05.460
Verschärfung der Schuldenbremse
Loepfe Arthur · Mit-M · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion
Die Initianten wollen mit einer Gesetzesanpassung die Schuldenbremse verschärfen. Gemäss den Initianten sind sämtliche Ausgaben obligatorisch der Schuldenbremse zu unterstellen, also z. B. auch die ausserordentlichen Ausgaben, wie wir sie im Zusammenhang mit der Ausfinanzierung der Pensionskassen des Bundes und seiner Betriebe immer wieder hatten. Zudem sollen die künftigen Einnahmen und der sogenannte Konjunkturfaktor vorsichtiger festgelegt werden.
Begründet wird die Initiative mit der sehr hohen Zustimmung der Bevölkerung zur Schuldenbremse vor etwa fünf Jahren; Sie erinnern sich daran. Nach dem Volkswillen sollte mit der Schuldenbremse das Schuldenwachstum gestoppt werden. Die Schulden sind jedoch trotz Schuldenbremse gestiegen, und zwar gewaltig. Das stimmt.
Die Finanzkommission beantragt mit 12 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Initiative keine Folge zu geben. Die Schuldenbremse bezieht sich gemäss Finanzhaushaltgesetz auf die Finanzrechnung. Die Finanzrechnung umfasst jedoch nur die ordentlichen Einnahmen und die ordentlichen Ausgaben, also nicht die ausserordentlichen Ausgaben. Die Finanzrechnung weist momentan Überschüsse aus und erfüllt damit die Bedingungen der Schuldenbremse. Man kann auch sagen, dass sich die Schätzung der Einnahmen - das ist auch ein Anliegen der Initianten - im Durchschnitt der letzten Jahre als richtig erwiesen hat. Das eine Mal war man zu optimistisch, das andere Mal etwas zu pessimistisch. Wir fahren also mit der jetzigen Finanzrechnung schuldenbremsenkonform bzw. gesetzeskonform.
Den Schuldenanstieg haben ausserordentliche Ausgaben verursacht. Hier spielen auch die Altlasten mit, vor allem die Ausfinanzierung der Pensionskassen des Bundes und seiner Betriebe, wie z. B. der Post. Einen Schuldenanstieg verursachten ferner die grossen Investitionen für die Bildung und Äufnung von Fonds, z. B. des FinöV-Fonds, des Infrastrukturfonds oder des Arbeitslosenfonds. Die ausserordentlichen Ausgaben werden von der Schuldenbremse nicht erfasst; das ist aber gesetzeskonform. Die Schuldenbremse ist so konzipiert, dass sie nur die ordentlichen Einnahmen und Ausgaben erfasst und nicht die ausserordentlichen Ausgaben. Damit will man ja auch eine gewisse Flexibilität erreichen.
Die Kommissionsmehrheit lehnt die Initiative wie gesagt ab, dies aus folgenden Gründen: Die Änderungen an der Schuldenbremse wären verfrüht. Wir haben seit Inkrafttreten dieser Schuldenbremse noch keinen Konjunkturzyklus von sechs bis sieben Jahren hinter uns. Die Initiative könnte auch nicht kurzfristig umgesetzt werden. Vorher wäre zu klären, welche Gesetzesgrundlagen zu ändern wären; die Frage ist, ob die Bundesverfassung betroffen wäre. Das würde noch eine Volksabstimmung bedingen. Ich bin nicht Jurist, aber die Fachleute haben angedeutet, dass es in diese Richtung gehen würde, wenn man diese Initiative annähme.
Der obligatorische Einbezug aller ausserordentlichen Ausgaben in die Schuldenbremse würde in den Jahren, in denen solche grösseren, ausserordentlichen Ausgaben anfallen würden, dazu führen, dass man die ordentlichen Ausgaben ganz rabiat reduzieren müsste. Sie können sich vorstellen, was das bedeuten würde. Man wollte mit diesem Instrument - darum bewährt sich die Schuldenbremse ja auch - flexibel bleiben können, indem man die ordentlichen Ausgaben, die man planen kann, mit einbezieht, dabei aber bezüglich der ausserordentlichen Ausgaben Flexibilität bewahrt. Die Schuldenbremse hat sich deshalb sehr bewährt - wie gesagt, im Rahmen der Finanzrechnung. Dafür ist sie ja bestimmt.
