12.3071, 12.3180, 12.3857, 10.515
Grenzwachtkorps aufstocken / Aufstockung des Grenzwachtkorps / Für eine richtige Grenzpolizei und eine bessere Koordination mit den Kantonen / Das Grenzwachtkorps muss die Sicherheit garantieren können
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
12.3071, 12.3180, 12.3857
Antrag der Mehrheit
Ablehnung der Motionen 12.3071, 12.3180 und 12.3857
Antrag der Minderheit
(Fournier, Hêche, Minder, Recordon, Savary, Zanetti)
Annahme der Motion 12.3071
Proposition de la majorité
Rejeter les motions 12.3071, 12.3180 et 12.3857
Proposition de la minorité
(Fournier, Hêche, Minder, Recordon, Savary, Zanetti)
Adopter la motion 12.3071
10.515
Antrag der Mehrheit
Der Initiative keine Folge geben
Antrag der Minderheit
(Savary, Fournier)
Der Initiative Folge geben
Proposition de la majorité
Ne pas donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité
(Savary, Fournier)
Donner suite à l'initiative
Il presidente (Lombardi Filippo, presidente): Avete ricevuto tre rapporti scritti della commissione.
Hess Hans · Mit-M · Ständerat · Obwalden · FDP-Liberale Fraktion
Es geht bei den Motionen 12.3071 und 12.3180 um die Frage der Aufstockung des Grenzwachtkorps.
Mit der Motion 12.3071 soll der Bundesrat beauftragt werden, angesichts der Entwicklungen in der internationalen Migrationspolitik und angesichts des zunehmenden Drucks auf die Schweiz folgende Vorkehrungen zu treffen:
1. Der Bundesrat soll überprüfen, ob die Anzahl bewilligter Stellen beim Grenzwachtkorps mindestens der Anzahl Stellen entspricht, die vor Inkrafttreten des Schengen/Dublin-Abkommens bestanden. Diesbezüglich ruft der Motionär in Erinnerung, dass zu den vom Bundesrat vorgesehenen flankierenden Massnahmen zum Schutz des Kantons Tessin unter anderem eine Erhöhung des regulären Stellenbestands des Grenzwachtkorps gehöre.
2. Der Bundesrat soll die Anzahl bewilligter Stellen für das Grenzwachtkorps erhöhen, da damit den mit der Einwanderung verbundenen dringenden Problemen begegnet, die grenzüberschreitende Kriminalität bekämpft und der Schmuggel wirksamer unterbrochen werden kann.
Der Nationalrat hat die Motion 12.3071 am 17. April 2013 im Rahmen der ausserordentlichen Session zum Thema Schengen/Dublin mit 170 zu 14 Stimmen angenommen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Was beinhaltet die zweite Motion? Mit der Motion 12.3180 soll der Bundesrat beauftragt werden, das Grenzwachtkorps so rasch als möglich um 100 bis 200 Profis aufzustocken. Damit soll "eine bessere Kontrolldichte sichergestellt werden". Der Nationalrat hat die Motion - ebenfalls im Rahmen der ausserordentlichen Session zu Schengen/Dublin - am 17. April 2013 mit 160 zu 17 Stimmen angenommen. Der Bundesrat beantragt auch bei der Motion 12.3180 die Ablehnung.
Unsere SiK ist der Auffassung, dass die Schweiz passende Antworten auf die Entwicklung der grenzüberschreitenden Kriminalität und der illegalen Migration braucht. Deshalb hat sie an ihrer Sitzung vom 22. August 2013 mit 9 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung ein Kommissionspostulat eingereicht. Dieses trägt die Nummer 13.3666, "Grenzwachtkorps. Aufgabenerfüllung und Bestand". Mit diesem Postulat will die SiK-SR im Geschäftsbericht 2013 Auskunft über die Situation im Grenzwachtkorps erhalten, und sie verlangt vom Bundesrat, allenfalls notwendige Massnahmen vorzuschlagen. Dabei ist klar, dass die nötigen Mittel für zusätzliche Stellen im Budget eingestellt werden müssten. Im Gegenzug lehnt die Kommission die beiden Motionen 12.3071 und 12.3180 ab. Soweit ich es überblicken kann, Frau Bundesrätin, hat der Bundesrat zu unserem Postulat noch nicht Stellung genommen.
Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass der Handlungsbedarf beim Grenzwachtkorps von der Regierung zu formulieren ist und die nötigen Mittel ohne diese Grundlagen nicht beziffert werden können. Entsprechend ist es auch am Bundesrat, die nötigen Mittel im Voranschlag zu beantragen. Eine pauschale Erhöhung um 100 bis 200 Profis erachtet die Kommissionsmehrheit als undifferenziert und deshalb als nicht zielführend.
Aus diesen Gründen beantragt die Mehrheit, die beiden Motionen abzulehnen.
Fournier Jean-René · Mit-M · Ständerat · Wallis · Fraktion CVP-EVP
Comme vous l'avez justement entendu de la bouche u président de la Commission de la politique de sécurité, notre commission est consciente que l'on doit prendre des mesures pour enrayer la criminalité transfrontalière et l'immigration irrégulière. D'ailleurs, notre commission a déposé un postulat en août 2013, qui prévoit justement que le Conseil fédéral, dans son rapport de gestion de cette année, analyse une fois de plus la situation aux frontières et surtout prenne les mesures nécessaires pour assurer la sécurité, quitte à mettre au budget les postes et les moyens financiers nécessaires pour faire face à cette situation.
