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Plus-Energie-Bauten statt 80-prozentige Energieverluste
Comte Raphaël · P-M · Ständerat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion
Le président (Comte Raphaël, président): Un rapport écrit de la commission vous a été remis. La commission propose, par 9 voix contre 1 et 2 abstentions, de rejeter la motion. Le Conseil fédéral propose également le rejet de la motion.
Cramer Robert · Mit-M · Ständerat · Genf · Grüne Fraktion
Vous avez tous reçu un rapport écrit fort complet qui relate les travaux de la commission. Cela me permet d'être succinct et de rapporter uniquement en rappelant les grands traits du parcours de la motion Germann.
Cette motion a été déposée le 18 décembre 2015 et elle vise à promouvoir la construction de bâtiments à énergie positive notamment en accordant des aides financières provenant de la taxe sur le CO2. Le 17 février 2016, le Conseil fédéral a proposé de rejeter la motion.
En substance, le Conseil fédéral, dans son avis, relève deux éléments. Tout d'abord, traiter cette motion exige d'examiner ce qu'il en est de la répartition des tâches entre la Confédération et les cantons. En l'occurrence, il s'avère que la problématique des économies d'énergie dans les bâtiments, de par notre Constitution, relève avant tout des tâches cantonales. C'est dire que, dans la mesure du possible, il faut éviter que la Confédération intervienne trop dans le domaine des économies d'énergie dans les bâtiments lorsque cela n'est pas indispensable, même s'il est exact que le chauffage représente la plus grande part des émissions de gaz à effet de serre, en tout cas en milieu urbain, et que cela peut légitimer une intervention de la Confédération sous l'angle de la protection de l'environnement.
Cela dit, dans le domaine du chauffage, les cantons ne sont pas restés inactifs. Ils ont notamment prévu, dans le cadre du Modèle de prescriptions énergétiques des cantons 2014 (MoPEC 2014), qu'à partir de 2020 les nouvelles constructions seront en mesure de subvenir autant que possible elles-mêmes toute l'année à leur approvisionnement en énergie.
En ce sens, les objectifs de la motion, en tout cas s'agissant des nouvelles constructions, seront réalisés en 2020, pour autant bien sûr que les cantons adhèrent à ces dispositions du MoPEC 2014. Ce qu'il faut souligner c'est que ces objectifs seront réalisés et ceci sans qu'aucune nouvelle subvention ne soit nécessaire. On voit donc qu'à travers le MoPEC 2014, et en tout cas s'agissant des nouvelles constructions, les cantons vont au-delà de ce qui est prévu dans la motion.
Par ailleurs, le Conseil fédéral relève, s'agissant des constructions existantes, qu'il existe déjà différentes mesures visant à encourager les bâtiments à énergie positive et à promouvoir les rénovations. Ces mesures seront renforcées dans le cadre du premier paquet de mesures de la stratégie énergétique 2050. Or par une coïncidence fort heureuse, notre conseil vient de ratifier ce paquet de mesures que nous n'aurons dorénavant plus qu'à approuver lors du vote final.
Voilà donc les raisons pour lesquelles le Conseil fédéral recommande le rejet de la motion.
Le 15 mars dernier, considérant que cette motion avait un caractère technique et exigeait peut-être un complément d'informations, le Conseil des Etats a décidé de la transmettre à sa Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie. La commission s'est réunie le 23 juin dernier et a été convaincue par les arguments du Conseil fédéral. En particulier, elle relève que les cantons ont d'ores et déjà décidé d'un programme ambitieux en adoptant le MoPEC 2014 et elle estime dès lors que, notamment pour des raisons d'ordre constitutionnel, il ne revient pas à la Confédération d'aller au-delà des interventions prévues dans le cadre de la stratégie énergétique 2050.
Voilà les raisons pour lesquelles la commission, qui ne conteste en rien les objectifs de la motion et qui considère qu'ils méritent totalement d'être poursuivis, recommande tout de même de rejeter la motion, ceci par 9 voix contre 1 et 2 abstentions.
