Source: baden.ch

621.100

Limmatraum, Masterplan

Zuständig:

Entwicklungsplanung

Stand: 30. November 2011

SKK Landschaftsarchitekten AG - Postfach - Lindenplatz 5 - CH-5430 Wettingen 1 - Tel. 056 437 30 20 - Fax 056 426 02 17 - [email protected] www.skk.ch

Stadt Baden / Gemeinde Ennetbaden

Masterplan Limmatraum

November 2011

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„In respektvoller Ferne erheben sich im Süden die ewigbeschneiten Gipfel der Alpen, von welchen die schöne, blaue Limmat herabrinnt. Nachdem sie sich im Zürichsee gebadet, kommt sie eiligen Laufes dem Städtchen zu; schnell wie sie gekommen, ist sie vorüber, um sich mit der grünlichen Aare und dem Vater Rheine zu vereinigen. “

Bartholomäus Fricker, 1874

Titelfoto: SKK Landschaftsarchitekten AG, Wettingen

Zusammenfassung

Der Limmatraum ist ein wichtiges, in unmittelbarer Nähe der Ortszentren gelegenes Naherholungsgebiet und verbindet in einer subtilen Art Baden mit Ennetbaden. Er verdient durch seine hohen räumlichen Qualitäten grosse Beachtung als Teil des städtischen Freiraumsystems und leitet in die angrenzenden Erholungsräume. Mit der aktuellen Ortsentwicklung und der damit verbundenen städtebaulichen Verdichtung und Schwerpunktsetzung, gewinnt dieser Raum weiter an Bedeutung. Die Limmat ist der Hauptakteur und bestimmt durch ihre Dynamik die Atmosphäre. In der Gesamtbetrachtung zeigt sich ein sich fortlaufend verändernder Flussraum, der die enge Badener Klus in einer spektakulären Dramatik durchstösst, um im weiteren Verlauf wieder in die Landschaft zu verschwinden.

Trotz einer Fülle von Grundlagen fehlte bislang eine zusammenhängende Betrachtungsweise. Der Masterplan Limmatraum basiert auf einem Leitbild mit den beiden Leitmotiven Topografie und der darauf begründeten Siedlungsentwicklung. Der Flussraum lässt sich in zehn charakteristisch unterschiedliche Raumabschnitte unterteilen. Erkennbar sind klar abgrenzbare, geschlossene Räume, mit durchgängigen Raumgrenzen, insbesondre in den landschaftlichen Zonen mit Geländeeinschnitten und bewaldeten Uferböschungen. Durch die Entwicklung des Uferwales in Höhe und Dichte verschliessen sich diese Räume mehr und mehr ihrer Umgebung. Die hier nur teilweise oder gar nicht vorhandene Erschliessung erschwert oder verunmöglicht es, diese Räume zu erfahren. Verschachtelte Raumabstufungen finden sich überwiegend in den inneren städtischen Abschnitten zwischen Holzbrücke und Oederlin-Areal. Hier finden sich unterschiedliche Raumgrenzen in Art und Dichte, wie die Altstadtkante Baden direkt am Wasser, die zurückversetzte Limmatpromenade oder der rechtsufrige Felssporn mit dem Landvogteischloss.

Die Umschreibung der atmosphärischen Wirkung dieser Räume führt zu einer Charakterisierung der Teilabschnitte. Dementsprechend werden sie grundsätzlich als Räume mit Naturvorrang, mit Erholungspriorität, Wasserkraft und städtische Prägung unterteilt. Das so entwickelte Ortsverständnis bildet die Grundlage zur Formulierung von Potentialen und Entwicklungszielen für die Teilabschnitte. Folgende Themenfelder sind dabei massgebend: x Atmosphäre und gestalterische Qualitäten x Sichtbeziehungen (Ein- und Aussichten) x Übergänge in die folgenden Teilabschnitte x Wegnetz und Zugänglichkeiten x Nutzungsarten x Ökologischer Wert x Auswirkungen Hochwasserschutz

Die den Bericht illustrierenden historischen Fotos sollen im Vergleich zum heutigen Zustand zur Verdeutlichung der topografischen, räumlichen und städtebaulichen Qualitäten beitragen.

Im Masterplan sind folgende Teilabschnitte umschrieben: x Landschaftspark Naturvorrang, Webermühle - Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden x Landschaftspark Erholung, Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden - Von Rechenberg-Steg x Wasserkraft Aue, Von Rechenberg-Steg - Holzbrücke x Stadtraum, Altstadt Baden x Stadtraum, Promenade Baden - Uferweg Ennetbaden x Bäderquartier x Landschaftspark Erholung, Baden Nord - Rieden x Wasserkraft Kappelerhof, Siggenthalerbrücke - Kraftwerk x Landschaftspark Erholung, Talacker - Brisgi x Landschaftspark Naturvorrang, Haldenreben - Turgi

Der vorliegende Masterplan ist als strategisches Instrument zur Entwicklung des Limmatraums gedacht. Er zeigt in einer einfachen, verständlichen Art abschnittsbezogen auf, welche Ebenen bei künftigen Entwicklungen zu beachten sind. Der Masterplan soll Begründungen liefern und in periodischen Abständen fortgeschrieben respektive aktualisiert werden. Mit dem Masterplan Limmatraum soll auch Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden, um diesen wertvollen Raum wieder vermehrt in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Mit den Ideen zur Umsetzung sind mögliche Massnahmen formuliert, die nicht konfliktfrei sind und in einem nächsten Planungsschritt gewichtet sowie priorisiert werden müssen.

Der Masterplan soll in einem ersten Schritt von der Stadt Baden und der Gemeinde Ennetbaden festgesetzt werden. Zur Verankerung des Planungsinstruments sollen in der Folge die weiteren betroffenen Gemeinden wie Wettingen und Neuenhof, Obersiggenthal sowie Turgi in den Prozess einbezogen werden. Mit dem Masterplan Limmatraum soll auch Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden, um diesen wertvollen Raum vermehrt in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

Der Limmatraum ist für die Stadt Baden und die Gemeinde Ennetbaden ein wichtiges, zentral gelegenes Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe der Ortszentren. Er verbindet in einer subtilen Art den Siedlungs- mit dem Landschaftsraum. Mit der aktuellen Ortsentwicklung und der damit verbundenen städtebaulichen Verdichtung und Schwerpunktsetzung, gewinnt dieser Raum weiter an Bedeutung.

Die Vielzahl von Veränderungsprozessen unterstreicht die Notwendigkeit einer übergeordneten Betrachtungsweise. Eine breite Palette von Planungsgrundlagen zur Entwicklung des Limmatraums liegt vor. Das 2007 erstellte Konzept zur Aufwertung des Limmatraums bietet eine sehr gute Grundlage zur Weiterbearbeitung. Die Leitideen aus dem Konzept 2007 haben nach wie vor Gültigkeit und fliessen in den Masterplan Limmatraum ein. Ergänzend dazu erfolgt im Masterplan eine räumliche Gesamtschau, auf Basis derer Entwicklungsziele aufeinander abgestimmt werden können. Bei Veränderungen im Flussraum stellen sich im Allgemeinen immer wieder dieselben Fragen:

x Entsteht ein Mehrwert für die Allgemeinheit? x Sind die Massnahmen ortsbild- und landschaftsverträglich? x Werden Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschützt und gefördert? x Ist der Hochwasserschutz gewährleistet? x Welche Akteure sind einzubeziehen? x Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu berücksichtigen?

Diese Aufstellung von Themen zeigt schon auf, dass die Bewältigung von bewusst herbeigeführten Massnahmen aber auch von Hochwasserereignissen entstandene Veränderungen eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist. So sind beispielsweise ökologische Aufwertungsmassnahmen im Gewässerraum immer auch verbunden mit den Themen der Hochwassersicherheit, des gestalterischen Ausdrucks sowie der Erholungsnutzung.

1.2 Bearbeitungsperimeter

Der Bearbeitungsperimeter umfasst den Limmatraum zwischen Webermühle Neuenhof und Turgi. Der Limmatraum wird definiert von den topografischen, baulichen und vegetativen Raumkanten, die unmittelbar angrenzen.

Abb. 1.1 Bearbeitungsperimeter Masterplan Limmatraum

1.3 Betrachtungsperimeter

Im Betrachtungsperimeter werden übergeordnete Raumbezüge, wie zum Beispiel die landschaftliche Kulisse des Schlosshügels und des Lägernkopfes einbezogen. Funktionale Bezüge wie die Verknüpfung der Fusswege mit dem Netzplan werden ebenfalls in die Betrachtung aufgenommen.

Abb. 1.2 Betrachtungsperimeter (reproduziert mit Bewilligung von swisstopo BA120026)

1.4 Planerische Grundlagen

Für den Limmatraum steht eine Vielzahl von planerischen Grundlagen zur Verfügung. Eine detaillierte Auswertung in Bezug auf die Relevanz für die Erarbeitung des Masterplans Limmatraum findet sich im Kapitel 7.

Insbesondere das Konzept zur Aufwertung des Limmatraums 2007, die Konzeptstudie Limmatraum Baden – Obersiggenthal 2003, der Entwicklungsrichtplan Bäderquartier Baden – Ennetbaden 2010 und der Richtplan Natur und Landschaft 2004 sind ergiebige Grundlagen.

1.5 Methodisches Vorgehen

Der Masterplan ist aus einer räumlich atmosphärischen Herangehensweise entwickelt. Mit der vollständigen Begehung des Limmatraumes wurde die Situation erfasst. Es zeigte sich sehr schnell, dass der Flussraum in Teilräume strukturiert werden kann. Innerhalb dieser Teilräume sind wiederum unterschiedliche Abschnitte erkennbar. Die Teilräume wurden dann in einem weiteren Schritt textlich und fotografisch qualifiziert. Dabei waren insbesondere folgende Themenfelder massgebend:

x Atmosphäre – Gestalterische Qualitäten x Sichtbeziehungen (Aus- und Einsichten) x Übergänge in die folgenden Teilräume x Wegnetz und Zugänglichkeiten x Nutzungsarten x Ökologischer Wert x Auswirkungen Hochwasserschutz

Die historischen Fotos aus den Archiven illustrieren den Bericht und sollen zur Verdeutlichung von räumlichen wie städtebaulichen Qualitäten beitragen.

Wichtige Rückmeldungen aus dem Projektteam und der Begleitkommission (siehe Impressum) sowie den verschiedenen Kommissionen der Stadt Baden und der Gemeinde Ennetbaden ergänzten die Grundlagenerhebung.

Die inhaltliche Umsetzung erfolgt in beschreibender Form des Gesamtraumes und der einzelnen Abschnitte.

1.6 Verbindlichkeit und Handhabung des Masterplanes Limmatraum

Der Masterplan ist ein übergeordnetes Steuerungsinstrument zur räumlichen, gestalterischen und ökologischen Entwicklung des Limmatraums. Ergänzend dazu finden sich zu den einzelnen Abschnitten Ideen zur Umsetzung. Im Masterplan sind einerseits eigene Schwerpunkte umschrieben und laufende Projekte sowie deren Einfluss auf den Limmatraum berücksichtigt. Das Leitbild und die Leitlinien werden vom Stadtrat Baden und dem Gemeinderat Ennetbaden erlassen und sind damit behördenverbindlich. Sie gelten als ein übergeordnetes gemeinsames Bekenntnis zur Entwicklung des Limmatraumes. Der Masterplan ist kein Massnahmenkatalog zur Umsetzung. Die ergänzende Ideenliste ist weder priorisiert noch konfliktfrei und dient in erster Linie als Ideenpool. Eine Präzisierung der Massnahmen hat auf strategischer Ebene unter den Gemeinde- und Stadtbehörden koordiniert zu erfolgen.

Einerseits soll der Masterplan für die verwaltungsinternen Prozesse Verwendung finden, andererseits ist er auch als Grundlage zur Kommunikation mit den Nachbargemeinden, der Region, dem Kanton, den Grundeigentümern, Interessensgruppen und der Öffentlichkeit gedacht.

Bei Planungsvorhaben, die im weitesten Sinne den Limmatraum tangieren, soll der Masterplan beigezogen werden und Argumentationsgrundlagen liefern. Insbesondere soll er auch fortlaufend zur Beurteilung von Bauprojekten im Limmatraum dienen. Eine periodische Aktualisierung des Masterplanes ist notwendig, ansonsten besteht die Gefahr, dass dieses Instrument nicht mehr eingesetzt wird.

