10.061
Financement de l'infrastructure ferroviaire suisse (CFF et chemins de fer privés) pour les années 2011-2012
Amherd Viola · Mit-F · Conseil national · Valais · Groupe PDC/PEV/PVL
Wir entscheiden heute über den Zahlungsrahmen zur Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur, und zwar der SBB und der Privatbahnen, für die Jahre 2011 und 2012. Erstmals werden SBB und konzessionierte Transportunternehmen (KTU) gemeinsam behandelt. Der Zahlungsrahmen wird für zwei Jahre und nicht wie üblich für vier Jahre beschlossen, um die Periodizität auf die Legislaturperiode abzustimmen. Der nächste Zahlungsrahmen wird dann wieder für vier Jahre festgelegt.
Wir behandeln heute insgesamt vier Vorlagen:
1. das Bundesgesetz über die Schweizerischen Bundesbahnen;
2. den Bundesbeschluss über die Leistungsvereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Aktiengesellschaft Schweizerische Bundesbahnen für die Jahre 2011/12;
3. den Bundesbeschluss über den Zahlungsrahmen für die Eisenbahninfrastruktur der SBB 2011/12;
4. den Bundesbeschluss über den Verpflichtungskredit für die Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur der schweizerischen Privatbahnen für die Jahre 2011/12.
Die KVF beantragt einstimmig, auf diese Vorlagen einzutreten. In der Detailberatung werden wir vor allem in Bezug auf den Zahlungsrahmen für die SBB-Infrastruktur sowie für die Privatbahnen Mehrheits- und Minderheitsanträge vorliegen haben. Diese werden dann in der Detailberatung begründet.
Namens der einstimmigen Kommission bitte ich Sie, auf die eben erwähnten Vorlagen einzutreten.
Brélaz Daniel · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S
Le financement est maintenant, contrairement à ce qui se passait auparavant, déterminé pour deux ans; c'est l'objet de la première décision, prise à l'unanimité. La deuxième décision est une approbation de la convention sur les prestations entre la Confédération suisse et la société anonyme des CFF; elle a également été prise à l'unanimité. L'entrée en matière sur les crédits-cadres pour les deux prochaines années, aussi bien pour les CFF que pour les chemins de fer privés, n'a pas non plus posé de problème; les discussions porteront sur les montants, et c'est à ce moment-là que nous ferons valoir nos arguments.
Hany Urs · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe PDC/PEV/PVL
Wie die Kommissionssprecherin und der Kommissionssprecher bereits gesagt haben, liegen uns die Zahlungsrahmen für die SBB und die KTU zusammen vor, und dies für die nächsten zwei Jahre, also 2011 und 2012. Diese Vorgehensweise hat auch den Vorteil, dass die für die Weiterentwicklung und den weiteren Ausbau der Eisenbahninfrastruktur unabdingbaren grundsätzlichen Überlegungen angestellt werden können und dass Weiterentwicklung und weiterer Ausbau während der nächsten zwei Jahre diskutiert und umgesetzt werden können.
Erlauben Sie mir diesbezüglich drei grundsätzliche Bemerkungen:
1. Die zukünftige Entwicklung unserer Eisenbahninfrastruktur muss in enger Abstimmung mit der zukünftigen Entwicklung unserer Raumordnung erfolgen. Insbesondere der Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastrukturen kann nur in direktem Zusammenhang mit der zukünftigen Raumplanung geplant und umgesetzt werden. Hier sind grundsätzliche Überlegungen und Zusammenhänge als Entscheidungsgrundlage unabdingbar. Neue Siedlungsräume, neue Siedlungsgebiete können in Zukunft nicht einfach Anspruch auf neue Erschliessungen, auf neue, zusätzliche Infrastrukturausbauten im öffentlichen Verkehr erheben. Die Erfahrung zeigt, dass wir nicht nur beim Ausbau der Infrastrukturen an finanzielle Grenzen stossen, sondern dass uns auch oder gerade Betrieb und Unterhalt vor immer grössere finanzielle Probleme stellen.
2. Die noch zu bauenden Zubringerlinien insbesondere zur alpenquerenden Neat sollten nur in Abstimmung mit den noch fehlenden ausländischen Zubringerlinien realisiert werden. Es geht nicht an, dass wir mit hohem finanziellem Aufwand fehlende Zulaufstrecken bauen und in Deutschland und Italien aufgrund fehlender finanzieller Mittel der Bau der notwendigen Zulauflinien massiv verzögert wird.
3. Der Ausbau und die Kapazitätssteigerung im Güterverkehr müssen zukünftig höher gewichtet werden als dasselbe im Personenverkehr. Ohne die noch notwendige Zulaufinfrastruktur im In- wie im Ausland können und werden wir eine massive Erhöhung der Verlagerung der Güter auf die Schiene nie erreichen.
Nun aber zurück zur Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund und den SBB sowie den KTU. Der Bundesrat beantragt für die geplanten ungedeckten Kosten aus Betrieb und Unterhalt sowie für die Finanzierung von Infrastrukturen 4542 Millionen Franken. Davon entfallen 3322 Millionen Franken auf die SBB und 1220 Millionen Franken auf die KTU. Der Ständerat hat für die KTU eine Erhöhung des Kredits um 59 Millionen Franken beschlossen und den SBB eine beantragte Erhöhung um 140 Millionen verweigert. Der Grund lag wohl darin, dass die SBB die Finanzierung von Erweiterungsprojekten und nicht primär den Substanzerhalt als Grund für die Erhöhung geltend machen.
