25.4306
Obligation de signaler les contenus pédocriminels sur Internet
Tschopp Jean · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe socialiste
Léa, 13 ans, est dans sa chambre. Dans la cuisine, son père prépare le repas. Derrière son ordinateur, Léa reçoit l'invitation à un rendez-vous d'Edgard, un jeune homme séduisant, ou plutôt de celui qu'elle croit être un jeune homme, qu'elle n'a en réalité jamais rencontré. Edgard est en fait un célibataire de 50 ans abrité derrière un faux profil. Il a mis Léa mal à l'aise en lui envoyant un lien vers son site, où elle est tombée sur une image d'un enfant de son âge nu dans une position dégradante. Quand Léa lui en a parlé, il a prétexté que c'était une erreur. Edgard s'est vraiment intéressé à elle. Léa prévoit de se rendre au rendez-vous proposé par Edgard.
Ce genre d'attaques et de méthodes se produit tous les jours. Des millions d'images et de vidéos de violences sexuelles envers les enfants circulent sur Internet. En l'absence de base légale, la Suisse dépend beaucoup de signalements d'autres pays, comme les États-Unis, dotés de lois plus conséquentes pour combattre les contenus pédocriminels ou les auteurs qui les génèrent ou qui consomment ces images.
Les victimes confrontées à des pédophiles sont durablement affectées par les traumatismes subis. Elles se replient sur elles-mêmes, plongées dans des idées sombres, et sont lourdement atteintes dans leur santé mentale et physique. Il faut des années, parfois toute une vie, pour tenter de se reconstruire. Pour les parents des victimes, c'est aussi une épreuve. La pédophilie est à combattre de toutes nos forces. Il est temps que la Suisse se dote d'une obligation de signalement à la hauteur des risques encourus.
Notre motion vise à ce que les fournisseurs de services d'hébergement ou de cloud, les plateformes de communication en ligne ainsi que les fournisseurs d'accès à Internet et les professionnels confrontés à des cas suspects dans le cadre de leur activité soient tenus à une obligation de signalement des contenus pédocriminels. Si certaines entreprises disposent de règles internes claires permettant la transmission en toute sécurité de fichiers à la police, c'est loin d'être toujours le cas. Le signalement que nous souhaitons doit être adressé à la police ou à un service spécialisé pour que chaque contenu répréhensible soit suivi de conséquences et permette de remonter jusqu'à son auteur ou celui qui l'a publié. Une base légale claire est aussi importante pour protéger les entreprises et les employés de manière à ce qu'ils sachent quoi faire s'ils sont confrontés à des contenus pédopornographiques.
Je remercie les élus de tous les bords politiques qui ont signé cette motion. Le Conseil fédéral propose d'adopter la motion. Il estime qu'elle permet de lutter plus efficacement et de manière plus ciblée contre la pédocriminalité. Le Conseil fédéral nous dit que le secret professionnel devrait être aménagé. C'est une bonne chose et nous y sommes favorables. Des exceptions persisteront pour préserver le secret médical et ne pas entamer la confiance du patient, tout comme le secret professionnel de l'avocat pour son client. Certains cantons prévoient d'ailleurs déjà des aménagements.
Quand, au début des années 1990, des scandales de pédophilie ont fait la une, nous avons pu penser qu'ils appartiendraient au passé. Force est de constater qu'Internet, les réseaux sociaux, l'hyperconnexion et les intelligences artificielles décuplent ce risque et ont fait apparaître quantité de nouveaux scandales et autant d'enfances sacrifiés. Plus il y a de signalements, plus il devient possible d'endiguer efficacement la propagation de représentations de violences sexuelles envers les enfants.
Aujourd'hui, notre conseil a l'occasion de faire sa part pour renforcer son engagement contre la pédocriminalité. Nous comptons sur vous.
Christ Katja · 1VP-F · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe vert'libéral
Präsidentin (Christ Katja, erste Vizepräsidentin): Die Motion wird von Herrn Wyssmann bekämpft.
Wyssmann Rémy · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ich kann zu 99 Prozent unterschreiben, was Herr Kollege Tschopp vorhin gesagt hat. Der richtige Weg, Kinderpornografie zu verhindern, ist eine spezifische Sperr- und Meldepflicht für Hosting- und Cloud-Anbieter und Kommunikations- und Content-Sharing-Plattformen - so wie dies übrigens bereits die Motion Bulliard 24.4020 verlangte. Diese Motion, die eine spezifische Sperr- und Meldepflicht forderte, wurde angenommen, auch von uns, und das ist gut so. Wer solche Inhalte kommerziell bewirtschaftet, soll sie auch sperren und melden, und wer sie nicht meldet, soll dafür bestraft werden.
Die Motion Tschopp will nun aber - das ist zentral - eine erweiterte Meldepflicht auch für Fachleute einführen. Um welche Fachleute geht es? Es geht um Fachleute, die in ihrer beruflichen Tätigkeit mit solchen Verdachtsfällen konfrontiert sind. Um welche Fachleute handelt es sich? Es geht hier um Geistliche, es geht um Ärzte, Psychologen, Therapeuten, Berater bei Opferhilfestellen. Diese Personen würden mit dieser Meldepflicht unter Strafandrohung gezwungen, das Berufsgeheimnis nach Artikel 321 des Strafgesetzbuchs, die Schweigepflicht nach Artikel 11 des Opferhilfegesetzes oder auch das Amtsgeheimnis zu verletzen.
