12.101
Programme de consolidation et de réexamen des tâches. Loi
Rossini Stéphane · P-M · Conseil national · Valais · Groupe socialiste
Bundesgesetz über das Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspaket 2014
Loi fédérale sur le programme de consolidation et de réexamen des tâches 2014
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I Einleitung
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, ch. I introduction
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 1
Antrag der Kommission
Streichen
Ch. 1
Proposition de la commission
Biffer
Angenommen - Adopté
Ziff. 2 Art. 4
Antrag der Mehrheit
Abs. 1 Einleitung, Ziff. 1-7, 9, 10, 12-16
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 1 Ziff. 8
3,9 Millionen Franken
Abs. 1 Ziff. 11
Streichen
Abs. 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 3, 4
Streichen
Abs. 5
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Antrag der Minderheit
(Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Abs. 1 Ziff. 2
Streichen
Antrag der Minderheit
(Gysi, Carobbio Guscetti, Gilli, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Abs. 1 Ziff. 4
Streichen
Antrag der Minderheit
(Gysi, Carobbio Guscetti, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab)
Abs. 1 Ziff. 8
3,1 Millionen Franken
Antrag der Minderheit
(Fischer Roland, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Abs. 1 Ziff. 11
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Antrag der Minderheit
(Hadorn, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Abs. 1 Ziff. 14
Streichen
Antrag der Minderheit
(Schwander, Gasche, Grin, Hausammann, Miesch, Müller Thomas, Schibli, Siegenthaler)
Abs. 1 Ziff. 17
17. Beschaffungszahlungen für Dienstleistungen
272 Millionen Franken
Antrag der Minderheit
(Miesch, Grin, Hausammann, Schibli, Schwander)
Abs. 1 Ziff. 18
18. Präventionskampagnen des Bundesamtes für Gesundheit (Kontengruppe Aufwandkredit)
150 Millionen Franken
Antrag der Minderheit
(Hausammann, Grin, Miesch, Müller Thomas, Schibli, Schwander)
Abs. 1 Ziff. 19
19. Kürzungen im Sach- und Betriebsaufwand
450 Millionen Franken
Antrag der Minderheit
(Miesch, Hausammann, Müller Thomas, Schibli, Schwander)
Abs. 1 Ziff. 20
20. Beiträge und Entschädigungen im Bundesamt für Kultur
50 Millionen Franken
Antrag FDP-Liberale Fraktion/SVP-Fraktion/Pfister Gerhard
Abs. 1
Der Bundesrat legt die ordentlichen Ausgaben der Finanzierungsrechnung für das Jahr 2016 auf 64 000 Millionen Franken fest. Allfällige Einsparmassnahmen haben insbesondere über den Personalaufwand und den Sach- und Betriebsaufwand zu erfolgen.
Abs. 2-4
Streichen
Abs. 5
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Schriftliche Begründung
Die bürgerlichen Parteien fordern, die ordentlichen Ausgaben auf dem Niveau der Staatsrechnung 2014 zu plafonieren. Diese Forderung soll Eingang ins KAP finden, um dem Bundesrat möglichst frühzeitig vor der Behandlung des Voranschlages 2016 in der Wintersession 2015 die Gelegenheit zu geben, die finanzpolitischen Weichen entsprechend zu stellen. Im Finanzplan, welcher vom Parlament in der Wintersession 2014 zur Kenntnis genommen wurde, ging der Bundesrat für das Jahr 2016 davon aus, dass die ordentlichen Einnahmen 71 514 Millionen Franken und die ordentlichen Ausgaben 70 906 Millionen Franken betragen würden (Steigerung im Vergleich zur Rechnung 2014 um plus 10,8 Prozent). Gleichzeitig verabschiedete das Parlament das Budget 2015, in welchem ordentliche Einnahmen von 67 665 Millionen Franken und ordentliche Ausgaben von 67 116 Millionen Franken in der Finanzierungsrechnung vorgesehen sind (Steigerung im Vergleich zur Rechnung 2014 um plus 4,9 Prozent). Sowohl der Budgetbeschluss 2015 als auch die Kenntnisnahme des Finanzplans 2016 durch das Parlament im Dezember 2014 erfolgten in Unkenntnis der massiv tieferen Einnahmen für das Jahr 2014. Die ordentlichen Einnahmen betrugen im Jahr 2014 nur 63 876 Millionen Franken (statt der budgetierten 66 245 Millionen Franken), und entsprechend mussten auch die ordentlichen Ausgaben auf 64 000 Millionen Franken (budgetiert waren 66 124 Millionen Franken) begrenzt werden.
Antrag grünliberale Fraktion
Abs. 1 Einleitung
Der Bundesrat legt die ordentlichen Ausgaben der Finanzierungsrechnung für das Jahr 2016 auf 67 000 Millionen Franken fest. Er sieht gegenüber dem Finanzplan vom 22. August 2012 und späteren mehrjährigen Finanzbeschlüssen mindestens die folgenden Einsparungen vor:
Abs. 1 Ziff. 1-10, 12-16
Gemäss Antrag der Mehrheit
Abs. 1 Ziff. 11; Abs. 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 3, 4
Streichen
Abs. 5
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Schriftliche Begründung
Ein echtes Sparpaket beim Bundeshaushalt ist nötig, damit die Schuldenbremse eingehalten werden kann und die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden können (beispielsweise Unternehmenssteuerreform III, Revision der Altersvorsorge). Das Parlament als budgetverantwortliches Organ kann sich aber nicht damit begnügen, völlig unrealistische Sparvorgaben zu definieren, deren konkrete Umsetzung vollständig auf den Bundesrat abzuschieben und gleichzeitig die bereits vorliegenden konkreten Sparmassnahmen des Bundesrates wieder rückgängig zu machen (vgl. Antrag FDP-Liberale Fraktion/SVP-Fraktion/Pfister Gerhard). Das Parlament muss ehrlich bleiben und dazu stehen, dass die nötigen Sparmassnahmen in verschiedenen Bereichen schmerzlich zu spüren sein werden. Die Grünliberalen verlangen in ihrem Antrag deshalb, dass sämtliche bereits vorliegenden Sparmassnahmen aus dem KAP mindestens übernommen werden, also auch diese im Bereich der Landwirtschaft. Zusätzlich soll das Ausgabenwachstum im Vergleich zum Finanzplan moderat gebremst werden, damit ein Ausgabenplafond von 67 000 Millionen Franken eingehalten werden kann.
Ch. 2 art. 4
Proposition de la majorité
Al. 1 introduction, ch. 1-7, 9, 10, 12-16
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 1 ch. 8
3,9 millions de francs
Al. 1 ch. 11
Biffer
Al. 2
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 3, 4
Biffer
Al. 5
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Proposition de la minorité
(Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Al. 1 ch. 2
Biffer
Proposition de la minorité
(Gysi, Carobbio Guscetti, Gilli, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Al. 1 ch. 4
Biffer
Proposition de la minorité
(Gysi, Carobbio Guscetti, Hadorn, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab)
Al. 1 ch. 8
3,1 millions de francs
Proposition de la minorité
(Fischer Roland, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Al. 1 ch. 11
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Proposition de la minorité
(Hadorn, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Jositsch, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Al. 1 ch. 14
Biffer
Proposition de la minorité
(Schwander, Gasche, Grin, Hausammann, Miesch, Müller Thomas, Schibli, Siegenthaler)
Al. 1 ch. 17
17. Paiements effectués pour des acquisitions de prestations de services
272 millions de francs
Proposition de la minorité
(Miesch, Grin, Hausammann, Schibli, Schwander)
Al. 1 ch. 18
18. Réduction des crédits accordés aux campagnes de prévention de l'Office fédéral de la santé publique (groupe de comptes crédit de charges)
150 millions de francs
Proposition de la minorité
(Hausammann, Grin, Miesch, Müller Thomas, Schibli, Schwander)
Al. 1 ch. 19
19. Réduction des charges de biens et services et des charges d'exploitation
450 millions de francs
Proposition de la minorité
(Miesch, Hausammann, Müller Thomas, Schibli, Schwander)
Al. 1 ch. 20
20. réduction des contributions et des indemnités concernant l'Office fédéral de la culture
50 millions de francs
Proposition groupe libéral-radical/groupe de l'Union démocratique du Centre/Pfister Gerhard
Al. 1
Le Conseil fédéral fixe les dépenses ordinaires du compte de financement de l'année 2016 à 64 000 millions de francs. Les éventuelles mesures d'économies doivent concerner en premier lieu les charges de personnel, les charges de biens et services et les charges d'exploitation.
Al. 2-4
Biffer
Al. 5
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Proposition groupe vert'libéral
Al. 1 introduction
Le Conseil fédéral fixe à 67 000 millions de francs le montant des dépenses ordinaires inscrit au compte de financement 2016. Il prévoit, par rapport au plan financier du 22 août 2012 et aux arrêtés financiers pluriannuels ultérieurs, au moins les coupes budgétaires suivantes:
Al. 1 ch. 1-10, 12-16
Selon proposition de la majorité
Al. 1 ch. 11; al. 2
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 3, 4
Biffer
Al. 5
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Carobbio Guscetti Marina · Mit-F · Conseil national · Tessin · Groupe socialiste
Ich spreche hier über die Massnahmen in Ziffer 2, "Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit". Wir haben alle die Bilder der überfüllten Flüchtlingslager in den Nachbarländern Syriens und der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer gesehen. Viel wurde darüber diskutiert, welche Massnahmen ergriffen werden können, um weitere Tote im Mittelmeer zu verhindern. Diese Diskussion ist wichtig, darf aber nicht an diesem Punkt enden. Migration hat Ursachen, die auch mit unserer Politik hier in Europa verbunden sind: Es gibt Grosskonzerne, die sich in den Ländern des Südens weder um Umweltstandards noch um Menschenrechte kümmern und nicht gestoppt werden. Es gibt auch Diktatoren, die ihre Bevölkerung unterdrücken und ihre Millionen bei Schweizer Banken verstecken. Dann gibt es auch jahrzehntelange Umweltverschmutzungen, die insbesondere in ärmeren Ländern Naturkatastrophen verursachen.
Es soll also auch die Frage gestellt werden, wie diese Menschen in ihrem Kampf um ein besseres Leben direkt vor Ort unterstützt werden können. Der Entwicklungszusammenarbeit kommt dabei eine zentrale Rolle zu, auch wenn Gegnerinnen und Gegner immer wieder das Gegenteil behaupten. Zu Recht hat das Parlament 2008 beschlossen, bis 2015 eine APD-Quote von 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erreichen. Dementsprechend hat das Parlament auch die Motion Vitali 13.3582, "Fristerstreckung für die Erhöhung der Entwicklungshilfe", die eine Fristerstreckung bis 2020 verlangte, letztes Jahr deutlich abgelehnt. Gerade angesichts der aktuellen internationalen Situation ist es daher verantwortungslos, eine Kehrtwende vorzunehmen und die geplanten Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit um jährlich 38,5 Millionen Franken zu kürzen, wie mit den KAP-Massnahmen vorgeschlagen wird.
Eine Kürzung würde nicht nur multilaterale Organisationen wie das IKRK oder Uno-Organisationen treffen, sondern auch Projekte in den Bereichen Wasser, Gesundheit und ähnliche Infrastruktur verzögern oder schmälern. Die Entwicklungszusammenarbeit steht zum Beispiel im südlichen Afrika vor grossen Herausforderungen. Doch gerade im Gesundheitsbereich, im Umweltbereich oder bei Fragen der Gouvernanz könnte durch internationale und schweizerische Bemühungen viel erreicht werden. Diesen positiven Entwicklungen widersprechen die unsinnigen Kürzungsanträge, die wir jetzt diskutieren und die nicht erklärbar sind.
Auch ohne Kürzung wird die APD-Quote laut neuen Berechnungen des Bundesamtes für Statistik nur bei 0,47 Prozent liegen, und das auch nur, weil in die APD-Quote auch die Ausgaben für Asylsuchende in ihrem ersten Aufenthaltsjahr in der Schweiz einfliessen. Diese Ausgaben machen gemäss der Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Vitali einen Viertel der APD-Quote aus - während andere reiche Länder die Zielvorgabe der Uno von 0,7 Prozent bereits überschritten haben. Die Antwort, dass ein Teil der Kürzungen durch die Währungssituation abgefedert werden könnte, ist wenig zufriedenstellend.
Anstatt Kürzungen vorzunehmen, soll die Schweiz vielmehr ihre Bemühungen in der Entwicklungszusammenarbeit intensivieren, denn die weltweite Armut und die grenzüberschreitenden Risiken erfordern eine stärkere internationale Beteiligung. Heute das Budget der Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen wird nicht nur schwerwiegende Folgen für die betroffenen Bevölkerungen haben, sondern es geht auch gegen die internationalen Verpflichtungen, die die Schweiz eingegangen ist.
Deshalb bitte ich Sie im Namen der SP-Fraktion, meiner Minderheit zu folgen und bei der Entwicklungshilfe nicht zu kürzen, das heisst, den Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit im KAP nicht zuzustimmen.
Ridurre oggi i mezzi dell'aiuto allo sviluppo è incomprensibile e in contraddizione sia con quanto deciso dal Parlamento - raggiungere lo 0,5 per cento del prodotto interno lordo per questo scopo - sia, soprattutto, con la necessità di investire maggiormente nella cooperazione e nell'aiuto allo sviluppo per aiutare realmente e direttamente nei loro Paesi tutte le persone in difficoltà. Questo segnale oggi non possiamo darlo, questa riduzione di 38,5 milioni di franchi, che è richiesta nel programma di consolidamento e di risparmio della Confederazione, non possiamo accettarla. Vi invito quindi a sostenere la mia minoranza.
Gysi Barbara · Mit-F · Conseil national · St-Gall · Groupe socialiste
Auf einen Nenner gebracht: Der Bund spart auf Kosten der AHV-Rentnerinnen und -Rentner sowie der Jugendlichen.
Bei meinem Minderheitsantrag zu Ziffer 4 geht es um eine grössere Summe von 132,5 Millionen Franken. Dort geht es um die Halbierung der Verzinsung der IV-Schuld im AHV-Fonds.
Bei meinem Minderheitsantrag zu Ziffer 8 geht es um eine wesentlich kleinere Summe von 0,8 Millionen, die aber auch wichtig ist: Es ist eine Kürzung der Beiträge an "Jugend und Sport" für Kurse und für die "Jugend und Sport"-Kaderausbildung.
Zum ersten Minderheitsantrag, zur Verzinsung der IV-Schuld im AHV-Fonds: Im Jahre 2010 hat man die Konditionen für die Verzinsung der IV-Schuld im AHV-Fonds für die Jahre 2011 bis 2017, in denen im Rahmen der IV-Zusatzfinanzierung die Verzinsung voll über die Bundeskasse läuft, zu einem festen Zinssatz vereinbart. Der Zinssatz basiert auf dem durchschnittlichen 7-Jahres-Swap-Satz der Jahre 2008 bis 2010 und wurde auf 2 Prozent festgelegt. Damals dachte man, das sei gut, weil die Zinsen eben nicht so sanken. Die Zinsen sind zwar gesunken, aber man hat einen festen Zinssatz abgemacht.