Das Netzaudit der SBB hat einen grossen Nachholbedarf beim Substanzerhalt ergeben; es handelt sich um einen dafür erforderlichen Betrag von rund 850 Millionen Franken, wie wir alle wissen. In der Vorlage des Bundesrates ist für das Jahr 2011 für den Substanzerhalt eine Erhöhung von 150 Millionen und für das Jahr 2012 eine Erhöhung von 175 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren vorgesehen. Dies sind also weit weniger Mittel als von den SBB verlangt. Wir sind der Auffassung, dass die Aufstockung um 140 Millionen Franken für die SBB dann gerechtfertigt ist, wenn das Geld in erster Linie für den Substanzerhalt eingesetzt wird. Diesbezüglich muss aber die Verwendung der zusätzlichen Mittel in enger Absprache mit dem Bundesamt für Verkehr erfolgen. Eine entsprechende Zusage haben wir in der KVF vom Direktor des Bundesamtes für Verkehr, von Herrn Füglistaller, erhalten. Dass die zusätzlichen Mittel vorübergehend dem FinöV-Fonds entnommen werden, kann insofern akzeptiert werden, als dies nur für die nächsten zwei Jahre gilt und, wie ich eingangs erwähnt habe, während dieser zwei Jahre eine Grundsatzdiskussion und Entscheidfindung stattfinden muss, wie Betrieb und Unterhalt sowie die zukünftig notwendigen Infrastrukturen finanziert werden sollen.
Die CVP/EVP/glp-Fraktion empfiehlt Ihnen, bei den drei Bundesbeschlüssen und beim Gesetz immer der Mehrheit zu folgen.
Simoneschi-Cortesi Chiara · Mit-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
Le groupe PDC/PEV/PVL est satisfait du message et des propositions de financement présentées par le Conseil fédéral. Il se rallie aussi aux décisions du Conseil des Etats.
Notre groupe est particulièrement satisfait de la décision du Conseil fédéral d'augmenter les moyens de manière importante, et pour les CFF, avec plus de 300 millions de francs de plus, et pour les chemins de fer privés, avec 90 millions de francs de plus, surtout pour l'entretien de l'infrastructure.
Le Conseil des Etats a adopté le projet du Conseil fédéral, mais il a par la suite augmenté de 59 millions de francs les moyens financiers pour les chemins de fer privés en reconnaissant qu'il fallait agir sur le plan de la qualité de l'infrastructure.
Le groupe PDC/PEV/PVL entre donc en matière et se déclare favorable au projet du Conseil fédéral et aux décisions du Conseil des Etats. Il est favorable à l'égalité de traitement entre les CFF et les chemins de fer privés et à l'augmentation des fonds mis à disposition pour l'entretien du réseau et le maintien d'une bonne qualité de l'infrastructure, qui, à son avis, est absolument prioritaire pour avoir une exploitation non seulement de qualité, mais aussi sûre. La sécurité en effet est un problème majeur et on ne doit pas, pour cause d'économies, la mettre en danger.
Pour tous ces motifs, le groupe PDC/PEV/PVL va aussi soutenir l'augmentation de 140 millions de francs supplémentaires pour les CFF.
Avec l'augmentation prévue par le Conseil fédéral, on ne finance pas ce dont les CFF ont besoin pour l'entretien du réseau. Je vous rappelle que deux études ont été faites: l'une demandait 850 millions de francs supplémentaire et l'autre au moins 500 millions de francs de plus. L'augmentation prévue par le Conseil fédéral est de 332 millions de francs. Donc, elle ne couvre pas les besoins des CFF.
De plus, les CFF ont demandé au moins 140 millions de francs supplémentaires pour commencer à concrétiser de nouveaux projets qui servent à améliorer la stabilité de l'horaire et à éliminer quelques goulets d'étranglement. Nous ne voulons pas nous fixer sur une liste de projets; nous laissons cette responsabilité aux CFF et à l'Office fédéral des transports qui vont sûrement collaborer pour investir cet argent là où il est le plus nécessaire: par exemple pour améliorer le passage des trains à deux étages, pour le prolongement des quais, pour la sécurité, etc.
Nous rappelons en outre que les cantons ont aussi plaidé pour cette augmentation, comme d'ailleurs pour celle qui concerne les chemins de fer privés.
Le groupe PDC/PEV/PVL vous demande d'entrer en matière et d'adopter les propositions de la majorité aux projets 3 et 4.
von Rotz Christoph · Mit-M · Conseil national · Obwald · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Vorweg muss ich gleich festhalten, dass unsere aktuelle Verkehrsfinanzierung alles andere als transparent ist, und für die Zukunft müssen wir folglich alles unternehmen, damit wir über eine einfache und transparente Finanzierung unserer Verkehrsinfrastrukturen und unserer Verkehrsträger verfügen. Wir lösen nämlich die künftigen Probleme bei der Verkehrsfinanzierung nicht, nur weil wir finanzielle Mittel vom einen Topf in den anderen Topf verschieben. Es nützt auch nichts, wenn immer alle von Prioritäten sprechen, aber dann jedem Projekt die höchste Priorität geben, was unsere finanziellen Ressourcen eben nicht zulassen.
Mit dem aktuellen Geschäft zur Finanzierung der schweizerischen Eisenbahninfrastruktur wird uns erstmals der Zahlungsrahmen für die SBB und die KTU zusammen vorgelegt. Bisher betraf es ja immer nur die SBB. Damit kommen wir der Transparenz bei der Verkehrsfinanzierung einen ersten kleinen Schritt näher, weil wir damit auch erstmals die Gesamtsumme dessen sehen, was aus der Bundeskasse an die SBB und die Privatbahnen fliesst. Gemäss Botschaft sind das stattliche 4542 Millionen Franken.
