15.3018, 15.3022, 15.3028, 15.3030, 15.3031, 15.3032, 15.3033
Frankenstärke. Stärkung der Schweizer Wirtschaft und Sicherung der Arbeitsplätze / Starker Franken, negative Rechnung. Die Attraktivität der Schweiz muss dringend gestärkt werden / Deregulierungs- und Kostensenkungspaket / Freigabe des Mindestkurses. Wirtschaftliche und soziale Fragen / Frankenstärke. Stärkung der Schweizer Wirtschaft und Sicherung der Sozialwerke / Frankenstärke und grüne Wirtschaft. Für nachhaltige Arbeitsplätze ohne Sozialkahlschlag und eine Kapitalverkehrskontrolle gegen die Frankenspekulation / Frankenstärke
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): A l'ordre du jour, nous avons les interpellations urgentes sur le renforcement de l'économie suisse. Avant de commencer nos travaux, je vous informe que, selon l'article 14 de l'ordonnance sur l'administration du Parlement, notre débat fait l'objet d'une retransmission en direct sur SRF Info.
Brunner Toni · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Vor rund zwei Monaten, am 15. Januar 2015, hob die Nationalbank den Mindestkurs von Fr. 1.20 gegenüber dem Euro auf. Die zwei Monate seither taten gut, um einen etwas klareren Blick auf das Ganze zu bekommen. Zuerst waren da verständlicherweise Verunsicherung und zum Teil auch Entrüstung und Unverständnis. Jetzt, mit etwas Abstand, schmerzt der Entscheid zwar noch immer, aber dieser Entscheid der Schweizerischen Nationalbank war unumgänglich. Er musste sein, und daher ist unterdessen sicherlich auch ein gewisses Verständnis zu spüren.
Sehen wir es positiv: Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank ist letztlich der Auslöser und mitverantwortlich dafür, dass sich das Parlament heute in dieser Sonderdebatte Gedanken darüber macht, wie wir dem Standort Schweiz wieder verstärkt Sorge tragen können; wie wir Arbeitsplätze erhalten können; und, vor allem auch, wo denn der eigentliche Handlungsbedarf besteht. Darum haben fast alle Fraktionen dringliche Interpellationen eingereicht.
Wir von der SVP sehen drei Bereiche, in denen der starke Franken Handlungsbedarf hervorruft:
1. Es müssen Massnahmen zur Stärkung der Wirtschaft geprüft werden. Hier sprechen wir nicht von einem Konjunkturpaket, das wäre völlig fehl am Platz, denn wir sind nicht in einer Rezession. Wir meinen vor allem steuerliche Entlastungen. Es steht die Unternehmenssteuerreform III an: Wir befürworten beispielsweise eine Reduktion des Mehrwertsteuersatzes für Hotellerie und Gastronomie auf den reduzierten Satz, wir fordern eine Senkung des Gewinnsteuersatzes für die Unternehmen usw.
2. Stärkung der Wirtschaft heisst für die SVP aber auch, dass jetzt das Ziel ein Deregulierungs- und Kostensenkungspaket sein muss. Wir haben alle Massnahmen, die wir sehen, in unserer dringlichen Interpellation aufgeführt. Für uns fast die wichtigste Erkenntnis ist die, dass wir, das Parlament, in dieser Situation sehr viel beitragen können, wenn wir der Wirtschaft nicht noch mehr Auflagen oder neue Vorschriften übertragen. Haben wir den Mut, und stellen wir fest, dass wir gewisse Fehlentwicklungen jetzt stoppen könnten: Unnötige Vorlagen, die den richtigen Zeitpunkt jetzt schlicht verfehlen, die Mehrbelastungen mit sich bringen, die Mehrregulierung mit sich bringen, könnten jetzt gestoppt werden. Wir von der SVP meinen hiermit Folgendes: die Energiestrategie 2050, die jährlich 2,5 Milliarden Franken Mehrbelastung oder Umverteilung mit sich bringt - das zweite Massnahmenpaket für die weitere Zukunft ist ja kürzlich präsentiert worden -; den Verzicht auf eine Revision der Umweltschutzgesetzgebung als Antwort auf die sogenannte grüne Wirtschaft; die Sistierung der CO2-Abgabe; den Verzicht auf die Einführung einer Lohnpolizei. Und auch staatlich verordnete Frauenquoten haben hier nichts verloren, wenn wir von Deregulierung sprechen.
3. Der letzte Punkt, der für uns ganz wichtig ist: Das Parlament und auch der Bundesrat sowie vor allem die Verwaltung sind jetzt gefordert. Der Staat wächst mehr und massiver als die Privatwirtschaft. Wir haben einen riesigen Anstieg beim Personal der öffentlichen Hand. Wir brauchen einen Anstellungsstopp beim Bundespersonal. Wir brauchen nicht nur einen Anstellungsstopp, wir müssen von den heute 33 700 Vollzeiteinheiten auf 30 000 herunterkommen. Das wäre ein aktiver Beitrag des Staates in dieser schwierigen Zeit.
Gysi Barbara · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Kollege Brunner, Sie haben uns soeben Ihr Parteiprogramm heruntergebetet. Können Sie uns sagen, was an Ihren Forderungen neu sein soll? Die Forderungen sind die gleichen wie vor dem 15. Januar. Ich habe überhaupt nichts Neues von Ihnen gehört.
Brunner Toni · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Geschätzte Frau Gysi, in der schwierigen Situation nach dem Entscheid vom 15. Januar, der zur Frankenstärke geführt und den Schweizer Unternehmen, die im Export tätig sind, ungerechtfertigterweise einen Standortnachteil gebracht hat - die Konkurrenzfähigkeit leidet vor diesem Hintergrund -, wäre es auch Ihnen und Ihrer Fraktion nicht verboten, entweder auf gewisse Beschlüsse zurückzukommen oder neue unnötige Regulierungen schon gar nicht zu beschliessen. Hier sind Sie in der Pflicht, denn die SP-Fraktion ist meistens dabei, wenn es hier drin Mehrheiten für Mehrbelastungen der Wirtschaft und für neue Gesetze gibt. Das war jetzt beispielsweise beim Umweltschutzgesetz der Fall.
Haben Sie den Mut, gehen Sie zurück zu Ihren "Gspänli", und sagen Sie denen, es sei jetzt der falsche Zeitpunkt! Gehen Sie ein wenig zurück, unterstützen Sie keine Vorlagen, die neue Regulierungen und Massnahmen bringen, und haben Sie den Mut zu etwas mehr Lücke!
Maire Jacques-André · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion
Après avoir lu attentivement les réponses du Conseil fédéral aux différentes interpellations urgentes, le groupe socialiste tient à souligner quelques points et à poser quelques questions complémentaires au Conseil fédéral.
En effet, nous nous posons la question de l'appréciation du Conseil fédéral par rapport à la collaboration avec la Banque nationale suisse lors des événements du 15 janvier 2015. Nous aimerions ainsi connaître l'avis du Conseil fédéral concernant en particulier l'application des articles 5 et 7 de la loi fédérale sur la Banque nationale suisse.
D'autre part, nous attendons avec impatience le rapport en réponse au postulat Leutenegger Oberholzer 11.4173, "Instruments monétaires destinés à protéger le franc. Rapport", parce que, le groupe socialiste souhaite le réaffirmer ici, le recours à court terme à de nouvelles interventions de la Banque nationale pour soutenir un taux plancher peut-être pas explicite, mais du moins implicite, nous semble fondamental pour notre économie. En effet, des taux de change implicites ont été conservés par le passé - je pense par exemple à la situation liée au mark allemand jusqu'en 2009 - sans que l'on en fasse de la publicité.
Face aux propositions d'autres groupes parlementaires, nous sommes bien sûr fermement opposés à des mesures généralisées de déréglementation qui seraient prises dans la précipitation en utilisant, comme certains milieux le font aujourd'hui, le franc fort comme seul prétexte. Nous disons clairement non à la péjoration des conditions de travail au nom de cet argument.
Comme le Conseil fédéral, le groupe socialiste est d'avis que les mesures d'accompagnement à la libre circulation des personnes doivent être non seulement maintenues, mais encore renforcées, en particulier pour sauvegarder la situation dans les régions frontalières, qui sont soumises à une pression énorme sur les salaires. Dans ce sens-là, nous demandons que le versement de salaires en euros soit clairement interdit et que les conventions collectives de travail fixent aussi clairement des salaires minimaux.
Vu les expériences positives enregistrées en 2011 à la suite de la mise en oeuvre du programme d'impulsion en faveur de la recherche et de l'innovation, nous demandons que des moyens supplémentaires substantiels soient octroyés à la Commission pour la technologie et l'innovation pour soutenir des projets initiés par des entreprises soucieuses de développer de nouveaux produits ou de nouvelles méthodes de production, qui les rendront - c'est l'expérience qui a été faite en 2011 - plus compétitives dans les mois et les années qui suivent. En ce sens, nous demandons clairement des mesures ciblées en matière d'innovation.
Nous avons lu avec intérêt que le Conseil fédéral veut accompagner les changements structurels dans certains domaines industriels. Nous nous permettons simplement de poser la question de savoir comment se concrétisera cet accompagnement, qui est annoncé comme faisant partie de la nouvelle politique régionale. Nous aimerions connaître quels sont les moyens que le Conseil fédéral entend engager pour accompagner les changements structurels, qui sont, il est vrai, absolument nécessaires, en particulier dans l'industrie des machines.
Pour terminer, nous aimerions insister sur l'importance de la qualification des personnes en ces temps difficiles et donc sur l'importance de la formation des adultes. Le Conseil fédéral rappelle, à juste titre, l'existence de la loi sur la formation continue. Nous rappelons simplement que l'entrée en vigueur de la loi n'interviendra pas avant le 1er janvier 2017. Or il y a urgence. Dès lors, quels moyens le Conseil fédéral débloquera-t-il pour soutenir la formation des adultes? Quelles mesures prendra-t-il immédiatement, en faveur par exemple de soutiens à la formation pendant des périodes de chômage partiel - le chômage partiel étant bien sûr une mesure très pertinente en cette période difficile?
Amherd Viola · Mit-F · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP-EVP
Die Schweiz befindet sich zurzeit in einem schwierigen Wirtschaftsumfeld und sieht sich mit Blockaden konfrontiert. Wesentliche Ursachen dafür sind die Frankenstärke und die offene Klärung der Beziehungen zur EU in Zusammenhang mit der Masseneinwanderungs-Initiative. In Zusammenhang mit Letzterer mutet es fast surreal an, wenn die SVP hier am Rednerpult das Hohelied der Deregulierung und des Bürokratieabbaus singt und gleichzeitig mit ihrer Masseneinwanderungs-Initiative ein Bürokratiemonster sondergleichen schafft - aber wie auch immer.
Damit die Politik effektiv und effizient ein Zeichen zugunsten der Wirtschaft setzen kann, hat die CVP/EVP-Fraktion zwei dringliche Interpellationen eingereicht. Es geht darum, zu prüfen, wie bei dieser schwierigen Ausgangslage mit einem engagierten Schritt künftig etwas bewegt werden kann. Der Bundesrat und wir, das Parlament, müssen Vertrauen und Rechtssicherheit schaffen. Schliesslich befindet sich die Schweiz in den internationalen Rankings meistens in den Top 3. Unser Land ist also gut aufgestellt und ausserdem äusserst anpassungsfähig. Die Schweiz kann die Herausforderungen meistern, davon bin ich überzeugt. Die Schlüsselworte heissen aber Bildung, Forschung und Innovation, Sozialpartnerschaft, liberaler Arbeitsmarkt, Sicherung der Bilateralen und schlanker Staat.
Trotzdem nimmt die CVP/EVP-Fraktion die eingangs genannten Herausforderungen ernst. Vor allem die Exportwirtschaft und der Tourismus leiden unter der Aufhebung der Kursuntergrenze und der damit verbundenen Unsicherheit. Die CVP/EVP-Fraktion hat dazu eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Es muss beispielsweise geprüft werden, wie die öffentliche Hand bei Ausschreibungen verhindern kann, dass inländische Anbieter benachteiligt werden. Bereits aufgegleiste Projekte müssen ausserdem beschleunigt werden, so die Umsetzung der Motion Graber Konrad 13.4184 für verbesserte Investitionsmöglichkeiten für Anleger. Auch das Anliegen der Motion Niederberger 13.4104 zur Arbeitszeiterfassung im Einvernehmen mit den Sozialpartnern kann zur Attraktivität des Standortes Schweiz beitragen.
Die Tourismusbranche braucht Planungssicherheit. Die CVP/EVP-Fraktion ist deshalb bereit, über die Überführung des Sondersatzes für Beherbergungsleistungen von 3,8 Prozent ins Dauerrecht zu sprechen. Ausserdem erwarten wir vom Bundesrat, dass er zusammen mit der Schweizerischen Nationalbank eine Lösung vorschlägt, damit die Nationalbank Gelder der institutionellen Anleger bzw. der Sozialwerke der Schweiz ohne Negativzins entgegennimmt. Dasselbe soll für die Gelder der obligatorischen Sozialversicherungen gelten. In unserer Interpellation sprechen wir in Anbetracht der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses auch eine Beurteilung des revidierten Markenschutzgesetzes an.
Der CVP/EVP-Fraktion ist klar, dass die Nationalbank unabhängig ist und ihren Verfassungsauftrag - eine stabile Geld- und Währungspolitik - wahrnehmen muss. Die Politik darf ihr dabei nicht dreinreden. Geldmarktpolitische Entscheide obliegen alleine der Nationalbank. Sie ist demzufolge auch verantwortlich für ihre Entscheide und deren Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft und die Arbeitsplätze. Trotzdem findet es die CVP/EVP-Fraktion wichtig, dass sich die Schweiz auf internationaler Ebene bemüht, gemeinsam mit der EU den weiteren Zerfall des Euros zu bekämpfen und die Märkte zu stabilisieren.
Der starke Franken schafft aber auch Gewinner, es sind beispielsweise Importeure und Konsumenten. Preisvorteile für Importprodukte aufgrund des neuen Eurokurses müssen an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden.
Rime Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Permettez-moi en préambule de répondre à Madame Amherd que l'initiative populaire de l'Union démocratique du Centre a été acceptée le 9 février 2014 par plus de 50 pour cent des votantes et des votants. Même si je souhaite que ce score représente notre résultat aux prochaines élections, j'imagine que ce ne sera malheureusement pas le cas. Par conséquent, des personnes ne votant pas traditionnellement pour notre parti ont visiblement considéré que nous avions soulevé un vrai problème.
Que pouvons-nous dire aujourd'hui sur les conséquences de la décision de la Banque nationale suisse de supprimer le taux plancher du franc par rapport à l'euro? Premièrement, nous pouvons dire qu'il est trop tôt pour évaluer dans quelle mesure l'ensemble de l'économie est touchée. Je fais confiance à nos entrepreneurs pour trouver des solutions novatrices dans la manière d'affronter la réalité du franc fort.
Deuxièmement, pour trouver ces solutions novatrices, les entreprises doivent avoir les coudées franches et non se voir imposer des coûts réglementaires inutiles. Le Conseil fédéral a présenté en 2013 déjà un rapport sur les coûts de la réglementation et a même proposé des mesures visant à réduire les coûts réglementaires inutiles. Ces mesures ont-elles été mises en oeuvre? Non! A-t-on, au cours des trois dernières années, fait un quelconque effort, au niveau politique, pour rendre la Suisse plus attrayante d'un point de vue économique? Non! Le Conseil fédéral s'est-il préparé suffisamment pour faire face à la suppression du taux plancher dont nous savions le maintien provisoire? Non!
Permettez-moi de citer des exemples démontrant les conséquences des coûts réglementaires inutiles et combien ils sont dommageables. Je prends délibérément de petits exemples, les moindres coûts de la réglementation ayant d'importantes conséquences. Premier exemple: les biocides. Ce sont des poisons et leur commercialisation doit donc faire l'objet d'une autorisation. Or toute autorisation a un coût en Suisse. Ainsi, les émoluments pour la première mise sur le marché s'élèvent à 1000 francs. Mais la majorité de ces produits sont commercialisés dans l'Union européenne, en proviennent ou y transitent. Ils sont donc reconnus et n'auraient pas besoin de faire l'objet d'une nouvelle analyse. La loi suisse prévoit d'ailleurs cette possibilité, mais elle n'est pas gratuite: la reconnaissance en Suisse d'un biocide déjà autorisé dans l'Union européenne coûte plus de 5000 francs.
Deuxième exemple: dans le cadre de la loi sur le CO2, les entreprises peuvent se faire exonérer de la taxe sur le CO2. Elles doivent pour cela s'engager à réduire leurs propres émissions de gaz à effet de serre et signer une convention d'objectifs. Mais la complexité de cette convention est énorme: il existe quatre communications de l'Office fédéral de l'environnement en sa qualité d'autorité d'exécution, auxquelles viennent s'ajouter d'autres directives qui chargent encore un peu plus le bateau. Mais ce n'est pas tout: certains cantons ajoutent encore leurs propres conditions. Pour les sites genevois par exemple, une convention doit comprendre également un objectif concernant la consommation d'eau. Aujourd'hui - et j'en sais quelque chose étant moi-même entrepreneur -, pour conclure une convention, une entreprise de métallurgie ou du bois doit inventorier tous les moteurs électriques, toutes les pompes, tous les ventilateurs. Les coûts qui en découlent sont beaucoup plus élevés que la taxe sur le CO2 dont l'entreprise serait exonérée pour les 18 prochaines années.
Ces réglementations ne sont pas seulement absurdes, elles coûtent aussi cher, très cher, et sont totalement inutiles. Dans le cas des biocides, la réglementation n'a rien à voir avec le nombre de biocides. La quantité reste la même, seuls les coûts liés à la reconnaissance augmentent. Dans le cas du CO2, c'est encore plus pervers, puisque à cause des coûts réglementaires inutiles, les entreprises sont moins nombreuses à signer ces conventions, avec pour conséquence que les émissions de gaz à effet de serre ne diminuent pas. Les coûts de la réglementation conduisent les entreprises à polluer l'atmosphère. La dernière fois que je l'ai consultée, la loi sur le CO2 visait pourtant à réduire ces émissions.
Je vous ai donné deux petits exemples pour vous montrer que des coûts inutiles grèvent l'économie. Ils sont aussi en contradiction avec les objectifs des lois qui les concernent. Si nous voulons que les entreprises trouvent des solutions novatrices, nous devons alléger les charges qui pèsent sur elles.
La décision de la Banque nationale de supprimer le taux plancher entre le franc et l'euro a provoqué une hausse des coûts de quelque 15 pour cent. En tant que représentants du peuple, il est de notre devoir de réduire les coûts de la réglementation de plus de 15 pour cent. Allons-y! Madame la conseillère fédérale, au Département fédéral des finances, probablement que votre influence n'est pas aussi importante, mais je sais, Monsieur le conseiller fédéral, que vous partagez mon avis et je vous assure que, comme président de l'Union suisse des arts et métiers, nous allons certainement vous apporter des idées et nous allons contribuer à essayer de réduire ces coûts pour les entreprises.
Badran Jacqueline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Kollege Rime, besten Dank für Ihr Plädoyer für die Übernahme von EU-Normen; es ist schön, das aus Ihrem Mund zu hören. Ich habe aber eine Frage: Sie haben jetzt eigentlich gesagt, man müsse nichts tun, auch wenn die Realwirtschaft, also die KMU - und zwar nicht nur jene aus der Exportwirtschaft -, von der Frankenstärke in ihrer Wettbewerbsfähigkeit massiv betroffen ist. Bei den Bauern ist es anders: Wenn der Milchpreis im Ausland etwas sinkt, fordern Sie, Ihre Partei und Herr Brunner sofort die Erhöhung der Schokoladezulagen. Wenn es beim Käseexport irgendwo hapert, verlangen Sie ultimativ, und zwar sofort, mehr Verkäsungszulagen. Wir reden da von Hunderten von Millionen Franken.
Können Sie mir diesen Widerspruch erklären? Können Sie mir erklären, warum man hier, wo die Wirtschaft in echter Not ist, nichts tut, bei der Landwirtschaft aber sofort intervenieren will?
Rime Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Madame Badran, je vous remercie pour cette question. Je vous remercie aussi de constater que je suis un homme pragmatique, qui est même capable de reprendre des idées de l'Union européenne. Maintenant, je crois que nous avons suffisamment d'agriculteurs dans cette salle, j'imagine que quelques-uns d'entre eux prendront la parole cet après-midi; je vous propose de leur poser la question lorsqu'ils auront pris la parole.
