu'on n'est sensibilisé au problème du chômage que si l'on a perdu un emploi? N'est-on sensibilisé que lorsqu'on a dans son entourage des personnes touchées et qu'on se retrouve dans une situation matérielle précaire? Difficile à dire.
Il est également vrai qu'un socle structurel incompressible persiste en matière de chômage. Les économistes de tout poil l'admettent. Pour s'offrir le luxe d'en être à ce stade, il faut alors que les ingrédients d'une situation de base saine soient réunis. Il est certain, à cet égard, qu'un système d'économie libérale est indispensable afin de permettre à cette dernière de se développer et de s'adapter constamment aux besoins du marché. Un deuxième ingrédient, incontestable aussi, c'est un système de formation diversifié et exigeant, offrant à chacune et à chacun la possibilité de mettre en valeur ses compétences respectives au service de la société, que ce soit par la voie professionnelle ou par la voie académique. Un tel élément ne devra pas être sous-estimé lorsque des budgets déficitaires, d'ores et déjà programmés, nous soumettront à la tentation de coupes insensées.
Un troisième phénomène s'invite de lui-même dans toute situation économique: il s'agit du comportement personnel. Le président Obama vient de le rappeler avec force hier en mettant en garde le monde économique et financier contre le retour aux vieux démons et aux pratiques indécentes des commissions et des bonus qui nous ont menés à la débâcle et à la hausse du chômage.
Il est donc essentiel que la Suisse s'associe, lorsqu'elle le peut, à toutes les instances nationales ou internationales qui essaient de mettre de l'ordre dans les mécanismes éthiques de l'économie. Cependant, force est de constater qu'une partie de la solution échappe totalement au pouvoir des gouvernants et que la responsabilité privée a un rôle essentiel à jouer.
Je dirai un dernier mot sur ma motion 09.3335 demandant un soutien accru aux forêts et à leur entretien. Cette intervention cherchait, dans le cadre du troisième programme de mesures de stabilisation conjoncturelle, à obtenir une correction des décisions prises ici précédemment et qui ont une incidence négative sur le maintien à long terme de la forêt et de ses différentes fonctions. Cette requête n'ayant pu être satisfaite dans le projet débattu hier, je demande qu'une attention particulière soit portée à ce domaine dans le prochain programme pluriannuel. Il ne s'agira plus alors de politique conjoncturelle, mais structurelle.
Estermann Yvette · Mit-F · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Wir alle hier möchten eines, wir möchten das Beste für unser Land. Leider oder auch zum Glück - beides zusammen - haben wir ganz verschiedene Wege, über die wir das erreichen wollen. Ich möchte Ihnen eine Frage stellen: Sind Sie der Meinung, dass höhere Steuern und Abgaben und damit eine höhere Belastung für unsere Bürgerinnen und Bürger diesem Land tatsächlich etwas Gutes bringen können?
Wir sagen am 27. September Ja oder Nein zur Mehrwertsteuererhöhung. Dabei geht es um 1,2 Milliarden Franken. Nachher drohen uns Erhöhungen der EO- und der AHV-Prämien um je 0,2 Prozentpunkte. Das bringt auch etwa 1,2 Milliarden. Ich weiss, über Zahlen zu sprechen ist nicht immer spannend, aber jetzt ist es nötig. Trotz des Pakets, das wir beschlossen haben, steigen die Krankenkassenprämien um etwa 5 bis 10 Prozent. Das sind weitere 1,5 Milliarden. Im Paket sind das zusammen plus/minus 4 Milliarden Franken.
Verzichten wir doch auf diese 4 Milliarden, ziehen wir sie den Leuten nicht aus der Tasche. Dann bleibt das Geld in ihren Geldbeuteln, sodass sie es nachher wieder ausgeben können. Das brauchen wir, jeder von uns. Andere Länder, andere Bräuche - das hören wir heute oft. Andere Länder senken ihre Steuern. Was machen wir in der Schweiz? Wir wollen die Steuern und Abgaben in die Höhe steigen lassen.
Ein kurzer Ausblick auf die Interpellation der SVP-Fraktion 09.3251, "Bilaterale Verträge in Krisenzeiten": Da muss ich Ihnen sagen, dass wir oft hören, die Ausgaben im sozialen Bereich würden unaufhörlich steigen. Sie können das auch auf Seite 25 des Finanzplans feststellen. Die Einwanderung - ja, das ist auch ein Thema. Wir haben viel zu schnell viel zu viele Leute in unser Land aufgenommen. Es geht nicht um die Zahl - es geht um das Viel-zu-schnell! Das raubt uns die Kräfte, die wir sonst in die Sozialwerke stecken könnten und über die wir in schwierigen Zeiten verfügen würden. Weil die Bevölkerungszahl zu stark angestiegen ist, können wir auch sagen: Ja, das ist eine Folge der Personenfreizügigkeit. Viel zu oft wurde betont, dass man die Bevölkerungszahl regulieren könne; es tut dies aber niemand.
Die Ausgaben für die soziale Wohlfahrt steigen gemäss dem Voranschlag 2010 um 5,5 Prozent - 1008 Millionen Franken! Jetzt sind wir bei 19,4 Milliarden Franken. Die ganz grossen Ausgaben betreffen die Migration. Es sind 15 000 Asylgesuche; man hat mit dieser Zahl gerechnet. Alt Bundesrat Blocher, den dieser Rat abgewählt hat, hat die Zahl auf 10 000 beschränken wollen. Wie viele Leute verkraftet dieses Land in einer wirklich sehr kurzen Zeitspanne?
Ich möchte Sie bitten: Werden wir nicht einem Kind ähnlich, das ein Loch in der Hose mit der Schere grosszügig ausschneiden möchte.
Steiert Jean-François · Mit-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo socialista
Malgré les premiers signes positifs évoqués par certains ce matin, la crise n'est pas surmontée et nous savons que nous allons malheureusement devoir nous attendre à une importante augmentation du chômage ces prochains mois, comme l'annonce le SECO.
Autour de nous chaque pays mène à sa manière une politique conjoncturelle active et il n'y a pas de raisons objectives pour que la Suisse agisse différemment. D'ailleurs, tout le monde est d'accord pour mettre en place un certain nombre de mesures dans notre pays. Nous avons entendu aujourd'hui les porte-parole du groupe UDC et du groupe libéral-radical nous dire: "Il faut essentiellement procéder par allègements fiscaux pour résoudre l'ensemble des problèmes qui nous préoccupent aujourd'hui." Nous avons déjà pris de nombreuses mesures dans ce domaine-là. Nous constatons qu'en termes de redistribution, cela profite essentiellement dans notre pays - et c'est dû à la structure de notre système fiscal - aux personnes les plus aisées.
Si l'on suivait l'argumentation de ma préopinante, il suffirait de supprimer intégralement l'impôt, de supprimer intégralement les primes d'assurance-maladie, sans doute aussi les cotisations AVS, etc., pour que notre pays aille mieux. On oublie juste une chose: un pays existe aussi, un Etat existe aussi - et surtout -, parce qu'il y a un minimum de solidarité, un seuil de tâches communes. Sans cela, on retourne au Moyen Age. Ma préopinante défend manifestement une vision plutôt médiévale d'une société où chacun regarde pour soi, dans son coin.
Les mesures qui ont connu du succès à l'étranger sont celles contenues dans des paquets de mesures équilibrés avec d'une part des mesures fiscales et, d'autre part, des mesures encourageant la demande intérieure. En ce qui concerne les mesures fiscales, nous avons déjà pris de nombreuses décisions ces derniers jours qui permettent des allègements fiscaux, certains discutables, certains peut-être prometteurs. Il est donc temps d'équilibrer notre paquet de mesures et de travailler également sur la demande.
Nous savons qu'avec l'augmentation du taux de chômage et l'augmentation massive de 2 milliards de francs des primes d'assurance-maladie à partir du début de l'année prochaine, il y aura une perte du pouvoir d'achat importante dans notre pays, qui touchera de nombreux ménages. La hausse d'au moins 10 pour cent des primes d'assurance-maladie de base annoncée par Santésuisse au 1er janvier représentera une surcharge financière considérable pour les ménages.
Pour combler ce trou de manière unique, nous proposons un montant de 1 milliard de francs qui comblera la moitié de l'augmentation des primes annoncées et qui profitera essentiellement aux ménages au pouvoir d'achat moyen. Ce sont les classes moyennes inférieures, les classes moyennes qui profiteront le plus de ce milliard de francs.