Pourquoi donc avoir déposé une proposition de minorité au sujet de la motion Romano 12.3071? Tout d'abord, il faut constater les chiffres. C'est bien de prendre des mesures année après année, mais il faut voir quels sont les effets de ces mesures sur la réalité vécue dans ces zones frontalières. J'ai les derniers chiffres et je vais vous donner quelques indications. Le nombre de personnes appréhendées aux frontières, c'est-à-dire des personnes qui font l'objet d'un mandat d'arrêt ou qui sont tout simplement recherchées au niveau international, s'élevait en 2010 à 9500 cas et en 2013 à 17 200 cas. C'est une augmentation de presque 100 pour cent. Si l'on prend la migration illégale, on se retrouve dans les mêmes proportions avec 5600 cas en 2010 et 11 700 cas actuellement. On voit là que malgré les mesures prises par le Conseil fédéral pendant ces dernières années, notamment l'augmentation de 35 postes de gardes-frontière, l'on est devant une situation nouvelle où la criminalité connaît une tendance qu'il faut absolument infléchir. Une augmentation en trois ans de près de 100 pour cent, ce n'est pas une situation véritablement maîtrisée. On pourra bien sûr dire que si cette statistique augmente d'une façon aussi phénoménale, c'est que le Corps des gardes-frontière travaille extrêmement bien, et c'est vrai: plus le Corps des gardes-frontière travaille, plus les statistiques sont élevées. Mais on voit bien ici que les situations vécues dans les zones frontalières, et non seulement dans celles du sud à Chiasso et à Genève, mais également à Bâle, méritent aujourd'hui une attention particulière et surtout que l'on y mette une fois pour toutes des moyens.
C'est la raison pour laquelle une forte minorité de la commission, puisque la commission a rejeté la motion par 7 voix contre 6 - une minorité de 6 membres est déjà une forte minorité -, demande d'adopter la motion.
Par contre, nous n'avons pas la même minorité pour la motion Fehr Hans, essentiellement parce qu'elle prévoit une augmentation forfaitaire du nombre de postes du Corps des gardes-frontière. Ici on parle d'une augmentation de 100 à 200 professionnels. Il y a quelque temps le chiffre de 300 a été évoqué. On voit que le raisonnement n'est pas du tout le même que celui de la commission. Cette dernière veut une analyse sérieuse, circonstanciée de chaque endroit et de chaque problématique de manière à ce que les moyens qui doivent être mis à disposition du Corps des gardes-frontière le soient, mais le soient par le fait du Conseil fédéral conscient de la situation lorsqu'il prend des décisions budgétaires qui sont de sa compétence.
C'est la raison pour laquelle je vous demande d'adopter la motion Romano 12.3071 et de rejeter la motion Fehr Hans 12.3180.
Bieri Peter · Mit-M · Ständerat · Zug · Fraktion CVP-EVP
Die Thematik des Schutzes der Grenzen beschäftigt uns schon zum wiederholten Male in diesem Rat. Der Ruf nach mehr Sicherheit an den Grenzen war speziell auch bei der Einführung des Schengen-Systems ein Thema. Es lohnt sich deshalb, dass wir über diese Vorstösse im Wissen um all das entscheiden, was bereits in der jüngsten Vergangenheit vorgenommen wurde. Auch möchte ich Sie bitten, derart weitreichende Personalentscheide mit der notwendigen Gründlichkeit und Sorgfalt zu treffen und nicht irgendwelche aus approximativen Schätzungen abgeleitete Zahlen zu beantragen, wie dies die Motion 12.3180 tut. Bereits bei früheren Entscheiden haben Bundesrat und Ständerat Forderungen eine Absage erteilt, die auf nichterhärteten Fakten beruhten. Damals wurden vom gleichen Motionär 200 bis 300 zusätzliche Stellen gefordert, jetzt sind es 100 bis 200 Personaleinheiten. Ich meine, dies sei keine seriöse Personalplanung und sei auch mit erheblichen finanziellen Folgerisiken verbunden. Vielmehr haben wir im Ständerat bis anhin Wert darauf gelegt, dass der Bundesrat anhand einer sauberen Analyse den Bedarf berechnet.
Der Bundesrat hat denn auch im Jahr 2011 einen Mehrbedarf von 35 Stellen ausgemacht, die in zwei Schritten durch das Parlament bewilligt wurden. Der zweite Schritt mit 24 neuen Stellen erfolgte mit dem Budget 2013. Die beiden Motionen aus dem Nationalrat mit den Urhebern Romano und Fehr Hans wurden jedoch in der ersten Hälfte des Jahres 2012 eingereicht. Sie sind deshalb auch schon vom zeitlichen Ablauf her etwas überholt, weil, wie gesagt, Bundesrat und Parlament unterdessen gehandelt haben.
Wir sind auch in der SiK vom Chef des Grenzwachtkorps dahingehend informiert worden, dass man zurzeit daran sei, diese gegenüber dem üblichen Rekrutierungsbedarf zusätzlichen Personen auszubilden. Der Kommandant, Herr Jürg Noth, hat aber auch darauf hingewiesen, dass die Rekrutierung geeigneter Personen nicht einfach sei und auch die Ausbildung eine Zeit von gut einem Jahr in Anspruch nehme. Wenn wir also hier die Motion 12.3180 annähmen, würden wir dies in einem Moment tun, in dem die getroffenen Massnahmen noch gar nicht umgesetzt sind und in dem man deren Wirkung noch nicht kennt. Kollege Kuprecht hat in der Kommission daran erinnert, dass wir uns bereits früher bei der Behandlung solcher Vorstösse aus dem Nationalrat dem Bundesrat gegenüber in dem Sinne geäussert haben, dass das Grenzwachtkorps so zu alimentieren sei, dass eine lagegerechte Kontrolldichte sichergestellt werden könne, und die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Grenzwächter auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu gestalten seien. Was wollen wir also mehr?
