23.3293
Numerus clausus. En finir avec une sélection des étudiants en médecine sur des critères autres que de compétences et de qualité
Caroni Andrea · 1VP-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Ext. · Groupe libéral-radical
Antrag der Mehrheit
Ablehnung der Motion
Antrag der Minderheit
(Maret Marianne, Graf Maya, Stocker, Wasserfallen Flavia)
Annahme der Motion
Proposition de la majorité
Rejeter la motion
Proposition de la minorité
(Maret Marianne, Graf Maya, Stocker, Wasserfallen Flavia)
Adopter la motion
Präsident (Caroni Andrea, erster Vizepräsident): Es liegt Ihnen ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Michel Matthias · Mit-M · Conseil des Etats · Zoug · Groupe libéral-radical
Im Namen der Mehrheit der WBK-S beantrage ich Ihnen die Ablehnung der vorliegenden Motion; sie wurde in der Kommission mit 7 zu 4 Stimmen abgelehnt.
Vorausgeschickt sei, dass die Kommission das Unbehagen des Motionärs teilt, wonach in der Schweiz zu wenig Ärzte und Ärztinnen im Bereich Humanmedizin ausgebildet werden. Die Schweiz ist in der Gesundheitsversorgung analog zu anderen Bereichen stark auf den Zuzug ausländischer Fachkräfte angewiesen. Dank der Anstrengungen der Kantone - sie sind hauptsächlich für die universitären Ausbildungen zuständig - und des vom Bund ab 2016 mit 100 Millionen Franken unterstützten Sonderprogramms konnte der Trend umgekehrt werden. Seit dem Jahr 2016 nimmt der Anteil an vollständig im Ausland aus- und weitergebildeten Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz nämlich ab, während der Anteil an Personen zunimmt, die vollständig in der Schweiz ausgebildet worden sind. Dass das nicht oder noch nicht genügt, brachte die Kommission auch mit dem Antrag auf einen Schwerpunkt an den Universitäten zum Ausdruck, den der Ständerat vor wenigen Stunden im Rahmen des Geschäfts 24.031, "Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2025-2028", behandelt hat. Die vom Ständerat vorgesehenen 50 Millionen Franken soll die Hochschulkonferenz im Rahmen der projektgebundenen Anträge für die Ausbildung in Humanmedizin einsetzen. Wir haben hier also schon einmal einen Eckstein gesetzt.
Gleichwohl lehnt die Mehrheit der Kommission die vorliegende Motion nun ab. Hätte sich der Motionär darauf beschränkt, einen Satz aus der Begründung in den Motionstext zu nehmen, hätten wir in der Kommission wohl mehr Einigkeit gehabt. In der Begründung steht nämlich, dass Bund und Kantone Massnahmen ergreifen müssen, um die Zahl der Absolventinnen und Absolventen in der Humanmedizin zu erhöhen. Ich glaube, wir teilen dieses Ziel. Aber wenn Sie den Motionstext genau lesen, sehen Sie, dass primär eine Anpassung bei der Zulassung zum Studium gefordert wird, also zu Beginn des Studiums über den Eignungstest oder über den Numerus clausus. Zudem wird im zweiten Satz der Bund verpflichtet, für ein besseres Angebot an Studienplätzen zu sorgen, also in einem Bereich tätig zu werden, für den hauptsächlich die Kantone mit ihren Universitäten zuständig sind. Es sind also die im Motionstext definierten Wege zum Ziel, welche die Mehrheit der Kommission dazu bringen, die Motion abzulehnen.
Uns ist bewusst, dass die Motion hohe Sympathie geniesst und heute auch angenommen werden könnte. Umso wichtiger sind einige Ausführungen in Bezug auf das Verständnis einer sehr vielschichtig und zum Teil vage definierten Motion. Wie gesagt, gemäss Titel und erstem Satz der Motion geht es um den Numerus clausus, also die mengenmässige Beschränkung der Studierenden - meistens durch einen entsprechenden Eignungstest - zum Studium in Humanmedizin. Offenbar soll diese Art des Tests reformiert werden, und in den Medien wird angesichts der Motion nun schon von der Abschaffung des Numerus clausus geschrieben. Aber geht es wirklich darum? Das Wort "Abschaffung" ist in der Motion nämlich nicht enthalten, was schon einmal Anlass zu Missverständnissen gibt. Es geht in der Motion nicht um die Abschaffung, aber offenbar um eine Anpassung und sinngemäss wohl um eine Lockerung dieses Eignungstests; schliesslich will der Motionär ja mehr Personen ausbilden lassen. Doch aus Sicht der Mehrheit der Kommission nützt es nichts, den Trichter bei der Studienzulassung zu erweitern, wenn später keine entsprechenden Studien- und Praktikumsplätze zur Verfügung stehen.
