12.039
Personenfreizügigkeit. Flankierende Massnahmen. BG. Anpassung
Spuhler Peter · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich halte mich kurz; ich weiss, alle möchten den nächsten Zug erreichen. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass sich die SVP-Fraktion hier noch kurz erklären kann.
Wir sind dagegen, dass man unter dem Deckmantel der Personenfreizügigkeit permanent die flankierenden Massnahmen verschärft. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb, und es kann nicht sein, dass wir unsere liberale Wirtschaftsordnung permanent aushöhlen. Ich möchte Sie daran erinnern: Das Lohnverhältnis Schweiz-Polen ist in meiner Branche eins zu vier - ich habe in beiden Ländern eine Unternehmung. Und wenn wir die Vorteile eines liberalen Arbeitsgesetzes auch noch aushöhlen, werden wir in der Zukunft eben noch mehr Probleme haben, mit einem starken Werkplatz Schweiz zu bestehen.
Konkret zur Solidarhaftung: Darüber habe ich schon zwei-, dreimal hier im Rat zu Ihnen gesprochen. Es gibt drei Punkte, die nicht durchdacht sind:
1. Die Baubranche ist eine KMU-Branche. Viele kleinere Baugeschäfte haben nicht die Möglichkeit, über eine gute Bonitätsprüfung ihrer Unterlieferanten zu verfügen. In vielen solchen KMU ist es die Frau des Geschäftsführers, die die administrativen Arbeiten macht. Wie stellen Sie sich das im Hinblick auf KMU mit unter hundert Mitarbeitern vor, die, speziell auch noch im Ausland, solche Prüfungen vorzunehmen haben?
2. Was heisst Solidarhaftung für die Frage "KMU und Banken"? Wenn ein KMU plötzlich für zehn, zwanzig, dreissig zusätzliche Unternehmungen haften muss, kommt der Banker zum KMU und sagt: "Ich will mehr Sicherheiten." Und wenn das KMU diese Sicherheiten, speziell in einem wirtschaftlich und politisch schwierigen Umfeld, nicht erbringen kann, dann bedeutet das, dass ihm die Bank die Kreditlinie runterfährt.
3. Denken Sie auch an Basel III. Basel III heisst, es muss mehr Eigenkapital unterlegt werden, Kredite werden teurer.
Ich bitte Sie, überlegen Sie sich gut, worüber Sie hier abstimmen! Wir wollen kein KMU-Sterben in der Schweiz haben!
Schwaab Jean Christophe · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Nous nous apprêtons à prendre une décision capitale pour nos entreprises, y compris les plus petites d'entre elles, mais surtout pour leurs salariées et salariés.
Qui en ce moment prend le pouls de la population le constate sans peine: la population soutient la libre circulation des personnes. Elle la soutient car elle sait qu'elle est source de croissance et d'emploi. Mais elle ne la soutient qu'à condition que cette libre circulation ne soit pas source d'abus, qu'elle ne soit pas source de sous-enchère salariale et qu'elle ne soit pas source de concurrence déloyale, dont souffrent avant tout nos petites et moyennes entreprises. La population ne soutient l'ouverture du marché du travail que si, en Suisse, et ne vous en déplaise Monsieur Spuhler, on paie non pas des salaires polonais, non pas des salaires allemands, non pas des salaires français, mais des salaires suisses. La population ne soutient l'ouverture du marché du travail que si elle sait que, lorsqu'il y a des abus, ces derniers seront efficacement traqués et punis.
La responsabilité solidaire est actuellement la seule réponse valable à ces inquiétudes légitimes. Ce n'est ni de la bureaucratie, ni de la surréglementation, ni une entrave insupportable à la liberté économique. Au contraire, c'est le moyen d'instaurer enfin une concurrence loyale dont profiteraient - je le répète - avant tout nos petites et moyennes entreprises.
Aujourd'hui, refuser ce renforcement indispensable des mesures d'accompagnement serait commettre une erreur fatale pour nos entreprises et nos emplois, dont le peuple se souviendrait lorsqu'il sera appelé à se prononcer à nouveau sur la libre circulation des personnes.
Je vous remercie d'accepter la modification au vote final.
Abstimmung
2. Bundesgesetz über die flankierenden Massnahmen bei entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und über die Kontrolle der in Normalarbeitsverträgen vorgesehenen Mindestlöhne
2. Loi fédérale sur les mesures d'accompagnement applicables aux travailleurs détachés et aux contrôles des salaires minimaux prévus par les contrats-types de travail
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Entwurfes ... 106 Stimmen
Dagegen ... 79 Stimmen