Ich habe nun in der Kommission ein Postulat vorgeschlagen, mit dem wir den Bundesrat beauftragen, im Rahmen des Geschäftsberichtes 2013 über die Situation des Grenzwachtkorps Auskunft zu geben. Das von der Kommission angenommene Postulat (13.3666) ist jetzt wahrscheinlich aus Zeitgründen noch nicht traktandiert. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass sich der Bundesrat dagegen aussprechen wird, geht es doch hier um eine Berichterstattung.
Eine Klammerbemerkung: Im Rahmen des KAP hat der gleiche Rat, also der Nationalrat, der hier eine ausserordentlich massive Aufstockung des Personals des Grenzwachtkorps fordert, verlangt, dass man beim Bundespersonal drastisch zu sparen habe. So geht das doch nicht! Das ist widersprüchlich und in jeglicher Hinsicht inkohärent. Herr Noth, der Chef des Grenzwachtkorps, hat uns vor Augen geführt, wie viel Personal er bei früheren Sparübungen in seinem Bereich abbauen musste. Sollte das KAP gemäss Forderungen des Nationalrates umgesetzt werden, so würde gerade diese verlangte Aufstockung wiederum dahinfallen.
Quintessenz: Wir sollten den Weg der Tugend nicht verlassen. Zuerst wollen wir sehen, wie sich die 35 zusätzlichen Stellen auswirken. Anschliessend wollen wir unsere Schlüsse ziehen und, wenn ein zusätzlicher Bedarf gegeben und ausgemacht ist, sorgfältig die genaue Zahl ermitteln. Insofern können wir sagen, dass es zwischen der Motion Fehr Hans 12.3180 und der Motion Romano 12.3071 einen wesentlichen Unterschied gibt, indem Nationalrat Romano nicht eine Zahl fordert, sondern - nicht zuletzt auch mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen an der Südgrenze - eher in der Art eines Postulates eine Überprüfung des Bestandes verlangt.
Die Motion Romano und unser Postulat gehen in die gleiche Richtung. Wenn wir uns im Sinne einer sorgfältigen Prüfung äussern wollen, dann ist der Motion Romano aus dem Nationalrat zuzustimmen.
In dem Sinne möchte ich Sie bitten, entweder dem Postulat der Kommission oder der Motion Romano zuzustimmen. Das Problem ist aber, dass das Postulat der SiK des Ständerates gar nicht traktandiert ist. Insofern können wir hier der Motion Romano zustimmen und dann in der nächsten Session auch dem Postulat Ihrer Sicherheitspolitischen Kommission.
Hêche Claude · 2VP-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Il y a comme cela des sujets où on a la nette impression de tourner en rond. Les gardes-frontière et leur manque récurrent d'effectif en font partie. Au cours des cinq dernières années - j'ai bien dit cinq ans -, la Commission de la politique de sécurité et la Commission de gestion se sont penchées à plusieurs reprises sur les questions soulevées par des motions et des initiatives parlementaires. A chaque fois, les commissions sont arrivées au constat que l'effectif du Corps des gardes-frontière n'avait pas été renforcé tel qu'il aurait dû l'être. Il faut également dire que notre volonté politique n'a jamais été trop engagée. Pourtant, malgré ce contexte de pénurie de personnel, nous avons survécu tant bien que mal en bricolant avec des effectifs de l'armée et en demandant une trop grande mobilité aux gardes-frontière.
Mais aujourd'hui, vu l'évolution de la criminalité aux frontières - le porte-parole de la minorité l'a précisé en fournissant quelques chiffres - et la pression sur les conditions de travail, le Conseil fédéral doit absolument pouvoir prendre des mesures supplémentaires en faveur du Corps des gardes-frontière. Il faut ainsi lui donner les moyens d'enrayer la criminalité transfrontalière dans l'intérêt de tous. Outre le maintien de la sécurité, le Corps des gardes-frontière prélève divers impôts et veille au respect des prescriptions légales dans le domaine de la sécurité alimentaire, des stupéfiants et des médicaments. Aussi, une augmentation des contrôles aux frontières auraient donc des effets positifs non négligeables sur la sécurité, la santé publique et les rentrées financières.
Dès lors, la volonté de temporiser dans ce dossier, principalement pour des raisons budgétaires et économiques, n'est pas judicieuse. Il y a plus de cinq ans qu'on tergiverse, il y a maintenant urgence à agir. Car permettez-moi de rappeler que les décisions prises par exemple dans le domaine de la formation et du recrutement des gardes-frontière ne porteront leurs fruits que d'ici trois à cinq ans. Aussi nous ne pouvons plus nous limiter à accompagner, je dirai même à suivre à distance, les mesures prises par le Conseil fédéral. Face à la dégradation de la situation dans les zones frontalières, nous devons envoyer un signal politique fort et donner les moyens au Conseil fédéral de poursuivre rapidement le renforcement de l'effectif du Corps des gardes-frontière. A cet égard la voie législative de l'initiative parlementaire 10.515 ou celle d'un transfert de compétences en matière de tâches de police des cantons à la Confédération, la motion 12.3857, ne constituent pas des pistes à suivre si l'on souhaite améliorer rapidement la situation. Nous devons envoyer un message clair en utilisant la voie de la motion, mais sans forcément donner des objectifs chiffrés.
C'est la raison pour laquelle je soutiendrai uniquement la motion Romano 12.3071; elle donnerait également la marge de manoeuvre nécessaire au Conseil fédéral.