Il est proposé de le redistribuer aux cantons sans prescriptions précises. La conséquence, c'est que de manière non bureaucratique, sur la base des décisions et des ordonnances cantonales existantes, une distribution pourra être faite aux personnes qui aujourd'hui échappent tout juste aux abaissements de primes. Ce sont des personnes et des ménages qui consacrent l'essentiel de leur budget à des dépenses immédiates. Nous avons donc là une mesure qui profite au marché intérieur - l'ensemble de l'argent donné sera essentiellement redistribué aux petites entreprises de notre pays - et qui a une forte dimension sociale.
Je vous remercie de soutenir ma motion 09.3454.
Theiler Georges · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo liberale-radicale
Konjunkturprogramme neigen dazu, zum Sammeltopf von diversen Politwünschen zu verkommen. Nach der Devise "Die Gelegenheit ist günstig, kommt, lasst uns frischfröhlich Geld ausgeben!" werden Forderungen gestellt, welche ohne solche Programme nie und nimmer eine Chance hätten, hier drin diskutiert oder beschlossen zu werden. Gestern hat Herr Rennwald mit seiner Idee eines Gutscheins von 100 Franken für jede Schweizerin und jeden Schweizer zum Kauf einer Schweizer Uhr in dieser Hinsicht quasi den Vogel abgeschossen. Sie sind diesem Anliegen zum Glück nicht gefolgt.
Heute haben wir es mit 55 Vorstössen zu tun, welche wir anschliessend, so hoffe ich, in rassiger Kadenz - ohne Diskussion leider - verabschieden werden. Die meisten Vorstösse empfehle ich Ihnen zur Ablehnung, entweder weil sie keine oder nur eine sehr geringe konjunkturelle Wirkung entfalten oder weil sie zu hohe Kosten verursachen und damit zu Schulden führen. Höhere Schulden heisst aber Rückzahlung in der Zukunft. Dies bedeutet zusätzliche Steuerbelastungen für die kommenden Generationen, also ein Leben auf Pump. Das lehne ich entschieden ab. Das ist auch unfair gegenüber diesen Generationen. Es ist jetzt schön, wenn sich hier vorne Leute bezüglich Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für die junge Generation einsetzen. Aber es gibt auch junge Menschen, die arbeiten. Die werden dann belastet, und das ist auch ein Problem, das man aber natürlich erst in Zukunft spüren wird; dessen Vermeidung lässt sich heute aber leider relativ schlecht verkaufen.
Was müssen Massnahmen, welche die Konjunktur effektiv stützen sollen, beinhalten? Es müssen zuerst einmal Anreize da sein, damit private Investitionen getätigt werden. Da können Sie eine Hebelwirkung erzielen, die viel besser ist, als wenn das der Staat selber tut. Wir haben es im ersten Paket bei den Anreizen für Haussanierungen gemacht. Ich finde das ein gutes System. Wir können Investitionen vorziehen, also ein antizyklisches Verhalten an den Tag legen. Aber das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn eine Branche, zum Beispiel die Bauwirtschaft, vom Problem auch tatsächlich hauptsächlich betroffen ist. Aber es ist ja gerade nicht so; die Bauwirtschaft ist nicht in einer massiven Krise, bestimmt nicht bis Mitte des nächsten Jahres.
Weiter sollen solche konjunkturellen Massnahmen den Konsum ankurbeln. Wir müssen also Entlastungen schaffen; wir sollten mit den Steuern hinuntergehen. Der Ausgleich der kalten Progression ist eine Möglichkeit, die Familienbesteuerung eine andere. Damit geben wir das Geld dem Bürger in den Sack, sodass er es dann entsprechend ausgeben kann. Das bringt den wirtschaftlichen Motor auf Touren.
Im Weiteren sind mit solchen Massnahmen Ziele zu verfolgen, welche die Wirtschaft nicht unnötig blockieren. Wir haben immer noch einen riesigen Stau von Investitionen, der durch einen riesigen Beschwerdenberg verursacht wird, den wir frisch-fröhlich immer vor uns herschieben. Wenn jemand in diesem Land etwas unternehmen will, wird er tendenziell zunächst einmal zurückgebunden und nicht gefördert; auch das müssen wir im Auge behalten.
Ich bitte Sie also, wenn Sie diese 55 Vorstösse beurteilen, sich zu überlegen, welche Wirkung sie haben; messen Sie sie an diesen Kriterien, die ich Ihnen aufgezählt habe.
Nun noch zu zwei Vorstössen im Speziellen: Wir lehnen eine Verschrottungsprämie für Personenwagen, wie sie Herr Giezendanner vorschlägt, ab. Es macht wenig Sinn, in der Schweiz nun den Verkauf von Automobilen massiv anzukurbeln. Sie wissen, dass in der Schweiz keine Automobile hergestellt werden. Selbstverständlich sind wir Lieferanten für die Automobilindustrie. Dennoch würden wir mit einer solchen Massnahme keine vernünftige Relation zwischen Aufwand und Nutzen schaffen. Es ist zudem fraglich, ob diese Massnahme dann auch noch einen ökologischen Hintergrund hat; den billige ich Herrn Giezendanner eher nicht zu.
Bezüglich der Förderung der erneuerbaren Energien, zu welchen es auch verschiedene Vorstösse gibt, befürworten wir klar die entsprechenden Anreizsysteme. Die kostendeckende Einspeisevergütung ist ein gutes Beispiel hierfür. Ich bin persönlich der Meinung, dass eine Anpassung in diesem Bereich sinnvoll sein kann; sie muss aber sorgfältig vorgenommen werden. Wir haben die Einspeisevergütung ja erst vor etwa zwei Jahren beschlossen, jetzt ist sie kürzlich in Kraft getreten. Wir müssen die "Töpfe" für die verschiedenen Energieformen jetzt sorgfältig austarieren. Wir sollten aber sicher nicht noch Mehrkosten verursachen. Denn wenn Sie die Stromkosten nach oben treiben, ist das natürlich dasselbe, wie wenn Sie die Steuern anheben würden: Sie würden dem Bürger etwas aus dem Sack nehmen. Ich bitte Sie, den Wunschkatalog von links und rechts kritisch zu prüfen und nicht in einen Hyperaktivismus zu verfallen und möglichst viel Geld zu bewilligen. Damit erzielen Sie nicht die beste Wirkung.
von Siebenthal Erich · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Ich spreche zu meiner Motion 09.3436 sowie zur Mehrwertsteuererhöhung.
Sind Sie auch der Meinung, dass die beschlossenen Konjunkturgelder vor allem in der Schweiz Arbeitsplätze sichern und hier positive wirtschaftliche Impulse auslösen sollten? Finden Sie es auch richtig, dass wir uns auf unsere Stärken besinnen sollten? Meine Motion fordert, dass die mit Konjunkturgeldern unterstützte Sanierung von Gebäudehüllen mit holzhaltigen Dämmstoffen zu erfolgen hat. Warum? Holzhaltige Dämmstoffe werden vom geernteten Stamm bis zur fertigen Dämmplatte vollumfänglich in der Schweiz produziert. Holzhaltige Dämmstoffe geben in mindestens vier Wertschöpfungsschritten in der Schweiz Arbeit und Einkommen und sichern Arbeitsplätze in niederschwelligen Berufen. Holzhaltige Dämmstoffe sichern Arbeitsplätze in Randregionen und in der Agglomeration. Der Rohstoff für holzhaltige Dämmstoffe kommt Ihnen persönlich zugute, wenn Sie sich das nächste Mal bei einem Waldspaziergang von der Session erholen. Holzhaltige Dämmstoffe garantieren den Waldeigentümern den dringend nötigen Wertschöpfungsbeitrag, damit für uns alle nachhaltig sauberes Trinkwasser, Erholungswälder und Schutzwälder erhalten und nicht zuletzt auch Biodiversitätsziele erfüllt werden können.
Sie denken, Wald sei eine Randerscheinung. Immerhin bedeckt er einen Drittel der schweizerischen Landesfläche. Meine Motion schützt die Umwelt, indem durch die Verwendung von holzhaltigen Dämmstoffen nichterneuerbare, erdölhaltige Dämmstoffe durch ein Naturprodukt ersetzt werden können. Meine Motion schützt die Umwelt, weil in jedem Quadratmeter holzhaltigen Isolationsmaterials klimaschädliches CO2 über Jahrzehnte gebunden ist und keinen Schaden mehr anrichten kann. Meine Motion schafft Einkommen für Familien in der Schweiz, weil das investierte Geld nicht für Erdölkäufe ins Ausland abfliesst.
