Portée: Le traitement de cette décision par les juridictions ultérieures n’a pas été analysé.

68 IV 123

68 IV 123

Rubrum

122 Verfahren. N° 26, enquêtes fussent jointes et qu’il fût statué en même temps par un seul tribunal sur les infractions en concours, conformément à l’art. 350 ÈPS ; il est en effet de jurisprudence que l’art. 351 peut être invoqué, non seulement par les autorités cantonales, mais par l’inculpé lui-même (RO 67 I 149 ; 68 IV 4 cons. 3), et il n’importe pas, au regard de Vart. 350, que les actes puniassables soient sourmis à l’ancien droit ou au nouveau (RO 68 IV 60). Mais le recourant ayant omis de ss’adressger au Tribunal fédéral, la compétence est demeurée au lieu de la commission du délit, c’est-à-dire pour le délit de banqueroute au lieu d’ouverture de la faillite. Cela réeulte nettement de l’art. 350 ch. 2 CPS, qui, dans le cas où le for prévu pour le concours d'infractions n’a pas été respecté, n’ordonne pas un nouveau jugement portant gur les diverses infractions, mais, à la requête du condamné, fait fixer par le tribunal qui a prononcé la peine la plus grave une peine d’ensgemble. D'autre part, le juge qui a connaissance d’une condamnation déjà portée pour l’une des infractions en concours doit se borner à prononcer une peine complémentaire à celle précédemment infligée ; il n’y a alors plus lieu de fixer ultérieurement une peine d’ensemble, puisque l’accusé 8e Voit pratiquement assurer l'avantage qu’il y a pour lui à ce que les infractions concurrentes soient jugées en même temps (RO 68 IV 13). C’est pourquoi le condamné n’a pas un intérêt à obtenir, par le pourvoi en nullité, la cassation du premier jugement rendu en débats distincts ; l’annulation de toute une procédure n’aurait pas de sens. Le système aurait d’ailleurs pour conséquence fâcheuse que l'individu recherché à plusieurs endroits attendrait de voir à quelle peine le condamne le premier jugement pour, selon le cas, l’attaquer en nullité ou s’en abstenir. Enfin, Vannulation après coup du jugement à cause de l’inobservation du for de l’art. 350 al. 1 CPS se heurte à un obstacle de procédure, Pour statuer sur le pourvoi en nullité, la Cour de cassation devrait constater les infractions qui concourent avec celle qui a déjà été jugée, et déterminer celle qui est frappée de la peine la plus grave ou le lieu où la première instruction a été ouverte. Mais elle ne dispose à cet effet d’aucuns moyens d'enquête ; elle doït

rendre son jugement uniquement sur la base des constatations figurant dans le jugement cantonal (art. 275 PPF) ; or. celui-ci ne mentionne généralement pas du tout — et c’est bien le cas en l'espèce — les infractions non comprises dans la poursuite, ni l’enquête déjà instruite ailleurs.

Par ces motifs, le Tribunal fédéral prononce :

Faits

Le pourvoi est irrecevable.

97. Entseheid der Anklagekammer vom 26. Oktober 1942 i S. Frey. - In Abweichung von Art. 350 Ziff. 1 StGB wird die Gerichtsbarkeit beim Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen von der Anklagekammer gestützt auf Art. 263 Abs. 83 BStrP zwischen zwei Kantonen geteilt, weil das im einen Kanton für eine der strafbaren Handlungen eingeleitete Verfahren bereits vor der Appellationsinstanz hängig isb.

Dans un cas de concours d'infractions commises dans deux cantons, la Chambre d’accusation, dérogeant à l’art. 350 ch. 1 CP en vertu de l’art. 263 PPF, partage la compétence entre les deux cantons parcs que, pour l’une des infractions, la juridiction d'appel est déjà eaisie dans l’un des cantons.

In un caso di concorso di reati commeasi in due cantoni, la Camera d’accusa, derogando all’art. 350 cifra 1 del CPS in virtù dell'art. 263 PPF, divide la competenza tra i cantoni, poichè la procedura aperta in un cantone per l’uno dei reati è già in sede di appello. .

