09.4013

Aéroport de Bâle-Mulhouse. Raccordement ferroviaire

Intervention de procédure

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Gobbi, Caviezel, Föhn, Giezendanner, Grin, Huber, Hutter Markus, Rickli, Schenk, von Rotz)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Gobbi, Caviezel, Föhn, Giezendanner, Grin, Huber, Hutter Markus, Rickli, Schenk, von Rotz)

Rejeter la motion

Graf-Litscher Edith · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe socialiste

In dieser Motion geht es um eine notwendige Fristverlängerung. Die Motion beauftragt den Bundesrat, die Frist für die Inangriffnahme des Bahnanschlusses zum Euro-Airport Basel-Mülhausen-Freiburg um fünf Jahre auf das Jahr 2015 zu erstrecken.

Weshalb braucht es diese Fristverlängerung? Im Sinne einer integrierten Verkehrspolitik war für den Bundesrat immer unbestritten, auch den Euro-Airport Basel-Mülhausen an die Schiene anzuschliessen, so, wie es das Parlament bei den Landesflughäfen Zürich und Genf ohne Widerstand beschlossen hat. Der Bahnanschluss des Flughafens Zürich ist seit 1980 und derjenige in Genf seit 1987 realisiert, und niemand will diese wichtigen Schienenverbindungen missen. Mit einem Bahnanschluss kann nicht nur eine unter Umweltaspekten erwünschte Verlagerung des Passagierzubringers von der Strasse auf die Schiene erreicht werden, sondern es wird auch die Voraussetzung für eine Vernetzung der Nachbarflughäfen auf dem Schienenweg geschaffen.

Der Bahnanschluss des Euro-Airports gehört zum HGV-Anschluss-Gesetz, wo die entsprechenden Mittel bewilligt werden. Bei diesem Projekt ist eine Mitfinanzierung der Schweiz in der Höhe von 25 Millionen Franken vorgesehen. Heute geht es darum, eine Fristverlängerung für den Einsatz der bereits bewilligten 25 Millionen Franken zu beschliessen. Das Bundesamt für Verkehr geht von Gesamtkosten für das Projekt von 171 Millionen Euro aus, welche unter Federführung von Frankreich trinational finanziert werden sollen.

Der Anschluss des Euro-Airports an das Schienennetz ist ein altes Postulat und ist auch im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt aufgeführt. Beim trinationalen Euro-Airport steht eine Realisierung des Anschlusses naturgemäss vor höheren Hürden. Für dieses Projekt besteht ein trinationales "comité de pilotage" unter der Führung Frankreichs. Es sind auch Grundlagenstudien erarbeitet worden. Der Standbericht des Bundesamtes für Verkehr "HGV-A, Korridor Bahnanschluss EAP" vom 23. September 2008 gibt eine gute Übersicht über den Stand des Projektes und die sich aus der Trinationalität ergebenden Schwierigkeiten.

Die Finanzierung dieses trinationalen Projekts gestaltet sich anspruchsvoll. Wichtige Meilensteine sind jedoch mittlerweile erreicht. Mit dem Schreiben vom 2. März 2009 hat das Land Baden-Württemberg unter gewissen Randbedingungen einen Beitrag in der Höhe von maximal 10 Millionen Euro zugesagt und dokumentiert die hohe Bedeutung des Euro-Airports für den südbadischen Raum. Der Kanton Basel-Stadt hat wiederum gemäss Regierungsbeschluss vom 3. November 2009 einen Beitrag von 10 Millionen Franken in sein Investitionsprogramm aufgenommen. Auch der Kanton Baselland hat eine Beteiligung in vergleichbarer Höhe angekündigt. Kürzlich haben zudem das Département Haut-Rhin, die Région Alsace und das französische Verkehrsministerium Signale ausgesendet, die zu berechtigten Hoffnungen hinsichtlich der Erreichung weiterer Etappenziele Anlass geben. Eine Ablehnung der Motion Janiak würde somit, selbst wenn diese für überflüssig angesehen werden könnte, auch einen Affront gegenüber Frankreich darstellen.