Nun kann man sagen, die Motion wolle ja den Test und den Numerus clausus nicht abschaffen, aber die Kriterien anders gewichten. Es steht da, man solle sich auf Kompetenz- und Qualitätskriterien stützen. Unklar bleibt aber, inwiefern der heutige Test, der sogenannte EMS, diese Kriterien in den Augen des Motionärs nicht gewichtet. Wir haben das in der Kommission angeschaut. Im Jahr 2017, also vor wenigen Jahren, hat die Hochschulkonferenz diesen Test durch den Schweizerischen Wissenschaftsrat überprüfen lassen. Der Wissenschaftsrat hat den heutigen, kognitiv orientierten Test als geeignetes Instrument beurteilt, um Medizinstudierende für das Studium zu selektionieren.
Es wurden auch Vor- und Nachteile anderer Selektionsmechanismen angeschaut, und im Ergebnis wurde bekräftigt, dass sich der vorliegende Test eben eignet. Er sei auch kosteneffizient, er sei valide, er sei auch fair gegenüber beiden Geschlechtern, und er würde sogar die soziale Selektivität verringern. Die Kommissionsmehrheit anerkennt diese wissenschaftlichen Resultate und findet es falsch, nun aus politischen oder anderen Gründen in diesen Mechanismus einzugreifen, umso mehr, als dieser Mechanismus in der Kompetenz der Kantone, bei ihren Universitäten, liegt. Man kann also aus Sicht der Kommissionsmehrheit auch sagen, dass aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse der heutige Test eigentlich eben gerade auf Kompetenz und Qualität basiert. Man könnte auch sagen, in diesem Punkt sei die Motion sogar schon erfüllt.
Jetzt suggeriert aber die Motion auch noch die Frage, ob die Zulassung dort anders geregelt werden müsste, wo heute kein Eignungstest stattfindet. Wir haben diesen Fall bei den Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg. Dort gibt es diesen Eignungstest nicht. Wenn die Motion jetzt fordert, man müsse einen Eignungstest auf gewisse Kriterien stützen, stellt sich schon die Frage, ob die Kantone dann hier gezwungen werden sollten, solche Tests einzuführen. Das wäre wieder ein Eingriff in die kantonale Kompetenz. In den genannten Westschweizer Kantonen erfolgt die Mengensteuerung durch Selektion nach dem ersten Studienjahr. Es bestehen oder überstehen dann also einfach viel weniger Studierende das erste Jahr. Wir finden es etwas fraglich, ob das denn der geeignete Weg sei. Denn man investiert dann vergeblich in Studierende.
Der zweite Satz der Motion heisst: Der Bund soll "insbesondere in der Grundversorgung und im ambulanten Bereich für ein besseres Angebot an Studienplätzen und klinischen Praktika sorgen". Nochmals: Der Bund hat hier gegenüber den kantonalen Universitäten keine Kompetenzen, er hat sie höchstens im eigenen Bereich. Die ETH könnte er über die strategischen Ziele quasi verpflichten, hier ein Angebot bereitzustellen - das tun sie ja auch schon - oder auszuweiten. Der Bund könnte das Angebot finanziell unterlegen, und dann würden wir etwas mehr als die 50 oder 100 Millionen Franken sprechen, die wir heute diskutiert haben. Das sei hier einfach einmal angemerkt. Im Übrigen, wie gesagt, steuern die Kantone ihr Angebot an den Universitäten selbstständig. Aus der Motion jedenfalls - so lesen wir sie - ist nicht abzuleiten, dass die Kompetenzordnung zwischen Bund und Kantonen zu ändern wäre. Es wäre im Vorfeld eines neuen Programms zur Entflechtung der Aufgaben von Bund und Kantonen auch etwas eigentümlich, hier neue Verbundaufgaben zu kreieren.