Müller Philipp · Mit-M · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Seit der Abschaffung des Franken-Mindestkurses am 15. Januar dieses Jahres ist die schweizerische Wirtschaftswelt eine andere: Arbeitsplätze sind bedroht, und der Standort Schweiz steht vor grossen Herausforderungen.
Es war immer klar, dass der Mindestkurs irgendwann aufgehoben werden müsste. Die jetzige Situation bringt aber noch mehr Unsicherheit, und das ist Gift für unsere Wirtschaft. Nicht die Unternehmen haben es verpasst, sich auf den starken Franken einzustellen, sondern die Politik. Die FDP/die Liberalen wollen diese Unternehmen mit ihrem 18-Punkte-Programm, das sie an ihrer letzten Delegiertenversammlung beschlossen haben, entlasten, und zwar dort, wo der Schuh drückt, und dort, wo die Politik Verantwortung übernehmen kann oder gar verantwortlich ist. Das heisst: Entlastung von neuer Regulierung, Entlastung von Steuern und Abgaben. Liberale Rezepte sind die Lösung angesichts des starken Frankens. Die FDP will Deindustrialisierung und Verlagerung der Produktionsstandorte ins Ausland verhindern.
Die Unternehmenssteuerreform III ist für die Planung der Unternehmen in unserem Land zentral, das heisst für die Rechtssicherheit. Auf allen Stufen der Politik müssen wir daher an einem Strick ziehen und den Prozess beschleunigen, um diese Reform möglichst rasch umzusetzen. Der Staat darf mit seinem Wachstum nicht die Gesellschaft und Wirtschaft überrollen. Konjunkturpolitische Krücken lehnt die FDP ebenso klar ab wie eine bevormundete Abschottung des Schweizer Markts. Die FDP anerkennt ausdrücklich die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank. Wir sind entschieden der Meinung, dass die Politik sich nicht in die geldpolitischen Aufgaben der Nationalbank einzumischen hat.
Gerne würde die FDP-Liberale Fraktion daher vom Bundesrat das Folgende erfahren: Welche Strategie verfolgt der Bundesrat, um die administrativen Kosten sowie Gebühren für Unternehmen zu reduzieren?
Der Bericht des Bundesrates über die Regulierungskosten aus dem Jahr 2013 zeigt beispielhaft 32 Massnahmen auf, um insgesamt Kosten von mindestens 500 Millionen Franken einzusparen, und dies alleine durch den Abbau von administrativem Unsinn. Eine weitere Frage: Ist der Bundesrat bereit, diese Massnahmen prioritär an die Hand zu nehmen?
Dieses Parlament hat 2014 zudem fünf Vorstösse an den Bundesrat überwiesen, welche die Zollverfahren für Import und Export erleichtern würden - ich betone: würden! Darunter befinden sich zwei Motionen, welche die Kosten für Unternehmen beim Grenzübertritt von Gütern reduzieren würden, so zum Beispiel über elektronische Zollverfahren. Eine weitere Frage: Werden diese Vorstösse, also diese Motionen und Postulate, prioritär umgesetzt?
Freihandelsabkommen im Interesse der Schweiz verringern die Kosten für grenzüberschreitende Geschäfte. So können Schweizer Unternehmen mit reduziertem Zoll oder mit vereinfachtem Zollverfahren ins Ausland exportieren. Welche Prioritäten setzt der Bundesrat für den weiteren Abschluss von Freihandelsabkommen?
Wertschöpfung in der Privatwirtschaft und Wachstum des Staatshaushalts müssen sich die Waage halten. Gerade in herausfordernden Zeiten müssen gesunde öffentliche Finanzen langfristig Stabilität schaffen. Wie beurteilt der Bundesrat also den Anstieg der Staatsquote im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen?
In den letzten zwanzig Jahren ist der Personalbestand in staatlichen oder staatsnahen Betrieben um 40 Prozent gewachsen, während die Beschäftigung im gesamten Arbeitsmarkt nur um 17 Prozent zugenommen hat. Dies bedeutet ein zunehmendes Ungleichgewicht. Zudem stiegen die Kosten für das Personal in den letzten Jahren um über 20 Prozent auf mittlerweile 5,4 Milliarden Franken. Ist also der Bundesrat bereit, Massnahmen einzuleiten, um das Ausgabenwachstum beim Staat zu bremsen, zum Beispiel über einen Stopp beim Personal? Was gedenkt der Bund zu tun, damit die Löhne im öffentlichen Sektor nicht rascher ansteigen als in der Privatwirtschaft?
Zudem sollte der Staat seine Tentakel nicht in die Privatwirtschaft hinein ausbreiten. Ich denke da beispielsweise an die Post. In der Wirtschaft schafft ein gesunder Wettbewerb die bestmöglichen Rahmenbedingungen. Staatliche Beihilfen sowie staatliche Wirtschaftstätigkeit sind unter diesem Gesichtspunkt kritisch zu prüfen, weil sie unterschiedlich lange Spiesse schaffen. Dies erwähnt der Bundesrat auch in seinem Wachstumsbericht von diesem Jahr. Eine weitere Frage: Wie sieht der Bundesrat das weitere Vorgehen bezüglich des Abbaus staatlicher Wettbewerbsverzerrungen und staatlicher Beihilfen?
Ich gebe das Wort nun an meinen Kollegen Jean-René Germanier, welcher weitere Punkte ansprechen wird, die für unsere Fraktion wichtig sind.
Stahl Jürg · 2VP-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Stahl Jürg, zweiter Vizepräsident): Herr Müller, grundsätzlich erteilt der Präsident das Wort.
Müller Philipp · Mit-M · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Ich habe soeben bemerkt, dass ich die Rolle des Präsidenten missbraucht habe.
Stahl Jürg · 2VP-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Stahl Jürg, zweiter Vizepräsident): Herr Giezendanner möchte Ihnen eine Frage stellen. Herr Giezendanner, Sie haben das Wort.
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Kollege Müller, ich gratuliere Ihnen zum 18-Punkte-Programm der FDP. Ist Ihnen aber bewusst, dass dieses Programm frühestens in 12 bis 24 Monaten greifen wird? Wissen Sie, dass exportorientierte Betriebe heute bereits Liquiditätsprobleme haben? Was tun Sie für diese?
Müller Philipp · Mit-M · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Kollege Giezendanner, besser heute handeln als nie, würde ich da einfach sagen - kurzum, Punkt!
Rytz Regula · Mit-F · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion
Die Aufhebung des Mindestkurses gegenüber dem Euro hat die Schweizer Exportwirtschaft und den Tourismus in einen Schockzustand versetzt. Einzelne Firmen wie die Aluminium Laufen AG oder Manor bauen bereits Arbeitsplätze ab. Andere versuchen mit Gratisarbeit der Belegschaft oder mit illegalen Eurolöhnen die Kosten zu senken. Die Währungsrisiken werden so eins zu eins an die Angestellten weitergegeben. Das ist unfair und kontraproduktiv, zum Glück aber auch die Ausnahme. Der Grossteil der Unternehmungen hat bisher mit kühlem Kopf auf die neue Ausgangslage reagiert, und das verdient Respekt.
Kühlen Kopf zu bewahren ist nicht unbedingt eine Stärke der Politiker. In den Vorstössen zur heutigen Sonderdebatte finden wir auch ideologische Ladenhüter und Gelegenheitsschnäppchen. So will zum Beispiel die SVP die Qualitätskontrollen in der Landwirtschaft reduzieren - man suche den Zusammenhang! - oder die flankierenden Massnahmen zum Schutz der Löhne und der Arbeitsbedingungen abschaffen. Damit würde die Krise erst richtig angeheizt.
Für uns Grüne stehen als Antwort auf den Frankenschock nicht Deregulierungspakete und Steuersenkungsorgien auf dem Programm, sondern langfristig wirksame Massnahmen zur Stärkung von Innovation und regionalen Arbeitsplätzen:
1. Als kurzfristige Massnahme begrüssen wir den Entscheid des Bundesrates, den Firmen mit der Möglichkeit zur Einführung von Kurzarbeit etwas Luft zu verschaffen. Wichtig sind aber auch Investitionen in Bildung und Weiterbildung.
2. Ein weiteres Ziel muss die Erhaltung der Kaufkraft sein.
3. Anstatt die Nachfrage durch Lohnkürzungen zu schwächen, müssen wir vor allem den Binnenmarkt stärken, denn die Schweiz ist heute viel zu stark von Exporten abhängig. Wir sind deshalb froh, dass der Bundesrat die Nutzung des Effizienzpotenzials der grünen Wirtschaft auch unter Druck von Economiesuisse nicht preisgeben will. Auch die angestossene Energiewende muss als Motor für Schaffung und Erhalt von lokalen Arbeitsplätzen unbedingt weitergeführt werden. Es wäre fahrlässig, die Energieproduktion und die Innovation durch einen Verzicht auf bewährte Förderungsinstrumente ins Ausland zu verlagern und langfristige Investitionen in eine eigenständige Energieversorgung abzublocken. Auch mit Erhaltungsinvestitionen in das Bauwerk Schweiz können Bund und Kantone kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Diese Chance müssen wir packen und dürfen sie nicht durch Sparmassnahmen und Steuergeschenkorgien aufs Spiel setzen.
4. Ein weiterer Punkt ist die Innovationsförderung. Nationalrat Louis Schelbert hat dazu eine Motion (15.3180) eingereicht, mit der er die Aufstockung der KTI-Kredite verlangt.
5. Ein letzter Punkt ist die Geldpolitik. Wir Grünen stellen die operative Unabhängigkeit der Nationalbank nicht infrage. Wir sagen aber klar: Die Nationalbank handelt nicht im luftleeren Raum. Sie ist an einen gesetzlichen Auftrag gebunden, sie muss im Dienste der Volkswirtschaft agieren, und sie wird von politischen Massnahmen flankiert. So hätte es der Bundesrat zum Beispiel in der Hand, mit der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen die schädlichen Währungsspekulationen einzuschränken. Wir erwarten vom Bundesrat ganz klar, dass er vor diesem Schritt nicht weiter zurückschreckt. Wir erwarten aber auch, dass er sich mit voller Kraft für eine stärkere Regulierung der globalen Finanzmärkte einsetzt und dass er das wuchernde Spekulations- und Blasensystem mit dem Einsatz für eine Finanztransaktionssteuer eindämmen hilft. Wenn wir jetzt nämlich den Schutzwall gegen die Spekulation nicht verstärken, dann werden wir in einem Jahr, in zwei Jahren und immer wieder hier stehen und die gleichen Diskussionen führen. Wir müssen die Finanzmärkte endlich in den Griff bekommen.
Vielen Dank für die Unterstützung dieser Anliegen.
Knecht Hansjörg · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die Schweiz als Top-Wirtschaftsstandort verliert in dieser Hinsicht laufend an Boden, und dies grösstenteils aus eigenem Verschulden. Dabei ist insbesondere auch in den Bereichen Energie und Umwelt Handlungsbedarf gegeben. So muss das Abschreiben von internationaler, meist komplizierter Regulierung unterbunden werden. Man muss damit aufhören, den Musterschüler zu spielen und EU-Recht noch vor den einzelnen EU-Mitgliedstaaten umzusetzen.
Bestes Beispiel für diese Regulierungswut ist der vorgesehene grüne Umbau der Wirtschaft. Statt dem Volk diese extreme Volksinitiative zur Abstimmung vorzulegen, wird der Bundesrat mit der vorgesehenen Revision des Umweltschutzgesetzes zum Handlanger der Initianten. Das von diesen anvisierte Ziel wird einfach mit leicht anderen Mitteln auf einer etwas gestreckteren Zeitachse realisiert. Nahtlos damit verbunden sind auch die vom Bundesrat vorgestellten neuen Ziele der Klimapolitik. Für das Ziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 30 Prozent allein auf Schweizer Boden sollen nun unverhältnismässig viele Mittel ausgegeben werden, und dies trotz einem für das Weltklima bedeutungslosen Einfluss, trägt doch unser Land lediglich 0,1 Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei.
Auch die aufgegleiste Energiestrategie ist eine Zwängerei mit ideologisch motivierten Zielen. Mit der bundesrätlichen Ökosteuer-Vorlage soll der Strom bis 4,5 Rappen pro Kilowattstunde, das Heizöl bis 89 Rappen pro Liter und das Benzin bis 26 Rappen pro Liter verteuert werden. Wenn die Instrumente dann einmal in Kraft sind, ist eine weitere Erhöhung in Salamitaktikmanier nur eine Frage der Zeit. Die Kosten dieser Energiestrategie sind ohnehin gewaltig und bewegen sich in der Grössenordnung von 150 bis 200 Milliarden Franken. Das bedeutet Belastungen von 5 bis 7 Milliarden pro Jahr oder zusätzliche jährliche Ausgaben von sage und schreibe 750 Franken pro Kopf. Zur Kasse gebeten wird dabei die Wirtschaft, es trifft insbesondere die KMU und den Mittelstand, welche diese jährlichen Mehrkosten von 750 Franken zu tragen haben. Das alles wird für eine sinkende Versorgungssicherheit, steigende Energiepreise, zunehmende Auslandabhängigkeit, abnehmende Wettbewerbsfähigkeit und - was für eine Absurdität! - eine steigende Umweltbelastung wegen erhöhtem CO2-Ausstoss gemacht.
Noch wäre Zeit, das Steuer herumzureissen. Wir fordern einen Marschhalt, insbesondere nach den jüngsten Entscheiden des Schweizervolkes, denn der 8. März 2015 hat ein klares Signal ausgesandt: Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht mehr bereit, immer mehr zusätzliche Steuern, Abgaben und Gebühren sowie Umverteilungen zu akzeptieren.
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Worüber sprechen wir heute? Wir sprechen zuerst einmal darüber, dass drei Männer, drei ideologisch verblendete Männer beschlossen haben, die Existenzen von Zehntausenden von Familien in der Schweiz zu vernichten und den Wohlstand der Schweiz anzugreifen. Eine Fitnesskur nennen das bürgerliche Ideologen. Wie zynisch darf man eigentlich sein?
Ich bin fast täglich draussen in den Betrieben der Industrie. Die Kolleginnen und Kollegen sagen mir, wie ernst die Lage effektiv ist. Die Industrie, die wertschöpfende Industrie trägt dreimal mehr zum Wohlstand dieses Landes bei als die Banken. Und heute geht es nicht nur um die Jobs in der Industrie. Es geht um viele Existenzen, um die Zukunft der Industrie in diesem hochindustrialisierten Land und um den sozialen Frieden. Wie, glauben Sie, werden sich die erpresste Gratisarbeit, illegale Eurolöhne, Lohnsenkungen, Entlassungen und Betriebsauslagerungen auf das soziale und politische Klima auswirken? Wer heute, nach der Finanzkrise und der UBS-Rettung, die Gewinne und Boni der Spekulanten auf dem Buckel der Arbeitnehmenden sicherstellen will, bereitet das Bett der rechten, neoliberalen Kräfte in unserem Land.
Für das, was wir gegen den extrem überbewerteten Franken tun können, wenden wir gerade zwei Stunden Debatte auf. Über Landwirtschaftssubventionen reden wir tagelang, und der Ständerat, vornehmlich der bürgerliche Ständerat, will den massiv überteuerten Franken nicht einmal diskutieren. Das ist mehr als ein Skandal, das ist die Kapitulation des Parlamentes vor den Hedge-Fonds.
Das ist nicht neu, und Sie werden mit der Unabhängigkeit der Nationalbank argumentieren. Gut, schauen wir das einmal genauer an! Wovon sind denn diese drei Herren dort effektiv unabhängig? Ganz offensichtlich von der Schweizer Politik und vom Wohlergehen des Landes. Doch in hohem Masse abhängig ist die Nationalbank von Grossbanken, den Billionen-Staatsfonds, dem IWF, der EZB, den Hedge-Fonds. Denen ist eines gemeinsam: Sie sind nicht demokratisch legitimiert. Die Unabhängigkeit der Nationalbank ist ein Popanz.
Verfassung und Nationalbankgesetz schreiben vor, dass die Nationalbank den Gesamtinteressen der Schweiz zu dienen habe. Offenbar müssen wir Herrn Jordan an diesen Auftrag erinnern, mehr noch: Wir müssen den Auftrag der Nationalbank offensichtlich präziser fassen. Glaubt dieser Rat der Volksvertreterinnen und Volksvertreter, dass er seine Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Schweiz hat, nimmt sich der Nationalrat also ernst, dann wird er heute dafür sorgen, dass die Nationalbank künftig weiss, was sie zu tun hat. Es ist völlig nutzlos, die Köpfe der Nationalbankdirektoren zu fordern. Aber wir sollten dafür sorgen, dass das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank so besetzt wird, dass die Chefs der Nationalbank dem Interesse der Schweizerinnen und Schweizer dienen.
Eine eigene Währung ist eine schöne Sache, aber sie macht nur Sinn, wenn sie uns nützt und nicht schadet. Jetzt wieder einen faktischen Mindestkurs des Euros respektive einen Höchstkurs des Frankens von Fr. 1.15, dann Fr. 1.30 pro Euro einzuführen ist das Mindeste, was wir der Nationalbank auftragen sollten. Dass die sogenannte Aufhebung der SNB-Bilanz ein ökonomisches Problem wäre, glauben nur die Anhänger der toten Religion des Monetarismus im SNB-Direktorium.
Raufen wir uns zusammen! Das Primat der Politik ist gefragt. Überlassen wir dieses Land nicht der Spekulation und dem freien Markt, und schützen wir KMU und Arbeitsplätze - das sollte unser Auftrag sein! Und überlassen wir die Zehntausende von Menschen, die vor dem Verlust des Arbeitsplatzes stehen, nicht sich selbst!
Landolt Martin · Mit-M · Nationalrat · Glarus · Fraktion BD
Herr Kollege Pardini, Sie haben das Direktorium der Nationalbank als "drei ideologisch verblendete Männer" bezeichnet. Wäre Ihnen denn ein Gremium wie das der Europäischen Zentralbank, bestehend aus zwanzig Funktionären, tatsächlich lieber? Und halten Sie deren Leistungsausweis tatsächlich für besser?
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Sehr geehrter Herr Kollege Landolt, es ist nicht die Frage, ob das EZB-Direktorium, so, wie es zusammengesetzt ist, besser wäre. Aber ich wünschte mir eine Schweizerische Nationalbank, die im Dialog mit der Politik für das Wohl des Landes Entscheidungen trifft und nicht ideologisch geprägt den freien Markt predigt und die Schweiz und ihre Wirtschaft vor unlösbare Probleme stellt. Sie werden sehen, dass selbst Kolleginnen und Kollegen der SVP, Kleinunternehmer, heute vor der Situation stehen, Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Es ist keine parteipolitische Frage, die wir hier debattieren, es ist auch kein Problem, das man mit polemischen Fragen lösen kann.
Die eigentliche Frage lautet: Was hat die Schweizerische Nationalbank für einen Auftrag? Der Auftrag ist im Gesetz grundsätzlich klar geregelt: Sie soll für Preisstabilität und vor allem für eine gute Konjunktur sorgen. Alles, was dem widerspricht, widerspricht der Logik einer eigenen Währung und einer eigenen Nationalbank. Lieber Kollege Landolt, das sollten Sie ja wissen, da Sie Ihr Leben lang in einer Bank gearbeitet haben.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Pardini, wie erklären Sie sich, dass im Rheintal, wo ich herkomme, wo eine Industrie ist, die herstellt, die exportiert, wie es wahrscheinlich sonst nirgends in der Schweiz der Fall ist, kein Arbeiter und keine Firma so jammert, wie Sie es jetzt hier in diesem Rat tun?
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Geschätzter Kollege, ich rate Ihnen, mit Herrn Giezendanner ins Vorzimmer zu gehen. Herr Giezendanner wird Ihnen erklären, was er konkret für Probleme hat. Vielleicht wird er heute noch ans Mikrofon kommen. Er wird Ihnen als SVP-Mann aus bürgerlicher Sicht die Antwort geben, die Ihnen zusteht.
Winkler Rudolf · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion BD
Geschätzter Kollege Pardini, Sie haben die Schweizerische Nationalbank als Popanz bezeichnet. Was könnte die Nationalbank tun, um etwas dagegenzuhalten, da Herr Draghi jetzt jeden Monat 60 Milliarden Euro in den Markt pumpt?
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Die Schweizerische Nationalbank sollte als Erstes wieder eine Untergrenze fixieren, damit es in diesem Land Stabilität gibt. Sie wissen, dass Instabilität und Unsicherheit Gift für eine florierende Wirtschaft sind. Wir sind nach der angenommenen Masseneinwanderungs-Initiative in einem Schockzustand. Es herrscht Ungewissheit, was die Zukunft der bilateralen Verträge betrifft und darüber, was für eine Entwicklung in der europäischen Integration vor uns liegt. Zudem hat sich die Situation eben durch die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank verschärft.
