10.326
Ein neuer Religionsartikel
Altherr Hans · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Präsident (Altherr Hans, Präsident): Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission beantragt mit 6 zu 2 Stimmen bei 3 Enthaltungen, der Initiative keine Folge zu geben.
Cramer Robert · Mit-M · Ständerat · Genf · Grüne Fraktion
L'initiative du canton de Bâle-Ville propose une modification de l'article 72 de la Constitution fédérale, de façon à remplacer cette disposition par un nouvel article qui règle de façon plus complète et contraignante les rapports des Eglises et autres communautés religieuses avec l'Etat.
La discussion sur cet objet a été extrêmement brève en commission et je ne vous cacherai pas que le procès-verbal de la commission est moins long en ce qui concerne les débats que nous avons eus que ce que vous trouvez sous le chiffre 3 comme considérations de la commission. Mais on peut tout de même retenir que cette initiative a suscité deux objections: la première, c'est que l'article 72 de la Constitution est une disposition qui s'avère extrêmement adéquate. Aujourd'hui, cette disposition stipule à l'alinéa 1: "La réglementation des rapports entre l'Eglise et l'Etat est du ressort des cantons", et à l'alinéa 2: "Dans les limites de leurs compétences respectives, la Confédération et les cantons peuvent prendre des mesures propres à maintenir la paix entre les membres des diverses communautés religieuses."
On voit donc que, pour la Chambre des cantons que nous sommes, l'article 72 indique très clairement que le lieu de compétences en ce qui concerne les rapports entre l'Eglise et l'Etat est les cantons. De plus, cette disposition est complétée par l'article 15 de la Constitution qui fixe le principe de la liberté de conscience et de croyance, lequel article 15 est complété par l'article 35 alinéa 3 qui indique que cela est une des dispositions fondamentales de notre Constitution, qu'elle appartient à nos droits fondamentaux.
Ces dispositions légales ont fait leurs preuves, et notre commission ne voit pas qu'il y ait lieu d'y revenir.
Au-delà du fait qu'il ne convient pas de changer un système qui fonctionne, une seconde considération a dicté nos réflexions, c'est la volonté de ne pas céder à une forme d'activisme que l'on voit aujourd'hui se développer dans le domaine des questions religieuses. Nous pensons, pour notre part, qu'ouvrir aujourd'hui un débat sur ces questions religieuses n'aurait pas du tout les vertus apaisantes qu'a l'air d'imaginer le canton de Bâle-Ville qui a rédigé cette initiative, mais que tout au contraire, cela ouvrirait la boîte de Pandore.
Si je me permets d'être un petit peu plus long, c'est que cet objet n'est pas sans rapport avec celui que nous allons examiner tout à l'heure, l'initiative parlementaire Glanzmann 10.512, qui, elle, au contraire de ce que souhaite apparemment le canton de Bâle-Ville, a plutôt comme but de promouvoir des positions un peu offensives dans le domaine religieux. Dans un cas comme dans l'autre, c'est une façon inadéquate de procéder, aux yeux de notre commission. J'y reviendrai tout à l'heure.
J'aimerais dire encore un mot au sujet des votes. Le Conseil national a décidé, par 108 voix contre 40, de ne pas donner suite à cette initiative. Et c'est par 6 voix contre 2 et 3 abstentions que votre commission propose de ne pas y donner suite.
Diener Lenz Verena · Mit-F · Ständerat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Ich erlaube mir, sowohl zur Standesinitiative Basel-Stadt als auch zur parlamentarischen Initiative Glanzmann zu sprechen, weil es bei beiden eigentlich um eine ähnliche bis gleiche Thematik geht und die Zeit ja auch schon ein bisschen fortgeschritten ist.
Auch wenn diese beiden Geschäfte im Moment vielleicht nicht von grossem Interesse sind, weil die Emotionen noch beim Geschäft zur Transparenz unseres Abstimmungsverhaltens sind, muss ich sagen, dass ich sie für zwei wichtige Geschäfte halte. Ich habe die Akten studiert, und mir ist aus den Unterlagen sehr viel an Besorgnis und Ängsten entgegengekommen. Wir hatten zwei Ereignisse in unserem Land, die für christliche Kreise offensichtlich eine mögliche Bedrohung implizieren. Beim einen ging es um das Kruzifixverbot, hinter das sich das Bundesgericht stellte. Das andere war die Volksabstimmung über das Minarettverbot. Beide Ereignisse haben in unserer Bevölkerung viel Emotionalität ausgelöst. Viele sind aufgeschreckt und haben damit die Diskussion über einen neuen Verfassungsartikel oder neue gesetzliche Regelungen wieder lanciert.
