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Altersdiskriminierung bei Frauen
Feri Yvonne · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion
"Männer dürfen älter werden, Frauen werden alt gemacht!" Das schreibt die Journalistin Bascha Mika. Mit dieser Aussage beschreibt sie den gesellschaftlichen Blick auf alternde Frauen, der weitaus verachtender ist als jener auf alternde Männer - mit realen Auswirkungen.
Wenn Frauen älter werden, wird das mit körperlichem Verfall assoziiert. Damit wird der Körper der Frau, die ganze Frau abgewertet. Bei der Altersdiskriminierung von Frauen geht es auch um Arbeitsdiskriminierung. Für viele Frauen über fünfzig sind die beruflichen Aufstiegschancen gleich null, während Männer noch mit siebzig in Aufsichtsräte berufen oder zum Präsidenten gewählt werden. Laut einer Studie aus den USA erhalten Frauen unter 45 doppelt so häufig eine Einladung zum Bewerbungsgespräch wie Frauen, die dieses Alter überschritten haben.
Wenn Frauen Ende vierzig sind, ist die Jobsuche schwierig. Wenn sie einen finden, dann häufig nur in Teilzeit, was sich wiederum negativ auf die Rente auswirkt. Besonders zu spüren ist die Altersdiskriminierung nach der Pensionierung, denn Frauen sind besonders stark von Altersarmut gefährdet: Der Schweizer Altersmonitor 2022 von Pro Senectute zeigt, dass Frauen doppelt so oft von Altersarmut betroffen sind wie Männer. Dies liegt daran, dass die meisten Männer dieser Generation bis zur Pensionierung mit einem hohen Pensum erwerbstätig waren, während sich die Frauen um Haushalt und Kinder kümmerten und wenn, dann nur Lohnarbeit in einer Teilzeitanstellung verrichteten und somit keine oder eine sehr niedrige Rente aus der zweiten Säule erhalten. Wir haben in dieser Session schon genug darüber gesprochen.
Ageismus, also die Altersfeindlichkeit oder die negative Wahrnehmung und Stigmatisierung des Älterwerdens und Altseins, überkreuzt sich mit Sexismus, von dem Frauen ohnehin betroffen sind. Wie das Älterwerden und Altsein mit dem Geschlecht zusammenhängt, muss deshalb dringend erforscht werden. Denn Daten darüber, wie die Diskriminierung wirklich aussieht, was ältere Frauen erleben, wer betroffen ist und welche Massnahmen getroffen werden müssen, um genderspezifischer Gewalt im Alter vorzubeugen, sind in der Schweiz unauffindbar.
Der Bundesrat zeigt in seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2021 ausschliesslich auf, welche staatlichen Aktivitäten in den Bereichen Altersdiskriminierung und Gleichstellung von Frauen separat getätigt werden. Es findet sich keine kombinierte Betrachtungsweise.
Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates und verschliesst somit die Augen vor der Realität. Es reicht nicht aus, sich separat mit den Themen der Geschlechter- und Altersdiskriminierung auseinanderzusetzen. Vielmehr braucht es eine Untersuchung, wie Geschlecht, Nationalität, Staatsbürgerschaft, Ethnie, körperliche und geistige Gesundheit, Zivilstand, Wohnort und Aufenthaltsstatus den Alltag und die Lebensrealität im fortgeschrittenen Alter beeinflussen.
Altersdiskriminierung von Frauen wird aufgrund des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen. Für eine nachhaltige Prävention braucht es mehr Wissen, denn Wissen ist Macht. Wüsste man mehr über den Zusammenhang von Gender und Altersdiskriminierung, könnte man die Ursachen systematisch angehen. Viele Frauen wünschen sich, würdevoll zu altern. Da Frauen von Anfang an wenig Würde zugestanden wird, scheint dieser Wunsch absurd. Das müssen wir ändern.
Berset Alain · BPR-M · Bundesrat · Freiburg
Je crois qu'on a eu l'occasion, Madame Feri, de présenter, dans l'avis du Conseil fédéral sur le postulat, le nombre de travaux, d'études, de statistiques qui sont déjà disponibles et qui sont en cours d'élaboration. J'entends bien que vous souhaitez quelque chose de plus complet, intégré, global, mais il faut bien être conscient du fait qu'il faudrait pour cela investir des ressources très importantes pour une valeur ajoutée que le Conseil fédéral estime relativement faible dans l'état actuel, parce qu'il y a déjà beaucoup d'informations disponibles.
D'ailleurs, depuis le dépôt du postulat, un plan d'action mettant en oeuvre la stratégie Egalité 2030 a été publié, c'est quelque chose de nouveau; il est régulièrement mis à jour - c'est également nouveau. Il contient plusieurs mesures visant à lutter contre la discrimination des femmes, et la question de l'âge, bien sûr, en fait aussi partie.
Pour citer un exemple: sur le plan de la santé, un rapport sur les désavantages encourus par les femmes dans la recherche médicale, la prévention et les soins sera adopté cette année. C'est un rapport qui fait suite à un postulat de Mme Fehlmann Rielle, déposé en 2019. Les problématiques qui y sont traitées tiennent aussi compte des maladies qui touchent en particulier les femmes alors que l'âge augmente.
Sur l'écart global des revenus du travail entre femmes et hommes, le Conseil fédéral a adopté en septembre dernier - donc, c'est assez récent également - un rapport qui contient les statistiques essentielles, en particulier relatives à l'écart de rentes de la prévoyance vieillesse. Là aussi, ce n'est pas quelque chose de complètement nouveau. Cette problématique est, évidemment, largement connue; elle a été également thématisée dans le cadre de toutes les discussions que nous avons eues sur la prévoyance vieillesse, aussi bien dans le cadre de la réforme AVS 21 que, en particulier, dans le cadre de la réforme du deuxième pilier.
Concernant le marché du travail, je terminerai sur ce point, des projets sont aussi encouragés par la Confédération, notamment celui d'une haute école qui soutient la conception des carrières des femmes à partir de l'âge de 45 ans et qui reçoit des aides financières de la Confédération.
Il nous semble que, dans ces conditions - je souhaitais avoir apporté ces éléments en complément à l'avis écrit du Conseil fédéral -, un rapport supplémentaire, avec les ressources qui seraient nécessaires, n'est pas adéquat, raison pour laquelle le Conseil fédéral vous invite à rejeter le postulat.
Abstimmung
Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 77 Stimmen
Dagegen ... 104 Stimmen
(4 Enthaltungen)