Germann Hannes · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Wenn ich jetzt diese Argumentation höre, habe ich natürlich ein gewisses Verständnis dafür. Allerdings glaube ich, dass mein Anliegen gleichwohl berechtigt ist. Ich habe auch das Gefühl, die Kommission habe möglicherweise das Ansinnen nicht in allen Bereichen in meinem Sinne ausgelegt.
Ich möchte aber von Anbeginn weg meine Interessenbindung offenlegen: Ich bin Präsident des Schweizerischen Gemeindeverbandes. Im letzten Jahr bin ich zudem von einer jungen Familie zur Besichtigung respektive zur Einweihung ihres Plus-Energie-Hauses eingeladen worden. Ehrlich gesagt, bin ich dieser Einladung etwas skeptisch gefolgt. Ich habe mir dann erklären lassen, wie alles funktioniert. Selbstverständlich wollte ich nach der Hausbesichtigung auch den Stromzähler sehen. Tatsächlich, die Zähler des Elektrizitätswerks Schaffhausen bestätigten, dass das Haus insgesamt 6500 Kilowattstunden pro Jahr benötigt und gut 15 000 Kilowattstunden pro Jahr produziert; das sind fast 230 Prozent des Eigenbedarfes dieser Schaffhauser Familie. Der Stromüberschuss von rund 8500 Kilowattstunden pro Jahr fliesst ins Netz und kommt anderen Gebäuden oder Elektroautos zugute. Alle Anwesenden waren von diesem Plus-Energie-Haus beeindruckt. Es werden weder fossile Energien importiert, noch wird CO2 emittiert. Im Gegenteil, dank des Überschusses an CO2-freiem Solarstrom von 8500 Kilowattstunden muss weniger Kohlestrom beispielsweise aus Deutschland oder aus anderen Ländern importiert werden; dieser Import ist heute aber eine Realität.
Weniger Emissionen, mehr Wertschöpfung im Inland - durch diesen Plus-Energie-Bau hilft die Familie, jährlich etwa 2500 Tonnen CO2-Emissionen zu verhindern respektive die Emissionen entsprechend zu senken. Ausserdem wurden praktisch alle Arbeiten und Bauaufträge lokal vergeben. Dank dieser Energieinvestitionen kann auch mehr Wertschöpfung im Inland erzielt werden.
Wir müssen heute leider feststellen, dass bei Schweizer Gebäuden, und jetzt hören Sie gut hin, im Durchschnitt 80 Prozent Energieverluste zu beklagen sind; das sind bis 90 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das ist eine unglaubliche Summe. Dies hat der Bundesrat in der Stellungnahme zur Interpellation 10.3873 festgestellt. Dabei verpflichtet die Bundesverfassung in Artikel 89 dazu, dass sich Bund und Kantone für eine ausreichende, breitgefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung sowie für einen sparsamen und rationellen Energieverbrauch einzusetzen haben.
Die Kantone sind für Massnahmen betreffend den Verbrauch von Energie in Gebäuden zuständig, wie Bundesrat und Kommission aufgrund von Artikel 89 Absatz 4 der Bundesverfassung feststellen. In diesem Falle sind sie aber auch für 80 Prozent der Energieverluste mitverantwortlich. Das Nein zu meiner Motion wurde unter anderem mit Mitnahmeeffekten begründet. Darf ich fragen, ob damit etwa die 80 Prozent Energieverluste gemeint sind, die wir im Gebäudebereich zu beklagen haben? Oder sind es die über 170 Milliarden Franken, die seit Annahme des Energieartikels im Jahre 1990 für Energieimporte aus dem Ausland aufgewendet worden sind? Wir verfügen in unseren 26 Kantonen und etwa 2300 Gemeinden über 10 000 Bauvorschriften. Wollen Sie mit dieser Vorschriftenflut wirklich nochmals weitere Jahrzehnte 80 Prozent oder laut Bundesratsauslegung jährlich 90 Milliarden Kilowattstunden an Energieverlusten im Gebäudebereich weiterverwalten? Das zeigt doch: Es liegt hier zu vieles im Argen.