Mit dem jetzt vorliegenden Sparvorschlag für 2016 wird dieser Zinssatz einseitig von 2 auf 1 Prozent reduziert, also halbiert. Man hat aber nicht mit den Verantwortlichen des AHV-Fonds gesprochen und etwas Neues ausgehandelt. Diese Personen haben uns in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie damit nicht einverstanden sind und das nicht richtig finden. Die Halbierung des Zinssatzes dient eben nicht der IV, sondern schont die Bundeskasse. Die 132 Millionen Franken sind eine doch stattliche Summe, um welche die Bundeskasse hier zum Schaden des AHV-Fonds entlastet wird. Diese Massnahme widerspricht einerseits der Abmachung, die der Bund mit dem AHV-Fonds getroffen hat, und schadet andererseits dem AHV-Fonds, denn sie mindert dessen Einnahmen. 2014 war das Umlageergebnis der AHV mit 317 Millionen erstmals im Minus. Der AHV-Fonds schloss aber insgesamt mit einem Plus von 1,7 Milliarden Franken ab und ist nach wie vor gut unterwegs. Dennoch ist es falsch und kontraproduktiv, die Sparerei bei der Bundeskasse zulasten der AHV zu betreiben.
Diese Massnahme ist, wie Sie eben merken, gar keine Sparmassnahme, sondern nur eine Kostenverlagerung und somit Augenwischerei. Negative Auswirkungen dieser Halbierung des Zinssatzes gibt es aber sehr wohl. Zwar gibt die Bundeskasse weniger aus, aber dieses Geld wird dem AHV-Fonds entzogen. 132 Millionen Franken werden also den AHV-Rentnerinnen und -Rentnern entzogen. Es kann doch nicht sein, dass man die AHV dafür bestraft, dass die Einnahmen in der Bundeskasse wegbrechen! Dazu kommt, dass die Politik, die betrieben worden ist - insbesondere die Beschlüsse mit der Unternehmenssteuerreform II und der steuerfreien Dividendenausschüttung -, die AHV ebenfalls bestraft hat, weil zusätzliche Dividenden ausbezahlt und nicht mehr als Löhne ausgeschüttet wurden und ebenfalls keine AHV-Beiträge geleistet worden sind. Die AHV hat nun zu klagen, weil viele Einnahmen fehlen.
Erstaunlich ist bei dieser Massnahme auch der Zickzack-Kurs der Ratsrechten. In der Finanzkommission lag zuerst ein gleichlautender Antrag auch von dieser Seite vor, der dann aber wieder zurückgezogen wurde. Es ist nicht so klar, warum man die Meinung jetzt plötzlich doch geändert hat. Wichtig ist auch, dass die SGK-NR diese Sparmassnahme respektive diese Kostenverlagerung zulasten der AHV ganz klar ablehnt.
Mein Minderheitsantrag zu Ziffer 8, Massnahmen des VBS im Transferbereich, bezieht sich konkret auf 0,8 Millionen Franken, die bei "Jugend und Sport"-Kursen gekürzt werden sollen. Die Zahl der Kurse ist aber angestiegen, die budgetierten Mittel reichen sowieso nicht mehr aus, und wir werden auch in der Sommersession über einen Nachtragskredit für dieses Jahr diskutieren müssen. Darum ist es total unsinnig, jetzt schon die Mittel für 2016 unnötig zu kürzen, auch wenn ich sagen muss, dass 800 000 Franken kein grosser Betrag sind. Darum ist es komisch, dass man das kürzen will, zumal für "Jugend und Sport"-Kurse 800 000 Franken sehr viel Geld sind. Da trifft man wirklich die Falschen: Jugendliche und Kinder, die Sportkurse besuchen, Lager besuchen, Wochenkurse besuchen. Da fehlt dann das Geld für die Trainings. Gewisse Lager können dann vielleicht nicht mehr stattfinden.
Man trifft aber auch all die ehrenamtlichen, freiwilligen Mitarbeitenden, die sich da ohne Entgelt engagieren und Kurse leiten. Wenn hier gekürzt wird, wird auch die ehrenamtliche Arbeit torpediert. Das kann es doch nicht sein! So schlimm steht es um die Bundeskasse nicht, dass wir gerade bei Kindern und Jugendlichen und der Freiwilligenarbeit sparen, auch wenn es nur 800 000 Franken sind. Das kann doch nicht sein! Da treffen wir definitiv die Falschen und demotivieren auch Freiwillige. Ich bitte Sie also sehr, dieses Sparen am falschen Ort sein zu lassen.
Besten Dank für die Unterstützung meiner Minderheitsanträge.
Feller Olivier · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical
Sie haben erwähnt, dass abgemacht wurde, den Zinssatz auf 2 Prozent festzulegen; das wurde vor einigen Jahren abgemacht. Was Sie nicht gesagt haben, ist, was wir in der Finanzkommission erfahren haben: Es ging um eine Abmachung zwischen der Eidgenössischen Finanzverwaltung und dem Bundesamt für Sozialversicherungen. Die Departementsvorsteher beziehungsweise der Bundesrat haben eigentlich überhaupt nichts entschieden. Finden Sie es nicht legitim, dass der Bundesrat heute endlich einen Entscheid trifft und dass die politische Behörde, der Bundesrat, uns einen Vorschlag macht? Ist es nicht auch das Recht des Bundesrates, einen Vorschlag zu machen, da vor einigen Jahren eigentlich allein einige Beamte das beschlossen haben?
Gysi Barbara · Mit-F · Conseil national · St-Gall · Groupe socialiste
Ich glaube, in unserem Bundesstaat ist es so, dass wir ganz viele Mitarbeitende haben, die eben auch ausführend tätig sein müssen. Da braucht es Abmachungen. Diese Abmachungen liegen auch schriftlich vor. Der Bundesrat kann andere Entscheide treffen. Wir haben aber genauso das Recht, den Bundesrat hier zu stoppen. Ich finde es nicht korrekt, dass man sich nicht an diese Abmachung von damals halten will.
Fischer Roland · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe vert'libéral
Mit meiner Minderheit beantrage ich bei Ziffer 11, "Massnahmen in der Landwirtschaft", auch dem Bundesrat zu folgen und nicht der Mehrheit der Kommission. Wir sind der Meinung, dass auch die Landwirtschaft einen Beitrag an die Sparbemühungen des Bundes leisten soll, damit auch in Zukunft die Schuldenbremse eingehalten werden kann. Es kann nicht sein, dass wir in verschiedenen Aufgabenbereichen, wo wir notabene auch mehrjährige Finanzierungsbeschlüsse und Zahlungsrahmen haben, Einsparungen beschliessen und dann genau in einem Bereich nicht. Dafür gibt es überhaupt keine Begründung.
Ich weiss, wir haben diese Diskussion bereits beim Budget geführt. Die Argumente, die man jetzt hier vorbringen kann, sind dieselben wie beim Budget. Aber es geht hier noch um einen entscheidenden Unterschied: Es geht hier bei dieser Vorlage auch um langfristige Massnahmen, um eine langfristige Einsparung. Denn es betrifft nicht nur den Voranschlag 2016, sondern eben auch die zukünftigen Finanzpläne. Deshalb ist das eine nachhaltige Massnahme. Ich denke, dass es vor dem Hintergrund der Opfersymmetrie gerechtfertigt ist, wenn hier auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leistet.
Wir haben deshalb diesen Punkt auch in den Antrag aufgenommen, den dann mein Kollege Bäumle im Namen der grünliberalen Fraktion noch erklären wird. Es geht darum, dass man auch hier das KAP so verabschiedet, wie es vom Bundesrat integral vorgeschlagen wurde, in einer austarierten, ausgewogenen Art und Weise, sodass wir hier eine Opfersymmetrie haben und alle Aufgabenbereiche gleichberechtigt zum Zuge kommen.
Ich bitte Sie deshalb, meiner Minderheit zuzustimmen.
Hausammann Markus · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Lieber Herr Kollege Fischer, auch nach der ungeheuerlichen Fehlinformation durch Kollegin Kiener Nellen muss ich hier ein paar Sachen klarstellen und Ihnen dann eine Frage stellen. Die Rechnung 2012 enthielt für Landwirtschaft und Ernährung Ausgaben von 3,71 Milliarden Franken, 2013 waren es gleich viel, ebenfalls 3,71 Milliarden, 2014 waren es 20 Millionen weniger, 3,69 Milliarden. Im Voranschlag 2015 sind es jetzt ebenfalls 3,69 Milliarden, aber erst, nachdem das Parlament korrigierend eingegriffen hat. Vorher wäre der Betrag viel tiefer gewesen. Im Finanzplan 2016-2018 sind für die kommenden Jahre wiederum je 60 Millionen Franken weniger eingestellt. Gemessen an den Zahlen für Aufgabengebiete, die enorme Wachstumsraten ausweisen, attestieren Sie der Landwirtschaft, dass sie damit schon einen wichtigen Teil zu einem stabilen Finanzhaushalt geleistet hat?
Fischer Roland · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe vert'libéral
Herr Kollege Hausammann, Sie müssen sehen, dass nicht alle Aufgabenbereiche einfach per se gleich wachsen können und sollen. Denken Sie beispielsweise einmal an die Altersvorsorge und an die Demografie: Wir haben immer mehr ältere Personen, die Gesundheitsausgaben steigen immer mehr, die Notwendigkeiten für entsprechende Krankheitsbehandlungen nehmen zu. Es ist klar, dass hier aufgrund der rechtlichen Grundlagen mehr ausgegeben werden muss. Aber in der Landwirtschaft haben wir eine andere Situation: Die Wertschöpfung in der Landwirtschaft ist eigentlich seit Jahren stabil geblieben - sie hat, je nach Jahr, sogar abgenommen -, die Anzahl der Beschäftigten nimmt ab, die Anzahl der Betriebe nimmt gemäss den Statistiken des Bundes auch ab. Dann ist es ja klar, dass die Ausgaben für die Landwirtschaft nicht in einer gleichen Art und Weise wachsen können, wie das bei anderen Ausgaben des Bundes der Fall ist. Ich möchte hier betonen, dass wir nie eine Kürzung verlangt haben, die im Vergleich zu anderen Aufgabenbereichen über das Mass der Dinge hinausgeht.
Hadorn Philipp · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe socialiste
Ich spreche zum Minderheitsantrag zu den Massnahmen in Ziffer 14, "Priorisierungen und Effizienzsteigerungen Schienenverkehr". Nach der verweigerten Rückweisung gilt es jetzt, den Schaden zu begrenzen und darzulegen, was die Folge einzelner Massnahmen effektiv wäre. Die Wörter "Priorisierungen" und "Effizienzsteigerungen" tönen zugegebenermassen auch in meinen Ohren in keiner Art und Weise provokativ. Gerade als Befürworter eines starken Staates, einer öffentlichen Hand, die eine breite Palette von Dienstleistungen und anderen Leistungen anbietet, ist es mir von besonderer Bedeutung, dass diese Leistungen auch sichtbar in guter Qualität und effizient organisiert erbracht werden. In der vom Staat erbrachten Grundversorgung darf und soll der Staat meines Erachtens den Tatbeweis erbringen, dass er auch "ausser Konkurrenz" konkurrenzlos stark ist.
Der Abbau von 40 Millionen Franken gemäss dieser Ziffer beinhaltet aber nicht wirklich, was der Titel verspricht: Priorisierungen könnten, bei einer Reduktion des Investitionsbeitrages an die Infrastruktur der SBB im Umfang von jährlich 15 Millionen Franken, schlussendlich sehr wohl mit Aufschub von Unterhalt und, ich erwähne es nur ungern, auch mit Abstrichen an der Sicherheit auf der Schiene zu tun haben. Unlängst haben wir wiederum von Ereignissen gehört.
Die Reduktion von jährlich 5 Millionen bei der Infrastruktur der Privatbahnen bedingt offenbar gar eine Anpassung der Leistungsvereinbarungen. Viel Glück, wenn die Behörden dann trotz unbestritten vorhandenem Nachholbedarf bei den Investitionen in die Infrastruktur mithelfen dürfen, Prioritäten neu zu setzen!
Dem nichtalpenquerenden Schienengüterverkehr Abgeltungen im Umfang von jährlich 20 Millionen just in dem Moment zu entziehen, in dem beispielsweise SBB Cargo endlich den langersehnten Turnaround geschafft hat und sich zusätzlich gerade mit der Bewältigung des Margen- und Volumendruckes aufgrund des Entscheides der Nationalbank auseinanderzusetzen hat, wäre meines Erachtens ziemlich fehl am Platz. Auch ist die Revision des Gütertransportgesetzes noch nicht unter Dach und Fach.
Das Paket von Ziffer 14 mit dem trügerischen Titel "Priorisierungen und Effizienzsteigerungen Schienenverkehr" hält nicht das, was es verspricht. Es ist eine Sparmassnahme, welche notwendige Investitionen in den Unterhalt torpediert, was möglicherweise verbunden ist mit späteren Mehrkosten und gar auf Kosten der Sicherheit geht. Das läuft der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene richtig zuwider. Das will ich nicht - und wohl kaum jemand in diesem Saal.
Unterstützen Sie meine Minderheit, und verhindern Sie diese kontraproduktive Massnahme mit möglicherweise schmerzhaftem Bumerangeffekt.
Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ich möchte in Ziffer 17, "Beschaffungszahlungen für Dienstleistungen", um 272 Millionen Franken reduzieren. Ich bitte Sie, diese Minderheit zu unterstützen. Warum? Eigentlich müsste ich keine grossen Ausführungen machen. Wir haben ja auf dem Tisch den Bericht "Externe Mitarbeitende der Bundesverwaltung". Es ist ein Bericht der Parlamentarischen Verwaltungskontrolle zuhanden der Geschäftsprüfungskommission des Ständerates. Dort haben wir klare Ausführungen. Ich werde dann ein paar Ausführungen zitieren. Und wir haben den Bericht über die Transparenz bei den externen Mandaten bei der Bundesverwaltung. Dieser Bericht wurde aufgrund des Postulates Häberli-Koller 09.4011, "Transparenz bei den Expertenmandaten der Bundesverwaltung", verfasst.
Was steht in diesem Bericht? In diesem Bericht sind pro Departement Zusammenstellungen der allgemeinen Beratungen und Dienstleistungen, der Informatikdienstleistungen, der betriebswirtschaftlichen Beratungsdienstleistungen, Management-Beratung, Organisation, Coaching, Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen sowie Sprach- und Übersetzungsdienstleistungen enthalten. Wir haben die Zusammenstellungen. Die Summe all dieser extern beschafften Dienstleistungen belief sich im Jahr 2009 auf 470 Millionen Franken, im Jahr 2010 waren es 490 Millionen, im Jahr 2011 waren es 645 Millionen, im Jahr 2012 waren es 742 Millionen, und heute - Staatsrechnung 2014 - sprechen wir von knapp einer Milliarde Franken. Innerhalb von wenigen Jahren haben wir eine Verdoppelung von diesen externen Dienstleistungen, die wir beschaffen.
