Liesberg, Andil
Réserves forestières · Bâle-Campagne
Document
- Numéro
- 1551
- Type
- Réserves forestières
- Canton
- Bâle-Campagne
- Niveau
- Canton
- Autorité
- Landeskanzlei
- Approuvé par
- RR
- Adopté
- 8 août 2000
- En vigueur depuis
- 8 août 2000
Carte
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Fichiers
151_RRB_Andil.pdfOuvrir dans un nouvel onglet
Texte
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft
Nr. 1551
vom 8. August 2000
Aufnahme des Gebietes "Andil", Gemeinde Liesberg, in das Inventar der geschützten Naturobjekte
Das Gebiet "Andil" befindet sich südwestlich des Siedlungsgebietes in einer Höhenlage zwischen ca. 480 und 550 m.ü.M. Die Tongrube, in welcher von 1934 bis Ende der 70er Jahre vom Portlandcementwerk Liesberg Material für die Zementherstellung abgebaut worden war, liegt in einem muldenförmigen Tal, das sich nach Westen gegen Movelier erstreckt. Diese Geländemulde entstand durch Erosion der weichen, tonigen Gesteine des unteren Oxfordien (Alter ca. 160 Mio. J.), die hier steil aufgerichtet sind. Im Gegensatz dazu bilden die schwer verwitterbaren Kalke markante Felsrippen ("Chestel-Truschletenberglein" bzw. "Aebi"). Dieser Verlauf der Gesteinsschichten zeigt an, dass sich die Grube "Andil" im steil abfallenden Nordschenkel einer typischen Jura-Falte befindet - der sogenannten Movelier-Kette. Geologen bezeichnen solche in weichen Gesteinsschichten entstandene Mulden auf Jura-Falten als "Comben". Im zentralen Grubenbereich steht der Renggeri-Ton an. Dieser dunkelgraue Ton kann eine Mächtigkeit bis zu 80 m erreichen. Als Besonderheit kommen in diesem Gestein kleine, pyritisierte Ammoniten vor. Gegen Norden folgt ein grauer Mergel mit auffälligen Lagen von Kalk-Knollen, das "Terrain à chailles". Beide Schichten zusammen bilden das "Untere Oxfordien". Anschliessend folgen die geologisch jüngeren, sehr fossilreichen Liesbergschichten. Gegen Süden schliessen an den Renggeri-Ton geologisch zunehmend ältere Gesteine des Oberen Doggers an (Anceps-Athleta-Schichten, Dalle nacrée, Callovien-Ton, Macrocephalus-Schichten). Der Höhenzug des "Aebi" besteht schliesslich aus Hauptrogenstein, einem hellbräunlichen Kalkgestein (Alter ca. 175 Mio. J.). Dank des Tonabbaues sind diese für den Jura charakteristischen Gesteine hier in einmaliger Weise sichtbar. Aus diesem Grunde und wegen des Fossil-Reichtums hat die Tongrube aus geologischer Sicht nationale Bedeutung. Da auf den tonigen Gesteinen das Wasser nicht versickern kann, entstanden auf dem Grubengrund mehrere, heute stark von Schilf eingewachsene Weiher. Für Amphibien bietet die Grube deshalb ideale Lebensbedingungen. Insgesamt leben hier 8 Amphibien-Arten, darunter in Baselland seltene oder stark gefährdete Arten wie Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte. Aus diesem Grunde ist die Tongrube "Andil" ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Naturschützerisch wertvoll sind ausserdem die orchideenreichen Pfeifengras-Bestände, der Weissseggen-Buchenwald auf dem "Truschletenberglein", die Flaumeichen-Bestände, die Nasswiese am "Mülibach" sowie die Magerwiesen und extensiv genutzten Blumenwiesen westlich der Grube. Dementsprechend kommen im Gebiet zahlreiche seltene und auch geschützte Arten vor. Zu erwähnen sind beispielsweise: Gefleckte Orchis, Grünliches Breitkölbchen, Spargelerbse, Trollblume, Gebänderte Heidelibelle, Ringelnatter, Teichrohrsänger und Berglaubsänger. Alleine an Libellen wurden im "Andil" 1990 insgesamt 24 Arten nachgewiesen.
