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Des fourrages majoritairement locaux pour que la viande et les oeufs soient labellisés "suisses"
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Swissness hat bei den Konsumentinnen und Konsumenten in unserem Land einen hohen Stellenwert. Viele von uns achten beim Einkaufen darauf, und das ist auch gut so. Ein Lebensmittel, das aus der Schweiz stammt, geniesst ein hohes Vertrauen. Es gilt a priori bei vielen als gesünder, als wertvoller, oft auch als ökologischer, als wenn es sich um ein Importprodukt handelt. Objektiv gesehen gibt es diesen vermuteten Qualitätsvorsprung zwar nicht immer. Wenn ich solche Qualitäten will, dann muss ich nicht nach dem Herkunftswappen, sondern eben nach dem Qualitätslabel fragen, nach der Knospe oder wenigstens dem "Chäferli" von IP-Suisse, nach Max Havelaar, Demeter oder ähnlichen Labels. Nichtsdestotrotz wissen natürlich auch die Marketingabteilungen der Grossverteiler, des übrigen Detailhandels und der Firmen aus der Lebensmittelverarbeitung, dass das Prädikat Schweiz zieht.
Den meisten Konsumentinnen und Konsumenten von tierischen Lebensmitteln dürfte nicht bekannt oder zumindest im Moment des Kaufentscheides nicht bewusst sein, wie das Tier in der Schweiz grossgezogen wurde. Hier setze ich mit meiner Motion an. Der Bundesrat weist in seiner Antwort zu Recht darauf hin, dass bei Fleisch die Herkunftsbezeichnung Schweiz nur verwendet werden darf, wenn ein Tier den überwiegenden Teil seines Lebens in der Schweiz verbracht hat. Bei den übrigen tierischen Produkten wie Milch und Eier ist massgebend, dass das Tier in der Zeit, in der es das Produkt liefert, in der Schweiz gehalten wurde. Der Bundesrat weist auch darauf hin, dass es freiwillig ist, Herkunftsangaben zu machen.
Das alles wird mit meiner Motion nicht geändert. Mit meiner Motion kommt nur hinzu, dass die Futtermittel für diese Tiere überwiegend in der Schweiz gewachsen sein müssen. Das ist heute leider oft nicht der Fall. Je nach Tiergattung und Produktionsweise werden die Tiere fast ausschliesslich mit importiertem Futter grossgezogen. Am extremsten ist das bei den Hühnern. 12 000 Tonnen des Eiweisses im Futter kommen aus dem Inland, aber 63 000 Tonnen werden importiert. Bekanntlich ist der Hühnerfleischkonsum in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Poulets und Eier werden als Schweizer Produkte verkauft, und den wenigsten Konsumenten und Konsumentinnen dürfte bekannt sein, wie die Hühner ihr kurzes Leben fristeten und was sie fressen mussten. Nur wenig besser sieht es bei den Schweinen aus: 81 Tonnen des Eiweisses im Futter werden importiert, das sind rund 61 Prozent.
Mit meiner Motion darf alles verkauft werden wie bisher, es gelten alle Labels wie Bio Suisse oder IP-Suisse wie bisher, die Herkunftsbezeichnung Schweiz darf aber nur noch vergeben werden, wenn ein Mindestanteil des Futters in der Schweiz gewachsen ist.
Ich danke Ihnen für die Zustimmung zu meiner Motion.
Huber Alois · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Kollege Wettstein, Sie wollen Eier, welche in der Schweiz produziert werden, nicht mehr als Schweizer Eier deklarieren. Wie wollen Sie dann unterscheiden zwischen Eiern, die in der Schweiz gelegt werden, und Eiern, die aus dem Ausland importiert werden?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Die Herkunftsangabe "Schweizer Eier" würde bedeuten, dass das Huhn, das das Ei gelegt hat, zu einem Mindestanteil Futter bekommen hat, das in der Schweiz gewachsen ist. Selbstverständlich gibt es solche Hühner. Entsprechend gibt es auch solche Eier, die weitgehend auf inländischem Futter beruhen. Genau das soll das Prädikat in Zukunft ausdrücken.
Siegenthaler Heinz · Mit-M · Conseil national · Berne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Herr Kollege Wettstein, es geht ja um Nahrungsmittel, und da habe ich eine Frage zur Schweizer Schokolade. Wie wäre da die Bestimmung? Wie würden Sie da agieren? Würden Sie auch verlangen, dass etwa 80 Prozent der Kakaobohnen in der Schweiz angepflanzt und geerntet werden müssten?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Meine Motion bezieht sich rein auf tierische Produkte und deren Deklaration. Das ist zum einen das Fleisch, wenn das Tier geschlachtet ist, zum andern bezieht sie sich auch auf die Produkte, die vom lebenden Tier kommen.