Der Masterplan Limmatraum stützt die Absichtserklärungen des kantonsübergreifenden Freiraumkonzepts "Agglomerationspark Limmattal" (siehe Kap. 7.1.1) auf kantonaler und kommunaler Ebene.

1.7 Weiteres Vorgehen

Die Koordination und Anwendung des Masterplanes erfolgt über die Abteilung Entwicklungsplanung der Stadt Baden und die Bauverwaltung der Gemeinde Ennetbaden. Die Begleitkommission zur Entwicklung des Limmatraumes (siehe Impressum) sollte in periodischen Abständen über einen interkommunalen Austausch den Entwicklungsprozess weiter begleiten.

Der Masterplan wird auf Projektstufe in den Planungs- und Projektierungsprozess als Grundlage einbezogen. Die vorgeschlagenen Massnahmen sollen gewichtet und weiter bearbeitet werden. Dies bedingt die verwaltungsinterne Implementierung des Masterplanes auf Projektleiterebene. Empfehlenswert sind hierbei regelmässige Projektabstimmungen im Rahmen von

abteilungsübergreifenden Koordinationssitzungen. Es ist wichtig, dass auch ein Rückfluss von Erkenntnissen und Informationen in Form von Erfolgskontrollen zwischen der Projektebene und der strategischen Ebene stattfindet. Während der Erarbeitung des Masterplanes konnten bereits laufende Planungs- und Projektierungsprozesse begleitet werden:

x Bäderquartier Baden x Sanierung Promenade Ennetbaden x Ökologische Aufwertung Gewässerraum zwischen Holzbrücke und Mercier-Steg x Projekt Ufermauersanierungen zwischen Holzbrücke und Mättelipark auf Badener Seite x Grobkonzept Ufermauersanierungen zwischen Holzbrücke und Schiefer Brücke auf Ennetbadener Seite x Entwicklungskonzept Attraktivitätssteigerung Kulturweg Ennetbaden x Projekt Geländersanierung Abschnitt Altstadt Baden

Die Erarbeitung des Masterplanes Limmatraum hat bei den kommunalen Behörden zu einer übergeordneten Sichtweise geführt.

Die Nachbargemeinden Wettingen und Neuenhof sowie Obersiggenthal und Turgi sind über den Masterplan zu informieren und bei Vorhaben gegebenenfalls rechtzeitig in den Prozess einzubeziehen.

2 Laufende Planungen und Projektierungen

Aktuelle Entwicklungen richten das Augenmerk auf den Limmatraum:

x Entwicklungskonzept "Agglomerationspark Limmattal" x Städtebauliche Entwicklungsgebiete Bäderquartier Baden Badener Brückenkopf Schiefe Brücke Promenade Ennetbaden mit Postplatz Goldwand-Gebiet Ennetbaden Oederlin-Areal Ennetbaden und Obersiggenthal Testplanung Zentrum Ennetbaden Verdichtung Wohnzonen Talacker und Merhalden Obersiggenthal Brisgi-Areal Baden-Kappelerhof x Neue Brückenschläge Geplanter Mätteli-Steg zwischen Mättelipark und Oederlin-Areal Machbarkeitsstudie Limmat-Stege in Varianten zwischen Brisgi-Areal/Kappelerhof und Obersiggenthal x Konzessionserneuerung des Kraftwerks Aue und die damit verbundenen baulichen Veränderungen und gewässerökologischen Ausgleichsmassnahmen x Vorprojekt Ökologische Aufwertung im Gewässerraum zwischen Holzbrücke und Mercier- Steg Baden und Ennetbaden x Projekt Ufermauersanierungen Baden x Projekt Ufermauersanierungen Ennetbaden x Projekt Sitzstufenanlage Tränenbrünneli Baden x Projekt Geländersanierungen Abschnitt Altstadt Baden x Projekt Ausbau Fussgänger- und Veloverbindung Wettingen-Baden (inkl. Verbindung über Eisenbahnbrücke) x Entwicklungskonzept Attraktivitätssteigerung Kulturweg

3 Leitmotive

Abb. 3.1 Leitmotive Topographie und Siedlungsentwicklung, Michaeliskarte 1837 – 1843, Landeskartenarchiv SKK

Die Limmat ist massgeblich verantwortlich für die geomorphologische Situation von Baden und Ennetbaden. Sie durchsticht im Raum der Altstadt die am weitesten nach Osten auslaufende Jurafalte der Lägern und bildet hier eine typische und ausgeprägte Klus. Diese verlässt die Limmat, nachdem sie unter dem Geissberg im Raum Bäderquartier/Dorfkern Ennetbaden ein markantes Knie bildet, um beim Martinsberg die nördliche Nebenfalte der Lägern zu durchbrechen. Diese spaltet sich beim Müsserenplateau ab und ermöglicht erst die Ausbildung der Klus mit ihrer markanten Ausweitung, die schliesslich den Raum für industrielle und städtebauliche Entwicklungen in der Neuzeit ermöglicht hat.

Mit ihrem tiefen Einschnitt und dem Knie prägt die Klus beim Bäderquartier das Stadt- und Landschaftsbild. Das ruhige Dahingleiten nach der Webermühle in Neuenhof wird abrupt durch die Staustufe am Von Rechenberg-Steg unterbrochen. Im Anschluss teilen die Anlagen des Kraftwerks Aue den Gewässerlauf. Im städtischen Abschnitt zwischen Holzbrücke und Bäderquartier hat die Limmat noch etwas von einem wilden Flusslauf mit hohen Fliessgeschwindigkeiten und einem markanten Rauschen. Danach wird es wieder durch den Rückstau des Kraftwerks Kappelerhof mit dem Kappisee ruhiger und gemächlicher. Aus den Wasserturbinen entkommen, fliesst die Limmat dann wieder etwas schneller und bis Turgi.

Die Siedlungsentwicklung von Baden und dem Bäderquartier beim Limmatknie ist begründet durch die geomorphologischen Gegebenheiten. An der Nahtstelle zwischen Jura und dem Mittelland kam dem Ort eine strategisch wichtige Bedeutung zu. Das Vorkommen von Thermalquellen haben schon die Römer genutzt. In der Folge entstand das Bäderquartier von Baden und Ennetbaden.

Die Überlegungen zur Entwicklung des Leitbildes für den Limmatraum basieren auf dem Grundgedanken der Leitmotive Topographie und Siedlungsentwicklung.

4 Leitbild zur Entwicklung des Limmatraums

Bedeutung Der Limmatraum ist ein Erholungsraum für Menschen und ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen naturnahen und städtischen Abschnitten.

Der Altstadtabschnitt mit der Holzbrücke, die Badener Limmatpromenade sowie das Bäderquartier sind Kernelemente des städtisch geprägten Flussraumes.

Die landschaftlichen Abschnitte zeichnen sich durch eine dichte Uferbestockung und steile Böschungslagen aus. Sie sind differenziert in Gebiete mit den Schwerpunkten Naturvorrang und Erholung.

Raum Das Naturerlebnis Limmatraum hat hohe Priorität. Der Gewässerraum, die Promenaden- und Uferwege, die bewaldeten Hangkanten und offenen Bereiche sollen den Raum abwechslungsreich erfahrbar machen und unterschiedliche sinnliche Erfahrungen ermöglichen.

Die Vielfalt der Raumfolgen und die damit verbundene Strukturierung der Abschnitte sind weiterhin ablesbar und an den Rändern zu präzisieren und weiterzuentwickeln.

Ein- und Aussichten in den Limmatraum fördern die Lesbarkeit der Topografie der Landschaft sowie den emotionalen Einbezug des Flussraumes in das Erleben der Stadt.

Nutzung Für Freizeit- und Erholungsaktivitäten ist der Limmatraum vielfältig nutzbar. Die Intensität der Erholungsnutzung und die damit verbundene Infrastruktur sind auf die Teilräume abzustimmen. So ist in den Landschaftsräumen mit Naturvorrang nur eine wenig intensive Nutzung vertretbar. In den Abschnitten Stadtraum, Bäderquartier und Wasserkraft steht hingegen die Erholungsnutzung im Vordergrund. Landschaftsverträgliche, temporäre, örtlich beschränkte Nutzungen und Installationen sind möglich. Zusätzliche, publikumsintensive Nutzungen sind aufgrund des dann notwendigen weiteren Ausbaus der Infrastruktur zu vermeiden.

Wasserkraftnutzung ist ein wichtiger Bestandteil der kulturgeschichtlichen Entwicklung. Bauliche Zeugen fördern das Verständnis der industriellen Entwicklung und prägen noch heute die Teilräume Wasserkraft.

Erschliessung Der Limmatraum ist gut erschlossen. Im Abschnitt Bäderquartier entstehen mit dem Goldwand-Steg und dem Mätteli-Steg neue Fusswegverbindungen. Zusätzliche Fusspfadverbindungen in den landschaftlich geprägten Naturvorrangabschnitten ergänzen das Angebot.

Das Wegenetz ist beidufrig attraktiv gestaltet und verbindet den Landschafts- mit dem Stadtraum. Die Wegebreiten und Wegebeläge sind entsprechend ihrer Bedeutung hierarchisch zu strukturieren. Der Fussgänger hat auf allen Wegen im Limmatraum Vorrang.

Die grossen Brückenschläge der Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden, Hochbrücke, Holzbrücke, Schiefe Brücke und Siggenthalerbrücke sind wichtige strukturierende Elemente im Limmatraum.

Umsetzungsqualität Unter Berücksichtigung Ihrer Wirksamkeit sind Massnahmen im Limmatraum gestalterisch hochwertig auszuführen. Der Hochwasserschutz ist dabei zu gewährleisten. Ökologische Aufwertungen sind mit den Kriterien der Gestaltung, der Erholungsnutzung und des Hochwasserschutzes in den verschiedenen Teilräumen aufeinander abzustimmen.

5 Gestaltungsprinzipien

5.1 Übergeordnete Prinzipien

Um eine einheitliche Handschrift im Limmatraum entwickeln zu können sind Gestaltungselemente zu identifizieren, die dieses Ziel unterstützen:

x Gestaltete Zugänge in den Limmatraum an der Schnittstelle zur Siedlung im Sinne eines einheitlichen Erscheinungsbilds für den Limmatraum helfen in der Wahrnehmung des Zugangs in diesen Naherholungsraum x Wiederkehrende Elemente sind Teil des Gesamterscheinungsbild und bedürfen einer sorgfältigen und bewussten Gestaltung, Platzierung und einem werterhaltenden Unterhalt: Orientierungs- und Informationstafeln, Wegweiser Geländer und Handläufe Möblierungselemente wie Sitzbänke, Abfallkübel, Grillstellen

5.2 Abschnittsbezogene Prinzipien

x Fusspfade und Fusswege in einer einheitlichen Breite und mit wasserdurchlässigen Belägen im landschaftlichen Kontext sowie homogenen Hartbelägen im städtischen Kontext x Einheitliche Beleuchtung (z.B. Limmatpromenade) x Bepflanzung und Begrünung

5.3 Elemente

x Pfade, Wege und Strassen x Treppen x Ufermauern und Uferböschungen x Begrünung und Bepflanzung x Beleuchtung x Geländer, Zäune, Handläufe x Wasserkraftanlagen x Ökologische Aufwertungsmassnahmen im Gewässer- und Uferraum sowie in den Hanglagen

6 Raumentwicklung

6.1 Raumstrukturen

Das Erfassen des Limmatraums bedingt eine übergeordnete Betrachtung, um das Verständnis für die Raumbildung und die funktionalen Abhängigkeiten zu entwickeln. Das Erkennen der Vielfalt der Teilräume ist die Voraussetzung, um den Limmatraum als Ganzes zu erfassen.

Abb. 6.1 Schema übergeordnete Raumstruktur Limmatraum

Der Limmatraum setzt sich übergeordnet aus einer Abfolge eigenständiger räumlicher Situationen zusammen. Bei genauerem Hinsehen sind Raumabstufungen mit ineinander verschachtelten Raumsituationen erkennbar. Die Erschliessung in Form des Wegenetzes ist die sogenannte Raum-Leseanleitung.

Abb. 6.2 Schema Raumabstufungen Limmatraum (Teilräume)

Erkennbar sind klar abgrenzbare, geschlossene Räume, mit durchgängigen Raumgrenzen, insbesondere in den landschaftlichen Abschnitten mit Geländeeinschnitten und bewaldeten Uferböschungen. Durch die Entwicklung des Uferwaldes in Höhe und Dichte verschliessen sich diese Räume mehr und mehr ihrer Umgebung. Die hier nur teilweise oder gar nicht vorhandene Erschliessung erschwert oder verunmöglicht es, diese Räume zu erfahren.