Es bleibt schliesslich das, was die Motion im dritten Satz fordert, wonach der Bund gemeinsam mit den Kantonen die notwendigen Mittel für mehr Studienplätze bereitstellen soll. Das wäre also Umfinanzierung. Ich glaube, hierzu muss ich nicht zu lange sprechen. Sie kennen den finanzpolitischen Hintergrund des Bundeshaushaltes, und wir glauben nicht, dass die Motion einen neuen gesetzlichen Subventionstatbestand schaffen will. Man kann sagen: Ja, da bleibt es bei einem erneuten Sonderprogramm wie demjenigen, das der Bund, wie erwähnt, im Jahr 2016 definiert hat. Und dieses Sonderprogramm für mehr Studienplätze wäre dann mit 100 Millionen Franken zu unterlegen. Ob das dann genügt, bezweifle ich. Ein sechsjähriges Arztstudium kostet rund 640 000 Franken pro Person. Wenn Sie 500 Arztpersonen ausbilden, kostet das 300 Millionen Franken, wenn Sie 1000 ausbilden, kostet das 600 Millionen Franken.
Die heutige Beratung der BFI-Botschaft, die im Wesentlichen ergab, dass wir grundsätzlich nicht aufstocken wollen, und die drohenden Bundesdefizite der nächsten Jahre lassen zudem jedenfalls nicht vermuten, dass das Parlament nun bereit wäre, neu diese Studienplätze massgeblich zusätzlich zu finanzieren. Wenn Sie heute der Motion zustimmen sollten, dann wird auf jeden Fall die Gretchenfrage, wie Sie es denn mit der Finanzierung halten, auf Sie zurückkommen.
Vielleicht noch ein Wort zur Hausarztmedizin, denn diese gab auch in Zusammenhang mit dieser Motion zu reden und die liegt uns ja alle am Herzen; deshalb wurde uns diese Motion auch vonseiten von Hausarztmedizinern und -medizinerinnen ans Herz gelegt. Wenn man mit dieser Motion die Versorgung mit Hausarztmedizin verbessern wollte, möchte ich einfach vor falschen Erwartungen warnen: Die Hausarztmedizin wird in der Motion nicht erwähnt, mit keinem Wort, dies im Gegensatz etwa zu anderen Vorstössen, die vorliegen. Es gibt das Postulat Hurni 23.3864, "Mangel an Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz. Vermeiden wir einen Mangel an Lösungen!", und es gibt das Postulat Juillard 23.3678, "Wie kann dem Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten sowie Ärztinnen und Ärzten in bestimmten Fachgebieten sofort begegnet werden, insbesondere in bestimmten Regionen der Schweiz?". In diesen wird das Thema der Versorgung mit Hausärztinnen und Hausärzten adressiert, aber in dieser Motion wird es nicht adressiert. Das heisst nicht, dass die Kommissionsmehrheit findet, dies sei kein Thema, aber sie glaubt, dass die Motion hier nicht weiterhilft. Die Motion steuert die Wahl der Fachrichtung nicht; dieser Punkt ist in der Motion nicht enthalten.
Wenn etwas hilft, den Beruf der Hausärztin oder des Hausarztes attraktiver zu machen, dann sind es entsprechende Rahmenbedingungen. Hier möchte ich vor allem den Tarmed oder neu den Tardoc erwähnen, mit dem die ökonomischen Rahmenbedingungen der Hausarztmedizin verbessert werden sollen. Hier liegt der Hebel - wir wissen es - bei den Tarifpartnern oder ultimativ dann beim Bundesrat. Generell sind es auch die Rahmenbedingungen, die Personen dazu bringen, in die Hausarztmedizin zu wechseln oder diese Fachrichtung zu wählen oder überhaupt im Medizinberuf zu bleiben. Es gibt in der Branche eine steigende Ausstiegsrate. Das wären Anliegen, die aber nicht in der Motion enthalten sind.