Hier nun um 272 Millionen Franken zu reduzieren bedeutet etwa 25 Prozent. Das ist durchaus möglich. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, wie wir sehen, wenn wir diese zwei Berichte, die ich erwähnt habe, genau studieren und entsprechend auch lesen.
Ich möchte ein paar Fakten aus diesem Bericht "Externe Mitarbeitende der Bundesverwaltung" zitieren: 2012 beliefen sich die Ausgaben für externe Mitarbeitende in den neun untersuchten Verwaltungseinheiten - es sind neun untersuchte Verwaltungseinheiten - auf über 137 Millionen Franken. Davon entfielen 114 Millionen Franken auf den Informatikbereich und 23 Millionen auf andere, also wissenschaftliche, administrative Bereiche. Und jetzt kommt das Wichtige: Der Beizug von externen Mitarbeitenden in den neun untersuchten Einheiten entspricht rund 500 Vollzeitstellen oder 11 Prozent aller Vollzeitstellen. Und jetzt das Allerwichtigste für uns wegen der Reduzierung: Im Durchschnitt sind die Jahreskosten für externe Mitarbeitende um 40 bis 50 Prozent höher als für interne Mitarbeitende, wobei diese Kostendifferenz von Fall zu Fall erheblich variiert. 40 bis 50 Prozent höher, als wenn wir die Mitarbeitenden anstellen! Hier haben wir ein grosses Sparpotenzial; das haben wir aufgrund dieses Berichtes schwarz auf weiss.
Weiter heisst es: "Oft fehlen sowohl eine klare Definition der Aufgaben" - es geht um die externen Mitarbeitenden -, "welche vollständig und dauerhaft intern erledigt werden müssen, als auch die Kriterien für eine externe Vergabe (sei es über die Anstellung externer Mitarbeitender oder eine vollständige Externalisierung gewisser Tätigkeiten) ... Hält man sich aber den Umfang des Beizugs externer Mitarbeitender und die damit einhergehenden Kosten und Risiken vor Augen, muss festgestellt werden, dass es hier an der Steuerung durch die Departemente und den Bundesrat mangelt."
All diese Berichte, die wir in Auftrag gegeben haben, zeigen: Hier können wir reduzieren, und zwar ohne Leistungseinbussen, da bin ich überzeugt. Wir müssen genau hinschauen, bei jedem Departement, und dann können wir um diese 272 Millionen Franken ohne Leistungseinbussen reduzieren. Diese zwei Berichte, aus denen ich zitiert habe, sind Beweis genug, dass wir das machen können.
Ich bitte Sie, dieser Minderheit zuzustimmen.
Bernasconi Maria · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Herr Schwander, ich habe Ihnen gut zugehört. Ich bin auch Mitglied der GPK und finde diesen Bericht ebenfalls sehr interessant.
Wir waren ja immer gegen diese Externalisierungen und möchten gerne, dass diese Stellen wieder intern besetzt werden. Ich glaube Ihnen nämlich nicht ganz, wenn Sie sagen, dass das ohne Leistungseinbusse gemacht werden könne; solche Einbussen werden eintreten, wenn man nicht auch internalisiert. Haben Sie ausgerechnet, wie viele Stellen oder Personen es genau bräuchte, wenn diese Aufgaben jetzt von internen Mitarbeitenden ausgeführt würden?
Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Diese Zahlen habe ich jetzt nicht ausgerechnet. Aber es gibt natürlich solche Zahlen. Ich nehme das Beispiel von diesen 500 Vollzeitstellen bei diesen neun Verwaltungseinheiten. Wenn wir da berücksichtigen, dass eben bei externen Mitarbeitenden Know-how verlorengeht, dann sind es eben nicht 500 Vollzeitstellen, die internalisiert werden müssten, sondern viel weniger, weil eben zu berücksichtigen ist, dass bei den Schnittstellen Know-how verlorengeht. Hier geht es um viel weniger Stellen, als festgehalten wird, davon bin ich überzeugt. Darum habe ich gesagt, dass diese Leistung mit weniger internen Mitarbeitenden erbracht werden kann. Es wird ja gesagt, ich habe das zitiert, dass oft der klare Auftrag fehle. Offensichtlich sind externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt, und wir wissen nicht, welchen konkreten Auftrag sie haben. Das können Sie im Bericht auch nachlesen. Solche externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten wir nicht ersetzen.
Miesch Christian · Mit-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Um es vorwegzunehmen: Meine beiden Minderheitsanträge sind keine Sparanträge, sondern Anträge, um das Ausgabenwachstum ein wenig zu reduzieren.
Der erste Minderheitsantrag betrifft das Bundesamt für Gesundheit. Ob mit exzentrischen und provokativen HIV-Kampagnen, fragwürdigen Alkohol- und Wurststudien oder tabakfeindlichen Gesetzesvorlagen, das BAG spielt sich als den Bürger erziehender Moralapostel auf. Die Massnahmen zeugen von bürger- und weltfremden Ideen des BAG, zum Beispiel eben die erst kürzlich lancierte, sehr fragwürdige HIV-Kampagne mit pornografisch-provozierendem Inhalt. Das BAG veröffentlicht immer wieder umstrittene Studien und instrumentalisiert die schon vor Studienbeginn gewünschten Resultate gekonnt, neueste Beispiele: eine Studie zu den angeblich alkoholbedingten Kosten für Gesellschaft und Wirtschaft oder eine Anti-Wurst-Studie. Bei genauer Betrachtung stellen sich diese häufig nicht überprüfbaren Statistiken und Studien als wenig wissenschaftlich dar und dienen nur zu Kampagnenzwecken.
Wir haben das Präventionsgesetz abgelehnt, und was macht das BAG? Es hat zwischen 2007 und 2013 siebzig neue Stellen geschaffen und jetzt einen Personalbestand von 476 Angestellten mit einem Durchschnittslohn - Sie hören richtig - von 142 000 Franken. Von 2010 bis 2014 fand gemäss Finanzplan ein Ausgabenwachstum um jährlich 431 Millionen auf insgesamt 2,9 Milliarden Franken statt, und dies, obwohl die Gesundheitspolitik im Grunde genommen vor allem eine kantonale Angelegenheit ist.
Ich bitte Sie deshalb, auf die Kürzung um 150 Millionen Franken gemäss Minderheitsantrag einzutreten und diesen zu unterstützen.
Der zweite Minderheitsantrag betrifft das Bundesamt für Kultur. Kultur ist nach unserer Ansicht grundsätzlich weder eine Angelegenheit des Bundes noch eine der Kantone oder Gemeinden, denn eine öffentlich geförderte Kultur läuft immer Gefahr, dass sie dem kurzlebigen modischen Zeitgeist huldigt, statt länger gültige, über die Tagesaktualität hinausgehende Werte zu schaffen. Staatliche Kulturpolitik kann darum höchstens ergänzenden Charakter haben, denn öffentliche Unterstützung eines Projekts heisst zugleich immer Diskriminierung aller nichtgeförderter Projekte. Die Kultur wird so zum Instrument nach globaler Ausstrahlung sich sehnender Regierungen degradiert und ist zahme Unterhaltungsindustrie. Subventionen sind ein Angriff auf die Autonomie und verursachen Beisshemmung; wer beisst schon die Hand, die ihn füttert? Staatliche Eingriffe hemmen die Anerkennung Kulturschaffender als selbstständige Unternehmer.
Dass Regierungen Kunstschaffende fördern, sollte auf Skepsis stossen. Das Unbehagen ist begründet: Es wäre naiv zu glauben, dass sich staatlicher finanzieller Einfluss nicht auf den Inhalt überträgt. Kulturschaffende müssen sich bewusst sein, dass ihr Subventionsantrag auch einer ideellen Prüfung unterzogen wird. Es kann aber nicht dem Staat überlassen sein, zu definieren, was Niveau hat, was Stil hat und was nicht bzw. was folglich gefördert werden soll oder eben nicht.
Aus diesem Grund bitten wir Sie, den Beitrag für Kultur für 2016 um 50 Millionen Franken zu kürzen.
Hausammann Markus · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Nachdem wir nun endlich die inhaltliche Beratung des KAP aufgenommen haben, sehen wir uns leider von den finanzpolitischen Aktualitäten eingeholt. So haben auch Sie, Frau Bundesrätin, schon verschiedentlich darauf hingewiesen, dass dieses KAP nicht ausreichen wird, um das Gleichgewicht des Finanzhaushaltes wiederherzustellen. Sie haben deshalb bereits weitere Massnahmen angekündigt.
Da wir gehalten sind, trotz vorliegender griffiger Einzelanträge Artikel 4 Absatz 1 im Detail zu beraten, halte ich an meinem Minderheitsantrag fest, beim Sach- und Betriebsaufwand um 450 Millionen Franken zu kürzen. Querschnittkürzungen sind nicht so schlecht, wie das z. B. vonseiten der BDP-Fraktion dargestellt worden ist. Es weiss nämlich niemand so gut, wo das Kürzungspotenzial liegt, wie die Verwaltung selbst. Wir müssen sie aber dazu anhalten, diesen Auftrag auszuführen.
Die vonseiten der SVP-Fraktion vorgeschlagenen Minderheitsanträge würden den Bundeshaushalt um 922 Millionen Franken entlasten, und zwar zusätzlich zu den von der Kommission beantragten 462 Millionen Franken. Ich bitte Sie, unseren Minderheitsanträgen zuzustimmen, um dem KAP wenigstens eine minimale Wirkung zu ermöglichen.
Bernasconi Maria · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Herr Hausammann, die Schweiz ist das glücklichste, innovativste und das wettbewerbsfähigste Land der Welt und hat die tiefste Staatsquote. Sie verbreiten jetzt Angst und sagen, dass wir da noch mehr sparen müssten. Sie sagen auch, dass es nichts mache, wenn man Querschnittkürzungen mache.
Sagen Sie mir: Wer ist der grösste Arbeitgeber des Bundes? Wo sind im letzten Jahr am meisten Stellen aufgestockt worden? Wenn Sie mir das beantworten können und sagen, dass Sie weder beim VBS noch bei der Landwirtschaft sparen wollen, dann frage ich Sie noch: Möchten Sie, dass wir die Parlamentsdienste abschaffen, sodass wir hier im Saal keine Weibel mehr haben oder Herr Generalsekretär Schwab zu Hause bleiben kann?
Hausammann Markus · Mit-M · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Das ist tatsächlich nicht so. Aber wenn Sie mir zugehört hätten, hätten Sie gehört, dass eben genau die Verwaltung intern das wirklich am besten spüren und Vorschläge machen kann. Aber bis jetzt haben wir da eine Verweigerung festgestellt, die insbesondere durch Ihre Partei mitunterstützt wurde.
Müller Leo · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe PDC-PEV
Heute haben wir bei Artikel 4 des KAP-Gesetzes im Grundsatz über zwei Konzepte zu entscheiden, nämlich über jenes der Finanzkommission einerseits und über die drei gleichlautenden Einzelanträge der drei Antragsteller andererseits. Die CVP/EVP-Fraktion - um das Wichtigste vorwegzunehmen - unterstützt das KAP-Gesetz, wie es die Finanzkommission vorschlägt, und lehnt grossmehrheitlich diese drei Einzelanträge und die Minderheitsanträge ab, und zwar aus guten Gründen.
Ich weiss, ich höre jetzt schon die Kritik, dass unsere Fraktion den Schulterschluss breche, aber ich zähle auch darauf, dass die Kritiker sich der Sache annehmen und sich ein Bild davon machen, ob die Einzelanträge realistisch sind oder nicht und ob die Kritik an der CVP gerechtfertigt ist oder nicht. Müssten Einsparungen gemäss diesen Einzelanträgen umgesetzt werden, müssten gemäss Finanzplan 2016-2018 auf den 1. Januar 2017 Einsparungen von 7 Milliarden Franken - Sie haben richtig gehört: 7 Milliarden Franken - vorgenommen werden. Die Anträge verlangen zudem, dass die Einsparungen insbesondere im Personalbereich einerseits und andererseits beim Betriebs- und Sachaufwand vorgenommen werden. Diese Positionen - und hören Sie jetzt zu! - betragen zusammen 10,3 Milliarden Franken. Wie soll nun der grösste Teil dieser 7 Milliarden bei der Position von 10,3 Milliarden Franken eingespart werden? Überlegen Sie jetzt in aller Ruhe, ob das machbar ist, und überlegen Sie sich, ob die Kritik an der CVP begründet ist oder nicht.
Wir stehen dazu, dass das Ausgabenwachstum nicht so weitergehen kann, wie das der Finanzplan vorsieht. Ich persönlich habe da bereits eine Vorleistung gemacht. Ich habe in der Frühjahrssession einen Vorstoss (15.3224) eingereicht, gemäss dem die Personalkosten und ebenfalls die Beratungskosten plafoniert werden sollen.
Wenn die Anträge durchkommen würden, müsste der Bundesrat Einsparungen vorschlagen. Dann kommen vor allem die wenig gebundenen Ausgaben zur Kasse. Ich bin dann gespannt, was die Frau Bundesrätin sagt, welche Bereiche dann zur Kasse gebeten werden. Ich sage Ihnen heute hier und jetzt: Die Abstimmungsliste von heute kann man hervornehmen. Man kann schauen, wer für die Sparanträge bei der Armee ist, wer für die Sparanträge bei der Landwirtschaft ist, wer für die Sparanträge bei der Schieneninfrastruktur, bei den Strassen usw. ist. Man kann dann schauen, wer wie gestimmt hat. Sie wissen alle, es gibt ja Leute, die das anschauen werden und schauen, wie sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier verhalten haben.
Solche Hauruck-Übungen bringen nichts. Ich sage Ihnen, es hat mich wirklich gefreut, als ich heute die Stellungnahme von Economiesuisse gelesen habe. Diese schlägt nämlich vor, dass für einzelne Bereiche Einsparungspotenziale erarbeitet und dann vorgeschlagen werden. Und ich habe auch Freude gehabt, als ich heute den Kommentar in der "Basler Zeitung" gelesen habe - eine Zeitung, die sonst immer fürs Sparen ist. Es wurde dort moderat dargelegt, dass man so, wie jetzt beantragt wird, nicht vorgehen könne, sondern dass man bei einzelnen Bereichen diese Sparpotenziale ausloten solle. Ich mache Ihnen den Vorschlag, hier spreche ich vor allem zu den "Schulterschlussparteien", dass wir für die einzelnen Bereiche zusammensitzen und für einzelne Bereiche Positionen definieren, wie wir das beispielsweise bei der Armee gemacht haben - diese 5 Milliarden Franken haben wir mehrmals bestätigt. Dann soll das Parlament entscheiden, ob es das will oder nicht. Aber was heute beantragt wird, geht nicht. Ich sage Ihnen auch: Das ist dem Wirtschaftsstandort abträglich, mit solchen Hauruck-Übungen Einsparungen zu tätigen versuchen. Da schauen andere auch hin und sehen, was wir im Parlament wollen oder nicht.