Was ist der Sinn und was ist der Zweck des ärztlichen Berufsgeheimnisses? Ich zitiere aus dem Leitfaden der FMH: "Die Wahrung des Berufsgeheimnisses ist eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbau eines besonderen Vertrauensverhältnisses [...], ohne das die Diagnose und Behandlung nicht möglich wäre. Das Berufsgeheimnis soll es der Patientin oder dem Patienten ermöglichen, sich der Ärztin oder dem Arzt anvertrauen zu können. Nur wenn die Ärztin oder der Arzt über alle relevanten Informationen verfügt, ist sie oder er in der Lage, eine [wirksame] Behandlung sicherzustellen." So weit die Leitlinien der FMH.
Stellen Sie sich vor, Sie sind Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Ihr Patient kommt zu Ihnen in die Therapie. Er möchte sich von seinen pädophilen Neigungen heilen lassen. Im ärztlichen Anamnesegespräch - das ist zentral - offenbart er Ihnen, dass er Kinderpornografie konsumiert hat. Damit liegt bereits ein Tatverdacht vor, der strafwürdig ist, und somit liegt der Tatbestand der Meldepflicht vor. Der Arzt hat nun zwei Möglichkeiten. Erste Möglichkeit: Der Arzt verrät seinen Patienten und zerstört damit das Vertrauensverhältnis mit dem Patienten und damit auch den therapeutischen Erfolg. Zweite Möglichkeit: Der Arzt verrät seinen Patienten nicht. Damit riskiert der Arzt aber eine strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung wegen Verletzung der Meldepflicht. Ist der Arzt einmal verurteilt, verliert er seine Zulassung und damit seine berufliche Existenz. Dieser Zielkonflikt ist nur lösbar, indem die Ärzte solchen Menschen keine Therapie mehr anbieten. Damit haben wir auch keine Therapie mehr, und damit wird das Problem eben nicht gelöst.
Führen wir unsere Ärzte also nicht in diesen existenziellen Interessenkonflikt! Wir bestrafen so die Falschen - nicht die Hersteller dieser furchtbaren Kinderpornos, sondern die Ärzte und Therapeuten. Damit ist niemandem gedient, auch nicht den Opfern, denn ohne Therapie delinquieren diese Patienten weiter.
Ich bitte Sie deshalb, die Motion Tschopp abzulehnen. Bleiben Sie bei der Motion Bulliard.
Jans Beat · BR-M · Conseil fédéral · Bâle-Ville
Es ist unbestritten: Pädokriminalität muss bekämpft werden. Der Schutz unserer Kinder hat oberste Priorität für alle, sei es in der Strafverfolgung oder in der Prävention.
Die Bekämpfung der Pädokriminalität ist in der Schweiz eine Verbundaufgabe. In der Strafverfolgung liegt die Hauptverantwortung bei den Kantonspolizeien. Sie führen Ermittlungen und sind im Internet sowie auf gängigen Kommunikationsplattformen tätig. Gleichzeitig arbeiten sie mit der Schweizerischen Kriminalprävention sowie verschiedenen Nichtregierungsorganisationen zusammen, um Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Internet zu sensibilisieren und ihre Medienkompetenz sowie die sexuelle Aufklärung zu stärken.
Fedpol unterstützt die Kantone bei Fällen mit einem Auslandbezug und vertritt die Schweiz in Arbeitsgruppen von internationalen Organisationen, namentlich von Europol und Interpol. Zusätzlich führt Fedpol eine Voranalyse der Meldungen des amerikanischen Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder, des National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC), durch. In den USA sind Provider wie Google, Facebook, Instagram und Snapchat dazu verpflichtet, verbotene pornografische Inhalte zu melden. 2025 erhielt Fedpol über 16 000 Verdachtsmeldungen von NCMEC. Die Anzahl der weitergeleiteten Verdachtsmeldungen nimmt seit 2021 exponentiell zu.
Die Motion Tschopp fordert, dass die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen werden, dass möglichst jeder Verdacht auf kinderpornografisches Material im Internet der Polizei oder einer spezialisierten Meldestelle gemeldet wird. Bereits heute ist es in der Schweiz möglich, kinderpornografische Inhalte sicher online und direkt bei den Kantonspolizeien oder bei Fedpol zu melden. Im Jahr 2025 sind über das Meldeformular von Fedpol 863 Meldungen eingegangen. Die Stiftung "Kinderschutz Schweiz" hat Fedpol zusätzlich im gleichen Jahr 2432 Meldungen weitergeleitet.
Wo eine solche Meldepflicht gesetzlich verankert würde, müsste abgeklärt werden. Eine mögliche Option wäre der vom Bundesrat in die Vernehmlassung gegebene Vorentwurf zu einem neuen Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen. Dieses zielt darauf ab, die Transparenz und Verantwortlichkeit von Online-Anbietern zu verstärken. Die vorliegende Motion geht noch einen Schritt weiter und fordert eine Ausweitung von Meldepflichten auch auf Fachpersonen. Auch hier müsste noch geprüft werden, welche Auswirkungen dies zum Beispiel auf das Berufsgeheimnis hätte. Zu denken ist da etwa an Ärztinnen und Psychologen und daran, wie sich ein entsprechendes Gebot auf diese Personen auswirken würde und rechtlich umsetzen liesse.
Das sind wichtige Abklärungen, die getätigt werden müssen, um praktikable und wirksame Lösungen zu finden. Aber die Zielsetzung ist klar: Wir wollen noch stärker gegen Pädokriminalität im Internet vorgehen. Wir müssen Kinder und Jugendliche vor solchen Gefahren schützen, in der realen genauso wie in der digitalen Welt.
Der Bundesrat beantragt Ihnen deshalb, diese Motion anzunehmen.
Vote
Präsidentin (Christ Katja, erste Vizepräsidentin): Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 140 Stimmen
Dagegen ... 51 Stimmen
(4 Enthaltungen)
Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr
La séance est levée à 12 h 50