Zudem fordere ich Sie auf, gemeinsam mit mir der Mehrwertsteuererhöhung in der nächsten Volksabstimmung eine Absage zu erteilen. Lassen Sie mich dazu einen Vergleich machen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Geländewagen mit alter Motorentechnik. Wir wissen alle, dass solche Fahrzeuge unnötig viel Benzin verbrauchen. Stellen Sie sich vor, Ihr Wagen hätte noch dazu ein Loch im Tank. Was tun Sie? Tanken Sie einfach häufiger, und schütten Sie mehr Benzin hinein? Ich bin dafür, dass wir den Tank reparieren und eine moderne, sparsame Technologie einsetzen. Sie fragen sich: Was meint der Vergleich? Ich frage Sie: Wie viel Geld wollen Sie zur Symptombekämpfung noch in die IV hineinschütten? Das ist Geld, das durch die Mehrwertsteuererhöhung den Bürgern weggenommen wird, Geld, das in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze schaffen müsste. Ich sage nicht nur Nein zur Mehrwertsteuererhöhung, weil ich grundsätzlich gegen Steuererhöhungen bin, sondern weil diese Steuererhöhung eine Symptombekämpfung ist und das Problem langfristig nicht löst. Das Problem IV müssen wir bei der Ursache lösen. Sagen auch Sie Nein zu dieser Vorlage, damit genügend Druck entstehen kann, um das Problem an der Wurzel zu lösen und nicht mit einer Mehrwertsteuererhöhung, die eine nachhaltige Sanierung verhindert.
Ich bitte Sie, die Erhöhung der Mehrwertsteuer abzulehnen und meine Motion dem Holz zuliebe anzunehmen.
Heim Bea · Mit-F · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo socialista
Den hoffnungsvollen Anzeichen an der Wirtschaftsfront zum Trotz stehen wir vor einer Beschäftigungskrise, wie sie die Schweiz noch nie erlebt hat. Gleichzeitig haben wir heute einen Personalmangel in der Pflege, der sich laufend verschärft, und zwar derart, dass uns Gesundheitsexperten eine zusätzliche Krise prophezeien: die Pflegekrise. Es ist Zeit zu handeln, und zwar gegen beide Krisen zu handeln.
Investieren wir in die Pflegeversorgung, ein soziales Konjunkturprogramm mit garantiert langfristig positiver Wirkung; denn in der Schweiz fehlt es an Ausbildungsplätzen in der Pflege, und dies aus finanziellen Gründen. Schon heute könnte der Pflegebedarf in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen ohne ausländische Arbeitskräfte, die zum Teil bis zu 50 Prozent des Pflegepersonals ausmachen, nicht mehr abgedeckt werden. Doch auch die Rekrutierung im Ausland stösst an Grenzen. Immigration ist keine Lösung angesichts der düsteren Perspektiven, der hohen Arbeitslosigkeit im Innern des Landes. Die Schweiz muss mehr Ausbildungskapazitäten in der Pflege schaffen, mehr Ausbildungsplätze, mehr Chancen für Quereinsteigende, mehr Weiterbildungschancen und bessere Arbeitsbedingungen. Hier gilt es zu investieren, zielgerichtet, zukunftsorientiert und auch zeitlich befristet. Damit gehen wir beide Krisen zugleich an, einerseits die der Arbeitslosigkeit und des Lehrstellenmangels und andererseits die des drohenden Pflegenotstands.
Die Losung muss sein, jetzt auf die Zukunft zu setzen, auf die langfristige Sicherung der Pflegeversorgung, auf die Förderung des Pflegeberufs, eines konjunkturresistenten Berufs. Genau das will die Motion 09.3409, "Investition in die Pflegeversorgung"; sie will mit finanziellen Anreizen Ausbildungsplätze in Pflegeinstitutionen schaffen, mit finanziellen Anreizen die Ausbildung in der Pflege fördern. Handeln wir jetzt, denn handeln müssen wir so oder so, um einen drohenden Pflegenotstand rechtzeitig abzuwenden. Denn eines ist klar: Der zukünftige Pflegebedarf wird weit über die heutige Ausbildungskapazität hinausgehen.
Der Bundesrat hat die Problematik erkannt und bestätigt sie ausdrücklich. Deshalb zeigt er sich auch bereit, die Motion - sollte sie angenommen werden - im Ständerat in Form eines Prüfungsauftrages entgegenzunehmen. Es reicht nicht, nur die Ausbildungssystematik zu überarbeiten; es braucht mehr Ausbildungsplätze. Handeln wir mit mehrfachem Effekt, handeln wir mit Weitsicht gegen die drohende Pflegekrise und damit gegen die Beschäftigungskrise, die sich abzeichnet.
Bischof Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo PCD/PEV/glp
Die Krise hat auch ihr Gutes, sie regt zum Denken an. Sie regt zum Denken an, beispielsweise über das Konkursrecht. Nun weiss ich: Studenten hassen das Konkursrecht, weil es langweilig und kompliziert ist. Viele Anwälte tun dies auch, und vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir in unserem Lande ein eigentliches Schönwetterkonkursrecht haben. Das ist in einer Krise das falsche Recht. Dieses Problem wollen wir mit der Motion 09.3716 angehen, die allerletzte Motion in Ihrem Motionspaket.
44 Kolleginnen und Kollegen aus allen Fraktionen sind mit mir der Meinung, dass wir beim folgenden Missstand Abhilfe schaffen müssen: Immer mehr Unternehmungen geraten heute in Zahlungsschwierigkeiten; Firmen, die an sich überlebensfähig wären und Arbeitsplätze behalten könnten, müssen in Konkurs gehen, weil wir kein Nachlassverfahren haben, das es einer solchen Firma ermöglicht, trotz Insolvenz zu überleben. Das amerikanische Konkursrecht kennt ein Mittel, um solchen Firmen das Überleben zu ermöglichen: Es nennt sich Chapter 11, es ist das elfte Kapitel des amerikanischen Konkursrechts.
Was wir mit unserer Motion erreichen möchten, ist ganz einfach: Wir möchten, dass die Kompetenzen und Verfahren unseres Konkursrechts so vereinfacht werden, dass es zu einem eigentlichen Sanierungsrecht wird, dass unser Recht erlaubt, Firmen in Insolvenzsituationen zu retten, wenn die Gläubiger das möchten. Und wir möchten, dass Aktionäre von Insolvenzverfahren nur profitieren können, wenn sie sich daran auch beteiligen. Wir möchten, dass eine sanierungsfähige Unternehmung samt ihren Arbeitsplätzen unter Umständen auch gegen eine Gläubigermehrheit gerettet werden kann, wie das in den Vereinigten Staaten möglich ist. Es gibt dort Firmen wie die Fluggesellschaft Continental oder den Maschinenhersteller Caterpillar, die in der Schweiz nicht überlebt hätten, aber in den USA heute wieder schlagkräftige Unternehmungen mit vielen Arbeitsplätzen sind.
Wir möchten das; der Bundesrat ist gleicher Meinung und ist bei den meisten Punkten der Auffassung, das müsse man machen. Merkwürdigerweise beantragt er dann aber die Ablehnung der Motion. Die Gründe dafür kennen wir nicht.
Ich möchte Ihnen beliebt machen, mir bei der Aufforderung zu helfen, dass der Bundesrat hier zügig ein Sanierungsrecht vorlegt.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Nos grandes banques se sont détournées de leur devoir primordial de soutien à l'économie et ont préféré se reporter sur des placements financiers aux profits rapides relevant de la pure mathématique qui, au final, se sont révélés hasardeux, avec des risques incalculés. Le résultat de tout cela est la période de récession conjoncturelle sévère que nous vivons actuellement. Notre économie est mise à mal et, par ricochet, les finances des collectivités publiques - communes, cantons et Confédération - vont se porter au plus mal ces prochaines années, avec des déficits publics hors normes, si l'on ne met pas sur pied rapidement un programme d'allègement budgétaire axé sur les dépenses et sur une vérification des tâches de l'Etat.
Depuis un certain temps, l'UDC met en garde le Conseil fédéral contre le manque de discipline de la Confédération en matière de dépenses et contre les problèmes structurels persistant dans les assurances sociales. Dans le budget 2010, alors que les dépenses pour l'agriculture et l'alimentation diminuent de 0,5 pour cent, celles budgétées pour la prévoyance sociale prévoient 1 milliard de francs de plus qu'un an auparavant, ce qui correspond à une croissance de 5,5 pour cent, alors que nos recettes, elles, diminuent de 3,1 pour cent.