Der Zahlungsrahmen des vorliegenden Geschäftes betrifft ausnahmsweise nur zwei Jahre, um damit den Rhythmus des Zahlungsrahmens an die Legislatur anzupassen. So bleiben uns jetzt genau zwei Jahre Zeit, um auch bei der Verkehrsfinanzierung eine transparentere Ausgestaltung zu machen.
Nun zum Geschäft: Der Bundesrat hat den Zahlungsrahmen für die SBB bereits um 300 Millionen auf 3322 Millionen Franken aufgestockt, und bei den KTU wurde der Kredit ebenfalls um 90 Millionen erhöht. Die Erhöhung ist mit Substanzerhaltung begründet, was auch vonseiten der SVP-Fraktion unterstützt wird. Die Finanzierung der Aufstockung durch den Bundesrat soll mittels Trassenpreiserhöhung und durch den Mittelübertrag von LSVA-Geldern in den FinöV-Fonds kompensiert werden.
Trotz dieser Aufstockung durch den Bundesrat von rund 400 Millionen haben SBB und KTU weitere Aufstockungen beantragt: die SBB 140 Millionen und die KTU weitere 59 Millionen Franken. Der Ständerat hat die Aufstockungsbegehren der SBB abgelehnt, hat aber bei den KTU die weitere Aufstockung um diese 59 Millionen bewilligt. Bei den KTU geht es tatsächlich und primär um die dringende Substanzerhaltung, was auch wirklich Priorität haben muss. Bei den SBB geht es bei den 140 Millionen Franken um Erweiterungsprojekte, welche dann in den Folgejahren weitere finanzielle Mittel in der Grössenordnung von über 500 Millionen Franken auslösen werden.
Sicher sind diese Projekte für die SBB von grösster Wichtigkeit. Es kann aber nicht sein, dass mangels Geld nun einfach munter Mittel vom einen Topf in den anderen verschoben werden. Das Sprichwort "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" passt hier perfekt. Ich möchte Sie an das Projekt Bahn 2030 erinnern. Dort ist die Liste der notwendigen, der gewünschten, der wichtigen und der unverzichtbaren Projekte lang, ja sogar sehr lang. Aus allen Regionen hat es Projekte, welche dann auch wieder finanziert sein wollen. Der Substanzerhalt hat im Moment höchste Priorität, sodass wir bei Ausbauprojekten angesichts der Finanzierungslücken zurückhaltend sein müssen. Es braucht nun den Mut, hier Nein zu sagen. Es ist natürlich einfach, jetzt Ja zu sagen und dann die Probleme einmal mehr nach hinten zu verschieben.
Die SVP-Fraktion ist für Eintreten auf die Vorlage und wird dem Zusatzkredit für die KTU von 59 Millionen Franken für die Substanzerhaltung zustimmen. Die Aufstockung um weitere 140 Millionen Franken für Projekte bei den SBB wird die SVP-Fraktion jedoch nicht unterstützen. Die Mehrheit der Kommission löst damit keine Probleme, sondern sie schafft nur neue Finanzierungslöcher, welche sich zwar nicht morgen, aber dann übermorgen vor uns auftun werden.
Caviezel Tarzisius · Mit-M · Conseil national · Grisons · Groupe radical-libéral
Die Mobilität ist einer der grossen Standortvorteile der Schweiz. Die Eisenbahn nimmt dabei eine ganz besondere Stellung ein; immer mehr Menschen reisen mit der Bahn. Das heisst, das Passagieraufkommen nimmt stetig zu, die Kapazitäten müssen erhöht werden, und der Erhalt der heutigen Infrastruktursubstanz muss sichergestellt werden. Das bedeutet, dass wir bei der Schieneninfrastruktur vor grossen Investitionen stehen.
Der Bund trägt der Bedeutung des Verkehrs durch die Art der Finanzierung Rechnung; zweckgebundene Mittel und Fonds schaffen die notwendige Finanzierungssicherheit. Die Kehrseite dieser Instrumente besteht allerdings darin, dass sie die ausgabenpolitische Prioritätensetzung erschweren, eine ineffiziente Mittelverwendung begünstigen können und die Transparenz beeinträchtigen - mit dem Resultat, dass jeder sich einen möglichst grossen Teil der knappen Mittel zum eigenen Vorteil zu sichern versucht.
Lassen Sie mich dazu ein Beispiel machen: Dem Ende des letzten Jahres namentlich von den SBB geltend gemachten erhöhten Finanzierungsbedarf für den Unterhalt der Infrastruktur hat der Bundesrat teilweise Rechnung getragen, indem er dem Parlament insgesamt 419 Millionen Franken mehr beantragt, als in den Finanzplänen vorgesehen war. Für die SBB ergibt das insgesamt 3322 Millionen Franken. Trotz dieser Aufstockung der Mittel für die SBB forderte ihr CEO in der KVF des Ständerates zusätzliche 140 Millionen Franken vom Bund - dies, obwohl es der Bundesrat ablehnte. Sie sehen: Anspruchsinflation statt Nutzenmaximierung.
Vor diesem Hintergrund fordert die FDP-Liberale Fraktion, bei dieser Vorlage sei folgender Grundsatz nicht zu vergessen: Neue Aufgaben sind nur dann in Angriff zu nehmen, wenn sie auch wirklich finanziert sind. Gestützt auf diesen Grundsatz lehnt die FDP-Liberale Fraktion den Antrag auf Erhöhung des SBB-Kredits um 140 Millionen Franken ab und unterstützt den Minderheitsantrag von Rotz, bei diesem Punkt auf der Linie des Bundesrates zu bleiben.