A.

— Luise Frey und Frau Steiger sind im Kanton Bern angeklagt, vor dem Inkrafttreten des gchweizerischen Strafgesetzbuches sich der gewerbsmässigen Beihilfe zur Abtreibung der Leibesfrucht schuldig gemacht zu haben. Gegen das vom Amtsgericht Biel in dieser Sache gefällte Urteil vom 1. Juni 1942 appellierten beide Angeklagte an die Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern, welche noch nicht geurteilt hat.

Am 19. August 1942 wurde Luise Frey zusammen mit 124 Verfahren, N° 27, fünf Mitbeschuldigten'im Kanton Solothurn in eine Kriminaluntersuchung wegen gewerbsmässiger Abtreibung, begangen im Jahre 1942, einbezogen. Ein Urteil ist in dieser Sache noch nicht gefällt worden.

B.

— Am 29. September 1942 stellte Luise Frey sowohl bei den bernischen als auch bei den golothurnigchen Behörden das Gesuch, die Verfolgung und Beurteilung ihrer im Kanton Solothurn begangenen Tat sei den bernischen Gerichten zu übertragen. Die Anklagekammern beider Kantone wiesen dieses Begehren ab.

C.

— Mit dem vorliegenden Gesuch an die Anklagekammer des Bundesgerichts beantragt Laise Frey neuerdings, die bernischen Gerichte seien zur Beurteilung der beiden gegen sie in den Kantonen Bern und Solothurn hängigen Fälle zuständig zu erklären und beide Verfahren Seien Zu Vereinigen.

Die Anklagekammer hat in Erwägung gezogen :

98. Nach bernischem Recht iet gewerbemässige Beihilfe zur Abtreibung der Leibesfrucht wahlweise mit Korrektionshaus von sechs Monaten bis zu sechs Jahren und Zuchthaus von einem bis zu fünf Jahren bedroht gewesen (Art. 135 Abs. 2 bern. StGB in der Fassung von Art. 396 Ziff. V bern. StrV, Art. 10 Abs. 2, Art, 11 Abs, 3 bern.StGB). Diese Strafdrohung ist milder als jene des neuen Rechts, welche auf Zuchthaus-von drei bis zu zwanzig Jahren lautet (Art. 119 Zif. 3 StGB). Die Tat, welche die Gesuchstellerin im Kanton Solothurn unter neuem Recht begangen haben soll, ist daher mit schwererer Strafe bedroht als jene, welche ihr im Kanton Bern vorgeworfen wird. Gemäss Art. 350 Zif. 1 Abs. 1 StGB sind daher an sich die solothurnischen Gerichte auch zur Beurteilung der im Kanton Bern begangenen Tat zuständig.

99. Gemäss Art. 263 Abs. 3 BStrP in der Fassung von Art. 399 lit. e StGB kann die Anklagekammer die Zuständigkeit beim Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen anders als in Art. 350 StGB bestimmen, Hierauf beruft sich die Gesuchstellerin subsidiär, um ihre Begehren zu stützen. = Würden indessen im vorliegenden Falle die bernischen Behörden zuständig erklärt, auch die im Kanton Solothurn begangene Tat zu verfolgen und zu beurteilen, 80 würde dadurch der Zweck des Art. 350 StGB. nicht gewahrt. Art. 350 Ziff. 1 StGB will verhindern, dass die Ausfällung einer Gesamtetrafe für mehrere an verschiedenen Orten begangene strafbare Handlungen (Art. 68 StGB) an der Verschiedenheit des Gerichtsstandes scheitere. Der Goricbtsstand soll ein einheitlicher sein, wenn und weil dadurch die gleichzeitige Beurteilung mehrerer strafbarer Bandlungen und die Ausfällung einer Gesamtstrafe ermöglicht wird. Unter diesem Gesichtepunkt ist es in der Regel gleichgültig, ob von den Begehungsorten mehrerer strafbarer Handlungen der eine oder der andere als Gerichtsstand bestimmt werde ; dann kann die Anklagekammer gestützt auf Art. 263 Abs. 38 BStrP von der Regel des Art. 350 Ziff. 1 StGB abweichen und einen Ort als Gerichtsstand bezeichnen, an welchem nicht die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat verübt bezw. nicht die Untersuchung zuerst angehoben worden ist. Würde im vorliegenden Falle die Verfolgung und Beurteilung der von der Gesuchstellerin im Kanton Solothurn begangenen gewerbsmässigen Abtreibung den bernischen Behörden übertragen, s0 wäre eine gleichzeitige Beurteilung dieser Tat mit der im Kanton Bern begangenen gleichwohl nicht möglich, da letztere erstinstanzlich, wenn auch noch nicht rechtskräftig, bereits beurteilt worden ist. Eine Aufhebung des Verfahrens vor der Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern und dem Amtsgericht Biel, nur um die einheitliche Beurteilung aller Taten der Gesuchstellerin wiederum im Kanton Bern zu ermöglichen, ist nicht statthaft. Die Gerichtsstandsbestimmungen gestatten bloss, ein vor einem örtlich unzuständigen Gericht geführtes Verfahren. aufzuheben und die Sache zur Verfolgung dem zuständigen Gericht zu übertragen. Dagegen darf nicht 126 Vorfahren. N° 27.