Diese Kombination ist Gift für die Entwicklung und den Wohlstand in diesem Land. Die Prosperität in diesem Land basiert darauf, dass grundsätzlich die Wirtschaft mittel- und langfristig sichere Entwicklungen voraussehen kann. Solche politische Entscheidungen - denn schlussendlich sind es politische, monetaristische Entscheidungen - führen dazu, dass die Unsicherheit der Wirtschaft zunimmt und die Unternehmungen grundsätzlich die Überlegung machen, ob sie Arbeitsplätze auslagern sollen. Und Sie wissen so gut wie ich, dass jeder Arbeitsplatz, der ausgelagert wird, einen irreversiblen Prozess darstellt. Kein Arbeitsplatz, der ins Ausland verlegt wird, kommt jemals mehr in die Schweiz zurück. Hier ist vor allem die Exportwirtschaft infrage gestellt. In einem hochindustrialisierten Land wie unserem, in welchem Wohlstand auf der Exportwirtschaft basiert ... (Zwischenruf des Präsidenten: Herr Pardini, Herr Pardini!) Lassen Sie mich bitte ausreden! (Unruhe)
Stahl Jürg · 2VP-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Stahl Jürg, zweiter Vizepräsident): Das Geschäftsreglement sieht vor, dass die Zwischenfragen kurz und knapp beantwortet werden.
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Die Fragen sollten kurz und knapp sein. Komplexe Antworten auf komplexe Fragen sollten bitte erlaubt sein. (Zwischenruf des Präsidenten: Bitte kommen Sie zum Schluss!) Ich komme zum Schluss: Für die Zukunft eines Landes wie der Schweiz, dessen Wohlstand vor allem auf seiner Exportindustrie basiert, ist es zentral, dass dieser Wirtschaftszweig nicht ausgelagert wird. Dieses Risiko gehen wir mit der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank aber ein, und darum muss diese Entscheidung revidiert werden.
Maier Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Ist es vermessen zu fragen, ob das ein Sturm im Wasserglas ist? Da es um Devisenkurse geht, möchte ich Ihnen gerne ein paar Zahlen für diese sogenannt unlösbaren Probleme präsentieren. Die Zahlen beziehen sich auf den gestrigen Stand. Der Kurs Franken/Euro war im Vergleich zum Jahresbeginn um 11 Prozent tiefer; der Kurs Franken/US-Dollar - eine für die Schweizer Wirtschaft ebenso zentrale Währung wie der Euro - hat sich im Vergleich zum Jahresbeginn nicht verändert. Ja, null Veränderung. Der SMI hat sich seit Jahresanfang um plus 3 Prozent verändert, im Vergleich zum Vorjahr um plus 12 Prozent.
Einfach, dass Sie mich heute nicht falsch verstehen: Ja, wir stehen in der Schweiz vor sehr grossen wirtschaftlichen Herausforderungen - nicht nur wegen des starken Frankens. Der Entscheid der Nationalbank hat die Situation für viele Unternehmen oder für den Tourismus sicherlich nicht einfacher gemacht. Wir Grünliberalen meinen, dass darum folgende Punkte absolut zentral sind:
Ruhe und kühlen Kopf bewahren; das sage ich vor allem in Richtung meiner beiden Vorredner. Nach Meinung der GLP bringen überhastete Forderungen nach irgendwelchen Konjunkturprogrammen und Stützungsmassnahmen des Bundes nichts. Sie kosten nur viel Geld, das dann anderswo fehlt. Im Moment ist die Konjunktur in der Schweiz weiterhin stabil, auch wenn die Prognosen etwas zurückhaltender geworden sind.
Die Unabhängigkeit der Nationalbank gilt es mit allen Mitteln zu bewahren. Für uns Grünliberale ist der Schritt der Nationalbank nachvollziehbar. Der Mindestkurs war immer als temporäre Massnahme gedacht. Der Zeitpunkt der Aufgabe des Mindestkurses nach vier Jahren war angesichts der sehr robusten Wirtschaftslage in der Schweiz zudem gut gewählt. Der gelungene Überraschungseffekt war zur Verhinderung von Spekulationen ebenfalls richtig. Da gibt es keinen Spielraum, Herr Pardini, für irgendwelche Diskussionen mit Politikerinnen und Politikern in der Öffentlichkeit. Viele Unternehmen haben ihre Währungsrisiken wohlweislich abgesichert. Andere, die viel im Ausland einkaufen, gehören wie die meisten Konsumentinnen und Konsumenten sogar zu den Gewinnern. Eine eigenständige Geldpolitik ist langfristig ein Standortvorteil für die Schweiz. Wir müssen jedoch bereit sein, kurzfristig Kosten dafür zu akzeptieren.
Schaffen bzw. erhalten wir liberale, marktgerechte Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft. Erarbeiten wir gemeinsam mehrheitsfähige Lösungen, statt wie heute einfach die eigenen Parteiprogramme als Rezept zu verkaufen. Das bringt nichts. Das bedeutet aber Offenheit von links und rechts, z. B. beim Einkaufstourismus: Mit einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten könnten wir bessere Bedingungen für unser Gewerbe schaffen. Oder stärken wir den Agrarfreihandel. Damit könnten diverse Betriebe, vor allem im gebeutelten Tourismusbereich, auf der Kostenseite sparen. Investieren wir weiterhin in Innovation und Bildung! Da gibt es diverse Betätigungsfelder - der neue Swiss Innovation Park ist nur ein kleines Beispiel.
Unserer Meinung nach müsste auch die Fachkräfteinitiative intensiver vorangetrieben werden. Es fehlen bis dato sichtbare und zählbare Fortschritte. Der Bundesrat weist zwar in der Antwort auf unsere Interpellation auf viele gute und bereits eingeleitete Massnahmen hin. Fakt ist aber, dass das Finden von Fachkräften bei vielen exportorientierten Firmen immer noch das grössere Problem darstellt als der starke Franken. Eine stärkere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials würde also der Wirtschaft helfen, den Standort Schweiz zu stärken. Gleichzeitig könnten damit die aktuellen Herausforderungen der Frankenstärke und der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative besser bewältigt werden. Halten wir an zentralen Reformen, die unsere Innovationsfähigkeit stärken, fest!
Inakzeptabel ist für die Grünliberalen der Versuch, jetzt die Energiewende abzublocken. Hier genügt eine einfache Frage: Was finden Sie so gut daran, Jahr für Jahr fast 15 Milliarden Franken für den Einkauf von Erdöl, Erdgas und Uran ins Ausland abfliessen zu lassen? Das ist Geld, das wir erstens Franken für Franken sauer verdienen müssen und das zweitens zu massiver Wertschöpfung im Inland führen würde, wenn es in der Schweiz investiert würde.
Und fast zum Schluss: Wieso will der Bundesrat an der Swissness-Vorlage festhalten? Was bringt das ausser immensen Umsetzungskosten für die Schweizer Wirtschaft? Wir meinen: Lassen Sie das bleiben!
Wie schrieb die "NZZ" diese Woche so treffend? Jeder Drogenentzug tut am Anfang weh, aber er ist in jedem Fall dringend nötig. Packen wir die Chancen in unserem innovativen Land! Als Politiker müssen wir dazu einzig und allein möglichst stabile und marktkonforme Rahmenbedingungen schaffen.
Landolt Martin · Mit-M · Nationalrat · Glarus · Fraktion BD
Der Standort Schweiz und sein Erfolgsmodell stehen vor schwierigen Herausforderungen. Die Schweizerische Nationalbank hat nach rund drei Jahren die Verteidigung der Euro-Untergrenze von Fr. 1.20 aufgegeben, und die Prognosen für die Staatsfinanzen müssen aufgrund der wirtschaftlichen Aussichten nach unten korrigiert werden. Hinzu kommt eine grosse Unsicherheit in Bezug auf die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und damit auf das bilaterale Verhältnis zu Europa. Die Gefahr wirtschaftlicher Isolation, aber auch Gedankenspielereien über den Sinn von Völkerrecht und Menschenrechten haben das weltweite Image der Schweiz geschwächt. Die Schweiz als einst stabiler und sicherer Investitionsstandort ist für viele unberechenbar geworden.
Die Ursache dafür liegt nicht bei der Schweizerischen Nationalbank, und Kritik an der Nationalbank ist hier fehl am Platz. Die BDP steht vollumfänglich hinter der Unabhängigkeit der Nationalbank. Es war von Beginn weg klar, dass die Euro-Untergrenze eine temporäre Massnahme war, dank der vor allem Zeit gewonnen werden konnte. Strukturerhaltung hingegen ist keine Aufgabe der Nationalbank.
Es gilt, in Bezug auf die Frankenstärke nichts zu beschönigen, aber auch nichts zu dramatisieren. Nachdem die Nationalbank die Untergrenze aufgegeben hat, ist nämlich das eingetroffen, was zuvor während rund drei Jahren verzögert worden war. Der Eurokurs ist nochmals abgesackt, die Frankenstärke hat sich akzentuiert. Die Nationalbank, Herr Pardini, ist aber nicht Ursache der aktuellen Frankenstärke, sondern sie hat sie nur während drei Jahren hinausgezögert. Die Frankenstärke als Phänomen ist auch nicht neu, sondern quasi ein Dauerbegleiter der Schweizer Wirtschaft. Schon vor der Interventionsphase ist der Euro gegenüber dem Franken in sehr kurzer Zeit von Fr. 1.40 auf unter Fr. 1.10 gefallen, und auch die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Franken hat in den letzten Jahrzehnten nur eine einzige Richtung erlebt. Trotz einer stets starken Währung gehört die Schweiz zu den weltweit erfolgreichsten Exportnationen. Die aktuellen Herausforderungen sind also nicht neu. Es gibt aber deshalb nichts zu beschönigen, weil gerade überraschende und starke Kursverwerfungen die betroffenen Unternehmen und Branchen vor extrem schwierige Aufgaben stellen und dies alles nicht schmerzlos über die Bühne gehen wird.
In diesem Umfeld sind Lösungen gefordert. Die BDP ist gewillt, ihren konstruktiven Beitrag zu sinnvollen und spezifischen Lösungen zu leisten. Sie wird aber nicht Hand bieten, wenn es darum geht, die Frankenstärke missbräuchlich und opportunistisch für politische Zwecke zu nutzen. Es geht hier nicht um politische Ziele einzelner Parteien, sondern um die Frage, wie den betroffenen Unternehmen und Branchen gezielt geholfen werden kann. Unterstützende Massnahmen müssen deshalb rasch und spezifisch dort wirken, wo es sie braucht.
Die BDP sieht kurzfristig vor allem Potenzial in finanziellen und administrativen Erleichterungen, so zum Beispiel in der temporären Mehrwertsteuerbefreiung von Tourismus und Gastronomie sowie in mehr Mitteln für die neue Regionalpolitik und die KTI, damit unsere innovative Wirtschaft gestärkt und mit den notwendigen Mitteln ausgestattet wird. Die BDP schlägt zudem vor, dass für das Beschaffungswesen die Problematik der Wechselkurseffekte entschärft wird, indem für die Vergleichbarkeit der Angebote nicht die jeweiligen volatilen Wechselkurse zur Anwendung kommen, sondern die effektive Kaufkraftparität.
Wir stellen mit Sorge fest, dass das Stellenwachstum in der Verwaltung im Vergleich zur Wirtschaft überdurchschnittlich hoch ist. Ein effektives Stellenwachstum hat in der Schweiz in den letzten Jahren ausschliesslich im Gesundheitswesen und in der Verwaltung stattgefunden, in allen anderen Sektoren ist die Entwicklung rückläufig. Das bedeutet faktisch, dass die Schweiz in sich selber investiert. Die Schweiz muss aber, auch in der Verwaltung, kurze Wege und schlanke Prozesse zu ihren Stärken zählen können und den Unternehmen unbürokratische Rahmenbedingungen bieten. Aus dieser Perspektive gesehen, sind die Anreize zu Effektivitätssteigerungen in der Verwaltung zu klein.
Zu all diesen Punkten hat die BDP inzwischen konkrete Vorstösse eingereicht, denn nur mit dringlichen Interpellationen und mit der heutigen Debatte lösen wir keine Massnahmen aus und helfen keinem einzigen betroffenen Unternehmen. Und wer jetzt langfristig ausgerichtete und strategisch wichtige Projekte zu verhindern versucht, um angeblich kurzfristig die Frankenstärke zu bekämpfen, der hat sich nicht nur auf der Zeitachse verirrt, sondern versucht auch, opportunistisch ungeliebte politische Dossiers zu torpedieren. Die BDP will genau das Gegenteil tun: Sie will sich für strategisch wichtige Projekte einsetzen, denn sie sind nötiger denn je, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft zu stärken.
Amaudruz Céline · Mit-F · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
J'aborderai le thème du franc fort sous l'angle de Genève en tant que canton frontalier et ville internationale.
Si l'abandon du taux plancher met l'ensemble de l'économie suisse à rude épreuve, les effets de la mesure de la Banque nationale suisse sont exacerbés dans les cantons frontaliers. Les effets de la dépréciation de la devise européenne ne se font pas sentir uniquement sur l'industrie d'exportation, mais aussi sur les entreprises et les commerces à la clientèle essentiellement locale, qui peut facilement traverser la frontière pour acquérir les mêmes biens et services à des prix inférieurs. Alors que les commerçants genevois voient leur clientèle diminuer, les centres commerciaux situés en France voisine connaissent une des meilleures affluences jamais atteinte.
Un autre point d'inquiétude est le futur de la Genève internationale. En effet, les organisations internationales et les organisations non gouvernementales ont de plus en plus de difficultés à tenir leur budget, établi en devises étrangères, et à assumer les dépenses courantes, libellées en francs suisses. Le secteur public international, qui représente près d'un emploi sur dix recensés dans le canton, risque de procéder à des délocalisations. Il y a à peine dix jours, nous apprenions qu'une institution internationale du secteur public envisageait de faire des économies en transférant une partie des emplois de Genève à Copenhague. Pour Genève, cela serait évidemment une perte et un très mauvais signal. Mais pour Berne aussi! N'oublions pas que les employés de ce secteur consomment et donc paient la TVA. La perte touchera massivement le budget de la Confédération.
Avec 113 000 frontaliers travaillant à Genève, l'appréciation du franc suisse incitera toujours plus de citoyens de la zone euro à venir postuler pour des emplois à Genève, et ce au détriment de la population locale, qui risque de faire les frais de restructurations et de délocalisations.
Dans l'industrie de la production, une étude a relevé qu'un tiers des firmes envisageraient de réduire leurs effectifs.
Dans un tel contexte, il est urgent que le principe de la priorité nationale, de la priorité aux résidents, ne soit pas une simple théorie mais un réel principe, afin de mieux intégrer une main-d'oeuvre indigène victime collatérale de l'abandon du taux plancher.
Il faut également rappeler qu'à cause de la marge artificiellement créée par la Banque nationale suisse, qui certes a notamment permis aux entreprises suisses de prospérer, le Parlement a pris de très mauvaises habitudes: les Chambres fédérales ont sans cesse augmenté la réglementation, la bureaucratie et les frais des entreprises. Les coûts de la réglementation s'élèvent annuellement à 50 milliards de francs, soit 10 pour cent du produit intérieur brut. Tels sont les coûts qui sont exigés chaque année de nos entreprises et qui portent un énorme préjudice à notre économie et à notre société.
Le Parlement aurait dû et devrait s'abstenir d'imposer un fardeau financier supplémentaire aux citoyennes et aux citoyens, aux entreprises et à l'économie. Il devrait libérer les entreprises de ce poids et de la jungle des règlements, mais c'est précisément l'inverse qui a lieu. La fin du taux plancher doit marquer la fin de cette inflation législative, doit être un retour à un Etat plus libéral, sinon ce sera la mort des entreprises et leur délocalisation, que les adeptes de la surréglementation au Parlement auront rendues possibles.
Carobbio Guscetti Marina · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion
La decisione delle Banca nazionale permette a partiti del fronte di centro-destra come l'UDC e il Partito liberale-radicale - come abbiamo sentito adesso, per esempio, da ultimo, dalla collega Amaudruz - ma anche ad associazioni di categoria di riproporre una loro vecchia ricetta: deregolamentare e far pagare ai dipendenti le conseguenze della sopravvalutazione del franco. Diciamolo, è pericoloso e sbagliato far credere che si possano affrontare i problemi causati dal franco forte unicamente a livello di singole aziende, diminuendo il salario e peggiorando le condizioni di lavoro.
Purtroppo, il mio cantone detiene un primato del quale c'è poco da vantarsi, quello delle imprese che dopo la decisione della Banca nazionale hanno deciso unilateralmente, senza mostrare i bilanci, misure a scapito dei loro dipendenti. Sono oltre una dozzina in Ticino, le aziende, che dal 15 gennaio ad oggi hanno disposto di tagliare i salari e di versare i salari in euro; o hanno annunciato dei licenziamenti. Certo, l'industria d'esportazione e il turismo soffrono particolarmente. Ma non tutte le aziende hanno reali difficoltà. C'è chi cerca di sfruttare la situazione per giustificare decisioni già prese ben prima dell'abbandono della soglia minima franco-euro, senza nemmeno aspettare che il cambio si stabilizzi, scaricando così il rischio aziendale sui dipendenti.
Ci sono aziende, in Ticino come altrove, attive anche nel settore della meccanica di precisione, come ad esempio la Mes SA a Stabio, che hanno deciso l'abbassamento dei salari, addirittura del 17 per cento nel caso della Mes SA - un'azienda che guarda caso aveva disdetto il contratto collettivo e tolto la tredicesima poco più di un anno fa. O ci sono aziende, come la Exten a Mendrisio, la quale voleva addirittura imporre tagli salariali fino al 30 per cento, tagli che per fortuna, grazie alla tenacia dei lavoratori che sono scesi in sciopero, hanno potuto finora essere contrastati. Ci sono poi aziende che versano i salari in euro, diminuendo di fatto i salari reali di tutti i dipendenti.
Ribaltare il rischio aziendale - il rischio sul cambio è un tale rischio - sui lavoratori è vietato dal Codice delle obbligazioni. Sempre secondo il Codice delle obbligazioni, il salario deve essere pagato in moneta avente corso legale, quindi in franchi svizzeri, ma le parti possono derogarvi mediante accordo. Nelle regioni di frontiera il versamento di salari in euro accentua la pressione sui salari e il dumping salariale, oltre ad discriminare i lavoratori.
Ecco perché oggi ripropongo questo tema in questo dibattito e lo faccio anche con un intervento parlamentare. Ci sono fortunatamente anche aziende che rifiutano soluzioni affrettate e soprattutto non chiamano alla cassa i loro dipendenti. Salvaguardare le condizioni di lavoro e i salari va quindi a vantaggio dei lavoratori ma anche di quelle aziende virtuose che non speculano sulle spalle dei loro dipendenti. Alla situazione difficile per i lavoratori e le regioni più esposte non si può rispondere con più deregolamentazione. Piuttosto ci vuole un potenziamento delle misure di accompagnamento. Ma non solo! Oltre interventi monetari bisogna mantenere il potere d'acquisto, garantendo i salari e diminuendo i prezzi e non da ultimo i costi dell'alloggio e dei premi cassa malati. Ci vuole uno sforzo collettivo per la coesione sociale e regionale in questo Paese. Questo sforzo non è la deregolamentazione del lavoro o delle condizioni di lavoro!
de Buman Dominique · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion CVP-EVP
Par ses prises de position et dans ses votes, le groupe PDC/PEV s'est toujours montré favorable au tourisme, conscient qu'il est de soutenir une branche économique possédant de forts atouts et ne pouvant être délocalisée. Certes présent sur l'ensemble du territoire, le tourisme est en outre un secteur économique particulièrement judicieux pour les zones de montagne qui tiennent à coeur à notre formation fermement fédéraliste.
On ne peut avoir la même certitude quant à la détermination du Conseil fédéral si l'on se réfère à ses réponses aux questions que nous avons posées dans notre interpellation urgente. Le gouvernement ne répond pas à la question de savoir s'il est prêt à aller au-delà des montants arrêtés le 18 février dernier en faveur de Suisse Tourisme notamment, montants dont l'importance ne tient pas compte de la suppression du cours plancher du franc suisse. Certes, vous me direz que les débats parlementaires n'ont pas encore commencé, mais nous constatons avec une certaine inquiétude qu'aucun signal n'est donné à cet égard par notre exécutif fédéral.
