08.041, 08.057
Budget 2009 / Plan financier 2010-2012. Rapport
Müller Thomas · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe PDC/PEV/PVL
Es ist ein eigenartiges Gefühl, vor diesem leeren Saal zu sprechen, aber wir bringen das hinter uns.
Unser Rat hat mit dem Voranschlag 2009 insgesamt fünf Bundesbeschlüsse zu verabschieden sowie den Finanzplan 2010-2012 zur Kenntnis zu nehmen. Der Nachtrag II zum Voranschlag 2008 wird zusammen mit der Botschaft zum Massnahmenpaket zur Stärkung des schweizerischen Finanzsystems behandelt. Die Bundesbeschlüsse zum Voranschlag finden Sie in Band 1 sowie in Band 4. Der Bundesbeschluss über den Voranschlag für das Jahr 2009 ist in Band 1 enthalten; er ist auch dem Zahlenteil der Fahne angeheftet und enthält die Ergebnisse der Beratungen. Die vier Bundesbeschlüsse zu den Sonderrechnungen für das Jahr 2009 finden Sie in Band 4. Da von der Finanzkommission keine Änderungen beantragt werden, gibt es zu diesen Bundesbeschlüssen auch keine Fahne. Wir verweisen deshalb auf die Botschaft.
Die Budgetberatungen in der Kommission sind von der sich verschlechternden Wirtschaftslage gezeichnet gewesen. Der Bundesrat hat die Budgetbotschaft am 20. August 2008 verabschiedet und ist damals von einem Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes von 1,3 Prozent und des nominellen Bruttoinlandproduktes von 3,6 Prozent ausgegangen. Bereits in der Eintretensdebatte, an der Sitzung vom 4. und 5. September 2008, hat die Finanzkommission die möglichen Auswirkungen der Wirtschaftslage auf die Bundeseinnahmen diskutiert und erörtert, was diese für den Voranschlag bedeuten könnten. Der Kommission war klar, dass die Annahmen zumindest teilweise überholt sein dürften. Sie hat aber einen Rückweisungsantrag abgelehnt, den Sie auf der Fahne auf Seite A1 finden, und zwar mit 14 zu 8 Stimmen.
Am 12. November 2008, dem ersten Sitzungstag der Detailberatung, hat der Bundesrat im Rahmen einer Nachmeldung diverse Aufstockungen in der Gesamthöhe von 341 Millionen Franken beantragt. Er will damit dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenwirken. Die Finanzkommission ist dem Bundesrat bei dieser Nachmeldung bis auf eine Ausnahme gefolgt. Sie hat insbesondere der Aufhebung der Kreditsperre zugestimmt. Die Aufhebung der Kreditsperre erhöht die Ausgaben des Bundes um 205 Millionen Franken. Die Umsetzung der Kreditsperre erfolgte bei einzelnen Departementen durch die Sperrung von 1 Prozent des Kreditbetrags auf den einzelnen Konti. Diese sind auf der Fahne nicht aufgeführt. Im Zahlenteil der Botschaft sind die Beträge ohne Kreditsperre massgebend. Die Kommission stimmte dieser Aufhebung mit 17 zu 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen zu. Andere Departemente setzten den Einsparungsbetrag durch gezielte Kürzungen um. Die entsprechende Aufhebung ist auf der Fahne als "Aufhebung gezielte Kürzung Kreditsperre" aufgeführt. Die Kommission stimmte dieser Aufhebung mit 16 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung zu. Eine Minderheit der Kommission beantragt die Beibehaltung der Kreditsperre. Sie finden diesen Antrag auf Seite A1 der Fahne. Wenn Sie der Kommissionsmehrheit folgen, so sind diese Aufstockungen genehmigt.
Nun noch zur Nachmeldung, bei der die Finanzkommission dem Antrag des Bundesrates nicht gefolgt ist: Bei der Aufstockung für die Förderung von gemeinnützigen Bauträgern beantragt die Kommissionsmehrheit lediglich eine Aufstockung um 30 Millionen Franken, eine Minderheit folgt dem Bundesrat, der eine Aufstockung um 50 Millionen beantragt.
Der Bundesrat legt dem Parlament unter Einbezug der Nachmeldung bei Ausgaben von 58,898 Milliarden und Einnahmen von 59,967 Milliarden einen Voranschlag mit einem Überschuss von 1,069 Milliarden Franken vor. Die veranschlagten Gesamtausgaben liegen um 769 Millionen Franken unter den höchstzulässigen Ausgaben, womit im Voranschlagsjahr 2009 die Vorgaben der Schuldenbremse erfüllt sind. Die Einnahmen wachsen im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent, d. h. um rund 2 Milliarden Franken. Diese Einnahmen dürften die grosse Unbekannte beim Vollzug des Voranschlages 2009 sein.
Gemäss den Beschlüssen der Finanzkommission unseres Rates erhöhen sich die Aufwände gegenüber dem Entwurf des Bundesrates vom 20. August 2008 um 136 Millionen Franken und die Investitionen um 123 Millionen Franken. Im Ergebnis änderte die Finanzkommission unseres Rates sehr wenig gegenüber dem bundesrätlichen Voranschlagsentwurf, was sich heute in der Vielzahl von Minderheitsanträgen äussert. Die Mehrheit stockt bei Heimatschutz und Denkmalpflege um rund 9,1 Millionen Franken sowie bei den Beiträgen ans VBS für die Abgeltung der Kantone für den Botschaftsschutz um 12 Millionen Franken auf. Die Erhöhung der Anzahl Stellen bei der Elcom wird durch eine Erhöhung der Gebühreneinnahmen um 875 000 Franken finanziert.
Die Anträge der Finanzkommission finden Sie auf der Fahne. Auf die einzelnen Anträge gehen wir bei der Detailberatung ein. Ich kann Ihnen nur sagen, dass die Finanzkommission mit ganz klaren Abstimmungsergebnissen Beschluss gefasst hat:
Bundesbeschluss I über den Voranschlag 2009: Die Finanzkommission stimmte mit 17 zu 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen zu.
Bundesbeschluss II über die Entnahmen aus dem Fonds für die Eisenbahn-Grossprojekte für das Jahr 2009: Die Finanzkommission stimmte mit 17 zu 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen zu.
Bundesbeschluss III über die Entnahmen aus dem Infrastrukturfonds für das Jahr 2009: Die Finanzkommission stimmte mit 22 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltung zu.
Bundesbeschluss IV über den Voranschlag 2009 des Bereichs der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Bereich): Die Zustimmung der Finanzkommission erfolgte mit 24 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung.
Bundesbeschluss V zum Voranschlag der Eidgenössischen Alkoholverwaltung für das Jahr 2009: Die Zustimmung erfolgte mit 24 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung.
Ich ersuche Sie, den Anträgen der Mehrheit der Finanzkommission unseres Rates zuzustimmen.
Bugnon André · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Le président (Bugnon André, V, VD): Nous félicitons Monsieur Müller qui a son anniversaire aujourd'hui. (Applaudissements)
Carobbio Guscetti Marina · Mit-F · Conseil national · Tessin · Groupe socialiste
Le Parlement doit se prononcer sur cinq arrêtés fédéraux et prendre acte du plan financier 2010-2012. Le supplément II au budget 2008 sera quant à lui traité en même temps que le message concernant un train de mesures destinées à renforcer le système financier suisse.
Les arrêtés fédéraux concernant le budget 2009 se trouvent dans les tomes 1 et 4 du message. Il s'agit des arrêtés suivants: il y a d'abord l'arrêté fédéral I concernant le budget pour l'année 2009; il figure également dans le dépliant où il prend en compte les résultats des délibérations de la commission. Quant aux quatre arrêtés fédéraux concernant les comptes spéciaux, ils se trouvent dans le tome 4. Dans la mesure où la Commission des finances n'a pas proposé de modifications, il n'y a pas de dépliant à leur sujet. Dès lors, nous vous renvoyons au message.
Les délibérations concernant le budget ont été marquées par la détérioration de la situation économique. En effet, le Conseil fédéral a adopté le message concernant le budget 2009 le 20 août dernier. Il tablait sur une croissance du produit intérieur brut en termes réels de 1,3 pour cent et en termes nominaux de 3,6 pour cent, alors que la situation au cours des derniers mois indique plutôt une croissance nulle ou même négative pour l'an prochain.
En conséquence, lors du débat d'entrée en matière des 4 et 5 septembre derniers, la Commission des finances a évoqué les effets possibles de la péjoration de la situation économique sur le budget et, en particulier, sur les revenus de la Confédération. Si pour le Conseil fédéral, au début septembre encore, il n'y avait pas de raison de conduire une politique financière expansive, pour la commission il était clair que les hypothèses de départ étaient, du moins partiellement, à revoir.