Savary Géraldine · Mit-F · Ständerat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je suis vraiment très satisfaite de voir que dans ce débat, selon les propos qui ont été tenus tout à l'heure, on arrive à un meilleur consensus qu'en commission. C'est toujours très réjouissant. En général, c'est l'inverse; eh bien, là, le débat progresse et dans le bon sens, dans le sens d'un consensus.
Comme mes collègues Fournier et Hêche, je vous propose de soutenir la motion Romano et de rejeter la motion Fehr Hans.
En primeur, je vous annonce que, comme je suis dans la minorité qui propose de donner suite à l'initiative parlementaire Reymond, il est clair que si la motion Romano est acceptée, je pense qu'on peut, sans sous-estimer l'importance du deuxième signataire de la minorité, considérer que ce signal sera suffisant pour montrer notre souci d'agir dans ce dossier.
Je ne vais pas revenir sur ce qu'ont évoqué mes collègues tout à l'heure. Je crois que le constat que le manque d'effectif du Corps des gardes-frontière est criant et qu'on en parle depuis un certain nombre d'années. Des chiffres ont été évoqués par Monsieur Fournier. Il est clair qu'en particulier le nombre d'interpellations à la frontière - 17 208 en 2013 - est assez éloquent. Nous sommes tous plus ou moins concernés par ce type de problèmes. Il est vrai que dans l'Arc lémanique, on sait que la criminalité organisée passe les frontières et augmente. Il est évident que nous devons prendre des mesures.
Je rappelle que si nous adoptons la motion Romano, ce que je souhaite, nous devons aussi engager notre responsabilité, comme l'a dit Monsieur Bieri, et être conséquents. Si l'effectif du Corps des gardes-frontière a diminué, c'est aussi parce qu'en 2004/05, des programmes d'économies ont supprimé 84 postes de gardes-frontière. Ensuite, malgré les efforts du Conseil fédéral et du Parlement, nous ne sommes pas arrivés à "remonter la pente". Il est évident que si nous acceptons cette motion, le département de Madame Widmer-Schlumpf devra à terme avoir le souci particulier de financer ces postes.
Le Conseil fédéral dit dans sa prise de position qu'il souhaite porter une attention particulière à la question des gardes-frontière, mais que c'est le Parlement qui est souverain en matière d'économies et de décisions budgétaires. Accepter la motion Romano engagerait donc notre responsabilité. Nous devons l'adopter pour obliger le Conseil fédéral à agir et par égard pour les cantons concernés par ce problème.
Je souhaite évoquer un dernier point: je suis frappée par le nombre de cantons concernés. On a parlé du Tessin - cela ressort fortement des interventions qui font l'objet du présent débat -, de Genève aussi évidemment, mais d'autres cantons risquent à terme d'être touchés par ce problème: Schaffhouse, Bâle-Ville, etc. Si la motion Romano est acceptée, cela montrera que nous savons anticiper les difficultés que nous connaissons et que nous allons connaître aux frontières.
Je vous invite donc à accepter la motion Romano 12.3071 et à rejeter la motion Fehr Hans 12.3180 pour les raisons évoquées par Messieurs Hêche et Fournier.
Minder Thomas · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Sicherheit garantiert Freiheit, Wohlergehen und Wirtschaftserfolg. Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit und von Schengen hat sich die Kriminalität in der Schweiz gewaltig verbreitet. In gewissen Bereichen ist sie geradezu explodiert. 3580 Straftaten zählte man im Kanton Schaffhausen im letzten Jahr, davon 46 Prozent mehr Diebstähle. Dasselbe Bild ergibt sich in weiteren Ostschweizer Kantonen: 40 Prozent mehr Einbrüche in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Kanton St. Gallen und einen Drittel mehr im Kanton Thurgau. Im Tessin ist das Bild nicht anders, die Anzahl dort aufgespürter gesuchter Personen seit 2009 hat sich fast verdoppelt, die illegalen Aufenthalte haben sich fast verdreifacht. Nicht nur die Grenzkantone leiden unter der Kriminalität. Der Kanton Zürich verzeichnete letztes Jahr 140 000 Straftaten; dies ist eine Zunahme von 8,4 Prozent.
Eindrücklich ist der letztjährige gesamtschweizerische Anstieg der aufgefundenen verbotenen Waffen: Es ist ein Plus von 48 Prozent. Die Zahl der festgenommenen Personen ist um 34 Prozent angestiegen, die der rechtswidrigen Aufenthalte um 95 Prozent und die der Einreiseverweigerungen um 39 Prozent. Ich habe es letzte Woche schon angetönt: Die Schweiz ist das Einbrecher-Eldorado Europas schlechthin; alle acht Minuten erfolgt ein Einbruch. Total sind es deren 61 000; dies ist in einem Jahr ein Plus von 16 Prozent. Im letzten Jahr wurden 700 Banden dingfest gemacht. Als Banden gelten zwei oder mehrere Personen, welche sich zusammentun, um Delikte zu begehen - Kollegin Fetz nannte das bei der letzten Debatte "Kriminaltourismus".
Die Mehrheit der Straftaten wird von Ausländern begangen, das ist leider auch eine Tatsache. Und in der restlichen Gruppe finden wir viele Schweizer mit Migrationshintergrund. Die Gefängnisse in unseren Kantonen sind voll. Die Kosten entwickeln sich ins Uferlose. Satte 70 000 Franken kostet im Durchschnitt ein Haftplatz pro Jahr. Auch der Kanton Schaffhausen bleibt nicht davon verschont, geplant ist ein neues Gefängnis für 77 Millionen Franken.