Die zusätzlichen 140 Millionen Franken müssten zulasten des FinöV-Fonds kompensiert werden. Eine Finanzierung über Kompensationen ist keine Finanzierung auf stabilen Füssen. Gerade mit Blick auf Bahn 2030 bestehen ja jetzt schon Fragezeichen. Nimmt man an, dass die bisherigen FinöV-Mittel - LSVA, Mineralölsteuer, Mehrwertsteuerpromille - weiterhin fliessen, braucht es in der Periode 2017-2027 weitere 300 Millionen Franken jährlich, nur schon um ein abgespecktes Investitionsprogramm von 12 Milliarden Franken zu finanzieren.
Mit diesen 140 Millionen Franken wollen Sie das Fragezeichen hinter Bahn 2030 noch grösser werden lassen. Die FDP-Liberale Fraktion ist der Meinung, dass wir das nicht tun sollten. Es ist zwingend notwendig, dass mit den Finanzierungsvorlagen für neue Verkehrsinfrastrukturen umfassende Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnungen präsentiert werden, Berechnungen, die auch die Folgekosten, insbesondere den Unterhalt, integral darstellen. Wer über A zu beschliessen hat, muss auch über B Bescheid wissen. Betreffend die Erhöhung der Mittel für die SBB um 140 Millionen Franken wissen wir zwar ungefähr Bescheid, wohin das Geld fliessen soll, nicht aber, was die Folgekosten sind. In diesen 140 Millionen Franken ist neben der Fahrplanstabilität und diversen anderen Projekten irgendwie auch das Projekt Gateway Limmattal mit eingeschlossen. Wenn man von diesen 140 Millionen Franken für zwei Jahre 5 oder 6 Millionen Franken bewilligt, kommen später 30 oder 40 Millionen Franken dazu. Das ist nicht transparent. So werden wir nach zwei Jahren gezwungen sein, noch mehr Gelder in Projekte zu investieren, über deren Folgekosten wir noch nicht Bescheid wissen.
Die FDP-Liberale Fraktion empfiehlt Ihnen, auf die Vorlage einzutreten und bei Artikel 1 des Bundesbeschlusses über den Zahlungsrahmen für die SBB-Infrastruktur 2011/12 die Minderheit von Rotz zu unterstützen.
Betreffend den Bundesbeschluss über den Verpflichtungskredit für die Infrastruktur der schweizerischen Privatbahnen für die Jahre 2011/12 empfiehlt Ihnen die FDP-Liberale Fraktion grossmehrheitlich, bei Artikel 1 den Minderheitsantrag Huber zu unterstützen.
Für die FDP ist zentral, dass wir zur heutigen Infrastruktur Sorge tragen, damit sie uns auch in Zukunft in der gewohnten Qualität zur Verfügung steht. Ein solides Fundament ist die Voraussetzung für qualitativ hochstehende Leistungen. Prioritär sind die Sicherheit und der Unterhalt des Bahnnetzes. Mit der Tatsache konfrontiert, dass wir beim Unterhalt der Infrastruktur einen Nachholbedarf haben, müssen wir jetzt mehr Gelder in den Betrieb und Unterhalt lenken. Wird der Substanzerhalt heute vernachlässigt, sind morgen Mehrkosten die Folge. An solchen Mehrkosten kann niemand ernsthaft ein Interesse haben.
Fehr Jacqueline · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Die SP-Fraktion unterstützt das Eintreten auf die Vorlage. Mit der zweijährigen Leistungsvereinbarung für die schweizerischen Eisenbahninfrastrukturen stellen wir den SBB und den Privatbahnen jene finanziellen Mittel zur Verfügung, die sie für den Ausbau der Infrastruktur und insbesondere für den Substanzerhalt brauchen. Es geht in diesen Vorlagen um viel Geld, nämlich um insgesamt 4,741 Milliarden Franken, davon 3,462 Milliarden für die SBB und 1,279 Milliarden für die schweizerischen Privatbahnen. Mit diesem Geld sollen hauptsächlich Investitionen, und zwar mit Schwerpunkt Substanzerhalt, getätigt werden. Für den Substanzerhalt stehen den SBB aus dem Zahlungsrahmen rund 2 Milliarden Franken zur Verfügung und für die Erweiterungsoptionen rund 215 Millionen. Ähnlich ist das Verhältnis bei den schweizerischen Privatbahnen.
Als Vertreterin der SP-Fraktion unterstütze ich diese Aufteilung der Mittel sehr. Wir haben es in den letzten Tagen wieder persönlich erlebt: Das schweizerische Eisenbahnnetz droht Opfer des eigenen Erfolgs zu werden. Das Netz wird derart dicht befahren und so intensiv genutzt, dass bereits kleine Störungen oft grosse Auswirkungen auf das ganze Netz haben. Wenn es dann sogar zu grossen Störungen kommt wie in der letzten Woche in Genf oder in Dübendorf, spüren wir die Auswirkungen über Stunden oder Tage heftig. Der Substanzerhalt ist deshalb absolut zentral. Wir haben ihm auch deshalb besondere Aufmerksamkeit zu schenken, weil er gegenüber den Neuinvestitionen ein politisches Schattendasein fristet. Sich für den Substanzerhalt einzusetzen ist halt weit weniger attraktiv, als sich für prestigeträchtige Neubauten starkzumachen. Das ist mit ein Grund, weshalb der Substanzerhalt in den letzten Jahren politisch und unternehmerisch vernachlässigt worden ist.