P:\ARP\52 Biologische Vielfalt\523 Naturschutzgebiete\Andil\RRB\RRB_2000_1551.doc
2
Die Grube bzw. deren angrenzenden Gebiete sind in allen kantonalen Natur-Inventaren als Objekt von regionaler Bedeutung enthalten. Für das neue kantonale Naturschutzgebiet gelten daher folgende Schutzziele: −
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Erhaltung und Förderung als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, insbesondere der wertgebenden Populationen von Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte; Erhaltung der aufgeschlossenen Schichtfolge der anstehenden Gesteine als Geologisches Naturobjekt von nationaler Bedeutung; Erhaltung und Förderung der Fels- und Pionierstandorte, der Pfeifengras- und Feuchtwiesen, der Weiher sowie der standortgemässen Waldgesellschaften mit ihren typischen Lebensgemeinschaften; Erhaltung und Förderung ungedüngter Magerwiesen sowie extensiv genutzter Blumenwiesen; Förderung strukturreicher, extensiv genutzter Waldbestände mit hohem Tot- und Altholzanteil; Förderung von naturnahen, stufig aufgebauten Waldrändern; Erhaltung und Förderung naturnaher Weiher, Tümpel, Quellfluren und Fliessgewässer; Erhaltung und Förderung der geschützten Arten sowie der Tier- und Pflanzenarten der Roten Listen, insbesondere Pionierarten, wärmeliebende Arten, Arten der Magerwiesen und Arten der Feuchtstandorte.
Für viele der seltenen Arten ist die Tongrube ein Sekundärlebensraum, welcher durch die Abbautätigkeit des Menschen entstanden ist. Da der Tonabbau im Gebiet bereits seit dem letzten Jahrhundert erfolgte, konnten sich hier über eine lange Zeitperiode wertvollste Biotope entwickeln. Dass diese bis heute erhalten geblieben sind, ist der früheren Besitzerin der Grube, der HCB "Holderbank" Cement und Beton, zu verdanken, welche die vorhandenen Naturwerte früh erkannte und darauf auch während des Abbaus Rücksicht nahm. Am 22. April 1998 übergab die "HCB" die Grube als Schenkung dem Kanton. Diese Schenkung kam durch Vermittlung der Stiftung Natur & Wirtschaft zustande, welche die Tongrube gleichzeitig in das Stiftungsregister der Naturparks der Schweizer Wirtschaft aufnahm. Das neue kantonale Naturschutzgebiet umfasst folgende Grundstücke:
Parzelle Nr.
Gemeinde
Eigentümer/in
Fläche
Waldanteil
1789
Liesberg
HCB
0.30 ha
---
1790
Liesberg
HCB
0.15 ha
0.01ha
1792
Liesberg
HCB
0.16 ha
---
1794
Liesberg
HCB
0.12 ha
---
1795
Liesberg
HCB
0.15 ha
---
1797
Liesberg
HCB
0.31 ha
---
1798
Liesberg
Einwohnergemeinde Liesberg
0.06 ha
---
1799
Liesberg
Einwohnergemeinde Liesberg
0.11 ha
---
3
Parzelle Nr.
Gemeinde
Eigentümer/in
Fläche
Waldanteil
1803
Liesberg
Kanton
0.38 ha
---
1804
Liesberg
Kanton
0.23 ha
0.18 ha
1805
Liesberg
Burgerkorporation Liesberg
3.77 ha
3.77 ha
1841
Liesberg
Kanton
5.25 ha
---
1842
Liesberg
Kanton
0.17 ha
---
1843
Liesberg
Kanton
0.18 ha
---
1844
Liesberg
Kanton
0.18 ha
---
1845
Liesberg
Kanton
0.17 ha
---
1846
Liesberg
Kanton
0.09 ha
---
1847
Liesberg
HCB
0.20 ha
---
1848
Liesberg
HCB
0.31 ha
---
1850
Liesberg
HCB
0.12 ha
---
1851
Liesberg
HCB
0.31 ha
0.22 ha
1852
Liesberg
HCB
0.16 ha
---
1853
Liesberg
HCB
0.14 ha
---
1854
Liesberg
HCB
0.11 ha
---
1855
Liesberg
HCB
0.08 ha
---
1856
Liesberg
HCB
0.08 ha
---
1857
Liesberg
HCB
0.17 ha
---
1859
Liesberg
HCB
0.72 ha
---
1862
Liesberg
Kanton
0.39 ha
---
1863
Liesberg
Kanton
0.10 ha
---
1864
Liesberg
Kanton
0.57 ha
---
1865
Liesberg
Kanton
0.07 ha
---
1867
Liesberg
Kanton
0.36 ha
0.20 ha
1868
Liesberg
Kanton
0.27 ha
0.20 ha
1869
Liesberg
Kanton
0.59 ha
0.44 ha
1870
Liesberg
Kanton
0.56 ha
---
1871
Liesberg
Kanton
0.25 ha
---
1872
Liesberg
Kanton
0.20 ha
---
1873
Liesberg
Kanton
0.11 ha
---
1874
Liesberg
Kanton
0.11 ha
---
1875
Liesberg
Kanton
0.12 ha
---
1876
Liesberg
Kanton
0.12 ha
---
1877
Liesberg
Kanton
0.36 ha
0.21 ha
4
Parzelle Nr.