Das Problem des Schuldenzuwachses durch die ausserordentlichen Ausgaben soll - wenn man das überhaupt will - in einer speziellen Vorlage angegangen werden. Das bewährte Instrument soll unberührt gelassen werden. Wenn man will, kann man mit einer anderen Vorlage etwas Spezielles und Separates verlangen und möglicherweise einführen.
Zusammengefasst: Die Kommission empfiehlt Ihnen mit 12 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die parlamentarische Initiative zur Verschärfung der Schuldenbremse abzulehnen.
Rey Jean-Noël · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Tout à l'heure, j'ai hésité lorsque vous avez annoncé le rapport sur cette initiative parlementaire parce que son traitement a été reporté tellement de fois qu'aujourd'hui, il faudrait ajouter, aux arguments de la commission, un autre argument non pas de fond, mais de forme, puisqu'on a appris par le Conseil fédéral qu'il avait lui-même l'intention de modifier les dispositions en la matière et de renforcer le frein à l'endettement.
Je vous rappelle que la commission a traité cet objet en mars 2006 et qu'effectivement, par 12 voix contre 7 et 2 abstentions, elle vous invite à ne pas donner suite à cette initiative. Les arguments ont déjà été avancés. J'aimerais simplement rappeler sur le fond les raisons pour lesquelles la commission vous proposait de ne pas donner suite.
1. D'abord, le frein à l'endettement voté par le peuple et les cantons en 2001 a été introduit avec le budget 2003. La commission estime par conséquent qu'il est trop tôt pour dresser déjà un bilan. Malgré tout, on peut constater que le frein à l'endettement a accéléré la mise en place de mesures d'assainissement, qu'il a poussé le Parlement à considérer davantage les aspects financiers des tâches publiques. De même, grâce à ce mécanisme, le Parlement tend à accorder davantage d'importance aux prévisions qui concernent les recettes de l'Etat ainsi qu'aux prévisions économiques dans le cadre du processus budgétaire.
2. L'efficacité du frein à l'endettement doit être examinée sur la durée d'un cycle économique et non au hasard de l'actualité politique, comme le font les auteurs de l'initiative. Et sur cette durée, le frein à l'endettement a rempli son rôle, puisque la stratégie d'élimination graduelle du déficit structurel adoptée par le Parlement a porté ses fruits. C'est la raison pour laquelle le Parlement a décidé de procéder à une élimination graduelle des dettes. Avec les programmes d'allègement budgétaire 2003 et 2004, ce sont 5 milliards de francs de coupes budgétaires qui ont été réalisées, soit 10 pour cent des dépenses fédérales. Et conformément à la stratégie adoptée, les déficits structurels ont été éliminés à la fin de 2006.
3. La Constitution stipule que les dépenses doivent être fixées en fonction des recettes en tenant compte de la situation économique. Et pour atteindre l'objectif d'adéquation avec la conjoncture, on tient compte, lorsqu'on calcule le maximum des dépenses autorisées, du facteur conjoncturel ainsi que des recettes attendues.
Le facteur conjoncturel correspond au rapport entre la tendance à long terme du PIB et le produit intérieur brut réel. Il est établi selon une méthode adoptée par le Parlement et, avec le budget annuel, le Parlement se prononce sur la valeur du facteur conjoncturel. Il a donc tout loisir de le modifier s'il juge que cela est nécessaire.
4. Introduit en 2003, le frein aux dépenses a déjà subi deux modifications: l'une en 2004 pour atténuer les effets dévastateurs sur l'économie d'une élimination brutale du déficit structurel accumulé; l'autre pour affiner la méthode de calcul du facteur conjoncturel afin de mieux tenir compte de l'amplitude des cycles économiques. En 2007, il serait inopportun de procéder à une nouvelle modification. Un tel mécanisme a besoin de temps pour être évalué.
