08.070

Conseil des EPF. Période de prestations 2004-2007

Bischofberger Ivo · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Groupe démocrate-chrétien

BO 2008 E 966Im Rahmen der BFI-Botschaft beschäftigen wir uns jeweils zum Voraus mit dem Rahmenkredit für die ETH und auch mit deren Leistungsauftrag. So erstellt der ETH-Rat gemäss Artikel 34 des ETH-Gesetzes am Ende einer Leistungsperiode einen Leistungsbericht zuhanden des Bundesrates. Am 22. September 2008 hat der Bundesrat den Schlussbericht über die Periode des Leistungsauftrages 2004-2007 an die eidgenössischen Räte weitergeleitet. Zusammenfassend dürfen wir mit Genugtuung feststellen, dass die sechs Institutionen des ETH-Bereiches - ETH Zürich, EPF Lausanne, PSI, WSL, Empa und Eawag - ihren Grundauftrag erfüllt haben.

Im genannten Leistungsauftrag sind sieben Ziele im engeren Sinne definiert und um Unterziele ergänzt. Dies kann als Grundauftrag definiert werden, bestehend aus drei Hauptbereichen, nämlich der Lehre, der Forschung und dem Wissenstransfer. Daneben gibt es verschiedene bildungspolitische Ziele. Hinzu kommen Ausführungen über die Arbeitsbedingungen, die Definition und Förderung zukunftsträchtiger Fachgebiete, Kooperationen mit den Schweizer Hochschulen und über die Rolle des ETH-Bereiches in der Gesellschaft. Neben diesen sieben Zielen im engeren Sinne sind im Leistungsauftrag Vorgaben zur Mittelverwendung und Logistik und insbesondere zu Management und Immobilien formuliert. Bei letzteren geht es namentlich um die Frage des Eigentums, aber auch um die Aufteilung des Globalkredites nach dem neuen Rechnungsmodell des Bundes. Im Folgenden skizziere ich in der vorgenannten Systematik die einzelnen Elemente respektive Vorgaben des Leistungsauftrages.

Zur Lehre: Seit 2004 ist die Nachfrage nach dem Lehrangebot ständig angestiegen. Es wollen immer mehr junge Studierende, nicht zuletzt auch ausländische, an einer ETH studieren. Mit Fug und Recht kann in diesem Zusammenhang betont werden, dass die Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Die Statistiken und Umfragen von ETH Zürich und EPFL legen deutlich Zeugnis davon ab. Dabei haben die beiden ETH Qualitätssicherungssysteme institutionalisiert, Bologna umgesetzt und vorerst mit den Fachhochschulen eine Regelung für die Durchlässigkeit gefunden, auch wenn auf den beiden Seiten in diesem Bereich zum Teil noch unterschiedliche Vorstellungen bestehen.

Zur Forschung: Laut dem Bericht über den Leistungsauftrag 2004-2007 gilt die ETH Zürich gemäss Rankings als die beste kontinentaleuropäische Universität und rangiert weltweit gesehen in der Spitzengruppe. Auch die EPFL hat in den vergangenen Jahren in den Rankings beachtliche Fortschritte gemacht; dies speziell mit Blick auf einzelne Disziplinen, aber auch im Gesamten gesehen, denn die EPFL figuriert mittlerweile in der Gruppe der weltweit besten Universitäten zwischen Rang 50 und 100.

Diese Erfolge sind nicht selbstverständlich. Es braucht grosse Anstrengungen, um diesen Platz halten zu können bzw. zu verbessern. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die anderen Hochschulen - namentlich die deutschen - stark BO 2008 E 967 aufholen; dies nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass dort ganz konzentriert massiv Geld investiert wird. In diesem Zusammenhang ist es sicher wünschenswert, dass in Zukunft zusätzlich die Entwicklung des Impact Factors ausgewiesen wird - das ist eine Qualitätskennzahl für wissenschaftliche Publikationen, in Abhängigkeit davon, wie oft sie zitiert werden. Zudem gilt es, dem Wissenstransfer ein spezielles Augenmerk zu schenken. An der Schnittstelle zwischen Medizin, Ingenieur- und Naturwissenschaften sind neue Forschungsgebiete und Technologien entstanden, so zum Beispiel die Systembiologie - notabene von unserem Parlament mit einem besonderen Kredit unterstützt -, die Neurowissenschaften, die Protonentherapie als Spezialgebiet des PSI, aber auch die Finanzwissenschaften. Ich meine in klarer Übereinstimmung mit dem jetzigen Präsidenten des ETH-Rates, alt Ständerat Fritz Schiesser, dass der ETH-Bereich beim Wissens- und Technologietransfer dennoch besser an die KMU herankommen muss, denn da liegt noch ein wesentliches Potenzial - Stichwort: Spin-off aus dem ETH-Bereich.