Toutefois, la proposition de renvoi au Conseil fédéral (minorité Schwander), qui demande de présenter un budget 2009 avec une croissance des dépenses de 2 pour cent et non de 3 pour cent, et la proposition de remanier les recettes planifiées en calculant avec une croissance économique plus basse que prévue (minorité Schwander), ont été rejetées en commission par 14 voix contre 8. Présenter un budget avec une croissance des dépenses de 2 pour cent signifierait couper 600 millions de francs prévus pour les dépenses non liées.
Le 12 novembre dernier, lors de la première journée de la séance de la commission consacrée à la discussion par article, le Conseil fédéral lui a soumis, par le biais d'une annonce tardive, une proposition d'augmentation globale du budget de l'ordre de 341 millions de francs. L'objectif du Conseil fédéral est de contrer le ralentissement économique par des mesures ciblées qui peuvent immédiatement être mises en oeuvre. Ce sont des projets mûrs, qui ne nécessitent plus de processus de validation, mais qui, selon le Conseil fédéral, ne doivent pas dépasser la marge prévue dans le cadre du frein à l'endettement. La commission a suivi l'ensemble des propositions du Conseil fédéral, sauf celle relative à la position "Mesures encouragement, maîtres d'ouvrage d'utilité publique". Certains estiment que ces mesures ne sont pas suffisantes face à la situation conjoncturelle - on le verra lors de la discussion par article.
La mesure la plus importante, contenue dans l'annonce tardive, porte sur la suppression du blocage des crédits, qui a pour effet d'augmenter le budget de la Confédération de 205 millions de francs. La minorité de la commission a proposé le maintien du blocage des crédits. Cela figure dans le dépliant, nous y reviendrons.
Si vous suivez la majorité de la commission, les augmentations de budget proposées seront adoptées. Il y a une exception à noter concernant l'augmentation de la position "Mesures encouragement, maîtres d'ouvrage d'utilité publique": la majorité de la commission propose une augmentation de 30 millions de francs, alors que la minorité de la commission suit le Conseil fédéral qui propose une augmentation de 50 millions de francs.
S'agissant des chiffres d'ensemble: le Conseil fédéral soumet au Parlement, après prise en compte de l'annonce tardive, un budget qui prévoit des dépenses pour 58,898 milliards de francs, et des recettes pour 59,967 milliards, soit un excédent de 1,069 milliard de francs. Les dépenses sont inférieures de 769 millions au niveau maximum admis. Par conséquent, le budget respecte les contraintes liées au frein à l'endettement. Les revenus progressent de 2 milliards de francs, soit de 3,4 pour cent en comparaison du budget 2008. Les recettes représentent bien sûr une grande inconnue par les temps qui courent.
J'en viens aux décisions de la commission de notre conseil. Après prise en compte des décisions de la commission et en comparaison du projet de budget présenté par le Conseil fédéral au mois d'août 2008, les dépenses augmentent de 136 millions de francs et les investissements de 123 millions. Les décisions de la majorité n'ont par conséquent que très peu modifié le projet du Conseil fédéral.
La majorité a augmenté les dépenses dans le domaine de la protection du patrimoine et des sites de 9,8 millions de francs. Concernant l'indemnisation des cantons pour la protection des ambassades, elle a augmenté la contribution de la Confédération de 12 millions de francs. L'Elcom a vu sa dotation en postes augmentée de 5 unités, postes qui seront financés par une augmentation des redevances de 875 000 francs.
Contrairement au Conseil fédéral, qui prévoit une augmentation de 50 millions de francs du montant inscrit à la position 725.A4200.0102, "Mesures encouragement, maîtres d'ouvrage d'utilité publique", la majorité de la commission propose une augmentation de seulement 30 millions de francs.
Vous trouverez les propositions de la Commission des finances dans le dépliant. Nous examinerons les propositions individuelles lors de la discussion par article.
Le résultat des votes en commission a déjà été donné par le rapporteur de langue allemande, Monsieur Müller Thomas. Je vous renvoie à ce qu'il a dit ainsi qu'aux propositions figurant dans le dépliant.
La commission vous propose aussi de prendre acte du plan financier 2010-2012.
Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die SVP-Fraktion stellt Ihnen zwei Rückweisungsanträge. Der erste lautet wie folgt: "Der Voranschlag ist an den Bundesrat zurückzuweisen mit dem Auftrag, ihn derart zu überarbeiten, dass die ordentlichen Ausgaben um maximal 2 Prozent" - statt 3 Prozent bzw. 3,6 Prozent mit den Nachmeldungen - "wachsen." Der zweite Rückweisungsantrag lautet: "Die geplanten Einnahmen sind zu überarbeiten, und es ist mit einem tieferen Wirtschaftswachstum zu rechnen als geplant."
Zuerst zu den Einnahmen: Das Budget geht bekanntlich im Sommer von der Verantwortung des Bundesrates in die Hoheit des Parlamentes über. Wir haben die zwei Rückweisungsanträge bereits zu diesem Zeitpunkt gestellt. Wir haben also rechtzeitig darauf hingewiesen, dass das für 2009 erwartete nominelle Wirtschaftswachstum wesentlich unter 3,6 Prozent - real 1,3 Prozent - liegt. Begründet haben wir es mit den massiv tieferen Auftragseingängen aus den Märkten USA, China, Indien und Japan, die sich bereits im Sommer abzeichneten. Diese Tendenzen waren also bereits im Sommer erkennbar und nicht erst beim wuchtigen Ausbruch der Finanzkrise. Anfang November 2008 schrieb der Bundesrat selbst, dass die Entwicklungen in den letzten Monaten auf ein BIP-Wachstum im Jahr 2009 hindeuten, das gegen null tendieren könnte. Dabei rechnet der Bundesrat mit Einnahmenausfällen von 1,1 Milliarden Franken. Die SVP ist der Meinung, dass diese Korrekturen heute und jetzt vorzunehmen sind, bevor wir über den Voranschlag 2009 abstimmen, dies umso mehr, als bei diesem vom Bundesrat selbst entworfenen Szenario die erwarteten Mindererträge bei der Verrechnungssteuer noch nicht berücksichtigt sind.
Ein Voranschlag hat reale Einnahmenerwartungen abzubilden und nicht ein unrealistisches Wunschkonzert zu sein. Es nützt auch nichts, dem Volk etwas vorzugaukeln, wenn alle die Gürtel enger schnallen müssen. Wenn nun die Einnahmen massiv zurückgehen, dann muss auch das Ausgabenwachstum begrenzt werden. Mit Stolz weist der Bundesrat in der Medienmitteilung vom 26. Juli 2008 noch darauf hin, dass das budgetierte Ausgabenwachstum unter dem angenommenen Einnahmenwachstum liegt. Innert kürzester Zeit soll diese wichtige und bewährte Faustregel über Bord geworfen werden. Höchstens 0 Prozent Wirtschaftswachstum und ein Ausgabenwachstum - inklusive der Nachträge - von 3,6 Prozent, so lautet die Devise. Wohin führt diese Finanzpolitik? Haben wir in den letzten Jahren nicht mit allen Mitteln - mit Entlastungsprogrammen, Schuldenbremse, Kreditsperre und Budgetdisziplin - versucht, den bodenlosen Finanzhaushalt der Neunzigerjahre zu korrigieren und die Bundesfinanzen zu stabilisieren? Halten wir uns an die bewährten Massnahmen und Regeln, bevor die Morgenröte wieder zur Abenddämmerung wird!
Stimmen Sie unseren zwei Minderheitsanträgen auf Rückweisung bzw. Überarbeitung der Einnahmen zu!
Hutter Markus · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe radical-libéral
Die freisinnig-liberale Fraktion wird auf den Voranschlag 2009 eintreten, den Anträgen des Bundesrates bis auf einige Ausnahmen zustimmen und das Budget mit Überzeugung genehmigen.
Das Budget der Eidgenossenschaft 2009 sieht einen ordentlichen Überschuss von 1,4 Milliarden Franken vor. Auch für die Finanzplanjahre 2010 bis 2012 sind kleinere Überschüsse zwischen 0,2 und 0,7 Milliarden Franken vorgesehen. Lassen wir uns aber von diesen Überschüssen nicht täuschen: Die erwarteten Finanzierungsüberschüsse bilden kein ausreichendes Polster, um den Weg der finanzpolitischen Stabilisierung des Bundeshaushaltes erfolgreich weiterführen zu können. Für 2009 wurde mit einem realen Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent und für die Finanzplanjahre 2010 bis 2012 mit einem solchen von 1,5 Prozent pro Jahr gerechnet. Angesichts der aktuellen Situation auf den Weltwirtschaftsmärkten sind diese Prognosen überholt. Wir müssen davon ausgehen, dass die Konjunktur unserem Staatshaushalt nicht mehr helfen wird, sondern dass uns die Finanzkrise Sorge bereiten wird. Gegenwärtige Annahmen reichen von einem wirtschaftlichen Negativwachstum bis zu einem knapp positiven Konjunkturverlauf. Gerade weil die Rahmenbedingungen sehr unsicher sind, liebe Kollegen und Kolleginnen von der SVP-Fraktion, können wir hier nicht immer wieder kurzfristige Justierungen und Anpassungen vornehmen. In allen Fällen ist mit beträchtlichen Auswirkungen auf den Abschluss der Rechnung des Bundes zu rechnen. Dabei werden sich die grössten Auswirkungen auf der Einnahmenseite zeigen.