La même crainte d'un manque réel de soutien au tourisme se justifie à la lecture de la position du Conseil fédéral face à la demande de consolidation durable du taux spécial de TVA pour le secteur de l'hébergement. D'une attitude que je qualifierai de ni chaude ni froide dans sa réponse à l'interpellation Hess Hans 14.4050, le gouvernement passe carrément à une position hostile, invoquant curieusement une potentielle amélioration de la situation, alors que cela fait bientôt vingt ans que la Confédération admet le statut délicat de l'hôtellerie lié à son caractère d'exportation et que le taux spécial de TVA pour le secteur de l'hébergement est en vigueur. Vous m'excuserez de vous le dire, mais c'est véritablement se moquer des hôteliers que d'invoquer dans ce domaine la simplification administrative pour justifier la suppression du taux spécial!
On peut cultiver la marotte du taux unique; on peut cultiver, dans les offices fédéraux, l'idée selon laquelle ce taux pourrait être un jour introduit alors qu'on sait qu'il susciterait l'opposition des cantons, des milieux économiques et des milieux se souciant des questions sociales. On nous mentionne toujours ce taux spécial pour ne rien faire. Peut-être me direz-vous que le Parlement a, lui-même, refusé la TVA à deux taux lors d'un célèbre vote il y a de cela quelques mois seulement. Néanmoins, il existe des situations économiques réelles dont il faut tenir compte et, dans le cas de l'hébergement, dont je m'occupe en tant que président de la Fédération suisse du tourisme, il faut voir que ce dernier, dans 24 des 28 pays de l'Union européenne, bénéficie d'un taux spécial parce qu'il est partout considéré comme un produit d'exportation.
Voilà le cadre que je souhaitais donner à ce débat sur le franc fort, parce que le tourisme est la branche la plus touchée, ne pouvant pas compenser la cherté d'un prix par la réduction du coût d'une matière première importée.
En résumé, le groupe PDC/PEV, qui s'occupe de l'ensemble de la situation économique, déplore le constat selon lequel plus la situation économique devient délicate - c'est le cas du tourisme et de l'hébergement en particulier -, plus le Conseil fédéral péjore les conditions-cadres.
Je tiens à vous le dire: notre groupe combattra cette politique tout à fait aberrante.
Matter Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Am 6. September 2011 hat die Schweizerische Nationalbank den Franken mit einem Mindestkurs von Fr. 1.20 an den Euro angebunden. Dies bedeutete eine einmalige, vorübergehende Massnahme in einer grossen Krisensituation. Der Dollar wie auch der Euro waren damals so schwach, dass dem Franken ein unkontrollierbarer Aufwärtsdruck drohte. Niemals wurde aber 2011 oder später gesagt oder auch nur angedeutet, die Schweiz habe ihre eigenständige Währungspolitik preisgegeben und es handle sich um eine dauerhafte Regelung. Dass nun unsere Nationalbank am 15. Januar dieses Jahres von der Euro-Anbindung zur währungspolitischen Eigenständigkeit zurückgekehrt ist, war mutig, richtig und notwendig. Eine starke Währung ist langfristig immer ein Zeichen einer starken Volkswirtschaft.
Seit über hundert Jahren ist der Franken per saldo die stärkste Währung der Welt. Dies ist Ausdruck eines weltweit einzigartigen Vertrauens, des Vertrauens in unsere Volkswirtschaft, unseren Werkplatz, unsere politische Stabilität, unsere Rechtssicherheit und unseren momentan noch effizienten Staat mit einer relativ tiefen Staatsverschuldung. Dies ist aber auch Ausdruck der internationalen Anerkennung unserer verlässlichen und unabhängigen Schweizerischen Nationalbank, die eine grundsolide Währungs- und Geldpolitik betreibt. Der Entscheid, aus der Euro-Anbindung auszusteigen, war ein weiterer Beweis ihrer Unabhängigkeit. Mit einer schwachen Währung ist eine erfolgreiche und innovationskräftige Wirtschaft auf die Dauer nicht möglich. Ich kenne kein Land mit hohem Wohlstand und langfristig schwacher Währung.
Ich muss schon sagen: Es ist erstaunlich - dieselben Kreise, die uns in der sogenannten Affäre Hildebrand unerlaubte Einmischung in die Unabhängigkeit der Nationalbank vorgeworfen haben, wollen jetzt die Nationalbank an die politische Kandare nehmen, fordern Rücktritte oder die Wiedereinführung eines Mindestkurses.
Meine Damen und Herren Politiker - auch Sie, Herr Pardini -, Hände weg von den Entscheiden unserer Nationalbank! Die Schweizerische Nationalbank hat bis heute ihre Aufgabe gut gemacht. Lassen wir die Nationalbank ihre Pflicht ohne das Geschrei der Tagespolitik erfüllen. Die Organe der Schweizerischen Nationalbank verdienen und haben unser volles Vertrauen.
Badran Jacqueline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Kollege und Bankier Matter, Sie haben gesagt, dass eine starke Währung die Folge einer starken Volkswirtschaft sei. Jetzt hat die Credit Suisse gerade eine Studie herausgegeben, die zeigt, dass je nach Branche der Franken stark bis sehr stark überbewertet sei. Glauben Sie nicht auch, dass es eher zutrifft, dass ein starker Franken in dem Zusammenhang ein Zeichen dafür ist, dass er als Fluchtwährung und als sicherer Hafen genutzt wird?
Matter Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ja, das sind die bekannten Sprüche der linken Ratshälfte. Ich frage Sie zurück: Wollen Sie lieber eine somalische Währung? Glauben Sie, Somalia mit seiner schwachen Währung sei ein interessantes Land für die Wirtschaft? Ich glaube, wir haben einen starken Franken, weil wir eine hohe Produktivität haben. Wie ich ausgeführt habe, geniessen wir auch ein sehr hohes Vertrauen im internationalen Bereich. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
Freysinger Oskar · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich bin kein Finanzspezialist und möchte nur fragen: Hat es das schon einmal gegeben, dass ein Land mit einer starken Währung in Konkurs gegangen ist?
Matter Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Nein, das hat es sicher noch nie gegeben.
Germanier Jean-René · Mit-M · Nationalrat · Wallis · FDP-Liberale Fraktion
Oui, l'abolition du taux plancher du franc par rapport à l'euro a été un choc brutal pour notre pays. Pour le groupe libéral-radical, la solution à cette situation difficile passe par le maintien de notre compétitivité et donc par des conditions-cadres adéquates.
Le groupe libéral-radical soutient nos institutions, soutient le principe d'une Banque nationale indépendante qui prend ses décisions de manière autonome pour remplir son mandat constitutionnel, pour jouer son rôle de régulateur sur le marché et pour mener une politique monétaire dans l'intérêt de tous. Elle l'a bien fait et, aujourd'hui, elle a certainement aussi gardé sa marge de manoeuvre pour le futur. La solution ne passe pas par l'Etat mais bien par la performance des services et la qualité des produits. Nous devons viser des marchés qui ne sont pas uniquement liés aux prix. L'économie suisse est beaucoup plus diversifiée qu'il y a quatre ans et c'est une force non négligeable pour affronter cette situation liée au franc fort.
Le groupe libéral-radical a établi un programme en 18 points pour faire face au franc fort. Il ne s'agit pas d'accorder des subventions ou d'attribuer plus de pouvoir à l'Etat. Non, nous sommes convaincus qu'un engagement de l'Etat ne pourrait pas cibler les entreprises d'exportation. Nous sommes tous des acteurs de l'économie. Pour soutenir notre économie, pour qu'elle soit compétitive et pour que la Suisse reste attractive, il est primordial d'adapter nos conditions-cadres pour qu'elles soient véritablement favorables aux entreprises, à leur implantation et à leur développement. Cela passe non seulement par la fiscalité, mais aussi par l'offre d'infrastructures qui permettent de servir nos industries, par une promotion renforcée, par exemple pour le tourisme qui est particulièrement touché puisque c'est une industrie d'exportation.
Le groupe libéral-radical demande au Conseil fédéral de revoir les objectifs de certains projets législatifs pour que la compétitivité de nos entreprises ne soit pas davantage mise à mal. Il ne faut pas de nouvelles charges ni de nouveaux impôts. Il appartient au politique de fournir le cadre d'action des entreprises. Nous sommes certains que c'est aux entreprises de prendre des mesures pour contrer le franc fort, mais que c'est à nous, politiques, de faciliter les choses en offrant ce cadre d'action pour améliorer les performances et pour faire face à la situation nouvelle.
Nous avons plusieurs objets en cours de traitement, qui représentent désormais un danger pour notre économie, puisqu'ils ne feraient qu'affaiblir un peu plus notre compétitivité, affaiblir la prospérité de notre économie, affaiblir l'emploi. Le groupe libéral-radical souhaite donc une adaptation en conséquence. Il encourage, par exemple, à renoncer à l'ancien contre-projet à l'initiative populaire Economie verte. La réforme de la prévoyance vieillesse 2020 doit être redimensionnée. Le groupe libéral-radical soutient une application rapide des mesures les plus urgentes, telles que les mécanismes d'intervention ou l'harmonisation de l'âge de la retraite.
La révision du droit des sociétés anonymes va bien au-delà de l'ordonnance sur les salaires abusifs. Il semble désormais utile de revoir cet enthousiasme. Les entreprises doivent disposer d'un cadre leur permettant d'être compétitives, un cadre svelte pour que la place économique suisse soit attractive. Limitons les règles et les charges au maximum pour garder nos entreprises et garantir nos emplois. En plus de garder nos entreprises, il faut également penser à l'avenir et donc encourager sans retenue la recherche et l'innovation.
Par son interpellation, le groupe libéral-radical demande au Conseil fédéral s'il est prêt à encourager la recherche et l'innovation en général et plus particulièrement dans les start-up, en facilitant les investissements dans ces entreprises. Il est encore plus important de soutenir les projets novateurs en cette période. Notre principale matière première, c'est la recherche et l'innovation. Nous devons offrir les conditions les plus favorables pour les entrepreneurs et les chercheurs.
Nous avons des atouts pour faire face au franc fort. L'abandon du taux plancher a mis en évidence la réforme de l'imposition des entreprises III, qui est maintenant sur le devant de la scène. Il est important de créer une sécurité juridique pour les entreprises. Cette réforme est donc une priorité.
Le groupe libéral-radical demande au Conseil fédéral s'il est véritablement disposé à traiter en priorité ce dossier de la réforme de l'imposition des entreprises III.
Tant la sphère politique que la sphère économique doivent se concentrer sur les mesures clés de la réforme pour qu'elle puisse être mise en oeuvre rapidement. Il faut que les impôts des entreprises baissent et qu'ils soient attractifs. Moins d'impôts, c'est plus de moyens pour les investissements des entreprises et pour leur développement.
De plus, notre groupe s'oppose à un impôt sur les gains en capital, un impôt qui n'a plus lieu d'être et qui plombe les politiques de développement des entreprises. Des mesures centrales doivent être mises en oeuvre rapidement pour maintenir notre compétitivité. Au-delà du prix, la compétitivité de la Suisse, c'est d'abord la performance de ses services et la qualité de ses produits.
Notre action politique doit offrir à nos entreprises des conditions pour un développement à long terme qui leur apporte ces perspectives. Des perspectives pour les entreprises, c'est bien sûr des perspectives pour l'emploi, un emploi qui, jusqu'à aujourd'hui, a pu être maintenu à un haut niveau grâce à une législation sur le travail qui encourage l'embauche, la flexibilité et la performance.
Maintenons ces conditions favorables pour notre développement!
Thorens Goumaz Adèle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
La force du franc est un défi pour notre économie, en particulier pour certains secteurs de notre économie touristique et d'exportation. Aux yeux du groupe des Verts, la réponse à ce défi tient en une phrase: nous avons besoin de plus d'innovation, plutôt que de dérégulation.
Il est absurde de remettre en cause le tournant énergétique et la promotion d'une économie verte en prétextant la force du franc. Tous deux rendent notre économie plus efficiente. Ils renforcent notre autonomie face à l'étranger et notre marché intérieur, en créant de la plus-value et des emplois locaux. La stratégie énergétique et l'économie verte soutiennent en outre l'innovation, qui constitue la seule réponse crédible de notre économie d'exportation face à la force du franc.
Le groupe des Verts est dès lors satisfait que le Conseil fédéral affirme, dans sa réponse à son interpellation urgente, qu'il entend poursuivre sa politique actuelle en faveur d'une économie préservant les ressources. Les associations de consommateurs et les secteurs économiques concernés n'ont pas non plus fait volte-face depuis le 15 janvier dernier: ils continuent à soutenir l'économie verte. Les décisions positives prises au Conseil national en faveur du tournant énergétique doivent en outre être confirmées et même renforcées par le Conseil des Etats.
Le groupe des Verts demande de surcroît au Conseil fédéral d'augmenter de manière conséquente les crédits de la Commission pour la technologie et l'innovation et de débloquer ces moyens cette année déjà. Une motion a été déposée à cet effet. Dans sa réponse à notre interpellation, le Conseil fédéral se montre ouvert à cette proposition. Les Verts sont enfin prêts à débattre de mesures de soutien à court terme pour le secteur touristique, pour autant qu'elles favorisent un tourisme durable.
Ces soutiens ciblés à l'innovation et à la création de plus-value et d'emplois durables sur notre territoire sont autrement efficaces que des mesures de dérégulation ou visant les salaires, dont le principal effet serait d'affaiblir le pouvoir d'achat des ménages. Le Conseil fédéral le reconnaît en partie dans sa réponse à notre interpellation, en condamnant une diminution généralisée des salaires. Il reconnaît également l'importance accrue, du fait du franc fort, du maintien des bilatérales, pour lesquelles les Verts continueront à s'engager avec détermination.
Par contre, le Conseil fédéral se montre beaucoup trop timoré sur les propositions du groupe des Verts en faveur d'une meilleure régulation des mouvements de capitaux. Il faudra pourtant bien s'engager un jour dans cette direction, en coordination avec nos voisins européens. Depuis la dernière crise financière, nous savons que les flux financiers incontrôlés peuvent avoir des conséquences fatales pour l'économie réelle. Je pose donc la question au Conseil fédéral: combien de crises faudra-t-il encore pour que nous prenions enfin des mesures préventives?
Rusconi Pierre · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Nei cantoni di frontiera, come in Ticino, le conseguenze della decisione della Banca nazionale di mettere fine al tasso di cambio minimo di fr. 1.20 per euro non si sono fatte attendere. Nel nostro cantone le ripercussioni sono percettibili anche nella vita quotidiana. Il fenomeno già preoccupante degli acquisti oltre frontiera è aumentato. Purtroppo questo fenomeno non riguarda solo i beni primari, ma in ogni ambito vengono effettuati acquisti all'estero. La scarsa competitività delle piccole e medie imprese, causata dall'impennata del franco svizzero, e la non presa di coscienza da parte dei cittadini aumenta anche l'impiego di mano d'opera estera, sia per i cosiddetti padroncini, più presenti che mai, sia per quanto riguarda i frontalieri, che oltre ad aver ricevuto un notevole aumento di salario, quasi il 20 per cento in più, dopo questa decisione non cesseranno sicuramente di aumentare. Tutto ciò va oltretutto ad influire ulteriormente in modo negativo sulla situazione viaria ticinese. Prediligere la manodopera locale in un momento come questo, è un dovere verso la società. Lo Stato deve intervenire in questo senso. Sono inoltre auspicabili le proposte di marchi che certifichino la produzione e l'occupazione indigena. In Ticino non sono ancora purtroppo presenti sufficienti aziende a valore aggiunto. Pertanto dal 15 gennaio sono molte le imprese che hanno risentito in modo negativo del rafforzamento della divisa svizzera.
Altro settore particolarmente colpito dalla decisione della Banca nazionale è il turismo, che deve ora puntare soprattutto sulla clientela svizzera - un adattamento dell'IVA in questo campo non guasterebbe di certo. Stesse difficoltà sono rilevabili nei centri commerciali turistici e nei casinò ticinesi, sfavoriti rispetto a Campione d'Italia. Mi auguro comunque che lo Stato non abdichi al suo ruolo e intervenga con misure, anche temporanee, che possano attenuare l'impatto di un franco forte. È indispensabile secondo noi la messa in atto dell'iniziativa "contro l'immigrazione di massa" e la messa in atto, nel mondo del lavoro, della preferenza indigena e di contingenti.
Ultimo appunto: mi auguro inoltre che anche il tasso negativo applicato per i depositi presso la Banca nazionale svizzera venga rivisto a breve, dato che sta cominciando a creare seri problemi a vari attori finanziari, comprese le casse pensioni, che detengono importanti liquidità - liquidità che, ricordo, sono i risparmi di tutti gli svizzeri.
Marra Ada · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Le débat d'aujourd'hui doit servir à savoir quelles mesures sont utiles pour contrer les effets du franc fort qui menacent plusieurs secteurs de l'économie, comme l'industrie d'exportation, tourisme compris. Il faut donc qu'il ressorte de ce débat l'élaboration d'outils et la prise de mesures qui, d'une part, débouchent sur la dévaluation du franc et, d'autre part, empêchent les PME et les employés de subir les conséquences de la décision funeste du 15 janvier dernier.
Mes collègues l'ont dit, il faut un rétablissement du taux plancher. C'est une mesure qui, à l'heure actuelle, peut être prise uniquement par la Banque nationale suisse, mais nous voulons croire que le souhait du Conseil fédéral peut être pris en considération, comme cela avait été le cas en 2011.
Il est une autre mesure monétaire qui dépend directement du Parlement et du Conseil fédéral, c'est celle qui parie sur le moyen et le long terme afin de rendre le franc suisse moins attractif. Il faut introduire une taxe sur les achats spéculatifs de francs suisses. L'objectif d'une taxe de ce type n'est pas idéologique, c'est une vraie mesure qui permet de dévaluer le franc en freinant la spéculation et qui ne pénalise pas l'économie réelle. Le barème d'une telle taxe serait inversement proportionnel à la période de détention des avoirs en francs suisses afin de pénaliser plus fortement les transactions à haute fréquence, système à la source majeure de la spéculation. Surtout, cette taxe frapperait uniquement les activités spéculatives concernant le franc suisse et ne serait pas prélevée pour le paiement des exportations suisses. Le combat qui se livre entre les tenants d'une taxe de ce type et ses opposants est celui de l'économie contre les spéculateurs.
La Banque des règlements internationaux montre qu'en moyenne, pour chaque jour ouvrable d'avril 2013, les transactions portant sur le franc suisse équivalaient à 275 milliards de dollars. Or seulement 0,24 pour cent du montant total des francs suisses échangés sur le marché des devises concernait les exportations de produits suisses, le reste était tributaire des activités purement financières. Si cette taxe avait été prélevée en 2013, avec un taux d'imposition de seulement 0,01 pour cent, elle aurait rapporté près de 2,3 milliards de francs. Avec un taux d'imposition de 0,05 pour cent, elle aurait généré des recettes fiscales de 10,8 milliards de francs. Cela permettrait largement de constituer un fonds de soutien aux branches économiques en souffrance, notamment dans les régions frontalières.
C'est parce que le groupe socialiste pense qu'il faut travailler sérieusement, sans idéologie face aux menaces concrètes, afin de contrer les effets du franc fort et de prendre de vraies mesures réalisables tout de suite, qu'il dépose aujourd'hui même une motion qui charge le Conseil fédéral de mettre en place une taxe sur les achats spéculatifs du franc suisse. Le groupe socialiste espère que le Conseil fédéral étudiera sérieusement cette mesure, qui est nécessaire vu la situation qui règne.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Vous dites, Madame Marra, qu'il faudrait rétablir le taux plancher. Pensez-vous que cela soit tenable pour la Banque nationale suisse, alors que la Banque centrale européenne prévoit d'injecter chaque mois 60 milliards d'euros pour des rachats?
Marra Ada · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Cela peut tout à fait constituer un trésor de guerre. On peut discuter longtemps sur le bilan de la banque, s'il doit être en euros, à un cours supportable ou pas. De plus, nous proposons une nouvelle mesure qui, si elle avait été combinée avec le taux plancher, aurait eu pour effet que la Banque nationale aurait acheté beaucoup moins d'euros. C'est l'histoire qui le dit, le taux plancher, qu'il soit décidé artificiellement ou de fait - parce que finalement, historiquement, le taux plancher existe en Suisse depuis de longues années et a fait ses preuves -, est une mesure qui a évité la crise.
Lustenberger Ruedi · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP
Der Entscheid der Nationalbank war unumgänglich, und er ist letztlich auch ein Zeichen für den guten Zustand der schweizerischen Volkswirtschaft sowie die stabile Fiskalpolitik der Eidgenossenschaft - das auf allen drei staatlichen Ebenen. Wenn man einen Blick über unsere Landesgrenzen in die EU wirft, muss man feststellen, dass es dort Volkswirtschaften gibt, die sich in der Vergangenheit bei Weitem nicht so wie die unsrige verhalten haben. Dort wird das getan, was unsere Eltern uns bereits im Primarschulalter verboten haben, nämlich Geld auszugeben, das man gar nicht hat. Die Folgen des Entscheids der Nationalbank sind für die einzelnen Sektoren der Volkswirtschaft unterschiedlich, zum Teil auch einschneidend.