Zu den Arbeitsbedingungen: Ganz allgemein darf von guten und attraktiven Arbeitsbedingungen gesprochen werden. Der Frauenanteil steigt langsam, sodass die Situation bei den Professorinnen zwar als zufriedenstellend, aber nicht als gut bezeichnet werden kann. Nach wie vor ist es ausserordentlich schwierig, eine grössere Anzahl von Frauen zu finden, die bereit sind, eine Professur an den ETH zu übernehmen. Bei der Berufung von Professorinnen und Professoren ganz allgemein sind die ETH noch - noch! - konkurrenzfähig. Die Betonung auf "noch" begründet sich in der von mir bereits erwähnten Positionierung von Deutschland, von wo unseren Hochschulen, vorab in höheren Chargen und leitenden Positionen, starke Konkurrenz erwächst. Die Verantwortlichen mussten bereits einschlägige Erfahrungen machen, als ihnen unser Lohnsystem beim Werben um Professuren klare Grenzen setzte. Diese Problematik gilt es im Auge zu behalten.

Bei den Assistenzprofessuren wird zwei unterschiedlichen Gewichtungen Rechnung getragen. Lausanne verfolgt sehr stark die Philosophie, dass jungen Professoren in einem Zeithorizont von sechs bis acht Jahren eine feste Stelle in Aussicht gestellt wird, wenn sie dannzumal die geforderten Qualitäten erreichen. Die ETH Zürich zeigt sich in diesem Bereich eher zurückhaltend, wobei andererseits der Förderung junger Talente spezielle Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ganz allgemein darf dieser Bereich, wie auch derjenige der Portfoliobereinigungen, im Rahmen der anstehenden Diskussionen um das HFKG nicht ausser Acht gelassen werden.

Bereits sehr ernst genommen wurde die Rolle der Forschungsanstalten in der Gesellschaft. Dabei konnte gleich mit mehreren Veranstaltungen deutlich Präsenz markiert werden. Die 150-Jahr-Feiern in Lausanne und in Zürich sowie die 125-Jahr-Feier der Empa haben einen sehr positiven Kontakt mit der Bevölkerung geschaffen. In der Berichtsperiode hat sich eindrücklich gezeigt, dass das Interesse der Bevölkerung an der Arbeit der ETH von Zürich und Lausanne sowie der Empa und des PSI enorm gross ist. Dennoch stehen die Verantwortlichen in Bezug auf die latente Technologieskepsis der Bevölkerung nach wie vor vor grossen Herausforderungen. Schliesslich konnte auch mit dem Ausbau der Alumni-Netzwerke in Lausanne und in Zürich in der letzten Periode eine Basis gelegt werden, auf der sich aufbauen lässt.

Schliesslich noch einige Ausführungen zur Führung, zur Logistik, zu den Immobilien und zu den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln: In der vergangenen Periode wurde der ETH-Rat um die beiden Präsidenten der Hochschulen und um ein Mitglied der Forschungsanstalten erweitert. Diese Zusammensetzung hat bekanntlich am Schluss der Vierjahresperiode zu ernsthaften Spannungen geführt. Die Fehler sind erkannt und münden laut den Aussagen des neuen Präsidenten des ETH-Rates "in der Erkenntnis, dass man konstruktive Diskussionen führt und unterschiedliche Auffassungen intern austrägt und nicht in der Öffentlichkeit".