Die guten Rechnungsabschlüsse der vergangenen zwei Jahre sind vor allem auf die Einhaltung einer finanzpolitischen Disziplin unter Führung unseres Finanzministers, den Erfolg der beiden Entlastungsprogramme von 2003 und 2004 sowie auf die starke Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen. Diese Situation hat mittlerweile dramatisch gedreht, und von einem Rückgang der Einnahmen zu sprechen ist daher nicht Schwarzmalerei, sondern durchaus realistisch. Schon heute steht für uns fest, dass das dem Voranschlag unterstellte Einnahmenwachstum von 3,4 Prozent kaum erreicht werden kann. Die Finanzverwaltung geht in einem Szenario mit Nullwachstum von Mindereinnahmen des Bundes von einer Milliarde Franken im Jahr 2009 aus, wobei es in diesem Fall vor allem bei der Gewinnsteuer zu Einbrüchen kommen dürfte. Für die Finanzplanjahre bis 2012 drohen bei anhaltender Krise Mindereinnahmen von jährlich bis zu 3 Milliarden Franken.
Probleme bestehen aber nebst möglichen Einbrüchen bei den Einnahmen auch beim anhaltenden Wachstum auf der Ausgabenseite. Die ordentlichen Ausgaben werden gemäss Finanzplan bis 2012 mit 3,7 Prozent pro Jahr deutlich stärker wachsen als die Einnahmen der Wirtschaft oder die Teuerung, was zu einer Erhöhung der Staatsquote führen muss. Die jährlichen Mehrausgaben, namentlich im Bereich der sozialen Wohlfahrt, müssen aber zuerst noch finanziert werden. Diese Herausforderung wird durch neue Begehrlichkeiten zusätzlich erschwert. Damit drohen uns anstelle von Überschüssen bereits ab 2010 wieder Defizite. Die Schuldenbremse gibt zwar bei negativer Wirtschaftsentwicklung zusätzlichen Ausgabenspielraum. Dieser wurde mit den Mitte November vom Bundesrat angekündigten Stabilisierungsmassnahmen jedoch bereits fast vollständig ausgeschöpft. Für uns steht deshalb fest: Die Vorgaben der Schuldenbremse sind trotz Finanzkrise unbedingt einzuhalten. Einen erneuten Schuldenanstieg über unkompensierte ausserordentliche Ausgaben lehnen wir entschieden ab, weil mehr Schulden mehr Passivzinsen und mehr Belastungen für künftige Generationen bedeuten.
Machen wir uns also nichts vor! Für verschiedene aktuell diskutierte Projekte mit Zusatzbelastungen im Milliardenbereich fehlt uns heute klar der Spielraum, und nur eine konsequent vollzogene Aufgabenüberprüfung kann uns mehr Handlungsspielraum bringen. Deshalb darf trotz veränderter Rahmenbedingungen keinesfalls auf das zentrale Projekt der Aufgabenüberprüfung samt entsprechendem Aktionsplan verzichtet werden, wie dies von linker Seite aus unserer Sicht fahrlässig gefordert wird.
Ebenso fahrlässig scheint uns andererseits angesichts der drohenden Wachstumsabschwächung eine Rückweisung oder Ablehnung des vorliegenden Voranschlags. Die SVP-Fraktion behauptet jedes Jahr, unser Bundeshaushalt sei nicht im Lot und das müsse per Rückweisung korrigiert werden; dies trotz der weit über den Erwartungen liegenden Jahresrechnungen 2007 und 2008, trotz eines substanziellen Schuldenabbaus in den vergangenen vier Jahren und trotz eines budgetierten Finanzierungsüberschusses auch für das Jahr 2009. Ist eine Budgetrückweisung die Anerkennung für die bürgerlichen Parlamentsmehrheit, die in beeindruckender Disziplin die Stabilisierung unseres Bundeshaushaltes herbeigeführt hat, durch die SVP-Fraktion? Schaffen wir mehr Vertrauen und mehr Stabilität in der Wirtschaft, indem das Parlament mit der Ablehnung des Voranschlags unserer Regierung jede Handlungsgrundlage entzieht? Ganz im Gegenteil: Ein zurückgewiesenes Budget des Staatshaushaltes wird in der unberechenbar gewordenen Wirtschaftswelt noch mehr Verunsicherung und Destabilisierung schaffen.
Auch wenn die Fraktion der FDP und der Liberalen konjunkturellen Impulsprogrammen grundsätzlich kritisch gegenübersteht, weil Wirksamkeit und Effizienz derartiger Pakete in den meisten Fällen bescheiden sind, stimmt sie der vom Bundesrat unterbreiteten Nachmeldung mit Aufstockungen für den Voranschlag 2009 ohne Vorbehalt zu; ohne Vorbehalt, weil die Aufstockungen nach unserer Beurteilung effizient, sofort wirksam und verkraftbar sind. Mit diesen differenzierten Massnahmen sollte sich das Ziel der Konjunkturstützung erreichen lassen, und wir begrüssen insbesondere die etappierte, dreistufige Strategie der Aufstockungen.
Wir danken dem Bundesrat - und der Bundesverwaltung - für dieses massvolle Budget, und wir danken ihm insbesondere für die intelligente, verantwortungsbewusste und vor allem schnelle Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen. Der differenzierte Ansatz, den der Bundesrat im Budget und in der Nachmeldung gewählt hat, verdient unsere uneingeschränkte Anerkennung. Unser Weg ist zweifellos steiler und schmaler geworden, die Abgründe in Form von Risiken werden tiefer - Grund genug, dem Bundesrat auf dieser Gratwanderung im Nebel zu folgen. Der Voranschlag 2009 dient uns dabei als wertvoller Wegweiser.
Bänziger Marlies · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Eintreten ist beim Budget obligatorisch. Die SVP-Rückweisungsanträge lehnen wir Grünen ab.
Das uns vorliegende Budget ist ein relatives Budget. Es ist so relativ, wie sich die globale Finanz- und Wirtschaftssituation zurzeit darstellt. Grundlage für dieses Budget ist der Finanzplan des Bundesrates, und Grundlage des Finanzplanes bildet die Aufgabenüberprüfung des Bundesrates. Mit der Aufgabenüberprüfung bezweckt der Bundesrat eine langfristige Reduktion der Bundesausgaben respektive eine Reduktion des Aufwandes in Bezug auf das Wachstum des BIP. Der Aufwand des Bundes soll also in geringerem Masse wachsen als das BIP. Der Finanzplan ist also ein Spar-Finanzplan, das Budget ist eigentlich ein Spar-Budget, und noch ist nicht klar, wo was gespart werden soll, welche Aufgaben nicht mehr oder in geringerem Masse erledigt werden sollen. Festgelegt sind nur die Minderausgaben, festgelegt ist das Minderwachstum als Vorgabe des Bundesrates, pro Departement respektive pro Amt. Wie diese Vorgaben umgesetzt werden sollen, steht in den Sternen. Da sind die Ämter gefordert, Vorschläge zu erarbeiten.
Zusätzlich sind Steuererleichterungen geplant: bei der Familienbesteuerung, dann bei der Unternehmenssteuerreform III und beim Ausgleich der kalten Progression. Mittelfristig wird dem Bund durch diese geplanten Steuerentlastungen gegen eine Milliarde Franken pro Jahr fehlen. Aufgaben, die einer Milliarde Franken pro Jahr entsprechen, werden also vom Bund nicht mehr erfüllt werden können. Das beinhaltet das Projekt Aufgabenüberprüfung des Bundesrates. Spüren werden dies die Kantone, die Gemeinden und auch Einzelne.
Eine sinnvolle Aufgaben- und Finanzplanung bringt Aufgaben und deren Finanzierung zusammen, wie es uns der Bundesrat in seinem Nachtrag jetzt ansatzweise vorschlägt. Was uns hier vorliegt, ist die Aussage: "Steuern runter; Schulden weg; wie wir es inhaltlich, bei der Aufgabenerfüllung, hinkriegen, schauen wir dann." Das ist eine einseitige Betrachtungsweise, mit dem Fokus auf der Minderung der Ausgaben, ohne Rücksicht auf die Aufgaben und deren Erfüllung.
Dieser Finanzplan ist kein grüner Finanzplan. Wir nehmen ihn zur Kenntnis als Grundlage für künftige Interventionen. Das Budget ist auch kein grünes Budget. Aber gerade mit seiner Nachmeldung hat der Bundesrat zum Beispiel im Energiebereich ein paar wesentliche und notwendige Verbesserungen angebracht. Wir werden in der Detailberatung darauf zu sprechen kommen.