Ich danke Ihnen, wenn Sie unsere Anträge unterstützen.
Portmann Hans-Peter · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe libéral-radical
Kollege Müller, Sie haben nun erklärt, warum Ihre Partei jetzt bei dem, was Ihr Präsident unterschrieben hat, nicht mitmacht: weil das technisch hier nicht möglich ist. Wie wird es dann bei der Kulturbotschaft in der ersten Woche der Sommersession sein, für die es ja dann technisch möglich wäre? Sind Sie dann für den Minderheitsantrag der Plafonierung oder nicht? Auch das hat Ihre Partei ja unterschrieben.
Müller Leo · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe PDC-PEV
Diese Botschaft werden wir in der Fraktion wie alle anderen Geschäfte behandeln, werden Position beziehen und dann hier mitentscheiden, wie sich das gehört.
Vitali Albert · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe libéral-radical
Ich äussere mich zuerst zu den Anträgen zum KAP und anschliessend noch zu den Anträgen der SVP-Fraktion, der FDP-Liberalen Fraktion und dem Einzelantrag Pfister Gerhard.
Der Antrag des Bundesrates zu Ziffer 2 mit einer Kürzung in der Entwicklungszusammenarbeit um 38,5 Millionen Franken wird von der FDP-Liberalen Fraktion unterstützt. Der Bundesrat sichert ja zu, dass die APD-Quote von 0,5 Prozent trotzdem eingehalten werden kann.
Die Senkung des Zinssatzes zur Verzinsung der IV-Schuld ist die grösste KAP-Massnahme. Bei dieser Schuld von rund 12 Milliarden Franken macht die Halbierung des Zinssatzes eine Entlastung des Bundeshaushaltes von ungefähr 120 Millionen Franken pro Jahr aus. Diese Massnahme ist für einen schuldenbremsenkonformen Voranschlag nötig. Wir stellen fest, dass der Zinssatz von 2 Prozent in den letzten Jahren zu hoch angesetzt war. Eine Anpassung des Zinssatzes war aber nicht nötig, weil der Bundeshaushalt finanzpolitisch nicht angespannt war. Daher war diese Verzinsung zugelassen. Ansonsten hätten wir bereits früher eine Zinsreduktion vornehmen müssen. Obwohl diese Massnahme in der Kompetenz des Bundesrates liegt, wünscht der Bundesrat, dass das Parlament explizit sein Einverständnis dazu geben soll, um eine gewisse Sicherheit und Kontinuität zu gewährleisten. Hier unterstützt die FDP-Liberale Fraktion diese Zinsreduktion.
Im Bereich Landwirtschaft schlägt der Bundesrat Kürzungsmassnahmen von rund 57 Millionen Franken vor. In der Debatte zum Budget 2015 haben wir sehr ausführlich über die Landwirtschaft diskutiert. Dabei wurde auf die Agrarpolitik 2014-2017 und auf den entsprechenden Zahlungsrahmen hingewiesen. Das Wort "Verlässlichkeit" haben wir x-mal gehört. Die FDP-Liberale Fraktion ist mehrheitlich der Meinung, dass auf diese Kürzung in diesem KAP verzichtet werden soll.
Nun noch zu den Anträgen der SVP-Fraktion, der FDP-Liberalen Fraktion und zum Einzelantrag Pfister Gerhard, die alle das Gleiche wollen. Die Delegierten der FDP/die Liberalen haben sich Ende Januar dieses Jahres nach der Abschaffung des Mindestkurses für den Euro klar für unsere Schweizer Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze ausgesprochen und ein Massnahmenpaket verabschiedet: Die ordentlichen Ausgaben der Finanzierungsrechnung sollen auf dem Niveau des Rechnungsjahres 2014 eingefroren werden. Der Bund soll keine neuen Stellen schaffen, ausser im Bereich der Ausbildung oder wenn diese Stellen die wirtschaftliche Wertschöpfung direkt unterstützen. Der Bund soll zudem während fünf Jahren keine neuen Steuern einführen.
Die Staatsrechnung 2014 bestätigt nun unsere Grundhaltung. Es ist Handlungsbedarf gegeben. Darum hat der Bundesrat bei der Präsentation der Staatsrechnung 2014 bereits Weisungen zum Voranschlag 2016 und zum Legislaturfinanzplan 2017-2019 präsentiert. Für die Zukunft bestehen ungewollt hohe politische und wirtschaftliche Risiken, dies auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite. Wir sind überzeugt, dass sich die Steuerung des Bundeshaushalts nach den Vorgaben der Schuldenbremse richtet. Das ist richtig so. Man kann auch sagen: Zum Glück ist das so.
Die FDP-Liberale Fraktion unterstützt die Anträge der Mehrheit der Finanzkommission. Wir lehnen sämtliche Minderheitsanträge ab. Wir werden grossmehrheitlich den Anträgen der SVP- und der FDP-Liberalen Fraktion zustimmen. Und wir lehnen den Antrag der GLP-Fraktion ab. Ich bitte Sie, das auch zu tun.
Carobbio Guscetti Marina · Mit-F · Conseil national · Tessin · Groupe socialiste
Divido il tempo per l'intervento a nome del gruppo socialista con Cédric Wermuth e Philipp Hadorn che interverranno dopo. Vorrei intervenire su due misure particolari, a sostegno delle minoranze Gysi e Hadorn al numero 4, che riguarda il tasso d'interesse corrisposto sul debito dell'AI nei confronti dell'AVS, e al numero 14, che riguarda il settore dell'infrastruttura delle FFS. Ma permettetemi prima qualche parola sulle proposte che sono state avanzate dall'alleanza UDC-PLR, parzialmente sostenuta anche dal PPD. I suoi rappresentanti cercano tutti i pretesti per effettuare dei tagli importanti sul budget della Confederazione. Si tratta di tagli che avranno delle gravi ripercussioni sul funzionamento dell'amministrazione e di fatto gravi conseguenze per i cittadini per quanto riguarda le prestazioni che vi vengono offerte; come detto, Philipp Hadorn entrerà poi nel dettaglio su quanto è stato detto finora.
Come dicevo, vorrei dire qualcosa circa la riduzione del tasso di interesse corrisposto sul debito dell'AI verso l'AVS. Sono già stati portati avanti diversi argomenti da parte della collega Gysi, che ha deposto questa proposta di minoranza ed io ne aggiungerò ancora qualcuno. Non è un caso se entrambe le Commissioni della sicurezza sociale e della sanità, già nel 2013 quella del Consiglio degli Stati e poi l'anno scorso quella del Consiglio nazionale, hanno preso posizione dicendo che questa misura non andava fatta nell'ambito del programma di consolidamento, perché si tratta sì di un esercizio contabile ma che alla fine metterà in discussione ed indebolirà la posizione dell'AVS. Questo in un contesto dove si sta discutendo di una riforma della previdenza per la vecchiaia 2020, la quale tocca quindi anche l'AVS. Per questa ragione, quella che è la misura più importante, e riguarda appunto questa riduzione del tasso d'interesse, qui non può essere semplicemente accettata. Andrebbero maggiormente prese in considerazione le osservazioni che sono state fatte dalle due commissioni, che si occupano o occuperanno di questa riforma della previdenza sociale. Ricordo che questa è la misura più importante, sono 133 milioni di franchi per il 2016.
Per quanto riguarda invece il settore dell'infrastruttura delle FFS e la necessità di investire abbiamo una proposta di riduzione che è combattuta dal collega Hadorn. Si è discusso molte volte, ancora recentemente, sulla legge sul trasporto di merci. Di fatto, adesso la maggioranza chiede un risparmio di 40 milioni di franchi quando qui andrebbe maggiormente investito. Vediamo anche cosa succede per quanto riguarda la sicurezza e i pericoli legati al settore dei trasporti e delle FFS.
Vi invito quindi a sostenere le due minoranze Hadorn e Gysi.
Wermuth Cédric · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Ich danke Kollege Vitali für die Berichterstattung von der Delegiertenversammlung der FDP. Allerdings sind die Zeiten, in denen dieser Saal hier der Ort für eine Parteiversammlung der FDP war, zum Glück seit 1919 vorbei und offenbar auch die Zeit, in der die FDP eine Partei des vernünftigen und staatstragenden Republikanismus war. Wir bedauern das zutiefst.
Ich möchte Ihnen aber in der heutigen Debatte beantragen, drei Minderheiten zu folgen: erstens der Minderheit Carobbio Guscetti gegen die Kürzung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, zweitens der Minderheit Gysi gegen die Kürzung im Bereich der Massnahmen des VBS im Transferbereich - da geht es um "Jugend und Sport"-Beiträge - und drittens der einzigen Kommissionsminderheit, jener von Fischer Roland, die versucht, eine rückgängig gemachte Kürzung zu korrigieren, nämlich die Massnahmen bei der Landwirtschaft.
Kollegin Gysi hat vorhin in ihrem Votum bereits ausgeführt, dass nur die 0,8 Millionen Franken für die "Jugend und Sport"-Kurse hier zur Debatte stehen. Das ist sicher richtig. Daran zeigt sich eben auch die Absurdität der Debatte, die wir hier führen. Für die Sportverbände, für die Jugendverbände in diesem Land bedeutet es, dass ganz viel Freiwilligenarbeit, die hier geleistet wird, nicht honoriert wird, dass Kurse ins Wasser fallen, wenn das Geld nicht kommt. Für das Bundesbudget, ich hab es nicht einmal ausgerechnet, ist der Betrag insgesamt lächerlich klein. Wir machen hier Symbolpolitik zulasten der Jugend unseres Landes, die wir sicher besser an einem anderen Ort ausfechten könnten.
Etwas dramatischer ist die Kürzung um 38,5 Millionen Franken bei der Entwicklungszusammenarbeit. Wir können in diesen Tagen in allen Diskussionen, die über die Katastrophe im Mittelmeer, über die Flüchtlinge aus Irak und Syrien, stattfinden, Politiker und Politikerinnen aus allen Parteien hören, die uns sagen, wir müssten endlich vor Ort eben mehr Hilfe leisten, damit die Menschen gar nicht flüchten müssen. Und jetzt gehen wir hin und streichen genau dort. In einer Situation, in der die humanitäre Katastrophe in Europa noch nie so offensichtlich war, setzen wir genau an dem Punkt an, an dem wir eine Leistung erbringen könnten, damit die Menschen nicht mehr gezwungen wären, ihre angestammten Länder zu verlassen. Das ist keine ehrliche Politik. Wer diese Kürzung heute mitträgt, wünscht sich diese Migrationsströme, damit er sie innenpolitisch ausnützen kann. Das ist zu bedauern.
Ein letztes Wort noch zur geglückten Verhinderung der Streichung von 56,7 Millionen Franken im Bereich der Massnahmen in der Landwirtschaft: Kollege Hausammann, Sie kommen bei jeder Debatte und heute auch wieder und erklären uns das schwere Los der Bauern in diesem Land. Ich bin mit Ihnen einverstanden. Ich bin im Süden des Kantons Aargau aufgewachsen, im Freiamt. Das Bauernsterben ist bei uns nicht nur eine statistische Zahl, sondern eine tagtägliche Realität, das ist heute noch so. Aber es ist Ihre Politik, Herr Kollege Hausammann, die das Bundesbudget unter Druck setzt; es war Ihre Partei, welche die Unternehmenssteuerreform II durchgedrückt hat; es wird Ihre Partei sein, die die Kompensation bei der Unternehmenssteuerreform III durchsetzen will. Sie vertreten die Bauern hier schlecht. Sie vertreten die Bauern nur insofern, als Sie versuchen, immer das Kleinste noch zu retten. Die Bauern sind solidarischer als Sie. Es wäre schön, wenn sich echte Bauernvertreter für eine solidarische Schweiz einsetzen würden, die allen Menschen, die vom Staat unterstützt werden, die Hand reichen und nicht diese elende Klientelpolitik betreiben, die wir uns die ganze Zeit anhören müssen.
Landolt Martin · Mit-M · Conseil national · Glaris · Groupe BD
Herr Kollege Wermuth, Sie haben die "Jugend und Sport"-Beiträge angesprochen. Ist es nicht so, dass es sich dabei eigentlich gar nicht um eine Sparmassnahme handelt, sondern um die Konsequenz eines Systemwechsels grundsätzlicher Art, der bei den Vereinen und bei den Sportverbänden gar nicht umstritten ist?
Wermuth Cédric · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Ich habe Sie akustisch nicht ganz verstanden. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sagen Sie, es gehe um einen Systemwechsel und nicht um eine Sparmassnahme. An sich ist das richtig, dass wir diesen Systemwechsel vollzogen haben, und der führt zu einer entsprechenden Anpassung der Finanzen. Da haben wir keine Differenzen. Sie haben die Diskussion über den Nachtrag I zum Voranschlag 2015, die wir jetzt haben, selber mitbekommen. Sie haben selber mitbekommen, dass das Volumen an Kursen ausgebaut wird. Das heisst, dass wir in den nächsten Jahren wieder die gleiche Diskussion haben werden. Wir machen hier eine reine Alibiübung, wenn wir dieses Geld hier zusammenstreichen. Das ist uns gegenüber nicht ehrlich und den Sport- und Jugendverbänden gegenüber schon gar nicht.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ce programme de réexamen des tâches, qui prévoit certaines économies, a déjà été longuement discuté en Commission des finances ainsi que lors des travaux relatifs au budget 2015. La situation s'annonce difficile pour ce qui concerne le budget des années à venir. Pour respecter le frein à l'endettement, un programme d'économies devra être mis en place, on ne peut le nier.
Déterminer les domaines dans lesquels il faut faire des économies est une question politique sur laquelle nous sommes divisés par nature. Mais nous devons prendre en compte l'évolution des dépenses constatée ces dernières années, et il y a deux groupes de tâches qui n'ont pas pesé sur l'augmentation des dépenses de la Confédération, c'est celui de la défense nationale, donc l'armée, et le groupe "agriculture et alimentation". Alors que les dépenses de tous les autres groupes de tâches ont augmenté en moyenne de plus de 3 pour cent par année, les crédits alloués à l'aide au développement ont augmenté de 8 à 10 pour cent chacune de ces dernières années. Il serait par conséquent frustrant pour les groupes de tâches "défense nationale" et "agriculture et alimentation" que l'on fasse des économies linéaires sur tous les groupes et qu'on pénalise ainsi les bons élèves.
Je vous invite, à l'article 4 alinéa 1 de la loi fédérale du 4 octobre 1974 instituant des mesures destinées à améliorer les finances fédérales, mesures 1 à 16, à suivre la majorité de la commission, qui propose d'adopter le projet du Conseil fédéral, à l'exception des mesures concernant l'agriculture. A l'alinéa 3, je vous prie de biffer le plafond de dépenses pour l'armée à 18,756 milliards de francs pour les années 2014 à 2017 proposé par le Conseil fédéral. En réalité, ce plafond devrait se monter à 20 milliards de francs pour quatre ans selon les décisions du Parlement.