Gemeinde
Eigentümer/in
Fläche
Waldanteil
1878
Liesberg
Kanton
0.16 ha
0.07 ha
1879
Liesberg
Kanton
0.16 ha
0.07 ha
1880
Liesberg
Kanton
0.09 ha
0.01 ha
1884
Liesberg
HCB
0.31 ha
---
1885
Liesberg
HCB
0.28 ha
0.05 ha
1886
Liesberg
HCB
0.03 ha
---
1887
Liesberg
HCB
0.03 ha
---
1888
Liesberg
HCB
0.18 ha
0.10 ha
1890
Liesberg
HCB
0.07 ha
0.07 ha
1891
Liesberg
HCB
0.14 ha
0.14 ha
1892
Liesberg
HCB
0.16 ha
0.16 ha
1893
Liesberg
HCB
0.28 ha
0.18 ha
1894
Liesberg
HCB
0.44 ha
0.33 ha
2799
Liesberg
Flück Otto, Liesberg
0.71 ha
---
2955
Liesberg
Kanton
0.03 ha
---
1898 Teilfläche Liesberg
Burgerkorporation Liesberg
1.46 ha
1.46 ha
1899 Teilfläche Liesberg
Burgerkorporation Liesberg
1.97 ha
1.97 ha
Total
24.86 ha
9.84 ha
Die Gesamtfläche des neuen Naturschutzgebietes beträgt 24,86 ha (davon 9.84 ha Wald). Die Grundeigentümer und der Gemeinderat Liesberg sind mit der Aufnahme des Gebietes "Andil" in das Inventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft einverstanden. Nutzung und Unterhalt der Liegenschaft auf Parzelle Nr. 2799 bleiben im bisherigen Rahmen gewährleistet. Solange diese Parzelle dem heutigen Besitzer gehört, darf das Areal weiterhin als extensive, naturnahe Abstell- und Lagerfläche gemäss Aktennotiz des Amtes für Orts- und Regionalplanung vom 21. Mai 1999, genutzt werden. Ebenso bleibt die Weiterführung der Gemeinde-Deponie auf Parzelle Nr. 1899 gemäss den rechtskräftigen Bewilligungen gewährleistet. Die Pflege der landwirtschaftlich genutzten Mager-, Blumen- und Feuchtwiesen gemäss Pflegeplan ist mit Bewirtschaftungsvereinbarungen sicherzustellen. Die Unterschutzstellung des Gebietes erfolgt auf Antrag der Abteilung Natur und Landschaft des Amtes für Raumplanung und des Forstamtes beider Basel.
5
..//.. 1.
Gestützt auf §12 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 20. November 1991 wird das im beiliegenden Plan eingetragene Gebiet „Andil“, Gemeinde Liesberg, bestehend aus den Parzellen Nr. 1789, 1790, 1792, 1794, 1795, 1797 - 1799, 1803 - 1805, 1841 - 1848, 1850 - 1857, 1859, 1862 - 1865, 1867 - 1880, 1884 - 1888, 1890 - 1894, 2799, 2955, sowie Teilflächen von Parzellen Nr. 1898 und 1899, als Objekt von nationaler Bedeutung in das Inventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft aufgenommen. Die Gesamtfläche beträgt 24.86 ha.
2.
Die Bau- und Umweltschutzdirektion wird ermächtigt, die Abgeltung gemäss §§ 17 und 18 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 20.11.1991 festzulegen und zu Lasten des Budgets 2000 den Konten 2355.562.00-001, 2355.562.70-002 und 2355.565.00-001 zu verbuchen.
3.
Nach Eintritt der Rechtskraft ist der Beschluss vom zuständigen Grundbuchamt ins Grundbuch einzutragen.
Gegen diesen Beschluss kann innert 10 Tagen von dessen Zustellung an gerechnet beim Verwaltungsgericht in Liestal Beschwerde erhoben werden.
Verteiler:
− Burgerkorporation Liesberg, 4254 Liesberg − Gemeinderat Liesberg, 4254 Liesberg − Herr J. Schnell, "HCB "Holderbank" Cement und Beton, Fluhweg 13, 4254 Liesberg − Revierförster G. Walser, Forst, 4254 Liesberg − BUWAL, Natur und Landschaft, 3003 Bern − Herr Otto Flück, Amthil 141, 4254 Liesberg − Pro Natura Baselland, Postfach 491, 4410 Liestal − Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband (BNV), Postfach 533, 4410 Liestal − Forstamt beider Basel − Bezirksschreiberei Laufen, Grundbuchamt, Hintere Gasse 52, 4242 Laufen − Justiz-, Polizei-, Militärdirektion − Landeskanzlei (Publikation) − Amt für Liegenschaftsverkehr − Amt für Raumplanung − Amt für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft (3) − Rechtsabteilung Bau- und Umweltschutzdirektion − Bau- und Umweltschutzdirektion (2)
Bases légales
570 · kWaG · Canton
790 · Canton
790.404 · Canton
921.0 · Waldgesetz, WaG · Confédération
921.01 · Waldverordnung, WaV · Confédération