Dass der Bundesrat im Frühling ein dringend benötigtes Energieinvestitionsprogramm angekündigt hat und dann vergisst - vergisst! -, im Budget die notwendigen Mittel einzustellen, erachten wir als fast schon skurril. Wollen wir auf dem internationalen Energiemarkt à jour bleiben, Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung generieren und auch behalten, unsere lokalen KMU in der jetzigen wirtschaftlichen Situation unterstützen, so braucht es dringend Investitionen. Auch darauf kommen wir in der Detailberatung zurück.
Noch ein kleines Detail zum Schluss: Es ist bemerkenswert, dass der Bundesrat für das Alpine Museum kein Geld mehr aufbringen will und bei der Jugendsportförderung sparen möchte, dann aber 1 Million Franken ins Budget einstellt, um den Flugbetrieb Agno-Bern zu subventionieren, und 17 Millionen für die Eurocontrol ausgibt, obwohl diese Aufgaben klar in den Aufgabenbereich von Skyguide gehören und aus Fluggebühren bezahlt werden müssten und nicht aus allgemeinen Steuermitteln. Wir werden auf einen separaten Antrag hierzu verzichten, denn wir kennen die Mehrheitsverhältnisse; es würde nur die Diskussion verlängern. Wir geben Ihnen aber trotzdem bekannt, dass es systemisch nicht richtig ist.
Häberli-Koller Brigitte · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe PDC/PEV/PVL
Die CVP/EVP/glp-Fraktion unterstützt den Voranschlag 2009 mit der Nachmeldung des Bundesrates. Wir werden den entsprechenden Beschlüssen zustimmen. Der vorliegende Finanzplan ist wohl nicht mehr so ganz aktuell. Vielleicht gehört er sogar schon eher zum Altpapier. Die Rückweisungsanträge der SVP-Fraktion zum Budget lehnen wir ab.
Die wirtschaftspolitischen Massnahmen, welche der Bundesrat am 12. November 2008 beschlossen hat, erachtet unsere Fraktion als sinnvoll und als eine gute und richtige Reaktion zur richtigen Zeit. Wir stimmen der Aufhebung der Kreditsperre von 1 Prozent zu, und wir begrüssen die gemäss der Nachmeldung des Bundesrates vorgesehenen Investitionen zur Stützung der Konjunktur. Laut eigener Aussage hat der Bundesrat nach folgenden Leitlinien gehandelt: Die Massnahmen müssen effizient sein, d. h. erwiesenermassen einen Beitrag an die Volkswirtschaft leisten und auch arbeitsplatzwirksam sein. Die Massnahmen müssen finanzpolitisch verkraftbar sein, d. h., sie müssen unterhalb der Schwelle gemäss Schuldenbremse liegen, und die Massnahmen müssen zeitlich sofort ergriffen werden können, d. h. ohne Gesetzesänderungen umsetzbar sein, denn alles, was zuerst erarbeitet werden muss, kommt in der Regel zu spät. Weiter hat der Bundesrat Arbeitsbeschaffungsreserven in der Höhe von 550 Millionen Franken freigegeben. Damit können exportorientierte Unternehmen ihre Auftragslücken überbrücken.
Wir begrüssen diese Massnahmen und danken dem Bundesrat für das rasche Handeln. Damit können wir mit den richtigen Instrumenten auf die wirtschaftliche Situation reagieren. Der Voranschlag 2009 schliesst so mit einem ordentlichen Einnahmenüberschuss in der Höhe von rund einer Milliarde Franken ab, d. h. um 340 Millionen Franken schlechter als ursprünglich beantragt. Die Minderheitsanträge aus der SVP-Fraktion, an der Kreditsperre gemäss Entwurf des Bundesrates vom 20. August 2008 festzuhalten, lehnt unsere Fraktion ab.
Auch die Massnahmen betreffend Hochwasserschutz, Schutz vor Naturgefahren, Unterhalt ziviler Bauten und Exportförderung sowie Unterstützung der gemeinnützigen Bauträger machen Sinn und helfen, die Wirtschaftslage zu verbessern; wir werden diese unterstützen. Zu denken geben muss, dass die SVP-Fraktion mit ihren Anträgen auf Kürzung des Ausgabenwachstums auf 2 Prozent bei fast allen Departementen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat. Im Weiteren werden wir der Erhöhung der Entschädigungen für "Jugend und Sport"-Aktivitäten um 5 Millionen Franken zustimmen und hier die Minderheit unterstützen. Das Programm zur Bewegungs- und Sportförderung bei Kindern zwischen fünf und zehn Jahren muss realisiert werden. Näheres dazu werden wir in der Detailberatung erläutern. Ebenso werden wir dann den Minderheitsantrag betreffend die Gebäudesanierungsmassnahmen in der Höhe von 100 Millionen Franken unterstützen.
Wie bereits eingangs erwähnt, wird unsere Fraktion den Voranschlag 2009 mit der Nachmeldung des Bundesrates unterstützen und im Grundsatz der Mehrheit der Finanzkommission folgen.
Hofmann Urs · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Das vom Bundesrat präsentierte und mittels Nachmeldungen noch bescheiden erhöhte Budget 2009 stellt für uns unter den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten ein absolutes Minimum dar. Unsere Zustimmung erfolgt verbunden mit der klaren Erwartung, dass dieser Voranschlag schon in wenigen Monaten durch gezielte Nachträge zur Stützung der Konjunktur ergänzt wird.
In den letzten Jahren wurde mit den Voranschlägen bekanntlich immer wieder Parteipolitik gemacht, indem auch eine Bundesratspartei - in der Gewissheit, dass die anderen Parteien schon für die Annahme sorgen werden - die Voranschläge zurückgewiesen und abgelehnt hat. Das Budget 2009 eignet sich für solche parteipolitisch motivierten Spiele nun aber definitiv nicht. Vor dem Hintergrund einer noch vor einem Jahr für unvorstellbar gehaltenen Finanz- und Bankenkrise und in einer Situation, in welcher alle Anzeichen darauf hindeuten, dass ein schwerer wirtschaftlicher Abschwung kaum zu vermeiden ist, wäre es verantwortungslos, wenn mit einer Rückweisung des Budgets und mit der Forderung nach massiven Einsparungen bei den Staatsausgaben, namentlich auch bei den Personalkosten, zusätzlich Unsicherheit geschaffen würde. Völlig quer in der Landschaft liegen deshalb die in der Finanzkommission gleich dutzendweise eingebrachten, oft kaum begründeten - und wohl auch nicht begründbaren - Sparvorschläge seitens der SVP. Sie wären das beste Rezept, die rezessiven Tendenzen zu verschlimmern, und sie würden auch dem Grundgedanken der Schuldenbremse zuwiderlaufen, die ja bei einem Wirtschaftsabschwung über den Konjunkturfaktor gezielt auch einen grösseren finanzpolitischen Spielraum gewährt.
Sagt eine Partei in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit mit undifferenzierten Sparaufforderungen Nein zum Voranschlag, der in weiten Teilen den durch die Entlastungsprogramme der letzten Jahre und durch die Aufgabenverzichtplanung vorgegebenen Sparkurs weiterschreibt, der sich auf Grundsatzbeschlüsse des Parlamentes stützt - wie zum Beispiel im BFI-Bereich - und zur Stützung der Konjunktur in einigen wenigen Punkten bescheidene Mehrausgaben enthält, dann stellt sich schon die Frage, ob Sie, meine Damen und Herren von der SVP, überhaupt bereit sind, auch in schwierigeren Zeiten Verantwortung für dieses Land mitzutragen.
Wir haben in den letzten Jahren erlebt, wie von einer bürgerlichen Mehrheit der Finanzkommission ein zum Teil rigider Sparkurs durchgezogen wurde und auch sinnvolle Investitionen verworfen wurden. Der Umstand, dass heute auch die Finanzpolitikerinnen und Finanzpolitiker der FDP und der CVP diesem aus konjunkturpolitischen Gründen in bescheidenem Mass erhöhten Budget weitgehend zugestimmt haben, zeigt, wie abwegig die aus den Reihen der SVP-Fraktion eingebrachten und zum Teil jetzt auch in der Plenumsdebatte aufrechterhaltenen Anträge sind.
Wie ich dargelegt habe, werden wir im Interesse einer vernünftigen Konjunkturpolitik im Gegenteil nicht darum herumkommen, im Rahmen eines separaten Konjunkturprogramms möglichst rasch zusätzliche Investitionen zu beschliessen. Der Bundesrat selbst hat dies bereits vor der Budgetdebatte in der Finanzkommission für den Fall einer Verschlechterung der Konjunkturlage in Aussicht gestellt. Wichtig ist somit, dass das nun vorliegende Minimalbudget ohne weitere Abstriche genehmigt und dass den Minderheitsanträgen, die gezielte Aufstockungen zur Stützung der Konjunktur verlangen, zugestimmt wird.