Le groupe UDC vous demande d'accepter ses quatre propositions de minorité dont le but est de faire 922 millions de francs d'économies de plus dans le budget 2016 (mesures 17 à 20).
Les propositions identiques des groupes UDC et libéral-radical à l'article 4 n'ont pas été discutées en commission. Elles prévoient des mesures globales dans trois groupes de tâches qui sont les charges de personnel, de biens et services ainsi que d'exploitation. Cela peut être une solution de rechange par rapport aux propositions de la majorité de la commission. Pour ma part, les propositions de la majorité de la commission et celles de la minorité aux mesures 17 à 20 sont prioritaires dans le cadre de ce débat.
Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Bei uns in der SVP-Fraktion stehen natürlich die Hauptanträge im Vordergrund, also der gemeinsame Antrag der SVP- und der FDP-Fraktion sowie von Pfister Gerhard: Dort wollen wir Schwerpunkte setzen, eben bei den externen Dienstleistungen, im IT-Bereich und beim Personal. Wir wollen also ganz klar bei diesen Bereichen oder, generell formuliert, bei den Querschnittfunktionen ansetzen, wo unseres Erachtens sehr viel Einsparpotenzial ohne Leistungseinbusse besteht; ich kann das nicht genug betonen.
Bevor wir aber zur Abstimmung über diese Einzelanträge kommen, müssen wir ja Artikel 4 Absatz 1 bereinigen.
Dort geht es einmal um Ziffer 1, zu dem der Antrag der grünliberalen Fraktion vorliegt. Wenn es so ist, dass es hier um maximal 67 Milliarden Franken geht, können wir das entsprechend unterstützen, und der Ständerat könnte das nochmals überprüfen.
Bei den Ziffern 17 bis 20 ist klar, dass es sich um unsere Minderheitsanträge handelt, an denen wir festhalten.
Bei Ziffer 4 haben wir eine Differenz, die wir in der Fraktion nochmals besprochen haben. Da geht es um die Verzinsung der IV-Schuld gegenüber der AHV, die notabene der Bund übernommen hat und die bis 2017 befristet ist. Es ist richtig, dass man über die Senkung des Zinssatzes von 2 auf 1 Prozent diskutieren kann. Da sind wir aber in der SVP zu einer anderen Folgerung gekommen. Ich habe in den Unterlagen zur Volksabstimmung vom 27. September 2009, aber auch in der Botschaft zur IV-Zusatzfinanzierung vom 22. Juni 2005 nachgeschaut. Hier geht es, so könnte man fast sagen, um ein System wie den NFA, und dieser Meccano beinhaltet eben, dass wir einen separaten Fonds bilden und die öffentliche Hand entlastet wird und die IV-Schuld verzinst. Das gehört alles zusammen. Deshalb dürfen wir jetzt nicht kommen und ein Element davon herausbrechen und die anderen beibehalten. Deshalb kommen wir bei Ziffer 4 zum Schluss, dass wir hier entsprechend der Minderheit zustimmen.
Ich bitte Sie, uns auch darin zu folgen.
Müller Leo · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe PDC-PEV
Herr Kollege Schwander, ich bin jetzt nicht ganz sicher, was die SVP-Fraktion will. Wenn ich den Antrag der Grünliberalen lese, stelle ich fest, dass das ein Antrag zu Artikel 4 Absatz 1 ist, der einerseits Ausgaben von maximal 67 Milliarden beinhaltet. Aber andererseits beinhaltet dieser Antrag auch, dass bei der Landwirtschaft 56,7 Millionen Franken gespart werden sollen. Stimmt jetzt die SVP-Fraktion der Kürzung in der Landwirtschaft zu?
Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Wir können da noch entsprechend festlegen, wie das Abstimmungsprozedere ist. Ich habe ganz klar nicht von den Ziffern, sondern vom ersten Satz von Absatz 1 des Antrages gesprochen, wo es um 67 Milliarden Franken geht. Wenn es hier tatsächlich um einen Maximalbetrag von 67 Milliarden geht, können wir das entsprechend unterstützen. Aber es betrifft nicht die Ziffern, die nachher aufgeführt werden.
Siegenthaler Heinz · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe BD
Unser Parteipräsident hat bereits beim Eintreten erklärt, dass für die BDP-Fraktion die Anträge mit Pauschalvorgaben, ohne konkrete Sparmassnahmen zu nennen, gleichzusetzen sind mit dem Rückweisungsantrag der Minderheit Hadorn. Für mich liegt der Unterschied nur darin, dass die einen sagen: "Wir wollen nicht sparen", während die anderen sagen: "Der Bundesrat soll sparen, aber wir sagen nicht wie." Es ist für mich eigentlich noch verständlich, dass man so kurz vor den Wahlen solche Aussagen macht. Herr Hausammann hat in seinem Votum zwar gesagt, die BDP liege falsch, wenn sie die Pauschalanträge kritisiere, der Bundesrat wisse am besten, wo man sparen könne. Da staune ich schon: Erstens sagt die SVP, der Bundesrat sei ein kompetentes Organ. Zweitens bin ich aber überzeugt, dass, wenn der Bundesrat diese Kompetenz wahrnimmt, genau die gleichen Kreise sagen werden, genau da wollten sie aber nicht sparen!
Zu den Anträgen der FDP-Liberalen Fraktion und der SVP-Fraktion, verstärkt durch den Antrag Pfister Gerhard: Es ist wahlkämpferisch sicher sexy, wenn man sagt: "3 Milliarden von 67 Milliarden Franken sind ja nur knapp 5 Prozent, das bringen die doch problemlos fertig, dem Bundesrat muss man halt das Geld wegnehmen, dann lernt er schon sparen, und beim Personal kann man sowieso sparen, es hat ja Tausende von Beamten, die in Bern in den Büros schlafen." In der Realität lässt sich so ein Schnellschuss aber gar nicht umsetzen:
1. Der Bereich "Personal- und Sachaufwand" beträgt etwa 10 Milliarden Franken. Da wäre der Sparaufwand dann ein Drittel und nicht nur ein paar Prozente.
2. Der Zeitplan: Damit im Personalbereich die geforderten Massnahmen im Jahr 2016 voll greifen, also ab dem 1. Januar, müssten bis zum 31. Dezember Tausende von Stellen aufgehoben und Kündigungen ausgesprochen werden.
3. Viele Staatsausgaben sind durch gesetzliche Vorgaben gebunden und können nicht in ein paar Monaten aufgehoben oder gekürzt werden. Kurzfristig könnte also nur bei schwach gebundenen Ausgaben gespart werden, zum Beispiel bei der Landwirtschaft, Tourismusförderung, Regionalpolitik, ETH oder Armee. Das wollen wir nicht!
Diese geforderte Budgetkorrektur von 3 Milliarden Franken ist kein Klacks, das ist eine politische Höchstleistung. Das kann man nicht einfach in einem Nebensatz in einem Geschäft, das das Parlament jetzt über zwei Jahre hin und her geschoben hat, so schnell einbauen, ohne die Betroffenen anzuhören. Was zum Beispiel würde der Bauernverband sagen, wenn nächstes Jahr der Topf kleiner wird, aus dem die Unterstützung für die Bauernfamilien stammt, weil ausnahmslos in allen Bereichen gespart werden muss? Dieses Parlament nimmt sich Jahre Zeit, um viel kleinere und unwichtigere Dinge in Kommissionen und Arbeitsgruppen zu diskutieren und dann demokratisch ein Ergebnis zu erarbeiten. Und hier wollen Sie das Parlament zwingen, in einem Tag etwas zu entscheiden, das viel weitreichendere Konsequenzen hätte! Dieses überfallmässige Vorgehen kann man zwar wählen, es ist sicher auch medienwirksam, aber höchst undemokratisch.
Der Antrag der grünliberalen Fraktion ist etwas realistischer, da im gleich kurzen Zeitraum weniger Einsparungen gefordert werden. Trotzdem ist es ein Pauschalantrag, hinter dem man sich versteckt. Gut, bei der Landwirtschaft, da will die GLP konkret sparen. Wir, die BDP, halten uns an das Versprechen der Landwirtschaft gegenüber, das im Rahmen der Agrarpolitik 2014-2017 gemacht worden ist, und lehnen diese Kürzungen, wie schon in der Budgetdebatte, ab. Ich bin ja dann gespannt, wie jene Parteien das Versprechen an die Landwirtschaft bis 2017 halten wollen, das sie jetzt mit knallharten und fadengeraden Forderungen aushöhlen, die schon zwei Jahre vorher, also nächstes Jahr, wirksam würden.
Wir wollen, wie eingangs erwähnt, dass der Haushalt durch Sparmassnahmen ins Lot gebracht wird, nicht durch Steuererhöhungen. Dazu haben wir den Tatbeweis erbracht: In der Finanzkommission haben wir einen Antrag gestellt, der angenommen worden ist. Damit verlangen wir vom Bundesrat, eine Aufgabenüberprüfung an die Hand zu nehmen, mit dem Ziel einer jährlichen Entlastung des Haushaltes von 1,5 Milliarden Franken; dies aber in einem realistischen Zeitrahmen.
Die BDP-Fraktion lehnt die Anträge der FDP-Liberalen Fraktion, der SVP-Fraktion und der grünliberalen Fraktion dort ab, wo sie von jenen der Kommissionsmehrheit abweichen. Wir unterstützen die Kommissionsmehrheit in allen Punkten, mit Ausnahme von Ziffer 17, "Beschaffungszahlungen für Dienstleistungen".
Vischer Daniel · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Es geht hier um drei Punkte: erstens die Minderheitsanträge der Vertreterinnen und Vertreter der SP sowie von Roland Fischer. Wir ersuchen Sie, diese vollumfänglich zu unterstützen. Ich verweise auf die dort gemachten Ausführungen, die sind bekannt. Namentlich wehren wir uns gegen Kürzungen bei der Entwicklungshilfe, die nicht gewährleisten, dass wir den versprochenen, beschlossenen und eingeschlagenen Pfad der Unterstützung mit den 0,5 Prozent beschreiten.
Zweitens haben wir Anträge aus der SVP-Fraktion für Kürzungen - sie kommen mir vor wie absurdes Theater. Die SVP-Fraktion thematisiert einfach alle Bereiche, zu denen ihr auch noch etwas einfällt, z. B. Kultur oder Prävention. Als ich neu ins Parlament kam, 1993, da war es eigentlich die neue Linke, die solche Debatten für solche Auftritte benützte. Man nimmt einen Budgetposten und bringt das, was man als politisches Programm auch noch vorsieht, irgendwie hinein und tut dann so, als habe das etwas mit Sparpolitik zu tun. Offenbar ist das jetzt zum staatstragenden Programm - die SVP ist ja immer noch im Bundesrat - der SVP geworden. Ich glaube, das Parlament ist doch ein "My" zu seriös, um solchen Quatsch anzunehmen.
Dann haben wir eine dritte Front, die eröffnet worden ist mit diesen drei Einzelanträgen der FDP-Liberalen Fraktion, der SVP-Fraktion und von Pfister Gerhard - das wurde schon als neue "Herrliberger Aufmarschachse" bezeichnet. Die neoliberalen Haubitzen, die meinten, nach der Frankenkrise Auftrieb erhalten zu haben, haben sich jetzt auch in diesem Saale hier zusammengefunden. Es ist ja klar: Wenn wir solche Anträge nach Plafonierung hier einfach in einem Paket, das mit dieser Frage rein gar nichts zu tun hat, gutheissen, dann macht sich dieses Parlament zur lächerlichen Schiessbudenveranstaltung. Dann kommen einfach ein paar Schüsse aus der Hüfte zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt, und dann wird der Bundesrat mit irgendwelchen Spargrenzen beauftragt, ohne dass der seriöse Budgetprozess in der Kommission, die dafür vorgesehen ist, das vorzuberaten, abgewartet wird.
Ich ersuche Sie dringend, dem nicht zuzustimmen. Insofern danke ich jetzt der CVP, dass sie offenbar mindestens hier diesen "Herrliberger Konsens", von dem man ja wusste, dass er nicht allzu lange andauern wird, verlässt und bereit ist, von Fall zu Fall zu entscheiden und immerhin einer seriösen Politik das Wort zu reden.
Ich muss Sie aber auch ersuchen, den Antrag der grünliberalen Fraktion abzulehnen. Er macht, wenn die anderen Anträge abgelehnt werden, eigentlich gar keinen Sinn mehr, weil er ja als Kompromissvorschlag gedacht war. Aber ihm gegenüber gilt - nicht bezüglich Seriosität - das Gleiche. Es ist natürlich klar, Herr Roland Fischer - er ist unser ausgewiesenster Fachmann in der Finanzkommission, das wurde ja schon einmal gesagt, das ist nicht bestritten -, ich glaube, hier wären Sie, wenn Sie daran festhalten, auch auf dem falschen Weg. Es kann doch nicht sein, dass wir hier systemfremd einem Plafonierungsantrag zustimmen, der auf falsche Weise den Budgetprozess vorwegbestimmt, abgesehen davon, dass es ja auch nur in die Welt hinausgeredet ist. Denn weder die Finanzkommission noch die Bundesversammlung bei der Budgetberatung werden letztlich daran gebunden sein, diesem Antrag dann tatsächlich Folge zu leisten.
In diesem Sinne ersuche ich halt schon, altmodisch, wie ich bin, der seriösen Finanzpolitik wieder zum Durchbruch zu verhelfen.
Bäumle Martin · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral
Die Grünliberalen stehen für eine verantwortungsvolle Finanzpolitik. Wir sind für die Einhaltung der Schuldenbremse, und wir möchten minimale strukturelle Überschüsse generieren, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ich nenne nur einige Punkte: die Einnahmeneinbrüche, die aktuell stattfinden; die Frankenstärke, die überall bejammert wird; die Unternehmenssteuerreform, die uns mehrere Milliarden Franken an Ausfällen bringen wird; die Revision der Altersvorsorge, die wahrscheinlich auch nicht gratis zu haben sein wird.
Der Antrag der Grünliberalen ist anspruchsvoll, aber machbar. Mit den maximal 67 Milliarden Franken bremsen wir das Wachstum moderat ab. Es wird also nicht gespart, das heisst, zusätzliche Stellen können nur teilweise geschaffen werden. Das Wachstum beim Sachaufwand muss gebremst werden. Bei der Landwirtschaft muss massgehalten werden, und auch die Armee müsste sich nach der Decke strecken. Wir sprechen von einer Milliarde im Vergleich zur aktuellen Planentwicklung 2016. Und bei uns sind integral die Massnahmen des KAP vollständig umzusetzen, die bereits rund 500 bis 700 Millionen Franken ausmachen.
Die linke Seite: Sie will das KAP nicht, wir haben es gehört, sie will nicht sparen, sie will zurückweisen, sie lehnt alle Massnahmen ab, auch in der Opfersymmetrie, sie lehnt das Paket insgesamt ab. Okay, das ist akzeptabel, Sie wollen eine andere Finanzpolitik.