Mit der vorliegenden Botschaft geben wir hier Gegensteuer. Damit leisten wir einen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Erfolgs des öffentlichen Verkehrs und setzen die Gewichte richtig. Doch die Probleme sind damit noch nicht gelöst. Die Erfolgsgeschichte der Bahn in der Schweiz ist eine grosse Herausforderung. Immer mehr Bahnkilometer werden zurückgelegt, Engpässe werden zu Flaschenhälsen, es braucht an verschiedenen Orten zusätzliche Geleise, Bahnhöfe, die vor Kurzem saniert und ausgebaut worden sind, platzen schon wieder aus allen Nähten, Perrons müssen verlängert, Bahnübergänge gesichert werden usw.
Die an sich nötigen Erweiterungsinvestitionen übersteigen das, was finanziell möglich ist, klar. Wie wir die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und dabei insbesondere der Bahninfrastruktur sichern, wird eine der grossen Fragestellungen der kommenden Legislatur sein. Dabei geht es darum, die Finanzierung transparenter zu machen und gleichzeitig eine stetige, berechenbare Finanzierung zu gestalten. Die Ideen gehen in Richtung Erweiterung des heutigen FinöV-Fonds, was aus unserer Sicht der richtige Weg ist.
Die SP unterstützt sowohl die Absicht, den FinöV-Fonds unbefristet weiterzuführen, als auch die Absicht, die Substanzerhaltung ebenfalls über den Fonds zu finanzieren. Die politische Knacknuss wird sein, wie der Fonds zu seinem Geld kommt. Aus unserer heutigen Sicht braucht es dazu einen Mix von Finanzierungsquellen, der letztlich politisch ausgehandelt werden muss. Zentral für die SP ist, dass die VCS-Initiative den politischen Weg vorgibt. Sie präsentiert bereits eine sehr gute Lösung. Jede noch auszuhandelnde Lösung muss ebenso gut oder besser sein als die Initiative, damit sie beim Volk durchkommen wird.
Mit der heutigen Vorlage machen wir einen ersten, kleinen Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaften Finanzierung, indem wir die Substanzerhaltung bereits jetzt deutlich stärker gewichten und indem wir die Finanzierung der Privatbahnen und der SBB zu harmonisieren beginnen. Die technischen Details, insbesondere auch zur vorübergehenden Entnahme der zusätzlichen Mittel aus dem FinöV-Fonds, haben die Kommissionssprecherin und der Kommissionssprecher bereits erläutert, oder sie werden es noch tun, sodass ich Ihnen Ausführungen dazu ersparen kann.
Fazit: Die SP-Fraktion unterstützt die Vorlage. Bei den beiden Zahlungsrahmen unterstützt sie jeweils, zusammen mit der Mehrheit der Kommission, die Aufstockungen. Wir bitten Sie, dies ebenfalls zu tun.
Teuscher Franziska · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe des VERT-E-S
Viele von Ihnen sind heute mit der Bahn nach Bern gekommen. Dass Sie selbst aus entferntesten Gegenden und bei widrigen Wetterverhältnissen relativ wenig Zeit benötigen und mehrheitlich pünktlich nach Bern kommen, verdanken wir unserem effizienten öffentlichen Verkehr. Er ist eine Visitenkarte, um die uns viele im Ausland beneiden. Wir alle können auf die SBB und die Privatbahnen stolz sein, die einen effizienten Bahnverkehr in der Schweiz ermöglichen.
Wir alle wollen, dass das auch in Zukunft so ist. Dafür muss die Infrastruktur der SBB und der Privatbahnen laufend unterhalten und erneuert werden. Die Grünen begrüssen es, dass neben der Leistungsvereinbarung mit den SBB jetzt Vorlagen zur Finanzierung der Infrastruktur von SBB und Privatbahnen gemeinsam vorgelegt werden. Denn wir haben in der Schweiz ja nur ein Schienennetz. Wir haben es in den letzten Monaten gehört und gelesen: Der Unterhalt kostet bei unseren Bundesbahnen und bei den Privatbahnen mehr als erwartet und wird auch in Zukunft immer teurer werden. Auch ein Haus braucht periodisch eine Sanierung. Wenn es sich selbst überlassen wird, verlottert es langsam. Wenn Sie ein paar Häuser haben, kostet der Unterhalt halt auch entsprechend mehr. Genauso ist es mit unserem Schienennetz.
Wenn wir auch in Zukunft eine intakte Infrastruktur der SBB und der Privatbahnen wollen, müssen wir mehr Geld investieren, als wir es bis anhin gemacht haben. Statt der rund 1,5 Milliarden Franken, die bis anhin für den Unterhalt in die Bahninfrastruktur gesteckt wurden, braucht es in Zukunft eben mehr. Die Leistungsvereinbarung, die uns der Bundesrat vorschlägt, sieht für die Substanzerhaltung bei den Bahnen in der Übergangsperiode 2011/12 bereits etwas mehr Geld vor. Aus Sicht der Grünen ist das richtig, aber noch ungenügend. Der Bund stellt insgesamt 4,5 Milliarden Franken zur Verfügung. Davon entfallen 3,3 Milliarden Franken auf die SBB-Infrastruktur und 1,2 Milliarden Franken auf die Infrastruktur der Privatbahnen. Das bedeutet für die SBB 332 Millionen Franken mehr, für die Privatbahnen-Infrastruktur 87 Millionen Franken mehr.