ein zuständigen Ortes geführtes Verfahren aufgehoben und am gleichen Orte, wenn vielleicht auch vor einem Gericht mit anderer sachlicher Zuständigkeit, neu begonnen werden, nur um die Verfolgung und Beurteilung einer andern Tat im gleichen Verfahren zu ermöglichen. Daass eine Vereinigung der beiden vorliegenden Fälle in den Verfahrensstadien, in denen sie sich heute befinden, nicht ohne Aufhebung des bernischen Verfahrens zurück bis und mit dem Urteil des Amtsgerichts von Biel möglich wäre, liegt auf der Hand, denn die Strafkammer des bernischen Obergerichts is mur Appellationsinstanz und kann daher den im Kanton Solothurn hängigen Fall nicht zur Beurteilung übernehmen. Es geht auch nicht an, diesen Fall zunächst einer untern bernischen Instanz zu übertragen und abzuwarten, bis das Verfahren soweit gediehen wäre, dass eine Vereinigung in oberer Instanz möglich würde. Angesichts der Strafe, welche Art. 119 Ziff. 3 StGB androht, wäre im Kanton Bern nicht ein Amtsgericht, sondern ein Geschworenengericht oder die Kriminalkammer zuständig, .die unter neuem Recht begangene Tat der Gesuchstellerin zu beurteilen (Art. 29, 30, 198 bern.StrV in der Fassung von Art. 29 Ziff. V, VI, XII bern. EG StGB). Die Appellation wäre daher nicht zulässig. Selbst wenn der Fall von einem Amtsgericht beurteilt würde, stünde nicht fest, dass später eine Vereinigung mit dem bei der Strafkammer hängigen Fall möglich wäre, denn dies würde voraussetzen, dass die Gesuchstellerin oder die Staatsanwaltschaft von ihrem Appellationsrecht Gebrauch machen würden.

Von einer Übertragung der im Kanton Solothurn hängigen Sache an die bernischen Gerichte ist daher abzugehen.