Aber nun zum Schulterschluss, zum Finanzprogramm der Präsidenten der SVP, FDP und CVP, das heute schon wie ein Kartenhaus zusammenbricht: Faktisch ist dieses Programm eigentlich das SVP-Parteiprogramm mit Kahlschlag-Pauschalpolitik, welches wir schon kennen und von dem die SVP selber weiss, dass es eigentlich gar nicht realisierbar ist. Aber Ihnen ist auch jedes Mittel zu einem Bashing gegenüber Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf recht. Mit 64 Milliarden Franken maximal wollen Sie 4 Milliarden gegenüber der aktuellen Finanzplanentwicklung oder 7 Milliarden gegenüber der gültigen Finanzplanung streichen; es wurde heute schon einmal erwähnt. Und dann soll das insbesondere beim Sach-, Betriebs- und Personalaufwand sein, der rund 10 Milliarden Franken beträgt. Sie wollen also 4 bis 7 Milliarden Franken aus diesem Bereich herausstreichen, also 40 bis 70 Prozent! Um das umsetzen zu können, müssten Sie also konsequenterweise bis Ende Juni rund 40 Prozent des Bundespersonals die Kündigung nach Hause schicken, damit ab 1. Januar 2016 diese Kosten nicht mehr anfallen. Gleichzeitig lehnen die gleichen Leute das KAP ab, das konkrete, nach Opfersymmetrie austarierte Sparvorschläge, inklusive solcher für die Landwirtschaft, enthält. Die gleichen Leute stocken bei der Landwirtschaft - das "Schoggi-Gesetz" kann man auch noch gerade erwähnen - und bei der Armee laufend auf. Das ist eine wahnsinnig seriöse Finanzpolitik!
Jetzt zur CVP: Der Präsident unterschreibt ein Papier, Herr Pfister setzt es willfährig um, und die Fraktion macht das Gegenteil - "Gorillas in the mist", kann ich da nur sagen.
Die FDP braucht sogar eine Delegiertenversammlung, hat aber noch nicht gemerkt, dass Rechnen Glückssache ist und dass man der SVP offenbar blind am Gängelband nachläuft und zum willfährigen Vollstrecker ihrer Finanzpolitik, also eine Art neuer "Zottel" der SVP wird.
Fazit 1: Diese Kürzungsanträge der drei Gruppen, die jetzt noch zweieinhalb, zwei oder anderthalb sind, sind eine reine Schaumschlägerei statt seriöse und konsequente Finanzpolitik. Weil deren Resultate erst nach den Wahlen vorliegen, werden sie nicht beweisen müssen, dass diese Anträge gar nicht umsetzbar sind.
Fazit 2: Die Parteien der drei Präsidenten, die sich gefunden haben, haben seit je die Mehrheit im Bundesrat und könnten diese Sparmassnahmen seit Jahren umsetzen, wenn sie wollten! Sie haben die Macht, und wir sind die einzige Opposition, die im Bundesrat nichts machen kann, weil wir keinen haben.
Fazit 3: Diese finanzpolitische Mehrheit hat also in den letzten Jahren komplett versagt und ihren Job nicht gemacht, wenn sie heute solche Anträge stellen muss.
Fazit 4: Beschliessen Sie erstens zusammen mit uns das KAP integral, also Opfersymmetrie auch bei der Landwirtschaft! Unterstützen Sie zweitens den Antrag der GLP-Fraktion für einen moderaten Plafond bei maximal 67 Milliarden Franken, damit ein moderates Wachstum eingegrenzt werden kann! Lehnen Sie drittens den "Schaumschläger-Kahlschlag-Antrag" der drei Präsidenten, die offenbar nicht gerechnet haben, klar ab!
Lustenberger Ruedi · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe PDC-PEV
Herr Bäumle, ich habe Ihnen jetzt zugehört. Bedauern Sie das eindeutige Verdikt des Souveräns zu Ihrer Volksinitiative "Energie- statt Mehrwertsteuer" angesichts dieser Diskussion, die Sie heute hier führen?
Bäumle Martin · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral
Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz. Ich bedaure das Verdikt selbstverständlich, weil der Souverän damit eine Chance verpasst hat, eine ökologische Steuerreform anzunehmen, die funktioniert und staatsquotenneutral ist. Das hat aber gleichzeitig nichts damit zu tun, dass offenbar die Energiewende weiterhin von der grossen Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Ich gehe davon aus, das haben wir gestern und heute gesehen, dass die Atomausstiegskoalition nach wie vor zusammenhält und versucht, pragmatisch mit uns, mit Ihnen, mit der BDP, mit der SP und den Grünen Lösungen zu suchen. Auch dort werden wir finanzpolitisch nicht alles umsetzen können, was wir wollen. Auch dort werden wir in einer Opfersymmetrie Schmerzen spüren, wenn es uns ernsthaft ums Sparen geht. Aber davon habe ich heute noch relativ wenig gehört.
Fehr Hans · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Herr Bäumle, ist Ihnen klar, dass Sie soeben den "Zottel" schwer beleidigt haben? "Zottel" ist eine südafrikanische Bergzwergziege, und er hat seinen Job hervorragend gemacht - mindestens so gut wie Sie Ihren!
Bäumle Martin · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral
Ich entschuldige mich bei Ihrem "Zottel". Es tut mir schrecklich leid. Das wollte ich natürlich nicht. (Heiterkeit)
Wasserfallen Christian · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe libéral-radical
Herr "8-Prozent-Bäumle", darf ich Ihnen eine Frage zu Ihrer finanzpolitischen Redlichkeit stellen? Sie wollten mit Ihrer Volksinitiative - da hat Kollege Lustenberger wirklich Recht - eigentlich einen Drittel des Staatshaushaltes über Nacht aufs Spiel setzen. Ist es nicht etwas vermessen, nach einer so klaren Klatsche des Volkes hier eine Tirade in einer solch überheblichen Art zu halten? Nehmen Sie sich doch einmal etwas zurück, und bitte nehmen Sie auch ernst, dass das Volk nicht immer Ihre Meinung vertritt.
Bäumle Martin · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral
Herr Wasserfallen, ich habe immer noch nicht verstanden, was eine staatsquotenneutrale Initiative, die auf die Finanzen keinen Einfluss gehabt hätte, mit der heutigen Debatte über das KAP zu tun hat, wo Sie nicht einmal die seit Längstem in Einigkeit beschlossenen Massnahmen umsetzen wollen, aber mit einem Schaumschläger-Antrag, der nicht umsetzbar ist, versuchen, Wahlkampf zu betreiben. Das verstehe ich nicht.
Noch zu den 8 Prozent: Ich wünsche mir, dass die 8-Prozent-Partei GLP im Herbst eine 8-Prozent-Partei bleibt.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Schön, wir sind nach zwei Jahren bzw. vier Jahren zurück auf Feld eins - wunderbar! Und gleichzeitig wird in der Diskussion von Deregulierung, Effizienzsteigerung gesprochen. Ich weiss, Sie meinen das nur für die Verwaltung und nicht für das Parlament, aber immerhin.
Zurück auf Feld eins: Wir behandeln das KAP, ich hoffe, dass wir das KAP behandeln, und zwar mit den Anträgen des Bundesrates. Ich möchte Sie dann auch bitten, diesen Anträgen zuzustimmen. Wenn Sie nämlich dann noch auf die interessanten Zusatzanträge der zweieinhalb Fraktionen eingehen würden, würde das heissen, dass wir neben Feld eins landen würden, also nicht mehr auf Feld eins, sondern neben Feld eins. Und dann werden sich gewisse Leute dann in fünf oder zehn Jahren wieder treffen und sagen: Wie war es doch schön, einmal über das KAP 2014 oder 2015 zu sprechen. Das ist offensichtlich, wenn ich das vielleicht auch gerade noch sagen darf, Sachpolitik nach Lesart des Nationalrates - eine vertrauensbildende Massnahme, die wir ja alle in der Politik wollen.
Schauen Sie, wenn Sie jetzt mit diesem Antrag auf die Rechnung 2014, d. h. auf 64 Milliarden Franken, zurückgehen wollen, können wir die Budgetdiskussion, die wir für 2015 geführt haben, vergessen. Ich kann Ihnen sagen, es macht mir nichts, diese 110 Millionen Franken für die Landwirtschaft dann wieder zu streichen und die 57 Millionen Franken, die wir noch im KAP haben, auch gerade wieder herauszunehmen und dann auch beim Militär gewisse Dinge zu streichen, die Sie ja wieder hineinbringen wollten. Das wäre dann die Situation. Das Jahr 2014, die 64 Milliarden Franken, das wäre echt eine Herausforderung!
Sie haben vielleicht mitbekommen, dass der Bundesrat bereits korrigiert hat. Wir haben das Budget 2016 korrigiert, und zwar auf rund 67 Milliarden Franken, also 2015 in 2016 fortgeschrieben. Zum Teil sind es Schätzkorrekturen, die sich aus Anteilen an Dritte ergeben, die nicht im gleichen Umfang bezahlt werden müssen. Zum Teil ist es Zinskorrektur. Aber es sind auch echte Sparmassnahmen drin. Sie haben heute darüber diskutiert oder davon gehört: Wir schlagen vor - d. h., wir haben das für 2016 bereits umgesetzt -, 1,3 Milliarden Franken zusätzlich zu sparen, also zu diesen Schätzkorrekturen, zur ganzen Zinsgeschichte hinzu. Und zwar machen wir das im Bereich Personal, bei den Einlagen in den Infrastrukturfonds und mit einer linearen Reduktion von 3 Prozent bei den schwach gebundenen Ausgaben.
Das heisst, dass gewisse Subventionsempfänger - wenn wir die ganze Sozialversicherung hineinnehmen, haben wir im Budget des Bundes unter allen Titeln 75 Prozent Subventionen - diese Reduktion von bereits jetzt 3 Prozent ziemlich stark merken werden; sie werden das auch nominal merken, da sie einfach weniger Geld haben werden. Das hat der Bundesrat für 2016 als Entlastung bereits vorgesehen.
Mit den vorliegenden Anträgen, die ich als Zusatz-Globalanträge bezeichnen würde - wir sprechen ja gerne über das Globalbudget, doch das ist etwas anderes als die Globalanträge hier -, mit diesen zusätzlichen 3 Milliarden Franken an Einsparungen würden Sie noch weiter hinuntergehen, als wir bereits vorgesehen haben. Mit den Vorschlägen, die wir machen, halten wir zudem die Schuldenbremse ein, was ja auch nach wie vor unser oberstes Ziel ist. 2 Milliarden dieser zusätzlichen 3 Milliarden Franken sind nichtbeeinflussbare Ausgaben, sind Mehrausgaben, die wir haben, wie Sie sehen, wenn Sie die Zahlen der Jahre 2014 bis 2016 vergleichen. In diesen 3 Milliarden Franken, die wir drin haben, sind allein 2 Milliarden für Folgendes vorgesehen: 500 Millionen Franken sind Beiträge der Kantone an den Bahninfrastrukturfonds; das ist die neue Regelung, wonach die Kantone in den Bahninfrastrukturfonds einbezahlen, was aber in unserer Ausgabenrechnung erscheint, sodass man nicht wirklich von einer Sparmöglichkeit sprechen kann. 400 Millionen Franken sind Zusatzbeiträge an die AHV - ja, wollen Sie das kürzen? Je 300 Millionen Franken sind Zusatzbeiträge einfach aus der Entwicklung heraus an die individuelle Prämienverbilligung und an die Bewältigung der Migration. Dann gibt es einen gesetzlich verpflichteten Anteil Dritter an Bundeseinnahmen von 300 Millionen Franken; da sind unter anderem und vor allem die Kantone betroffen. Und dann steigen auch die Ausgaben des Bundes für Ergänzungsleistungen um 200 Millionen Franken.
Von diesen 3 Milliarden Franken, die Sie einfach so leicht sparen wollen, sind 2 Milliarden Franken Zusatzausgaben in diesen Positionen. Das sind stark gebundene Positionen. Da können Sie eigentlich nur kürzen, sofern Sie wirklich Ergänzungsleistungen, AHV, Kantonsbeiträge kürzen wollen. Hier können Sie nur kürzen, wenn Sie ein Dringlichkeitsverfahren anwenden. Ich weiss nicht, ob das sehr sympathisch und in einem Wahljahr wirklich der richtige Weg ist. Aber Sie machen in einem Wahljahr ja alles.
Dann bleiben die schwach gebundenen Ausgaben. Hier wären Kürzungen von rund 15 Prozent erforderlich. Jetzt hat man mich gefragt: Was gehört zu diesen schwach gebundenen Ausgaben? Wo könnten wir also diese Einsparungen von 3 Milliarden Franken umsetzen? Das ist bei der Armee, das ist bei den Direktzahlungen an die Landwirtschaft, das ist bei den Beiträgen an die ETH, an den Nationalfonds, an die Entwicklungshilfe, beim Vertretungs- bzw. Botschaftsnetz der Schweiz im Ausland; dann ist es bei der Tourismusförderung - diese Ausgabe ist sehr schwach gebunden, hier könnten wir gerade alles streichen, was ich zwar nicht, aber Sie möglicherweise tun wollen -; das ist bei der Kultur, aber auch bei der Regionalpolitik. All diese Ausgaben sind schwach gebunden, da können Sie von einem Jahr aufs andere Änderungen vornehmen.
Sie sagen in Ihrem Vorschlag, Einsparungen seien insbesondere im Bereich Personal und Betriebsaufwand zu tätigen. Es wurde bereits gesagt: Es sind insgesamt 10 Milliarden Franken, und Sie möchten beim Personal 3 Milliarden davon streichen - wenn ich etwas zurückhaltend bin, sage ich, es wären je 1,5 Milliarden beim Personal und beim Betriebsaufwand. Sie wollen also auf Ende Jahr 6000 Stellen streichen, Sie wollen jeden sechsten Mitarbeitenden der Bundesverwaltung auf Ende Jahr entlassen und dann die entsprechenden Abgangsentschädigungen bezahlen. Von den rund 34 000 Stellen der Bundesverwaltung entfallen 9500 Posten auf die Armee und weitere 2000 auf das Grenzwachtkorps. Weil diese Kürzungen proportional umgesetzt würden, wären künftig nur noch 8000 statt 9500 bei der Armee angestellt, und wir hätten dann nur noch 1700 statt 2000 Angehörige des Grenzwachtkorps. Ich habe aber irgendwie in Erinnerung, dass Sie einmal Vorstösse gemacht haben, um das Grenzwachtkorps aufzustocken - ich sage Ihnen das nur, damit Sie sehen, wo wir uns jetzt gerade befinden.
Mit dieser Kürzungsmassnahme beim Betriebsaufwand würden Sie jede sechste Schweizer Botschaft schliessen müssen, und das in einer Zeit, in der wir sagen, es sei notwendig, dass wir die Schweizer Interessen im Ausland möglichst gut vertreten.