Der Ständerat hat die Gewichte bei seiner Beratung etwas zugunsten des öffentlichen Verkehrs verschoben und den Kredit für die Privatbahnen um 59 Millionen Franken aufgestockt. Dieser Erhöhung hat die Kommission des Nationalrates bei ihrer Debatte zugestimmt. Aber sie hat auch die SBB mit eingeschlossen. Die Kommission will auch die finanziellen Verhältnisse der SBB verbessern. Denn es ist nicht einzusehen, dass wir den Kredit für die Substanzerhaltung bei den Privatbahnen aufstocken, bei den SBB jedoch nicht.
Die Grünen sind davon überzeugt, dass auch die SBB einen grösseren Kredit brauchen, um ihr Ziel eines guten, pünktlichen und zuverlässigen Bahnverkehrs erreichen zu können. Deshalb sind wir Grünen dafür, dass wir auch den Zahlungsrahmen für die SBB um 140 Millionen Franken aufstocken. Die SBB brauchen dieses Geld gemäss ihren Ausführungen für dringend notwendige Erweiterungsprojekte. Wenn einmal ein Zug fünf Minuten zu spät ankommt, schreien alle nach mehr Pünktlichkeit. Mehr Pünktlichkeit auf einem ausgereizten Netz gibt es nicht gratis. Das gilt für die SBB wie auch für die Privatbahnen. Wir müssen das Schienennetz gut erhalten, und wir müssen es bereits heute gezielt erweitern, damit wir uns auch in Zukunft auf die Bahnen verlassen können.
Die grosse Diskussion werden wir aber erst im nächsten Jahr führen, wenn wir darüber diskutieren, wie unsere Bahnlandschaft für die nächsten zwanzig Jahre entwickelt werden soll. Das Projekt Bahn 2030 liegt beim Bundesrat. Wir sind gespannt, welche Vorschläge uns der Bundesrat im nächsten Jahr auftischt, welche Projekte für ihn erste Priorität haben. Insbesondere sind wir gespannt darauf, wie der Bundesrat diesen Bahnausbau finanzieren will.
Lachenmeier-Thüring Anita · Mit-F · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe des VERT-E-S
Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Nirgends auf der Welt ist das Schienennetz so dicht, nirgends auf der Welt benützt ein so grosser Anteil der Bevölkerung den Zug. Private Bahnen und die SBB ergänzen einander hervorragend. Ihr Kundenanteil konnte in den letzten Jahren unter anderem aufgrund des ausgebauten Angebotes vergrössert werden. Heute fahren auf praktisch allen Strecken mehr Züge mit grösserer Auslastung. Das bedeutet jedoch auch, dass die Abnutzung der Infrastruktur grösser ist, dass diese an ihre Grenzen stösst, dass durch die hohe Auslastung der Unterhalt in kürzeren Intervallen getätigt werden muss.
Wer A sagt, muss auch B sagen. Der Ausbau der Schieneninfrastruktur wurde sowohl von den Räten wie auch vom Volk in zahlreichen Abstimmungen unterstützt. Er erhöht nicht nur die Mobilität, sondern entlastet auch die Strassen. Dass Strassen unterhalten werden müssen, leuchtet allen ein. Löcher in den Strassen gefährden die Sicherheit. Sie sind für alle Autofahrerinnen und Autofahrer sichtbar; der Druck, schnell zu handeln, ist gross. Schadhafte Stellen in der Schieneninfrastruktur sind für Kundinnen und Kunden nicht sichtbar. Doch auch sie gefährden die Sicherheit. Die SBB und die Privatbahnen können jedoch keine Sicherheitseinbussen in Kauf nehmen. Darum wird die Geschwindigkeit reduziert, und die Fahrplanstabilität ist gefährdet. Wir kennen genug Beispiele aus dem Ausland, z. B. aus England, wo mangels Unterhalt Störungen und Ausfälle zur Tagesordnung gehören.
Das Erfolgsmodell öffentlicher Verkehr in der Schweiz hat mit der hohen Zuverlässigkeit, mit dem Taktfahrplan und der Dichte des Netzes zu tun. Diese Qualitäten dürfen wir durch mangelnden Unterhalt und durch die fehlende Möglichkeit, Engpässe z. B. durch Tunnelanpassungen zu beseitigen, nicht aufs Spiel setzen. Weiter gehört zur Qualität, dass man auf einer längeren Strecke einen Sitzplatz hat. Darum braucht es auch Rollmaterial, z. B. Doppelstockwagen, das die steigende Kundenzahl aufnehmen kann und ein einigermassen bequemes Reisen ermöglicht. Zusätzlich haben wir den Auftrag, den Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Auch oder gerade auch Güterzüge sind auf genügend gute Trassen angewiesen, und gleichzeitig nutzen sie diese stark ab.
Auch wer vorwiegend mit dem Auto unterwegs ist, tut gut daran, den erhöhten Krediten zuzustimmen. Würde nur ein kleiner Teil der jetzt durch die Bahn transportierten Personen und Güter wieder mit Autos respektive LKW transportiert, wären die Strassen verstopft und neue Engpässe vorprogrammiert.
Die Grünen bitten Sie darum, den umweltfreundlichen und sehr effizienten Schienenverkehr weiterhin zu unterstützen und bei den Zahlungskrediten den Anträgen der Kommissionsmehrheit zu folgen.
Grunder Hans · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe BD
Die BDP-Fraktion unterstützt die Vorlage und ist deshalb auch für Eintreten. Sie stellt aber fest, dass es in Zukunft nötig sein wird, eine bessere Kostentransparenz vorzulegen und sich wahrscheinlich auch neue Finanzierungsmodelle zu überlegen.