Ganz kurz noch: Die Kommissionsminderheit wird sich selber noch äussern. Sie geht davon aus, dass der Bund hier in der Mitverantwortung steht und dass man alle Anstrengungen unternehmen muss, um der Zuwanderung auch in diesem Fachkräftebereich Herr zu werden.
Ich bitte Sie aus den dargelegten Gründen namens der Kommissionsmehrheit - dies bei allem Verständnis für das Ziel -, die doch fraglichen Wege oder Ansätze dieser Motion zu erkennen, ihre Konsequenzen zu bedenken und ihr deshalb nicht zuzustimmen.
Maret Marianne · Mit-F · Conseil des Etats · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Je prends la parole au nom de la minorité qui vous invite à soutenir cette motion. Le constat soulevé par la motion est implacable et bien connu, c'est celui du manque de médecins formés en Suisse. Selon la dernière statistique médicale de la FMH, sur les près de 41 000 médecins qui exerçaient en Suisse en 2023, 40,4 pour cent ont accompli leurs études à l'étranger, soit un taux en augmentation de près de 1 pour cent par rapport à 2022. Cette très forte dépendance vis-à-vis de l'étranger démontre que le nombre de médecins formés en Suisse ne permet pas de couvrir les besoins de notre système sanitaire. Il est dès lors urgent de créer des places de formation pré et postgraduées supplémentaires ainsi que d'assurer des conditions de travail adaptées.
Le Conseil fédéral reconnaît d'ailleurs ce constat et rappelle que les efforts entrepris ces dernières années devraient permettre de délivrer plus de 1300 diplômes de master en 2025. Cette légère augmentation est certes réjouissante, mais, comme l'âge moyen des médecins est élevé, elle ne suffira clairement pas à pallier la pénurie annoncée, ce d'autant moins que de nombreux diplômés ne veulent plus travailler à plein temps. En outre, notre population vieillit, ce qui accroît encore les besoins. Notre pays doit donc assumer sa part de responsabilité sur le plan de la formation.
Les hautes écoles universitaires limitent de leur propre chef l'accès aux études de médecine. En 2023, les 2200 places disponibles pour la première année d'études de bachelor en médecine étaient confrontées à plus de 6000 candidatures. Certes, la sélection des étudiants relève de la compétence des cantons responsables des hautes écoles et la qualité de la formation doit être assurée. Il n'est toutefois plus acceptable que la Confédération et les cantons se renvoient la balle en discutant de nouveaux modèles qui n'ont, à ce jour, pas encore abouti. Il est maintenant temps de donner un signal clair pour agir dans le domaine de la formation des médecins en Suisse.
A ce titre, je tiens à relever que le texte de la motion ne se limite pas au numerus clausus. Il ne concerne d'ailleurs pas que la formation médicale universitaire puisqu'il mentionne également la formation postgrade. Le manque de places de stage constitue le principal goulot d'étranglement dans ce domaine. Le but principal de la motion est donc de veiller "à ce qu'il y ait une meilleure offre de places d'études et de stages cliniques, en particulier dans les soins de base et dans le domaine ambulatoire." En fait, l'auteur de la motion ne demande rien qui devrait être considéré comme exagéré. S'assurer que l'admission des étudiants repose principalement sur des critères de compétence et de qualité en période de pénurie de médecins semble être une question de bon sens.
Bien sûr, pour atteindre ce but, il faut s'en donner les moyens. A ce sujet, je ne peux m'empêcher de relever que le Conseil fédéral, dans son avis, indique que les tests d'aptitude utilisés par plusieurs hautes écoles ont été considérés comme rentables. Mais est-ce réellement une stratégie rentable pour notre système de santé que d'autant limiter l'accès aux études médicales? La population attend des mesures fortes et visibles pour lutter contre la pénurie de médecins et de tels arguments financiers sont relativement inaudibles dans ce contexte.
En conclusion, compte tenu de la grande pénurie dans certains domaines comme la médecine de famille et la pédiatrie, en particulier dans certaines régions du pays, il est temps d'agir. Se demander si la sélection actuelle est pertinente ne devrait pas être un tabou, même si d'autres pistes d'amélioration doivent aussi être étudiées pour assurer une adéquation entre les compétences des jeunes médecins, les exigences de notre système de santé et le nombre de médecins formés. Il y a nécessité d'agir. Pour preuve, le nombre d'associations qui nous ont écrit des courriers, la FMH, les chirurgiens, les dermatologues, les pédiatres, les médecins de famille et j'en oublie certainement. Il faut également rappeler que les objectifs de formation sont définis par la Confédération. De plus, l'auteur de la motion demande au Conseil fédéral une approche concertée avec les cantons.