Verschachtelte Raumabstufungen finden sich hauptsächlich im inneren städtischen Abschnitt zwischen Holzbrücke und Oederlin-Areal. Hier sind gleichzeitig mehrere Raumgrenzen in Art und Dichte wie die Altstadtkante Baden, die Limmatpromenade oder der Felssporn mit dem Landvogteischloss erkennbar. Im Masterplan wird der Limmatraum in Raumstrukturen und Raumabstufungen strukturiert. Die Umschreibung der atmosphärischen Wirkung dieser Räume führt zu einer Charakterisierung der Teilabschnitte. Das so entwickelte Ortsverständnis bildet die Grundlage zur Formulierung von Potentialen und Entwicklungszielen für die Teilabschnitte.

6.2 Raumgrenzen und Raumübergänge

Abb. 6.3 Schema Raumgrenzen und Raumübergänge

6.3 Dramaturgie des Limmatraumes

Im Limmatraum mit seinen Teilräumen ist eine Dramaturgie im Erlebniswert zu erkennen. Der Spannungsbogen verläuft aus der Landschaft in die Stadt und wieder hinaus in die Landschaft.

Sind die Teilräume im langsam dahin gleitenden Oberlauf der Limmat zwischen Webermühle und Kraftwerk Aue dicht bewaldet und kaum zugänglich, steigert sich das Tempo der Fliessgeschwindigkeit im weiteren Verlauf. Der Energie teilweise entzogen, drängt sich die Limmat an der Engstelle zwischen den Juraketten in die Klus von Baden. Das Fliesstempo und die Widerstände nehmen unvermittelt zu. Ein lautes Rauschen begleitet den Spaziergänger bis hinunter zu den Bädern. Im Korsett der Stadt zwängt sich die Limmat durch alle Engstellen hindurch. Ein plötzlicher Richtungswechsel beim Limmatknie führt zu grössten Dynamik in diesem Abschnitt des schon fast wilden Flusses. Der rückstauende Kappisee hat seine Fühler ausgestreckt und nimmt alle Energie mühelos auf. Eine Erholungslandschaft mit Leitbauwerken als Inseln getarnt öffnet sich dem Betrachter. Der harte Riegel des Kraftwerks Kappelerhof setzt dem See ein jähes Ende, bevor die Limmat im Dickicht des Uferwaldes in Richtung Turgi entschwindet.

6.4 Teilräume – Charakteristik, Leitlinien, Umsetzungsideen

6.4.1 Landschaftspark Naturvorrang, Webermühle – Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden

Verständnis des Ortes Die Limmat hat sich hier tief in das Gestein eingefressen. Die Uferpartien sind steil und kaum zugänglich. Fast senkrechte Felswände markieren den Prallhang auf der unzugänglichen Wettinger Seite. Der dichte Uferwald lässt den Blick in diesen nach Aussen abgewandten Abschnitt kaum zu. Die linksufrigen Wege und Pfade führen weit oben über der Wasseroberfläche durch das Dickicht der Bäume und Sträucher. Die Limmat lässt sich hier über weite Strecken nur erahnen. Eine zufällige Öffnung im Gebüsch gibt den Blick auf den langsam dahin fliessenden Fluss von Zeit zu Zeit frei. Der Zugang zum Wasser bleibt verwehrt.

Das Wegesystem ist Teil des Kulturweges Baden-Wettingen-Neuenhof. Die abwechslungsreich dem Relief angepasste Wegeführung, die schmale Wegebreite und der Kiesbelag sind das adäquate Mittel diesen Teilraum mit Naturvorrang zu erschliessen.

Plötzlich und unvermittelt taucht die Eisenbahnbrücke mit ihren gewaltigen Pfeilern aus dem Uferwald auf. Dieses Meisterwerk der Ingenieur- und Baukunst verdient grösserer Beachtung.

Abb. 6.4 Sicht auf Baden um die 19. Jahrhundertwende, Landwirtschaftliche Nutzungen der Vorländer, Archiv SKK

Leitlinien Der Teilraum zwischen Webermühle Neuenhof und der Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden ist auch zukünftig als Naturvorranggebiet mit einem beidseits dichten Uferwald zu pflegen und zu entwickeln. Die topografischen und geologischen Verhältnisse lassen eine wassernähere Erschliessung kaum zu. Anstrengungen in diese Richtung wären unverhältnismässig. Die Qualität dieses Raumes liegt gerade in dieser Unzugänglichkeit. Die Lebensräume für Tiere und Pflanzen können sich fast ungehindert entwickeln.

Die Attraktivität für die Erholungsnutzung liegt im abwechslungsreichen Pfad- und Wegesystem. Es ermöglicht, das Gelände mit den steilen Hanglagen direkt zu erfahren. Der Wegeverlauf lässt sich in Teilabschnitten weiter verbessern. Der Zugang zum Wasser soll auf die bestehende Stelle bei der Webermühle beschränkt bleiben. Sie liegt am Übergang zur Wohnüberbauung Webermühle und hat, in Bezug auf die Erschliessung und Ausstattung, grosses Aufwertungspotential.

Über weite Wegestrecken ist die Limmat nur atmosphärisch und visuelle über wenige, gezielt freigelegte Sichtachsen erlebbar. Das Brückenbauwerk der Eisenbahnlinie Baden – Wettingen ist ein aussergewöhnlicher und beeindruckender Merkpunkt im Flussraum.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Beläge, Geländer und Absturzsicherungen sowie Sitzbänke sind zurückhaltend, durchgängig und hochwertig dem naturnahen Abschnitt entsprechend zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung

Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Schaffen von wenigen punktuellen Sichtbeziehungen vom Fussweg zur Limmat B: Schaffung von Raumbezügen zwischen Wohnüberbauung Webermühle und Limmatraum durch starke Auslichtungsmassnahmen im Uferstreifen (Gemeindegebiet Neuenhof, ausserhalb Perimeter Masterplan) C: Partielles Freistellen der geologischen Felsformation auf Wettinger Seite mittels Auslichtungen D: Partielles Freistellen der Widerlager und Pfeiler der Eisenbahnbrücke durch Auslichtungsmassnahmen x Bauliche Massnahmen E: Attraktivitätssteigerung Kulturweg durch Sanierung von Teilabschnitten mit Veränderung des Wegeverlaufes im Bereich Gewerbeliegenschaften Neuenhoferstrasse F: Wegesanierungen angepasst auf naturnahen Teilabschnitt G: Aufwertung Uferplatz beim Übergang zur Wohnüberbauung Webermühle: Verbesserung der Anbindung an den Kulturweg und Ausstattungen z.B. mit Sitzgelegenheiten und Grillplatz H: Prüfung der gewässerseitigen Wegeverbindung zwischen Pistolenschiessstand Limmatau und Eisenbahnbrücke (Gemeindegebiet Wettingen, ausserhalb Perimeter Masterplan) x Allgemeine Massnahmen I: Laufende Überwachung und ggf. Sanierung der Oberflächenerosion und Hangrutsche (ausgelöst durch austretendes Hangwasser und verwittertes Gestein) in den steilen Hanglagen auf Badener Seite J: Prüfung einer möglichen Entwicklung Uferterrasse beim bestehenden Pistolenschiessstand Limmatau unterhalb Schwimmbadstrasse in Richtung Erholungsnutzung mit besserer Anbindung an das Fusswegsystem (Gemeindegebiet Wettingen, ausserhalb Perimeter Masterplan)

D

D A H

E H

E H

J

E C E G B

Abb. 6.5 Lage Umsetzungsideen Landschaftspark Naturvorrang, Webermühle – Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden

Abb. 6.6 Geschlossener Flussraum Abb. 6.7 Einblicke Dichte vielfältige Uferbestockung und Kiesinseln Nur wenige, zufällige Einblicke in den Flussraum

Abb. 6.8 Prallhang als Felskante Abb. 6.9 Zugang zum Wasser bei Webermühle Geologische Attraktion hinter Vegetationsschicht Wenige Aufenthaltsorte direkt am Ufer

Abb. 6.10 Fusspfade entlang Geländeverlauf Abb. 6.11 Widerlager Eisenbahnbrücke Hoher Erlebniswert dank Wegeführung Verstecktes monumentales Bauwerk

6.4.2 Landschaftspark Erholung, Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden – Von Rechenberg- Steg

Verständnis des Ortes Dieser Teilraum zeichnete sich früher durch seine Offenheit aus, die es ermöglichte, einen schönen Blick auf die Badener Altstadt und die dahinterliegenden Hügelzüge zu werfen. Das Potential zur Entwicklung dieser Fernblicke ist vorhanden. Über die letzten Jahrzehnte hat sich der Uferwald ausgebreitet und viele Blickbeziehungen sind einfach zugewachsen. Die Qualität dieses Abschnitts liegt in einer zu erahnenden Offenheit in die Ferne und in dem sich aufweitenden Profil des Gewässereinschnittes. Die Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden bildet hier einen imposanten Anfangs- bzw. Endpunkt dieses Teilraumes. Sie liegt rund 33 Meter über dem Mittleren Wasserstand der Limmat. Der linksufrige Weg schlängelt sich langsam von der Eisenbahnbrücke hinab bis zum Von Rechenberg-Steg. Die ehemalige Flussbadi als Relikt aus vergangenen Badezeiten prägt den unteren Stauraum zum Kraftwerk Aue.

Abb. 6.12 Aussichtspunkt um 1925 auf Baden mit Flussbadi und Kraftwerk Aue, heute zugewachsen, Archiv SKK

Leitlinien Dieser Abschnitt ist das Bindeglied zwischen Landschafts- und Stadtraum. Die räumliche Struktur bleibt durch den Uferwald eher geschlossen. Übergeordnete Sichtbezüge und Panoramablicke sind jedoch wichtig. Der Übergang zum Abschnitt Wasserkraft Aue soll auch weiterhin als Kontrast von eng zu weit, von geschlossen zu offen bestehen bleiben. An dieser Stelle beim Von Rechenberg-Steg öffnet sich in unmittelbarer Weise der Raum und gibt den Blick frei auf die Kraftwerksanlage, die Hochbrücke mit der dahinterliegenden Altstadt und den Hügelketten.

Der Erholungswert dieses Raumes definiert sich zu grossen Teilen über die Sichtbezüge in Richtung Baden und die dahinterliegende Landschaft. Die Inszenierung des Badener Panoramas insbesondere von der Eisenbahnbrücke her und beim ehemaligen Aussichtpunkt unter der Platanenreihe entlang des Fuss- und Velowegs ist ein Hauptthema dieses Abschnittes.