Si à l'avenir on continue de cette manière, cela va nous conduire vers des déficits importants et au non-respect du frein à l'endettement. Cela n'a pas l'air d'inquiéter outre mesure le Conseil fédéral, puisque dans sa réponse à l'interpellation 09.3248 déposée par le groupe UDC, "Respect du frein à l'endettement", il prévoit de recourir à la clause d'exception au frein à l'endettement prévue à l'article 15 de la loi sur les finances.
D'autre part, et toujours au sujet de la même interpellation, concernant la question d'une éventuelle augmentation des impôts et de l'introduction de nouvelles taxes pour pallier les déficits, le Conseil fédéral a répondu comme suit, le 6 mai 2009: "Exception faite du relèvement temporaire de la TVA en faveur de l'AI à compter du 1er janvier 2010, aucune augmentation d'impôt n'est prévue."
Durant le mois de juin dernier, une majorité du Parlement, avec le soutien du Conseil fédéral, a décidé de reporter l'entrée en vigueur d'une éventuelle hausse de la TVA, afin de ne pas péjorer l'économie. Dans la foulée, à peine une semaine plus tard, le Conseil fédéral a annoncé un triplement de la taxe sur le CO2 pour le 1er janvier 2010. La taxe sur l'huile de chauffage va ainsi passer de 3 à 9 centimes par litre. Cette décision est contraire à la réponse du 6 mai 2009 donnée à notre interpellation. C'est donc une hausse d'impôt qui va frapper de plein fouet la population et pénaliser l'économie, au pire moment de la récession. Il y a aussi une contradiction flagrante entre la décision de reporter l'éventuelle hausse de la TVA au 1er janvier 2011 et celle d'augmenter la taxe sur le CO2 dès le 1er janvier 2010.
Où est la cohérence dans ces décisions? A quoi sert-il d'annoncer des plans de relance si c'est pour les tuer avec effet immédiat par une hausse d'impôt et de taxe en parallèle? On reprend d'une main ce que l'on veut donner de l'autre; on accentue les prélèvements sur l'économie et la consommation pour redistribuer selon le principe de l'arrosoir.
Dans cette période de conjoncture difficile, il est important que les mesures prises et mises en place soient durables, génèrent et stimulent les investissements. Ces mesures doivent assurer la durabilité de l'emploi, ce qui est la meilleure solution pour lutter contre le chômage.
Les effets de la politique monétaire de la Banque nationale suisse avec la baisse des taux d'intérêt ainsi que les mesures d'assainissement et d'isolation des immeubles permettent de maintenir le secteur du bâtiment en bonne forme pour le moment, même en légère surchauffe dans le secteur de la fabrication des fenêtres. Par contre, le secteur du métal et de la machine-outil produisant des biens d'investissement pour le marché intérieur et pour l'exportation, de même que le marché de la sous-traitance automobile subissent de plein fouet la récession, avec des baisses importantes des commandes. Dans ces secteurs-là, il faut préserver le potentiel de production, maintenir une croissance économique intersectorielle cohérente en prolongeant la durée du chômage.
Concernant l'économie bancaire, les risques financiers que représentent les grandes banques en temps de crise doivent absolument être réglés en s'inspirant des erreurs du passé tout en maintenant une place financière active et prospère.
Des simplifications administratives sont aussi attendues par nos PME pour les rendre plus compétitives et dynamiques. Mais pour les finances publiques le temps presse ...
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo PCD/PEV/glp
Ecoutez, Monsieur Grin, ça ne va pas comme ça. (La présidente coupe le micro; l'orateur continue de parler) Non, ça ne va pas comme ça. Vous cessez, s'il vous plaît! Voilà, merci. Quand vous avez un temps de parole prévu, vous ne parlez pas une minute de plus, s'il vous plaît. Merci.
Girod Bastien · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi
Als die Kurse der Banken auf Talfahrt waren, wurde politisch entschieden gehandelt. Heute geht es um den Kurs der Bevölkerung, um das Wohlbefinden der Bevölkerung, denn die Prognosen zeigen, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird. Die Stelle zu verlieren ist für jede Person wie ein persönliches Grounding und wirkt sich sehr negativ auf das Wohlbefinden aus. Deshalb sollte auch hier entschieden gehandelt werden.
Doch wir haben nicht nur hier und heute eine Wirtschaftskrise, wir haben auch morgen und anderswo Wirtschaftskrisen. Morgen bedroht die Klimakrise das Wohlbefinden der Bevölkerung, und anderswo haben wir latent eine Nahrungsmittelkrise, welche viel Leid verursacht. Diese Krisen sind genauso mit unserer heutigen Wirtschafts- und Lebensweise verbunden, und es ist deshalb unsere Verantwortung, auch auf diese Krisen zu reagieren. Um auf diese Krisen gemeinsam zu antworten, braucht es einen Green New Deal, wie ihn auch das Uno-Umweltprogramm fordert. Mit solchen Massnahmen wird nicht nur auf die Krise hier und jetzt, sondern eben auch auf Krisen morgen und anderswo reagiert.
Ich bitte Sie in diesem Sinn, die Vorstösse der Grünen zu unterstützen.
Ich möchte Sie insbesondere auf zwei Vorstösse hinweisen: Mit der Motion 09.3290, "Förderung ökologischer und innovativer Wirtschaftsinitiativen", sichern wir für unsere Wirtschaft künftige Märkte, weil die Märkte in Richtung Green Economy gehen werden, und wir bereiten gleichzeitig die Wirtschaft auf die Klimakrise vor. Den zweiten Vorstoss, welchen ich Sie wirklich zu unterstützen bitte, ist die Motion 09.3576, bei der es um Forschungsprogramme zur Bewältigung der verschiedenen Krisen geht. Mit solchen Forschungsprogrammen würden wir den Forschungsstandort Schweiz noch weiter stärken; gleichzeitig würden damit Strategien entwickelt, welche auch Massnahmen vorschlagen und aufzeigen, mit welchen wir umfassend auf die verschiedenen Krisen antworten können.
Die Motion 09.3130, "Investitionsanreize für Güter-Shuttlezüge", haben die Grünen zurückgezogen. Wir halten jedoch an diesem Anliegen fest, wollen es jedoch noch breiter fassen und damit auch die Unterstützung vergrössern. Wir sehen hier auch bereits Entwicklungen, welche wirklich in diese Richtung gehen.
Weibel Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo PCD/PEV/glp
Konjunkturpolitik hat viel mit Umweltpolitik zu tun, weil viele umweltpolitisch motivierte Handlungen einen direkten, positiven Einfluss auf die Wirtschaft und somit auch auf die Konjunktur haben. Um die Unabhängigkeit von nichterneuerbaren Ressourcen zu erhöhen, sind Massnahmen für die Energieeffizienz und für erneuerbare Energien jetzt sehr wirkungsvoll; das hat mehrere positive Effekte:
1. Die Wertschöpfung dieser Massnahmen bleibt in der Schweiz, sie kurbelt die Konjunktur an und schafft Wachstum. Dank weniger Öl- und Gasimporten werden wir gleichzeitig die Aussenhandelsbilanz verbessern.
2. Die Massnahmen dienen dem Klimaschutz und ermöglichen, dass unser Land wieder eine Vorreiterrolle einnehmen kann.
3. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz stärken den Werkplatz Schweiz. Sie schaffen nachhaltige und hochwertige Arbeitsplätze und bilden so ein neues, zusätzliches Standbein für unsere Wirtschaft. Dadurch wird die starke Abhängigkeit vom immer noch sehr starken Finanzplatz etwas verringert.
4. Die Folgekosten von Umweltschäden für den Staat und für Private werden reduziert, zwar erst mittelfristig, aber nachhaltig.
Deshalb ist es ein Akt der Vernunft, die erneuerbaren Ressourcen zu stärken und den Deckel für die kostendeckende Einspeisevergütung aufzuheben, indem Sie der Motion Bäumle zustimmen. Die FDP beurteilt das Ansinnen ja auch grundsätzlich positiv.