Wenn in früheren Jahren in einer Gemeinde ein Schulhaus gebaut wurde, hat man auch nie über die Folgekosten gesprochen. Man hat einfach die Investitionen genehmigt und später dann festgestellt, dass man den Unterhalt nicht finanzieren konnte. So ist es leider zu einem grossen Teil auch bei unseren Bundesbahnen und auch bei den Privatbahnen. Nach Ansicht der BDP-Fraktion müssen in Zukunft die Fakten auf den Tisch gelegt werden. Es ist mir natürlich bewusst, dass die Wirtschaftlichkeit in Widerspruch zum Service public steht, der auch erwartet wird. Ich denke aber, dass Kennzahlen erarbeitet und standardisiert werden müssen. Auf diese Weise wird ein grosser Beitrag zur Kostentransparenz geleistet, damit wir hier wissen, worüber wir abstimmen. Bei dieser Vorlage ist es aber zu spät, diese Forderung noch zu stellen. Man kann jetzt auch nicht einfach einen Stopp einlegen.
Ich komme damit zu den 140 Millionen Franken, die hier zusätzlich gesprochen werden sollen. Die BDP-Fraktion unterstützt dieses Vorhaben, auch wenn die vorgesehene Finanzierung etwas aussergewöhnlich ist. Es macht keinen Sinn, wenn die 140 Millionen Franken eingespart werden und damit das Bahnnetz nicht so genutzt werden kann, wie es genutzt werden sollte. Man hat sehr grosse Investitionen getätigt, und hier geht es um kleine Ergänzungen, damit das Netz vollumfänglich genutzt werden kann. Erst damit kommen auch die grossen Investitionen zum Tragen. Wenn wir die 140 Millionen Franken nicht bewilligen, haben wir in der Vergangenheit Fehlinvestitionen gemacht. Wir haben dann, bildlich gesprochen, Stumpengeleise gebaut, die nicht genutzt werden können. Darum ist es richtig, dass wir heute diese 140 Millionen Franken sprechen.
Die BDP-Fraktion wird überall die Mehrheit unterstützen.
Leuthard Doris · BPR-F · Conseil fédéral · Argovie
Ich habe Ihrer Debatte aufmerksam zugehört. Ich bin ja jetzt daran, mich in die Verkehrsfinanzierung einzuarbeiten. Eines fällt schon auf: Wir sind alle einverstanden, dass wir eine exzellente Schieneninfrastruktur von hoher Qualität und auch mit einem hohen Sicherheitsstandard haben. Wir wollen das so weiter behalten und die Verkehrspolitik auf diesem Qualitätsniveau sicherstellen. Aber es ist auch die Erkenntnis eingetreten, dass wir in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut haben und dabei der Unterhalt vernachlässigt wurde. Wir haben genau das gemacht, was jetzt auch Herr Grunder, Herr von Rotz und Herr Caviezel zu Recht erwähnt haben: Wir haben quasi in vorauseilendem Gehorsam das Angebot verbessert, aber nachher nicht genügend Mittel für den Substanzerhalt bereitgestellt. Jetzt haben Sie einmal die Gelegenheit, das zu ändern. Wir müssen in den nächsten Jahren den Fokus auf den Substanzerhalt legen.
Ich habe mir ja jetzt langsam einen Überblick verschafft, und wir werden im Bundesrat bald die Grundsatzentscheide treffen. Es braucht gewaltige zusätzliche Mittel, wenn wir in den nächsten Jahren einerseits die weiteren Ausbauwünsche der Kantone und der Organisationen befriedigen wollen und künftig dann auch noch den Unterhalt solide finanzieren wollen. Es braucht gewaltige Mittel. Wenn Sie jetzt schon Ausgaben vorwegnehmen und hier wieder zusätzliche Investitionen, Ausgaben für die SBB und die Privatbahnen ausserhalb des Entwurfes des Bundesrates bewilligen wollen, dann muss ich Ihnen einfach sagen, dass das nicht seriös finanziert ist. Niemand kann mir heute sagen, wie Sie diese weiteren, zusätzlichen Ausgaben finanzieren wollen. Herr Nationalrat von Rotz hat gesagt, dass im Moment die Transparenz bei der Finanzierung nicht gegeben ist. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Töpfe genutzt, um ein bisschen umzuverteilen, und wir haben somit eben auch keine solide, nachhaltige Verkehrsfinanzierung, weder bei der Schiene noch bei der Strasse.
Der Bundesrat hat eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des BAV und der Finanzverwaltung, beauftragt, einen Bericht zu erstellen, wie wir das künftig ändern wollen. Wir wollen künftig mehr Transparenz. Wir wollen, dass Ausbau und Unterhalt von Ihnen zu entscheiden sind, und wir werden Ihnen den Spiegel vorhalten, was das inskünftig kosten wird.
Der Bundesrat alleine hat in dieser Vorlage für die SBB, das wurde richtig gesagt, mehr Mittel in der Höhe von 330 Millionen Franken beantragt als ursprünglich geplant und für die Privatbahnen ebenfalls 90 Millionen Franken mehr. Das Parlament möchte jetzt nochmals um 200 Millionen aufstocken. Wir hätten dann für die nächsten zwei Jahre pro Jahr rund 310 Millionen mehr Mittel, als geplant waren, oder pro Bewohner dieses schönen Landes 40 Franken zusätzlich. Wie wollen Sie das finanzieren? Wieder ein bisschen von einem Topf in den anderen?