Als Präsident des Verbandes schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten - damit habe ich meine Interessenbindung aufgedeckt - nehme ich gerne zu verschiedenen Punkten Stellung, die in dieser Diskussion aufgeworfen worden sind.
Wenn heute das Hohelied auf Schweizer Produkte angestimmt wird, ist das durchaus richtig. Nur erinnere ich z. B. an das Ärgernis, welches uns das Bundesamt für Bauten und Logistik beim Umbau des Bundeshauses Ost beschert hat. Vor einem Jahr hat man dort Fenster für mehr als zwei Millionen Franken eingebaut, die in Tschechien hergestellt worden sind. So weit kommt es, wenn Formaljuristen öffentliche Aufträge vergeben, in deren Amtsstuben das volkswirtschaftliche Denken und Handeln einer technokratischen Globalisierungsideologie gewichen ist, dies unbesehen der Verluste von Arbeitsplätzen in der Schweiz.
Die beste Hilfe war und ist in jedem Fall die Selbsthilfe. Wir sind gut beraten, uns auf unsere Stärken zu besinnen: auf gute Schweizer Qualität, auf Zuverlässigkeit, auf Pünktlichkeit, auf Freundlichkeit - und auf das Senken der administrativen Belastung. Senken wir diese für die KMU; damit einhergehend darf dann auch ein bisschen beim Staatsapparat abgebaut werden.
Dafür ist es gerade jetzt angezeigt, noch vermehrt in die Aus- und vor allem in die Weiterbildung unserer Fachleute zu investieren. Der Steuerfranken ist gut angelegt, wenn wir darum besorgt sind, dass es auch in Zukunft genügend viele gute Ingenieure, gute Tourismusfachleute und auch gute Schreinermeister gibt. Das ist eine viel bessere Anlage, als in der Schweiz für ewige Studenten aus aller Herren Länder einen Lehrstuhl für abessinische Archäologie zu finanzieren.
In der Fragestunde vom vergangenen Montag, Frau Bundesrätin, haben wir vernommen, dass die Publica, die Pensionskasse des Bundes, bezüglich der Handhabung der Negativzinsen von der Nationalbank eine privilegierte Stellung bekommen hat. Wie soll ich als Mitglied der Versicherungskommission der Pensionskasse Schreinergewerbe den Versicherten, also unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Schreinereien, erklären, dass ihre Pensionskasse durch die Nationalbank eine Ungleichbehandlung erfährt, und zwar im Vergleich zu den Angestellten des Bundes, die bei der Publica versichert sind? Es wäre jetzt noch interessant zu erfahren oder zu erforschen, ob diese Praxis vor Artikel 99 Absatz 2 der Bundesverfassung tatsächlich standhält. Dort ist das Gesamtinteresse des Landes erwähnt, welches die Nationalbank zu beachten hat. Es steht dort nichts davon, dass die Nationalbank ausserstaatliche Institutionen gegenüber staatlichen benachteiligen dürfe.
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich schicke voraus, dass ich den Nationalbankentscheid vom 15. Januar 2015 nicht kritisiere; ich fühle mich dazu nicht kompetent. Was ich aber in unserem Unternehmen in den letzten zwei Monaten erlebt habe, das habe ich bei uns während 41 Jahren als Verwaltungsratspräsident der Gruppe nie erlebt! Das international tätige Schweizer Transportgewerbe steht kurz vor dem Aus - ich spreche so deutlich.
Es gibt ein paar Schweizer Transportunternehmer, die eine eigene Niederlassung im Ausland haben. Die werden sicher dank dem Ausland überleben. Wir gehören glücklicherweise dazu: Wir sind in Deutschland, Italien und Belgien präsent, und ich bin froh darüber. Wir haben schon vor 21 Jahren ausgeflaggt. Rechnen Sie bitte selbst, was es bedeutet, wenn man bis zum 14. Januar für einen Transport von Triest nach Aarau 1900 Euro bekommen hat, das waren 2300 Franken. Am 15. Januar waren es dann noch 1900 Franken, also 400 Franken weniger.
Wollen wir als Schweizer Politiker wirklich, dass alle Import- und Exportgüter mit ausländischen Camions aus der Schweiz und in die Schweiz gefahren werden? Wollen wir wirklich, dass nur noch mit ausländischen Billigcamions mit Fahrerlöhnen - und jetzt hören Sie bitte genau zu! - von 900 Euro, es sind slowakische und polnische Fahrzeuge, gefahren wird? Wollen wir, dass der mühsam aufgebaute kombinierte Verkehr Strasse-Schiene aus den europäischen Staaten und in die europäischen Staaten zu Grabe getragen wird? Wollen Sie das?
Nicht nur der Strassentransport leidet, nicht nur die Camions und die Fahrer leiden. Nein, es ist auch SBB Cargo, die mitleidet, die im gleichen Boot sitzt, vielleicht aber noch etwas mehr Wasser im Boot hat als die Strassentransporteure - und dann ist das Boot schwer zu lenken.
Wir sprechen seit zwei Monaten von besseren Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Geschehen ist aber gar nichts - gar nichts ist geschehen; da stimme ich mit Herrn Pardini überein. Reglementierungen müssen wir aufheben, ja, aber das bringt kurzfristig gar nichts - ich muss es Ihnen so deutlich sagen. Im Moment spüren wir weder von Kurzarbeit, Herr Bundesrat Schneider-Ammann, noch von anderen Erleichterungen etwas: Nein, wir sind dem harten Markt ausgesetzt, vor allem unsere Mitarbeiter sind es.
Wir müssen handeln, heute. Weder wurde der LSVA-Rabatt auf den sauberen Euro-6-Lastwagen für mindestens drei Jahre verlängert, noch wurden Zollschikanen abgebaut. Schweizer werden immer noch gebüsst, wenn sie 400 Liter Diesel im Tank haben, die Ausländer nicht. Das Entsendegesetz, eine bürokratische Schikane, wurde nicht geändert. Im Gemischten Ausschuss in Brüssel sagt die Schweiz noch: "Wir könnten ja die Euro-4- und Euro-3-Lastwagen noch abklassieren." Ohne Not macht man solchen Unsinn.
Erstaunlich ist auch, dass die Gewerkschaften, Herr Kollege Pardini, sogar noch zusätzliche Bussen für das Transportgewerbe wollen. Das sind Behinderungen der Wirtschaft.
Zum Schluss: Die Zusammenarbeit zwischen SBB Cargo und den Mitgliedern des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands (Astag) funktioniert nach vielen Jahren heute bestens. Denken Sie aber daran, dass der Eisenbahnverkehr ohne Strassentransport nicht auskommt. Er stirbt mit uns. Wir brauchen Planungssicherheit, keine Kürzung von Rabatten bei der LSVA, keine Abklassierung, keine Energiewende, keine CO2-Steuer, keine LSVA-Erhöhung. Das ist ein Hohn für jeden Arbeitslosen!
Hadorn Philipp · Mit-M · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion
Ich stimme mit Kollege Giezendanner überein: Wir wollen keine Dumpinglöhne in unserem Land. Bei den weiteren Punkten seiner Ausführungen haben wir vielleicht vereinzelte Differenzen.
Der Nationalbank ist Mitte Januar dieses Jahres mit ihrem Entscheid zur Aufhebung des Mindestkurses des Frankens zum Euro ein wahrer Coup gelungen - ein Coup, welcher bei Gewerkschaften, Unternehmen und der Exportindustrie, aber auch beim Tourismus Irritation, Angst und auch Schrecken auslöste. Noch sind die Folgen schwer abzusehen. Auch in der Finanzkommission haben wir umgehend den SNB-Präsidenten, die Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartementes und den Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung eingeladen; aber auch Vertreter der Dachorganisationen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sollten ihre Einschätzung der Situation und ihre Anliegen vortragen.
Während die Gewerkschaften einerseits auf eine jahrzehntelange Tradition erfolgreicher SNB-Interventionen zur Sicherung einer Kursuntergrenze hinwiesen, verlangten sie andererseits ein konkretes Massnahmenpaket: die rasche Wiedereinführung eines Mindestkurses oder deklarierten Kursziels, allenfalls ergänzt mit Negativzinsen und notfalls mit einer Einschränkung des Frankenhandels; einen gesetzlichen Lohnschutz; die Sicherung der Kaufkraft durch die Verhinderung jeglicher Lohnsenkungen sowie die Pflicht zur Versicherung von Wechselkursrisiken.
Die Arbeitgeber priesen den flexiblen Arbeitsmarkt, forderten administrative Entlastungen und unbürokratische Arbeitsbewilligungen für Drittstaatenangehörige, und sie machten geltend, dass auf staatliche Subventionen zu verzichten sei. Ein wenig grotesk mutete der Katalog von Unterstützungsmassnahmen an, der anschliessend gefordert wurde.
Seien wir doch ehrlich! Jetzt gilt es, mit allen Mitteln, weitab vom Schielen auf die Propaganda eines Wahljahres, Lösungen für in Not Geratene zu suchen. Jetzt braucht es Sicherheiten für Beschäftigte, damit Arbeitsstellen nicht verlorengehen, Löhne nicht gesenkt und Renten nicht gekürzt werden. Menschen müssen Gewähr haben, dass ihre verfügbaren Einkommen nicht abnehmen werden, damit der Inlandkonsum stabil bleibt. Werden Kauflust und Investitionsfreude gesenkt, droht erst recht eine Rezession.
Im Moment ist Verzicht angesagt, Verzicht auf jegliches Ansinnen von Sparpaketen. Je nach Verlauf der Konjunktur gilt es, Investitionspakete auszulösen für die Sicherung der Nachfrage. Den Spielraum der Schuldenbremse für Krisensituationen gilt es zu nutzen, allenfalls zu erweitern. Offensichtlich hatte die Nationalbank den Anliegen der Wasserträger eines neoliberalen und regulierungsfeindlichen Gedankengutes Rechnung getragen, und wir alle bezahlen nun einen Preis. Jetzt braucht es Massnahmen, damit das Vertrauen in die Stabilität unseres Landes wiedergewonnen werden kann, in die Stabilität des Frankens, der Wirtschaft, des Arbeitsplatzes, des Einkommens aus Arbeit oder Rente. Verändern von Spielregeln - so heisst Regulierung. Haben wir den Mut, jetzt gute Regulierungen aufzugleisen, welche die gewünschte Stabilität wieder ermöglichen, welche bei den Krisengewinnlern etwas abschöpfen und sicherstellen, dass auch die Nationalbank wieder ihrer Aufgabe gerecht wird.
Müller Leo · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP
Die Schweiz und die schweizerische Wirtschaft wurden am 15. Januar dieses Jahres vor neue, grosse Herausforderungen gestellt. Trotz dieses Entscheides, der die Schweiz und die Schweizer Wirtschaft massiv trifft, ist für die CVP/EVP-Fraktion wichtig, dass die Schweizerische Nationalbank unabhängig bleibt und ihre Geld- und Währungspolitik ohne Dreinreden der Politik betreiben kann; dies ist meine erste wichtige Feststellung.
In vier Stichworten will ich aufzeigen, was jetzt wichtig ist:
1. Eigenverantwortung: Die Diskussionen in der Zeit von Mitte Januar bis heute haben gezeigt, dass die Wirtschaftsakteure in diesem Land, und dazu zähle ich Arbeitgeber und Arbeitnehmende, ihre Eigenverantwortung wahrnehmen wollen. Das rechne ich ihnen hoch an, es ist nämlich anstrengend. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass die öffentliche Hand diese Akteure tatsächlich handeln lässt. Für dieses eigene Handeln braucht es nämlich den entsprechenden Handlungsspielraum, und diesbezüglich müssen wir uns tatsächlich fragen, ob der Regelungsmechanismus so weitergeführt werden kann wie bis anhin. Oder, anders gesagt: Jetzt besteht die Chance, intensiv über Notwendiges und Überflüssiges nachzudenken, das Regelungswerk zu durchforsten und es auch auszudünnen.
2. Rechtssicherheit: Unsere Wirtschaft soll sich auf zuverlässige Regeln verlassen können. Insbesondere in dieser herausfordernden Zeit sind auch zeitgerechte Entscheide wichtig. Da macht der Wirtschaft oftmals die "Langsamkeit der Gerichte" - so nenne ich das - zu schaffen. Ich meine damit, dass unsere Rechtsverfahren zu lange dauern und dass man zu lange auf Entscheide warten muss. Daran müssen wir noch weiterarbeiten.
3. Innovation: Um die Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft zu verbessern, muss der Wissenstransfer von der Wissenschaft zur Wirtschaft noch besser erfolgen. Bildlich gesprochen erfolgt heute dieser Transfer über einen schmalen Pfad. Das war auch ein Thema in unserer Finanzkommission. Dieser schmale Pfad ist zu verbreitern bzw. zu einer breiten Brücke - bildlich gesagt - auszubauen. Das viele Wissen in der Schweiz muss besser genutzt werden.
4. Bundesfinanzen: Der Bund darf jetzt nicht dazu verführt werden, mit Konjunkturprogrammen und dem Einsatz von finanziellen Mitteln seinen eigenen Haushalt in Gefahr zu bringen. Der Bundeshaushalt wird in den nächsten Jahren weniger alimentiert werden. Der grösste Fehler wäre es jetzt, die Schuldenbremse und die Ausgabenpolitik zu lockern. Das wäre definitiv falsch.
Zusammenfassend halte ich fest, dass kein Grund besteht, die Nerven zu verlieren. Wir müssen vielmehr an die Arbeit gehen und diese auch erledigen.
Amstutz Adrian · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die Antworten des Bundesrates auf unsere dringliche Interpellation sind enttäuschend, um nicht zu sagen verwaltungsgesteuerte Wolkenschieberei und Verteidigung des eingeschlagenen Irrweges der Überregulierung, der Kontrollexzesse, der Statistikinflation, des Aufblähens der Bundeszentralverwaltung, der Verteuerung der für die Wirtschaft matchentscheidenden Energie- und Treibstoffpreise und der Verweigerung des Volksauftrages, die Masseneinwanderungs-Initiative umzusetzen.
Der Bundesrat antwortet auf unsere Interpellation unter anderem, es gebe kaum rasche und zielführende Massnahmen. Die gibt es zuhauf. Die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative, heisst es, erfordere einen erheblichen Ausbau der Bürokratie. Ja, wo sind denn all die Heerscharen von Bürokraten für die Abschaffung des Kontingentsystems in den Jahren 2002 und 2007 geblieben? Haben Sie in diesem Zusammenhang von Massenentlassungen gelesen? Diese Heerscharen sind alle noch da, jeder Einzelne. Also, malen Sie nicht den Teufel an die Wand.
Der Bundesrat will Planungssicherheit für Unternehmungen und kündigt Lohnpolizei und Frauenquoten an. Der Bundesrat will mit der Energiewende höhere Preise für Benzin und Diesel von 26 Rappen pro Liter und happige Mehrkosten für Strom und Heizöl. Der Bundesrat will, jährlich wiederkehrend, Abermillionen Franken in die überflüssigste aller überflüssigen Bürokratiestellen, nämlich Präsenz Schweiz, stecken und diese verteidigen, statt die Tourismusbranche über die Mehrwertsteuer zu entlasten.
Der Bundesrat, so hiess es, prüfe regelmässig - meines Erachtens regelmässig ohne Erfolg - die Vereinfachung von Statistiken. Ja, überflüssige Statistiken sind nicht zu optimieren, sie sind auch nicht zu überprüfen, sondern sie sind abzuschaffen, und zwar ersatzlos. Der Bundesrat will, soweit möglich, den Personalaufwand im Budget 2016 um ein Prozent reduzieren - und das heisst hier in diesem Haus: Er will nicht. Die Ankündigung bedeutet aber nicht ein Prozent weniger als 2015, sondern es bedeutet ein bisschen weniger von dem im Finanzplan eingestellten Wachstum - und das bei einem Wachstum des Verwaltungspersonals von 30 Prozent in den letzten zwölf Jahren, Euroschwäche hin oder her.
Sehr geehrter Gesamtbundesrat, es reicht nicht zu prüfen, es reicht auch nicht, es zu wissen, es reicht auch nicht, es zu wollen - Sie müssen es tun!
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Il y a deux types de réponses à la surévaluation du franc. Il y a premièrement celle d'une troïka en déliquescence, celle d'une alliance dite bourgeoise qui part en ordre dispersé avec un programme de dérégulation qui n'a rien à voir avec le franc suisse. Un programme de dérégulation qui n'a aucun impact sur les difficultés actuelles de nos entreprises. J'en veux pour preuve le mutisme du président du Parti libéral-radical à la très bonne question que lui posait tout à l'heure Monsieur Giezendanner. Ce programme de dérégulation repose sur une base purement idéologique, qui nuirait à bon nombre des éléments qui font la qualité suisse, qui nuirait au service public, à notre système judiciaire, à la sécurité du droit par l'adhésion à des accords de libre-échange douteux. Ce programme nuirait à la compétitivité future de notre économie en retardant ou en empêchant la nécessaire transition énergétique, ce programme nuirait au respect du mandat constitutionnel qui vise à réaliser l'égalité entre les femmes et les hommes, ce programme nuirait à la protection des travailleurs et à la protection des salaires, par exemple en supprimant les conventions collectives de travail déclarées de force obligatoire ou les mesures de protection de la santé, en imposant une baisse généralisée des conditions de travail dans les zones frontières ou en favorisant la sous-enchère salariale par la suppression totale ou partielle des mesures d'accompagnement. Ces mesures sont inutiles, car elles n'ont aucun impact sur la politique monétaire. Mais elles ne sont pas qu'inutiles, elles sont également dangereuses, car elles reviendraient à se couper une jambe pour ensuite pouvoir mettre un emplâtre sur une jambe de bois.
Le groupe socialiste combattra avec énergie les plans de dérégulation. J'en suis persuadé: nous obtiendrons devant le peuple les mêmes victoires que celles que nous aurions obtenues sans la pression du franc fort, qui, dans bien des cas, n'est qu'un prétexte pour faire passer des idées folles d'un inventaire à la Prévert ultralibéral, vouées à l'échec tant dans les urnes que dans les faits.
La seconde manière de répondre à la surévaluation du franc est celle du groupe socialiste. Notre conviction est qu'à un problème de politique monétaire, il faut répondre par des mesures de politique monétaire. La première mesure la plus évidente est le taux plancher, dont l'abandon a été internationalement critiqué par des économistes de tous bords. En effet, le taux plancher permet de garantir que les prix de nos entreprises ne soient pas surfaits; il permet d'éviter de perdre des parts de marché; il permet d'éviter des restructurations et des pertes d'emplois; il permet d'éviter la déflation et les problèmes sociaux; il permet de prévoir à long terme la politique des prix des entreprises; surtout, il s'inscrit parfaitement dans la tradition helvétique de la politique monétaire.
Monsieur Matter a dit que le taux plancher était un événement unique et isolé. C'est totalement faux! Depuis l'abandon du système de Bretton Woods, notre Banque nationale a toujours maintenu, en faits ou de manière déclarée, un taux plancher, que ce soit par rapport au deutsche mark ou à l'euro.
Il n'y a pas que le taux plancher, il y a d'autres mesures de politique monétaire: l'amélioration de l'assurance pour couvrir les risques de change, comme l'a évoqué Monsieur Pardini; la taxe contre la spéculation sur le franc, comme l'a évoqué Madame Marra; la possibilité de calmer les investissements étrangers dans l'immobilier, comme l'a proposé Madame Badran.
Le Conseil fédéral a répondu à notre interpellation en disant que "la poursuite du mouvement de détente serait souhaitable". Or la poursuite du mouvement de détente n'est pas seulement souhaitable, elle est indispensable. Il n'est pas question d'attendre sans rien faire; il n'est pas non plus question de se réjouir de l'abandon du taux plancher, comme le font certains au sein du groupe UDC; il n'est pas question enfin de se retrancher derrière l'indépendance de la Banque nationale, qui a manqué à son devoir constitutionnel de servir les intérêts généraux du pays, qui a manqué à ses devoirs légaux de veiller à la stabilité des prix - nous risquons la déflation - ou de tenir compte de la conjoncture - nous risquons le retour de la mauvaise conjoncture. L'indépendance, ce n'est pas une banque nationale qui est libérée de toute contrainte, qui est libérée du respect de l'intérêt général!