Der Fussweg über die Eisenbahnbrücke verbindet einen Rundweg von und nach Baden. Bei der Fusswegerschliessung insbesondere im Bereich zwischen der Alten Badi und dem Von

Rechenberg-Steg aber auch im Anschluss an den Ländliweg besteht Aufwertungspotential. Die direkte Wegeverbindung zwischen der Eisenbahnbrücke und dem Limmat Club-Areal ist zu prüfen.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Beläge, Geländer und Absturzsicherungen und Sitzbänke sind zurückhaltend, dem naturnahen Abschnitt entsprechenden durchgängig und hochwertig zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung

Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Schaffen von wenigen Sichtbeziehungen vom Fussweg zur Limmat B: Reduktion der allgemeinen Bestockungshöhe aus Sicht Eisenbahnbrücke durch Verjüngung des Uferwaldbestandes C: Partielles Freistellen der Widerlager und Pfeiler der Eisenbahnbrücke durch Auslichtungsmassnahmen D: Partielles Auslichten des Felssporns zwischen Alter Badi und Von Rechenberg-Steg zur besseren Wahrnehmung x Bauliche Massnahmen E: Attraktivitätssteigerung des Kulturwegs durch neue Wegeführung entlang der Gewässerlinie zwischen Alter Badi und Von Rechenberg-Steg um den Felssporn F: Wegesanierungen angepasst auf naturnahen Teilabschnitt (im gesamten Abschnitt, keine Markierung auf der nachfolgenden Karte) G: Aufwertung Uferplatz bei der Alten Badi, Ausstattung mit Sitzgelegenheiten und Grillplatz H: Aufwertungspotential Gebäude der Alten Badi, Prüfung öffentlicherer Nutzungsformen I: Gestalterische und funktionale Verbesserung der Wegeverbindung vom und zum Ländliweg und in das dahinterliegende Wohnquartier, Schaffung eines unverwechselbaren Zugangs in den Limmatraum J: Gestalterische Aufwertung Velo- und Fussweg über Eisenbahnbrücke unter Berücksichtigung der Aussichtslage hoch über der Limmat in Richtung Baden K: Wiederherstellen historischer Aussichtspunkt in der Nähe des Widerlagers der Eisenbahnbrücke auf Badener Seite

x Allgemeine Massnahmen L: Bei langfristigem zu erwartendem Ersatz der Platanenreihe entlang Fussweg Bahndamm ist eine Auseinandersetzung in Bezug auf die künftige Baumartenauswahl unter Berücksichtigung der kulturhistorischen und denkmalpflegerischen Aspekte zu führen. M: Prüfung der gewässerseitigen Wegeverbindung zwischen Areal Limmat Club und Eisenbahnbrücke N: Laufende Überwachung und ggf. Sanierung der Oberflächenerosion und Hangrutsche (ausgelöst durch austretendes Hangwasser und verwittertes Gestein) in den steilen Hanglagen auf Badener Seite

I

D E G

I H M

L A A

L M A

A K B L C M J C

Abb. 6.13 Lage Umsetzungsideen Landschaftspark Erholung, Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden – Von Rechenberg-Steg

Abb. 6.14 Fusswegverbindung Wettingen - Baden Abb. 6.15 Panoramablick auf Baden Eisenbahnbrücke Grosses gestalterisches Aufwertungspotential Dichte Waldpartien beeinträchtigen Weitblick

Abb. 6.16 Eisenbahnbrücke Abb. 6.17 Historischer Aussichtspunkt nach Baden Kulturhistorisches Monument mit eindrücklichen Dimen- Aufwertungspotential durch Schaffen von Sichtbezug sionen nach Baden und hochwertigere Ausstattung

Abb. 6.18 Unterbruch Uferweg bei Alter Badi Abb. 6.19 Sackgasse Uferweg in Richtung Wettingen Potential Attraktivitätssteigerung mit neuer Wegeführung Potential Neuschaffung Wegeverbindung

Abb. 6.20 Historischer Blick von der Ruine Stein, offener Limmatraum mit freistehender Eisenbahnbrücke, um 1900, (reproduziert mit Bewilligung aus INSA, Inventar der Neueren Schweizer Architektur, Band 1, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1984)

6.4.3 Wasserkraft Aue, Von Rechenberg-Steg – Holzbrücke

Verständnis des Ortes Im Anschluss an die naturnahen Abschnitte öffnet sich der Raum unmittelbar nach beiden Seiten. Der Blick ist frei auf die Kraftwerkanlage mit den Kanalbauten, der dicht bestockten Kraftwerksinsel, der Restwasserstrecke, dem Kraftwerksgebäude und der dahinterliegenden markanten Hochbrücke. Die Wasserkraftanlagen dominieren diesen Abschnitt. Teilweise dichte Bepflanzungen entlang des Von Rechenberg-Weges und auf der Kraftwerkinsel strukturieren den Raum. Die einseitig abgeböschte Kanalmauer wirkt als markantes künstliches Bauwerk über fast die gesamte Abschnittslänge. Die rechtsufrigen Sportanlagen und die Jugendherberge mit dem überdimensionierten vorgelagerten Parkplatz nehmen kaum Bezug auf die Lage an der Limmat. Der Von Rechenberg-Weg ist als Promenadenanlage bis zum Von Rechenberg-Steg ausgebildet. Oberhalb des Von Rechenberg-Weges liegt die vom Ländliweg her öffentlich zugängliche Parkanlage der Villa Boveri. Insbesondere der neobarocke Parkteil ist auf den Limmatraum ausgerichtet. Die Sichtachse zum Kraftwerkgebäude ist Teil der ursprünglichen Garteninszenierung.

Abb. 6.21 Maschinenhaus Kraftwerks Aue, Altstadtkulisse, Aussichtsterrasse Villa Boveri linker Hand, um 1910 (reproduziert mit Bewilligung aus INSA, Inventar der Neueren Schweizer Architektur, Band 1, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1984)

Leitlinien Die Wasserkraftanlagen und die Hochbrücke sind auch künftig die dominierenden Elemente des Abschnittes. Die Offenheit bis zur Hochbrücke mit der dahinterliegenden Altstadtkante bleibt erhalten. Renaturierungs- und Gestaltungsmassnahmen im Rahmen der Kraftwerkssanierung sind auf diese Zielvorgaben abzustimmen. Mit zurückhaltenden Umgestaltungs- und Pflegemassnahmen lässt sich die Attraktivität des Von Rechenberg-Weges wesentlich steigern. Ein grosser Handlungsbedarf besteht in der rechtsufrigen gestalterischen Aufwertung zwischen Von Rechenberg-Steg und dem Maschinenhaus des Kraftwerks.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Bepflanzung, Beläge, Beleuchtung, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Ufermauern sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Entlang des Von Rechenberg-Weges sind Auslichtungsmassnahmen der Uferbestockung erforderlich, um den Bezug zum Wasser wiederherzustellen. B: Der dichte Baumbestand entlang des Steilhanges zu den oberhalb liegenden Parkanlagen hat eine Auslichtung nötig, um die räumliche Verzahnung analog der Parkanlage Boveri wiederherzustellen. x Bauliche Massnahmen C: Eine umfassende, fussgängerfreundliche Neugestaltung der rechtsufrigen Wegverbindung vom Von Rechenberg-Steg über das Maschinenhaus des Kraftwerks bis zum Landvogteischloss ist zu prüfen. Hier besteht ein grosses Aufwertungspotential. D: Der teilweise eintönig lineare Verlauf des Von Rechenberg-Weges hat durch Aufweitungen mit angehängten Plattformen in den Limmatraum ein hohes Aufwertungspotential. E: Ökologische Aufwertungsmassnahem im Gewässerraum gemäss Sanierungsprojekt Kraftwerk Aue, Massnahmen wie Buhnenbauten, Vorschüttungen, Fischpass und Pflanzungen von Weichhölzern sind gestalterisch auf das stadtnahe Umfeld abzustimmen und sollen zwischen dem Landschafts- und Stadtraum vermitteln. F: Die Aufwertung der Sommergastronomie Triebguet zwischen Hochbrücke und Holzbrücke gemäss dem Kraftwerkprojekt ist eine wichtige Massnahme für die Belebung dieses Ortes. G: Die Umgebung des Landvogteischlosses mit der Aussichtskanzel und dem rückwärtigen Parkplatz verlangt nach einer dem historischen Ort entsprechend adäquaten Neugestaltung. x Allgemeine Massnahmen H: Eine weitere Aktivierung der Brückenbogenräume der Hochbrücke für attraktive öffentliche Nutzungen ist zu prüfen, insbesondere Anstelle der störenden Parkierungsanlagen.

G

F

H A E D C

A

D

A C B E D

E C

Abb. 6.22 Lage pflegerische und bauliche Umsetzungsideen Wasserkraft Aue, Von Rechenberg-Steg – Holzbrücke

Abb. 6.23 Offener Raum Abb. 6.24 Von Rechenberg-Weg linksufrig Geprägt durch Wasserkraftanlagen und naturnaher Besto- Potential einer räumlichen und gestalterischen Aufwertung ckung mit Bezug zum Gewässer

Abb. 6.25 Fusswegverbindung rechtsufrig Abb. 6.26 Parkanlage Villa Boveri Hohes gestalterisches Aufwertungspotential Relikt der ehemaligen Villengärten entlang der Limmat

Abb. 6.27 Gastronomie am Wasser Abb. 6.28 Aussichtspunkte Inwertsetzung des Limmatraumes mit neuen Angeboten für Gezielte Entwicklung von Blickbeziehungen die Erholungsnutzung

6.4.4 Stadtraum, Altstadt Baden

Verständnis des Ortes Nebst dem Bäderquartier ist dieser Abschnitt im Limmatraum eine Schlüsselstelle. Die badener Kernstadt grenzt nur an diesem Ort direkt an die Limmat. Die Stadt liegt bewusst an dieser Engstelle wo es möglich war, in einfacher Weise einen Brückenschlag zu bauen. In Verbindung mit der Holzbrücke und dem Landvogteischloss als historischer Brückenkopf, ist dieser Abschnitt ein herausragendes historisches Ensemble.

Die Gewässerverengung unter der Holzbrücke bewirkt, dass die Fliessgeschwindigkeit an dieser Stelle unmittelbar zunimmt. Dies unterstreicht auch akustisch den direkten Übergang in den städtischen Abschnitt. Der Altstadtsockel stand bis zum Bau des Abwasserkanals in den 1960er Jahren direkt am Wasser.

Abb. 6.29 Neugestaltung Limmatpromenade, 1968 (reproduziert mit Bewilligung von Historisches Museum Baden, Graphische Sammlung, Werner Nefflen, Sammlung)

Leitlinien Sämtliche Massnahmen innerhalb dieses Abschnittes sind auf die historische und städtebauliche Bedeutung dieses Ortes abzustimmen. Grundsätzlich ist auf eine zurückhaltende Gestaltungssprache und auf subtil vorgenommene Eingriffe zu achten. Bausünden aus der frühen Vergangenheit, wie der Abwasserkanal mit der vorgelagerten Betonufermauer sind im verhältnismässigen Aufwand der Situation anzupassen. Gestalterisch wirksame Elemente wie

Bepflanzung, Beläge, Beleuchtung, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Ufermauern sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Aufkommende Begrünung und Bestockung über regelmässige Pflegemassnahmen tief halten x Bauliche Massnahmen B: Langfristiger Rückbau Betonufermauer (bei Sanierungsbedarf) bis zum Abwasserkanal zwischen Holzbrücke und Limmatpromenade, Neubau Ufermauer mit Natursteinverblendung als Teil des Altstadtsockels C: Sanierung linksufriger Absturzsicherungen zwischen Holzbrücke und Limmatpromenade mit einheitlichem Geländertyp (zurückhaltender Ausdruck in Form und Farbe) D: Bei Sanierungsbedarf Belagsersatz des Fussweges (anstelle Beton-Verbundsteinbelag ein homogener, fugenlosen Hartbelag wie Farbasphalt o.ä.) zur gestalterischen Aufwertung prüfen E: Umsetzung gewässerökologischer Aufwertungsmassnahmen in Form von partiellen Vorschüttungen entlang Ufermauer, Höhenlage der Vorschüttungen überwiegend unterhalb des mittleren Wasserstandes

Abb. 6.30 Schlüsselstelle im Limmatraum Abb. 6.31 Altstadtsockel mit vorgelagertem Kanal Ensemble Landvogteischloss, Holzbrücke und Altstadt Städtebauliche Klärung durch Rückbau der Ufermauer

Abb. 6.32 Altstadtpromenade Abb. 6.33 Aufenthaltspunkte Promenade Gestalterischer Ausdruck der Betonarchitektur unpas- Grosses gestalterisches Aufwertungspotential send, Rückbau Ufermauer bis Kanalbauwerk

E

D

C

B

A

Abb. 6.34 Lage pflegerische und bauliche Umsetzungsideen Stadtraum, Altstadt Baden

6.4.5 Stadtraum, Promenade Baden – Uferweg Ennetbaden

Verständnis des Ortes – Badener Seite Die Limmatpromenade ist ein Element aus den grossen Zeiten der Bäderkultur von Mitte 19. und bis Anfang 20. Jahrhunderts. Mit dem Niedergang der Bäder fiel auch die Promenade in einen „Dornröschenschlaf“. Der momentan schlechte bauliche Zustand zeugt von dieser Entwicklung. Mit dem Bau des Limmat-Stegs und dem Promenadenlifts 2007 konnte ein neuer Merkpunkt gesetzt werden. Die bis dahin mangelhafte Verbindung von der Stadtebene in den Flussraum und hinüber nach Ennetbaden wurde mit einem Schlag aufgewertet. Mit diesem Initialobjekt und dem geplanten Bäderneubau tritt die Limmatpromenade wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit.

