5.5-1

Feuerwehrreglement

Vom 01.01.2011 (Stand 01.01.2014)

1 Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck

Dieses Reglement legt die Organisation der Feuerwehr sowie Verfahrensabläufe zwischen Gemeindebehörde und Feuerwehrkommando der Gemeinde Glarus Nord fest.

Art. 2 Grundlagen

Gestützt auf Art. 7 der Verordnung zum Gesetz über den Brandschutz und die Feuerwehr setzt der Gemeinderat Glarus Nord dieses Feuerwehrreglement in Kraft.

Folgende weitere Grundlagen sind für Organisation und Betrieb der Feuerwehr verbindlich:

  1. Gesetz über den Brandschutz und die Feuerwehr;

  2. Verordnung zum Brandschutzgesetz;

  3. Kantonales Feuerwehrreglement;

  4. Beitragsbestimmungen für Schadenverhütung und Schadenbekämpfung.

Art. 3 Einsatzbereitschaft der Feuerwehr

Die verantwortlichen Organe und Personen haben der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr höchste Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei stehen insbesondere die Ausrüstung, die Ausbildung und die Abläufe (Alarmorganisation, Ausrückzeiten, Pikettstellung usw.) im Zentrum.

Art. 4 Risikokultur

Sicherheitskommission und Feuerwehrkommando thematisieren den Umgang mit den Risiken des Feuerwehrdienstes regelmässig mit den Funktionsträgern sowie den einzelnen Angehörigen der Feuerwehr.

Art. 5 Feuerwehrinspektorat

Das kantonale Feuerwehrinspektorat koordiniert, beaufsichtigt, berät und unterstützt die Organe der Feuerwehren in ihren Tätigkeiten. Es kann Reglemente, Richtlinien und Weisungen der Feuerwehrkoordination Schweiz (FKS) für die Glarner Feuerwehren für verbindlich erklären.

Art. 6 Gemeinderat

Der Gemeinderat Glarus Nord trägt die Oberaufsicht über die Feuerwehr. Ihm obliegen alle Aufgaben, welche nicht einem anderen Organ der Feuerwehr zugewiesen sind. Er bestimmt seine Vertreter in der Sicherheitskommission.

2 Organisation der Feuerwehr

Art. 7 Sicherheitskommission

Der Sicherheitskommission obliegt die Aufsicht und Kontrolle über die Feuerwehr. Ihr obliegen die Aufgaben gemäss Anhang 1 zu diesem Reglement.

Der Feuerwehrkommandant und seine Stellvertreter nehmen an den Sitzungen der Sicherheitskommission mit Stimmrecht teil.

Art. 8 Feuerwehrkommando

Das Feuerwehrkommando besteht aus dem Feuerwehrkommandanten, einem Vizekommandanten, dem Adjutanten sowie den Kompaniekommandanten und ihren Stellvertretern.

Dem Feuerwehrkommando obliegt die operative Führung der Feuerwehr gemäss Anhang 1 zu diesem Reglement.

Dem Feuerwehrkommandanten obliegen die Gesamtverantwortung für die Feuerwehr und die Führung des Feuerwehrkommandos. Er ist die Kontaktperson zu den Behörden und dem Feuerwehrinspektorat.

Der Feuerwehrkommandant kann insbesondere bei flächendeckenden Elementarereignissen die Gesamtleitung der Feuerwehr übernehmen.

Der Kompaniekommandant führt die zugeteilte Feuerwehrkompanie im Übungsdienst und Einsatz.

Art. 9 Aufbauorganisation

Die Aufbauorganisation der Feuerwehr Glarus Nord ist in einem Organigramm als Anhang 2 zu diesem Reglement abgebildet. Sie hat sich nach dem vom Regierungsrat erlassenen Basis-Organigramm zu richten.

Art. 10 Pflichtenhefte

Für die Funktionen Feuerwehrkommandant, Kompaniekommandant, Zugführer, Ausbildungschef, Adjutant und Materialwart sind Pflichtenhefte zu erstellen. Das Feuerwehrinspektorat stellt entsprechende Muster zur Verfügung.

Art. 11 Bestände und Ausrüstungen

Die Mannschaftsbestände und Ausrüstungen (Geräte, Fahrzeuge usw.) richten sich nach Aufgabe und Einsatzdispositiv der einzelnen Kompanien sowie nach den vom Feuerwehrinspektorat empfohlenen Sollwerten (Anhang 3 zu diesem Reglement). Wesentliche Abweichungen sind mit dem Feuerwehrinspektorat abzusprechen.

Art. 12 Ausbildung

Das Feuerwehrkommando ist für die Grundausbildung und eine funktionsgerechte Aus- und Weiterbildung aller Angehörigen der Feuerwehr verantwortlich.

Das kantonale und interkantonale Kursangebot des Feuerwehrinspektorats ist verbindlich zu nutzen.

Art. 13 Übungen

Die Übungen (Anzahl, Inhalte usw.) richten sich nach dem Aufgabengebiet der Feuerwehr/Kompanie und dem Ausbildungsbedarf der Angehörigen der Feuerwehr.

Das Feuerwehrkommando erstellt jährlich ein Übungsprogramm, welches dem Feuerwehrinspektorat zur Genehmigung vorzulegen ist. Jährlich sind pro Feuerwehrkompanie mindestens acht allgemeine Übungen durchzuführen.