5. Le groupe UDC justifie sa proposition par l'augmentation de la dette. La commission reconnaît la nécessité de réduire la dette de la Confédération. Toutefois, elle constate que celle-ci a été stabilisée à ce jour et qu'elle diminuera même avec le budget 2007. Par ailleurs, le rapport sur la dette a démontré que près de 40 pour cent de celle-ci avait été causé par les déficits accumulés, ceux justement que vise avec succès le frein à l'endettement.
6. Les mécanismes en place permettent l'élimination des anciennes charges hors budget. D'ailleurs, le peuple a adopté un frein à l'endettement dans le cadre budgétaire.
Pour toutes ces raisons, la commission vous propose de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire du groupe UDC.
Comme je l'ai dit, je répète l'argument selon lequel, entre-temps, le Conseil fédéral s'est penché sur la question et fera des propositions en la matière. Il n'est donc pas nécessaire que le Parlement agisse dans ce domaine.
Schwander Pirmin · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Am 2. Dezember 2001 hat das Stimmvolk die Schuldenbremse mit 85 Prozent Jastimmen gutgeheissen. Die Schuldenbremse kam dann erstmals beim Budget 2003 zur Anwendung. Allerdings beschloss das Parlament im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003 eine Übergangsbestimmung bzw. eine Ausnahme für die sogenannten Altlasten. Das heisst, der Höchstbetrag der zulässigen Ausgaben wurde künstlich erhöht. Die Schulden wuchsen, wie die Kommissionssprecher schon gesagt haben, von 2003 bis 2006 erneut an.
Wir wollen mit unserer Initiative zwei Dinge:
Wir wollen erstens, dass auch die ausserordentlichen Ausgaben der Schuldenbremse unterstellt werden. Im Finanzplanjahr 2008 steht ein ausserordentlicher Zahlungsbedarf von rund 5 Milliarden Franken an. Es kann doch nicht sein, dass dieser Betrag an der Schuldenbremse, das heisst am Volk, vorbeigeschleust wird. Wie bereits vom Kommissionssprecher erwähnt, hat selbst der Bundesrat in der Zwischenzeit erkannt, dass auch die ausserordentlichen Ausgaben der Schuldenbremse zu unterstellen sind. Anfang September 2007 hat er das Eidgenössische Finanzdepartement beauftragt, ausserhalb der Verfassung eine Ergänzungsregelung auszuarbeiten. Mit Ihrer Zustimmung zu unserer Initiative unterstützen Sie nichts mehr als das, was der Bundesrat eigentlich angeplant hat. Wir wissen, dass mittelfristig weitere ausserordentliche Ausgaben anstehen, und zwar infolge der Periodizität, die wir mit dem neuen Finanzhaushaltgesetz einhalten müssen. Setzen wir also frühzeitig ein Zeichen.
Zweitens wollen wir, dass die Einnahmen und der K-Faktor vorsichtiger geschätzt werden. Warum? Wir wissen, dass die Einnahmen in der Hochkonjunktur eher unterschätzt, in der Rezession tendenziell überschätzt werden. Als Folge steigen die Schulden munter weiter. Warum diese Konsequenz? Die konjunkturelle Komponente, der sogenannte K-Faktor, ist eine Wundertüte sondergleichen. Hinzu kommt, dass dieser Faktor dann mit den prognostizierten Einnahmen multipliziert wird. Das Ergebnis legt dann die maximale Höhe der Ausgaben fest. Der grosse Haken an der Sache besteht nun darin, dass die prognostizierten Einnahmen vom längerfristigen Trend des Bruttoinlandproduktes abhängen. Dieser Trend des Bruttoinlandproduktes kommt auch im K-Faktor vor. Wenn nun das Bruttoinlandprodukt falsch geschätzt wird, so wird mit der Multiplikation ein Fehler multipliziert, und das kann doch nicht sein, das ist doch ein grosser Unfug.
Zusammengefasst: Die Einhaltung der Schuldenbremse erfordert einen weiteren Planungshorizont als bisher, und die ausserordentlichen Ausgaben sind rechtzeitig zu erkennen. Mit unserer Initiative liegen wir auf der Linie des Bundesrates.
Ich bitte Sie, unserer Initiative deshalb auch Folge zu geben.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben .... 52 Stimmen
Dagegen .... 86 Stimmen