Pour conclure, je relève que l'indépendance de la Banque nationale tient de plus en plus du mythe. Aujourd'hui, dans les colonnes du "Bund" et du "Tages-Anzeiger", une économiste de renom dit que la plupart des banques centrales ne sont aujourd'hui plus aussi autonomes que tout le monde le pense. Il est donc nécessaire de repenser cette indépendance; il est nécessaire de revenir au taux plancher; il est nécessaire qu'à long terme, la politique monétaire de notre pays veille à la parité du pouvoir d'achat.
Amaudruz Céline · Mit-F · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Schwaab, vous avez commencé votre discours en disant que le programme de dérégulation n'aurait aucune influence sur nos entreprises, sur nos PME. Mais ne pensez-vous pas qu'avec votre initiative populaire qui demande l'impôt sur les successions vous pouvez avoir une influence qui peut être grave et négative?
Pour ma part, je préfère prendre le risque de n'avoir aucune influence - selon vos propos, qui n'engagent que vous - que celui de couler 60 000 entreprises à cause d'une initiative!
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Au contraire, cette initiative aurait un effet avantageux pour l'assurance-vieillesse et survivants, et je crois que renforcer cette assurance revient à renforcer la Suisse, son économie et sa population.
Rime Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Schwaab, jusqu'à votre intervention, je constatais que les représentants de la gauche comme de la droite étaient très préoccupés par la situation et intervenaient de manière constructive. Vous ne croyez pas que nos problèmes proviennent principalement du fait que dans l'Union européenne rien ne va plus, notamment parce que la majorité des gouvernements met en pratique les théories que vous aimeriez imposer dans notre pays?
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je ne crois pas qu'on puisse accuser des conservateurs comme Monsieur Cameron ou comme Madame Merkel de faire du socialisme. Je vous laisse donc la responsabilité de vos propos.
Rusconi Pierre · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Schwaab, j'ai suivi attentivement votre développement sur la question du taux plancher, on peut être d'accord ou non à ce sujet. Mais que pensez-vous du taux négatif que la Banque nationale suisse applique, notamment aux caisses de pension des Suisses et des travailleurs?
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je crois que la mesure relative à l'introduction des taux d'intérêt négatifs a montré son efficacité et va probablement encore le faire. Il faudra certainement faire des ajustements, en particulier pour certaines caisses de pension, mais je suis sûr que tant le monde politique que la Banque nationale suisse, en prenant leurs responsabilités, trouveront une solution qui convienne aux assurés et à la population dans son ensemble.
Parmelin Guy · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
La fin de votre intervention m'amène à poser la question suivante: vous avez mentionné qu'une célèbre économiste s'était exprimée dans le "Tages-Anzeiger" et le "Bund" ce matin. Pouvez-vous me citer une ou un économiste, y compris au Parti socialiste, qui ne se soit pas trompé au cours de ces derniers mois?
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je crois que l'on peut dire que les économistes ont pour vocation de se tromper souvent. Simplement, lorsque l'on constate l'unanimité avec laquelle les économistes de tous bords ont condamné l'abandon du taux plancher et ont montré leur incompréhension face à cet abandon, puis si l'on compare les commentaires des économistes, qui, il est vrai, peuvent se tromper, avec les effets de l'abandon du taux plancher, je crois que l'on peut donner raison, d'une part, aux économistes - peut-être qu'ils se tromperont une autre fois - et, d'autre part, aux salariés et aux entrepreneurs, qui s'inquiètent des risques de pertes d'emplois à cause de l'abandon du taux plancher.
Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Kollege, die dänische Krone ist ja an den Euro angebunden. Teilen Sie die Ansicht, dass Dänemark damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat?
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Je crois qu'il y a énormément de pays qui ont réalisé de très bonnes expériences avec des taux plancher, que ce soit en lien avec l'euro, comme le suggère Madame Leutenegger Oberholzer, ou avec des paniers de monnaies. On peut citer l'exemple du Danemark, mais il y a aussi celui de Singapour. Le taux plancher est internationalement reconnu comme une mesure efficace pour éviter notamment qu'une monnaie soit surévaluée comme le franc suisse actuellement.
Alors, Madame Leutenegger Oberholzer, je me réjouis du fait que vous déposiez un postulat qui soulèvera exactement ces questions. (Hilarité)
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Lassen Sie mich ganz kurz eine Lageanalyse machen, dann ein paar Worten zu den laufenden Arbeiten verlieren und schliesslich einen kurzen Überblick über den zusätzlichen Handlungsbedarf aus Sicht des Bundesrates geben. Dann komme ich zu einzelnen Aussagen, die Sie eben gemacht haben.
Zuerst zur Lageanalyse: Es ist sicherlich so, dass der Franken stark überbewertet ist, und das kann länger anhalten. Ein fairer Wechselkurs zum Euro liegt vielleicht bei Fr. 1.24, wenn ich mir erlaube zu spekulieren. Ein starker Franken, der uns volkswirtschaftlich immer wieder vor Herausforderungen stellt, ist natürlich auch bestimmt durch einen relativ schwachen Euro. Die produzierenden Industrien in unserem Land sind die am meisten geforderten; die exportorientierten Unternehmen sind die am meisten geforderten, dazu gehört auch der Tourismus - ich komme darauf zu sprechen. Es ist so, dass die Produktionskosten Mitte Januar 2015 durch das Wegfallen des Mindestkurses schlagartig um 15 bis 20 Prozent gestiegen sind, und das hat natürlich seine Konsequenzen. Wir sind aber auch in Zeiten, die erhöhte Unsicherheiten kennen, weil wir z. B. unser Verhältnis zu unserem hauptsächlichsten Handelspartner, zu unserer unmittelbaren Nachbarschaft, der Europäischen Union, noch nicht geklärt haben. Das wirkt in Kombination selbstverständlich, würde ich sagen, investitionshemmend.
Kurzfristig gesehen ist die konjunkturelle Situation gar nicht so problematisch, gar nicht so dramatisch, wie man das Mitte Januar hätte vermuten können. Wir haben eine Prognose der BAK Basel, die von einem Wachstum von 1 Prozent per Ende 2015 ausgeht. Wir haben eine Prognose von Economiesuisse für Ende Jahr, die von 0,6 Prozent Wachstum spricht. Die Prognose des Seco werden wir morgen bekanntgeben - ich nehme sie nicht vorweg. Aber ich bin relativ zuversichtlich, dass wir kurzfristig nicht in eine grosse rezessive Situation fallen.
Die Weiterentwicklung des Wechselkurses ist massgeblich. Es wurde hier in diesem Saal vorhin gesagt: Es ist nicht nur das Verhältnis zum Euro entscheidend, sondern wir haben auch Dollarmärkte, so in den Vereinigten Staaten, unserem zweitgrössten Abnehmermarkt, und im Fernen Osten. Und diese Dollarmärkte bestimmen massgeblich, wie stark unsere Exportindustrie kompetitiv bleibt oder eben nicht. Die internationale Konjunktur ist zum Glück relativ vorteilhaft. Der amerikanische Markt ist aufnahmefähig, der Markt im Fernen Osten, insbesondere derjenige von China, zeigt ein relativ verlässliches Wachstum. Er ist nicht mehr so attraktiv, wie er es in den letzten Jahren immer wieder war, aber mit immerhin 7 Prozent ist China auf einem guten Wachstumskurs. Dem stehen die Unsicherheiten bezüglich der europäischen Herausforderungen entgegen, es geht um Griechenland und auch um die Ukraine.
Es ist, glaube ich, vor allem jetzt eine faire Ansage, dass wir das zweite Halbjahr 2015 abwarten werden, um dann wirklich die Konsequenzen des 15. Januar 2015 einzuschätzen. Mit anderen Worten: Der Bundesrat hat sich entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt nicht von irgendeinem Konjunkturprogramm zu sprechen. Das wurde heute Nachmittag hier in diesem Saal auch nicht verlangt, und ich bin Ihnen dafür dankbar.
Bei der langfristigen Entwicklung besteht in meiner Einschätzung tatsächlich die Problematik, dass wir einer schleichenden Deindustrialisierung unterliegen. Wegen der Unsicherheiten finden im Moment die Investitionen nicht so statt, wie es vor dem 15. Januar 2015 geplant war. Jede Investition, die jetzt nicht ausgelöst wird oder die an einem anderen Standort ausgelöst wird, ist für unsere Volkswirtschaft eine direkt verlorene Investition - indirekt vielleicht nicht; das sei in aller Deutlichkeit auch gesagt. Wenn hier nicht investiert wird, wenn die Exportindustrien nicht gehalten werden können, dann sind natürlich alle Zulieferbetriebe ihrerseits auch sofort unter Druck. Ich habe in den letzten Tagen und in den letzten Wochen - auch in den letzten paar Stunden - sehr viele Marktkontakte gehabt und gesucht, sehr bewusst gesucht. Und was ich Ihnen schon sagen will und darf, ist, dass sich die allermeisten, auch die KMU, schon den Herausforderungen, die entstanden sind, stellen wollen. Natürlich hat jeder Einzelne seine eigenen Probleme, seine eigenen Herausforderungen. Aber ich schätze mich eigentlich insgesamt glücklich zu vernehmen, dass man nicht landauf, landab die Forderung hört, der Staat müsse jetzt helfen, müsse jetzt einspringen, müsse jetzt etwas tun und das Problem lösen. Die Unternehmerschaft ist grundsätzlich selbstständig unterwegs.
Zur Arbeitsmarktentwicklung: Für mich ist das Erfolgsrezept nach wie vor, dass wir ein liberales Arbeitsmarktgesetz haben. Man kann bei uns auch Restrukturierungen vornehmen, wenn es sein muss. Das darf nicht missbraucht werden; das habe ich über die lange Zeit als Verantwortlicher eines Industriebetriebs immer wieder gesagt und auch vorgelebt. Das liberale Arbeitsmarktgesetz, kombiniert mit der intakten, sorgfältig gepflegten und gelebten Sozialpartnerschaft, ist das Erfolgsrezept, das uns zu ganz attraktiven - ich sage das so, meine es aber nicht etwa zynisch - Arbeitslosensituationen führt. Wir haben eine Arbeitslosenquote, die saisonbereinigt bei 3,2 Prozent liegt; wir haben eine Jugendarbeitslosigkeit in unserem Land, die bei 3,4 Prozent liegt; wir haben eine Arbeitslosenquote für die über 50-Jährigen, die bei 3,0 Prozent liegt.
Ich höre schon, dass Sie damit nicht durchwegs zufrieden sind und auch nicht zufrieden sein können, aber ich bitte Sie schon, auch den internationalen Vergleich anzustellen. Bei mir kommen quasi täglich oder wöchentlich Ministerkollegen zur Türe herein oder rufen mich an und wollen wissen, welche Rezepte wir denn anwenden und durchsetzen - auch in der jetzigen Zeit durchsetzen -, die letztlich zu diesen doch relativ guten Arbeitsmarktzahlen führen.
Was die Arbeitslosigkeit anbetrifft, gehen wir davon aus, dass wir auch Ende 2015 eine nicht wesentlich schlechtere Situation haben werden, als wir sie im Moment kennen. Die langfristige Beschäftigungsentwicklung ist die Herausforderung. Es ist richtig: Wir haben seit 2008, 2009 etwa 170 000 neue Beschäftigte in unsere Volkswirtschaft aufgenommen. Es ist richtig, dass in der gleichen Zeit beim verarbeitenden Gewerbe etwa 40 000 Arbeitsplätze verlorengegangen sind. So gesehen ist es natürlich eine Entwicklung, die nicht auf der Linie der Produktivitätssteigerung liegt. Auch deshalb hat der Bundesrat eine Wachstumspolitik verabschiedet, die als die wesentlichste Zielsetzung die Steigerung der Arbeitsproduktivität vorsieht. Wenn uns das gelingt, können wir bei den Wettbewerbsfähigsten sein, und zwar global gesehen. Bei den Wettbewerbsfähigsten zu sein heisst, dass wir letztlich Beschäftigung haben. Als Exportnation sind wir darauf angewiesen, dass wir weiterhin jeden zweiten Franken international verdienen, und das können wir nur, wenn es uns gelingt, die Wettbewerbsfähigkeit zu halten oder zu steigern.
Ich weiss - das sei der Vollständigkeit halber sehr bewusst erwähnt -, dass die Situation für diejenigen, die in jüngster Vergangenheit aus dem Arbeitsmarkt gedrängt wurden, dramatisch ist. Ich weiss auch, dass es für die Älteren, die aus dem Arbeitsmarkt gedrängt wurden, eine gewaltige Herausforderung ist, wieder in den Arbeitsmarkt zurückkommen zu können. Es muss unsere gemeinsame Anstrengung sein, das möglich zu machen.
Jetzt ein paar Bemerkungen zu den laufenden Arbeiten: Wir haben am 27. Januar 2015 die Kurzarbeitsentschädigung aufgrund von Wechselkursschwankungen ermöglicht. Im Februar haben 568 Firmen davon Gebrauch gemacht, das waren 56 Prozent mehr als im Januar. Ende Februar haben 9165 Personen davon Gebrauch gemacht, das ist gegenüber dem Januar eine Steigerung von 84 Prozent. Die Kurzarbeitsentwicklung im Februar war also relativ signifikant. Wir sind allerdings noch fast einen Faktor 10 von den Kurzarbeitszahlen entfernt, die wir im Sommer 2011 kannten.
Der Bundesrat hat intensivste Diskussionen zur Lageentwicklung geführt, und er hat das WBF und das EFD beauftragt, die Lageeinschätzung laufend zu aktualisieren. Auf der Basis der Seco-Prognose, die morgen veröffentlicht wird, wird der Bundesrat Mitte April eine entsprechende Diskussion führen und Massnahmen vorschlagen.
Ich habe es schon erwähnt: Am 21. Januar 2015 haben wir den Wachstumsbericht verabschiedet. Ich hoffe natürlich auf Sie, dass Sie dieses Thema speditiv behandeln und mithelfen, dass wir die Arbeitsproduktivität tatsächlich steigern können. Damit tun wir uns den allergrössten Gefallen.
Wir haben am 18. Februar die Botschaft über die Standortförderung 2016-2019 inklusive Tourismus-Impulsprogramm 2016-2019 verabschiedet, und da geht es immerhin um zusätzliche Gelder von 10 Millionen Franken bei Innotour. Beim Impulsprogramm geht es um eine Mittelaufstockung in der Grössenordnung von 50 Prozent. Auch das ist nicht nichts, sondern ist, glaube ich, ein gutes Angebot; es ist eine Politik, die mithilft, die besonders stark herausgeforderte Tourismusindustrie zu stützen.
Die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) bekommt grössere Flexibilität. Auch das wird einen positiven Effekt haben können, und zwar auch kurzfristig. Der SGH wollen wir die 100 Millionen Franken, die wir im Jahr 2011 zusätzlich zur Verfügung gestellt haben, bis Ende 2019 weiterhin zur Verfügung stellen.
Sie haben es erwähnt, ich erwähne es meinerseits gerne: Wir haben am 6. März 2015 im Bundesrat die Botschaft zum Schweizerischen Innovationspark verabschiedet. Dieses Land ist ein Innovationspark, und dieses Land muss ein Innovationspark bleiben. Wenn das der Fall ist, gelingt es uns, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit die Beschäftigung.
Ich mache auch darauf aufmerksam, dass der Bundesrat einen mutigen Entscheid gefällt hat, indem er am 18. Februar die Revision der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz verabschiedet und damit die Möglichkeit gegeben hat, dass man in Einkaufszentren in Grenznähe auch sonntags shoppen kann. Ich weiss, dass das nicht überall Freude auslöst und Freunde schafft, aber es sind Arbeitsplätze, die wir auf diese Art und Weise in diesem Land erhalten können.
Ich hatte Unternehmer am Tisch, Unternehmer, die mir sagten: Staat, von dir erwarten wir in erster Linie, dass du mithilfst, dass die Sozialpartnerschaft gelebt wird. Die Unternehmer sagten nämlich: Wir wollen die Vertragsbasis, nicht die Gesetzesbasis; erstens geht das schneller, zweitens ist es flexibler und marktnäher, und deshalb bietet es die grösseren Chancen, die Arbeitsplätze verteidigen zu können. Die Unternehmerschaft sagte: Wenn es Mittel gibt in diesem Land, die investiert werden können, dann investiert sie zuallererst einmal in Bildung, Forschung und Innovation, das ist unser Rohstoff. Und die Unternehmerschaft sagte: Wir brauchen so rasch wie möglich die Sicherheit, dass wir auf den bilateralen Verträgen mit der Europäischen Union basieren können.
Die Sozialpartner waren auch bei mir am Verhandlungstisch. Sie haben sich auf ein verordnungsbasiertes Arbeitszeiterfassungssystem geeinigt. Das ist ein Fortschritt. Wir hatten jahrelang darum gerungen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das wirklich als gutes Instrument einführen können. Die Sozialpartner haben ihrerseits bezüglich der zusätzlichen flankierenden Massnahmen vor ein paar Tagen gesagt, es solle doch bitte zuerst die Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung angegangen werden. Wenn wir dann wüssten, auf welcher Basis die Umsetzung stattfände, wüssten wir auch, womit wir den Arbeitsmarkt schützen könnten. Und dann wüssten wir auch, welche zusätzlichen flankierenden Massnahmen nötig sind. Ich werde das dem Bundesrat entsprechend beantragen.
Handlungsbedarf besteht sicherlich beim Arbeitsmarkt. Die Flexibilität muss erhalten bleiben. Die Kurzarbeitsentschädigung habe ich erwähnt. Es muss auch Möglichkeiten zur administrativen Entlastung geben. Aber dazu brauchen wir das Parlament. Ich erinnere daran: Seit dem Jahr 2006 haben wir 180 Massnahmen zur administrativen Entlastung beschlossen; 133 davon wurden mehr oder weniger wirkungsvoll umgesetzt. Es ist immerhin der Versuch gewagt worden. Ich mache auch darauf aufmerksam, dass wir uns nicht auf einen Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer einigen konnten. Denn das wäre der Weg, um die KMU administrativ wirklich zu entlasten. Der Bundesrat hat das WBF beauftragt, einen weiteren Bericht zur administrativen Entlastung für die Jahre 2016 bis 2019 so rasch wie möglich vorzulegen.
Die Stossrichtung muss sein: Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung und Sicherung des bilateralen Wegs. Selbstverständlich sind wir auch daran, den Abschluss von Freihandelsabkommen voranzutreiben, aber auch das hat nicht einfach innert kürzester Frist eine Wirkung. Wir streben solche Abkommen mit Indien, Malaysia, Vietnam und Indonesien an, das sind Dollarmärkte. Würde der Abschluss dieser Verträge gelingen, hätten wir sofort eine Risikoverteilung, die der Volkswirtschaft zugutekäme. Auch ein Freihandelsabkommen mit der Türkei muss baldmöglichst auf State-of-the-Art-Niveau abgeschlossen werden können.
Die TTIP-Geschichte, das Transatlantische Freihandelsabkommen, haben wir in diesem Saal wiederholt diskutiert: Es kommt irgendeinmal in den nächsten ein, zwei Jahren, davon gehe ich aus. Es wird uns fordern, weil wir dann über Nacht gegenüber unseren Konkurrenten aus dem übrigen Europa, die sich in Richtung des amerikanischen Marktes orientieren, diskriminiert werden könnten.
Ich schliesse meine Ausführungen mit dem Thema Innovation ab. 70 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsgelder und damit auch der Innovationsgelder kommen bei uns aus der Privatwirtschaft. Wenn wir wollen, dass die Privatwirtschaft hier weiterhin in diesem Ausmass investiert, müssen wir von staatlicher Seite eben dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen dafür entsprechend attraktiv sind. Wir müssen das Unsrige dazu beitragen.
Mit dem KTI-Projekt sind wir gut unterwegs. Die KTI wird, wenn sie dann dabei ist, verselbstständigt. Sie wird näher an den Markt und auch in die neueren Forschungsgebiete geführt. Zu diesen gehören auch Forschungsgebiete im Bereich Energie. Die KTI ist die Partnerin der KMU, und die KMU sind nach wie vor das Rückgrat unserer Volkswirtschaft.
Kurzfristig gehen wir durch konjunkturelle - lassen Sie mich das sagen - Erschütterungen. Die halten sich aber in Grenzen, so, wie man das jetzt einschätzen kann. Das heisst in der Konsequenz, dass wir jetzt keine Konjunkturprogramme diskutieren müssen. Mittel- und längerfristig will der Bundesrat die Rahmenbedingungen zwecks Handlungsspielraum für die Unternehmerschaft verbessern, insbesondere die administrative Entlastung für Firmen. Das muss möglich sein. Aber ich sage bei jeder Gelegenheit, dass wir davon reden, und wenn es dann darauf ankommt, machen wir normalerweise das Gegenteil. Das ist kein Vorwurf an Sie, das ist eine Aufforderung an uns alle.