Respektieren wir die Bundesverfassung? Ja, selbstverständlich, aber es ist eben nicht nur von Artikel 89 Absatz 4 die Rede, vom Verbrauch von Energie in Gebäuden. Bei Plus-Energie-Bauten geht es weiter. Es geht ja gerade um die Produktion von Energie an den Gebäudehüllen. Wenn die Bundesverfassung respektiert werden soll, darf sie nicht einseitig ausgelegt werden, sondern es müsste auch Artikel 89 Absatz 3 einbezogen werden und nicht nur Absatz 4. Diese Bestimmung gibt dem Bund eine umfassende Gesetzgebungskompetenz - so hat es zumindest Professor Jagmetti, der Staats- und Verwaltungsrechtler, festgestellt. Der Bund kann demnach "die Entwicklung von Energietechniken, insbesondere in den Bereichen des Energiesparens und der erneuerbaren Energien", fördern.
Genau darum geht es bei meiner Motion: Weder mehr Bauvorschriften noch mehr Geld verlangt sie. Aber nachdem wir am Freitag, den 23. September, den 26. Jahrestag der Zustimmung des Souveräns zum Energieartikel feiern dürfen, sollten wir jetzt, im Vorfeld, eben ein Zeichen gegen dieses jahrzehntealte Subventions-Giesskannensystem setzen, das nach wie vor 80 Prozent Energieverluste im Gebäudebereich ermöglicht und verwaltet. Wir brauchen eine verfassungskonforme und wirksame Rechtsbestimmung statt über 10 000 wirkungslose Bau- und Energievorschriften.
Bei Plus-Energie-Bauten gibt es weder Energieverluste noch CO2-Emissionen, weder Importe von fossilen und nuklearen Energien noch Überweisungen von 10 Milliarden Franken an Staaten, die wir nicht unbedingt als Rechtsstaaten bezeichnen. Dafür fliessen diese Mittel praktisch ausschliesslich in die Inlandwertschöpfung, wie das eingangs erwähnte Beispiel eindrücklich gezeigt hat.
Fazit: Meine Motion "Plus-Energie-Bauten statt 80-prozentige Energieverluste" will auch nicht einen Franken mehr Subventionsgeld, aber effizientere Gebäudeinvestitionen für unsere Familien und KMU oder, wie Konfuzius es auf den Punkt gebracht hat: "Gib einem Mann einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag" - bei mir würde das nicht ganz reichen -; "lehre einen Mann zu fischen, und du ernährst ihn für sein Leben."
In diesem Sinne danke ich für die Unterstützung meiner Motion zum beinahe 26. Jahrestag des Energieartikels in unserer Bundesverfassung.
Vonlanthen Beat · Mit-M · Ständerat · Freiburg · CVP-Fraktion
Als kantonaler Energiedirektor und ehemaliger Präsident der Energiedirektorenkonferenz muss ich mich mit Entschiedenheit gegen diese Motion zur Wehr setzen. Der Bundesrat schreibt es in seiner Antwort glasklar, und ich möchte der hier anwesenden zuständigen Bundesrätin daher auch ein Kränzchen winden. Sie weiss es, die Kantone beklagen sich nicht selten über gewisse Zentralisierungstendenzen, namentlich im Energiebereich. Hier stelle ich fest, dass der Bundesrat ein hervorragender Anwalt für die kantonalen Kompetenzen, namentlich im Gebäudebereich, ist: "Der Gebäudebereich und damit auch das Festlegen allfälliger Bestimmungen, welche die Förderung der Plus-Energie-Bauten unterstützen, sind somit vor allem Sache der Kantone." Die Kantone haben hier gehandelt, Kollege Cramer hat es bereits gesagt, und wir sind gut auf dem Weg. In den Muken 2014 haben wir festgehalten, dass sich Neubauten ab 2020 ganzjährig möglichst selbst mit Wärmeenergie versorgen und dass sie zur eigenen Stromversorgung beitragen müssen, und im Rahmen des Gebäudeprogramms werden Renovationen ebenfalls zielgerichtet unterstützt.
