18.4138
Stopp aller Kriegsmaterialexporte an die Jemen-Kriegsallianz
Hefti Thomas · 1VP-M · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion
Antrag der Mehrheit
Ablehnung der Motion
Antrag der Minderheit
(Jositsch, Zopfi)
Annahme der Motion
Proposition de la majorité
Rejeter la motion
Proposition de la minorité
(Jositsch, Zopfi)
Adopter la motion
Präsident (Hefti Thomas, erster Vizepräsident): Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Burkart Thierry · Mit-M · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Per Motion fordert Nationalrätin Priska Seiler Graf den Bundesrat auf, "angesichts der Ermordung von Jamal Khashoggi, der humanitären Katastrophe im Jemen und der sich verschlechternden Lage der Menschenrechte, gestützt auf Artikel 19 des Kriegsmaterialgesetzes, alle früher erteilten Bewilligungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial an Mitglieder der Kriegsallianz zu widerrufen und so auch den Export von Ersatzteilen und Munition usw. zu stoppen". Zudem wird der Bundesrat aufgefordert, "keine neuen Bewilligungen für Kriegsmaterialexporte an die Mitgliedstaaten der von Saudi-Arabien angeführten Jemen-Kriegsallianz mehr zu erteilen, bis im Jemen die Gewalt aufhört und ein nachhaltiger Frieden besteht".
Der Nationalrat hat die Motion am 10. Dezember 2020 mit 97 zu 95 Stimmen bei 0 Enthaltungen angenommen. Ihre vorberatende Sicherheitspolitische Kommission hat sich am 26. März mit diesem Vorstoss befasst und beantragt dem Rat mit 8 zu 2 Stimmen bei 0 Enthaltungen die Ablehnung der Motion. Die Mehrheit der Kommission begründet ihren Entscheid wie folgt:
1. Die Kommissionsmitglieder sind selbstverständlich auch besorgt über die humanitäre Krise im Jemen und über die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien. Grundsätzlich stützt sich das militärische Eingreifen der Koalition unter Führung von Saudi-Arabien aber auf die Resolution 2216 des UNO-Sicherheitsrates vom 14. April 2015 und ist somit völkerrechtlich legitimiert, um den Jemen und das jemenitische Volk vor der Aggression durch die Huthi zu schützen. Saudi-Arabien wird dabei politisch und militärisch unterstützt von Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Jordanien, aber auch von Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA. Es besteht damit grundsätzlich kein Grund, die Lieferung von Kriegsmaterialgütern in diese Länder einzuschränken. Dennoch begrüsst die Kommission die vom Bundesrat entwickelte Praxis, wonach man in dieser Situation höchste Vorsicht walten lassen muss.
2. Nach Saudi-Arabien werden lediglich Ersatzteile und Munition für Flugabwehrsysteme ausgeführt. Es handelt sich dabei also um defensive Waffensysteme. Gemäss UNO-Charta steht jedem Land das Recht zu, sich selber zu verteidigen. Es besteht also keine Notwendigkeit für eine Verschärfung der bereits sehr restriktiven Praxis des Bundesrates. Wollte man gegenüber Saudi-Arabien für sein zweifelsohne unhaltbares Verhalten im Zusammenhang mit Jamal Khashoggi Sanktionen ergreifen, hätten diese international abgestimmt und nicht über eine punktuelle Intervention bei der Bewilligung von Munitionslieferungen für Defensivwaffen zu erfolgen.
3. Es gilt zudem, die staatspolitische Dimension mitzuberücksichtigen, wonach das Parlament für die Rechtsetzung zuständig ist, nicht aber für die Rechtsanwendung. Mit der Annahme der vorliegenden Motion würden wir das Gewaltenteilungsprinzip verletzen und dem Bundesrat Anweisungen zur Rechtsanwendung geben. Der Ständerat ist auch Hüter der Einhaltung dieser grundlegenden staatspolitischen Prinzipien, weshalb Ihnen die Kommissionsmehrheit alleine schon aus diesem Grund die Ablehnung der Motion empfiehlt.