Bei den Immobilien sodann besteht aufgrund des neuen Rechnungsmodells des Bundes eine Aufsplittung des Globalbudgets. Der grössere Teil davon gelangt vom Eidgenössischen Departement des Innern in den ETH-Bereich, der kleinere Teil vom Bundesamt für Bauten und Logistik in den Immobilienbereich. Dabei gilt es vor allem den administrativen Zeitaufwand genau zu analysieren und allenfalls entsprechende Massnahmen einzuleiten.

Schliesslich gilt es, mit den finanziellen Mitteln umsichtig umzugehen und sie gezielt einzusetzen, da trotz einem ursprünglich beabsichtigten Zuwachs von 4 Prozent pro Jahr in den letzten Jahren, den Jahren 2004 bis 2007, nur ein solcher von gut 2 Prozent resultierte. Der Grund dafür liegt in den Entlastungsprogrammen 2003 und 2004 sowie in den geforderten Kreditsperren.

Wir verfügen über attraktive und gute Eidgenössische Technische Hochschulen. Entsprechend sollten wir - sicher in kritischer Würdigung des vorliegenden Schlussberichtes des ETH-Rates - alles tun, dass das auch in Zukunft so bleibt. In diesem Sinne bitte ich Sie im Namen der einstimmigen Kommission, auf die Vorlage einzutreten und dem Bundesbeschluss über die Genehmigung des Berichts des ETH-Rates über die Periode des Leistungsauftrages 2004-2007 zuzustimmen.

P.S: Ich weiss nicht, ob die abwesenden Kolleginnen und Kollegen alle in Vorlesungen der ETH sind.

Leumann Helen · Mit-F · Conseil des Etats · Lucerne · Groupe radical-libéral

Wir haben allen Grund, auf unsere ETH stolz zu sein, denn die Rankings zeigen: Die ETH Zürich ist nach wie vor die beste kontinentaleuropäische Universität und weltweit in der Spitzengruppe; 2008 liegt sie auf Platz 24. Um diesen Platz halten zu können oder gar zu verbessern, müssen jedoch weitere Anstrengungen gemacht werden. Wir sind auch sehr dankbar, dass immer mehr junge Leute an der ETH studieren wollen. Im Wissenstransfer wurde zwar viel erreicht; es besteht aber auch hier noch Raum für Verbesserungen. Besonders die Leistungen der einzelnen Schulen, aber auch die der Forschungsanstalten sollten in der Bevölkerung besser wahrgenommen werden können.

Die Arbeitsbedingungen sind attraktiv. Schade ist, dass der Frauenanteil nur sehr langsam steigt. Bei den Professorinnen ist die Situation zwar zufriedenstellend, aber bei Weitem nicht gut genug. Wir haben nach wie vor das Problem, dass sich die Frauen an der ETH leider keine Professur zutrauen. Frauen sind - ich bedaure das ausserordentlich - nach wie vor unsicher. Die Frage "Ja, kann ich das denn wirklich?" wird von ihnen viel zu oft gestellt, anstatt dass sie es einfach einmal probieren.

Konkurrenzfähig sind wir bei den Berufungen, aber in den leitenden Positionen ist Deutschland führend, das auch besser bezahlt. Bei den Ingenieurwissenschaften haben sich die Studierendenzahlen positiv entwickelt. Die ETH hofft, dass das nicht nur ein Strohfeuer ist, denn die Nachfrage aus der Industrie ist wesentlich grösser als das Angebot. Hingegen möchte ich an die Wirtschaft appellieren, mit den Studienabgängern etwas geduldiger zu sein. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich weiss von unseren Chemikern, dass man auch Universitätsabgänger in den Branchen zuerst anlernen muss, bis sie mit der Materie vertraut sind und nicht mehr nur theoretisch argumentieren. Allzu oft wird ein junger Bewerber oder eine junge Bewerberin abgewiesen, mit der Aussage: Ihr habt ja keine Erfahrung. Es ist frustrierend für diese jungen Leute, wenn sie voller Tatendrang arbeiten möchten und dann nichts als Absagen bekommen.