Herr Nationalrat Maire, Sie haben als Erster die KTI erwähnt, die Forschung erwähnt, die Forschungswichtigkeit erwähnt. Ich kann das nur bestätigen, es ist für mich absolut zentral, dass wir uns auf diesem Weg die Möglichkeit geben, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zur Motion Graber Konrad 13.4184, die Sie erwähnt haben, Frau Amherd: Ich meinerseits habe in der ständerätlichen Kommission gesagt, ich würde die Idee unterstützen, weil das eine Idee ist, die Gelder, die bisher verdient wurden, nicht nur defensiv beurteilt, sondern auch ein Stück weit offensiv beurteilen will, das heisst die Gelder auch in Richtung Zukunftsinvestition verstanden haben will.
Die fünf Vorstösse, die Herr Nationalrat Müller Philipp angesprochen hat, sind nicht untergegangen, wir wollen sie.
Die kurzfristige Liquiditätssituation bei den KMU will ich meinerseits ansprechen. Die Banken wissen ganz genau, dass man jetzt darauf schaut, wie sie sich ihren Kunden und insbesondere ihren KMU-Kunden gegenüber verhalten. Natürlich ist in einer Zeit, in der das Risiko eher grösser geworden ist, auch die Vorsicht grösser geworden. Aber bisher kann ich zumindest nicht erkennen, dass aufgrund von nichtverfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten KMU in grösserer Zahl in Schwierigkeiten kämen.
Herr Nationalrat Pardini: Die eigene Währung ist ein Vorteil - ein riesengrosser Vorteil, wenn Sie mich fragen. Die eigene, starke Währung reflektiert natürlich auch unsere Stärken, und es ist schon interessant, dass wir hier in diesem Saal unserer Unzufriedenheit Ausdruck geben. Vielleicht ist es gut; dann gehen wir an die Arbeit. Aber die umliegenden Staaten beneiden uns um unsere Situation. Und die umliegenden Staaten wollen von uns immer wieder wissen, wieso der Franken so stark ist. Die Aussage, der Euro sei schwach, ist natürlich keine Antwort. Der Franken ist stark, weil die Produktivität stimmt, weil wir die Qualität liefern und weil wir ein stabiles politisches System haben. Sie haben all die Faktoren aufgezählt.
Zur Swissness-Vorlage, Herr Nationalrat Maier: Das Gesetz steht, der Verordnungsprozess läuft. Was die Verordnung betrifft, für die ich zuständig bin, kann ich Ihnen sagen, dass wir versuchen, sie so schlank wie irgendwie möglich zu halten.
Schweiz Tourismus habe ich angesprochen, und ich will eine Bemerkung nachschieben: Der Präsident von Hotelleriesuisse hat mich sehr beeindruckt. Er hat nämlich seinerseits öffentlich gesagt, die Lage sei problematisch, aber er wolle hinstehen und den Challenge annehmen. Wir haben uns auch über die Mittel unterhalten, die von Bundesseite zu erwarten sind, wenn der parlamentarische Prozess speditiv durchlaufen sein wird, und das ist für ihn eine gute Ansage.
Ich höre auf; ich habe das Zeitbudget längst überschritten. Helfen Sie mit, damit wir in allererster Linie im Innovationsbereich weiterkommen: Das ist für mich das Rezept, wie wir kurzfristig und dann auch längerfristig auf gutem Kurs bleiben können.
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): Monsieur le conseiller fédéral, plusieurs députés souhaitent vous poser des questions, d'abord Monsieur Giezendanner. Sie haben das Wort für eine kurze und präzise Zwischenfrage, Herr Giezendanner. (Heiterkeit)
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Bundesrat, Sie kamen aus der Wirtschaft - ich komme aus der Wirtschaft. Ich habe von Ihnen viel erwartet, ich muss Ihnen das sagen. Heute habe ich gar nichts darüber gehört, was in den nächsten sechs Monaten für die vom Euro abhängigen KMU passieren könnte. Sind Sie bereit, uns bis zur Sondersession eine Liste zu präsentieren, aus welcher ersichtlich ist, was der Bundesrat jetzt endlich zu tun gedenkt?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Herr Nationalrat Giezendanner, ich verstehe Ihre Ungeduld sehr wohl. Ich behaupte von mir, ich käme nach wie vor aus der Wirtschaft. Ich habe vorhin ein paar Elemente der bundesrätlichen Politik erwähnt, die auch kurzfristig mithelfen, der Wirtschaft entgegenzukommen. Das wesentlichste Element ist die Möglichkeit, aufgrund der Wechselkursproblematik eine Kurzarbeitsentschädigung zu gewähren; das hat "Schnauf gegeben", das ist nicht zu unterschätzen. Ich erlaube mir, Ihnen zu sagen: Helfen Sie mit, die Bürokratie abzubauen. Dieses Parlament hat die Möglichkeit, uns rasch und mit verkürzten Prozessen zu helfen, die administrativen Entlastungen, das sind die wesentlichsten, voranzutreiben und die Belastungen, die für die KMU störend sind, zu reduzieren. Ich bringe Ihnen gerne eine Liste, die aufzeigt, wovon ich rede, wenn ich "administrative Entlastung" sage.
Wobmann Walter · Mit-M · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Bundesrat, Sie haben vorhin so löblich erwähnt, wie gut wir im internationalen Vergleich seien. Nun habe ich eine Frage betreffend die CO2-Sanktionen bei den neuen Fahrzeugen, bei neuen Autos. In der EU sind diese rund ein Drittel tiefer als bei uns, sie liegen also bei rund 100 Franken pro Gramm CO2 pro Kilometer. Bei uns sind es Fr. 142.50 pro Gramm CO2 pro Kilometer. Sind Sie bereit, diesen Betrag entsprechend an die heutige Währungssituation anzupassen? Die Berechnung für unsere Fr. 142.50 beruht immer noch auf einem Kurs von Fr. 1.50 pro Euro. Sind Sie bereit, auf die jetzige Situation zu reagieren und hier auf den gleichen Stand wie bei der EU herunterzugehen?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Ich gebe Ihnen eine generellere Antwort, Herr Nationalrat Wobmann. In diesem Land ist es teuer, im Durchschnitt 30 Prozent teurer. Unser Kostenniveau können wir nur mit vereinten politischen Kräften durch verschiedenste Massnahmen in eine vorteilhaftere Richtung entwickeln - gemeint ist natürlich: vorteilhafter gegenüber der Europäischen Union. Wenn Sie mich fragen, fragen Sie sicherlich jemanden, der mithilft, dahingehend Einfluss zu nehmen, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit kostenmässig verbessern können. Was Ihre ganz konkrete Frage betrifft, wissen Sie, dass solche Fragen vom Bundesrat als Kollegium beantwortet werden. Sie wissen, dass ich sie hier nicht mit Ja oder Nein beantworten kann.
Amstutz Adrian · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Geschätzter Herr Bundesrat, Sie haben löblicherweise die tiefe Arbeitslosenquote bei den über 50-Jährigen erwähnt. Was sagen Sie den 30 000 Leuten im Alter zwischen 55 und 65 Jahren, die jetzt, aktuell, ausgesteuert sind? Es sind 30 000 Personen!
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Herr Nationalrat Amstutz, ich habe vorhin gesagt, dass es ein Drama ist für all diejenigen, die aus dem Arbeitsmarkt gedrängt wurden, älter sind und in den Arbeitsmarkt zurückfinden wollen. Wir haben bei den RAV die Registrierungen von all denjenigen, die in den Arbeitsmarkt zurückwollen. Diese Registrierungen führen dann eben zur vorhin genannten Zahl von 3,0 Prozent. Auf meinem Pult liegen auch jetzt, und das war früher auch schon der Fall - jetzt müssen Sie zuhören, Herr Amstutz; es interessiert Sie offenbar nicht, weil Sie die Antwort kennen -, mehrere Dossiers von älteren Menschen aus diesem Land, die den Weg zurück in die Arbeit suchen. Ich bin mir nicht zu schade mitzuhelfen, ihnen eine Gesprächsbasis zu bieten und ihnen irgendwie Weg und Steg aufzuzeigen. Das müssen wir auch miteinander machen.
Badran Jacqueline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Geschätzter Herr Bundesrat Schneider-Ammann, danke für Ihre Ausführungen; man merkt natürlich schon stark, dass Sie aus der Exportwirtschaft kommen. Ich komme nicht aus der Exportwirtschaft, bin aber auch sehr stark betroffen, weil ich in Konkurrenz zum Ausland stehe. Mir helfen Freihandelsabkommen mit Indonesien wenig. Sie haben ja stark auf Innovation gesetzt. Von Ihnen hört man "Innovation", von hier hört man "Rahmenbedingungen schaffen"; es ist aber so, dass die KMU in diesem Land die miserabelsten Bedingungen für Innovation haben. Wir, die KMU, dürfen keine Rückstellungen für Forschung und Entwicklung machen. In Zeiten, wo man von Innovations- und Lizenzboxen für Grosskonzerne redet, ist das anachronistisch.
(Remarque intermédiaire du président: Madame Badran, une brève question, s'il vous plaît!)
Meine Frage: Bieten Sie Hand dafür, meine Motion 15.3138, wonach für KMU ermöglicht wird, Rückstellungen für Forschung und Entwicklung zu machen, anzunehmen und in einem Schnellverfahren durchzuziehen?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Die steuerlichen Fragen, Frau Nationalrätin Badran, bekommen Sie gleich von Frau Kollegin Widmer-Schlumpf beantwortet. Was ich meinerseits, in meiner Domäne anbieten kann, ist das Zusammenführen von KMU mit Fachhochschulen. Dadurch können die KMU finanziell entlastet werden, indem sie ihren paritätischen Beitrag nicht zwingend erbringen müssen. Diese Flexibilität haben wir. Ich bin aber immer wieder darüber erstaunt, dass die Unternehmen gar nicht den Weg zur Partnerschaft mit Innovatoren suchen.
Golay Roger · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur le conseiller fédéral, nous connaissons tous l'importance de la recherche pour notre pays et nous savons également tous qu'il y a de nombreux programmes européens, payés en euros, pour nos écoles polytechniques fédérales. La baisse de l'euro a engendré une perte considérable pour ces écoles, une perte qui se monte apparemment à 17 millions de francs pour l'Ecole polytechnique fédérale de Lausanne. La Confédération prévoit-elle quelque chose pour soutenir nos écoles polytechniques par rapport à cette baisse de l'euro?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Die erste Antwort lautet: Wir müssen unbedingt im europäischen Netzwerk der Forschung und Entwicklung bleiben können, und zwar mit der Zeit und bis spätestens in zwei Jahren wieder voll assoziiert.
Die zweite Antwort lautet: Ja, wir haben über den Wechselkursschock einen Nachteil eingefahren. Es wird jetzt geprüft, wie wir das letztlich finanzieren können, wie wir das bewerten und behandeln wollen.
Maire Jacques-André · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion
Monsieur le conseiller fédéral, je suis satisfait de voir que nous partageons la préoccupation de promouvoir la formation et l'innovation pour faire face aux difficultés actuelles. En revanche, je n'ai rien entendu de concret quant aux moyens financiers que le Conseil fédéral serait prêt à dégager pour soutenir les efforts dans le domaine de la formation et pour allouer plus de crédits à la Commission pour la technologie et l'innovation.
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Herr Nationalrat Maire, die KTI hat für das Jahr 2015 ein Budget. Mit Stand Ende Februar war die KTI mit Projekten und Projektbeurteilungen voll ausgelastet. Sie hat im Moment die Möglichkeit, die Mittel zur Verfügung zu stellen, die für die validierten Projekte benötigt werden. Mit anderen Worten: Je länger wir im Jahr fortgeschritten sind, umso mehr wird dann die Frage aufkommen, in welchen Verhältnissen wir uns befinden und welche Projekte wir für das laufende Jahr noch haben, Projekte, die bewilligt werden könnten und finanziert werden sollten, wobei die Mittel dafür vielleicht nicht zur Verfügung stehen. Ich werde die entsprechende Diskussion rechtzeitig starten, wenn ich sehe, dass es vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung notwendig wird.
Es ist jetzt aber noch früh im Jahr. Im Moment haben wir die Mittel. Deshalb brauchen wir im Moment auch diesbezüglich die Diskussion noch nicht.
Böhni Thomas · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Grünliberale Fraktion
Ich habe eine kurze Anschlussfrage zu den Flottenemissionsgrenzwerten und den Bussengeldern, die Herr Wobmann angesprochen hat. Ich habe die Motion 14.4128 eingereicht, mit der diese Bussengelder in Innovation umgewandelt werden sollen, indem man überschüssigen Öko- oder Wasserkraftstrom aus der Schweiz in synthetischen Treibstoff umwandelt und sich das dann an den Flottenemissionsgrenzwert anrechnen lassen und so die zu erwartenden Bussen der Automobilindustrie senken kann. Der Bundesrat hat diesen Vorschlag eigentlich sehr befürwortet, hat aber meine Motion wegen Kleinigkeiten trotzdem abgelehnt.
Dazu habe ich nun eine Frage. Sie haben die Innovation hochgehalten. Mein Vorschlag wäre ja sehr innovativ, und es haben sich auch Investoren gemeldet, die bereit sind, sofort 50 Millionen Franken in diese Technologien in der Schweiz zu investieren. Könnte man diese Motion nicht nochmals punkto Innovation und punkto Fortführung der Innovation in der Schweiz anschauen?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Herr Nationalrat Böhni, ich muss Ihnen gestehen, dass ich Ihre Motion nicht vor Augen habe. Sie machen mich darauf aufmerksam. Die bundesrätliche Stellungnahme gilt natürlich. Ich werde aber erneut einen Blick darauf werfen.
Clottu Raymond · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur le conseiller fédéral, que compte faire le gouvernement pour lutter contre le franc fort dans le domaine de la politique énergétique, afin d'éviter que nos industries risquent d'être pénalisées par la suite?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Herr Nationalrat Clottu, die langfristige Energiepolitik ist durch den Beschluss des Parlamentes vorgezeichnet. Die Anstrengungen in der Energieforschung, um ans andere Ende des Spektrums zu gehen, sind mit den im letzten Jahr bewilligten 302 Millionen Franken für die sieben Kompetenzzentren "in progress". Die Projekte laufen, und wir verfolgen sie sehr genau. Früher oder später müssen Erkenntnisse aus dieser Forschung auch zu kostenmässigen Entlastungen führen. Aber das hat selbstverständlich nicht kurzfristigen Charakter. Die kurzfristigen Entlastungsmöglichkeiten müssen die zuständigen Stellen einzeln debattieren, und da sind Sie frei, Ihre guten Vorschläge vorzulegen.
Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Bundesrat, nach den doch recht vagen Antworten auf die Interpellationen habe ich eine konkrete Frage an Sie betreffend die Interpellation der SP-Fraktion: Teilen Sie meine Einschätzung, dass keine wirtschaftspolitische Massnahme die Vorteile eines festen Wechselkurses des Frankens zum Euro, der Währung unseres wichtigsten Handelspartners Deutschland, ersetzen kann, und zwar unabhängig davon, wo dieser feste Wechselkurs dann auch liegen mag?
Schneider-Ammann Johann N. · VPBR-M · Bundesrat · Bern
Frau Nationalrätin Leutenegger Oberholzer, ich bin ganz froh um diese Frage. Sie gibt mir nämlich die Gelegenheit, Ihnen zu sagen, dass Wirtschaftspolitik Politik der Rahmenbedingungen ist, in aller Regel mit mittel- und längerfristigem Charakter. Kurzfristigere Politik ist Geldpolitik, und die Geldpolitik ist das Business der Nationalbank. Wenn Sie von mir auch noch hören wollen, dass die Unabhängigkeit der Nationalbank weiterhin gewahrt werden muss, dann habe ich Ihnen das jetzt meinerseits bestätigt.
Es gibt eine herrschende Lehre, die besagt: Je unabhängiger die Nationalbank ist, umso besser ist letztlich die Volkswirtschaft unterwegs. An diesem Prinzip orientiere ich mich. Wenn wir uns im internationalen Quervergleich messen, stellen wir fest, dass wir so schlecht nicht unterwegs sind.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Wir haben jetzt viel über Wachstumspolitik und Wirtschaftspolitik gesprochen. Nun vielleicht noch ein paar Ausführungen zur Wechselkurspolitik beziehungsweise zu dem, was mit der Aufhebung der Untergrenze des Frankens zum Euro geschehen ist, und dann auch zu all Ihren Fragen, die Sie gestellt haben.
Es wurde heute bereits gesagt, Wechselkursschwankungen und ein graduelles Aufwerten des Frankens sind eigentlich für die Schweiz nichts Neues. Wir kennen das, wir haben das schon zu Zeiten, als die Schweiz sich noch nach der D-Mark ausgerichtet hat, gekannt. Was jetzt aber neu ist, ist das Ausmass, ist die Geschwindigkeit der Aufwertung des Frankens in den letzten fünf Jahren - das ist ausserordentlich. Die Geldpolitik der Nationalbank hat immer schon ein spezielles Augenmerk auf den Wechselkurs gerichtet. Wir haben heute keinen Mindestkurs mehr. Das heisst aber nicht, dass die Nationalbank die Entwicklung nicht genau beobachtet und, wenn nötig, auch am Devisenmarkt interveniert. Sie hat ja auch selbst immer zum Ausdruck gebracht, dass sie eine übermässige Aufwertung des Frankens verhindern will und verhindern wird.
Nach der Aufgabe des Mindestkurses spielt nun die Zinspolitik bei der Nationalbank eine grössere Rolle, und diese war auch der Kernpunkt der Debatte in diesem Bereich. Die Fragen haben die Negativzinsen und die Auswirkungen auf alle möglichen Bereiche betroffen. Die Zinspolitik ist ein zentrales Element der Nationalbank. Die Politik hat sich hier nicht einzumischen, wie sie sich auch in die Frage der Untergrenze des Frankens zum Euro nicht einzumischen hat. Auch die Zinspolitik ist eine Frage, die die Nationalbank allein zu entscheiden hat. Sie ist kompetent darin, trägt letztendlich aber auch die Verantwortung für ihre Entscheide. Niedrige und negative Zinsen auf Franken - das will die Nationalbank jetzt einrichten - ermöglichen die Aufrechterhaltung einer Zinsdifferenz zum Euro. Das vermindert die Attraktivität des Frankens gegenüber dem Euro, und das ist das Ziel, welches die Nationalbank jetzt verfolgt. Das reduziert auch den Aufwertungsdruck, mindestens jetzt vorübergehend, und es ist auch wichtig, dass die Verwerfungen der Währung nicht noch weiter voranschreiten.
Wie jede Zinsänderung hat auch die Senkung der Leitzinsen unter 0 Prozent unterschiedliche Wirkungen auf verschiedene Sektoren und Unternehmungen; das ist auch klar. Es gäbe auch noch weitere Massnahmen, die in der Verantwortung der Nationalbank liegen.
Im Zusammenhang mit Vorstössen wurde bereits die Frage der Finanztransaktionssteuer diskutiert. Frau Nationalrätin Marra hat diese angesprochen. Wir haben im Rahmen der Behandlung einer Motion (13.3333) dazu bereits einmal Auskunft gegeben; wir haben darauf hingewiesen, dass in der Schweiz noch andere Mechanismen - Umsatzabgabe, Stempelabgabe - wirken und dass wir vorderhand mit diesen weiterfahren.
Frau Nationalrätin Rytz hat gefragt, warum wir in Bezug auf Kapitalverkehrskontrollen so zurückhaltend seien. Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass Kapitalverkehrskontrollen die letzte aller möglichen Massnahmen sind, wenn man sonst keine geeigneten Massnahmen mehr treffen kann. In einer solchen Situation sind wir nicht. Selbstverständlich wäre eine Massnahme wie die Kapitalverkehrskontrollen möglich, wenn wirklich nichts anderes mehr infrage käme. Dort wären dann die Politik und die Nationalbank gemeinsam zuständig. Das würde dann auch eine politische Diskussion erfordern. Noch einmal: Wir sind glücklicherweise nicht in dieser Situation.
Wir haben aber in Aussicht gestellt, dass wir Ihnen aufgrund eines Vorstosses von Frau Nationalrätin Leutenegger Oberholzer (14.5384) bis Ende Jahr einen Bericht vorlegen, in dem wir Ihnen aufzeigen, welche Massnahmen vonseiten der Nationalbank überhaupt möglich sind. Noch einmal - ich möchte das hier betonen -: Die Politik mischt sich in keiner Weise ein; wir möchten nur ganz objektiv darstellen, welche Massnahmen die Nationalbank und welche Massnahmen die Politik treffen könnte, wenn alle anderen Massnahmen nicht mehr möglich wären. Das werden wir Ihnen aufzeigen.