Unter diesem Gesichtspunkt ist die schleppende Umsetzung der Ausschaffungs-Initiative - das darf man hier sagen - völlig unverständlich. Zweieinhalb Jahre nach deren Annahme durch Volk und Stände liegt noch immer keine Verordnung, geschweige denn ein ausführendes Gesetz vor.
Höchst erfolgreich ist das Grenzwachtkorps beim Aufspüren von gesuchten Personen: Letztes Jahr waren es 12 000 Personen, sage und schreibe 66 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen zeigen zweierlei: erstens, wie hoch die Kriminalität in der Schweiz ist, und zweitens, wie höchst erfolgreich das Grenzwachtkorps ist. Die Schweiz ist für die organisierte Kriminalität, aber auch für den Kriminaltourismus hoch attraktiv. Die vielen Einfamilienhäuser, oft dicht beisammen, die vielen Schmuck- und Uhrenläden, die vollen Ladenregale, die grosse Anzahl an Hi-Fi- und Natel-Geschäften, gutausgebaute Infrastrukturen und Strassen, aber auch die large Strafverfolgung und die überfüllten Gefängnisse sind ideale Voraussetzungen, um in unserem Land Straftaten zu begehen. Das Grenzwachtkorps leistet mit seinen Patrouillen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Kriminalität, zum Abfangen unerlaubt Einreisender und zur Sicherheit ganz allgemein.
Ganz grundsätzlich gibt es zwei Strategien, um der Kriminalität den Kampf anzusagen. Es sind dies das Aufspüren und Bekämpfen einerseits im Grenzgürtel durch das Grenzwachtkorps und andererseits im Innern des Landes durch die Polizeikorps. Da heute das Tatwerkzeug der Banden oftmals das Auto ist, empfiehlt sich das Grenzwachtkorps wohl als die kostengünstigere Variante. Es macht mit anderen Worten mehr Sinn, diese Banden im Grenzbereich, im Grenzgürtel aufzuspüren, als dass sich diese Bekämpfung übers Landesinnere verteilt.
Die Ausbildung von einigen Hundert - 100 bis 200 - Grenzwächtern, wie es Nationalrat Hans Fehr fordert, dauert etwa vier bis fünf Jahre. Niemand glaubt ernsthaft, dass die Kriminalität in dieser Zeit abnehmen wird. Das Gegenteil wird der Fall sein. Das soziale Ungleichgewicht auf dieser Erde ist schlicht zu gross, die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern zu hoch, und die Perspektiven vieler Jugendlicher sind schlicht zu aussichtslos.
Zudem, ich habe es angetönt, ist die Schweiz einerseits mit dem Wegfallen der Kontrolle an den Grenzen und andererseits mit der Einführung der Personenfreizügigkeit zum Tischleindeckdich der Kriminalität geworden. Die professionell agierenden Banden kommen schnell über die Grenze, klauen, stehlen, rauben und verschwinden wieder. All jenen, die das nicht glauben, empfehle ich, mit dem Grenzwachtkorps auf eine Nachtpatrouille zu gehen, am besten im Tessin oder in Genf: Da geht die Post ab. Sie brauchen dann an diesem Abend keinen "Tatort"-Film zu schauen. Genf und Tessin gelten als Hotspots der Kriminalität.
Im letzten Jahr verzeichnete die Schweiz 473 366 Fälle mit 750 371 strafrechtlich relevanten Handlungen. Das sind für mich wahnsinnige Zahlen. Von diesen entfallen 82 Prozent auf Tatbestände gemäss Strafgesetzbuch. Das ist mehr als eine Straftat pro Sekunde. Das ist übrigens für das letzte Jahr ein Plus von 9 Prozent. Von diesen Straftaten waren 26 000 gegen Leib und Leben gerichtet. Die effektiven Zahlen liegen wohl noch höher; den Behörden werden einfach nicht alle Taten gemeldet.
Sicherlich haben Sie kürzlich den Fall eines auf der Flucht erschossenen Räubers in Nizza nach einem Überfall auf einen Juwelier mitbekommen. Der Todesschütze, der Juwelier, hat mittlerweile eine Fangemeinde von 1,6 Millionen Facebook-Nutzern. Was will ich damit sagen? Ich will damit sagen, dass dieser Fall exemplarisch zeigt, welche Bürgerbewegungen möglich sind, wenn ein Land und ein Staat nicht mehr für die Sicherheit ihres Volkes Gewähr bieten können und zum Mittel der Selbstjustiz gegriffen wird.
Die Erfolgszahlen des Grenzwachtkorps sind derart eindrücklich, dass wir die beiden Motionen, welche der Nationalrat überaus deutlich angenommen hat, nicht bremsen sollten. Nehmen wir sie an, und setzen wir damit gegenüber dem Bundesrat, aber auch der Schweizer Bevölkerung ein starkes Zeichen, dass wir gewillt sind, das Thema Sicherheit in unserem Land entschieden anzugehen! In diesem Bereich müssen wir etwas unternehmen. In anderen Bereichen stocken wir auch auf. Die Sicherheit ist die Kernaufgabe unseres Staates schlechthin.
Niederberger Paul · Mit-M · Ständerat · Nidwalden · Fraktion CVP-EVP
Die Anliegen und die Befürchtungen der Grenzregionen sind ernst zu nehmen. Es ist aber nicht so, dass man in der Vergangenheit nichts getan hätte. Im Jahre 2011 wurde das Grenzwachtkorps um 11 Stellen aufgestockt und im laufenden Jahr um 24 Stellen. Ich glaube, dass mit der Annahme dieser Motionen keine Probleme gelöst werden. Die Anzahl der Stellen beim Grenzwachtkorps wird nicht durch diese Motionen gesteuert, sondern durch das Budget.