Leitlinien Badener Seite Das klassische Profil der Limmatpromenade mit der einseitig zum Wasser orientierten Baumreihe und der befestigten Schrägböschung zum Wasser ist Teil der Stadtgeschichte und durchgehend zu erhalten. Mit der Realisierung des Bauvorhabens der Neuen Bäder ist mit wesentlich höheren Fussgängerfrequenzen zu rechnen. Die Limmatpromenade soll deshalb eine attraktive Fusswegverbindung zwischen dem Bahnhof und dem Bäderquartier sein. Dies ist in Bezug auf die Ausstattung mit Sitzgelegenheiten, dem Zugang zum Wasser aber auch auf allfällige temporäre oder fixe gastronomische Angebote zu berücksichtigen.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Bepflanzung, Beläge, Beleuchtung, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Ufermauern sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Abb. 6.35 Limmatpromenade um 1900 mit dem Promenadenpark in der unbewaldeter Böschung, Archiv SKK

Ideen zur Umsetzung auf Badener Seite Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Die Waldfläche und die anschliessende Wiesenböschung als Trockenstandort sind inventarisiert und somit geschützt. Die Pflegemassnahmen sind auf diesen Schutzstatus abzustimmen. x Bauliche Massnahmen B: Umsetzung gewässerökologische Aufwertungsmassnahmen in Form von partiellen Vorschüttungen, Höhenlage der Vorschüttungen überwiegend unterhalb des mittleren Wasserstandes C: Sanierung Absturzsicherungen Limmatpromenade bis Schiefe Brücke mit einheitlichem Geländertyp analog Sanierung Altstadtabschnitt (zurückhaltender Ausdruck in Form und Farbe)

D: Schaffung eines Zugangs zum Wasser in Form einer Sitzstufenanlage gemäss bestehendem Vorprojekt im Bereich Tränenbrünneli E: Belagssanierung der Promenade im Zusammenhang mit Baumwurzelschutzmassnahmen (Schaffung von genügendem Wurzelraum, ggf. Reduktion der Hartbelagsbreite und Schaffung einer breiteren Zone mit wasserdurchlässigem Kiesbelag unter Berücksichtigung der Durchfahrtsbreite für LKW von mindestens 3 m) F: Sanierung diverser baufälliger Ufermauerabschnitte

Abb. 6.36 Uferkanzel bei Gebäude Zum Schiff, Freihof Abb. 6.37 Schrägböschung, Schiffsanlegestelle Partieller oder kompletter Rückbau denkbar Mitte 19. Jahrhundert (reproduziert mit Bewilligung Historisches Museum Baden, Graphische Sammlung)

x Allgemeine Massnahmen G: Regelmässige land- und wasserseitige Kontrollen und Dokumentation des baulichen Zustandes der Ufermauern, Uferböschungen, der Inseln Grendel und Limmatau, der Vorschüttungen Uferstreifen, Blockwürfe, Störsteine und Buhnen H: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans I: Prüfung einer Sanierung und Aufwertung der Limmatpromenade bis Bäderquartier (Studienverfahren) im Hinblick auf eine gesteigerte funktionale wie gestalterische Anforderungen nach Fertigstellung des Badneubaus J: Prüfung von temporären (z.B. Buvette System) oder permanenten gastronomischen Angeboten (Ausbau von Erdgeschossnutzungen) in den Gebäuden Freihof und Zum Schiff K: Einheitlichen, zurückhaltenden, Beleuchtungskonzepts weitgehend erfolgt: Prüfung einer analogen Weiterführung von Limmatpromenade bis Mätteli-Park L: Möblierung und Ausstattungen: Erarbeitung einer konzeptionellen Gesamtbetrachtung unter Berücksichtung der bestehenden Elemente ausgehend vom Sitzbanktyp Landi M: Prüfung des partiellen bzw. kompletten Rückbaus der Ufermauerauskragung beim Gebäude Zum Schiff zugunsten eines durchgehenden Promenadenprofils mit Schrägufer im

Zusammenhang mit einem verbesserten öffentlichen Nutzungsangebots auf der Erdgeschossebene N: Ein Langfristiger Ersatz der Platanen- und Rosskastanienreihe ist zu erwarten. Hierbei ist eine Auseinandersetzung in Bezug auf die künftige Baumartenauswahl und die Reduktion des Konkurrenzdruckes der oberhalb liegenden Waldpartie unter Berücksichtigung der kulturhistorischen und denkmalpflegerischen Aspekte zu führen.

Abb. 6.38 Klassische Promenadensituation Abb. 6.39 Offene Situation beim Tränenbrünneli Platanenreihe unter starkem Konkurrenzdruck der dahin- Räumlicher Bezug zur darüberliegenden Stadtkante, terliegenden Uferbewaldung Potential Zugang zum Wasser

Abb. 6.40 Dichter Uferwald Abb. 6.41 Limmatpromenade, Schiefe Brücke Auslichtungen zugunsten von stärkerer Besonnung und Schrägböschung um die 19./20. Jahrhundertwende er- Sichtbezügen zur Badener Stadtkante kennbar (reproduziert mit Bewilligung von Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv)

N C F B

C

D B N A

C N

A F

B

Abb. 6.42 Lage bauliche und pflegerische Umsetzungsideen Stadtraum, Promenade Baden

Verständnis des Ortes – Ennetbadener Seite Auf Ennetbadener Seite kann nicht von einer durchgehenden Uferpromenade gesprochen werden sondern von einem Uferweg, der sich mal direkt am Ufer, mal in der zweiten Bautiefe durchschlängelt. Die Qualitäten liegen hier bei den punktuell hochwertigen Orten am Wasser und der sonnigen Lage. Bei der Limmatau besteht ein Aufwertungspotential zur Abflachung der Uferzone. Mit Spontanvegetation bestockte Uferstreifen und ehemalige Leitbauwerke verwischen in Teilabschnitten die Uferlinie mit der dahinterliegenden Bebauung.

Die Leitbauwerke als Fragmente der ehemaligen Wasserkraftanlagen sind wichtige Zeitzeugen zum Verständnis für die frühere industrielle Tätigkeit. Sie sind deshalb als kulturhistorisch bedeutsame Elemente zu bewahren.

Die zurückhaltende gestalterische Umsetzung der Metallstegkonstruktion und Absturzsicherungen zwischen Historischem Museum und Streule-Areal ist gelungen und entspricht der Bedeutung des Fussweges an dieser Lage.

Es bestehen in Teilabschnitten Konflikte aufgrund der Lage des öffentlichen Fussweges nahe bei privaten Wohnnutzungen auf Erdgeschossebene.

Leitlinien Ennetbadener Seite Die punktuellen Orte am Wasser sind ortsspezifisch in Bezug auf die gestalterische Qualität, die Ausstattung und allgemein auf die Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Die Limmatau ist in dieser Betrachtung im Zusammenhang mit dem Brückenkopf des Limmat-Stegs einzubeziehen. Dem Konflikt zwischen Öffentlichkeit und privaten Wohnnutzungen kann mit einer partiellen Verschiebung des Uferwegs als Steganlage entlang der Ufermauer begegnet werden.

Die Fragmente der Wasserkraftanlagen sind Teil der Geschichte und als solche zu sichern und zu erhalten. Im Gegensatz zur Limmatpromenade sind punktuelle Gehölzinseln mit einer Krautflora als Trittsteinbiotope oberhalb des Mittleren Wasserstandes denkbar.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Bepflanzung, Beläge, Beleuchtung, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Ufermauern sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung auf Ennetbadener Seite Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Sicherung der ehemaligen Leitbauwerke durch teilweise Entfernung der Bestockung und Sanierung der Natursteinmauern unter Berücksichtigung des Erhalts der markanten Silberweiden auf Basis einer Zustandserfassung, Erstellen eines Informationskonzeptes zur Vermittlung der historischen Bedeutung B: Regelmässiger pflegerischer Rückschnitt der Uferbestockung C: Regelmässige land- und wasserseitige Kontrollen und Dokumentation des baulichen Zustandes der Ufermauern, Uferböschungen, der Inseln Grendel und Limmatau, der Vorschüttungen Uferstreifen, Blockwürfe, Störsteine und Buhnen x Bauliche Massnahmen D: Umsetzung gewässerökologische Aufwertungsmassnahmen in Form von partiellen Vorschüttungen, Höhenlage der Vorschüttungen überwiegend unterhalb des mittleren Wasserstandes x Allgemeine Massnahmen E: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans F: Ausarbeitung und Umsetzung eines einheitlichen zurückhaltendes, Beleuchtungskonzepts zwischen Historischem Museum und Schiefer Brücke G: Prüfung einer Uferabsenkung im Bereich Limmat Au im Zusammenhang der gewässerökologischen Aufwertung des städtischen Limmatabschnitts H: Prüfung einer gestalterischen und funktionale Aufwertung der Limmatau in Verbindung mit dem Brückenkopf des Limmat-Stegs und dem Anschluss an das Streule-Areal sowie an die Sonnenbergstrasse im Rahmen einer allfälligen langfristigen Sanierung bzw. Stilllegung der Grundwasserfassung und der damit verbundenen Entlassung der Fläche aus der Schutzzone I: Prüfung einer partiellen Verschiebung des Uferwegs als Steganlage angehängt an die Ufermauer vor den Wohnliegenschaften Limmatauweg 4 - 8 und 10 - 16 J: Förderung einer hochwertigen Fassadensanierungen im Zusammenhang mit Sanierungen der Liegenschaften entlang der Sonnenbergstrasse

J

B C A D B D A

I

H G

C

D

Abb. 6.43 Lage Umsetzungsideen Stadtraum, Uferweg Ennetbaden

Abb. 6.44 Erschliessung Fussgängersteg Abb. 6.45 Punktuelle Gebäudestellungen am Wasser Zurückhaltende, ansprechende Steggestaltung Relikte ehemaliger industrieller Nutzungen

Abb. 6.46 Uferweg entlang Wohnhäusern Abb. 6.47 Ehemalige Leitbauwerke Wasserkraft Konflikt zwischen Öffentlichkeit und privaten Erdge- Kulturhistorische Werte bewahren und gleichzeitig ökoschosswohnungen logische Werte fördern

Abb. 6.48 Fassadengestaltung am Wasser Abb. 6.49 Punktuelle Aufenthaltsbereiche Hochwertige Gestaltung bei Sanierungen und Neubauten Aufwertungspotential durch Pflegeeingriffe in die Uferfördern vegetation

6.4.6 Bäderquartier

Verständnis des Ortes Die topographischen Voraussetzungen sind beidseits der Limmat unterschiedlich. Die linksufrigen Grossen Bäder liegen auf einer grosszügigen Limmatterrasse, bevor das Gelände dann steil ansteigt. Rechtsufrig präsentiert sich die Situation mit einer schmalen, dem steil abfallenden Seitenhang vorgelagerten Uferzone gänzlich anders.

Das Vorkommen der Heilquellen begründet die Bäderentwicklung noch weit vor der Gründung der Stadt Baden. Von ihrer Grösse wurden die Ortsbezeichnungen Grosse Bäder und Kleine Bäder abgeleitet. Ausgehend von dem römischen Aquae Helveticae entwickelte sich das Bäderquartier seit jeher beidseits des ausgeprägten Flussknies mit unmittelbarem Anstoss an die Limmat. Die Entwicklung der Kleinen Bäder auf Ennetbadener Seite und der Grossen Bäder auf Badener Seite steht im engen politischen und baulichen Zusammenhang. Die politische Trennung von Ennetbaden erfolgte erst im Jahre 1819.

Die besonderen räumlichen Qualitäten des Ortsbildes des Bäderquartiers sind im INSA- Inventar wie folgt beschrieben: „… durch die städtähnliche Raumdisposition im Bäderquartier … grosse räumliche Qualitäten auch dank des dicht und verschachtelt angeordneten Bauvolumens in den Grossen Bädern, der topographisch bedingen Zeilenbebauung entlang der Flussufer in den Kleinen Bädern und der volumetrischen Spannung dieser beiden Teile über den Flusslauf hin.“

Abb. 6.50 Grosse und Kleine Bäder, Grand Hôtel am Limmatufer (heute Mättelipark) um 1925 (reproduziert mit Bewilligung von Schweizerischer Nationalbibliothek, Graphische Sammlung aus INSA, Inventar der Neueren Schweizer Architektur, Band 1, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1984)

Die bis in das 19. Jahrhundert befestigte grosse Bäderanlage weist heute immer noch eine sehr dichte Typologie mit dem Kurplatz als Zentrum auf. Beidseits der Limmat wird das Ufer bestimmt durch den senkrecht zum Wasser abfallenden Sockel, auf dem grossvolumige Bauten den Raum bilden. Das Bäderquartier schiebt sich hier aus dem Stadtgefüge direkt an die Limmat und formt diesen Raum.