C'est pourquoi je vous invite vraiment à adopter la motion.
Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Conseil des Etats · Lucerne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Leider hatte ich während der Sitzung keine Gelegenheit mehr, den Minderheitsantrag zu unterzeichnen, ich melde mich aber trotzdem. Ich hätte nämlich diesen Minderheitsantrag unterschrieben.
Der Numerus clausus prüft rein kognitive Fähigkeiten. Die braucht es zweifelsohne. Sie reichen aber bei Weitem nicht aus, um die Eignung eines jungen Menschen für das Medizinstudium abzuklären. Eine Ärztin, ein Arzt muss mindestens ebenso sehr soziale und kommunikative Kompetenzen haben. Es braucht die einfühlsame und klare Kommunikation mit Patienten, mit Angehörigen, mit Kollegen; es braucht auch sehr viel Empathie. Bei einem Numerus clausus wird diese null geprüft. Eine Ärztin, ein Arzt muss auch über die notwendige Belastbarkeit und Resilienz verfügen. Wie geht man mit einer Situation um, in der ein Patient im Sterben liegt? Wie arbeitet man unter ausserordentlich hohem Druck noch immer effektiv, und wie hält man dies alles aus? Auch das wird mit dem Numerus clausus nicht geprüft. Schlussendlich braucht es auch organisatorische und administrative Kompetenzen. Es braucht ein Zeitmanagement, man muss Berichte schreiben, man muss dokumentieren können; auch das wird bei einem Numerus clausus nicht geprüft. Eine erfolgreiche Ärztin muss aber all diese Kompetenzen haben, muss über diese verfügen.
Der Numerus clausus ist viel zu einseitig, und, wie gesagt, er bildet die erforderlichen Kompetenzen und Qualitäten nicht ab. Es braucht zwingend neue Massnahmen. Vor Studienantritt braucht es zum Beispiel ein längeres Praktikum, sodass die Eignung eben im Detail geprüft werden kann. Umgekehrt würden die angehenden Studierenden dann eben auch merken, ob das wirklich der Beruf ist, den sie später ausüben möchten. Heute ist es nämlich immer noch so, dass sehr viele junge Menschen, die ein Medizinstudium absolvierten, schlussendlich etwas ganz anderes machen.
In der Schweiz haben wir einerseits zu wenig Studienplätze, wir müssen laufend Leute aus dem Ausland beiziehen. Andererseits haben wir gleichzeitig das neue Phänomen, dass unsere jungen Leute ins Ausland abwandern, um dort ein Medizinstudium zu absolvieren. Das alles kann es nicht sein.
Ich bitte Sie, der Minderheit und damit dieser Motion zuzustimmen.
Wicki Hans · Mit-M · Conseil des Etats · Nidwald · Groupe libéral-radical
Die Argumentation des Bundesrates und der Mehrheit unserer Kommission wirft bei mir schon einige grundsätzliche Fragen auf. Es ist unbestritten, dass das Medizinstudium zu den teuersten Studiengängen gehört. Aber es ist ebenso unbestritten, dass die Schweizerische Hochschulkonferenz aus Gründen der Praktikabilität genau diese Zulassungsbeschränkungen unterstützt. So kommen wir einfach nicht weiter.
Wir sehen zu, wie immer mehr Dörfer keine Ärzte mehr haben. Wir sehen zu, wie immer weniger Schweizer das Medizinstudium ergreifen. Wir sehen zudem, dass diejenigen, die das Medizinstudium dann absolviert haben, grundsätzlich immer weniger arbeiten, weil sie sich mehr auf ihre Work-Life-Balance fokussieren als auf die Erfüllung ihrer Aufgabe als Ärztin oder als Arzt. Das schafft schon Probleme. Ich frage mich, ob das Verfahren wirklich richtig ist, wenn in der Schweiz zwei Drittel der Personen, die gerne Medizin studieren würden, keinen Studienplatz erhalten.