Ich denke, wenn ich Ihnen das so sage, dann können Sie sich vorstellen, wie begeistert ich von diesen Vorschlägen bin. Selbstverständlich ist es so, dass die Verwaltung zu dieser Konsolidierung beitragen muss, das ist völlig unbestritten. Aber wenn Sie sehen, wie sich das Budget des Bundes zusammensetzt, dass also rund 75 Prozent Subventionen im weiteren Sinn sind, dann sehen Sie auch, dass eine solche Streichung auf diese Art und Weise sicher nicht funktioniert. Da bin ich schon erstaunt, wenn Herr Schwander dann zu Recht auf diesen Bericht über den Beratungsaufwand hinweist. Dieser Bericht hat mich auch etwas erstaunt, das kann ich Ihnen sagen. Aber wenn Sie dann sagen, es heisse darin, dass die externen Mitarbeitenden oder diejenigen, die wir im Auftrag beschäftigen, teurer seien und wir darum eigentlich mehr interne haben müssten - das wäre eine Internalisierung, die wir ja eigentlich auch möchten! -, aber gleichzeitig sagen, die internen müssten wir dann gleich auch noch abschaffen, dann geht das, denke ich, auch nicht ganz auf.
Schauen Sie, der Bund - also der Bundesrat und bis jetzt glücklicherweise auch das Parlament - orientiert sich in seiner Finanzpolitik an der Schuldenbremse. Wir haben diese Schuldenbremse, und wir haben uns in den letzten Jahren mit Erfolg bemüht, Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht zu halten. Das Parlament kann das Ausgabenwachstum nur namhaft erhöhen, wenn es gleichzeitig auch Mehreinnahmen beschliesst. Das haben Sie auch gemacht mit Einnahmen im Bereich IV, im Bereich CO2-Abgabe. Wenn Sie das einmal herausnehmen, dann sehen Sie, dass in den letzten zehn Jahren das Ausgaben-/Einnahmenwachstum im Durchschnitt nicht höher war als das Wirtschaftswachstum. Das ist genau das, was wir mit unserer Schuldenbremse eigentlich anstreben.
Wir haben die Staatsquote stabil gehalten. Die Staatsquote geht - in der Finanzplanung sehen Sie das - tendenziell sogar zurück. Wir haben den Haushalt im Gleichgewicht gehalten, und wir werden ihn weiterhin mit gezielten Massnahmen im Gleichgewicht halten. Wir tragen dabei auch der Wirtschaft, der Bildung, der Forschung, dem Verkehrsbereich Rechnung. Wir wollen diesen Bereichen in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, wie wir sie jetzt haben, nicht unnötig Mittel entziehen, aber wir wollen auf der anderen Seite selbstverständlich das Haushaltsgleichgewicht einhalten.
Wir möchten das machen mit dem KAP, wie wir Ihnen das vorgeschlagen haben. Das brauchen wir. Wir brauchen als Zweites die Entlastung im Jahre 2016, die 1,3 Milliarden Franken, die dann dazukommen und die Ihnen der Bundesrat vorschlagen wird. Wir werden Ihnen im Jahr 2017 zusätzliche Entlastungsmassnahmen in der Finanzplanung vorschlagen; das bewegt sich noch einmal in etwa in dieser Grössenordnung. Aber alles muss in geordneten Schritten, in klaren Abläufen vor sich gehen und auch mit einer Begründung, warum in welchem Bereich abgebaut werden soll und warum in anderen nicht.
Das ist der erste Schritt für einen weiterhin gesunden Haushalt. Wenn Sie sich für diese Globalvorgaben entscheiden, lassen Sie einfach den ersten Schritt aus und machen dann irgendwann einmal einen zweiten und einen dritten Schritt.
Ich möchte noch einiges zum KAP sagen, weil hierzu verschiedene Dinge gesagt wurden, die schon etwas erstaunlich sind. Wenn man moniert, es sei nicht richtig, dass die Verzinsung der IV-Schuld bei der AHV von 2 auf 1 Prozent zurückgefahren werde, dann muss man wissen: Als diese Vereinbarung unterzeichnet wurde, lag das Zinsniveau tatsächlich bei 2 Prozent - heute haben wir Negativzinsen. Da ist es doch nichts als richtig, dass man auf 1 Prozent zurückgeht. Wir führen ja nicht einen Negativzins ein, sondern gehen auf 1 Prozent zurück.
Zum Ausgabenwachstum bei der Entwicklungshilfe wurde gesagt, das sei verantwortungslos und dürfe heute nicht gemacht werden. Mit unserem Antrag im KAP haben wir bei der Entwicklungshilfe weiterhin ein Wachstum von 4,1 Prozent; das ist auch richtig. Es ist aber auch anzuerkennen, dass wir da weiterhin ein hohes Wachstum vorgesehen haben. Im Übrigen haben wir in diesem Bereich über Nachmeldungen und Nachtragskredite viel an zusätzlichen Mitteln gesprochen.
Bei den "Jugend und Sport"-Beiträgen haben wir ein neues Finanzierungskonzept. Da wird nicht gespart, sondern nach einem neuen Konzept gearbeitet. Wenn man es genau anschaut, dann sieht man, dass die Veranstalter höhere Subventionsbeiträge erhalten, als ursprünglich vorgesehen war.
Ich komme noch zur Landwirtschaft: Als Folge des Strukturwandels in der Landwirtschaft - minus 1,8 Prozent - müssten Sie auch in diesem Bereich gewisse Kürzungen vornehmen. Wir haben davon abgesehen, die ursprünglich vorgesehenen Kürzungen zu beantragen. Denn ich will keine Landwirtschaftsdiskussion mehr führen - also schon noch, aber nicht hier. Würden Sie hier, wie ursprünglich vorgesehen, um 57 Millionen Franken kürzen, würde wegen des Strukturwandels pro Betrieb netto trotzdem weiterhin mehr ausbezahlt, nominal wie real. Selbst mit einer solchen Kürzung würde also mehr ausbezahlt. Die Kürzung erfolgt aber nicht. Wir haben die Diskussion dazu in der Budgetdebatte geführt und beantragen die Kürzung jetzt nicht einmal mehr. Ich möchte Sie aber bitten, dies auch zu berücksichtigen. Wenn Sie auf diese 64 Milliarden Franken zurückgehen, wird dies die Landwirtschaft mit betreffen - da sind wir uns einig -, mit 57 Millionen Franken beim KAP und einer Budgetkürzung um 110 Millionen Franken, wie Sie es für 2015 eingebucht haben. Dies vielleicht noch zu diesen Einzelpositionen.
Ich möchte Sie bitten, sich jetzt nicht einfach hinter wenig fassbaren, allgemeinen Kürzungsvorschlägen zu verstecken, sondern konkretisierten Anträgen, die wir Ihnen unterbreiten, zuzustimmen, das KAP umzusetzen und dann mit uns zusammen auch auf das Jahr 2016 bei den vorgeschlagenen Massnahmen - wir werden Ihnen einzelne Massnahmen vorschlagen - diese Entlastungen zu machen und im Jahr 2017 auch. Setzen wir uns doch weiterhin für eine konsequente, für eine glaubwürdige Finanzpolitik ein und nicht für eine Finanzpolitik, die nach dem Muster Schaumschlägerei operiert!
Büchler Jakob · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe PDC-PEV
Frau Bundesrätin, die SiK-NR berät zurzeit die Weiterentwicklung der Armee mit einem Ausgabenplafond von 5 Milliarden Franken. Um wie viel würde dann das VBS-Budget gekürzt, wenn diese drei Einzelanträge angenommen würden?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Wir würden dann wieder zurückgehen auf die Grössenordnung, die wir 2014 hatten. Wir haben damals vorgeschlagen, im Budget des VBS 74 Millionen zu kürzen. Wir könnten dann die Erhöhung bis zu diesen 5 Milliarden nicht machen. Wenn wir stabil durchfahren würden, müssten Sie diesen Aufwuchs, den wir Ihnen zugesichert haben, den wir in der Finanzplanung eingestellt haben, leider vergessen.
Ritter Markus · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe PDC-PEV
Wir haben drei globale Kürzungsanträge auf dem Tisch. Bei den Bundesausgaben unterscheiden wir zwischen stark und schwach gebundenen Ausgaben. Können Sie uns erklären, auf welcher Basis Ausgaben stark oder schwach gebunden sind und welche Wirkung entsprechende Kürzungsanträge haben, wenn der Bundesrat Vorschläge an das Parlament unterbreiten muss?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Ich mache das gerne. Ich habe vorhin kurz erwähnt, dass wir stark gebundene Ausgaben haben, das sind vorwiegend gesetzlich gebundene Ausgaben. Ungefähr 60 Prozent der Gesamtausgaben des Bundes sind stark gebunden. Das sind Anteile Dritter an Bundeseinnahmen, das ist der Finanzausgleich, das ist die soziale Wohlfahrt, also AHV, IV, Prämienverbilligung, Ergänzungsleistungen, Migration. Dann sind es Bahninfrastruktur, Kantonsanteile an der Mineralölsteuer. Diese Ausgaben sind alle stark gebunden, sie machen 60 Prozent des Bundeshaushaltes aus. Da können Sie nicht auf das Jahr 2016 oder 2017 etwas sparen und auch nicht zurückfahren.
Dann haben wir die schwach bis mittelstark gebundenen Ausgaben, wo kurzfristig Kürzungen möglich wären, sie betragen ungefähr 40 Prozent der Gesamtausgaben oder 27 Milliarden Franken, wenn Sie das so sehen wollen. Das sind weite Teile der mehrjährigen Finanzbeschlüsse in den Bereichen Bildung und Forschung, Landwirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Armee, regionaler Personenverkehr - das trifft dann natürlich die Kantone -, Kultur und dann verschiedene Beiträge an die Kantone, auch im Subventionsbereich, Wirtschaft, Regionalpolitik, Energie, Gesundheit. Das sind all diese Beiträge, die dorthin fliessen. Im Eigenaufwand des Bundes, um das auch zu sagen, ist es die Nationalstrasse, also Ausbau, Betrieb, Unterhalt der Nationalstrasse, dann ist es die Grenzwache, dann sind es polizeiliche Ausgaben, dann sind es das Aussennetz und die allgemeine Verwaltung. Das ist relativ schwach gebunden, da kann man etwas machen. Aber die grossen Positionen, wenn Sie es vom Volumen her anschauen, sind Bildung und Forschung, Landwirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Armee. Das sind die ganz grossen Positionen in diesem schwach gebundenen Bereich.
Amstutz Adrian · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Frau Bundesrätin, Sie schieben ja in klassischer Art und Weise wieder die "menschlichen Schutzschilder" in den Bereichen Landwirtschaft und Militär vor. Sie wissen, dass da die bürgerlichen Parteien natürlich sensibel sind. Aber jetzt zur Frage: Wir haben ein Bundesamt für Statistik mit aktuell 772 Angestellten. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass dieser Personalbestand um zwei Drittel zu hoch ist?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Wir haben verschiedene Bundesämter. Da ist ein Teil Ihres Rates der Meinung, es seien zu wenige, und der andere Teil Ihres Rates ist der Auffassung, es seien zu viele. Man kann über alles diskutieren, aber dann muss man es seriös machen. Dann müssen wir die einzelnen Positionen im Rahmen der weiteren Diskussion anschauen: im Rahmen der Entlastung 2016 und vor allem im Rahmen der Entlastung 2017, die eine Herausforderung für die Finanzplanung sein wird. Aber mit dem Antrag, einfach 3 Milliarden wegzukürzen, haben Sie überhaupt nichts gewonnen. Ich denke, es ist dann in der Verantwortung des Parlamentes, zu sagen, welche Leistungen es weiter beziehen möchte. Wir vergessen, dass die Verwaltung ja nicht in einem geschlossenen Biotop arbeitet - die Verwaltung arbeitet nicht zuletzt auch für Sie. Wir haben ausgerechnet, wie viele Vorstösse wir in diesem Jahr zu behandeln haben: Es sind ungefähr tausend Vorstösse. Pro Vorstoss rechnen wir 6700 Franken, jetzt können Sie das selbst rechnen. Wir haben ausgerechnet, für wie viel Geld wir in der Legislatur Vorstösse behandelt haben: Es sind ungefähr 30 Millionen Franken. Ich bin Finanzfrau, ich versuche alles in Beträgen auszudrücken. Wir haben also für ungefähr 30 Millionen Franken Vorstösse behandelt mit ungefähr hundert Personalstellen. Das einfach, damit Sie einmal die Relationen sehen. Wir machen das nicht ungern, aber wir machen es nicht, weil wir uns den Auftrag geben, sondern weil Sie uns den Auftrag geben.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Madame la conseillère fédérale, vous avez dit qu'une baisse du budget de 56 millions de francs pour l'agriculture n'allait pas diminuer les montants par exploitation. Vous avez raison, puisqu'il y a une diminution du nombre des exploitations et un agrandissement de celles-ci. Mais les paiements directs sont censés rétribuer la multifonctionnalité de l'agriculture; or plus on agrandit une exploitation, plus il y a de travail pour assurer cette multifonctionnalité. Ce serait donc du travail non rémunéré?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Herr Nationalrat Grin, schauen Sie, wie sich die Direktzahlungen entwickeln, und die Direktzahlungen sind ja typischerweise für den Betrieb gedacht. Sie haben Unterstützung bei den Pflanzen, Sie haben verschiedene andere Unterstützungen, wir haben darüber bei den einzelnen Positionen diskutiert; es gibt die Verkäsungszulage usw. Das sind aber spezielle zusätzliche Beiträge. Wenn Sie die Direktzahlungen nehmen und einerseits schauen, wie sie sich entwickelt haben, und andererseits schauen, wie sich die Zahl der Betriebe entwickelt hat, dann sehen Sie, dass wir heute einen viel grösseren Beitrag an Direktzahlungen für weniger Betriebe geben. Das heisst, dass heute jeder einzelne Betrieb mehr Beiträge erhält.
Das ist auch so gewollt. Ich habe gar nichts dagegen, aber man muss das auch so zur Kenntnis nehmen. Auch wenn Sie etwas zurückgehen würden - ich habe diese 57 Millionen Franken genannt -, hätten wir pro Betrieb nominell immer noch eine Steigerung der Direktzahlungen. Ja, Herr Hausammann, Sie schütteln den Kopf, aber ich zeige Ihnen das gerne einmal anhand der Rechnung.
Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Conseil national · Jura · Groupe PDC-PEV
Abordons maintenant la discussion par article, et plus particulièrement l'article 4. Le CRT prévoit donc, comme cela a été dit, seize mesures d'économies, auxquelles il faut rajouter quatre propositions de minorité prévoyant quatre mesures supplémentaires, qui émanent de trois commissaires membres du groupe UDC.