Die Kommissionsminderheit begründet ihre Position damit, dass es sich bei dieser Motion nicht nur um neue Bewilligungen im Zusammenhang mit Exporten in diese Krisengebiete handle, die Motion wolle vielmehr über die Ausnahmebestimmung von Artikel 19 des Kriegsmaterialgesetzes alle früher erteilten Bewilligungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial an Mitglieder der Koalition widerrufen und so auch den Export von Ersatzteilen und Munition stoppen. Die Krise habe sich in letzter Zeit abgeschwächt, sei aber immer noch virulent.
Die Kommissionsmehrheit empfiehlt Ihnen Ablehnung der Motion.
Jositsch Daniel · Mit-M · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Das sprichwörtliche Pulver in diesem Thema haben wir bei der Debatte zur Korrektur-Initiative natürlich schon verschossen. Es geht um die gleiche Thematik, also um die Frage von Kriegsmaterialexporten, hier am guten oder, wenn Sie so wollen, eben schlechten Beispiel Saudi-Arabien und im Zusammenhang mit der Situation im Jemen und der sogenannten Jemen-Kriegsallianz.
Wie der Kommissionsberichterstatter ausgeführt hat, besteht auch in der Sicherheitspolitischen Kommission einhellig die Sorge über die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien und auf dem Kriegsschauplatz im Jemen. Worüber wir uns nicht einig sind, ist, wie man damit umgehen soll. Die Minderheit der SiK-S ist der Ansicht, dass Kriegsmaterialexporte nach Saudi-Arabien in jedem Fall zu unterbinden seien - aufgrund der Situation in Saudi-Arabien selbst, aber eben auch im Jemen, unabhängig davon, ob das Material offensiv oder defensiv eingesetzt wird. Auch der Bundesrat sagte ja, dass er diesbezüglich keine neuen Bewilligungen mehr erteilen will. Insofern glaube ich, dass auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Saudi-Arabien und der Situation im Jemen dafür spricht, dass man vorsichtig damit umgeht. Deshalb fordert die Motion auch den Einsatz des Ausnahmeartikels 19 des Kriegsmaterialgesetzes, der explizit die Möglichkeit schafft, alle früher erteilten Bewilligungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial an Mitglieder dieser Kriegsallianz zu widerrufen. Das ist das Ziel dieses Vorstosses. Dass das nicht international abgestimmt ist, spielt insofern keine Rolle, als Artikel 19 das auch nicht verlangt.
Wo man dem Kommissionsberichterstatter recht geben muss, ist bei der Frage, ob die Gewaltenteilung mit diesem Vorstoss noch eingehalten ist. Es ist tatsächlich so, dass die Anwendung von Artikel 19 in der Kompetenz des Bundesrates liegt. Aber die Motion - und insofern, glaube ich, ist das richtig - fordert den Bundesrat auf, d. h., sie ermutigt ihn gewissermassen, im Rahmen seiner Exekutivfähigkeit das auch zu tun. Da wir auch in anderen Themenbereichen schon so vorgegangen sind, kann der Bundesrat es auch richtig einordnen, wenn wir dieser Motion entsprechend zustimmen.
Ich ersuche Sie daher, die Minderheit zu unterstützen.
Parmelin Guy · BPR-M · Bundesrat · Waadt
Le Conseil fédéral est, comme l'auteure de la motion, inquiet de la crise humanitaire au Yémen et des violations des droits de l'homme en Arabie saoudite.