Erfreulicherweise hat sich der Bundesrat mit den Personalverbänden in der Zwischenzeit darauf geeinigt, dass auch die Bundesangestellten mit tieferen Löhnen eine bescheidene Reallohnerhöhung von 1,1 Prozent erhalten werden. Gerade im heutigen konjunkturellen Umfeld ist dies ein wichtiges und richtiges Zeichen. Wir bitten Bundesrat Merz heute um eine klare Aussage und um die entsprechenden Zusicherungen, dass die für die Löhne des Bundespersonals eingestellten Kredite für den vollen Ausgleich der Jahresteuerung und die ausgehandelte Reallohnerhöhung effektiv ausreichen. Andernfalls müssten diese Positionen entsprechend aufgestockt werden, wie dies Kollege Levrat in der Finanzkommission bereits beantragt hat und wie dies auch auf der Fahne als Minderheitsantrag aufgeführt ist.
Zuppiger Bruno · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Die zentralen Instrumente der Finanzpolitik des Bundes sind der Voranschlag und der Finanzplan. Beide Vorlagen wurden vom Bundesrat in der ersten Jahreshälfte erarbeitet und kurz nach den Sommerferien zuhanden unserer beiden Kammern verabschiedet. Beide Vorlagen, da gehen Sie sicher mit mir einig, stehen derzeit unter dem Zeichen grosser konjunktureller Unsicherheit. So ging man bei der Beschlussfassung durch den Bundesrat noch von 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum, 1,3 Prozent reales Wachstum und 2,3 Prozent Teuerung aus. Diese Prognosen, das wissen Sie, sind mittlerweile mehr als überholt. Wegen der Finanzmarktkrise werden die Prognosen laufend nach unten korrigiert, und es gibt kaum mehr ein Institut, das für das nächste Jahr ein Wachstum prognostiziert. Die Wirtschaft ist ins Stocken geraten. Die konjunkturelle Abschwächung wird zweifellos schneller auf uns zukommen, als wir es in anderen Perioden erwarten konnten.
"Gouverner, c'est prévoir!" Wir dürfen es doch nicht zulassen, dass in dieser schwierigen und unübersichtlichen Zeit die Ausgaben des Bundes weit überproportional zum Wachstum der Schweizer Wirtschaft, nämlich um über 3,5 Prozent, wachsen. Bei fehlenden Einnahmen steigen entweder die Schulden erneut ins Unermessliche, oder aber der Bund braucht neue Mittel, sprich mehr Steuern, mehr Gebühren, mehr Abgaben. Beides lehnt die SVP-Fraktion ab. Wir wollen in dieser schwierigen Zeit einen Staatshaushalt, der dieser Zeit auch gerecht wird. Darum wollen wir ein Ausgabenwachstum, das nicht mehr als 2 Prozent beträgt. Dabei soll nicht insbesondere bei den Investitionen, sondern bei den Betriebsausgaben korrigiert werden, weil uns die Betriebsausgaben immer wieder nachhaltig Schwierigkeiten bereiten. Wenn wir dies nicht tun, wenn wir das betriebliche Wachstum des Bundes nicht rigoros reduzieren, senden wir gegenüber der Verwaltung und gegenüber der Öffentlichkeit falsche Signale.
Ich kann Ihnen garantieren: Es wird nicht lange dauern, bis wir gezwungen sind, einmal mehr schmerzvolle, teilweise ungerechte Sparpakete zu schnüren. Damit uns dies erspart bleibt, müssen Sie jetzt den Mut haben, der Rückweisung zuzustimmen. Nur so nehmen wir wirklich Budgetverantwortung wahr. Nur so reagieren wir richtig. Bei der Überarbeitung - das habe ich gesagt - müssen vor allem dort Kürzungen vorgenommen werden, wo das Wachstum weit überdurchschnittlich ist oder wo es sich um Wachstum bei den betrieblichen Ausgaben handelt.
Noch ein Wort zum Bericht über den Finanzplan 2010-2012: Sicher gehen Sie mit mir einig, wenn ich Ihnen angesichts der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise sage, dass dieser Bericht des Bundesrates mehr als überholt ist. Die Annahmen müssen stark nach unten korrigiert werden, und auch das Ziel des Bundesrates, dass der Bundeshaushalt bis ins Jahr 2015 jährlich um rund 3 Prozent wachsen soll, muss überarbeitet werden. Dies geht jedoch nur, wenn der Bundesrat so rasch wie möglich mit seiner Arbeit an der Aufgabenüberprüfung beginnt und diese endlich an die Hand nimmt. Daher verlangt die SVP-Fraktion mit einer Motion, dass der Bundesrat das Projekt Aufgabenüberprüfung jetzt an die Hand nimmt und nicht auf später verschiebt und das Ausgabenwachstum ab 2010 durchschnittlich um 2 Milliarden Franken pro Jahr reduziert. Das soll in den Finanzplanjahren 2011 bis 2013 passieren. Der Bund muss sich vermehrt auf seine Kernaufgaben beschränken. Nur so werden wir mittel- und langfristig einen gesunden Bundeshaushalt und tiefe Steuern, Abgaben und Gebühren haben, so, wie das die meisten hier drin wünschen, nur nicht alle am gleichen Ort. Dies wiederum dient jedem Steuerzahler in unserem Land.
Im Namen der SVP-Fraktion bitte ich Sie, den Voranschlag so, wie das von der Minderheit beantragt worden ist, zurückzuweisen, und falls Sie dieser Rückweisung nicht zustimmen können, wenigstens in der Detailberatung darauf zu schauen, dass die Beträge bei den laufenden Ausgaben nicht überproportional wachsen. Andernfalls können wir diesem Voranschlag am Schluss nicht zustimmen.
Gadient Brigitta M. · Mit-F · Conseil national · Grisons · Non inscrit
Die Vertreter der BDP werden das Budget mit wenigen Korrekturen gemäss den Anträgen unserer Finanzkommission gutheissen.
Das Budget 2009 wird bereits überschattet von der aktuellen Finanzmarktsituation. Die Kreditkrise wird sich zweifellos massiv auf die Bundeseinnahmen auswirken. So ist die Einnahmenseite mit grosser Vorsicht zu betrachten, und es gilt, Aufstockungen und zusätzliche Ausgaben nur zurückhaltend zu beschliessen. Grundsätzliches Ziel muss es nach wie vor sein, die nominelle Staatsverschuldung zu stabilisieren. Es ist deshalb an und für sich richtig, unter Beizug des Instrumentes der Kreditsperre das Ausgabenwachstum auf 3 Prozent zu beschränken, was im Übrigen ja der Zielwachstumsrate für den Zeitraum 2008 bis 2015 gemäss Aufgabenüberprüfung entspricht.
Wir begrüssen es aber, dass der Bundesrat und auch unsere Kommission sehr rasch auf die drohende Rezession reagiert und kurzfristig noch Kreditaufstockungen für Investitionen zugestimmt haben. So unterstützen wir insbesondere die Krediterhöhungen für den Hochwasserschutz und den Schutz vor Naturgefahren, da wir es als dringend erachten, dass mit Blick auf den Klimawandel die Schutz- und Vorsorgemassnahmen in der Schweiz an die sich ändernden Bedrohungen angepasst werden.
Die Rückweisungsanträge aus der SVP-Fraktion, die eine Beschränkung auf 2 Prozent verlangen und die unter irgendeinem Titel jedes Jahr in schöner Regelmässigkeit wiederkommen und nicht weiterführen, lehnen wir ab.
Ich möchte noch auf ein paar konkrete Budgetpositionen eingehen und dabei die vom Bundesrat beziehungsweise von der Mehrheit der Finanzkommission abweichende Haltung unserer Partei darlegen, da wir uns nachher nicht mehr äussern können:
1. Wir stimmen dem Antrag der Minderheit II der Finanzkommission, wie er auch von der UREK für gut befunden wurde, zu, für energetische Gebäudesanierungen 100 statt 14 Millionen Franken zu budgetieren. Der Gebäudesektor ist für die Energie- und Klimapolitik, die wir als eine der prioritären Herausforderungen für unser Land betrachten, von zentraler Bedeutung. Gerade im Bereich der Gebäudesanierung liegen grosse Potenziale, die Energieeffizienz zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken; dies ermöglicht gleichzeitig, unsere Auslandabhängigkeit zu reduzieren. Auch als Beitrag zur Ankurbelung der Konjunktur ist diese Unterstützung geeignet: Mit jedem eingesetzten Franken werden mehrere zusätzliche Franken an Investitionen ausgelöst.