Es gab verschiedene Fragen und vor allem auch eine Frage von Herrn Nationalrat Lustenberger zu den Auswirkungen der Negativzinsen auf Vorsorgewerke, auf Pensionskassen. Sie wissen, dass der Ausgleichsfonds der AHV ein Girokonto bei der Nationalbank hat. Andere Bundeseinrichtungen haben auch ein solches Konto, und von ihnen werden keine Negativzinsen bezahlt. Sie fragen zu Recht, warum das entsprechend bei der Publica so sei. Die Publica gilt als Einrichtung des Bundes, aber Sie stellen die Frage zu Recht. Diese Frage wird jetzt auch von der Nationalbank geprüft. Sie wird darauf auch eine Antwort geben. Es ist natürlich im weiteren Sinn Artikel 99 der Bundesverfassung, der angewendet wird. Eigentlich ist es aber Artikel 11 des Nationalbankgesetzes, in dem gesagt wird, für wen die Nationalbank Bankdienstleistungen erbringen darf oder kann - nicht muss, sondern kann - und unter welchen Bedingungen. Dort gibt es einen Verweis auf Artikel 5 des Nationalbankgesetzes.
Einfach ganz kurz, auf den Punkt gebracht: Es gibt keine rechtliche Verpflichtung, keine faktische Verpflichtung, die Publica so zu behandeln, wie sie heute behandelt wird. Die Frage ist berechtigt, und es wird jetzt auch geprüft, ob nach wie vor ein Grund besteht, die Publica anders als andere Pensionskassen, andere Sozialversicherungseinrichtungen zu behandeln. Im Übrigen wird die Frage noch etwas ausgedehnt und gefragt, ob es richtig ist, dass bestimmte Kantone oder eine Stadt anders behandelt werden als die anderen. Die Nationalbank wird diese Prüfungen machen und eine entsprechende Antwort geben. Noch einmal: Die Frage ist absolut berechtigt.
Es ist ganz allgemein für Pensionskassen aufgrund des Tief- und Negativzinsumfeldes mittelfristig schwierig. Es ist für sie schwierig, ihre Renditeziele zu erfüllen, und sie können auch nicht einfach risikoreicher investieren, das ist heute auch nicht möglich. Wir, der Bundesrat - das sage ich jetzt auch an die Adresse von Frau Nationalrätin Amherd -, lassen die Auswirkungen der Einführung von Negativzinsen auf die Sozialversicherungen, insbesondere auf die berufliche Vorsorge, in den nächsten Wochen jetzt abklären. Wir wollen schauen, was die Auswirkungen sind. Wir wollen auch schauen, ob es hier Handlungsbedarf gibt und ob allenfalls Massnahmen zu prüfen sind, wobei man immer im Auge behalten muss, dass allfällige Ausnahmen die Wirksamkeit der Zinspolitik der Nationalbank natürlich nicht beeinträchtigen dürfen.
Ich verlasse jetzt das Thema Negativzinsen. Herr Nationalrat Leo Müller hat zu Recht darauf hingewiesen, dass gesunde öffentliche Finanzen eigentlich das Wichtigste sind, damit wir weiterhin als Schweiz einen Standortvorteil haben. Ich denke, wir tun gut daran, an unserer Schuldenbremse nicht herumzudoktern und diese nicht infrage zu stellen. Ich meine, ein gesunder Haushalt, eine gesunde Situation, eine nominelle Stabilisierung der Schulden sind auch eine ganz wichtige Grundlage für ein gutes Investitionsklima. Wir haben für die Abfederung der Folgen der Frankenstärke nicht unmittelbar wirkende Massnahmen ergriffen, den unmittelbar wirkenden automatischen Stabilisator Arbeitslosenversicherung einmal davon ausgenommen. Hier haben wir die Möglichkeiten aktiviert, die wir heute bei Teilarbeitslosigkeit haben, die kennen Sie.
Konjunkturpolitische Massnahmen - Herr Kollege Schneider-Ammann hat es gesagt - stehen im Moment nicht zur Diskussion, sind nicht angebracht, weil sie nachfrageseitig wirken würden. Sie würden vor allem den Inlandmarkt, die Binnennachfrage ankurbeln, und das ist heute kein Thema. Gezielte Sofortmassnahmen sind nicht grundsätzlich auszuschliessen, auch danach wurde heute gefragt. Aber das ist ebenfalls im Rahmen der Analysen, die wir in den kommenden Monaten machen werden, zu prüfen. Wenn notwendig, sind Massnahmen zu überprüfen, im Rahmen der Grenzen, die wir durch unser Budget, unsere Möglichkeiten haben, wobei die Möglichkeiten ja durchaus gegeben sind, wenn die Konjunktur schwierig wird.
Abgesehen vom Thema Frankenstärke - das haben Kollege Schneider-Ammann und viele von Ihnen auch gesagt - ist ganz zentral, dass wir gute Rahmenbedingungen und eine bessere Standortattraktivität haben, und daran arbeiten wir. Das ist das, was die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz letztendlich erhalten und auch stärken wird, was auch den Folgen der Frankenstärke entgegenwirken kann.
Wir haben verschiedene Massnahmen, die zur Diskussion anstehen und demnächst auch von Ihnen diskutiert werden. Eine ist die Unternehmenssteuerreform III - einige von Ihnen haben dazu bereits Position bezogen. Herr Nationalrat Germanier hat gesagt, dass eine Steuer auf privaten Kapitalgewinnen gar nicht infrage kommt. Ich bin froh, wenn Sie mir dann eine Alternative für eine Gegenfinanzierungsmassnahme bringen. Wenn man sagt, dass etwas nicht infrage kommt, bin ich immer froh, wenn man sagt, was dann auf der anderen Seite infrage kommt. Es ist für uns alle klar: Diese Unternehmenssteuerreform III muss gegenfinanziert werden, mindestens soweit das möglich ist, und wir werden auch noch darüber diskutieren. Wir entlasten ja die Unternehmen, was dringendst notwendig ist, und dann kann man auf der anderen Seite fragen, wieweit man die Anteilsinhaber auch noch entlastet oder ob man sie in einem bescheidenen Mass belasten soll. Wir werden Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren.
In diesem Zusammenhang hat auch Frau Nationalrätin Badran eine Frage gestellt, nämlich zur Behandlung der Forschung und Entwicklung. Wir werden das jetzt in Zusammenhang mit der Erarbeitung der BFI-Botschaft überprüfen; das ist ein Anliegen, das im Rahmen der Vernehmlassung eingebracht worden ist. Wir schlagen ja die Lizenzboxen vor, die einen Teil der notwendigen Anliegen abdecken können. Auf der anderen Seite steht aber die Frage der Entlastung der Forschung und Entwicklung. Wir können uns durchaus vorstellen, dass wir einen entsprechenden Vorschlag zur Entlastung der Forschung und Entwicklung auf Kantonsstufe machen, also im Rahmen der kantonalen Besteuerung. Ich denke, das würde sehr vielen Unternehmen etwas Luft geben und etwas helfen, um intensiver tätig zu sein. Sie werden die entsprechenden Ausführungen in der Botschaft finden. Sie sagen auch, dass diese Entlastung möglichst schnell geschehen soll: Ja, auch ich hoffe, dass die Unternehmenssteuerreform III möglichst schnell im Parlament durchgeht, dass wir sie diskutieren und auch umsetzen können. Das ist wichtig für unseren Finanzplatz und vor allem auch für den Werkplatz Schweiz.
Ich komme zum ganzen Themenpaket Mehrwertsteuer und damit zu den Fragen Einheitssteuersatz und Sondersatz für Beherbergungsleistungen: Wir haben heute gehört, dass man damit einverstanden wäre, diesen Sondersatz zu verewigen. Teilweise haben wir das ja schon getan: Wir haben ihn so viele Male verlängert, dass er schon bald Tradition ist. Wir müssen diese Frage jedoch wieder einmal seriös diskutieren. Gleichzeitig liegen parlamentarische Vorstösse zum Thema Einheitssteuersatz bei der Mehrwertsteuer vor. Daneben gibt es, wie schon angetönt, auch Vorstösse mit dem Anliegen einer definitiven Weiterführung des Sondersatzes für Beherbergungsleistungen. Ein drittes Anliegen ist es, die Beherbergungsabgabe in einen neuen Gastgewerbesatz überzuführen, wobei dort auch die Restaurants hineingenommen werden könnten.
Wir können über alles diskutieren, aber es wäre schon gut, wenn wir uns dann auf einen einzigen Weg einigen und diesen auch wirklich beschreiten könnten. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Der Bundesrat hat im Rahmen der Motion Hess Hans 04.3655 bereits im Jahre 2005, also vor langer Zeit, zum Ausdruck gebracht, dass er sich einen Gastgewerbesatz durchaus vorstellen könnte. Vielleicht kommen wir darauf zurück.
Noch zu Herrn Nationalrat Lustenberger: Die Frage zur Publica habe ich beantwortet. Sie haben sich aber noch einmal etwas über die Ausschreibungen des Bundes und über bestimmte Massnahmen geärgert. Ich kann Ihnen dazu sagen - wir haben entsprechende Statistiken -, dass der Anteil der Zuschläge ans Ausland im Jahre 2013 bei 6 Prozent lag, im Jahre 2012 bei 7 Prozent. Der grosse Teil der Zuschläge erfolgt also an Unternehmen in der Schweiz. Wenn Sie sich die Summe der getätigten Zahlungen anschauen, stellen Sie fest, dass 90 Prozent davon an inländische Unternehmen gingen. Das heisst nicht, dass wir hier nicht noch Bedarf hätten, etwas zu tun. Sie kennen das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen, das den Rahmen abgibt. Ich kann Ihnen sagen: Ich bin die Erste, die diesen Rahmen so weit wie möglich ausschöpfen will. Wir haben vonseiten des Parlamentes aber auch schon gehört - in Zusammenhang mit verschiedenen Projekten, die nicht optimal gelaufen sind -, dass wir uns ganz eng und klar an diesen Rahmen zu halten haben. Wir müssen hier den Weg finden. Sicher ist aber, dass wir jetzt aufmerksam beobachten, ob das Verhältnis der Vergaben ins Inland zu den Vergaben ins Ausland mit der Frankenstärke dasselbe bleibt oder ob hier allenfalls etwas zu unternehmen ist. Das werden wir auch analysieren.
Von Verschiedenen von Ihnen wurde die Energiestrategie 2050 erwähnt. Wir werden die Möglichkeit haben - auch im Rahmen einer Verfassungsabstimmung -, diese Strategie wirklich festzunageln. Es handelt sich um eine Zukunftsstrategie für unser Land und für die nächsten Generationen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass dieser Weg der richtige ist und weitergeführt werden soll. Wir werden noch Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren. Es geht nicht um eine ökologische Zwängerei, Herr Nationalrat Knecht. Es geht darum, dass man einen Entscheid, den man getroffen hat, konsequent weiterführt und letztendlich auch zu dem übergeht, was eine Mehrheit von Ihnen - auch von jenen, die heute heftigst Kritik üben - immer gefordert hat, nämlich ein Lenkungssystem. Ich denke, alle, die das schon öffentlich gefordert haben, werden sich auch daran halten. Wir werden diese Diskussion dann also noch führen können.
Damit habe ich, wenn ich das richtig sehe, mit Ausnahme der Fragen von Herrn Nationalrat Müller Philipp zum Personalbereich die Fragen beantwortet.
Zum Anstieg der Personalkosten beim Staat und bei staatsnahen Betrieben: Es ist so, die Personalkosten sind gestiegen; es ist so, die Aufgaben haben zugenommen; es ist so, die Anforderungen an die Mitarbeitenden in den staatlichen und staatsnahen Betrieben sind auch gestiegen. Aber selbstverständlich wollen wir uns auch darum bemühen, die Personalkosten nicht weiter ansteigen zu lassen. Wir haben für das Jahr 2016, das wissen Sie, bereits eine Limite festgelegt und gesagt, dass wir einfach die Zahlen von 2015 weiterführen. Also, insofern ist ein Stopp beim Anstieg drin. Wir schauen natürlich auch darauf, dass die Löhne nicht stärker steigen als in der Privatwirtschaft. Herr Nationalrat Müller, es ist einfach gut, wenn man die verschiedenen Kategorien anschaut. Sie haben Recht, wenn Sie sagen, in den unteren Lohnstufen seien wir - der Bund, die öffentliche Hand - sehr gut. Wenn Sie dann aber die oberen, qualifizierten Funktionsklassen anschauen, dann sehen Sie, dass wir schon nicht mehr so viel besser als die Privatwirtschaft und zum Teil gar nicht konkurrenzfähig mit der Privatwirtschaft sind. Aber es ist eine Daueraufgabe, für die Entlöhnung beim Bund wirklich ein gutes Mass, einen Weg zu finden.
Noch zur Frage der Zollabwicklung: Wir haben Ihre entsprechenden Motionen nicht vergessen. Wir setzen die Motionen um, sie haben höchste Priorität. Im Moment liegen die Grenzen bei der Informatik. Wir sind im Moment nicht in der Lage, bei der Umstellung in der Informatik schneller voranzugehen. Aber ich kann Ihnen sagen: Wir legen bei der Zollverwaltung alle Kraft in diese elektronischen Zollabwicklungen, und ich hoffe, dass wir demnächst am Ziel sind.
Marra Ada · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Madame la conseillère fédérale, vous avez parlé de contrôle des changes en commentant notre proposition d'introduire une taxe sur les achats spéculatifs de francs suisses, alors qu'elle sert en fait à freiner la spéculation qui entraîne une appréciation du franc suisse. Estimez-vous, lorsqu'on part en vacances et qu'on va dans une banque ou ailleurs acheter des dollars ou des euros, que ces institutions qui gardent une commission réalisent un contrôle des changes?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Bis jetzt ist es so, dass sich diese Geldwechselstuben oder auch die Banken absolut korrekt verhalten und die Kontrolle auch entsprechend wahrnehmen. Ich sehe keine Notwendigkeit, hier zusätzliche Kontrollen einzuführen.
Matter Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Bundesrätin, ich habe eine Frage: Finden Sie es korrekt, dass die Pensionskasse des Bundes eine Sonderstellung hat, indem sie nicht mit einer Negativverzinsung rechnen muss, die privaten Pensionskassen hingegen schon?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Herr Nationalrat Matter, ich habe genau diese Frage von Herrn Nationalrat Lustenberger zu beantworten versucht. Ich möchte das vielleicht noch einmal ausführen:
Es ist so, dass die Nationalbank gestützt auf Artikel 11 des heutigen Nationalbankgesetzes die Möglichkeit hat, dem Bund und Bundesinstitutionen, also selbstständigen und unselbstständigen Anstalten, Bankdienstleistungen zu Marktkonditionen zu gewähren. Sie "kann"; es ist nirgends festgehalten, dass die Publica von diesem Vorteil profitieren soll. Es ist auch in der Botschaft zum Nationalbankgesetz von 2002 so ausgeführt. Die Nationalbank kann das machen, sie überprüft jetzt aber, ob die Voraussetzungen, die damals gegeben waren, nach wie vor gegeben sind, um eben der Publica diese Sonderbehandlung zu gewähren.
Ich begreife diese Frage sehr gut, und ich denke, es ist auch richtig, dass man sie jetzt prüft und abklärt, ob die Begründung für eine Sonderbehandlung im heutigen Umfeld noch besteht.
Bernasconi Maria · Mit-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Madame la conseillère fédérale, vous avez parlé des bonnes conditions-cadres pour l'économie qui existent en Suisse. Il me semble que vous n'avez pas mentionné un aspect, à savoir le bon fonctionnement du service public, qui est également une bonne condition-cadre pour l'économie. Or, comme vous êtes la responsable en chef des employés de la Confédération, pouvez-vous confirmer que le bon travail exécuté par les employés de l'Etat - l'évaluation du personnel a d'ailleurs eu lieu dernièrement - fait aussi partie des conditions essentielles pour que l'économie fonctionne?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Ich kann das sehr gerne bestätigen, Frau Nationalrätin Bernasconi. Es ist so: Der Bund, die öffentliche Hand insgesamt, auch die Kantone, hat hervorragende Mitarbeitende und erbringt eine wirklich gute Leistung. Wenn Sie diese Arbeit im Vergleich mit anderen Ländern anschauen, sehen Sie, denke ich, dass unsere Mitarbeitenden eine hervorragende Arbeit leisten. Das wird auch anerkannt.
Es ist interessant: Ich höre hier im Rat, wie immer wieder moniert wird: "Ihr habt zu viele Mitarbeitende, ihr habt zu viel Personal!" Was für Arbeit geleistet wird, wird nicht richtig gewürdigt, aber dieselben Nationalrätinnen und Nationalräte, Ständerätinnen und Ständeräte nehmen dann gerne die Leistungen unserer qualifizierten Mitarbeitenden in Anspruch - zu Recht natürlich, denn diese Mitarbeitenden sind ja auch da, um die entsprechenden Antworten zu geben und die entsprechenden Arbeiten zu machen.
Ich denke, es ist wichtig, dass man anerkennt, dass der Bund und die Kantone sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass die öffentliche Hand eine gute Leistung erbringt.
Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Frau Bundesrätin, Sie haben erfreulich präzis auf verschiedene Fragen geantwortet. Ich habe jetzt einen Widerspruch festgestellt: Wann soll jetzt dieser Bericht zum währungspolitischen Instrumentarium kommen? In der Fragestunde haben Sie auf die Frage von Herrn Aebischer (15.5054) gesagt, wir dürften bis Juni damit rechnen. Jetzt haben Sie gesagt, dass er bis Ende Jahr vorliegen werde.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Es bleibt bei Juni. Entschuldigung, ich habe mich versprochen.
Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Frau Bundesrätin, können Sie mir sagen, was Ihres Erachtens die Hauptgründe der Nationalbank waren, die dazu führten, dass sie 2011 den Mindestkurs eingeführt hat?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Diese Frage müssten Sie eigentlich der Nationalbank stellen. Sicher war es so, dass der Franken schon in den Jahren 2009/10 zu stark war, dass auch die Wirtschaft eine schwierige Situation hatte. Ab 2009 hatten wir in der Binnenwirtschaft wie auch im Export wirtschaftliche Schwierigkeiten zu verzeichnen. Das werden die Gründe dafür gewesen sein, dass die Nationalbank diese Untergrenze eingeführt hat.
Wasserfallen Christian · Mit-M · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion
Frau Bundesrätin, ich beziehe mich gerne noch auf Ihre Ausführungen zur Energiepolitik. Die FDP-Liberale Fraktion hat ja einen eigenen Vorschlag präsentiert, wie man einen wirtschaftsfreundlichen Übergang vom Fördern zum Lenken machen könnte. Der Bundesrat hat leider darauf verzichtet, diesen Vorschlag ernst zu nehmen. Wie kommen Sie darauf, dass heutzutage neue und höhere Lenkungsabgaben für die Wirtschaftlichkeit der Exportindustrie gut sein könnten? Oder, ganz präzise gefragt: Sind die Lenkungsabgaben, die Sie präsentieren, etwa Ihr Konjunkturprogramm?
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden
Wenn wir jetzt von einem Konjunkturprogramm sprechen würden, Herr Nationalrat Wasserfallen, würden wir wahrscheinlich nicht vom Jahr 2030 sprechen, auch nicht vom Jahr 2020. Da müssten wir etwas haben, das direkt nächstes, übernächstes Jahr wirken würde. Die zweite Stufe der Energiestrategie 2050 wird ja ab dem Jahr 2020 eingeläutet und im Jahr 2030 dann vollständig umgesetzt sein; da sprechen wir aus heutiger Optik nicht von einem Konjunkturprogramm.
Wenn Sie aber diese ganze Vorlage genauer anschauen, dann stellen Sie fest, dass sie fiskalquotenneutral ist und dass eine Rückverteilung sowohl an die Unternehmen als auch an die Privaten, an die Haushalte, stattfindet. Ich bin davon überzeugt, dass es letztendlich für die privaten Haushalte und für die Unternehmen interessant ist, sorgfältig mit Energie umzugehen, damit das, was sie zurückbekommen, im Betrag höher ist als das, was sie bei der Energie zusätzlich ausgeben. Ein vorsichtiger, ein vernünftiger Umgang mit der Energie wird also dazu führen, dass sie mehr Mittel zur Verfügung haben werden; das gilt für die Unternehmen wie auch für die natürlichen Personen. Ich möchte Sie bitten, die Vorlage noch einmal genau anzuschauen.
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): Nous sommes au terme de ce débat; les interpellations sont ainsi liquidées.