100. Dagegen rechtfertigt es sich, gestützt auf Art. 263 Abs. 3 BStrP von Art. 350 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wenigstens insofern abzuweichen, als die bernizgchen Behörden zur Beurteilung der von der Gesuchstellerin im Kanton Bern begangenen Tat zuständig zu erklären gind. Bei Übertragung dieser Sache. an den Kanton Solothurn würde das im Kanton Bern hängige Verfahren, in welchem bereits ein, wenn auch noch nicht rechtskräftiges Urteil gefällt worden ist, hinfällig, und die solothurnischen Behörden wären genötigt, wegen dieser Tat ein neues Verfahren zu beginnen. Dies wäre nicht prozessökonomiseh. Zwar hat die Anklagekammer am 2. Oktober 1942 in Sachen Kümpel erkannt, dass beim Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen eine Teilung der Gerichtebarkeit nicht zulässig sei. In jenem Falle war indessgen noch in keinem der Verfahren, deren Vereinigung in der Hand einer einzigen Behörde verfügt wurde, ein Urteil gefälls worden. Die zuständige Behörde konnte sich die vorher von andern Behörden durchgeführten Untersuchungsmassnahmen ohne Nachteil zunutze machen. In der vorliegenden Sache ist die Trennung auch deshalb angezeigt, weil das Verfahren im Kanton Bern auch gegen die Mittäterin Frau Steiger gerichtet ist. Würden die solothurnischen Behörden zuständig erklärt, die von der Gesuchstellerin im Kanton Bern begangene Tat zu beurteilen, 80 müssten sie entweder gestützt auf Art. 349 StGB auch zuständig erklärt werden, das Verfahren gegen Frau Steiger durchzuführen, oder das Verfahren gegen sie müsste gestützt auf Art. 262 Abs. 3 BStrP in der Fassung von Art. 399 lit. d StGB von demjenigen gegen Luise Frey getrennt werden. Beides wäre mit Nachteilen verbunden. :

Die Teilung der Gerichtsbarkeit zwischen den Kantonen Bern und Solothurn hat zur Folge, dass die Behörde, welche zuletzt urteilen wird, eine Zusatzetrafe auszufällen hat, so0 dass die Gesuchstellerin nicht schwerer bestraft wird, als wenn alle strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 68 Zif. 2 StGB).

Dispositif

Demnach hat die Anklagekammer erkannt :

Zur Verfolgung und Beurteilung der der Gesuchstellerin Luise Frey in den Kantonen Bern und Solothurn zur Last gelegten Taten sind die Behörden der Begehungsorte zuständig.

Dispositions modifiées depuis

Cette décision interprète des dispositions dont l’acte a depuis fait l’objet d’une nouvelle consolidation. Si l’article lui-même a changé n’est pas consigné.

  • Code pénal suisse, Art. 29, Art. 68, Art. 119, Art. 349, Art. 350 et Art. 399 — l’acte a été consolidé à nouveau le 1 janvier 1995, 1 février 1997, 1 septembre 1997, 1 janvier 1998, 1 avril 1998, 1 janvier 1999, 1 mars 2000, 1 mai 2000, 1 juillet 2000, 15 décembre 2000, 1 janvier 2002, 1 avril 2002, 1 juillet 2002, 1 octobre 2002, 1 avril 2003, 1 décembre 2003, 1 janvier 2004, 1 mars 2004, 1 avril 2004, 1 juillet 2004, 1 août 2004, 1 janvier 2005, 1 février 2005, 1 janvier 2006, 1 avril 2006, 1 juillet 2006, 1 décembre 2006, 1 janvier 2007, 1 janvier 2008, 1 juin 2008, 1 août 2008, 1 octobre 2008, 5 décembre 2008, 1 janvier 2009, 1 février 2009, 1 avril 2009, 1 janvier 2010, 1 décembre 2010, 1 janvier 2011, 1 juillet 2011, 1 octobre 2011, 1 janvier 2012, 1 juillet 2012, 16 juillet 2012, 1 octobre 2012, 1 janvier 2013, 19 mars 2013, 1 avril 2013, 1 mai 2013, 1 juillet 2013, 1 janvier 2014, 1 juillet 2014, 1 janvier 2015, 1 janvier 2016, 1 juillet 2016, 1 octobre 2016, 1 janvier 2017, 11 juillet 2017, 1 septembre 2017, 12 décembre 2017, 1 janvier 2018, 1 mars 2018, 1 mars 2019, 1 juillet 2019, 1 novembre 2019, 1 février 2020, 3 mars 2020, 1 juillet 2020, 1 juillet 2021, 1 janvier 2022, 1 juin 2022, 22 novembre 2022, 1 janvier 2023, 23 janvier 2023, 1 juillet 2023, 1 août 2023, 1 septembre 2023, 6 décembre 2023, 1 janvier 2024, 1 juillet 2024, 1 janvier 2025, 1 août 2025, 1 janvier 2026 et 12 juin 2026.