Die SVP-Fraktion lässt keine Möglichkeit aus, das von ihr nicht geliebte CO2-Gesetz auszuhebeln. Aktuell beantragt sie, die CO2-Abgabe in Notlagen vorübergehend auszusetzen und auf die Erhöhungsschritte zu verzichten. Mit ihrem Hauptargument der Kaufkraftsicherung fährt die SVP-Fraktion jedoch auf dem falschen Gleis. Sie hat noch immer nicht begriffen, dass die CO2-Abgabe ein Umverteilungssystem ist und das Geld an die Teile der Bevölkerung und der Industrie zurückfliesst, die sich für den Klimaschutz einsetzen. Ein Drittel des Geldes geht über das Gebäudesanierungsprogramm an die Bevölkerung. Dieses Geld löst ein Mehrfaches an Investitionen aus. Erst in der Sommersession haben wir dem Gebäudesanierungsprogramm zugestimmt. Es stützt und sichert gerade jetzt, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, viele gewerbliche Arbeitsplätze. Das Aussetzen der CO2-Abgabe fährt das Gebäudesanierungsprogramm an die Wand und gefährdet diese Arbeitsplätze.
Lehnen Sie zusammen mit der CVP/EVP/glp-Fraktion diese Motion der SVP-Fraktion ab, da ihre Wirkung für die Konjunktur und für die Umwelt schädlich ist, da sie die Investitionssicherheit für Unternehmen, die in die CO2-Reduktion investiert haben, gefährdet, und da wir Unternehmen und Haushalte, welche nichts für den Klimaschutz unternehmen, nicht bevorteilen wollen.
Killer Hans · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Wir haben jetzt in vielen Referaten gehört, auf welche Art sich der Bund oder die Kantone mit neuen Beiträgen engagieren sollen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und um wirtschaftlichen Schwung zu erzeugen. Es ist erstaunlich, wie viele Vorschläge im Vorfeld dieser Debatte von linker Seite und von der politischen Mitte geäussert worden sind, mit zusätzlichen Mitteln und Sonderpaketen partielle Lösungen anzugehen. Auch der Bundesrat scheint die Lösung in erster Linie bei zusätzlichen Geldern zu sehen. Wie sonst käme er dazu, der Wirtschaft, der Industrie und dem Konsum in dieser schwierigen Phase über die Erhöhung der CO2-Abgabe kontraproduktiv zusätzliche Gelder zu entziehen? Diese Abgabe auf Brennstoffen soll bekanntlich auf den 1. Januar 2010 verdreifacht werden. Als einzige Begründung dafür dient die Nichterreichung der Zielwerte des CO2-Gesetzes. Aber ich frage mich, ob mit diesem Vorgehen die richtigen Prioritäten gesetzt werden. Die Grundsätze dieses Gesetzes und die Zielsetzung stammen aus einer Zeit der wirtschaftlichen Prosperität, jetzt stehen wir unbestritten vor einer total anderen Situation. Umweltentlastende Programme werden in allen Industrienationen derzeit in der Priorität klar hinter die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung gestellt.
Wir von der SVP-Fraktion lehnen es klar ab, jetzt mit der Begründung der Nichterreichung einer theoretischen Zielsetzung, welche global gesehen keine Bedeutung hat, zusätzliche Abgaben zu erheben. Das ist der falsche Weg. Wirtschaftsschädigende zusätzliche Abgaben kontra finanzielle Zusatzförderung? Aus der Sicht der SVP ist dieses Vorgehen als schizophren zu bezeichnen. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, wie mit der einen Hand etwas ausgegeben und mit der anderen Hand sofort wieder zugelangt wird. Es geht bei dieser Verdreifachung der CO2-Abgabe immerhin um 400 bis 500 Millionen Franken, wobei allfällig gesprochene Förderprogramme in diesem Umfang reduziert werden.
Hören wir doch auf mit neuen Steuern und Abgaben! Als Beispiele mögen dienen: die Strompreiserhöhungen, die Arbeitslosenversicherung, der Antrag auf eine Mehrwertsteuererhöhung. Statt mit Steuererleichterungen und z. B. einer Senkung der Mehrwertsteuer den Konsum anzukurbeln, versuchen Sie von der linken Seite und vielfach unterstützt von der grünen Seite den Staat mit zusätzlichen Einnahmen zu alimentieren. Dieses Vorgehen schädigt die Wirtschaft und stört die konjunkturelle Erholung.
Gerade in schwierigen Zeiten soll durch Entlastungen, Reduktionen der Abgaben und durch Vereinfachungen die unternehmerische Freiheit gefördert werden. Ausserordentliche Massnahmen müssen im Entlastungsbereich gesucht werden. Das fördert die Innovation der Unternehmen und beweist ihnen, dass der Staat ihre Anliegen und Sorgen kennt. Unsere politischen Forderungen daraus sind logisch und nachvollziehbar, nämlich: Zusätzliche Konjunkturprogramme sind unnötig, weil sie den falschen Ansatz haben. Durch Entlastungen zu animieren und zu belohnen ist wirkungsvoller und fördert den Konsum mehr, als durch staatliche Zuschüsse in einigen Bereichen eine künstliche Konjunktur zu erzeugen. In diesem Licht betrachtet sind die hier zur Diskussion stehenden Vorstösse, welche neue Ausgaben bewirken, unnötig und daher abzulehnen.
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo socialista
In der langen Liste von Vorstössen, die wir heute beraten, finden Sie die Motion 09.3304 der SP-Fraktion, die eigentlich in die dritte Stufe der Stabilisierungsmassnahmen hätte einfliessen sollen. Nachdem Sie ja gestern ein jämmerliches Bild zu Ihrem Wunsch abgegeben haben, etwas zur Konjunkturstützung beizutragen, können Sie das nun korrigieren, indem Sie diese Motion unterstützen. Sie möchte einen zeitlich befristeten Fonds für solarthermische Anlagen im Umfang von einer Milliarde Franken. Aus diesem Fonds sollen Hauseigentümer und Hauseigentümerinnen, die in den nächsten fünf Jahren eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung installieren, einen Beitrag an deren Kosten vergütet bekommen. Dieser Beitrag soll 30 Prozent betragen. Sollten die Ölpreise weiterhin steigen, dann könnten es auch nur 20 Prozent sein. 5 Promille des Fonds könnten für Massnahmen zur Aus- und Weiterbildung im Bereich der Sonnenkollektoren eingesetzt werden.
Der Ständerat hat am 11. Juni dieses Jahres die Motion Sommaruga Simonetta 09.3347 mit 20 zu 13 Stimmen angenommen, die die gleiche Stossrichtung hat. Ich zitiere aus der Beratung des Ständerates Herrn Graber: "Für mich stellen sich vor allem drei Fragen: 1. Ist es zutreffend, dass diese Technologie in der Schweiz noch zu wenig verbreitet ist, wie das Kollegin Sommaruga sagte? Ich muss sagen: Das ist so. Verglichen mit unseren Nachbarländern sind wir im Hintertreffen. 2. Handelt es sich bei der erneuerbaren Energie um eine Energieform, die wir in der Schweiz eigentlich stärker fördern müssten, um eine grössere Verbreitung zu erreichen? Auch diese Frage muss und will ich bejahen. 3. Haben wir den politischen Willen, in dieser Richtung zu wirken? Es geht um eine Motion, anschliessend würde eine Botschaft ausgearbeitet, in der all die Diskussionspunkte aufgenommen werden könnten, und der Bundesrat würde in einer Botschaft vermutlich auch Alternativen aufzeigen." (AB 2009 S 681)
Dem habe ich nichts beizufügen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion, obwohl er ihr sowohl eine Anreizwirkung als auch eine Wirkung bei der Konjunkturankurbelung attestiert. Er argumentiert rein finanzpolitisch.
Ebenso finanzpolitisch sind die Beweggründe des Bundesrates, meine Motion 09.3527, "Schuldenbremse", zur Ablehnung zu beantragen. Dort bemüht er sogar Artikel 140 Absatz 1 Buchstabe a der Bundesverfassung gegen die Lockerung der Schuldenbremse während der Krisenzeit. Dass dies aber erlaubt ist, nämlich die Lockerung der Schuldenbremse, steht in der Bundesverfassung in Artikel 100 Absatz 1 bzw. im Finanzhaushaltgesetz in Artikel 15 Absatz 1. In der Bundesverfassung steht nämlich in Artikel 100 Absatz 1: "Der Bund trifft Massnahmen für eine ausgeglichene konjunkturelle Entwicklung, insbesondere zur Verhütung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Teuerung." Das könnte man hier machen. Im Finanzhaushaltgesetz steht in Artikel 15 Absatz 1: "Die Bundesversammlung kann bei der Verabschiedung des Voranschlags oder seiner Nachträge den Höchstbetrag nach Artikel 126 Absatz 2 der Bundesverfassung erhöhen im Falle von a. aussergewöhnlichen und vom Bund nicht steuerbaren Entwicklungen ..." Eine solche Situation haben wir heute. Der Bund ist nicht schuld an der Wirtschafts- und Finanzkrise. Deshalb kann er durchaus die Schuldenbremse für eine gewisse Zeit ausser Kraft setzen bzw. den Höchstbetrag für die Ausgaben hinaufsetzen.