Kürzlich haben eine Subkommission beider Geschäftsprüfungskommissionen und eine Subkommission der Finanzkommissionen das Grenzwachtkorps in Genf besucht. Es ist für uns eindrücklich gewesen, festzustellen, wie vielfältig die Aufgaben des Grenzwachtkorps sind. Bei diesem Besuch sind wir durch den Oberzolldirektor, Herrn Dietrich, und den Chef des Grenzwachtkorps, Herrn Noth, begleitet worden. Bei diesem Besuch haben wir auch die personelle Situation angesprochen. Herr Dietrich, der Oberzolldirektor, hat sich dahingehend geäussert, dass er natürlich mehr Personal gebrauchen könnte. Aber er hat uns zwei Anliegen mitgegeben, die ihm wichtiger sind. Das eine Anliegen ist, dass er mehr Mittel für die Infrastrukturen, vor allem im Bereich Informatikprojekte und Gebäude, haben sollte. Das andere Anliegen ist, dass es keine Kürzung beim Personalaufwand geben sollte. Nachdem der Nationalrat auf das KAP nicht eingetreten ist, ist aber genau das zu befürchten. Eine lineare Kürzung beim Personalaufwand hat das Parlament bereits vor einigen Jahren produziert. Ich warne vehement vor einem weiteren solchen Schritt, der leider zu befürchten ist. Das schürt nämlich riesengrosses Misstrauen und Verunsicherung. Davon wäre erneut das Grenzwachtkorps betroffen. Was nützt es dem Grenzwachtkorps, wenn eine lineare Personalkürzung kommt und wieder Stellen abgebaut werden müssen? Bis die eingestellten Personen produktiv arbeiten können, dauert es ungefähr ein bis eineinhalb Jahre.
Von daher ist es eben wichtig, dass wir einerseits lieber bei dem bleiben, was wir bereits haben, und dass wir andererseits natürlich immer dafür sorgen, dass alles finanziert werden kann.
Abate Fabio · Mit-M · Ständerat · Tessin · FDP-Liberale Fraktion
Herr Kollege Hêche hat es richtig gesagt: Es stimmt, bei jeder Session sprechen wir über die Zahlen, über die Stellen des Grenzwachtkorps. Aber als Tessiner kann ich Ihnen versichern, dass wirklich ein Problem existiert. Deswegen bitte ich Sie, bei der Motion Romano der Minderheit zu folgen.
Über die Motion Fehr Hans hat sich schon ausführlich Kollege Bieri geäussert; ich glaube, es gibt dazu nichts mehr zu sagen. Aber im Bericht der SiK sowie in der Stellungnahme des Bundesrates habe ich kein Wort über eine bedeutsame Besonderheit der Problematik gelesen: Es geht nicht nur um die Inkraftsetzung von Schengen; es geht nicht nur darum, den Einsatz des Grenzwachtkorps zu beurteilen oder die Lücke bei den Ressourcen festzustellen. Ich erinnere Sie daran, dass nach dem Inkrafttreten von Schengen die Kantone und das Grenzwachtkorps aufgrund von spezifischen Vereinbarungen formell eine intensive Zusammenarbeit angefangen haben. Diese Verwaltungsvereinbarungen haben das Grenzwachtkorps mit einer rein polizeilichen Aufgabe betraut. Das hat das Korps noch mehr unter Druck gesetzt. Deswegen sind die Ressourcen nicht nur im Rahmen der Auswirkungen von Schengen zu beurteilen. Ich brauche Sie nicht auf Details hinzuweisen. Ich sage einfach, dass die Kantone sehr froh über diese Mitwirkung sind. Wir wissen, welches die finanziellen Konsequenzen sein können.
Warum die Motion? Ich finde, dass die Motion besser ist als das Postulat. An die Südgrenze zum Beispiel müssen wir gutausgebildete und erfahrene Leute schicken. Die Aufgaben sind schwierig und heikel. Für diese Ausbildung braucht es Zeit. Das Ziel kann nicht mit Improvisation erreicht werden. Ich glaube aber, dass es möglich ist, es früher zu erreichen. Deswegen bin ich der Meinung, dass eine Motion als klarer Auftrag an den Bundesrat angemessener wäre.
Aus diesen Gründen wiederhole ich meine Bitte an Sie, der Minderheit zu folgen und der Motion Romano 12.3071 zuzustimmen.
Fetz Anita · Mit-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Auch ich bitte Sie, der Minderheit zuzustimmen und damit die Motion Romano anzunehmen.
Ich habe es wie Kollege Minder schon die letzte Woche gesagt: In unserer Region, in der Region Basel, ist in den letzten Jahren vor allem der Kriminaltourismus extrem angestiegen. Das heisst, die Leute kommen, primär aus Frankreich, jede Nacht, zum Teil bandenmässig. An der Grenze findet bald jede Nacht in einer Firma ein Einbruch statt. Zum Teil geht dieser Kriminaltourismus über die Autobahn bis in den Kanton Aargau hinein, man kann das richtig verfolgen. Interessanterweise erfolgt dieser Kriminaltourismus weniger aus Deutschland, denn Deutschland hat seine Grenzposten in den letzten Jahren auch verstärkt, weil der Kriminaltourismus zugenommen hat. Das ist wirklich ein echtes Problem. Der Handlungsbedarf ist gross.