Ich habe es gesagt, es fehlt an Nachwuchs, und zwar an eigenem Nachwuchs. Diese Löcher stopfen wir dann mit ausländischen Ärzten, was wiederum Löcher in deren eigenen Ländern verursacht. Und "on top of it" hören wir dann noch, die 10-Millionen-Schweiz sei genug. Aber eigentlich brauchen wir immer mehr Leute, die für uns die Arbeit machen, weil wir sie nicht ausbilden wollen. Und ja, ich gebe Ihnen recht, Herr Michel, konsequenterweise müssten wir Gelder sprechen. Ja, das ist so. Aber was ist schlecht daran? Man darf auch Prioritäten setzen. Vielleicht sollten wir die Priorität jetzt zugunsten der Ärzte setzen.
Ich muss Ihnen aber leider widersprechen, Kollege Michel: 650 000 Schweizerfranken kostet vielleicht das gesamte Medizinstudium, aber sicher nicht in den ersten zwei Jahren. Es kostet in den letzten Jahren ziemlich viel, aber nicht in den ersten zwei Jahren. Andere Universitäten sind auch so weit gekommen, dass sie sagen, dass sie das über Prüfungen regeln würden, die so ausgerichtet sind, dass dann eine Aussage über die zukünftige Profession gemacht werden kann. Es ist so, dass an den ETH zum Beispiel eine Durchfallquote von 40 Prozent im ersten Jahr an der Tagesordnung ist. Was ist daran schlecht? Darf man das nicht? Ich weiss es nicht. Aber die Qualität leidet sicher nicht an den ETH. Zumindest sagen unser Bundesrat und alle Mitglieder der WBK, dass die ETH zu den Top-Universitäten der Welt gehören.
Ich finde einfach, das ist eine unfaire Geschichte, wenn man sagt, das könne es nicht sein, es koste viel und aus diesem Grund wolle man das nicht. Eine Selektion in den ersten zwei Jahren dürfte durchaus angebracht sein. Aus diesem Grund ist meines Erachtens das entsprechende Verfahren für das Medizinstudium unbedingt anzupassen. Vielleicht müssten wir uns überlegen, ob wir die Maturitätsprüfungen anpassen müssen. Das könnte schon sein, vielleicht gibt es da ein anderes Problem, nämlich jenes, dass wir zu viele Maturanden an die Universität entlassen und die Universitäten dann merken, dass sie zu schwach sind. Das könnte schon sein. Aber es gibt dazu aus meiner Sicht aktuell keine Evidenz.
Ich würde Ihnen dringend empfehlen, die Motion Roduit anzunehmen, damit wir unser eigentliches Problem in der Medizin selber regulieren und selber regeln können.
Müller Damian · Mit-M · Conseil des Etats · Lucerne · Groupe libéral-radical
Als Mitglied der SGK gehörte ich der vorberatenden Kommission nicht an. Trotzdem erlaube ich mir, einen weiteren Aspekt in die Diskussion einzubringen, der etwas untergegangen zu sein scheint.
Aus meiner Sicht ist die Hauptursache für den Ärztemangel eben nicht nur der Numerus clausus, sondern auch die geringe Anzahl Masterstudienplätze für künftige Medizinerinnen und Mediziner. Deshalb scheint es mir unabdingbar, dass diese Studienplätze geschaffen werden, damit Ärztinnen und Ärzte künftig wieder vermehrt in der Schweiz ausgebildet werden können. Ausserdem müssen wir uns bewusst sein, dass die Spitallandschaft gerade einen gewaltigen Wandel erfährt.
Fast alle Assistenzärztinnen und -ärzte werden heute im Spital ausgebildet. Ziel der Schweizer Gesundheitsversorgung ist es aber, viel mehr Ambulantisierungen zu haben, sodass diese Ausbildungsplätze letztlich als signifikante Menge wegfallen. Ebenso unabdingbar ist es deshalb - und ich spreche mich hier für die Motion aus -, dass man dann eben auch die Ausbildung gezielt in diesem Setting der Ambulatorien vorantreibt und dort ausreichend Studienplätze schafft, um am Ende genügend Ärztinnen und Ärzte zu haben. Analog müsste dann auch die öffentliche Hand entsprechend mitfinanzieren. Daher ist es, Herr Bundesrat, meines Erachtens nicht ganz verständlich, weshalb der Bundesrat die Motion trotz zunehmenden Fachkräftemangels zur Ablehnung empfiehlt.