Innert der durch den Bundesbeschluss gesetzten Fristen sind jedoch eine Inangriffnahme der baulichen Massnahmen bis spätestens 2010 und ein Abschluss bis 2015 nicht realisierbar. Auch unter finanzpolitischen Überlegungen erweist sich eine zeitliche Etappierung der durch den Bundesbeschluss bewilligten Objekte als sinnvoll. Aus diesen Gründen ist eine Verlängerung der Frist, gestützt auf Artikel 2 des Bundesbeschlusses, notwendig.

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion. Der Ständerat hat die Motion am 10. März 2010 ohne Opposition angenommen. Die Mehrheit der nationalrätlichen Kommission teilt die Einschätzung des Ständerates, dass die Rahmenbedingungen für den Bahnanschluss des Euro-Airports aufgrund der grenzüberschreitenden trinationalen Situation besonders kompliziert sind. Die Kommission hält zudem fest, dass das Projekt Euro-Airport mit einem Bundesanteil von 25 Millionen Franken unverändert Teil des Verpflichtungskredites für die HGV-Anschlüsse ist.

Bereits bei der Gesetzesberatung ist die Kompetenz an den Bundesrat delegiert worden, gegebenenfalls die Frist für die Inangriffnahme der Bauarbeiten von 2010 bis maximal 2015 zu erstrecken. Da der Bundesrat bereits jetzt über die nötige Kompetenz verfügt, erscheint der Minderheit die Motion überflüssig. Allenfalls könnte die Motion nach Ansicht der Minderheit sogar ein falsches Zeichen setzen, indem ein einzelnes Projekt aus einer Liste gesondert behandelt wird.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Es geht nicht um neue, zusätzliche 25 Millionen Franken, sondern diese 25 Millionen sind Bestandteil des beschlossenen HGV-Kredites. Es geht auch nicht um 170 Millionen Euro, es geht darum, ob das Parlament dem Bundesrat und den Nachbarländern signalisiert, diese Frist zu verlängern. Wichtig ist, dass die Projektierung jetzt vorwärtsgetrieben werden kann und auch den Partnern Frankreich, Baden-Württemberg, den Kantonen Basel-Stadt und Baselland sowie dem Euro-Airport verlässliche Zahlen als Basis für die Kostenaufteilung auf den Tisch gelegt werden können.

In diesem Sinn bitte ich Sie, der Kommission zuzustimmen. Die Kommission beantragt Ihnen mit 13 zu 10 Stimmen, die Motion anzunehmen. Wie gesagt, hat der Ständerat der Motion einstimmig zugestimmt.

Malama Peter · Mit-M · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe radical-libéral

Frau Kollegin, mich freuen diese 13 Stimmen, denn im Vergleich zu den Genfern und Zürchern fahre ich immer noch mit dem Taxi oder mit dem Bus zum Airport. Meine Frage ist: Hat denn ein Ja zur Fristverlängerung Konsequenzen in Bezug auf Mehraufwendungen oder Mehrkosten beim Bund?

Graf-Litscher Edith · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe socialiste

Herr Kollege Malama, es geht, wie bereits erwähnt, explizit um eine Fristverlängerung für die bereits bewilligten 25 Millionen Franken. Sollten beim Gesamtprojekt höhere Kosten entstehen, müsste der Verteilschlüssel angeschaut werden. Wenn es zu höheren Ausgaben für den Bund käme, hätten Sie im Parlament darüber zu befinden.

Brélaz Daniel · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S

Le crédit d'engagement pour la première phase du raccordement ferroviaire aux lignes à grande vitesse prévoit explicitement un budget de 25 millions de francs pour le projet de raccordement à l'aéroport de Bâle-Mulhouse.

Historiquement, les aéroports de Zurich et de Genève ont déjà été raccordés aux lignes des CFF de manière à ce qu'il soit possible d'aller prendre l'avion en utilisant les transports publics. Les difficultés d'un projet trinational ont fait que ce projet n'a pas pu se réaliser jusqu'en 2010, ce qui était le premier délai prévu dans l'arrêté. Néanmoins, cet arrêté prévoit la possibilité, mais pas l'obligation, pour le Conseil fédéral de prolonger de cinq ans la durée de validité des crédits.