Ich bin aber der gleichen Meinung wie Kollege Niederberger: Es reicht nicht, diese Motion anzunehmen. Das ist zwar ein klarer politischer Auftrag an den Bundesrat, aber der Bundesrat braucht dann auch die entsprechenden Mittel, um den Auftrag umzusetzen. Das heisst, dass man sich jetzt schon im Klaren sein muss: Wenn man diese Motion annimmt, dann muss man auch den entsprechenden Mitteln für die Erhöhung zustimmen. Das ist übrigens auch der Grund, warum wahrscheinlich niemand die Motion Fehr Hans unterstützen wird. Es ist gar nicht machbar, geschweige denn finanzierbar, das Grenzwachtkorps von einem Jahr auf das andere so massiv aufzustocken. Dass es eine Aufstockung braucht, ist aber unbestritten.
Ich erinnere Sie daran - die meisten waren wahrscheinlich schon im Rat -: Vor etwa zehn Jahren, es war, glaube ich, im Jahr 2004, wurden mit dem grossen Sparprogramm 85 Stellen beim Grenzwachtkorps gestrichen - 85 Stellen! Das ist bis heute noch nicht ausgeglichen. Die Aufgaben sind aber mit Schengen eher grösser als kleiner geworden. Deshalb ist es für mich klar, dass hier Handlungsbedarf besteht.
Ich sage es heute schon: Ich bin auch bereit, die entsprechenden Aufstockungen im Budget zu unterstützen, sofern sie nötig sind.
Hess Hans · Mit-M · Ständerat · Obwalden · FDP-Liberale Fraktion
Auch wenn ich als Kapitän merke, dass mich die Matrosen langsam verlassen, glaube ich: Unsere Überlegungen waren richtig. Was Herr Romano fordert, muss nicht Inhalt einer Motion sein. Unser Postulat wäre der richtige Weg gewesen, und es ist eigentlich schade, dass wir nicht darüber abstimmen können. Aber mindestens habe ich mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass Kollegin Savary den Minderheitsantrag zur nachfolgenden parlamentarischen Initiative 10.515 zurückziehen wird, und dann haben wir Sieger auf beiden Seiten.
Ich bleibe natürlich beim Antrag der Mehrheit, ich verlange aber getrennte Abstimmungen über die Motionen Romano und Fehr Hans.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Ich möchte zu allen vier Vorstössen gleichzeitig sprechen und dann auch noch etwas zum Postulat der SiK sagen.
Herr Ständerat Hess, es ist einfach aus zeitlichen Gründen nicht möglich gewesen, das Postulat jetzt schon zu behandeln, weil wir das ganze Verfahren im Bundesrat und dann in Ihrem Rat durchspielen müssen. Das Postulat ist etwas spät eingereicht worden. Sie werden aber unsere Stellungnahme auf die Wintersession hin haben. Ich kann Ihnen auch sagen, dass sich der Bundesrat durchaus bewusst ist, was für eine Bedeutung die Sicherheit in unserem Land hat.
Im Übrigen ist es so, Herr Ständerat Minder, dass das Sicherheitsgefühl in der Schweizer Bevölkerung gross ist. Das hat eine Umfrage neulich wieder gezeigt. Die Leute fühlen sich in der Schweiz sicher. Ich bin auch froh, dass es so ist. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz haben klar zum Ausdruck gebracht, dass sie grosses Vertrauen in unsere Sicherheitskräfte haben. Auch das ist ein positives Zeichen. Sie haben auch nichts anderes gesagt; Sie haben im Gegenteil gesagt, wie gut die Angehörigen des Grenzwachtkorps arbeiten. Das kann ich auch bestätigen. Ich habe solche Nachtpatrouillen mitgemacht, sowohl in Chiasso als auch in Genf; ich weiss also, wovon ich spreche. Ich denke, es ist wirklich gut, wenn man sich dies alles vor Augen hält.
Es wurde von Herrn Ständerat Bieri und auch von Herrn Ständerat Niederberger gesagt: Es ist nicht immer alles ganz logisch, was man macht - ich sagte jetzt nicht, was man in diesem Rat macht, sondern was man grundsätzlich macht. Man hat mit dem KOP 2011 gleichzeitig verlangt, dass flächendeckend Stellen eingespart werden. Das Grenzwachtkorps und der administrative Zoll haben zusammen 4000 Stellen. Man kann einen solchen Abbau nicht vornehmen, ohne diese Stellen auch mitzuberücksichtigen. Wir mussten mit dem KOP 2011 direkt beim Grenzwachtkorps, also ohne den administrativen Zoll, 23 Stellen einsparen. Gleichzeitig haben wir von Ihnen den Auftrag erhalten, den Stellenbestand des Grenzwachtkorps zu erhöhen. Es ist noch interessant, mit dem Zoll zusammen zu schauen, welche Stellen sie abgebaut und welche Stellen sie wieder aufgebaut haben. Es sind nicht sehr fruchtbare Diskussionen, die wir dann führen müssen.
Ich möchte damit sagen: Wenn man der Auffassung ist, dass das Grenzwachtkorps mehr personelle Mittel braucht, dann muss man das mit aller Konsequenz durchziehen. Man kann nicht zwischendurch Sparmassnahmen beschliessen, die das Grenzwachtkorps auch betreffen. Da sind wir wahrscheinlich der gleichen Auffassung.