Etwas relativiert wurde in diesem Zusammenhang die Durchfallquote von 25 Prozent, denn 10 Prozent sind Studienabbrecher, die oft gar nicht zur Prüfung antreten. Die ETH hat aber begonnen, mit Bewerbern frühzeitig Gespräche zu führen und ihnen zu erklären, was auf sie zukommt. Ich möchte hier ein ganz spezielles, grosses Kompliment an Fritz Schiesser richten, dass er sich dieser Studenten annimmt.

Ein weiteres Problem besteht mit den Fachhochschulen bei den Passerellen, denn es ist problematisch, wenn BO 2008 E 968 Fachhochschulabgänger in einem ETH-Studium nicht genügen; darauf sollten wir in Zukunft unser Augenmerk lenken.

Intensiv ist auch die Zusammenarbeit mit der Uni Zürich und den Universitäten im Arc lémanique und in Neuenburg. Die Bevölkerung hat ihr Interesse an den Forschungsanstalten an den 150-Jahr-Feiern in Lausanne und Zürich und an der 125-Jahr-Feier der Empa bewiesen. Auch an den Besuchstag am PSI kamen ausserordentlich viele Leute; ich war dort dabei, und es gab viele interessante Diskussionen. Hingegen herrscht bei uns leider eine gewisse Technologieskepsis in der Bevölkerung. Ich erinnere z. B. an die Diskussion über die Gentechnik. Diese Herausforderung müssen wir annehmen, ihr müssen wir uns stellen.

Aufgrund der Ereignisse der Jahre 2004 bis 2007 wurde der ETH-Rat erweitert. Man hofft, dass mit der neuen Zusammensetzung unterschiedliche Auffassungen intern ausgetragen und nicht nach aussen getragen werden, denn das schadet dem ganzen Bereich, und das wäre sehr schade. Ich kann nur noch einmal betonen, wie wichtig unsere technischen Hochschulen sind und dass wir sie wo immer möglich unterstützen müssen. Denn sie sind das Kapital, auf dem unsere vielen innovativen Klein- und Mittelbetriebe aufbauen können.

Ich bin selbstverständlich für Eintreten und Zustimmung.

David Eugen · Mit-M · Conseil des Etats · St-Gall · Groupe PDC/PEV/PVL

Ich habe diesen Bericht mit Interesse gelesen. Ich war früher Mitglied der WBK und erinnere mich an die Diskussionen über die Zukunft des Technologiestandortes Schweiz.

Im Bericht kommt auf Seite 25 zum Ausdruck, dass die beiden ETH ihre technologischen Kompetenzen auf die Bedürfnisse der Praxis ausrichten sollen - das war das Ziel. Die Idee dahinter war und ist, dass in der Schweiz Arbeitsplätze in den neuen Technologien geschaffen werden. Das ist eigentlich für mich der Massstab, an dem sich auch die ETH messen lassen müssen: Was wird in unserem Lande, auch in der Fertigung, in der Produktion, neu aufgestellt bzw. was wird aus alten Industrien in neue umgewandelt?

Laut Bericht sei das Ziel vollständig erreicht worden. Ich muss Ihnen sagen, dass ich da noch etwas skeptisch bin. Ich glaube, hier muss noch zusätzliche Arbeit geleistet werden. Der Technologiestandort Schweiz ist noch nicht dort angelangt, wo er sein müsste. Ich stelle einerseits fest, dass sehr viele Abgänger der ETH nicht in die Industrie gehen. Viele sind, jedenfalls bisher, in den Finanzplatz abgewandert; das ist eine grosse Zahl fähiger Leute. Es ist andererseits nach wie vor eine Tatsache, dass ein gewisser "brain drain" aus der Schweiz in verschiedene Länder stattfindet. Lange waren es die USA, heute geht es auch Richtung Deutschland. Ich bin der Meinung, wir müssten jene Institutionen unbedingt verbessern und stärken, die für die Umsetzung des Potenzials der Ausgebildeten und des Know-how, das an den ETH existiert, in volkswirtschaftliche Wertschöpfung in unserem Lande verantwortlich sind. Hier erhoffe und erwarte ich von den ETH, dass sie beim Mitteleinsatz jene Institutionen, die eben an dieser Stelle sind, deutlich stärken. Sie sind hier auch genannt. Das ist einmal der ETH-Bereich selber, aber dann trifft das vor allem auch für die Forschungsinstitutionen zu. An erster Stelle möchte ich hier die Empa nennen, die nach meiner Meinung das geeignetste Instrument ist, das die ETH heute haben, um den Transfer zu leisten. Hier, glaube ich, muss noch eine deutliche Verbesserung erfolgen.