Au Conseil des Etats, Monsieur Janiak a déposé une motion pour s'assurer que ce crédit serait prolongé de cinq ans, c'est-à-dire jusqu'en 2015, de manière à permettre la réalisation d'un projet qui comprend aujourd'hui trois pays, les régions du Bade-Wurtemberg et de l'Alsace et plusieurs cantons suisses. Il veut s'assurer ainsi que ce sera le "doit" qui sera réalisé et pas le "peut".

Une minorité de la commission pense que, du moment que le Conseil fédéral dispose de cette possibilité, il n'y a pas besoin de motion. Manifestement, elle s'inquiète également des éventuels débordements financiers qui découleraient de ce projet trinational, dont le coût est supérieur à 200 millions de francs.

Ce qui a été très clairement dit en commission par la majorité - et c'est sous cet angle-là qu'il faut comprendre le vote sur cette motion - c'est que ce serait donner un très mauvais signal inverse que de ne pas voter la motion, puisque cela voudrait dire, pour ceux qui interprètent nos décisions à l'extérieur, notamment en France et en Allemagne, que nous ne voulons plus donner de soutien fédéral à ce projet. On pourrait toujours expliquer que c'est parce que le Conseil fédéral avait éventuellement la possibilité de le réaliser. Ce serait juste des explications de nature à semer la confusion plutôt qu'à clarifier la situation.

Ce qui est par contre très clair pour la majorité de la commission, c'est que ce serait le même crédit de 25 millions de francs qui serait prolongé et pas un autre, qui correspondrait à un autre projet, sous peine de modifier la planification globale des très nombreux investissements ferroviaires qui, comme le diraient certains, se pressent au portillon.

Dans cette optique, la majorité de la commission, à la fois sous l'angle de l'égalité de traitement, les deux autres aéroport ayant été servis; sous l'angle de l'opportunité, un projet trinational incluant les régions et les cantons est en train d'avancer, nous espérons "d'aboutir"; et sous l'angle du signal politique - certes le Conseil fédéral "peut", mais le Conseil des Etats a décidé, à l'unanimité, qu'il "doit" proroger la durée de validité jusqu'en 2015 -, vous demande, par 13 voix contre 10, d'accepter la motion du Conseil des Etats.

Malama Peter · Mit-M · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe radical-libéral

Tout d'abord, merci pour votre prise de parole, j'en suis très content. Trouvez-vous que le signal positif que vous donnez avec votre oui est également un signal très important vis-à-vis de nos partenaires en France et en Allemagne?

Brélaz Daniel · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S

Comme vous le savez, lorsque l'on travaille sur les affaires internationales - on a eu un objet de ce type en début de matinée -, les partenaires interprètent de manière extrêmement diversifiée les signaux donnés. Il est certain qu'un rejet de cette motion sera interprété comme un désintérêt de la Suisse pour l'aéroport de Bâle-Mulhouse. En tout cas, ce risque serait considérable.

C'est une des raisons pour lesquelles la commission pense que nous ne devons pas commencer à discuter de la signification de la motion mais seulement l'accepter.

Gobbi Norman · Mit-M · Conseil national · Tessin · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Comincio per l'appunto dalla domanda posta appena ora dal collega Malama e dalla risposta data dal collega Brélaz. Con un voto negativo su questa trattanda noi non dimostreremo il disinteresse. Anzi, il disinteresse è giustamente stato dimostrato da coloro, quindi la Francia in primis, che hanno l'interesse di avere questo collegamento. In quanto se oggi siamo obbligati a domandare - o meglio, se il collega Janiak ha fatto questa proposta di domandare - un prolungamento dei termini, lo siamo appunto per il disinteresse della Francia.

Siamo altresì coscienti che non è un nuovo credito, ma si tratta unicamente di un prolungamento che è di competenza del Consiglio federale.

Die Minderheit der KVF-NR ersucht den Rat, die Motion Janiak, die eine Verlängerung der Frist für den Baubeginn des Bahnanschlusses an den Euro-Airport Basel-Mülhausen um fünf Jahre verlangt, aus folgenden Gründen abzulehnen:

1. Der Kreditbeschluss für das von der Motion betroffene Objekt sieht bereits die Möglichkeit vor, dass der Bundesrat von sich aus die Fristen für den Baubeginn der Bahnanschlüsse verlängert. Ich zitiere Artikel 2: "Die baulichen Massnahmen an den bewilligten Objekten müssen bis spätestens 2010 in Angriff genommen und bis 2015 abgeschlossen werden. Der Bundesrat kann diese Fristen um fünf Jahre verlängern."

