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Vers l'élimination des cancers dus aux HPV en Suisse

Lohr Christian · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Meine Motion verlangt, dass der Bundesrat beauftragt werden soll, in Koordination mit den Kantonen und den Gesundheitspartnern Massnahmen auszuarbeiten, um HPV-bedingte Krebserkrankungen zu eliminieren. Humane Papillomaviren (HPV) verursachen die häufigste sexuell übertragbare Infektion. 85 bis 90 Prozent aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens. HPV können Krebs oder Genitalwarzen verursachen. Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste Krebsart, die durch eine HPV-Infektion verursacht wird.

Im Durchschnitt erkrankt in der Schweiz mehr als eine Person pro Tag an HPV-bedingtem Krebs, und alle drei Tage stirbt eine Person daran. Drücken wir es in absoluten Zahlen aus: In der Schweiz gibt es jedes Jahr ungefähr 670 HPV-bedingte Krebsfälle, Tendenz steigend. In unserem Land haben wir jährlich 200 Todesfälle durch HPV-bedingte Krebserkrankungen. Und schliesslich stellt man bei uns in jedem Jahr auch 2400 hochgradige Krebsvorstufen am Gebärmutterhals fest, die das Risiko für verminderte Fruchtbarkeit und Fehlgeburten erhöhen.

Viele Länder sowie die WHO und der Europarat verfolgen das Ziel der Eliminierung von HPV-assoziierten Krebserkrankungen. Der Europäische Krebsplan will bis 2030 bei Mädchen eine Durchimpfungsrate von 90 Prozent erreichen. In der Schweiz, in den Kantonen stellen wir eine Impfquote von 70 Prozent bei Mädchen und von 54 Prozent bei Jungen fest. Das ist ein erheblicher Unterschied, und das sind schlechte Raten.

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) stimmte im April 2024 dafür, das Durchimpfungsziel auf 90 Prozent zu erhöhen, um die Basis für die Eliminierung von HPV-bedingtem Krebs zu schaffen. Je höher die Impfrate wird, umso wichtiger wird es, den sensitivsten Screening-Test zu benutzen.

Obwohl HPV in verschiedenen Programmen aufgenommen wurden, gibt es nur wenige konkrete Massnahmen. Ausserdem sind diese Programme kaum koordiniert, und ihre Ergebnisse sind unzureichend. Ein nationales Ziel zur Eliminierung von HPV-bedingtem Krebs könnte die nötige Priorisierung bringen. Der Bundesrat soll deshalb beauftragt werden, in Koordination mit den Kantonen und den Gesundheitspartnern eine Strategie mit zielgerichteten Massnahmen für HPV-bedingte Krebserkrankungen auszuarbeiten.

Geben wir den jungen Menschen eine Chance, gesund zu leben. Wir tragen Verantwortung dafür und können diese heute wahrnehmen. Eine Verbesserung der Aufklärung und des Bewusstseins bezüglich HPV in der Bevölkerung kann und muss einen Teil dazu beitragen. Die Ziele und Massnahmen, die ich anspreche, könnten unter anderem in das Naps, in den nationalen Krebsplan sowie in die kantonalen Impfprogramme integriert werden.

Ich möchte Sie ermuntern, meine Motion zu unterstützen.

Riniker Maja · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical

Präsidentin (Riniker Maja, RL, AG): Die Motion wird von Herrn de Courten bekämpft.

de Courten Thomas · Mit-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Der Motionär beantragt, den Bundesrat zu beauftragen, HPV-bedingte Krebserkrankungen zu eliminieren - nicht weniger und nicht mehr. Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, um was es bei HPV-Erkrankungen geht. Es ist ziemlich unappetitlich. Ich verzichte darum darauf, dies im Detail näher auszuführen.

Dennoch: So edel die Absicht des Motionärs auch sein mag, so hehr dieses Ziel auch scheint und so gut gemeint dieser Vorstoss wohl ist, müssen wir auch die Frage beantworten, wie realistisch es ist, das Ziel dieses Vorstosses je zu erreichen. Ist das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das den Auftrag dann umsetzen müsste, in Zeiten der Knappheit - an Kapazitäten, Ressourcen, Fachkräften, Finanzen - überhaupt in der Lage, ein zusätzliches Programm zu stemmen? Setzen wir als Parlament hier die richtigen Prioritäten?

Der Motionär macht keinerlei Eingrenzungen. So, wie der Vorstoss formuliert ist, müsste der Bundesrat tatsächlich alle möglichen und alle unmöglichen Hebel in Bewegung setzen, um in Koordination mit den Kantonen und den Gesundheitspartnern alle erdenklichen Massnahmen auszuarbeiten, um das Ziel der globalen Elimination HPV-bedingter Krebserkrankungen zu erreichen.

Im Jahr 2023 - das ist noch nicht so lange her - hielt der Bundesrat gegenüber dem Parlament in seiner Stellungnahme vom 30. August zur Interpellation Lohr 23.3727, "Zero HPV. Elimination von HPV-Infektionen in der Schweiz", unmissverständlich und ehrlicherweise fest: "Aufgrund der sehr leichten Übertragung und hohen Durchseuchung in der Bevölkerung ist eine Elimination der HPV-Infektion nicht möglich." Heute will der Bundesrat den unmöglich zu erfüllenden Auftrag möglichst ohne weitere Diskussion einfach übernehmen. Das stört mich.