Es gibt also keinen Grund, diesen Fonds aus finanzpolitischen Gründen abzulehnen. Energieunabhängigkeit ist für uns in Zukunft wichtig, deshalb sollten wir Energie auch dezentral herstellen.
An Herrn Theiler, der sich für die jungen Leute eingesetzt hat, die nicht unsere Schulden tragen sollen: Heute zu investieren, um morgen zu profitieren, ist genauso wichtig.
Favre Charles · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale-radicale
La Suisse est en récession depuis près d'une année, à savoir depuis fin 2008. Quelles sont les caractéristiques de cette crise et les caractéristiques de la Suisse dans cette crise?
1. Nous avons affaire à une crise mondiale qui a été importée en Suisse. Donc, la crise que nous traversons n'a pas son origine à l'intérieur du pays. Cette crise mondiale n'est pas non plus accentuée en Suisse par des éléments internes surajoutés. Nous n'avons pas de crise de l'immobilier. Nous avons un tissu économique qui est sain et nous avons pris des décisions politiques qui n'ont pas été erronées ces dernières années, notamment par le fait que nous avons lutté contre l'endettement des collectivités publiques.
2. Cette crise a tout d'abord son origine dans la finance, puis elle a eu un impact dans l'économie avec un élément déterminant, à savoir la perte de confiance qui a conduit à un blocage des crédits pour les entreprises. Il est donc nécessaire de tenir compte de cet élément psychologique.
3. La Suisse est fortement exportatrice. Elle est donc tributaire de la situation chez ses clients. Elle a un faible marché intérieur.
4. Une économie extrêmement diversifiée est une chance pour nous, mais cela nous interdit des mesures générales. Il faut beaucoup de mesures ponctuelles.
5. Nous connaissons les plans de relance; nous les avons déjà utilisés. Nous connaissons la limite de leur efficacité.
Le groupe libéral-radical arrive aux considérations suivantes, suite aux éléments de base cités plus haut:
1. Nous avons peu de moyens d'agir sur la crise elle-même; nous devons donc faire preuve de beaucoup d'humilité par rapport aux différentes mesures à prendre.
2. Il y a nécessité absolue de rétablir la confiance; il faut donc éviter en particulier toutes les gesticulations politiques totalement inutiles.
3. Nous devons prendre des mesures ciblées et éviter le principe de l'arrosoir; la crise n'est pas l'occasion de revendiquer tout ce que nous aurions voulu et que nous n'avons pas encore obtenu jusqu'à maintenant.
Quelle est l'attitude du groupe libéral-radical face à cette crise? Nous avons soutenu les deux premiers programmes de mesures de stabilisation conjoncturelle car il s'agissait de mesures ciblées, rapidement efficaces, qui correspondaient à un vrai besoin, qui respectaient le rôle de chacun d'entre nous, le rôle des entreprises, le rôle de l'Etat. Aujourd'hui, le bilan de ces deux programmes de mesures de stabilisation conjoncturelle n'a pas été tiré et c'est en particulier la raison pour laquelle nous n'avons pas adopté le troisième programme de mesures de stabilisation conjoncturelle qui, lui, avait tendance justement à confondre le rôle de l'Etat, le rôle des entreprises et le rôle des privés. Plutôt que la multiplication des programmes de mesures de stabilisation conjoncturelle à effets contestables, nous souhaitons de véritables réformes qui renforcent notre système économique, qui sécurisent les places de travail. Nous souhaitons - nous l'avons déjà dit, nous le répétons - la compensation rapide des effets de la progression à froid, l'entrée en vigueur de la réforme de l'imposition du couple et des familles, des déductions fiscales pour l'assainissement des bâtiments, des réformes de la fiscalité des entreprises et des réformes de nos assurances sociales.
Dans la pluie des propositions qui nous sont faites aujourd'hui, et qui tiennent de la lettre au père Noël avant la saison, nous accepterons tout d'abord celles qui respectent le frein à l'endettement. Pour nous, c'est un outil absolument indispensable, en particulier en périodes de crise et de récession, périodes durant lesquelles nous avons tendance à perdre notre capacité de jugement, à travailler plutôt avec les bons sentiments, l'opportunisme, voire l'électoralisme.
Nous ne serons pas ici ceux qui vont créer la banqueroute pour les générations futures, comme ç'a été dit tout à l'heure. Nous accepterons les propositions qui véritablement construisent l'avenir, à savoir qui sont efficaces à court et à long terme, et qui ne sont pas contraires à nos principes économiques de claire séparation entre le rôle de l'Etat et le rôle de l'économie. Ainsi donc nous effectuerons un tri sévère, ceci pour maintenir un niveau de vie qui est parmi les plus élevés au monde, et pour maintenir ici des postes de travail et lutter le plus efficacement possible contre le chômage.
Hochreutener Norbert · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo PCD/PEV/glp
Ich spreche nur zur Ausweitung des gewerblichen Bürgschaftswesens, also zu meiner Motion 09.3639, mit der ich die Limite für Bürgschaften von heute einer halben Million auf eine ganze Million Franken erhöhen möchte.
Wie der Bundesrat in seiner Antwort schreibt, werden zwar heute die bestehenden Möglichkeiten offenbar nicht voll ausgeschöpft. Es macht aber trotzdem Sinn, jetzt die Limite für Bürgschaften auf eine Million Franken zu erhöhen, und zwar deshalb, weil es eine andere Kategorie von KMU ist, die dann profitiert. Das ist für mich der Punkt. Ich habe entsprechende Signale aus Kreisen der Wirtschaft bekommen, die sich intensiv mit diesem gewerblichen Bürgschaftswesen befassen. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise und die Verschlechterung der Kreditkonditionen ist es für die KMU wichtig, sich Kredite zu tragbaren Konditionen beschaffen zu können. Und das können sie eben besser mit solchen Bürgschaftskrediten.
Der Bundesrat hat meine Motion aus mir völlig unerklärlichen Gründen abgelehnt. Er begründet dies zum einen damit, dass bei den KMU zum heutigen Zeitpunkt keine grossen Finanzierungsschwierigkeiten festgestellt werden könnten. Da höre ich aber ganz andere Signale aus der Wirtschaft! Vor allem zeichnet sich in der Zukunft ein Problem der Kreditklemme für unsere KMU ab.
Der Bundesrat sagt weiter, der Weg der Motion sei gewissermassen zu starr. Es sei schwierig, eine solche Massnahme zu befristen. Aber das ist doch kein Problem! Es ist durchaus möglich, die Gesetzesgrundlagen jetzt so zu flexibilisieren, dass man nur dann handeln kann, wenn sich die Lage im Kreditsektor verschlechtert - wie das leider zu erwarten ist. Und man kann doch die Vorschriften auch so flexibilisieren, dass es möglich wird, die Massnahme nach der Krise zurückzufahren.
Es ist interessant, dass das Seco in seinen Internetpublikationen auf die gewerblichen Bürgschaftsgenossenschaften verweist, der Bundesrat aber nicht bereit ist, diese Möglichkeiten auszubauen. Damit jetzt gehandelt werden kann, damit dann gehandelt werden kann, wenn es nötig ist, wenn die Kreditklemme wirklich kommt, bitte ich Sie, meine Motion anzunehmen. Wir haben einer Grossbank geholfen, jetzt müssen wir auch etwas für unsere KMU tun.
Leuthard Doris · VPBR-F · Consiglio federale · Argovia
Ich möchte mich bedanken für die ausführliche Diskussion mit Ihren vielen Ideen, Motionen, Postulaten und Interpellationen, die aufzeigen, wie wir im Bereiche dieser Krise weiter agieren können. Sie haben gesehen, dass der Bundesrat die meisten Ihrer Motionen ablehnt, nicht etwa, weil sie nicht Beiträge zur Bewältigung der Krise darstellen können, sondern weil sie sehr oft entweder formell zu weit gehen oder eben nicht im Sinne der Konjunkturpolitik umgesetzt werden können. Nochmals: Konjunkturpolitik umfasst Massnahmen, die schnell wirksam sein müssen, die gezielt krisenorientiert sind und die eben auch befristet sind. Viele der präsentierten Ideen entsprechen diesen Kriterien nicht. Sie beinhalten langfristige strukturelle Veränderungen, und diese können wir mit der Konjunkturpolitik nicht auslösen.
