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Die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden Unesco-konform erleichtern
Atici Mustafa · Mit-M · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Mich erreichen regelmässig Klagen von Veranstaltern interkultureller Anlässe, da sie allergrösste Schwierigkeiten haben, die Einreise für Kulturschaffende aus dem globalen Süden zu erreichen. Stellen Sie sich vor: Da findet ein interkulturelles Musikfestival statt, und ausgerechnet die Musiker und Musikerinnen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika erhalten von den Schweizer Behörden für ihren Auftritt kein Visum, oder sie erhalten es, was die Planung äusserst erschwert, erst im allerletzten Moment und mit fast unerfüllbaren Auflagen. Das ist schlecht für die Betroffenen und für unser Land, dessen Möglichkeiten, vom Reichtum interkultureller Begegnungen zu profitieren, so stark beschnitten werden.
Ich fordere den Bundesrat deshalb mit meinem Postulat auf, Wege zu prüfen, um die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden Unesco-konform zu erleichtern, und darüber Bericht zu erstatten - "Unesco-konform" deshalb, weil sich die Schweiz in Artikel 16 des Unesco-Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen völkerrechtlich verpflichtet hat, die Einreise von Kunst- und Kulturschaffenden aus visumpflichtigen Staaten für Kulturanlässe in der Schweiz zu erleichtern.
Der Bundesrat verweist in seiner ablehnenden Stellungnahme auf den Visumkodex der Europäischen Union, der für alle Schengen-Staaten verpflichtend ist, also auch für die Schweiz, und bestätigt, dass die Schweiz einen sehr grossen Ermessensspielraum hat, um Kulturschaffenden die Einreise in die Schweiz Schengen-konform zu erleichtern. So kann das SEM oder das EDA in Einzelfällen gestützt auf Artikel 16 Absatz 6 des Visumkodexes den Betrag der zu erhebenden Visumgebühr erlassen oder ermässigen, wenn das der Förderung kultureller Interessen dient. Wenn ich mit Kulturveranstaltenden spreche, so gewinne ich allerdings nicht den Eindruck, dass das SEM und das EDA von dieser Kompetenz regen Gebrauch machen. Wie restriktiv diese Möglichkeit tatsächlich umgesetzt wird, scheint auch der Bundesrat nicht zu wissen. Umso wichtiger wäre der von mir angeforderte Bericht.
Sehr oft scheint es sich auch um ein Informations- und Kommunikationsproblem zwischen dem Schweizer Aussennetz, den zuständigen Bundesstellen, den Kantonen und den Kulturveranstaltenden zu handeln. Mit einem Ausbau der Informations- und Ausbildungsangebote mit praktischen Anregungen könnte sehr viel erreicht werden, um die Mobilität von Kulturschaffenden zu erleichtern. Auch diese Forderung des Postulates bleibt ungenügend umgesetzt.
Bei Weitem nicht ausgeschöpft ist auch das Potenzial von Angeboten für mehrmonatige Aufenthalte von Kunst- und Kulturschaffenden aus Drittstaaten in der Schweiz. Der Bundesrat anerkennt, dass sich das Kulturschaffen durch eine besonders ausgeprägte Internationalität auszeichnet. Diesem Umstand muss bei der Visa-Erteilung und befristeten Aufenthalten mehr Rechnung getragen werden.
Aus all diesen Gründen ersuche ich Sie, meinem Postulat zuzustimmen, und danke für Ihre Unterstützung.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden ist ein zentrales Anliegen der Unesco-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Deren Sicherstellung ist deshalb für die Schweiz wichtig.
Pour les personnes originaires de pays tiers, la Suisse est liée aux règles de Schengen en ce qui concerne les conditions d'entrée. Néanmoins, en matière de visas, les Etats ont une certaine marge de manoeuvre afin que les conditions puissent être allégées en matière de procédure pour favoriser la promotion d'intérêts culturels; par exemple, une exemption ou une réduction des frais de visas peut être décidée pour des cas particuliers, dans le but de promouvoir les intérêts culturels. Lorsque cela s'avère approprié, la Suisse utilise, selon les données portées à ma connaissance, cette marge de manoeuvre.
La dimension internationale de la création culturelle est également prise en considération dans le cas de l'exercice d'une activité lucrative. Ainsi, les artistes ont la possibilité d'exercer une activité lucrative en Suisse pendant huit mois au maximum sans être soumis à un contingent. Les cantons sont compétents pour délivrer de telles autorisations. En effet, ces autorisations ne sont pas soumises à la procédure d'approbation de la Confédération.
Afin de promouvoir les échanges culturels internationaux, il existe également la possibilité d'une admission simplifiée pour certaines résidences d'artistes. Lors de la demande de visa d'un artiste, les représentations suisses à l'étranger compétentes sont instruites en ce sens.
Suite aux défis identifiés dans le troisième rapport périodique de la Suisse, la Confédération a entrepris des efforts supplémentaires depuis 2020. Conformément à l'une des recommandations de ce rapport, plusieurs services fédéraux, en particulier Pro Helvetia et la Coalition suisse pour la diversité culturelle, sont en train de développer une fiche d'information spécifique à l'instar de ce qui est demandé notamment dans le cadre de l'intervention du conseiller national Atici. Il s'agit, d'une part, de sensibiliser les services chargés de l'octroi des visas aux spécificités du secteur culturel et, d'autre part, les institutions culturelles et les organisateurs doivent être mieux informés des dispositions existantes.
Comme vous pouvez le constater, la Confédération est déjà active à différents niveaux. Il est important de préciser que le Conseil fédéral établira un nouvel état des lieux à l'occasion du quatrième rapport périodique de la Suisse, l'année prochaine, en 2024.
En conséquence, par rapport à ces différentes informations et à la rédaction de ce rapport en 2024, le Conseil fédéral propose le rejet du postulat.
Abstimmung
Präsident (Nussbaumer Eric, erster Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 80 Stimmen
Dagegen ... 105 Stimmen
(0 Enthaltungen)