En introduction, il faut peut-être préciser qu'à la dernière séance de la commission, deux propositions identiques, visant à adopter de manière tacite les mesures déjà adoptées et discutées lors du budget 2015, ont été déposées. Ces propositions avaient pour but d'améliorer l'efficacité du travail de commission, d'éviter les interminables et ennuyeuses redites et de toujours remettre en question des décisions qui ont reçu l'aval du Parlement. Ces deux propositions n'étant pas contestées, et comme le permet la loi sur le Parlement, la commission a adopté tacitement onze mesures d'économies figurant dans le projet du Conseil fédéral. Je vous ferai grâce de les nommer, mais elles atteignent tout de même un montant de 247,1 millions de francs. Les cinq mesures restantes sont contestées par des propositions de minorité, en faveur desquelles nous venons d'entendre les arguments développés.
Concernant la mesure 2, "Réductions de dépenses dans la coopération au développement", la minorité Carobbio Guscetti propose de biffer la réduction de 38,5 millions de francs en prétextant que la situation internationale est difficile - ce qui est vrai - et que cette réduction mettrait en danger certains projets liés à l'eau, à la santé ou aux infrastructures. La minorité de la commission a été sensible au fait que cette diminution de 38,5 millions de francs est considérée comme une diminution de la croissance des dépenses de l'aide publique au développement et que, malgré la réduction, le taux de croissance des dépenses de l'aide publique au développement se situera à 4,1 pour cent l'année prochaine, sans oublier que la situation du franc fort peut être bénéfique dans ce domaine. Le taux de 0,5 pour cent devrait, selon les informations, être atteint en 2016.
Au vote, la proposition défendue par la minorité Carobbio Guscetti a été rejetée par 16 voix contre 7 sans abstention.
Concernant la mesure 4, "Réduction du taux d'intérêt de la dette de l'AI envers l'AVS", la minorité Gysi propose de biffer cette réduction. Le groupe socialiste juge en effet que cette réduction est fausse et qu'elle ne fera que déplacer le problème, en remettant en cause le contrat passé entre le Conseil fédéral et l'AVS. Cette rémunération du taux d'intérêt de la dette de l'assurance-invalidité envers l'AVS est définie par voie d'ordonnance, dans un contrat entre l'Office fédéral des assurances sociales et l'Administration fédérale des finances. Le taux d'intérêt devrait tenir compte de la situation du marché. Or, avec la baisse des taux d'intérêt, cette réduction semble justifiée. Cela représente pour l'AVS une perte de 120 millions de francs en 2016 et de 107 millions de francs en 2017, après quoi la rémunération sera éteinte. 120 millions de francs représentent 0,3 pour cent des dépenses totales de l'AVS sur une année.
Au vote en commission, la proposition Gysi a été rejetée par 14 voix contre 8 sans abstention.
A la mesure 8, "Mesures du DDPS concernant le domaine des transferts", la minorité Gysi propose une diminution de 0,8 million de francs de la coupe budgétaire de 3,9 millions de francs prévue pour "Jeunesse et Sport", en se fondant sur le rôle de prévention assumé par les cours "Jeunesse et Sport", notamment dans le domaine de la prévention, de la violence et de l'addiction à la drogue et au tabac.
La nouvelle loi sur la promotion du sport, qui entrera en vigueur le 1er juillet prochain, prévoit l'attribution de subventions pour les camps "Jeunesse et Sport" en fonction du nombre de participants et non plus de manière forfaitaire, ce qui entraînera une augmentation du nombre de participants et, partant, des subventions à allouer. Dans le plan financier 2016 à 2018, la réduction de 0,8 million de francs du montant des subventions est déjà prise en compte.
La proposition défendue par la minorité Gysi a été rejetée en commission par 15 voix contre 8 et 0 abstention.
Quant à la mesure 11 concernant l'agriculture, la minorité Fischer Roland remet en cause la décision de la commission, qui a accepté, par 12 voix contre 8 et 1 abstention, une proposition visant à supprimer la déduction de 56,7 millions de francs concernant les paiements directs dont bénéficie l'agriculture. Ce montant n'est d'ailleurs pas pris en compte dans le besoin d'assainissement. Refuser cette réduction supplémentaire de 56,7 millions de francs n'entraînera pas de mesure d'assainissement supplémentaire, selon Madame la conseillère fédérale Widmer-Schlumpf.
Au nom de la cohérence politique, sans vouloir toujours remettre en question une décision parlementaire prise lors de l'examen du budget 2015, et compte tenu de la décision de la Commission des finances, je vous demande de rejeter la proposition de la minorité Fischer Roland.
A la mesure 14, "Fixation de priorités et gains d'efficience dans le domaine du trafic ferroviaire", nous sommes en présence d'une proposition de la minorité Hadorn, qui prévoit de biffer cette mesure en prétextant que le réseau ferroviaire est saturé et qu'il faut anticiper l'application de la nouvelle loi sur le transport des marchandises. En acceptant la réduction prévue de 40 millions de francs, la mesure entrerait en vigueur en 2016, l'année où, précisément, le FAIF sera appliqué avec à la clé 300 millions de francs supplémentaires pour les infrastructures ferroviaires. Par conséquent, le rejet de la proposition de la minorité Hadorn sera quasi insignifiant pour les investissements à venir alors que son acceptation obligerait à faire des économies supplémentaires.
La proposition défendue par la minorité Hadorn a été rejetée en commission par 14 voix contre 8 et 0 abstention.
J'ajoute quelques mots au sujet des propositions de minorité émanant des commissaires membres du groupe UDC. La proposition de la minorité Schwander à la mesure 17, "Paiements effectués pour des acquisitions de prestations de services", prévoit une réduction de 272 millions de francs. L'argumentation de la minorité repose sur le fait que les paiements précités ont été drastiquement augmentés ces dernières années.
Si la proposition à le mérite de poser la question du savoir-faire et de l'internalisation de certaines prestations, on ne peut, dans le même temps, demander la diminution des dépenses de personnel - c'est une contradiction qui a été relevée par Madame la conseillère fédérale Widmer-Schlumpf.
Considérant que la proposition défendue par la minorité Schwander est en partie mise en oeuvre au travers des directives du Conseil fédéral concernant le budget 2016, la commission l'a rejetée par 11 voix contre 8 et 3 abstentions.
Quant à la mesure 18, "Réduction des crédits accordés aux campagnes de prévention de l'Office fédéral de la santé publique", la proposition de la minorité Miesch prévoit une réduction de 150 millions de francs, s'interrogeant sur l'efficacité de certaines campagnes de prévention, par exemple la campagne "Love Life" et celle portant sur la prévention du tabagisme. Considérant que sur les 2,92 milliards de francs de dépenses de l'Office fédéral de la santé publique, 2,75 milliards sont des dépenses liées, seuls 170 millions de francs sont à disposition de l'office pour assumer ses propres tâches. Si cette mesure était acceptée, toutes les tâches de l'office seraient concernées et menacées, et pas seulement le domaine de la prévention.
En commission, la proposition défendue par la minorité Miesch a été rejetée par 14 voix contre 6 et 2 abstentions.
Pour ce qui concerne la mesure 19, "Réduction des charges de biens et services et des charges d'exploitation", la proposition de la minorité Hausammann prévoit une réduction de 450 millions de francs en affirmant que les charges ont augmenté de 6,5 pour cent, soit de 268 millions de francs entre les budgets 2014 et 2015, et en évoquant différentes pertes dans les projets informatiques.
Sans qu'elle suscite beaucoup de discussions, la proposition défendue par la minorité Hausammann a été rejetée par 14 voix contre 6 et 2 abstentions.
Quant à la mesure 20, "Réduction des contributions et des indemnités concernant l'Office fédéral de la culture", la minorité Miesch propose une réduction de 50 millions de francs, prétextant que la culture n'est pas l'affaire de la Confédération ni des cantons et des communes, et qu'il faut miser sur des mécènes et des sponsors pour développer la culture.
En ne partageant pas, et de loin, les convictions de l'auteur de la proposition de minorité concernant la culture, la commission a rejeté cette proposition par 17 voix contre 5 et 1 abstention.
Au vote sur l'ensemble, la commission a approuvé le projet, par 13 voix contre 7 et 3 abstentions. Je vous demande de suivre la majorité de la commission et d'accepter le projet tel que présenté. C'est une question de cohérence et de crédibilité.
Concernant les trois propositions individuelles émanant du camp bourgeois, la commission n'a pas eu l'occasion de démontrer leur caractère dangereux et pernicieux pour l'économie suisse, la Suisse n'étant, et de loin, pas encore la Grèce. Il faut aussi préciser qu'en cas d'acceptation de ces trois propositions, les décisions que nous allons prendre concernant le CRT deviendront caduques.
Müller Thomas · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ich halte mich am Schluss jetzt kurz. Ich halte vor allem den Willen der Finanzkommission fest, die KAP-Vorlage auf der Grundlage der in der ersten Botschaft vorgeschlagenen Massnahmen jetzt zu Ende zu bringen. Wir haben eine einzige grosse Abweichung zugelassen, das ist der Verzicht auf die Streichung der 50 Millionen Franken für die indirekte Presseförderung. Alle anderen Anträge auf Abweichung von KAP-Massnahmen oder auf Abweichung von bisherigen Beschlüssen hatten es in der Finanzkommission schwer.
Das Konzept der Einzelanträge der FDP-Liberalen Fraktion, der SVP-Fraktion und von Herrn Pfister Gerhard einerseits und der grünliberalen Fraktion andererseits lag der Finanzkommission nicht vor, wir haben nicht darüber beraten. Als Kommissionssprecher kann ich dazu nichts sagen. Es geht um die Plafonierung der Finanzierungsrechnung 2016 ohne detaillierte Vorgaben. Wenn Sie mir gestatten, meine persönliche Meinung zu sagen, dann wäre das Finanzpolitik an der Finanzkommission vorbei. Der Rat muss entscheiden, ob er diesen Weg gehen will.
Kurz noch zu den einzelnen Minderheitsanträgen: Was Ziffer 2, "Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit", anbelangt, hat sich die Finanzkommission nicht von der tagespolitischen Weltlage leiten lassen. Auch nach der Kürzung haben wir in diesem Bereich noch ein Wachstum von 4,1 Prozent. Die Ausgaben erfolgen zudem mehrheitlich in Fremdwährungen, die Frankenstärke fängt die Kürzung also teilweise auf. Die Streichung der Kürzung ist mit 16 zu 7 Stimmen abgelehnt worden.
Was Ziffer 4, "Senkung des Zinssatzes zur Verzinsung der IV-Schuld bei der AHV", anbelangt, hatten wir zwei Anträge, einen mit der formellen Begründung, der Bundesrat sei zuständig, wir müssten das nicht im KAP behandeln, und einen zweiten Antrag mit der materiellen Begründung, wie sie heute dargelegt worden ist. Die Finanzkommission ist in der Mehrheit der Auffassung eines marktkonformen Darlehenszinses gefolgt, wie sie die Frau Bundesrätin dargelegt hat. Der Antrag auf Streichung der Kürzung ist mit 14 zu 8 Stimmen abgelehnt worden.
Ziffer 8, "Massnahmen des VBS im Transferbereich in Bezug auf 'Jugend und Sport'": Die Streichung der Kürzung wurde mit 15 zu 8 Stimmen abgelehnt.
Ziffer 11, "Massnahmen in der Landwirtschaft": Wir wollten auch in der Finanzkommission keine neue Landwirtschaftsdiskussion. Die Finanzkommission hat auf die Beschlüsse zum Voranschlag 2015 abgestellt und den Antrag auf Verzicht auf die Kürzung mit 12 zu 8 Stimmen angenommen.
Ziffer 14, "Priorisierungen und Effizienzsteigerungen Schienenverkehr": Die Finanzkommission hat berücksichtigt, dass wir ab 2016 eine neue Ausgangslage bei der Finanzierung des Schienenverkehrs haben. Die Bahninfrastruktur wird neu über den Bahninfrastrukturfonds finanziert. Die vorgesehene Kürzung von 40 Millionen Franken ist zweckmässig. Die Finanzkommission hat den Antrag auf Streichung der Kürzung mit 14 zu 8 Stimmen abgelehnt.
Zum Schluss noch die Anträge auf Seite 5 der Fahne: Ein gewisses Verständnis in der Kommission fand der Minderheitsantrag Schwander, der nur mit 10 zu 8 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt wurde. Das Thema der Beschaffungszahlungen für Dienstleistungen wird das Parlament sicher bei anderer Gelegenheit beschäftigen. Die drei übrigen Minderheitsanträge Miesch, Hausammann, Miesch wurden klar abgelehnt.
Ich ersuche Sie, alle Minderheitsanträge abzulehnen, der Mehrheit der Kommission zu folgen und die KAP-Vorlage heute zu Ende zu beraten.
Vote
Abs. 1 Ziff. 2 - Al. 1 ch. 2
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 128 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 61 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 4 - Al. 1 ch. 4
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 113 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit ... 74 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 8 - Al. 1 ch. 8
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 102 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 84 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 11 - Al. 1 ch. 11
Le président (Rossini Stéphane, président): Le vote vaut également pour l'article 86a alinéa 3 de la loi sur l'agriculture.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 109 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 78 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 14 - Al. 1 ch. 14
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 131 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 58 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 17 - Al. 1 ch. 17
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 122 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 65 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Ziff. 18 - Al. 1 ch. 18
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 121 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 67 Stimmen
(1 Enthaltung)
Vote
Abs. 1 Ziff. 19 - Al. 1 ch. 19
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 132 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 56 Stimmen
(1 Enthaltung)
Vote
Abs. 1 Ziff. 20 - Al. 1 ch. 20
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 132 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 52 Stimmen
(5 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1 Einleitung - Al. 1 introduction
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 98 Stimmen
Für den Antrag der grünliberalen Fraktion ... 90 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Vote
Abs. 1-5
Abstimmung - Vote
Für den modifizierten Antrag der Mehrheit ... 107 Stimmen
Für den Antrag der FDP-Liberalen Fraktion/SVP-Fraktion/Pfister Gerhard ... 76 Stimmen
(5 Enthaltungen)
Rossini Stéphane · P-M · Conseil national · Valais · Groupe socialiste
Ziff. 2 Art. 4a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 2 art. 4a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 3, 4
Antrag der Kommission
Streichen
Ch. 3, 4
Proposition de la commission
Biffer
Angenommen - Adopté
Ziff. 5
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 5
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 6
Antrag der Kommission
Streichen
Ch. 6
Proposition de la commission
Biffer
Angenommen - Adopté
Ziff. 7
Antrag der Mehrheit
Streichen
Antrag der Minderheit
(Fischer Roland, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 7
Proposition de la majorité
Biffer
Proposition de la minorité
(Fischer Roland, Carobbio Guscetti, Gilli, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Schwaab, Vischer Daniel)
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit
Adopté selon la proposition de la majorité
Ziff. II
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. II
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Vote
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 127 Stimmen
Dagegen ... 57 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse
gemäss Brief an die eidgenössischen Räte
Proposition du Conseil fédéral
Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales
Angenommen - Adopté
Le président (Rossini Stéphane, président): Nous arrivons ainsi au terme de cette session spéciale. Nous avons vécu trois jours intenses. Je vous souhaite une très bonne rentrée et vous donne rendez-vous à la session de juin.
Schluss der Sitzung und der Session um 18.30 Uhr
Fin de la séance et de la session à 18 h 30