Folglich bitte ich Sie, hier ausnahmsweise der Minderheit der Kommission zu folgen und die Motion anzunehmen, um gezielt auf das hinzuwirken, was wir brauchen: Ärztinnen und Ärzte, insbesondere solche, die der Ärztelandschaft die nötige Kraft und Vielfalt verleihen.
Poggia Mauro · Mit-M · Conseil des Etats · Genève · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Je ne sais pas si la minorité s'exprime plus que la majorité, mais, de mon côté aussi, je vais vous demander d'adopter cette motion. Ce n'est pas la panacée, elle ne va pas résoudre les problèmes d'un seul coup, mais c'est un pas, un signe, dans la bonne direction.
Cette motion touche deux questions: d'abord, les critères de sélection de nos futurs médecins, puisque c'est par des questionnaires à choix multiples que l'on procède généralement à l'élimination en première année de faculté de médecine. Or, attend-on d'un futur médecin qu'il sache mettre des croix au bon endroit? Bien sûr, il faut que les réponses soient exactes, mais il faut aussi qu'il y ait des qualités humaines, et celles-là ne sont évidemment pas évaluées.
Ensuite, c'est aussi une question de nombre. Nous avons besoin de davantage de médecins, nous le savons; mais nous ne devons pas simplement avoir plus de médecins, nous devons avoir plus de médecins dont nous aurons besoin. Et ces médecins dont nous aurons besoin, nous le savons, ce sont des médecins de premier recours, des médecins généralistes, des pédiatres, des psychiatres, des gynécologues. Ceux qui aujourd'hui sont les moins bien valorisés sur le marché de la santé.
Supprimer le numerus clausus pour donner un coup de pouce à cette augmentation de médecins en formation, c'est une bonne chose, mais il faudra aussi - Mme Maret l'a dit - qu'il y ait des stages qui puissent les accueillir. Il ne suffit pas, évidemment, d'ouvrir les tuyaux au niveau de l'université, il faut non seulement qu'ils soient du même diamètre au niveau des formations, mais aussi, ensuite, au niveau de la sortie du tuyau d'arrosage; il faut qu'on aille arroser là où on en a besoin. Or, nous n'avons pas besoin que les médecins, et encore moins les spécialistes, viennent s'agglutiner autour des centres de formation, que ce soit, pour la Suisse Romande, les hôpitaux universitaires de Genève ou le Chuv à Lausanne. Je rappelle quand même que Genève et Bâle-Ville sont les cantons aux primes d'assurance les plus élevées de Suisse, et ce sont les cantons qui ont la densité de spécialistes la plus élevée de Suisse.
Nous avons besoin de médecins de premier recours, et c'est là qu'il y aura un autre débat - ce n'est pas celui-ci -, qui est celui de valoriser correctement les médecins généralistes, parce que la différence de rémunération entre les spécialistes et les généralistes n'a pas de justification quant à son ampleur actuelle, et nous devons bien sûr y remédier rapidement.
Fässler Daniel · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Ein kurzes Votum meinerseits: In meinem Kanton ist in diesem Sommer etwas Unverständnis und auch etwas Aufregung entstanden, weil von allen Maturandinnen und Maturanden niemand diesen Eignungstest bestanden hat. Ich habe mich dafür interessiert, was hier passiert ist. Es sind Maturandinnen und Maturanden, die einen Notenschnitt von über 5,7 hatten, also es waren die besten Maturandinnen und Maturanden, welche sich zu diesem Eignungstest angemeldet hatten. Niemand hat bestanden.
Vor diesem Hintergrund unterstütze ich, dass wir mit dieser Motion dem Bundesrat den Auftrag geben, sich in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Frage zu stellen, ob das Zulassungsverfahren, wie es heute aufgebaut ist, das richtige ist. Heute wird nicht auf Kompetenzen abgestellt, sondern auf kognitive Kompetenzen, auf Verständnisfragen, und nicht auf die qualitative Dimension und die Kompetenz im Bereich der Intelligenz und des Wissens.