Es ist wichtig, dass man die Ressourcen des Grenzwachtkorps und des zivilen Zolls möglichst effektiv und effizient einsetzen kann; das hat auch Oberzolldirektor Rudolf Dietrich gesagt. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kantonen ist wichtig, um Synergien zu nutzen. Im Übrigen hat diese Zusammenarbeit auf der Grundlage von Verwaltungsvereinbarungen bereits vor dem Inkrafttreten von Schengen/Dublin funktioniert. Bereits damals gab es verschiedene Verwaltungsvereinbarungen zwischen Kantonspolizeien und dem Grenzwachtkorps.
Mit dem Bericht Malama ist aufgezeigt worden, was man im Bereich des Grenzwachtkorps und des zivilen Zolls optimieren kann. Wir möchten das in die Teilrevision des Zollgesetzes einfliessen lassen, die, wie Sie sicher wissen, in Diskussion ist.
Der Bundesrat setzt sich für einen effektiven und effizienten Grenzschutz ein. Ich möchte Sie einfach daran erinnern, dass es die GPK war, die verlangte, dass man die Limite der Anzahl Angehöriger des Grenzwachtkorps aus dem Gesetz streicht - eigentlich nicht in der Absicht, die Zahl zu reduzieren. Vielmehr sagte die GPK, es mache einfach keinen Sinn, in einem Gesetz eine solche Zahl zu nennen, was ja eigentlich auch stimmt. Es war also nicht die Absicht, die Streichung der Zahl mit einer Reduktion zu verbinden. Die GPK hat klar zum Ausdruck gebracht, dass man immer vom Auftrag und, wie Herr Ständerat Bieri zu Recht gesagt hat, von einer lagegerechten Kontrolldichte ausgehen müsse.
Es ist wichtig, dass man erst die Aufgabe anschaut und dann überlegt, mit wie viel Personalressourcen man sie lösen kann. Man muss sich auch bewusst sein, dass man nicht aus dem Stand fünfzig neue Angehörige des Grenzwachtkorps aufbauen kann. Das muss geplant sein. Es braucht eine gute Analyse der Aufgaben und eine Planung des Stellenbestandes. Letztendlich - daran möchte ich Sie, wie Frau Ständerätin Fetz, auch erinnern - braucht es auch die nötigen personellen Ressourcen beziehungsweise finanziellen Mittel, wenn man will, dass die Erhöhung auch umgesetzt werden kann.
Hess Hans · Mit-M · Ständerat · Obwalden · FDP-Liberale Fraktion
Mit der Motion 12.3857 soll der Bundesrat beauftragt werden, die geltenden Rechtsgrundlagen zu überprüfen und die nötigen Massnahmen, insbesondere Budgeterhöhung und Übertragung von Kompetenzen, zu ergreifen, um die sicherheitspolizeilichen Aufgaben des Grenzwachtkorps zu verstärken; das ist ja schon ein besonderer Aspekt, dass man da auch noch die Rechtsgrundlagen überprüfen soll. Ferner soll der Bundesrat dafür sorgen, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Grenzwachtkorps und den kantonalen Polizeikorps durch eine bessere Aufgabenverteilung, zum Beispiel eine bessere Verteilung der administrativen Aufgaben, effizienter wird.
Überraschenderweise hat der Nationalrat die Motion am 17. April 2013 ebenfalls im Rahmen der ausserordentlichen Session zum Thema Schengen/Dublin mit 123 zu 58 Stimmen angenommen. Der Bundesrat beantragt auch hier die Ablehnung.
Unsere Kommission hat festgestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und dem Grenzwachtkorps in der bewährten Form funktioniert. Die Grenzkantone wie auch weitere Kantone haben bestimmte polizeiliche Tätigkeiten, die in Zusammenhang mit den originären Aufgaben des Grenzwachtkorps stehen, an dieses delegiert. So kann das Grenzwachtkorps etwa bei Drogenfunden selbst sicherheitspolizeiliche Aufgaben wahrnehmen, ohne dass damit die verfassungsmässige Kompetenzordnung infrage gestellt werden muss. Auch im Migrationsbereich besteht eine intensive und erfolgreiche Kooperation. Die Übertragung von Zuständigkeiten in einem Ausmass, wie es die Motion fordert, wäre hingegen mit der kantonalen Polizeihoheit nicht mehr zu vereinbaren und würde eine Verfassungsänderung erfordern.
Die Kommission ist der Ansicht, dass die heutigen Rechtsgrundlagen für die sicherheitspolizeilichen Aufgaben des Grenzwachtkorps genügen. Weitere Kompetenzverschiebungen hält sie nicht für angezeigt.
Vor diesem Hintergrund beantragt Ihnen die Kommission mit 9 zu 2 Stimmen, die Motion abzulehnen.
Beim vierten Vorstoss, bei der parlamentarischen Initiative 10.515, verzichte ich auf weitere Ausführungen und beantrage Ihnen, die Kommissionsmehrheit zu unterstützen.
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
12.3071
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 36 Stimmen
Dagegen ... 4 Stimmen
(3 Enthaltungen)
12.3180, 12.3857
Abgelehnt - Rejeté
10.515
Savary Géraldine · Mit-F · Ständerat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
La motion 12.3071 ayant été acceptée par le conseil, je retire cette proposition de minorité - si mon collègue Fournier est d'accord, puisque nous étions deux dans la minorité; mais, il a disparu, peut-être pour aller garder une frontière!
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Der Initiative wird keine Folge gegeben
Il n'est pas donné suite à l'initiative
Il presidente (Lombardi Filippo, presidente): Siamo al termine del nostro ordine del giorno. Non posso però concludere senza adeguatamente felicitare il nostro collega Isidor Baumann, che oggi compie gli anni. Tanti auguri! (Acclamazioni)
Schluss der Sitzung um 18.35 Uhr
La séance est levée à 18 h 35