Ich ersuche Sie daher, dem Antrag des Bundesrates zu folgen und die Motion abzulehnen.
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Wenn ich Herrn Ständerat Germann so zuhöre, denke ich, dass er der beste Botschafter für die bundesrätliche Energie- und Klimapolitik ist: mehr erneuerbare, weniger fossile, mehr einheimische, weniger importierte Energie. Bravo! Willkommen! Plus-Energie-Bauten gibt es heute, und es werden immer mehr. Plus-Energie-Bauten sind eine Supersache. Jetzt kommt mein Erstaunen über Sie, und zwar in zweifacher Hinsicht.
Mein erstes Staunen: Sie sind doch Föderalist, als Gemeindeverbandsvertreter erst recht. Und Sie schlagen uns hier eigentlich vor, wie Herr Ständerat Vonlanthen gesagt hat, der Bund solle den Kantonen mehr Vorschriften im Bereiche der Gebäude machen. Darauf läuft es hinaus. Ui, ui, ui! Geht nicht! Von Verfassung wegen ist es eben gerade umgekehrt, und wir unterstützen die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (Muken) eben sehr, wie Herr Ständerat Vonlanthen es zu Recht gesagt hat. Diese Vorschriften gehen sogar weiter als Ihr Anliegen mit Rahmenbedingungen für die Kantone bei den Gebäuden.
Mein zweites Staunen: Sie sagen, Sie wollen keine Subventionen. Aber was steht hier? "Gewährung von Finanzhilfen" an die Kantone. Ha! Ich habe noch nie gesehen, dass eine Finanzhilfe keine Subvention ist. Es ist natürlich so, dass Sie möchten, dass wir den Kantonen mehr Geld - Sie sagen, insbesondere aus der CO2-Abgabe - überweisen. Sie haben soeben mit der Energiestrategie 2050 beschlossen, dass mit diesem neuen Gesetz die Gebäudeprogramme verstärkt werden, und zwar auf maximal 450 Millionen Franken, die wir aus der CO2-Abgabe nehmen. Das geschieht mit einem neuen Ansatz, ganz in Ihrem Sinne. Da zählt eben nicht mehr nur die Hülle, sondern die inhaltliche Ausgestaltung ist relativ frei.
Aber das tun wir begrenzt, Herr Ständerat, weil wir sagen, dass wir 2025 von der Förderung wegkommen wollen. Wir wollen dann hin zur Lenkung, wenn die Kantone bis dahin ihre Gebäudevorschriften umsetzen und verbessern. Bei Neubauten ist das schon so, die machen uns eigentlich keine Sorgen mehr. Dort haben wir im Wärmebereich wirklich Plus-Energie-Häuser. Diese werden auch in Zukunft realisiert. Wir haben das Programm noch bei den bestehenden Gebäuden.
Deshalb glaube ich: Ihr Ziel in Ehren, aber genau das tun wir hier, soweit der Bund etwas tun kann. Im Übrigen respektieren wir die Hoheit der Kantone und freuen uns, wenn vor allem auch die Gemeinden sehr viele Vorschriften erlassen. Entschuldigung, das muss ich jetzt halt auch noch sagen: Auf Ebene der Gemeinden bestehen die grössten Hindernisse, dort hapert es mit Ausbauvorschriften, und sehr oft gibt es vielleicht auch noch Einschränkungen bei den kommunalen Vorschriften.
Also hier, glaube ich, arbeiten wir sehr gut zusammen. Insbesondere im Wärmebereich sind Technologien da. Wir wollen ja die Ölheizungen nicht verbieten, was wir in Ihrem Sinne tun müssten. Vielmehr wollen wir auch hier sagen: Die Kantone sollen diese Muken jetzt mal umsetzen. Wenn sie dann die Ziele im Gebäudebereich bis 2030 nicht erreichen, dann kann man weiterschauen. Aber bis dahin möchten wir auch dort den Kantonen und Gemeinden die Gelegenheit geben, diese Vorschriften umzusetzen.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 5 Stimmen
Dagegen ... 33 Stimmen
(2 Enthaltungen)