2. Wir beantragen Ihnen, bei den Mitteln für die Aktivitäten von "Jugend und Sport" dem Antrag der Minderheit zu folgen, damit insbesondere auch die Angebote von "Jugend und Sport Kids", mit welchen die sportliche Frühförderung der Kinder von fünf bis zehn Jahren erreicht werden soll, realisiert werden können. Diese Angebote wären sonst infrage gestellt.
3. Im Bereich des Heimatschutzes und der Denkmalpflege sind in den letzten Jahren die Mittel für Finanzhilfen des Bundes stark vermindert worden. Diesem Rückgang steht ein grosser Renovationsbedarf gegenüber, und die Schäden beziehungsweise Sanierungskosten nehmen zu, je länger die Renovationen hinausgeschoben werden. Gerade die Baudenkmäler und Ortsbilder stellen aber einen unbezahlbaren Wert für die Identität und die Einmaligkeit unseres Landes dar. Mit den heutigen Mitteln ist deren Erhaltung langfristig gefährdet. Eine Korrektur beziehungsweise Aufstockung der Bundesmittel ist deshalb dringend notwendig, umso mehr, als heute nicht einmal genügend Mittel für unsere Aushängeschilder, die Unesco-Weltkulturerbe-Güter, zur Verfügung stehen. Wir unterstützen deshalb mit Nachdruck den Antrag der Mehrheit der Finanzkommission, die diesbezüglichen Kredite aufzustocken. Auch dieser Beitrag dürfte im Übrigen zur Stärkung der Konjunkturpolitik beitragen.
Für sämtliche Budgetpositionen gilt, dass gerade in schwierigen Zeiten die Unterstützung durch den Bund wichtige und nötige Zeichen setzt. Wir haben diesbezüglich eine Verantwortung. Sparen ist nach wie vor nötig, aber mit Augenmass. Sinnvoller, als mit übermässigem Sparen bewährte, in Jahrzehnten aufgebaute Errungenschaften zu gefährden, ist es deshalb, gezielt Chancen zu nutzen und für die Zukunft neue Möglichkeiten zu schaffen.
In diesem Sinne bitte ich Sie namens der BDP, dem Budget mit den dargelegten Korrekturen zuzustimmen.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Le groupe de l'Union démocratique du Centre a examiné le budget 2009 et le plan financier 2010-2012 avec une attention particulière. Ce budget, qui dégage un excédent de recettes d'environ 1 milliard de francs, est considéré par notre groupe comme trop optimiste par rapport aux recettes. Les dépenses accusent ainsi une augmentation de 3,6 pour cent par rapport au budget 2008. On a pronostiqué, avant les difficultés financières actuelles, que les recettes augmenteraient de 3,4 pour cent.
Déjà dans un message de mars dernier, le Conseil fédéral notait que le risque de voir diminuer les recettes s'était accru et que la crise des crédits pourrait avoir une répercussion sur l'impôt fédéral direct ainsi que sur d'autres rentrées telles que le droit de timbre et l'impôt anticipé. Aujourd'hui, c'est une quasi-certitude et des mesures ciblées s'imposent. La diminution des recettes et la hausse incessante des dépenses ne manqueront pas de poser de sérieux problèmes à la Confédération dans un avenir proche. Nous peinons déjà à financer certaines dépenses lorsque la conjoncture est bonne et le taux de croissance normal. Des excédents de dépenses peuvent être admissibles en période de mauvaise conjoncture, mais ils doivent être soumis au frein à l'endettement. Il faut aussi éviter des dépenses extraordinaires qui ne seraient pas compensées et qui feraient augmenter notre endettement.
On rappellera que la politique financière des années 1990 et son euphorie dépensière ont conduit à un triplement de la dette de la Confédération et à l'explosion de la part que prend l'Etat dans l'économie et de son influence sur la consommation. Il ne faut pas que cette politique qui va dans le sens d'une augmentation de l'endettement se répète. Le Conseil fédéral doit y veiller, et il serait sage, déjà en 2009, de fixer l'augmentation des dépenses ordinaires à un maximum de 2 pour cent seulement - au lieu de 3 pour cent - afin de prévenir des déficits futurs.
La prévoyance sociale est le volet le plus important des dépenses de la Confédération, et le montant qui y est consacré n'a cessé d'augmenter depuis 1990. En 1990, il représentait 20 pour cent des dépenses; aujourd'hui, il représente plus de 31 pour cent du budget. La croissance des dépenses varie donc d'un groupe de tâches à un autre, si ces tâches sont liées ou non, ce qui modifie en profondeur la structure de nos dépenses. Les domaines de la prévoyance sociale et de la santé connaissent une croissance bien plus forte que les autres groupes de tâches. Ce phénomène a pour conséquence d'évincer en partie ces derniers au moment de la répartition des ressources. Les coûts supplémentaires de la prévoyance vieillesse et de la santé, liés à l'évolution démographique, vont encore accentuer ce processus, et ce n'est pas le moment d'ajouter de nouveaux coûts.
Cette évolution placée sous le signe du déséquilibre est préoccupante et ne constitue pas une bonne base pour la reprise de la croissance économique et de la consommation, qui est un des moteurs de notre économie. Dans le budget 2009 et dans le plan financier 2010-2012, les chiffres et les calculs proviennent de l'époque de la haute conjoncture. Au regard de la situation actuelle, ils sont nettement trop optimistes et, s'ils ne sont pas revus à la baisse, ils nous mèneront vers des budgets futurs déficitaires, avec pour conséquence une augmentation de la dette de la Confédération.
Je vois deux dangers découlant de cette situation: le premier, c'est que l'Etat ne puisse plus remplir ses obligations et ses devoirs; le second, c'est que la population et l'économie soient surchargées par plus de taxes et d'impôts, ce qui n'est pas sain pour le développement de l'économie et de la consommation des ménages.
Le groupe de l'Union démocratique du Centre, par le biais de plusieurs propositions faites en commission, a cherché à diminuer le montant de certaines augmentations de charges et a défendu une révision à la baisse des recettes planifiées. Toutes ces propositions ont été rejetées en commission.
Pour ces raisons, notre groupe, dans sa grande majorité, n'acceptera pas ce budget, car, comme je vous l'ai expliqué, devant le net ralentissement de l'économie qui s'annonce, notre Parlement se doit de réagir avec des mesures appropriées à la situation financière nouvelle.
Weibel Thomas · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe PDC/PEV/PVL
Das vorliegende Budget sieht leider nur einen kleinen Überschuss vor - dies insbesondere, da der Bund aufgrund der Finanzkrise den Spardruck gelockert hat, einige Kürzungen rückgängig macht und sogar Aufstockungen vornimmt. Die Grünliberalen werden dagegen nicht opponieren, obwohl wir nicht alle diese Aufstockungen als sinnvoll erachten und wir zudem stark an der Wirkung solcher Massnahmen zugunsten der Konjunktur zweifeln. Wir sind überzeugt, dass der Staat nur solche Ausgaben erhöhen sollte, welche unabhängig von einer allfälligen und stark umstrittenen konjunkturellen Wirkung aus grundsätzlichen Erwägungen Sinn machen. Dies trifft für den Antrag der UREK zu, welche für 2009 eine Aufstockung um 86 Millionen Franken für ein Gebäudesanierungsprogramm verlangt.
Die gute Konjunktur 2008 ergibt markant höhere Einnahmen als budgetiert. So sollte ein weiterer Schuldenabbau per Ende 2008 realistisch sein. Leider zeichnen sich ab 2010 deutliche Spuren der Finanzkrise bei den Einnahmen ab. Gerade deshalb ist jetzt ein pragmatischer Umgang mit dem Voranschlag notwendig, um mögliche Folgen für die Realwirtschaft in Grenzen zu halten. Verfehlt sind aber auch neue Milliardenausgaben für eine fragwürdige Konjunkturankurbelung, welche den Staat in eine weitere Verschuldung treiben. Notabene ist ja gerade die Verschuldung eine der Grundursachen der Finanzkrise. So darf auch das Paket zur Stützung der UBS und damit des Finanzplatzes nicht für das Kochen politischer Süppchen, für masslose Mehrausgaben des Staates herhalten. So unerfreulich das Paket für alle ist, so ist heute doch festzuhalten, dass der Staat aus diesem Engagement ohne Kosten herauskommen sollte, wenn dadurch der Finanzplatz stabilisiert wird und wir Ruhe bewahren.