Ich glaube aber auch, dass wir bisher - und das dürfen Sie durchaus auch auf Ihr Konto buchen - sehr gut reagiert haben. Es ist dem Milizparlament, dem Bundesrat, der Verwaltung gelungen, innert weniger Monate drei konjunkturelle Stabilisierungspakete zu zimmern, zu beraten und umzusetzen. Ich glaube, wenn man die Schweiz mit den Nachbarstaaten vergleicht, sieht man anhand der Zahlen, dass wir gut positioniert sind, dass wir offenbar adäquate Rezepte gefunden haben, um zu reagieren. Das darf uns auch mit Genugtuung erfüllen.
Dem Bundesrat war es wichtig, dass wir die Inanspruchnahme all dieser Milliarden, die wir beschlossen haben und wo wir auch nutzen konnten, was an Reserven vorhanden war - im Bundesbudget, bei Arbeitsbeschaffungsreserven -, umsetzen konnten, ohne die Schuldenbremse ausser Kraft zu setzen. Ich bin überzeugt, dass diejenigen Volkswirtschaften am Ende dieser Krise, wenn es wieder in Richtung Aufschwung geht, am besten dastehen werden, die in dieser Zeit erstens eben sorgfältig, ohne massive neue staatliche Schulden gehandelt haben, die zweitens in Bildung, Forschung und Innovation investiert haben und die drittens strukturell keine Probleme mit sich herumtragen müssen.
Das grosse Risiko, dass die zarten Pflänzchen des Aufschwungs im nächsten Jahr nochmals einen Rückschlag erleiden, hängt einmal davon ab, wie die Zentralbanken in den nächsten Monaten reagieren werden. Sie müssen in einem geschickten Moment die Zinsen erhöhen, sodass sie damit nicht wieder die Konjunktur abwürgen. Bisher haben die Zentralbanken in dieser Krise hervorragende Arbeit geleistet, und das wird eine Herausforderung sein für 2010. Wir wissen auch nicht, wie die einzelnen Staaten jetzt auf die Budgetdefizite reagieren, die sich abzeichnen, auf die hohen Staatsschulden und wie diejenigen Staaten ihre Exit-Strategien präsentieren, die sich punkto Banken oder staatlicher Unternehmen mit entsprechenden Investitionen engagiert haben. Das alles ist unsicher, und deshalb beobachtet der Bundesrat die Konjunktur, wie sie sich jetzt präsentiert und wie sich die Ausblicke für 2010 darstellen, mit grösster Vorsicht, aber auch im Wissen, dass die Schweiz in diesem Umfeld grundsätzlich gut positioniert ist.
Einige von Ihnen haben Fragen aufgeworfen, auf die ich noch näher eingehen möchte. Ich beginne bei der Grundfrage der Schuldenbremse und der Schulden. Herr Schwander, Sie haben dargelegt, wir hätten die Schuldenbremse geschwächt. Das haben wir in keiner Art und Weise getan, im Gegenteil: Wir haben die Schuldenbremse bei all diesen Massnahmen respektiert, auch bei der dritten Phase, und ich glaube, das war klug. Auch wenn hier die Meinungen natürlich auseinandergehen, sind wir überzeugt, dass die Nutzung des Spielraums wichtig und richtig war.
Wir haben von Frau Prelicz-Huber und anderen gehört, dass der Bereich der Krankenkassenprämien Sorgen macht, und Sie wissen, dass der ganze Bereich der Sozialversicherungen eine echte Herausforderung ist. Frau Prelicz-Huber, ich bin mit Ihnen einverstanden, dass die Krankenkassenprämien unter dem Aspekt der Kaufkraft nächstes Jahr natürlich die Situation für viele Haushalte schwierig machen werden. Wenn wir aber nur die Prämien einfrieren, dann haben wir das Problem, dass die Kosten natürlich trotzdem ansteigen und uns die Krankenkassen respektive die Leistungserbringer irgendwann mit den tatsächlichen Forderungen konfrontieren werden. Ein Einfrieren der Prämien, ohne das ursächliche Problem zu lösen, ist aus unserer Sicht nicht wünschenswert. Wir hoffen, dass das Parlament die diversen Vorlagen im Bereich des KVG einer Lösung zuführen wird, die dann eben die Probleme auch strukturell und langfristig lösen kann.
Zu den Sozialversicherungen vielleicht folgende Bemerkung an einige von Ihnen, die hier zu Recht auf die unrühmliche Situation hingewiesen haben: Die Sozialleistungsquote der Schweiz ist von 1987 mit noch 14,4 Prozent auf 21,3 Prozent im Jahre 2007 angewachsen. Herr von Siebenthal, wenn Sie jetzt sagen, trotz dieser Situation solle man die Sanierung der IV ablehnen, ist der Bundesrat hier mit Ihnen überhaupt nicht einverstanden, weil Sie dann das Problem weiter auf die lange Bank schieben. Um es mit Ihren Worten - das Auto mit dem Loch im Tank - auszudrücken, muss ich Ihnen entgegnen, dass der Bundesrat und ich damit einverstanden sind, dass wir dieses Loch im Tank flicken. Mit der 5. IV-Revision wurde es bereits zur Hälfte geflickt, und die 6. IV-Revision wird noch eine weitere Lösung bieten. Aber Sie verkennen, dass dieses Auto eben noch einen Anhänger mit sich herumschleppt. In diesem Anhänger sind die Schulden, und diese Schulden können Sie eben nicht beseitigen, wenn Sie nur dieses Loch im Tank flicken. Hier braucht es diese Zusatzfinanzierung für eine solide, nachhaltige Sanierung von IV und AHV; deshalb muss man zu dieser Abstimmungsvorlage im September Ja sagen.
J'aimerais aussi répondre à Mesdames Aubert et Galladé qui ont évoqué le problème de la formation et des personnes qui manquent de formation professionnelle ou de base. Oui, cela nous préoccupe aussi et vous savez, Madame Aubert, que la Confédération a décidé avec les cantons qu'il fallait augmenter le taux des personnes ayant une formation de niveau secondaire II de 90 à 95 pour cent d'ici 2015. Je pense que ce sera essentiel pour que ces personnes soient mieux qualifiées et plus attractives sur le marché du travail. C'est un objectif à long terme. Et naturellement, la formation continue des adultes apporte aussi quelque chose.
C'est la raison pour laquelle nous allons présenter un rapport et exposer de quelle manière on veut réagir à long terme face à ce problème.
Ich bin natürlich auch mit Frau Galladé und denjenigen einverstanden, die gesagt haben, die Berufsbildung sei so wichtig. Jawohl, wir sind auch der Meinung, dass unser Berufsbildungssystem, das eben von der zweijährigen Attestausbildung bis hinauf zur Master-Ausbildung durchlässig ist, für diese Krisenbewältigung und generell für den wirtschaftlichen Fortschritt in diesem Land extrem wichtig ist.
Nicht alle Personen bringen einen Schulrucksack mit akademischem Niveau mit sich, und das ist auch nicht wünschenswert. Wir sind überzeugt, dass die Breite des Ausbildungsangebotes richtig ist, dass sie den Menschen in ihrem Bedürfnis gerecht wird, je nach Leistungsfähigkeit einen entsprechenden Abschluss zu machen; sie haben aber auch die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Deshalb bin ich sehr einverstanden mit den Äusserungen, dass wir jetzt nicht der Versuchung erliegen sollten, alles zu verakademisieren und die Maturitätsquoten oder die Anzahl Universitätsabschlüsse künstlich zu erhöhen. Wichtig ist, dass jeder junge Mensch in diesem Land eine Ausbildung absolviert, die seinen Fähigkeiten entspricht, und dass er Entwicklungsmöglichkeiten hat, wenn er sich weiter ausbilden will.
