07.3697
Obligation d'annoncer les actes de violence
Intervention de procédure
Antrag der Kommission
Zustimmung zur Änderung
Proposition de la commission
Approuver la modification
Schmid-Federer Barbara · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe PDC/PEV/PVL
Am 19. Dezember 2007 hat unser Rat die vorliegende Motion angenommen und damit verlangt, dass der Bundesrat eine gesamtschweizerisch einheitliche Meldepflicht für Vorfälle menschlicher Gewalt einzuführen habe, dies in Zusammenarbeit mit den Kantonen. Am 29. September 2008 hat der Ständerat die Motion ebenfalls angenommen, allerdings mit folgender Änderung: Neu wird der Bundesrat "beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen gesamtschweizerisch Vorfälle menschlicher Gewalt zu erfassen und im Hinblick auf Massnahmen auszuwerten".
Die Kommission des Nationalrates hat sich am 16. Januar 2009 dem Änderungsvorschlag des Ständerates angeschlossen und bittet Sie einstimmig, der Motion in ihrer abgeänderten Form zuzustimmen. Unsere Kommission ist analog zum Ständerat der Meinung, dass die in der ursprünglichen Fassung der Motion vorgeschlagene "einheitliche Meldepflicht" schwer realisierbar sein würde. Der Bund ist nicht in allen Bereichen zuständig, in denen eine Meldepflicht sinnvollerweise eingeführt werden müsste. Insofern könnte der Bundesrat diesen Auftrag nur dann erfüllen, wenn die Kantone ausnahmslos kooperieren würden. Zudem ist nicht zu erwarten, dass allein durch die Einführung einer Meldepflicht eine tatsächliche Erfassung des Ausmasses an Gewaltvorfällen zu erreichen ist. Ein wichtiges Argument, welches gegen die einheitliche Meldepflicht spricht, ist unter anderem das ärztliche Berufsgeheimnis, welches durch diese Meldepflicht eingeschränkt würde. Gewisse Patientinnen und Patienten wären unter Umständen nicht mehr bereit, die von ihnen erlebte Gewalt im Rahmen der ärztlichen Untersuchung zu thematisieren.
Ihre Kommission unterstützt hingegen einstimmig den Änderungsvorschlag des Ständerates, der vorsieht, dass der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen gesamtschweizerisch Vorfälle menschlicher Gewalt erfasst und im Hinblick auf Massnahmen auswertet. Eine gesamtschweizerische Erfassung der Vorfälle menschlicher Gewalt sowie deren Datenauswertung im Hinblick auf Massnahmen sind aus Sicht der Kommission aus folgenden Gründen sinnvoll:
1. Die bestehenden Statistiken reichen nicht aus, um ein umfassendes Bild des Ausmasses an Gewaltvorfällen zu erhalten.
2. Dem berechtigten Anliegen der Motion, mehr Transparenz betreffend tatsächlich ausgeübter Gewalt in der Schweiz zu schaffen, kann so entsprochen werden.
3. Mit der Erhebung können gezielte Massnahmen zum Schutz der Opfer von Gewalt ergriffen werden.
4. Durch eine gesamtschweizerische Erhebung können die direkten und indirekten Folgen aufgezeigt und gezielte Massnahmen zur Reduktion der entsprechenden Kosten ergriffen werden.
Ihre Kommission ist der Meinung, dass menschliche Gewalt ein gesellschaftliches Problem ist, welches erhöhter Aufmerksamkeit bedarf. Um effektive Präventionsmassnahmen gegen Gewalt ergreifen zu können, braucht es eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes, um anschliessend konkrete Massnahmen ergreifen zu können.
Aus all den genannten Gründen bittet Sie die Kommission einstimmig, die vorliegende Motion mit dem abgeänderten Text anzunehmen.
Nidegger Yves · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Tout est parti d'une étude publiée par l'Hôpital de l'Ile de Berne, qui montrait que le nombre des blessures dues à des actes de violence est en augmentation inquiétante et que la gravité de ces blessures l'est également. Une motion a été déposée. Elle charge le Conseil fédéral d'instituer à l'échelle nationale une obligation d'annoncer tout acte de violence en collaboration avec les cantons.
Le Conseil fédéral, s'exprimant à ce sujet, a estimé que l'obligation qui lui incomberait serait un peu trop lourde et que la formulation était trop ouverte pour qu'il soit possible d'en chiffrer le coût.
Notre conseil, le 19 décembre 2007, a toutefois adopté par une forte majorité - 144 voix contre 37 - la motion. Celle-ci est ensuite partie au Conseil des Etats, qui l'a également adoptée mais en y apportant la modification suivante: "En collaboration avec les cantons, le Conseil fédéral est chargé d'enregistrer à l'échelle nationale les actes de violence contre les personnes et de les soumettre à une évaluation en vue de prendre des mesures appropriées."
Votre commission est tout aussi d'accord avec cette nouvelle formulation qu'avec la première. Elle s'est prononcée à l'unanimité en faveur de la proposition d'approuver cette motion dans sa version amendée par le Conseil des Etats et vous invite à présent à voter dans le même sens.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission. La commission propose, à l'unanimité, d'approuver la motion telle qu'elle a été adoptée par le Conseil des Etats.
Angenommen - Adopté