Leitlinien Prägend für diesen Abschnitt sind übergeordnet die topographischen und damit verbunden die baulichen Strukturen, die zu einer räumlich klar gefassten Situation führen. Der unmittelbare Richtungswechsel der Limmat dramatisiert das Raumempfinden zusätzlich visuell und akustisch. Die beidseits durchgehende Sockelausbildung, auf der die Stadt direkt am Wasser steht, ist zu erhalten und prägnanter auszugestalten, um die stadtstrukturelle Verknüpfung des Bäderquartiers zu verdeutlichen und als Ganzes zu stärken. Gestalterisch wirksame Elemente wie die Bebauung, Bepflanzung, Wegführung, Ausstattungen usw. unterstützen die städtische

Ausprägung des Ortes. Sie sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Massnahmen, die dem ökologischen Ausgleich dienen, sind gestalterisch so auszuformulieren, dass sie keinen Kontrast sondern eine Einheit mit dem Ganzen darstellen und sich in das städtische Umfeld eingliedern.

Der Bäderabschnitt definiert sich ausgehend von der Schiefen Brücke mit einem unmittelbar sicht- und erlebbaren Abschnittswechsel zum Mättelipark und dem rechtsufrigen Oederlin- Areal. Hier sind die Übergänge in die weiteren Abschnitte unterschiedlich formuliert. Der Abschnittsübergang von den Grossen Bädern flussabwärts in den folgenden eher landschaftlich geprägten Teilraum ist fliessend. Der Mättelipark spielt dabei eine zentrale Rolle, liegt er doch an der Schnittstelle zwischen Stadt- und Landschaftsraum. Er soll zwischen diesen beiden Polen vermitteln.

Das Oederlin-Areal prägt den Raum rechtsufrig mit seinen gewässerindustriellen Anlagen von kulturhistorischer Bedeutung. Die Durchwegung des Areals ist eine notwendige Voraussetzung, um den Limmatraum für die Naherholung attraktiv zu erschliessen. Der geplante Mätteli- Steg und der Goldwand-Steg ermöglichen in Verbindung mit dem Mercier-Steg die Schliessung des Spazierrundweges zwischen den Bädern. Das Oederlin-Areal wird dadurch besser angebunden und gewinnt an Bedeutung für die Naherholung.

Ideen zur Umsetzung auf Badener Seite Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Verdeutlichung der Sockelausbildung zur Limmat, durch Freistellen des Bauwerks (Reduktion der heutigen wasserseitigen Vegetationsschicht), Koordination mit der laufenden Planung zum Bäderquartier erfolgt x Bauliche Massnahmen B: Gestalterisch zurückhaltende ökologische Ausgleichsmassnahmen in Gewässerraum in Form von Vorschüttungen im Bereich des Sockels der Grossen Bäder unter Berücksichtigung des städtebaulichen Ausdrucks und der Hochwassersicherheit. Die Vorschüttungen können punktuell über dem mittleren Wasserstand liegen. Aus gestalterischen Gesichtpunkten bezüglich des Freihaltens des Sockels ist auf eine Initialbepflanzung zu verzichten. Die aufkommenden Begrünung und Bestockung sollte durch eine regelmässige Pflege tief gehalten werden. Die bestehenden Weidenbäume innerhalb des Gewässerraums sind bei deren Abgang nicht mehr zu ersetzen.

C: Ausbildung einer breiten, grosszügigen und durchgängigen Promenade zwischen Mercier-Steg und geplantem Mätteli-Steg D: Sanierung und Aufwertung Uferweg als Verbindungselement zwischen Schiefer Brücke und Mercier-Steg auf Basis eines Gesamtprojektes Limmatpromenade (Gestalterische Aufwertung und Verbreiterung hinsichtlich der zu erwartenden Zunahme des Fussgängerverkehrs nach Eröffnung des neuen Thermalbads) E: Neubau Mätteli-Steg gemäss vorliegendem Konzept zwischen Mätteli-Park und Oederlin-Areal. Hochwertige Gestaltung des Steges und der Brückenköpfe als ortsspezifische Ankunftsorte in Verbindung mit den anschliessenden Wegen. Ein zurückhaltendes, filigranes Erscheinungsbild ist anzustreben. x Allgemeine Massnahmen F: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans G: Einheitliches, zurückhaltendes, Beleuchtungskonzept im Bereich Limmatpromenade weitgehend erfolgt: Prüfung einer analogen Weiterführung von Limmatpromenade bis Mätteli-Park auf Basis Beleuchtungskonzept 2007 H: Möblierung und Ausstattungen: Erarbeitung einer konzeptionellen Gesamtbetrachtung unter Berücksichtung der bestehenden Elemente

E A B C A C B

A D

Abb. 6.51 Lage Umsetzungsideen Bäderquartier Badener Seite

Abb. 6.52 Uferweg Schiefe Brücke – Mercier-Steg Abb. 6.53 Sockelausbildung Grosse Bäder Gestalterische Aufwertung als Verbindungsglied zwi- Klärung der städtebaulichen Kante schen Limmatpromenade und Bäderquartier notwendig

Abb. 6.54 Klare Kantenausbildung Promenade Abb. 6.55 Übergang Mättelipark Uferwald Neugestaltung im Rahmen Neubau Bad Fliessender räumlicher Übergang mittels Pflegeeingriffe schaffen

Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Umsetzung ökologische Aufwertungsmassnahmen des Rebbergs in Richtung eines arten- und strukturreichen Trockenbiotops als Teil der ökologischen Vernetzung x Bauliche Massnahmen B: Allgemeine gestalterische Aufwertung der Promenade gemäss überarbeitetem Wettbewerbsprojekt C: Umsetzung eines einheitlichen Möblierungs- und Beleuchtungskonzept gemäss überarbeitetem Wettbewerbsprojekt D: Verdeutlichung der Sockelausbildung durch Rückbau der Fahrbahnauskragung und der Verwendung eines einheitlichen, zurückhaltenden Promenadengeländers, Vormauerung des Betonsockels mit Natursteinen E: Schaffung Fusswegverbindung zwischen Promenade und Oederlin-Areal gemäss vorliegendem Konzept Goldwand-Steg. Zurückhaltende filigrane Gestaltung der Steganlage (Verwendung von dunklen, mit dem Hintergrund verbindende Farbgebungen) F: Neubau Mätteli-Steg gemäss vorliegendem Konzept zwischen Oederlin-Areal und Mätteli-Park. Hochwertige Gestaltung des Steges und der Brückenköpfe als ortsspezifische Ankunftsorte in Verbindung mit den anschliessenden Wegen. Ein zurückhaltendes, filigranes Erscheinungsbild ist anzustreben. x Allgemeine Massnahmen H: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans

Abb. 6.56 Durchgehende Sockelausbildung Abb. 6.57 Historische Fassade "Kleine Bäder" Hochwertige Schliessung der Baulücken mit Neubauten Gestalterische Klärung durch Rückbau Fahrbahnauskragung

A E F

B C D

Abb. 6.58 Lage Umsetzungsideen Bäderquartier Ennetbadener Seite

6.4.7 Landschaftspark Erholung, Baden Nord - Rieden

Verständnis des Ortes Dieser landschaftlich betonte Abschnitt ist geprägt durch die steile, dicht bewaldete linksufrige Hangkante zum Quartier Baden Nord. Die regional wichtige Fuss- und Veloverbindung führt in malerischem Verlauf entlang des Uferstreifens. Punktuell sind offene, lichte Stellen zu finden, von denen aus ein prächtiger Blick auf die Limmat möglich ist. Ausgehend vom Oederlin-Areal als erhaltener industrieller Zeitzeuge steigt das Gelände rechtsufrig sanft zu den privaten Gärten der darüberliegenden Wohnbebauung an. Diese Asymmetrie im Profil des Limmateinschnittes sowie der Bestockung hat einen grossen Reiz.

Die Siggenthalerbrücke schliesst diesen Teilraum abrupt ab. Das Bauwerk beeindruckt durch seine Höhe, den Gewässer überspannenden Rundbogen und die filigrane Struktur.

Leitlinien Der Uferwald ist als artenreich zu entwickeln. Lichte, offene Zonen mit visuellen Bezügen zum Gewässer sollen sich rhythmisch abwechseln mit dichter bestockten Bereichen, um den Erlebniswert für die Erholungsnutzung zu steigern.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Beläge, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Ufermauern sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Partielle Auslichtungsmassnahmen des linksufrigen Uferwaldes mit Schaffung von Sichtbeziehungen in den Gewässerraum B: Räumliche Verzahnung des Mätteliparks mit dem folgenden Uferwald mittels Auslichtungsmassnahmen x Bauliche Massnahmen C: Schaffung einer durchgängigen rechtsufrigen Pfad- und Wegeverbindung durch das Oederlin-Areal bis zum Alten Wehr Rieden in Form eines schmalen Fusspfades mit Sichtbezügen auf das Gewässer, Aufnahme in das kantonale Wanderwegnetz ist zu prüfen D: Aufwertung der Fusspfadverbindung zum Stadtquartier Baden Nord/Römerstrasse E: Generelle Aufwertung des Oederlin-Areals in Bezug auf öffentliche, dem Limmatraum zugewandte Nutzungen x Allgemeine Massnahmen F: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans G: Weiterführung des einheitlichen Möblierungskonzepts auf Basis der bestehenden Sitzbank Landi

C

C C E A D A D A B

Abb. 6.59 Lage Umsetzungsideen Landschaftsraum Erholung, Baden Nord - Rieden

Abb. 6.60 Ensemble Oederlin-Areal Abb. 6.61 Kraftwerkskanal Oederlin mit Leitbauwerk Wichtiger, intakter industrieller Zeitzeuge Entwicklungspotential zur linksufrigen Wegeverbindung

Abb. 6.62 Lichte Aufweitungen des Uferwaldes Abb. 6.63 Unverbauter rechter Uferabschnitt Potential zur Schaffung weiterer Aufenthaltszonen mit Fusspfadverbindung bis Siggenthalerbrücke möglich Blickbezug zum Wasser

Abb. 6.64 Rundbogen Siggenthalerbrücke Abb. 6.65 Brückenschlag Altes Wehr Ried Imposanter räumlicher Abschluss dieses Teilraumes Wichtige Wegverbindung in Richtung Baden Nord

6.4.8 Wasserkraft Kappelerhof, Siggenthalerbrücke – Kraftwerk

Verständnis des Ortes Der sogenannte Kappisee als künstliches Rückstaubecken des folgenden Kraftwerks Kappelerhof ist das Zentrum der Naherholungsnutzung im Flussabschnitt zwischen dem Bäderquartier und Turgi. Der Flussraum weitet sich beidseits auf. Die Besonnung gerade auch in den Wintermonaten ist hier um einiges besser als in den folgenden Teilräumen. Der ehemalige Rebberg Mehrhalde wurde in den letzten Jahren insbesondere mit Terrassensiedlungen zugebaut. Die verdichtete Bebauung prägt den Raum. Grossflächige Trockenwiesen mit Trockensteinmauern als Ausgleichsmassnahmen umgesetzt, finden sich zwischen der Siggenthalerbrücke und dem Gebiet Mehrhalde.

Im Zusammenhang mit der Sanierung des Kraftwerks wurde eine Reihe von ökologischen Aufwertungsmassnahmen realisiert. Für die Naherholung stehen seither attraktive Zugänge in Form von Plattformen, Steinschüttungen und einer neuen Brücke zur Kraftwerkinsel zur Verfügung. Der Abschnitt ist eine gelungene ortsbezogene Umsetzung von wasserbaulichen und ökologischen Zielsetzungen sowie der Aufwertung für die Erholungsnutzung.

Der linksufrige Wegabschnitt zwischen Siggenthalerbrücke und dem Kraftwerk ist räumlich kaum mit dem Gewässerraum verbunden. Es zeigt sich hier auch in Bezug zur eintönigen Wegeführung und der Möblierung, dass in diesem Wegeabschnitt in letzter Zeit keine Aufwertungsmassnahmen stattgefunden haben.

Leitlinien Die Offenheit dieses Teilraums und das vielfältige Nutzungsangebot sind beizubehalten und weiter zu entwickeln. Konflikten zwischen Erholungsnutzungen und Naturvorrangflächen sind mit deutlich erkennbaren Schwerpunktsetzungen zu begegnen. Mit gestalterischen Massnahmen können die Erholungszonen noch besser begrenzt werden.