Schauen wir etwas genauer hin. Es wurden bereits zahlreiche Massnahmen mit dieser Zielrichtung aufgegleist. HPV-Erkrankungen sind bereits Teil zweier nationaler Strategien: des Nationalen Programms Impfungen und des Nationalen Programms "Stopp HIV, Hepatitis-B-, Hepatitis-C-Virus und sexuell übertragene Infektionen".

Das Nationale Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (Nicer) sammelt und publiziert die Daten zur Krankheitslast von Krebserkrankungen in der Schweiz. Die Anzahl der hier im Fokus stehenden Krebsarten ist in Relation zur Gesamtzahl der Krebserkrankungen relativ gering. Bei rund 50 000 neuen Krebserkrankungen pro Jahr sind es weniger als 1 Prozent pro Jahr.

Die Information der Bevölkerung und das Wissen über die präventiven Möglichkeiten sind selbstverständlich elementar. Dieser Ansatz wird über die Bereitstellung von Informationsmaterial für die Bevölkerung und die Gesundheitsfachpersonen verfolgt. Um eine adäquate, für die verschiedenen Zielgruppen gut verständliche Kommunikation sicherzustellen, wurden sämtliche Kommunikationsaktivitäten kürzlich auch neu konzipiert und weiterentwickelt, sodass sie bereits heute auch Social-Media-tauglich sind.

Es gibt eine Impfung inklusive Impfempfehlung der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. Das Monitoring der HPV-Impfung, das vom BAG koordiniert wird, erfolgt im Rahmen des etablierten kantonalen Durchimpfungsmonitorings für Jungen und Mädchen im Alter von 16 Jahren. Der niederschwellige Zugang zur Impfung wird von den Kantonen sichergestellt, weil diese im Zusammenhang mit der Impfthematik für die Umsetzung zuständig sind. Die HPV-Impfung wird im Rahmen von kantonalen Programmen ohne Kostenbeteiligung für die empfohlene Altersgruppe angeboten. Eine weitere vorbeugende Massnahme ist zum Beispiel das Screening auf Gebärmutterhalskrebs. Der Zervix-Abstrich ist in der Schweiz seit 1970 etabliert und die verbreitetste Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Er wird in der Schweiz bei unauffälligem Befund regelmässig empfohlen und von den Krankenkassen alle drei Jahre auch vergütet. Je nach Befund und Ermessen der Ärztin oder des Arztes können sich weitere Untersuchungen anschliessen. Für alle Menschen, die Sex haben, gilt auch nach offizieller Empfehlung des BAG: Machen Sie einen Safer-Sex-Check auf www.lovelife.ch! Dort erfahren Sie alles über sexuell übertragbare Infektionen, über die verschiedenen Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, die beim Sex übertragen werden können.

Was genau soll mit der vorliegenden Motion jetzt noch verbessert werden, und wo sollen die Mittel gekürzt werden, um diese zusätzlichen Massnahmen zu realisieren? Setzen wir hier die richtigen Schwerpunkte und Prioritäten? Ich komme zum Schluss: Nein.

Ich bitte Sie deshalb, diesen Vorstoss abzulehnen.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura

Les infections dues aux papillomavirus humains, les HPV, peuvent entraîner des maladies et des cancers en grande partie évitables. Ces maladies pèsent lourdement, bien sûr, sur les personnes concernées, mais aussi sur leurs proches et sur notre système de santé. Dès lors, renforcer la prévention est un enjeu majeur de santé publique.

Le Conseil fédéral recommande dès lors l'acceptation de la motion qui vise à éliminer les cancers dus aux HPV. Les programmes existants constituent un fondement solide pour atteindre cet objectif. La vaccination, en tant que mesure de prévention principale, figure au coeur de ces programmes. Il ne s'agit pas de promettre l'éradication des maladies, mais de poursuivre la diffusion d'informations et l'accès à la vaccination.

L'élimination des cancers dus aux HPV requiert des échanges directs. L'implication des parties prenantes, mais également des spécialistes, des ateliers, des groupes d'experts et des tables rondes garantissent ces démarches. Cela a été dit, les cantons jouent un rôle central dans la mise en oeuvre des programmes de vaccination contre les HPV. Un des problèmes actuels, c'est que le taux de couverture vaccinale varie fortement, même très fortement, d'un canton à l'autre, et des mesures ciblées, spécifiques et adaptées aux besoins locaux sont nécessaires si l'on entend atteindre l'objectif fixé au niveau national, à savoir un taux de 90 pour cent dans l'ensemble des cantons.

Tout à l'heure, il a été question de ce que prend en considération la caisse-maladie, l'assurance obligatoire des soins : la vaccination ainsi que le frottis qui vise à déceler les cellules modifiées sont des mesures de prévention importantes. Tous les trois ans, l'assurance obligatoire des soins prend en charge les coûts d'un tel examen.

Bref, le Conseil fédéral soutient la motion. Il considère qu'elle s'inscrit pleinement dans l'objectif déjà poursuivi d'éliminer les cancers liés aux HPV, que ce soit pour les jeunes femmes ou les jeunes hommes.

Vote

Präsidentin (Riniker Maja, RL, AG): Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 122 Stimmen

Dagegen ... 60 Stimmen

(6 Enthaltungen)

Schluss der Sitzung um 18.50 Uhr

La séance est levée à 18 h 50