3 Finanzen

Art. 14 Feuerwehr Spezialfinanzierung

Budget und Feuerwehrrechnung sind konsequent nach den Grundsätzen des Finanzhaushaltsgesetzes als Spezialfinanzierung «Feuerwehr» zu führen.

Für jede Kompanie ist eine eigene Kostenstellenrechnung zu führen.

Art. 15 Budget

Für die Erstellung des Budgets sind die terminlichen und inhaltlichen Vorgaben der Gemeinde zu befolgen. Das durch die Sicherheitskommission genehmigte Budget sowie die Jahresrechnung ist dem Feuerwehrinspektorat mit den zusätzlich geforderten Unterlagen einzureichen.

Art. 16 Versicherungen

Das Feuerwehrkommando stellt sicher, dass ein umfassender Versicherungsschutz für alle Angehörigen der Feuerwehr sowie die Feuerwehrinfrastruktur jederzeit gewährleistet ist.

4 Zusammenarbeit

Art. 17 Grundsatz

Die Feuerwehren arbeiten in geeigneter Weise mit anderen Feuerwehren, den Einsatzdiensten des Bevölkerungsschutzes, weiteren Einsatzdiensten sowie kantonalen Stellen zusammen. Die nötigen Absprachen sind frühzeitig zu treffen sowie gemeinsame Übungen periodisch durchzuführen.

Art. 18 Ausserordentliche Lagen

In besonderen und ausserordentlichen Lagen fordert die Feuerwehr rechtzeitig die nötige Unterstützung an. Gegebenenfalls fordert die Feuerwehr (Kommandant) den Einsatz des Gemeindeführungsstabes an.

A1 Anhang 1: Aufgaben und Kompetenzen

Art. A1-1

Aufgaben und Kompetenzen:

Aufgaben

Sicherheitskommission

Feuerwehrkommando

Wahlantrag Feuerwehrkommandant an Gemeinderat

x

-

Wahl Vizekommandant

x

-

Wahl Stützpunktkommandant auf Antrag Fw-Kdo

x

-

Wahl Kompaniekommandant(en) auf Antrag Fw-Kdo

x

-

Wahl Stellvertreter Kompaniekommandant(en)

-

x

Ernennung der Gruppenführer

-

x

Erstellung von Budget und Rechnung

-

x

Genehmigung von Budget und Jahresrechnung zu Handen Gemeinderat

x

-

Kenntnisnahme des Übungsprogramms (genehmigt durch das Feuerwehrinspektorat)

x

-

Kenntnisnahme des Berichtes des Feuerwehrinspektorates über die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und Anordnung von Massnahmen

X

-

Festlegung einer Kompetenzregelung

x

-

Erlass von disziplinarischen Massnahmen gegen Angehörige der Feuerwehr

-

x

Genehmigung von Einsätzen und Dienstleistungen, welche nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr gehören

x

-

Jährlicher Tätigkeitsbericht zu Handen des Gemeinderates

x

-

Vertretung der Feuerwehr gegenüber Verbänden, Organisationen und der Öffentlichkeit

-

x

Erstellung Übungsprogramm

-

x

Erlass der Pflichtenhefte des Kommandos

x

-

Rekrutierung

-

x

Zuteilung von Personen zu Feuerwehrdienst bzw. Feuerwehrersatz

-

x

Kurskommandierungen

-

x

A2 Anhang 2: Organigramm Feuerwehrorganisation ab 1. Januar 2011

Art. A2-1

Organigramm:

Organigramm

A3 Anhang 3: Sollwerte Bestände und Ausrüstung Feuerwehrorganisation Glarus Nord

Art. A3-1

Personelles

Personelles

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Mannschaftsbestand

90

60

50

50

Alarmierung: Telefonanschluss für sämtliche AdF / Anzahl Pager je nach Verfügbarkeit der AdF

Persönliche Ausrüstung:

Persönliche Ausrüstung

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Brandschutzbekleidung inkl. Kombi

X

X

X

X

Gerätschaften:

Gerätschaften

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Pressluftatmer

30

15

12

12

Handschiebe- / Stützenleiter

X

X

X

X

Motorspritze Typ 2

3

2

2

1

Wasserwerfer

2

1

1

1

Notstromaggregat (mind. 2 kW)

4

3

2

2

Beleuchtungsmaterial

X

X

X

X

Löschmaterial (Armaturen und Leitungsmaterial)

X

X

X

X

Funkgeräte

X

X

X

X

Fahrzeuge:

Fahrzeuge

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Klein TLF (mind. 1'800 l)

1

0

1

1

Standard TLF (mind. 2'400 l)

1

1

0

0

Rüstfahrzeug

1

0

0

0

Fahrzeuge in verschiedenen Kombinationen

4

2

1

1

Spezielle Gerätschaften:

Gerätschaft

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Kreislaufgeräte

14

0

0

0

Ölwehrnotbesteck

1

0

0

0

Wärmebildkamera

1

0

0

0

Überdruck-Hochleistungslüfter

1

1

1

1

Tauchpumpen

6

3

3

3

Pioniermaterial (Trenngeräte,etc.)

X

X

X

X

Separate Einsatzgeräte:

Einsatzgeräte

Stützpunktfeuerwehr Näfels-Mollis

Feuerwehr Nieder-Oberurnen

Feuerwehr Kerenzen

Feuerwehr Bilten

Hydraulische Rettungsgeräte

1

0

0

0

Mobile Mittel für Hochwasserschutz

1

0

0

0

Diese Sollwerte werden jährlich mit dem Feuerwehrinspektorat thematisiert.

-