Ich möchte aber auch auf jene eingehen, die im Bereich der grünen Energien, der grünen Technologien Vorstösse eingereicht haben; Herr Weibel hat z. B. hierzu gesprochen. Der Bundesrat hat im Bereich der Clean Technologies ja einiges mit diesen Konjunkturpaketen angeschoben. Es sind jetzt rund 350 Millionen Franken mit diesen drei Paketen. Wir werden im nächsten Jahr ja auch noch mit dem Gebäudesanierungsprogramm, mit jenen 200 Millionen Franken, weitere Akzente setzen. Ich glaube deshalb, dass wir im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen hier klare Akzente gesetzt haben. Im Bereich der Clean Technologies haben wir den ganzen Monat September über eine Informationsoffensive bei den KMU in der ganzen Schweiz am Laufen, um die Unternehmen über die KTI-Projekte zu informieren, mit denen man die Zeit nutzen kann, um Innovationspotenziale auszuschöpfen. Das läuft recht gut.
Im dritten Paket ist entsprechend auch eine Exportplattform für diese Clean Technologies vorgesehen, weil wir den KMU dabei helfen wollen, zukunftsträchtige Märkte zu nutzen. Wir müssen jetzt aber schauen, dass wir alle diese Energie- und Umwelttechnologien in eine verstetigte Politik überführen können, dass wir also stetig in Forschung und Entwicklung investieren. Hier haben wir mit den Aktionsplänen Energieeffizienz und erneuerbare Energien und den zusätzlichen Mitteln für die KTI Gott sei Dank schon einiges in die Wege geleitet. Ich glaube, wir sind hier auf gutem Weg, um auch weltweit wieder eine Leaderstellung einnehmen zu können.
Zu Herrn Killer: Die Erhöhung der CO2-Abgabe ist im Gesetz halt so vorgesehen. Wir haben nicht die Wahl zu sagen, wir nähmen den Willen des Parlamentes nicht ernst. Es ist leider so, dass wir die Ziele des Gesetzes nicht erreicht haben und die Erhöhung deshalb nötig ist. Mit den Beschlüssen von Ständerat und Nationalrat, wenn wir die Rückerstattung zeitgleich mit der Abschöpfung vornehmen, ist das Ganze staatsquotenneutral; es belastet nicht. Ihre Angst, denke ich, darf entsprechend moderat sein, weil die Erhöhung ja keine eigentliche Belastung mehr darstellt.
Zu Frau Flückiger: Wir haben im Bereich der administrativen Entlastung von KMU in den letzten Jahren viel getan. Wir haben über hundert zuvor erforderliche Bewilligungen abgeschafft, wir haben mit dem KMU-Forum eine Verschlankung der Bewilligungsverfahren vorgenommen, wir haben mit der Elektronisierung verschiedener Statistiken eine Entlastung schaffen können. Mit der Swiss ID werden wir, gerade bei der Mehrwertsteuer-Abrechnung, weiter entlasten können. Wir wissen, dass die KMU überdurchschnittlich von administrativen Leistungen für den Staat betroffen sind; da bin ich völlig mit Ihnen einverstanden. Sobald man aber konkret wissen müsste, was jetzt noch überdurchschnittlich belastet ist, fehlen mir zeitweise einfach die Angaben über konkrete Fälle. Sehr oft spielt es sich im Baubereich ab, das ist kantonale Kompetenz. Wir haben aber seit diesem Herbst auch das Projekt Simap im Baugesuchsverfahren, mit dem jetzt alle Kantone miteinander auch hier ein verschlanktes Vorgehen anbieten.
Wie geht es jetzt weiter? Ich glaube, dass die Schweiz, was die Rahmenbedingungen betrifft, im Moment gut positioniert ist. Wir müssen jetzt schauen, ob sich die Weltkonjunktur wirklich einpendelt und die Ampeln im nächsten Jahr in gewissen Exportmärkten wieder auf Grün wechseln, damit unsere Exportindustrie wieder zu volleren Auftragsbüchern kommt. Deshalb scheint es dem Bundesrat wichtig, dass wir jetzt die Wachstumspolitik wieder ins Zentrum unserer Bemühungen stellen.
Wir werden Ihnen Ende Jahr den Wachstumsbericht mit unseren Vorstellungen für die Zukunft präsentieren, denn um die sich abzeichnenden Defizite des Bundes minimieren zu können, ist es das Beste, wenn wir wieder Aufträge, Arbeit, Wachstum und damit Steuereinnahmen haben. Das muss für die kommenden Jahre im Zentrum stehen. Sie wissen, dass aufgrund unserer Struktur 55 Prozent des BIP aus dem Export kommen. Wir sind also daran interessiert, weiter auf den Märkten der Zukunft aktiv sein zu können, auch mit der weiteren Ausdehnung des Netzes an Freihandelsverträgen, damit die Schweizer Unternehmen in den nächsten Jahren sofort vom Aufschwung profitieren können. Gleichzeitig müssen wir im Binnenmarkt unsere Formeln weitertreiben; dazu gehört das THG, das Sie beraten haben, dazu gehört der Einheitssatz gemäss Bundesrat für die Mehrwertsteuer, dazu gehören aber auch weitere Projekte im Bereich Bildung, Forschung und Innovation.
Herr Girod hat Recht mit seinen Ausführungen: Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass es nebst dieser Krise in Bezug auf Finanzplatz, Wirtschaftsplatz und Arbeitsmarkt weitere Herausforderungen gibt; das ist die Verknappung der Ressourcen, das ist die Bewältigung des Klimawandels, und das ist auch die wiederkehrende Nahrungsmittelkrise. Das alles wird uns herausfordern. Aber auch hier glauben wir, dass die Schweiz gut aufgestellt ist. Insofern bitte ich Sie, jetzt nicht in Aktivismus zu verfallen und zig neue Pisten zu eröffnen, sondern konsequent dem Wachstumspfad zu folgen, damit wir in unserem Land 2011 wieder mehr Arbeitsplätze anbieten können, damit sich die Arbeitslosigkeit stabilisiert und zurückbildet, damit unsere Unternehmen wieder in neuen Märkten Aufträge einheimsen und der Staat schlussendlich Einnahmen generieren kann.
Wenn Sie sagen, das Beste seien Steuerreduktionen, so bin ich nur beschränkt damit einverstanden. Steuerreduktionen, wie wir sie jetzt bei der kalten Progression und für die Familien beschlossen haben, finden unsere Unterstützung. Sie müssen aber bedenken: Das sind bleibende Verluste für den Staatshaushalt, und das bei sinkenden Einnahmen, bedingt durch die Krise. Die Jahre 2011 und 2012 werden finanzpolitisch schwierig sein. Bei den Ausgaben wird Disziplin gefordert sein; daran muss ich Sie jetzt schon erinnern.
Ich bitte Sie deshalb, auch bei den Abstimmungen über die Motionen diszipliniert zu handeln.
Hany Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo PCD/PEV/glp
Zu Beginn der Debatte haben wir die Motion der KVF-SR behandelt; Kollege Levrat und ich haben als Kommissionssprecher dazu Stellung genommen. Die Kommissionsmotion 09.3467 betreffend Finanzierungslücken bei FinöV-Projekten wurde während der Debatte mehrmals erwähnt, und auf diese Erwähnungen hin nehme ich noch einmal kurz Stellung.
Frau Huber und Herr Hutter haben in ihrer Begründung der Ablehnung dieser Motion dargelegt, dass für die Ausführung der beschlossenen Projekte keine Finanzierungslücke bestehe, dass die Finanzierung gesichert sei. Ich mache es kurz, ich zitiere die Aussagen des Verkehrsministers im Ständerat: "Was hingegen die 5,5 Milliarden Franken anbelangt, die für ZEB beschlossen wurden, sind zwar nicht die Bauprojekte als solche infrage gestellt, aber Sie haben natürlich Recht: Die Projekte könnten zeitlich hinausgeschoben werden. Das ist eine berechtigte Sorge. Und was das Projekt Bahn 2030 angeht, kann es gar dazu kommen, dass Projekte, die wir alle als notwendig empfinden, wegen der Finanzierungslage gar nicht erst in Angriff genommen werden können." (AB 2009 S 633) Das ist der springende Punkt. Wenn wir aus der LSVA wie bis anhin auch weiterhin genügend Geld erhalten, wird diese Motion tatsächlich gegenstandslos. Ist das aber nicht der Fall und kommt in den nächsten ein, zwei Jahren zu wenig Geld herein, dann haben wir ein Problem, und dann brauchen wir eine zusätzliche Finanzierung.
Ich bitte Sie noch einmal: Folgen Sie dem Ständerat, und nehmen Sie diese Motion an.