Ich glaube, wir tun gut daran, dem Bundesrat den Auftrag zu geben, das zu prüfen und in Bezug auf die Zulassung die Kriterien zu überprüfen und allenfalls auch zu überarbeiten.
Parmelin Guy · BR-M · Conseil fédéral · Vaud
Le Conseil fédéral partage l'avis de l'auteur de la motion selon lequel la formation d'un nombre suffisant de médecins en Suisse est une préoccupation importante. La formation en médecine humaine est cependant du ressort des cantons. La Confédération, participe aux efforts importants des cantons par le biais des contributions de base. Pour les années 2017 à 2020, la Confédération a en outre alloué un montant de 100 millions de francs pour le programme spécial en médecine humaine, approuvé par la Conférence suisse des hautes écoles. Les capacités d'accueil des sites existants ont été augmentées, et de nouvelles filières d'études en médecine ont été mises en place.
On peut se poser déjà une première question ici, puisqu'il y a plusieurs problèmes dans cette thématique. Ce programme spécial en médecine humaine permet-il de s'affranchir de la dépendance vis-à-vis de l'étranger? Il permet de réduire cette dépendance, mais pas de s'en affranchir totalement. La proportion de médecins entièrement formés à l'étranger est en baisse. Alors qu'en 2016, elle était supérieure à 50 pour cent, elle s'élevait encore à 40 pour cent en 2023. Malheureusement, de nombreux médecins formés en Suisse quittent le système de santé. Des mesures dépassant le cadre de la formation sont donc également nécessaires pour que les médecins restent plus longtemps dans la profession. Il faudrait notamment parvenir à une plus grande diversité de professionnels en fonction des besoins, peut-être allonger la durée d'exercice de la profession de médecin, améliorer les conditions de travail dans la fourniture des soins de base et poursuivre le renforcement des formes de collaboration telles que la délégation de tâches ou l'interprofessionnalité. La Confédération participe en outre aux discussions sur la qualité et les formes innovantes de formation postgrade dans le cadre de groupes de travail spécifiques réunissant toutes les parties prenantes du domaine de la santé.
Pour revenir au programme, les mesures initiées par ce programme de 100 millions de francs ont déjà fait leurs preuves. Le nombre de diplômes en médecine humaine était de 1164 en 2022. Il s'élevait à 1231 en 2023. Il passera à plus de 1300 en 2025. Le fait est que les études de médecine sont liées au nombre de places de formation clinique disponibles, raison pour laquelle tous les candidats aux études ne peuvent pas être admis. En 2023 et 2024, on comptait environ 6000 inscriptions aux études de médecine pour environ 2200 places d'études. Alors, pourquoi les cantons n'augmentent-ils pas tout simplement le nombre de places d'études en fonction de la demande? Premièrement, parce que la médecine fait partie des domaines dits particulièrement onéreux. En effet, la formation coûte en moyenne plus de 100 000 francs par année par étudiant. Au bout de ces six ans d'études, un diplômé en médecine aura donc coûté plus de 600 000 francs à l'Etat. Deuxièmement, les différents cantons déterminent les capacités d'accueil en fonction de leur situation particulière en matière de soins.
Les places d'études, vu cet écart entre le nombre d'inscriptions aux études de médecine et le nombre de places disponibles, sont attribuées de deux manières: soit par un test d'aptitude - ce fameux AMS - et un numerus clausus avant l'admission à la première année d'études; soit par une sélection après la première année d'études. Ces deux types d'accès se basent sur des critères de compétence et de qualité.
Dans cette optique et compte tenu du fait que les efforts conjoints des cantons et de la Confédération pour augmenter les capacités d'accueil sont déjà nombreux et que la Confédération n'est pas habilitée à imposer la suppression du numerus clausus ni à obliger les établissements de formation postgrade à fixer un nombre donné de places d'études, le Conseil fédéral vous propose de rejeter la motion. C'est à vous de décider.
Vote
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 32 Stimmen
Dagegen ... 9 Stimmen
(1 Enthaltung)