Ich lese in den Zeitungen, dass wir relativ viel Widerstand haben, wenn die SBB oder Privatbahnen die Tarife nur schon um 3 bis 5 Prozent erhöhen möchten. Wir bewegen uns aber hier in ganz anderen Kategorien von Mitteln. Das macht mir Sorgen. Gleichzeitig befindet sich der Bundesrat gemäss Ihrem Auftrag auch in einer Phase, in der er Konsolidierungsprogramme zimmern und eine Aufgabenverzichtplanung vorlegen muss. Das ist völlig konträr zu diesen Bestrebungen und Aufträgen des Parlamentes.
Kurzfristig gesehen und auf die anstehenden zwei Jahre beschränkt, sind wir der Meinung, dass diese Vorlage, wie wir sie Ihnen vorgelegt haben, sachgerecht ist. Es sind diejenigen Projekte enthalten, die man auch tatsächlich umsetzen kann, und sie geben uns Zeit, im nächsten Jahr etwa mit Bahn 2030 eine nachhaltige Finanzierung von Unterhalt und Betrieb und massvollem Ausbau vorlegen zu können, mit den Konsequenzen, wie Sie das zu finanzieren haben.
Wenn ich zu den Kantonen gehe, dann sagen die jetzt schon: Mehr für den Verkehr bezahlen möchten wir eigentlich nicht, das ist schon heute ein grosses Problem. Wenn ich beim Bund anklopfe, heisst es, eigentlich möchte man hier das Wachstum einfrieren. Ja, wie viele andere Möglichkeiten gibt es dann noch? Sie können selbstverständlich die Nutzer mit um 30 Prozent höheren Preisen zur Kasse bitten. Dabei wünsche ich Ihnen viel Glück. Ich glaube, wir müssen hier schon die Situation, in der wir stehen, profunde prüfen und von neuen Investitionen zur Erweiterung ausserhalb der bestehenden Planungen und der bestehenden Beschlüsse einmal absehen.
Wir sind einverstanden damit, mit dem Leistungsauftrag und mit dem Fortschritt, wonach erstmals auch die Privatbahnen eingeschlossen sind, dem Substanzerhalt oberste Priorität einzuräumen. Indem Sie den Zahlungsrahmen für die Infrastruktur der SBB zusätzlich erhöhen, sagen Sie mit diesem Ansatz aber auch Ja zu weiteren Erweiterungsinvestitionen, die über den Substanzerhalt hinausgehen. Wir sind der Meinung, das Bundesamt für Verkehr habe das seriös geprüft; es hat das geprüft, was realisierbar ist. Die von den SBB als dringlich bezeichneten Projekte für die nächsten zwei Jahre können wir mit dieser Botschaft, mit den vom Bundesrat eingestellten Mitteln, realisieren; es braucht nicht mehr dazu. Die nächste Leistungsvereinbarungs-Periode 2013-2016 mit den neuen Konzepten, mit der Transparenz, was den Unterhalt betrifft, lässt uns Raum. Dort werden Sie politisch entscheiden können, ob und, wenn ja, welche Projekte Sie für die zusätzlichen Erweiterungen vorsehen. Wir sind daher der Meinung, dass diese bundesrätliche Vorlage solide ist und dass alle weiter gehenden Fragen im nächsten Jahr zu diskutieren sind.
Schliesslich möchte ich noch erwähnen, dass mit der Vorlage, das heisst ab 2011, das Controlling für die Infrastrukturfinanzierung von SBB und Privatbahnen vereinheitlicht und intensiviert wird. Es werden auch mit den Privatbahnen Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Es werden folglich auch mit den Privatbahnen Ziele hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Produktivität festgelegt. Mittels Indikatoren wie der Anzahl der Gleisverwerfungen werden wir das auch überprüfen.
Im Lichte der Situation, in der wir uns in dieser Transitionsphase der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und des Substanzerhalts befinden - dies betrifft nicht nur die Schiene, sondern auch die Strasse -, bitte ich Sie, auf der Linie des Bundesrates zu bleiben. Sie sollten zuerst Klarheit schaffen, was alles an Projekten ansteht und wie Sie diese zusätzlich finanzieren können. Ich bitte Sie, jetzt nicht nochmals um 200 Millionen Franken aufzustocken, denn niemand kann mir sagen, wie das nachhaltig zu finanzieren ist. Wir haben ein gutes Netz; es ist unangenehm, wenn man im Zug stehen muss. Aber mit diesen zusätzlichen Mitteln für weitere Investitionen werden wir dieses Problem nicht lösen können.
Deshalb bitte ich Sie: Führen Sie die Diskussion im nächsten Jahr im Rahmen von Bahn 2030, aber dann auch mit dem Bekenntnis, für mehr Mittel zu sorgen - aus welcher Quelle sie dann auch kommen mögen. Alles andere ist nur ein Verschieben des Problems, insbesondere auch ein Verschieben an die nächsten Generationen.
Germanier Jean-René · P-M · Conseil national · Valais · Groupe radical-libéral
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
1. Bundesgesetz über die Schweizerischen Bundesbahnen
1. Loi sur les Chemins de fer fédéraux
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I, II
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, ch. I, II
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Vote
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 170 Stimmen
(Einstimmigkeit)
Intervention de procédure
2. Bundesbeschluss über die Leistungsvereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Aktiengesellschaft Schweizerische Bundesbahnen für die Jahre 2011/12
2. Arrêté fédéral portant approbation de la convention sur les prestations entre la Confédération suisse et la société anonyme des Chemins de fer fédéraux pour les années 2011/12
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Vote
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 170 Stimmen
Dagegen ... 1 Stimme
Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
Le débat sur cet objet est interrompu
Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr
La séance est levée à 12 h 50