Notre pays mène une politique très restrictive en matière d'autorisation des exportations de matériel de guerre vers les pays de la coalition militaire engagée au Yémen, en particulier envers l'Arabie saoudite. Ainsi, dès le 27 mars 2015, soit au lendemain du lancement de l'intervention militaire au Yémen, le SECO a bloqué les exportations de matériel de guerre vers les pays participants. Un an plus tard, le 20 avril 2016, le Conseil fédéral a débattu au sujet des demandes d'exportation en suspens. Il a alors décidé, sur la base de l'article 5 alinéa 1 lettre a de l'ordonnance sur le matériel de guerre, que les nouvelles demandes d'exportation de matériel de guerre présentant de forts risques que ce matériel soit, de par ses caractéristiques, utilisé dans le conflit au Yémen seraient rejetées. Les demandes portant sur le matériel de guerre pour lequel il n'y avait pas de raison de supposer qu'il serait utilisé dans le cadre des hostilités au Yémen pouvaient être autorisées à condition que les autres critères d'autorisation soient respectés.
Ce principe est toujours valable. Cela signifie que seules les pièces de rechange et les munitions destinées à des systèmes de défense aérien ont été exportées vers l'Arabie saoudite. En comparaison avec d'autres pays, nous avons adapté très tôt nos pratiques d'exportation. Indépendamment de l'évaluation de nouvelles demandes sur la base de l'article 5 de l'ordonnance sur le matériel de guerre, les demandes d'exportation de pièces de rechange sont évaluées sur la base de l'article 23 de la loi sur le matériel de guerre. L'exportation de pièces de rechange est autorisée si aucune circonstance exceptionnelle qui justifierait la révocation des premières autorisations n'est survenue entre-temps. Il appartient en dernier ressort au Conseil fédéral de révoquer une autorisation en présence de circonstances exceptionnelles conformément à l'article 19 de la loi sur le matériel de guerre. L'existence de circonstances exceptionnelles doit être établie selon la situation en tenant compte de la pratique appliquée jusque-là. Dans les délibérations du Conseil fédéral sur les demandes d'exportation vers l'Arabie saoudite et sa coalition en avril 2016, l'intervention militaire au Yémen avait déjà été prise en considération.
Attendu que la situation relative à l'intervention militaire menée par l'Arabie saoudite au Yémen n'a pas changé depuis, il n'y a pas lieu de parler de "circonstances exceptionnelles", au sens de l'article 19 de la loi sur le matériel de guerre. Jusqu'à présent, nous avons toujours pratiqué une politique très restrictive. Cela signifie qu'à quelques exceptions près, aucun matériel de guerre ne peut être exporté vers l'Arabie saoudite. Il est possible d'exporter, sous certaines conditions, des pièces de rechange destinées à des systèmes de défense antiaérienne, puisque ces pièces ne permettent pas de commettre de graves violations des droits de l'homme. Ces pièces de rechange servent à entretenir les systèmes de défense antiaérienne qui protègent les installations pétrolières. Celles d'Abqaïq et de Khurais ont été attaquées en septembre 2019; l'aéroport international d'Abha a aussi été attaqué à plusieurs reprises, au moyen de missiles et de drones et cela a de nouveau été le cas en février de cette année.
Les systèmes de défense antiaérienne permettent de protéger ces infrastructures. Il est à noter que la raffinerie attaquée est l'une des plus grandes au monde et que la protection des aéroports internationaux est dans l'intérêt, non seulement de la Suisse, mais aussi du reste du monde. La politique de la Suisse est, je le répète, extrêmement restrictive.
Certains signes témoignent aussi du fait que la situation dans ce conflit est en train d'évoluer. Je citerai l'annonce faite par les Etats-Unis de la réduction de leur soutien à l'intervention militaire d'Arabie saoudite au Yémen. Les Etats-Unis d'Amérique ont notamment l'intention de faire cesser la livraison de certains matériels de guerre utilisés dans le conflit au Yémen, se rapprochant ainsi, dans une certaine mesure, de la pratique restrictive adoptée par notre pays. Le Conseil fédéral va poursuivre sa politique. Il va continuer à suivre de près l'évolution de la situation dans la région. Il estime qu'en comparaison internationale la Suisse est extrêmement stricte et il vous propose en conséquence de rejeter la motion.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 14 Stimmen
Dagegen ... 28 Stimmen
(0 Enthaltungen)