Alles in allem ist der Voranschlag 2009 vertretbar. Dies ist auch eine Folge der teilweise schmerzlichen Entlastungsprogramme der vergangenen Jahre und der Budgetdisziplin in beiden Räten. Wir müssen jedoch unbedingt auch künftig wieder strukturelle Überschüsse erzielen, damit wir zu einem stabilisierten Haushalt mit deutlich weniger Schulden als heute kommen. Der für das Jahr 2009 budgetierte Überschuss ist daher eher zu gering veranschlagt. Wegen der immer noch zu hohen Verschuldung müssen wir von der Idee wegkommen, dass Defizite in öffentlichen Haushalten der Normalfall sind. Im Gegenteil, wir müssen in konjunkturell guten Zeiten massive Überschüsse zur Schuldenreduktion nutzen, um Durststrecken bei einer wirtschaftlichen Baisse besser verkraften zu können. Daher ist auch in Zukunft eine Priorisierung der Ausgaben unerlässlich. Dazu drei Bemerkungen:
1. Wir müssen davon wegkommen, umweltbelastende Tätigkeiten weiterhin staatlich zu subventionieren. Wir müssen insbesondere davon wegkommen, die direkten und indirekten Kosten von Umweltschäden dem Staat zu übertragen. Ich denke beispielsweise an die in der Sache unbestrittenen, notwendigen Hochwasserschutzmassnahmen. Wenn gleichzeitig beim Vollzug des Umweltschutzes sowie bei der Energieeffizienz oder bei der Energieforschung gespart wird, dann geht das nicht auf. Ein Beispiel sind die notwendigen Ausgaben für die Umsetzung der Aktionspläne Energieeffizienz. Wir müssen mehr in die nachhaltige Energieeffizienz und in erneuerbare Energien investieren und die externen Kosten internalisieren.
2. Die Sicherheit dieses Landes wird in Zukunft viel weniger von neuen Kampfflugzeugen abhängen als von einer schlüssigen Entwicklungs-, Klima- und Umweltpolitik, welche dafür sorgt, dass auch in anderen Weltregionen keine zusätzlichen massiven Umweltveränderungen eintreten, welche eine Migration in nie gekanntem Ausmass auslösen können. Klimaschutz ist für die Industriestaaten also letztlich auch aus Eigennutz notwendig.
3. Im Bildungssektor ist nicht primär die Höhe des zusätzlichen Ausgabenwachstums entscheidend, sondern vor allem der gezielte Einsatz der Mittel, denn auch bei der Bildung ist noch Optimierungspotenzial bei bestehenden Leistungen vorhanden. Ein gewisser Druck zur Effizienzsteigerung ist deshalb auch im Bildungssektor angebracht.
Ich beantrage Ihnen im Namen der CVP/EVP/glp-Fraktion - auch namens der Grünliberalen -, den Rückweisungsantrag der SVP-Vertreter abzulehnen, in der Detailberatung im Wesentlichen der Kommission zu folgen und die Kürzungsanträge aus der SVP-Fraktion, aber auch die Aufstockungsanträge von links abzulehnen. Die grosse Mehrheit unserer Fraktion wird aber im Sinne einer nachhaltigen Umwelt- und Konjunkturpolitik einer Aufstockung von 86 Millionen Franken für ein Gebäudesanierungsprogramm zustimmen. Bei der Gesamtabstimmung werden wir einem so bereinigten Voranschlag zustimmen.
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Conseil national · St-Gall · Groupe socialiste
Herr Kollege, wenn ich richtig zugehört habe, haben Sie gesagt, einer der Gründe für die momentane Finanzkrise sei die Verschuldung. Wie können Sie das in einen Zusammenhang bringen mit der Verschuldung des Bundes? Wir sind ja hier beim Budget. Können Sie mir diesen Zusammenhang erklären?
Weibel Thomas · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe PDC/PEV/PVL
Das kann ich. Der Zusammenhang besteht bezüglich des Mechanismus der Verschuldung. Es spielt dabei grundsätzlich keine Rolle, ob es Private oder der Staat sind. Der Mechanismus ist derselbe.
Kiener Nellen Margret · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
"La Suisse, c'est un peuple de paysans devenus banquiers", me disaient mes parents en France lorsque, enfant, je passais souvent mes vacances chez eux. En effet, la Suisse a connu d'excellents paysans, elle a connu d'excellents banquiers et, alors que les paysans ont gardé les pieds sur terre, quelques banquiers ont "déraillé".
Die ganze Sache ist nicht neu; vielmehr hat sich die ganze Sache eigentlich seit 1998 abgezeichnet, als bei der damaligen Fusion zur UBS der Pressesprecher grandios ankündigte, die Fusion solle dazu dienen, den Anlegerinnen und Anlegern eine Rendite von 18 Prozent zu gewährleisten. Fakt ist heute: Die Schweiz ist gezwungen, das bisher weltweit grösste Rettungspaket für eine Bank zu schnüren; darüber debattieren wir am nächsten Montag. Es ist Zeit, das System zu verändern. Aus Sicht der SP ist es Zeit, den Finanzplatz Schweiz zu redimensionieren, den Finanzmarkt global und griffig zu regulieren. Es ist Zeit umzudenken. Und es ist Zeit, Mittel in den Werkplatz Schweiz, zu unseren Konsumentinnen und Konsumenten, umzulenken. Daher begrüssen und unterstützen wir die kleine Konjunkturspritze des Bundesrates, welche er mit der Nachmeldung zum Voranschlag vorlegt.
Die SP-Fraktion hat bereits in der Herbstsession eine Motion bezüglich eines Investitionsprogramms für energetische Massnahmen eingereicht. Die SP-Fraktion wird weitere konjunkturstützende Massnahmen beantragen. Es ist Zeit für eine menschengerechte Globalisierung, nicht für eine Globalisierung der Finanzmärkte. Daher wird unsere Fraktion Ihnen bei der Entwicklungszusammenarbeit Anträge für ein bisschen mehr soziale Gerechtigkeit, Ökologie und ein bisschen mehr Kampf gegen den Hunger stellen. Wir unterstützen ausdrücklich den Antrag des Bundesrates in der Nachmeldung zur Reaktivierung der Wohnraumförderung. Hier müssen endlich wieder Mittel fliessen, denn der Markt hat in der Schweiz nicht für die Armen gebaut, trotz relativ tiefer Hypothekarzinsen in der Vergangenheit. Der Sanierungsbedarf auch von genossenschaftlichem Wohneigentum in der Schweiz ist so hoch, dass er sich jetzt bequem mit der nötigen Sanierung bezüglich Energie koordinieren lässt.
In Konsequenz zur staatlichen Finanzmarktunterstützung sind für uns folgende steuerpolitischen Massnahmen dringend:
1. Herr Bundesrat, die Pläne für Steueroptimierungen für Hedge-Fonds und Private-Equity-Manager mittels Kreisschreiben sind aufzugeben.
2. Die Vorlage für Steuererleichterungen auf Mitarbeiterbeteiligungen ist zurückzuziehen. Gleichzeitig sind die heute praktizierten Steuererleichterungen aufzuheben.
3. Die SP wird sich konstruktiv an der Reform der Familienbesteuerung beteiligen, fordert dabei aber sozial gerechte Gutschriften statt Abzüge für die Kinderbetreuungskosten.
4. Herr Bundesrat, bringen Sie die Botschaft zur Steuergerechtigkeits-Initiative baldmöglichst ins Parlament. Denn Bankmanager sind nicht gleich doppelt zu belohnen: über überhöhte Entschädigungen und über Steueroasen, die extra für sie in gewissen Kantonen geschaffen wurden.
Noch ein Wort zum Rückweisungsantrag aus der SVP-Fraktion; es wurde gesagt: Er kommt jedes Jahr wieder, einfach mit verschiedenen Argumentationslinien. Herr Kollege Zuppiger, Sie haben gerade die Argumente für die Ablehnung Ihres Rückweisungsantrages geliefert. Gerade wegen der Unsicherheiten in der Konjunktur ist das Budget nach der Diskussion hier noch im Dezember zu verabschieden und ist das Jahr 2009 nicht mit einem zurückgewiesenen Staatsbudget zu belasten. Das Ausgabenwachstum ist eben gerade nicht noch mehr einzudämmen. Dieses Budget bezieht sich auf die Austeritätsbudgets der vergangenen Jahre.
Wir bitten Sie also dringend, diesen Rückweisungsantrag zu verwerfen.
Schelbert Louis · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Groupe des VERT-E-S
Ich spreche im Namen der Grünen zur Nachmeldung des Bundesrates, zur Konjunkturfrage und zur Personalpolitik.
Die Fraktion der Grünen stimmt der Nachmeldung des Bundesrates zum Voranschlag zu. Richtig finden wir, dass im Sinne einer antizyklischen Politik nicht auf die Bremse getreten, sondern die aufkommende Rezession bekämpft wird. Wir würden es jedoch begrüssen, wenn diese Politik mit noch mehr Konsequenz verfolgt würde. Konkret entspricht die Aufhebung der Kreditsperre unserer Haltung in den Subkommissionen. Auch die gezielten Massnahmen für den Hochwasserschutz, vor allem wenn sie mit Flussrevitalisierungen verbunden sind, und für den gemeinnützigen Wohnungsbau sind in unserem Sinn. Auch der Antrag der Finanzkommission, den Investitionskredit für den Denkmalschutz aufzustocken, geht für uns in die richtige Richtung; dies alles aus Gründen der Konjunkturpolitik und wegen der nachhaltigen Wirkung.