Wenn ich das Benchmarking anschaue, das die ETH macht - wann ist man gut, und wann ist man nicht gut? -, möchte ich sagen: Ich bin natürlich damit einverstanden, dass man sich an internationalen Standards orientiert. Wir wissen alle, dass im Wissenschaftsbereich die Zitation praktisch das Wichtigste ist. Wer von andern viel zitiert wird, natürlich global, nicht nur im eigenen Lande, der ist besser bewertet als jene, die eben schlechte Zitationen haben. Ich möchte diesen Massstab gar nicht infrage stellen, den braucht es für die wirklich rein wissenschaftliche Betrachtungsweise sicher. Aber aus der Sicht der Politik und der Volkswirtschaft Schweiz dürfen wir bei diesen Institutionen, die doch gegen 2 Milliarden Franken pro Jahr in Anspruch nehmen, auch einen weiteren Massstab ansetzen, nämlich den: Wie viele Arbeitsplätze in den modernen Technologien werden in diesem Jahr, jedes Jahr, aus der ETH heraus geschaffen? Das ist für mich eigentlich ein mindestens so entscheidender Punkt. Wie viele Ingenieure sind bereit, hier in unserem Land wieder Neues aufzubauen? Wir haben ja eine Tradition; sie ist zum Teil zeitweise etwas verlorengegangen. Das finde ich für die Zukunft das Wichtigste.

Ich möchte also den Bundesrat bitten, aus diesem Bericht doch noch mitzunehmen, dass das Ziel vielleicht nicht vollständig erreicht ist, dass noch zusätzliche Anstrengungen notwendig sind und man sich auch in der nächsten Periode voll einsetzen muss. Ich glaube, wegen des wirtschaftlichen Abschwungs wird es in den nächsten drei, vier Jahren sogar noch wichtiger, dass wir in der Lage sind, in der Schweiz moderne Technologien anzusiedeln, die auf dem Weltmarkt Spitzenprodukte auch aus der Fertigung heraus, auch aus der Produktion heraus, anbieten können.

Couchepin Pascal · BPR-M · Conseil fédéral · Valais

Je tiens d'abord à remercier les intervenants pour le jugement positif qu'ils portent sur le travail qui a été effectué au sein du domaine des EPF. Monsieur Bischofberger, Madame Leumann et Monsieur David l'ont souligné. Monsieur David a été - c'est son charisme - plus critique et cela mérite que l'on s'y arrête un instant.

Je crois que l'on ne peut pas mesurer de manière trop appuyée le succès de l'école polytechnique sur le fait que des places sont créées ou non. Ce n'est pas l'école polytechnique qui peut créer des places de travail. Elle peut former des gens qui sont capables de vouloir créer des places de travail, mais l'école polytechnique ne peut pas être rendue responsable du fait que ces dernières années, par exemple, les salaires étaient tellement élevés dans le domaine des finances que les gens qui auraient eu la vocation d'aller dans l'industrie sont partis dans la finance. Je crois que les choses vont se corriger d'elles-mêmes.

Le deuxième point, c'est qu'en écoutant votre discours, on a l'impression que l'école polytechnique est une université technique, une sorte de "HES plus". L'école polytechnique a aussi pour vocation de faire de la recherche fondamentale. Je crois que le jour où l'on abandonnera cette vision des choses, on mettra en péril toute la chaîne jusqu'à la production. En effet, c'est à travers la recherche fondamentale que se reconstituent - c'est un thème que j'ai souvent abordé - les réserves de technologies. Lorsque vous faites de la recherche fondamentale, vous n'êtes pas sûrs d'aboutir à une technologie nouvelle. Mais sans la recherche fondamentale, à coup sûr, vous n'aurez pas de technologies nouvelles très intéressantes.