Aebi Andreas · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Herr Wettstein, die Futtermittel sind das eine, das andere sind Investitionen, Arbeit und so weiter. Sie waren ja erfreulicherweise auf meinem Hof und haben gesehen, was das für Kostenfaktoren sind. Wo ist denn hier der Unterschied?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Wie erwähnt, darf alles, was bisher verkauft werden durfte, auch künftig verkauft werden, dies mit denselben Qualitätslabels, die es gibt. Daran ändert sich nichts. Wir können einen Vergleich mit industriellen Produkten machen: Das Schweizerkreuz dürfen Sie nur dann auf ein industrielles Produkt setzen, wenn ein Mindestanteil des Produktionsgangs, inklusive der Wertschöpfung durch die Rohstoffgewinnung, in der Schweiz stattgefunden hat. Das ist eigentlich die Analogie zu meinem Vorstoss.
Graber Michael · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Herr Kollege, Ihre Motion verlangt, dass die Deklaration "Schweizer Fleisch" nur dann zulässig ist, wenn sich das Tier vornehmlich mit Schweizer Nahrungsmitteln ernährt hat. Wenn man Ihre Motion zu Ende denkt, hiesse dies auf den Menschen übertragen, dass wir uns nur dann "Schweizer" nennen dürften, wenn wir uns mehrheitlich mit Schweizer Produkten ernähren. Würden Sie demzufolge einen massiven Ausbau der inländischen Ernährungsbasis, eine weitgehend einheimische Produktion in der Landwirtschaft unterstützen?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Wir haben in der Schweiz bekanntlich einen bestimmten Selbstversorgungsgrad. Ich weiss ihn nicht auswendig, aber er ist in den letzten Jahren zum Teil gesunken, je nach Produkt. Ich ziele mit meiner Motion darauf ab, dass wir die Bestände an Tieren dort, wo sie zu hoch sind, reduzieren. Wir können das tun, ohne den Selbstversorgungsgrad zu senken, indem wir vermehrt auf pflanzliche Ernährung setzen, indem wir unser Ackerland nicht zur Hälfte, wie das heute der Fall ist, für Tierfutter, sondern für die menschliche Ernährung einsetzen.
Nicolet Jacques · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Cher collègue Wettstein, votre proposition s'adresse aux éleveurs, et aux détenteurs de volaille notamment. Votre prochaine motion, ce sera quoi? De venir nous dire qu'on est 8 millions d'habitants, dont 6 millions avec un passeport suisse, et que, du moment que l'on consomme 50 pour cent de produits importés, on n'aura plus droit au passeport suisse?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Wir sind inzwischen sogar neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Nein, das hat mit dem eigenen Pass nichts zu tun. Abgesehen davon sind wir alle Ausländerinnen und Ausländer, fast überall auf der Welt.
Egger Mike · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Kollege Wettstein, wussten Sie, dass der Anteil an Schweizer Futtermitteln über alle Gattungen hinweg 86 Prozent beträgt, und stimmen Sie mir zu, dass das ein sehr hoher Wert ist?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Es wird stimmen, was Sie sagen, ich habe den Gesamtanteil nicht im Kopf, ich weiss, wie viel er pro Gattung ausmacht.
Der relativ grosse Anteil, den Sie anmahnen, hat mit den Raufutterverzehrern zu tun, mit den Wiederkäuern, die Gras fressen. Es ist völlig klar, alles, was von Rindern, aber auch von Schafen, von Ziegen kommt, würde eine Dreiviertelregelung einhalten, zumindest über den Durchschnitt der entsprechenden Gattung. Denn zum Glück haben wir in all den Gegenden in der Schweiz, in denen einfach Gras wächst, weidende Tiere und nutzen deren Produkte und deren Fleisch.
Daran will ich nichts ändern, im Gegenteil: Ich will das verstärken. Bloss haben wir insgesamt zu viele Tiere, insbesondere bei den Rindern. Deswegen haben wir ja das Problem mit dem Pestizideinsatz; wir haben das Problem mit dem Nitrat, dem Stickstoff, und dort müssten wir natürlich auch reduzieren. Aber eben: Das ist die Frage der Menge. Dass diese Tiere das Schweizer Gras fressen, ist selbstverständlich okay. Das würde mit meiner Motion ja unterstützt und nicht gefährdet.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Cher collègue, vous parlez de limiter la production de viande en Suisse, puisque l'on pourra importer moins de fourrage. Préférez-vous donc que l'on importe de la viande au lieu d'importer des céréales pour nourrir des animaux en Suisse élevés selon les normes de la Protection suisse des animaux?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Wenn meine Motion eine Mehrheit hat, dürfte das zum Teil tatsächlich den Effekt haben, dass der Fleischkonsum etwas zurückgeht. Das ist unter anderem auch unter gesundheitlichen Aspekten erwünscht. Der Fleischkonsum, der bleibt. Das Fleisch soll anteilsmässig mehr aus der Schweiz kommen - das will ich. Das Label Schweiz hat seine Anziehungskraft, das ist gut, und es soll eben noch besser ausgewiesen sein, dass da wirklich Schweiz drin ist, wenn Schweiz draufsteht.