2. Die Motion betrifft lediglich den Anschluss an den Flughafen Basel-Mülhausen für einen Betrag von 25 Millionen des Gesamtkredites von 1090 Millionen Franken; alle anderen Objekte des Bundesbeschlusses über den Verpflichtungskredit für die erste Phase des HGV-Anschlusses vom 8. März 2005 sind somit ausgeschlossen. Wir sind deshalb der Meinung, dass die Motion keinen vollständigen Überblick über die Problematik der Fristeinhaltung und -verlängerung gemäss Bundesbeschluss liefert. Es ist bekannt, dass länderübergreifende Verfahren und Interessen, insbesondere mit zentralistischen Ländern wie Frankreich oder Italien, oft Verzögerungen und mangelnde Konkretheit mit sich bringen. Ich nenne zum Beispiel die Fertigstellung der Staatsstrasse 340, die sogenannte Strada Regina, die Lugano mit dem Comersee verbindet und die seit über vierzig Jahren auf die Fertigstellung auf der italienischen Seite wartet. Eine ähnliche Zukunft ist für den Südanschluss von Alptransit Gotthard zu erwarten.

Demzufolge sollte nicht Ständerat Janiak, sondern das UVEK - durch dessen Bundesamt für Verkehr - einen Überblick über die einzelnen Projekte liefern, über Fortschritte, Einhaltung der Termine, Benützung des Kredits usw., und dem Bundesrat als zuständiger Behörde Terminverlängerungen vorschlagen.

Es ist uns auch äusserst wichtig, dass die Bundesämter bei der Ausarbeitung der Botschaften des Bundesrates von Anfang an die Durchführbarkeit innert den gegebenen Fristen überprüfen. Denn nebst den zeitlichen Verzögerungen werden auch die Investitionskosten entsprechend angepasst. Wir wissen genau, dass die Teuerung bei den Baukosten konstant ist und dass ein Anstieg von wenigen Prozentpunkten auf den bewilligten Kredit von total 1090 Millionen zu einer untragbaren Kostenüberschreitung führt.

Aus diesen Gründen bitten wir Sie, die Motion Janiak trotz der "Läckerli" an die Mitglieder der SVP- und der FDP-Fraktion abzulehnen.

Leuenberger Moritz · VPBR-M · Conseil fédéral · Zurich

Der Bundesrat beantragt Annahme der Motion und hat das auch schon im Ständerat getan.

Die formalen Betrachtungen von Herrn Gobbi mögen zutreffen; ich mag sie gar nicht bestreiten. Aber Sie wissen ja, wie das ist: Wenn das Parlament eine Motion annimmt und den Bundesrat auffordert, etwas zu tun, was eigentlich schon in seiner Kompetenz ist, dann opponiert der Bundesrat dem nicht. Auch was den Inhalt angeht, ist die Bemerkung richtig, dass vielleicht in anderen Landesecken politisch vergleichbare Schwierigkeiten vorhanden sind, zum Beispiel bei den Südanschlüssen - nur ersuche ich Sie, nicht die eine Schwierigkeit gegen die andere auszuspielen. Selbstverständlich ist beides unsere Aufgabe: So, wie wir hier in der verlängerten Frist unbedingt eine Finanzierungsmöglichkeit suchen müssen, müssen wir uns auch für die Südanschlüsse in Richtung Italien einsetzen. Im Zweifelsfall tun wir eben lieber beides, als dass wir das eine gegen das andere ausspielen.

Graf-Litscher Edith · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe socialiste

Ganz kurz eine Antwort auf das Votum des Sprechers der Minderheit: In Artikel 2 des Bundesbeschlusses steht, der Bundesrat könne die Frist verlängern. Wenn das Parlament dem Bundesrat jetzt mit der Annahme dieser Motion einen klaren Auftrag erteilt, ist das ein politisches Zeichen an die Nachbarländer.

Deshalb bitte ich Sie nochmals, der Motion im Sinn der Mehrheit der Kommission und im Sinn des Ständerates zuzustimmen und dem Bundesrat einen klaren Auftrag zu erteilen.

Vote

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 116 Stimmen

Dagegen ... 40 Stimmen