Gestalterisch wirksame Elemente wie Beläge, Geländer und Absturzsicherungen, Sitzbänke und Uferbefestigungen sind zurückhaltend, möglichst einheitlich und hochwertig zu entwickeln.

Ideen zur Umsetzung x Pflegerische und bauliche Massnahmen A: Linksufrige Aufwertung des Fusswegs durch geschwungene Wegeführung, Unterbrechungen der Wegeachse durch bewusst platzierte Gehölzpflanzungen, partielle Auslichtungsmassnahmen des Ufergehölzes zur besseren räumlichen Verzahnung mit dem Gewässerraum x Allgemeine Massnahmen B: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans C: Weiterführung des einheitlichen Möblierungskonzepts auf Basis der bestehenden Sitzbank Landi

A A

Abb. 6.66 Lage Umsetzungsideen Wasserkraft Kappelerhof, Siggenthalerbrücke – Kraftwerk

Abb. 6.67 Offener, attraktiver Naherholungsraum Abb. 6.68 Bautätigkeit Mehrhalde Aufwertungsmassnahmen im Rahmen Kraftwerkssanie- Starke Bautätigkeit entlang Uferhang in Form von Terrasrung erfolgreich umgesetzt sensiedlungen

Abb. 6.69 Neu gestaltete Aufenthaltsbereiche am Wasser Einfache konstruktive Umsetzung und hochwertige Ausstattung

6.4.9 Landschaftspark Erholung, Talacker - Brisgi

Verständnis des Ortes Es ist deutlich erkennbar, bis wohin die Aufwertungsmassnahmen im Rahmen der Kraftwerkssanierung umgesetzt wurden. In der Folge nimmt die Uferbestockung beidseits stark zu und die Durchwegung ist häufig räumlich vom Gewässer getrennt. Das rechtsufrige Brisgi-Areal auf einer Geländeterrasse in der Limmatschlaufe gelegen ist räumlich nicht verbunden. Die Erschliessung zwischen Brisgi und dem Uferweg ist mangelhaft. Auf dem rechtsufrigen Sonnenhang Talacker sind ähnlich intensive, verdichtende Bautätigkeiten wie in der Mehrhalde zu beobachten. Dies erhöht den Druck auf eine Aufwertung der Uferabschnitte für die Erholungsnutzung. Anschliessend finden sich wenige noch unbestockte Steilhänge, die teilweise mit Reben bewirtschaftet werden. Dies sind die letzten Zeugen einer ehemals vollflächigen rechtsufrigen rebbaulichen Nutzung zwischen Siggenthalerbrücke und Turgi.

Leitlinien Es bedarf in diesem Teilraum vor allem an einem konstanten pflegerischen Eingriff in die Ufervegetation. Die Reblagen zeugen von dem Potential der Entwicklung von Trockenstandorten. Partielle Auslichtungen mit der Zielsetzung der Entwicklung von Trockenbiotopen als Teil der Längsvernetzung im Limmatraum sind denkbar.

Ein grosses Aufwertungspotential liegt grundsätzlich in der städtebaulichen Entwicklung des etwas heruntergewirtschafteten Brisgi-Areals (Studienauftrag in Vorbereitung: Stand April 2011). Damit verbunden muss die räumliche Öffnung in den Limmatraum sein, um diese Qualität vor der Haustür für die Brisgi-Entwicklung zu nutzen. Entscheidend wird dabei die verbesserte Anbindung zum Uferweg sein. Die in einer Studie vorgeschlagene Stegverbindung über

die Limmat zwischen den Uferwegen ist ein wichtiges Element zur Aufwertung dieses Abschnitts.

Ideen zur Umsetzung Planungs-/Projektierungsphase bereits im Gang Umsetzungsphase bereits im Gang

x Pflegerische Massnahmen A: Schaffen von Sichtbezügen vom Uferweg beidseits der Limmat analog der aufgewerteten Abschnitte beim Kraftwerk Kappelerhof mittels Auslichtungsmassnahmen des Uferwaldes B: Räumliche Verzahnung des Brisgi-Areals mit dem Limmatraum durch punktuelle Auslichtungsmassnahmen des Uferwalds C: Schaffen von partiellen Trockenstandorten entlang der rechtsufrigen Steilhänge mit Vernetzungselementen in den darüberliegenden offenen Landschaftsraum x Bauliche Massnahmen D: Brückenschlag durch den Bau eines Fussgängerstegs im Bereich Brisgi-Areal zur Verbindung der Uferwege, Verbesserung der Anbindung des Brisgi-Areals durch gestalterische Aufwertung des Verbindungsweges und Verknüpfung mit dem Fusswegsystem im Brisgi-Areal x Allgemeine Massnahmen E: Ausarbeitung eines Pflege- und Unterhaltsplans F: Weiterführung des einheitlichen Möblierungskonzepts auf Basis der bestehenden Sitzbank Landi G: Aufwertung der teilweise intensiv genutzten Weideflächen im Talacker durch extensivere Nutzungen

C A C D A B G

A

Abb. 6.70 Lage Umsetzungsideen Landschaftspark Erholung, Talacker - Brisgi

Abb. 6.71 Übergang Siedlung - Landschaftsraum Abb. 6.72 Dichte Waldpartien zwischen Obersiggen- Obstgärten und Weideflächen ohne räumlichen Bezug thal und Turgi zum Gewässerraum Punktuelle Sichtachsen zum Gewässer entwickeln

Abb. 6.73 Trockenwiesen aus ehemaliger Rebnutzung Abb. 6.74 Uferwegverbindung Brisgi-Areal Pflegerische Eingriffe notwendig Gestalterisches Aufwertungspotential (Auffindbarkeit und Einbettung in Fusswegsystem) im Zusammenhang mit Arealentwicklung Brisgi und neuer Fussgängerbrücke in Richtung Obersiggenthal

6.4.10 Landschaftspark Naturvorrang, Haldenreben - Turgi

Verständnis des Ortes Die ehemalige rechtsufrige rebbauliche Nutzung ist auch hier verschwunden. Der Flussraum ist beidseits komplett vom Uferwald zugewachsen. Der Raum ist nicht begehbar. Wege fehlen vollständig. Von aussen sind wegen der dichten Bewaldung keine Einblicke möglich. Dies ist in diesem unzugänglichen Abschnitt als eine Qualität zu werten.

Leitlinien Dieser Abschnitt verdient es in Bezug auf die Inwertsetzung als Naturvorranggebiet aufgewertet zu werden. Dies bedingt in erster Linie das massive Auslichten der Waldbestände und die Förderung der bodennahen Vegetationsschichten. Der Einblick in den Teilraum vom rechtsufrigen Landschaftsraum ist in diesem Zusammenhang zu fördern.

Ideen zur Umsetzung x Pflegerische Massnahmen Mittelfristig kein Handlungsbedarf x Bauliche Massnahmen A: Erstellung von Eisvogelbrutwänden in den steilen Uferanlagen gemäss vorliegendem Entwicklungskonzept

A

Abb. 6.75 Lage Umsetzungsideen Landschaftspark Naturvorrang, Haldenreben - Turgi

Abb. 6.76 Dichter Uferwald Abb. 6.77 Tiefer liegender Limmatraum Zugänglichkeit mangels Fusswegpfaden erschwert Einblicke in den Limmatraum nicht möglich

7 Anhang

7.1 Planerische Grundlagen und Auswertung

7.1.1 Agglomerationspark Limmattal, kantonsübergreifendes Freiraumkonzept, Juni 2009

Das Freiraumkonzept behandelt das ganze Limmattal zwischen Zürich und Baden. Die Flusslandschaft wird als Blaues Band umschrieben. Konzeptionelle Aussagen fallen auch auf den Abschnitt zwischen Webermühle und Limmat-Steg. Insbesondere soll die Velo- und Fusswegverbindung entlang des Limmatraums aufgewertet werden. Auf Massnahmenebene sind folgende Punkte beschrieben:

x Kulturweg: Neue Wegeführung im Bereich Neuenhoferstrasse 107 bis 113, flussseitige Verschiebung x Wegeabschnitt zwischen Von Rechenberg-Steg und Holzbrücke: Gestalterische Aufwertung, Promenade ausbilden, Sichtbeziehungen zur Limmat schaffen, Zugänglichkeit zum Fluss schaffen, Zugänglichkeit in den Garten Villa Boveri schaffen x Promenadenabschnitt zwischen Holzbrücke und Limmat-Steg: Gestalterische Aufwertung, Zugänge zum Fluss aufwerten x Prüfung neues Flussbad Limmat Aue x Eisenbahnbrücke Wettingen-Baden: Gestalterische Aufwertung Langsamverkehrsverbindung

7.1.2 Planungsleitbild Baden 1998, Bericht 2010

Aussagen zum Limmatraum sind hier nur wenige zu finden. Die Schwerpunkte liegen auf der Qualitätssteigerung der Stadtquartiere sowie der Entwicklung des Bäderquartiers Baden- Ennetbaden. Relevante Massnahmen sind:

x Limmat-Steg mit Promenadenlift x Bäderquartier Baden – Ennetbaden: Entwicklungsrichtplan ERP x Goldwand-Gebiet Ennetbaden: Sondernutzungsplanung x Kern- und Bäderumfahrung Ennetbaden x Private Bauvorhaben (Limmathof, Blume, Wohnbauten) x Promenade und Bäderstrasse Ennetbaden: Konzept Neugestaltung öffentlicher Bereich x Brisgi-Areal Baden-Kappelerhof: Städtebauliche Entwicklung

7.1.3 Richtplanung Natur und Landschaft Stadt Baden, August 2004

Im aktualisierten Richtplan Natur und Landschaft befinden sich wichtige Aussagen zu Lebensräumen für Pflanzen und Tiere sowie zu Erlebnisräumen für Menschen im Limmatraum:

x Limmatraum ist ein ornithologisch wertvolles Gebiet x Talraum Limmat hat als Natur-Korridor eine grosse Bedeutung für Natur- und Landschaftserlebnis x Wertvolle Trockenstandorte an den Uferböschungen unterhalb David Hess Weg und im Bereich Tränenbrünneli Limmatpromenade x Artenreiche, förderungswürdige Bahnseitenflächen im Bereich Eisenbahnbrücke Neuenhoferstrasse und zwischen Kappelerhof und Turgi x Grossräumig Lebensraum-Verbindungs Achse Mittelland – Jura / Baldegg – Lägern zwischen Felssporn Ruine Stein und Lägernkopf

Im Bericht zum Richtplan sind ausserdem allgemeine Ziele und Massnahmen zum Limmatraum wie folgt umschrieben:

„Das Landschaftsbild des ortsbildprägenden Flussraumes der Limmat ist zu schützen, wobei alle Betrachtungsebenen (am Fluss, über dem Fluss, über der Stadt) zu beachten sind. Gleichzeitig ist der vielseitige Wert der Flusslandschaft innerhalb der Siedlungsstruktur sowie als übergeordnete Grünverbindung mit ökologischen und Erholungsfunktionen zu erhalten und zu verbessern. Dabei sind ein möglichst naturnahes Abflussregime, eine naturnahe, flussbezogene Gestaltung der unmittelbaren Uferbereiche sowie die Freihaltung grosser zusammenhängender Ufer- und Hangzonen von Bauten und Anlagen sicherzustellen.“

7.1.4 Freiraumkonzept Baden, Juni 2004

Der Limmatraum als Ganzes wird im siedlungsbezogenen Freiraumkonzept als „Highlight“ bezeichnet. Die Relevanz für den Masterplan Limmatraum richtet sich auf die Identifizierung positiver Orte:

x Gartenanlage Villa Boveri x Limmatraum (Kraftwerk) Aue x Schwimmbadareal x Limmatpromenade mit Platanenreihe x Grünräume im Brisgi-Areal

Konkreter Sanierungs- und Aufwertungsbedarf wurde festgestellt bei:

x Ehemaliges Flussbad x Parkplatz Aue x Limmatinsel Kraftwerk Aue x Promenade David Hess Weg x Grünfläche an der Limmat zwischen Hoch- und Holzbrücke x Platz vor Landvogteischloss und dahinterliegender Parkplatz x Limmatpromenade Altstadt x Kiesplatz Limmatkanzel vor Gebäude Zum Schiff x Limmatpromenade zwischen Freihof und Mättelipark x Thermalpark x Mättelipark

Handlungsbedarf besteht bei:

x Gestaltung Parkplatz Aue x Schaffung Spielplatz Limmat rechts im Abschnitt Innenstadt Süd x Verbesserung Zugang Limmatraum im Bereich Kappelerhof x Erhaltung Grünraum Brisgi

7.1.5 Fusswegkonzept Baden, Dezember 2007

Das Fusswegkonzept umfasst den städtischen Limmatraumabschnitt zwischen Flussschwimmbad und Baden Nord. Die Relevanz für den Masterplan Limmatraum liegt bei den uferbegleiteten Fusswegen, die in der Netzhierarchie zur Ebene der Feinerschliessung gehören. Eine Nebenroute verläuft über den Von Rechenberg-Steg beim Kraftwerk Aue. Querende Hauptrouten finden sich auf der Hochbrücke, der Holzbrücke, dem Limmat-Steg und der Schiefen Brücke und Feinerschliessung über den Mercier-Steg.

