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Un train par heure de Zurich à Stuttgart (via Zurich-Aéroport-Winterthour-Schaffhouse)

Wiederkehr Roland · Conseil national · Zurich · Groupe évangélique et indépendant

Ich möchte mich hier nicht wiederholen; ich möchte nur noch ein Argument infrage stellen: Die Katze beisst sich in den Schwanz, wenn die SBB sagen, bei heute vier Zugspaaren nach München hätten sie nur 1200 Passagiere pro Tag. Mit so schlechten Verbindungen und so langen Fahrzeiten fahre auch ich mit dem Auto, oder ich nehme sogar das Flugzeug. Man weiss heute, dass ein Zugspassagier genau zwischen drei und vier Stunden in Kauf nimmt, wenn er umsteigen will. Bei Zeiten, die darüber hinausgehen, bevorzugt er eben das Flugzeug. Es gehört doch in eine Gesamtpolitik hinein, dass der Bundesrat als politische Behörde unseres kleinen, engen Landes Schweiz dafür sorgt, dass ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern vorhanden ist. Das heisst, dass er dort, wo es sich lohnen kann, den SBB eben auch Vorgaben gibt, dieses Hochgeschwindigkeitsnetz zu realisieren.

Die Sache mit Stuttgart sieht noch ein bisschen anders aus. Ich bin aber froh, dass ich dazu nicht der einzige Redner bin und trete deshalb ab.

Fehr Hans-Jürg · Conseil national · Schaffhouse · Groupe socialiste

Wir haben heute Nachmittag im Zusammenhang mit den Standesinitiativen über Regionalpolitik gesprochen, über gezielte Hilfestellungen des Bundes, wenn es um Infrastrukturprojekte geht, die z. B. eben den Arbeitsplatzabbau oder sonstige Attraktivitätsverluste von Randkantonen beseitigen oder wenigstens mildern helfen könnten.

Der Ausbau der Eisenbahnlinie Zürich-Stuttgart über den Flughafen Zürich-Kloten - mit Einführung des Stundentaktes - ist das wahrscheinlich wichtigste Wirtschaftsförderungsprojekt des Kantons Schaffhausen. Nur ist dieses für den Kanton Schaffhausen eben nicht aus eigener Kraft realisierbar. Es sind erhebliche Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen, die nicht auf dem Gebiet des Kantons Schaffhausen anfallen, sondern z. B. in Deutschland oder im Kanton Zürich. Auf jeden Fall ist dieser Ausbau mit Doppelspurinseln und Ähnlichem eben nur zu realisieren, wenn die SBB und eventuell auch der Bund mithelfen. Aus eigener Kraft schafft das der Kanton Schaffhausen nicht. Er würde es auch nicht schaffen, wenn ihm der Kanton Zürich etwas helfen würde.

Das Projekt ist aber nicht nur - es ist mir wichtig, das hier zu sagen - aus einem Interesse für den Kanton Schaffhausen heraus zu begründen. Es liegt auch im Interesse des Bundes. Herr Bundespräsident Leuenberger hat ja vorhin auf den Anschluss der Schweiz an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz hingewiesen. Die Bahnlinie Zürich-Stuttgart ist eine Anschlusslinie, eine Zubringerlinie an die Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Süden von Baden-Württemberg. Ähnliches gilt ja auch für die Linie Zürich-München.

Mit anderen Worten: Wenn der Bund in seinem Programm "Bahn 2000" den Anschluss der Ostschweiz an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz vorantreiben will, hat das einen direkten Zusammenhang mit dem Ausbau der Linie Zürich-Stuttgart und mit der Einführung des Stundentaktes. Sonst würde das keinen Sinn machen; sonst hätte auch der Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz keinen Sinn. Es wird keine besseren Passagierzahlen geben als die, die der Bundesrat in seiner schriftlichen Antwort aufführt, denn diese schlechten Passagierzahlen sind eben die Folge des schlechten Angebotes, des schlechten Takts, des fehlenden Anschlusses der Linie an den Flughafen Zürich-Kloten. Sie sind auch die Folge einer viel zu langen Fahrzeit. Solange sich das nicht bessert, ist diese Eisenbahnlinie eben keine wirkliche Konkurrenz zum Kurzstrecken-Flugverkehr. Ohne diesen Ausbau wird der Anschluss ans Hochgeschwindigkeitsnetz keinen Sinn machen. Ohne diesen Ausbau hat der Kanton Schaffhausen sein wichtigstes Infrastrukturprojekt weiterhin auf der Wartebank.

Ich möchte Sie daher bitten, das Postulat Wiederkehr mit aller Vehemenz zu unterstützen.

Leuenberger Moritz · BPR-M · Conseil fédéral · Zurich

Beide Vorredner haben völlig Recht. Die Katze würde sich in den Schwanz beissen, wenn wir bloss argumentieren würden: Es hat zu wenig Passagiere, deswegen kein Stundentakt und basta. Das wäre natürlich falsch. Damit es auf diesen Linien mehr Passagiere haben kann, die dem Strassen- und auch dem Luftverkehr weggenommen werden, muss die Strecke attraktiver gemacht werden. Und es soll auf diesen Linien mehr Passagiere haben. Der Stundentakt ist zwar sicher ein Element eines attraktiveren Bahnverkehrs, aber er ist nicht das einzige. Das wichtigste Element ist die Geschwindigkeit. Deswegen habe ich vorhin auch so grosses Gewicht auf die Fahrzeit für die Strecke nach München gelegt.

Die Passagierzahlen sind bei durchschnittlich etwa 1000 Passagieren in beide Richtungen seit Jahren praktisch konstant. Gemäss den SBB müsste das Passagiervolumen um 200 Prozent steigen, damit ein Stundentakt wirtschaftlich wäre. Eine sofortige Zunahme um 200 Prozent, einfach weil der Stundentakt eingeführt würde, ist unrealistisch. Es müssen weitere Attraktivitätssteigerungen hinzukommen. Die Bahnverbindung wird auch durch die zurzeit meist staufreie Autobahnverbindung A4-A81 konkurrenziert. Deshalb dürfte vor allem das Angebot auf deutscher Seite nicht rentabel sein. Wie vorhin gesagt worden ist: So wie Schaffhausen die Bahnverbindung nicht ohne den Kanton Zürich einführen kann, so kann die Schweiz sie nicht ohne die deutsche Seite einführen.

Laut einer Marktstudie ist die Nachfrage für eine Bahnverbindung Richtung Winterthur und Zürich-Flughafen aus dem süddeutschen Raum und aus Schaffhausen im Moment gering. Ich sage nicht, dass wir es dabei bewenden lassen wollen. Das ist nicht die Absicht. Zurzeit verkehren zwei Cisalpini zwischen Stuttgart und Mailand, und es liegen uns keine offiziellen Informationen über eine mögliche Unterbrechung des Zugslaufes in Zürich vor. Die Verkehrsnachfrage für diese Strecke ist ebenfalls vergleichsweise gering.

Ich muss hier wiederholen, was ich vorhin gesagt habe: Diese Verbindung ist Teil der Vereinbarung mit Deutschland über den Nordzulauf zur Neat. Der Bundesrat will diese Verbindung aufwerten. Die entsprechenden Arbeiten mit Deutschland - unter Einbezug der Kantone - sind im Gang. Der Anschluss der Ostschweiz ist ebenfalls Gegenstand der erwähnten Botschaft.

Intervention de procédure

Abstimmung - Vote

Für Überweisung des Postulates .... 80 Stimmen

Dagegen .... 96 Stimmen