N'oublions pas l'importance de la recherche fondamentale pour les écoles polytechniques. C'est là qu'elle doit être faite et on ne peut pas tout mesurer au résultat économique. Bien sûr qu'il y a des améliorations à faire et les EPF en sont conscientes. Elles sont un peu en compétition pour le nombre de "spin-off" qui sont créées chaque année. Les deux écoles jouent, globalement, bien leur rôle quand on compare le résultat obtenu en Suisse avec le résultat qui est atteint dans les grandes universités américaines qui sont toujours citées en exemple.

Un autre point sur lequel j'ai écouté vos remarques, mais où j'ai eu le sentiment qu'on n'était peut-être pas d'accord à cent pour cent, c'est l'aspect concernant les technologies nouvelles et le besoin en ingénieurs. Vous l'avez dit, on jugera les écoles polytechniques sur leur capacité à fournir des gens aux secteurs technologiques nouveaux. Puis, en fin d'intervention, vous avez rappelé que l'on a besoin d'ingénieurs. Mais on a besoin d'ingénieurs aussi dans des technologies traditionnelles pour renouveler les infrastructures, pour faire des tunnels. Il ne s'agit pas toujours de technologies nouvelles, il s'agit de gens qui sont capables d'adapter les techniques nouvelles à un métier traditionnel.

Lorsque je discute avec des industriels, un certain nombre d'entre eux regrettent - faussement, à mon sens, parce que BO 2008 E 969 les écoles polytechniques continuent à faire un effort dans ce sens - que les écoles polytechniques ne fournissent plus à l'économie suisse assez d'ingénieurs traditionnels en mécanique, en génie civil. Ce qui m'a d'ailleurs positivement surpris cette année, c'est le nombre d'étudiants en mécanique, qui est à nouveau en augmentation. Il y a des espèces de tendances souterraines dans les choix, que l'on maîtrise peu et qui tiennent sans doute à des personnes ou à des événements extraordinaires. Bref, je suis convaincu que le système fonctionne bien.

Comme l'a dit Monsieur Bischofberger, il y a non pas une menace, mais une concurrence plus forte maintenant avec les universités allemandes qui sont en train de faire un effort, notamment les universités d'élite. Je suis convaincu qu'il faut avoir à l'esprit la nécessité d'avoir des entrepreneurs innovateurs et qu'il faut créer un esprit dans ce sens, mais n'oublions pas la recherche fondamentale, n'oublions pas les sciences de l'ingénieur traditionnelles, parce qu'il y a un puissant besoin de renouvellement de nos infrastructures. Donnons donc les moyens et la liberté aux écoles polytechniques de remplir leurs fonctions.

Je crois que cela sera un challenge ces prochaines années: sera-t-on capable de leur laisser assez de liberté pour qu'elles puissent répondre aux besoins nés de la concurrence internationale? Peut-être quand même pas trop de liberté, parce que si on leur laisse, en matière de salaires notamment, une liberté trop grande, assez rapidement elles trouveront toutes les raisons pour augmenter tout le monde au-delà de ce qui est nécessaire. Mais cette question sera discutée au quotidien avec le président du Conseil des écoles polytechniques fédérales ici présent, qui est assis modestement à l'ombre de la colonne du temple, et avec les autres responsables des écoles.

Berset Alain · P-M · Conseil des Etats · Fribourg · Groupe socialiste

L'entrée en matière est décidée sans opposition

Arrêté fédéral approuvant le rapport du Conseil des EPF sur la période de prestations 2004-2007

Detailberatung - Discussion par article

Titre

Proposition de la commission

Arrêté fédéral approuvant le rapport du Conseil des EPF sur la période de prestations 2004-2007

Adopté

Préambule

Proposition de la commission

L'Assemblée fédérale de la Confédération suisse, vu le rapport du Conseil des EPF d'août 2008, arrête:

Adopté

Art. 1

Proposition de la commission

Le rapport du Conseil des EPF sur la période de prestations 2004-2007 est approuvé.

Adopté

Art. 2

Proposition de la commission

Le présent arrêté n'est pas sujet au référendum.

Adopté

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

Für Annahme des Entwurfes ... 26 Stimmen

(Einstimmigkeit)

(0 Enthaltungen)