Die Uferwege sind ausschliesslich den Wegetypen der Flanier- und Wanderwege zugeordnet. Auf Massnahmenebene ist die Verbesserung der Beleuchtung auf der Limmatpromenade insbesondere im Teilabschnitt Freihof - Schiefe Brücke erwähnt.

7.1.6 Konzept Aufwertung Limmatraum, Stadt Baden / Gemeinde Ennetbaden, Juni 2007

Das Limmatraumkonzept, das sich auf einen engeren Bereich zwischen Kraftwerk Aue und Kraftwerk Kappelerhof bezieht, bietet eine gute Grundlage für die übergeordnete Sicht des Masterplans Limmatraum. Themenfelder wie auch Objekte sind kurz umschrieben und teilweise ist das Entwicklungspotential festgestellt.

x Landschaftliches und städtebauliches Gefüge, industrielle Betriebe x Ökologie x Ufermauern x Mobiliar und Geländer x Baumreihe Limmatpromenade x Kappisee x Fussgängerverbindungen und Radwege x Thermalbad x Sonnendeck

Aufbauend auf den Erkenntnissen über den Zustand des Limmatraumes mit den Zielsetzungen zur Entwicklung als ökologischer Naturraum und als Naherholungsgebiet sind Leitideen formuliert:

x Erhalt und Stärkung vorhandener naturräumlicher Qualitäten im Stadtgefüge x Schaffen punktueller Wasserzugänglichkeiten und Aufenthaltsorte am Wasser x Aufwerten des Limmatraums als ökologischer Vernetzungskorridor durch Sichern und Schaffen von struktur- und nischenreichen Uferbereichen sowie Erhöhung Geschiebetrieb x Erhalt vorhandener industriegeschichtlicher Zeitzeugen im Flussraum als Teil der ökologischen Strukturvielfalt x Erhalt und Pflege der Platanenreihe entlang Limmatpromenade x Definieren und ausweisen von sicheren Badebereichen x Verknüpfung Limmatraum mit neuen Wohnquartieren Baden Nord x Kein weiterer Ausbau des Wegesystems mit Ausnahme Verknüpfung Baden Nord und Verbindung Oederlin-Areal x Qualitative Verbesserung Fusswegverbindungen Thermalbad und Verbesserung Anbindung an Limmat x Verknüpfung von ökologischen Aufwertungsmassnahmen bei Bauvorhaben an der Limmat x Gestaltungskonzept Möblierung

Auf Massnahmenebene liegt der Schwerpunkt auf den ökologischen Aufwertungen im Flussbett und dem Uferbereich mit Vorschüttungen, Blockwurf, Störsteinen, Buhnen und Zugängen zum Wasser. Weitere Massnahmen:

x Feuerstelle zwischen Mättelipark und altem Wehr Rieden: Aufwertung x Wegeverbindung Römerquartier – Limmatraum: Aufwertung x Magerwiese oberhalb altem Wehr Rieden: Erhalt und Pflege x Trampelpfad zwischen Oederlin-Areal und altem Wehr Rieden: Erhalt x Goldwand-Steg und Mätteli-Steg: Berücksichtigung in der Planung Oederlin-Areal x Rebfläche zwischen Promenade Ennetbaden und Oederlin-Areal: Ökologische Aufwertung

x Promenade Ennetbaden: Aufwertung und Neugestaltung gemäss Studienprojekt x Platanenreihe Limmatpromenade: Erhalt und Pflege gemäss Pflegekonzept x Wiese oberhalb Tränenbrünneli: Erhalt und Pflege gemäss Pflegekonzept x Neue Sitzstufenanlagen zum Wasser: Einbezug von wasserbautechnischen Überlegungen und ökologischem Aufwertungspotential x Wiese Limmat-Au: Extensive Pflege x Uferpromenade Altstadt Baden: Erhalt Moos- und Flechtevegetation auf Ufermauer, Sanierung Belagsabsenkungen x Aussichtskanzel neben Holzbrücke, Stolergut: Instandstellung Mobiliar, ökologische Aufwertung Grünflächen

7.1.7 Limmatraum, Aufwertungsgebiet Limmatufer, Konzeptstudie, Gemeinde Obersiggenthal / Stadt Baden, Oktober 2003

Die Konzeptstudie umfasst den Bearbeitungsperimeter zwischen dem Oederlin-Areal und dem Kraftwerk Schiffmüli bei Turgi. Ausgehend von den Naturwerten und der Erholungsnutzung werden Entwicklungsschwerpunkte gesetzt. Der Erhalt und die Aufwertung des flächigen Erholungsangebots wird vorgeschlagen bei:

x Mättelipark und vorgelagerter Kanustrecke x Umgebung Kraftwerk Kappelerhof (realisiert) x Joggingstrecke vis à vis Brisgi-Areal

Lineare oder punktuelle Massnahmen zur Erholungsnutzung sind: x Schaffung neuer Ausblicke auf den Limmatraum im Wegeabschnitt zwischen Mättelipark und Siggenthalerbrücke x Aufwertung Wegstrecken Umgebung Kraftwerk Kappelerhof (realisiert) x Aufwertung Fussweg/Trampelpfad zwischen Oederlin-Areal und altem Wehr Rieden x Konzentration auf weniger Zugänge zum Wasser im Bereich Talacker x Konzentrierung Feuerstellen Uferzone Brisgi-Areal im östlichen Teil x Aufhebung Trampelpfad zwischen Joggingstrecke und Kraftwerk Schiffmüli

Massnahmen bei den Naturwerten beziehen sich unter anderem auf:

x forstliche Eingriffe in den Uferwald mit Förderung von Alt- und Totholz x Neugestaltung von Flachwasserzonen bei der Kraftwerksinsel Kappelerhof (realisiert) x Strukturierung ehemalige Baggerstrecke Kraftwerk Kappelerhof (realisiert) x Schaffung von Eisvogel-Brutwänden in steilen Uferabschnitten

x Sicherstellung Pflege- und Bewirtschaftungsmassnahmen bei Magerwiesen und extensiven Weideflächen

7.1.8 Entwicklungsrichtplan Bäderquartier, Revision 2010, Entwurfsstand 3. Mai 2010

Im Entwicklungsrichtplan werden für den Limmatraum zwischen Limmatpromenade/Tränenbrünneli und Oederlin-Areal wesentliche Sachthemen festgelegt und darauf aufbauend Entwicklungsziele mit Massnahmen formuliert. Die Relevanz des Entwicklungsrichtplans für die Ausarbeitung des Masterplans Limmatraum ist inhaltlich wie methodisch gross. Die folgenden Sachthemen sind massgebende Bearbeitungsfelder für den gesamten Limmatraum:

x Städtebau und Nutzungen Kerngebiet Bäder: Erhalt und qualitative Festigung des Erscheinungsbilds und historisch wertvoller Bausubstanz, Förderung attraktiver Nutzungsdurchmischung (Bäder, Wellness, Gesundheit, Hotellerie, Gastronomie, Kleingewerbe, Wohnen u.a.) Teilgebiet Mätteli-Limmatknie: erhöhte städtebauliche Dichte, Bebauung Kniebereich bis zur Wasserkante historisch begründet und als tragfähige städtebauliche Strategie geeignet, gute künftige Einfügung von Neubauten hinsichtlich Massstäblichkeit und Gestaltung in historisches Umfeld wichtig Teilgebiet Oederlin-Areal: Anbindung des Oederlin-Areals an das Bäderquartier mittels Goldwand-Steg Richtung Ennetbaden und Mätteli-Steg, nachhaltige Innenentwicklung und städtebauliche Aufwertung mit einem guten Nutzungsmix (Wohnen, Dienstleistungen, Kultur) x Öffentlicher Raum Gestalterische Aufwertung durch Entwicklung Wegesystem, Plätzen, verkehrsberuhigten Zonen, Limmatübergängen und Zugängen zum Wasser, Stärken der Vernetzung mit umliegenden Quartieren Abstimmung der gestalterischen Elemente im Rahmen eines Gesamtkonzeptes (Werkzeugkasten) Mättelipark: Gestalterische und ökologische Aufwertung als Aufenthalts- und Erholungsraum mit räumlichem Bezug zur Limmat Limmatpromenade: Aufwertung zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch Baumpflegemassnahmen und Förderung der Zugänglichkeit zum Wasser x Landschaft und Ökologie Aufwertung Limmatraum als ökologischer Naturraum und Naherholungsgebiet Stärkung Stellenwert des Limmatraums im Zusammenhang mit baulicher Veränderung Bäderquartier Kombination von Bauvorhaben im Limmatraum mit ökologischen Aufwertungsmassnahmen und Abstimmung auf Hochwasserschutz x Erschliessung und Mobilität

Schliessung von Lücken im Langsamverkehrsnetz: Brückenschlag Mätteli-Steg, Goldwand- Steg Attraktive Gestaltung und dauernde öffentliche Zugänglichkeit der Limmatuferwege Förderung Bezug zur Limmat durch punktuelle Wasserzugänge und Sichtbezüge

7.1.9 Areal Brisgi, Machbarkeitsstudie Erschliessung Langsamverkehr, Dezember 2009

In der Machbarkeitsstudie werden zwei Varianten einer neuen Langsamverkehrsbrücke über die Limmat vorgeschlagen:

x Brückenverbindung Variante 1 am östlichen Ende Brisgi-Areal mit beidseitiger Anbindung auf Uferwegniveau x Brückenverbindung Variante 2 mittig vom Brisgi-Areal mit direkter Anbindung an Waldweg auf Niveau Geländeterrasse Brisgi-Areal

Stadt Baden, Entwicklungsplanung Gemeinde Ennetbaden, Bauverwaltung Roter Turm, Rathausgasse 5, 5401 Baden Grendelstrasse 9, 5408 Ennetbaden Telefon 056 200 82 90 Telefon 056 200 06 05 [email protected] [email protected] www.baden.ch www.ennetbaden.ch

Projektteam Monika Greber, Entwicklungsplanung, Stadt Baden (Vorsitz) Ingo Golz, SKK Landschaftsarchitekten AG, Wettingen Thomas Hänggli, Kanu-Club, Baden-Wettingen Heinz Kaspar, AF Colenco AG, Baden Moritz Keller, Fischereiaufseher Andreas Müller, Bauverwaltung, Ennetbaden Daniel Rüttimann, Tiefbau, Stadt Baden Corinne Schmidlin, Stadtökologie, Stadt Baden Martin Tschannen, Kanton AG, Dep. Bau Verkehr Umwelt, Sektion Wasserbau

Begleitkommission Monika Greber, Entwicklungsplanung Stadt Baden Martin Koch, Tiefbau Stadt Baden Edi Kuhn, Limmatkraftwerke AG Andreas Müller, Bau und Planung Gemeinde Ennetbaden Beni Pauli-Marti, Gemeinderat Ennetbaden Georg Schoop, Stadtökologie Stadt Baden Rolf Wegmann, Entwicklungsplanung Stadt Baden Markus Zumsteg, Abteilung Landschaft und Gewässer, Sektion Wasserbau, Kanton Aargau

Projektbearbeitung Ingo Golz, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt MLA BSLA SIA, SKK Landschaftsarchitekten AG Heinz Kaspar, Dipl.-Ing. Kulturingenieur ETH, AF Colenco AG

Datengrundlagen Das Reproduzieren, Kopieren und Digitalisieren der Grundlagen für gewerbliche oder nicht gewerbliche Zwecke bedarf einer Bewilligung seitens der Copyright-Halter gemäss den jeweiligen Angaben in den Bildlegenden. Die Geodaten wurden mit Copyright zur Verfügung gestellt durch die Regionalwerke Baden (Vereinbarung 15.6.2010).

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