Gegen eine vertiefte Diskussion zu Religionsfreiheit und Religionsfrieden kann sicher niemand etwas einwenden. Je multikultureller unsere Gesellschaft ist, umso wichtiger sind der Dialog, der gegenseitige Respekt und das gegenseitige Verständnis. Ich befürworte darum den interreligiösen Dialog und stehe dabei auch für unsere christlichen Wurzeln ein. Hingegen lehne ich die Forderung nach einem neuen Verfassungs- oder einem neuen Gesetzestext ab. Ich möchte das kurz begründen:
Mir ist der heute gelebte Religionsfrieden sehr wichtig, und ich möchte ihn nicht unbedacht aufs Spiel setzen. Ich will keinen neuen Kulturkampf heraufbeschwören in einer Zeit, in der die Politik immer polarisierender auftritt. Ich will keine neuen Religionshierarchien in unserem Land. Ich will zurzeit keine Verschärfung und Ausdehnung eines Religionsartikels, der Ängste und Vorurteile schürt.
Wie aber können wir den Befürchtungen und den Ängsten bezüglich der wachsenden Vielzahl von religiösen Ausrichtungen entgegentreten? Ganz sicher mit einer Vermeidung von Polarisierung; sicher auch mit der Stärkung des interreligiösen Dialogs; sicher auch mit der selbstbewussten Weiterführung unserer christlichen Tradition, indem wir das Christentum leben und lebendig erhalten; aber auch mit der Unterstützung und dem Einfordern der friedlichen Koexistenz der verschiedenen Religionen, indem der Staat in religiösen Fragen weiterhin neutral bleibt und damit die Religionsfreiheit sicherstellt; auch indem wir das von unserer Bevölkerung bestätigte Minarettverbot akzeptieren, auch wenn viele von uns - auch ich - hierzu eine andere Meinung hatten; indem wir von allen Religionen klar die Respektierung unserer Kultur- und Rechtsordnung einfordern. Wir haben nämlich in unserer geltenden Rechtsordnung genügend Instrumente, um dies zu tun.
Das sind meine wichtigsten Überlegungen, die mich dazu führen, dieser Standesinitiative und auch der parlamentarischen Initiative Glanzmann keine Folge zu geben.
Fetz Anita · Mit-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Ich nehme an, dass wir die Standesinitiative 10.326 und die parlamentarische Initiative Glanzmann 10.512 nicht zusammen behandeln. Ich werde mich deshalb später noch zur parlamentarischen Initiative Glanzmann äussern.
Weil es sich um eine Standesinitiative meines Kantons handelt, möchte ich Folgendes sagen: Ich habe die Protokolle der Debatte in der Kommission genau angeschaut und aufmerksam gelesen. In ihrem Bericht schreibt die Kommission, dass sie die geltenden Bestimmungen zu den Religionen in der Bundesverfassung für ausreichend halte, um den Religionsfrieden zu gewährleisten. Mir leuchtet das ein. Deshalb stelle ich auch keinen Gegenantrag, auch wenn sich das der Basler Grosse Rat gewünscht hätte. Ich finde, das, was die Kommission schreibt, ist richtig. Ich möchte Sie einfach daran erinnern, dass dies auch für die nächste Initiative gilt: Die Bundesverfassung kehrt bereits genügend vor, um den Religionsfrieden in der Schweiz zu gewährleisten.
Hess Hans · Mit-M · Ständerat · Obwalden · FDP-Liberale Fraktion
Wenn ich es richtig verstehe, gibt es trotz der Tatsache, dass es in der Kommission zwei Gegenstimmen gab, keinen anderen Antrag als den, der Initiative keine Folge zu geben. Deshalb erübrigt sich mein Votum.
Altherr Hans · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Der Initiative wird keine Folge gegeben
Il n'est pas donné suite à l'initiative