Haab Martin · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Herr Kollege Wettstein, nur eine kleine Erläuterung möchte ich noch erhalten. Sie haben gesagt, mit Ihrer Motion werde der Fleischkonsum in der Schweiz etwas zurückgehen. Können Sie vielleicht noch etwas klarer ausführen, wie Sie das bewirken wollen?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Es wäre vermessen zu sagen, dass meine Motion alleine dazu beiträgt. In der Tendenz geht der Fleischkonsum in der Schweiz zurück, und das ist erwünscht, unter verschiedenen, insbesondere ökologischen, aber auch gesundheitlichen Aspekten. Ich sage es nochmals: Ich bin dafür, dass es in der Schweiz Fleischprodukte gibt. Aber eben, meine Motion ist ein Schritt in dieselbe Richtung wie andere Anstrengungen, die wir unternehmen, damit unsere Nahrungsmittelbilanz anteilsmässig stärker zugunsten pflanzlicher und weniger zugunsten tierischer Produkte ausfällt. Es ist ein kleines Mosaikstückchen, wenn dann dank dieser Regelung nicht mehr das Schweizerwappen draufsteht.
Es kommt noch ein wichtiger Punkt dazu: Wir fördern bekanntlich mit Bundesgeldern die Werbung für Fleisch, insbesondere auch in Zeiten, in denen wir zu viel Fleisch produziert haben. Wenn dann natürlich nicht mehr das Schweizerwäppchen draufstehen kann, weil das beworbene Fleisch gar nicht auf Schweizer Futterbasis produziert wurde, dann ist das auch ein erwünschter Effekt.
Imark Christian · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Herr Wettstein, woher kommen denn all die Sojaprodukte, die letztlich als Fleischersatz dienen sollen?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Wie gesagt, wir brauchen nicht Soja als Fleischersatz, sondern beispielsweise Hülsenfrüchte, die ganz wichtige Eiweisslieferanten sind. Wir haben sehr viele Möglichkeiten, in Gebieten neu Hülsenfrüchte anzupflanzen. Das muss der Weg sein.
Parmelin Guy · BR-M · Conseil fédéral · Vaud
La motion vise la notion d'indication de provenance définie par la loi sur la protection des marques. Cette loi définit la provenance d'une viande comme le lieu où l'animal a passé la majeure partie de son existence. Concernant les autres produits d'origine animale, la provenance correspond au lieu d'élevage des animaux.
En revanche, les exigences relevant du droit alimentaire concernent les règles applicables à l'indication obligatoire du pays de production. D'après cette législation aussi, c'est le lieu où l'animal a été élevé qui constitue le critère déterminant dans l'indication du pays de production d'une denrée alimentaire. L'indication du pays d'origine selon une conception aussi restreinte, basée sur l'affouragement, réduirait l'importance des autres éléments essentiels de l'origine des produits auxquels le consommateur est très attaché, par exemple la conformité aux standards suisses de la protection des animaux ou l'interdiction de recourir à des hormones ou à des antibiotiques pour stimuler la croissance des animaux.
Dans l'agriculture, l'application de cette motion nécessiterait des contrôles supplémentaires portant sur l'origine des fourrages. Introduire un nouveau critère de l'origine suisse des produits d'origine animale pèserait lourdement sur les coûts de production. De plus, le consommateur serait confronté, dans la désignation des denrées alimentaires, à de nouvelles complications qui amoindriraient l'avantage supposé de ce nouveau critère.
Pour ces seules raisons, le Conseil fédéral vous propose de rejeter cette motion.
Vote
Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 49 Stimmen
Dagegen ... 94 Stimmen
(29 Enthaltungen)
Präsident (Candinas Martin, Präsident): Glauben Sie mir, ich werde nie mehr zum Schluss einer Sitzung am Donnerstagvormittag eine Motion zur Landwirtschaft zur Diskussion bringen, auch wenn ich meine, dass wir genug Zeit haben. (Heiterkeit)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Nachmittag, wir sehen uns am Montag wieder. Ich verabschiede auch Bundesrat Guy Parmelin, der den ganzen Vormittag mit uns bestritten hat.
Schluss der Sitzung um 12.55 Uhr
La séance est levée à 12 h 55