09.3404
La Suisse doit-elle rester membre d'organisations internationales?
Kaufmann Hans · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die SVP-Fraktion fordert mit ihrem Postulat eine Überprüfung der Mitgliedschaften der Schweiz in internationalen Organisationen. Es sind ja bekanntlich dreistellige Millionenbeträge, die wir jedes Jahr an eine breite Palette von internationalen Organisationen verteilen. Der Nutzen vieler dieser Organisationen ist für die Schweiz allerdings bei genauerer Analyse relativ bescheiden. Wenn man dann noch die Attacken einiger dieser Organisationen auf die Schweiz in die Rechnung einbezieht, muss man sich tatsächlich fragen, ob wir dieses Geld nicht klüger anderswo einsetzen sollten, insbesondere im Inland.
Ein paar Beispiele, die diese Aussagen illustrieren sollen: Wenn ich an die Uno denke, deren Vorsitz unlängst von Libyen übernommen worden ist, frage ich mich ernsthaft, warum wir solche Organisationen noch mit Steuergeldern unterstützen sollen. Diese Weltorganisation bringt es ja nicht einmal fertig, die Schweiz in der Geiselfrage mit Libyen zu unterstützen.
Ich sehe auch nicht ein, warum wir weiterhin im bisherigen Ausmass die OECD unterstützen sollen, denn viele ihrer Empfehlungen und Listen sind rein politisch motiviert. Viele ihrer Empfehlungen werden zwar von den Grossmächten nicht eingehalten, aber gegen diese erfolgen keine Sanktionen, sondern nur gegen kleine Länder wie die Schweiz. Konkret denke ich an die mangelhafte Umsetzung der Geldwäschereiabkommen in zahlreichen OECD-Ländern, an die Steuerdomizile in Delaware usw., die aber nicht dazu geführt haben, dass die USA auf die gleichen schwarzen oder grauen Listen wie die Schweiz gesetzt worden sind. Viele OECD-Länder unterstützen ihre Industrieunternehmen zudem mit milliardenhohen Beiträgen und verfälschen den Wettbewerb. Und was passiert? Nichts!
Auch im Europarat werden Themen behandelt, nach deren Debatte der Schweiz unnötige Lasten auferlegt werden. Mich ärgert auch, dass eine Kommission des Europarates - die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz - unsere Partei ungestraft als rassistisch und fremdenfeindlich bezeichnen kann. Der Europarat propagiert zwar Rechtsstaatlichkeit, aber mit unserer Partei stand er nie in Kontakt, von rechtlichem Gehör keine Spur. Es ist eben leichter, in Strassburg über Rechtsstaatlichkeit zu reden, als Rechtsstaatlichkeit auch zu üben. Ich war ja in der letzten Legislatur selber Mitglied des Europarates, und ich kann Ihnen versichern, dass die Arbeit, die dort geleistet wird, zu einem grossen Teil fragwürdig ist und statt in vier durchaus in zwei Sessionen pro Jahr behandelt werden könnte.
Auch die milliardenschweren Beiträge und Finanzgarantien an den IWF werfen Fragen auf. Bei der neuesten Finanzierung bzw. Garantiestellung soll die Schweiz für 4 Prozent des gesamten Betrages geradestehen, Deutschland für 8 Prozent. Wir sind doch nicht halb so gross wie Deutschland! Wir spielen hier auf Kosten der Steuerzahler offensichtlich einmal mehr die Rolle der reichen Onkel und Tanten aus der Schweiz. Dies ist nicht akzeptierbar! Und sollte es sogar darum gehen, mit grosszügigen Geldengagements Stimmen zu kaufen, dann ist ein solches Vorgehen erst recht verwerflich. Schliesslich unterstützen wir auch zahlreiche Projekte der EU. Ich denke da beispielsweise an Galileo, das zu einem finanziellen Desaster auszuarten droht. Warum erfährt unser Parlament nichts darüber?
Es erscheint mir deshalb zweckmässig, den Bundesrat um einen Bericht zu bitten, der die Kosten und den Nutzen dieser Organisationen für die Schweiz darlegt. Die Staatsrechnung ist in dieser Beziehung zu wenig transparent. Deshalb bitte ich Sie, unser Postulat zu unterstützen. Ich bin etwas enttäuscht, dass der Bundesrat nicht bereit ist, in dieser Beziehung Transparenz zu schaffen. Aber offensichtlich geht es darum, sich gewisse "Ämtli" zu sichern, und um die Teilnahme an internationalen Konferenzen.
Calmy-Rey Micheline · BR-F · Conseil fédéral · Genève
Je suis très étonnée de ce que j'ai entendu parce que le postulat de l'Union démocratique du Centre suggère une attitude générale de refus à l'égard des organisations internationales. Il mentionne la Banque mondiale et les banques continentales de développement, et vous n'avez parlé que du Conseil de l'Europe et de l'Union européenne.
Tout d'abord, la Suisse n'est pas membre de l'Union européenne et nous avons un certain nombre d'accords de partenariat avec l'Union européenne que le Parlement approuve. Par conséquent, il n'est pas question ici d'attitudes peu transparentes ou de je ne sais quels secrets que nous serions en train de "négocier" dans le dos du Parlement.
Pour ce qui concerne le Conseil de l'Europe, je vous répondrai très simplement: la Suisse est membre à part entière du Conseil de l'Europe. Le Conseil de l'Europe a pour objectif de mettre en place des standards internationaux en matière de démocratie, de protection des droits humains et de gouvernance, en particulier de gouvernance locale. Par conséquent, les objectifs du Conseil de l'Europe sont des objectifs centraux de la politique étrangère de la Suisse et en particulier pour ce qui concerne la Cour européenne des droits de l'homme: la Suisse soutient fortement cet objectif, car il vise à protéger les droits humains dans les 47 pays membres du Conseil de l'Europe.
Donc, il n'y a là pas d'intérêt pour la Suisse à avoir une attitude générale de refus à l'égard du Conseil de l'Europe ou à l'égard d'autres organisations internationales. En plus, Monsieur le conseiller national, les problèmes actuels de politique extérieure sont mondiaux; nous vivons dans un monde interdépendant et les risques sont des risques globaux; ce sont des risques tels que les changements climatiques, les questions de migration, et ces questions-là ne peuvent pas être résolues par un Etat tout seul, elles doivent être traitées au sein de la communauté internationale, pour trouver des solutions, des solutions qui soient constructives. Par conséquent, votre proposition va à l'encontre des intérêts de la Suisse.
Le Conseil fédéral vous propose encore une fois de rejeter ce postulat.
Vote
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 60 Stimmen
Dagegen ... 125 Stimmen