Allerdings halten wir dafür, das Programm sei aufzustocken. Wir Grünen möchten die Krise als Chance nutzen und schlagen einen "Green Deal" vor, um die Abhängigkeit von importiertem Erdöl zu reduzieren und um die lokale Wertschöpfung zu steigern. Jetzt ist der richtige Moment, um den ökologischen Umbau anzupacken und zu beschleunigen. Klimapolitik ist vielseitig: Sie ist Konjunkturpolitik, sie ist Wirtschaftspolitik, und sie ist Standortpolitik. Die vom Bundesrat beantragten 340 Millionen Franken sind nicht nichts, aber es braucht jetzt mehr. Wir plädieren für die Schaffung von starken Anreizen für Investitionen von Privaten, aber auch von Kantonen und Gemeinden. Wir denken an ein Programm energetischer Gebäudesanierung, das jetzt gestartet werden muss und für das jetzt die erforderlichen Kredite bereitzustellen sind. Auch ist das Budget von Energie Schweiz in unseren Augen aufzustocken; namentlich gilt es, Elektroheizungen zu ersetzen.
Zur Personalpolitik: Wir Grünen teilen die Linie des Bundesrates nicht, hohe und höchste Einkommen mit der Giesskanne zu begünstigen, unteren Einkommen aber nur geringe Lohnerhöhungen zuzugestehen; dies grundsätzlich und aus Gründen der Fairness, aber auch aus konjunkturpolitischen Erwägungen. Je niedriger die Einkommen sind, umso unmittelbarer sind sie konsumrelevant. Die Änderung der Lohnskala via Budget statt via Gesetz halten wir für verfehlt, und wir bezweifeln die Rechtmässigkeit des Vorgehens. Herr Bundesrat, worauf stützen Sie diese Massnahme rechtlich?
In den Sitzungen der Subkommissionen haben wir Grünen uns auch dafür eingesetzt, dass sich der Bund bei der Einrichtung von Lehrstellen und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung stärker engagiert. Es ist bekannt, dass in Krisenzeiten die Zahl der Lehrstellen eher schwindet, umso mehr muss die öffentliche Hand als Trendbrecher wirken. Wir erwarten, dass sich das in beiden Bereichen im nächsten Jahr ändert, und bitten Sie, unseren Anträgen in der Detailberatung zuzustimmen.
Füglistaller Lieni · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Untrüglich zeigen die Zeichen, dass wir schwierigen, wenn nicht gar schweren wirtschaftlichen Zeiten entgegengehen. Noch im Juni dieses Jahres - auf dieser Basis ist das vorliegende Budget 2009 aufgebaut - erwartete man für das Jahr 2009 ein nominelles Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent; auch für die künftigen Finanzplanjahre wurde mit einem nominellen Wirtschaftswachstum von jeweils 3 Prozent gerechnet. In seiner Medienmitteilung vom 26. Juni 2008 schrieb der Bundesrat zum Bundeshaushalt, dass die Auswirkungen der Finanzkrise berücksichtigt seien. Ebenso sei durch die insgesamt eher vorsichtige Schätzung der Einnahmenentwicklung den gegenwärtigen konjunkturellen Unsicherheiten Rechnung getragen. So seien auch der Voranschlag und der Finanzplan trotz Mehrbelastungen auf Zielkurs; mit den prognostizierten Überschüssen von jährlich 500 Millionen bis 1,5 Milliarden Franken würden die Bundesfinanzen ein positives Bild abgeben. Der Bundesrat meinte also, dass alles einigermassen im grünen Bereich sei, dies trotz drohender Mehrbelastung von rund 10 Milliarden Franken durch verschiedene strukturelle und steuerliche Reformprojekte. Das war vor fünf Monaten.
Heute kennen wir die Realitäten etwas besser, wissen jedoch nicht genau, wie die Zukunft tatsächlich aussehen wird. Es ist davon auszugehen, dass wir in den kommenden Jahren erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten haben werden und dass sich die Zahlen der Volkswirtschaften deutlich, wenn nicht gar dramatisch verschlechtern werden. Die Signale zeigen, dass in etlichen Branchen massive Auftragsrückgänge zu verzeichnen sind und dass für das kommende Jahr mit rückläufigen Produktionsvolumen und mit abnehmenden Gewinnen zu rechnen ist. Klar, niemand kann sagen, wie gross der Absturz sein wird, weshalb man eben vorsichtig und zurückhaltend budgetieren sollte. Wir schliessen uns vollumfänglich unserem Finanzminister an, der im Ständerat ausführte: "Das Ausgabenwachstum sollte auch in einer schwierigen Phase nicht stärker als das Wachstum der Volkswirtschaft sein - und wenn doch, muss dies ganz klar als Ausnahme betrachtet werden. Ansonsten weitet sich das Delta von Staatstätigkeit und Volkswirtschaft aus, was zu einer Erhöhung der Staatsquote führt." Die SVP-Vertreter haben genau deshalb verschiedene Anträge zum Ausgabenwachstum gestellt und wollten dieses Wachstum bereits für das Budget 2009 auf 2 Prozent beschränken. Wir sind auch heute noch dieser Meinung und sind überzeugt, dass diese Beschränkung ein gangbarer und moderater Weg ist.
Wenn wir 2009 ein Nullwachstum haben - und davon ist auszugehen -, rechnet der Bund mit Einnahmenausfällen von 1,1 Milliarden Franken. Bundesrat Merz warnte in der Finanzkommission, dass aufgrund der Entwicklung der letzten Wochen die Verrechnungssteuer, welche immer etwa mit 3 Milliarden budgetiert wird, massiv zusammenfallen könnte. Genau vor diesem Hintergrund gilt ebenfalls, dass wir die Ausgaben anpassen müssen.
Der Bundesrat schlägt uns mit einer Nachmeldung zum Budget ein Konjunkturprogramm vor, welches das Budget mit 341 Millionen Franken zusätzlich belastet, und redet auch in diesem Zusammenhang davon, dass die Regel der Schuldenbremse durchaus ein konjunkturelles Defizit von rund 500 Millionen Franken zulasse. Bei diesen Szenarien seien jedoch die nicht unwahrscheinlichen Mindererträge bei der Verrechnungssteuer nicht berücksichtigt. Ich bin von Natur aus ein Optimist, und Angst vor der Zukunft ist wohl kein guter Ratgeber. Aber wir sollten an den Realitäten nicht vorbeischauen, und es ist zu befürchten, dass im Rahmen der Debatte noch einige neue Anträge zur Budgetverschlechterung nicht nur gestellt, sondern ebenfalls angenommen werden, dies selbstverständlich alles unter dem Titel von konjunkturell nötigen und wichtigen Massnahmen. Da stellt sich halt die Gretchenfrage, ob der Staat die Wirtschaft durchfüttern soll. Ebenso sind jeweils die Erwartungen riesig, dass die Investitionen und Beihilfen des Staates einen Multiplikatoreffekt haben. Die Vergangenheit hat jeweils gezeigt, dass da die Hoffnung Vater des Gedankens war.
Die SVP-Fraktion hat diesbezüglich erhebliche Zweifel. Mit Anreizen - das können auch steuerliche Anreize sein - oder mit verbesserten Rahmenbedingungen würde man mehr erreichen. Deshalb bitten wir Sie, den Minderheitsanträgen der SVP-Vertreter zuzustimmen. Diese gehen in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass wir so ein besseres Budget festlegen, das wir als Ziel erreichen können.
Brunschwig Graf Martine · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe radical-libéral
Nous sommes là, en tant que parlementaires, pour vérifier que l'Etat fédéral dépense les deniers publics avec parcimonie et qu'il les engage selon des lignes politiques claires et conformes au programme de la législature. Vient s'ajouter à cela le fait que l'endettement fédéral est tel que toute action budgétaire doit tenir compte de la nécessité de voir cette dette contenue et réduite dans la mesure du possible.
Pour le groupe radical-libéral, le budget 2009 est acceptable et le plan financier 2010-2012 l'est aussi. En les adoptant, pour autant que les débats parlementaires ne péjorent pas la situation actuelle, nous ne donnons pas un blanc-seing au gouvernement. Nous affirmons au contraire notre volonté de voir les dépenses contenues, les priorités politiques respectées et la gestion rigoureuse des deniers publics poursuivie.
Nous profitons de l'occasion pour dire à notre ministre des finances que nous apprécions l'esprit et la manière avec lesquels sont conduites les finances de la Confédération. Nous sommes là pour relever l'effort accompli et nous nous déclarons prêts à soutenir les efforts à venir.
Le groupe radical-libéral prône la rigueur et la gestion économique de l'argent du contribuable, mais il ne soutient pas pour autant les propositions déposées par des membres du groupe UDC de réduire la croissance des dépenses à 2 pour cent.
Nous estimons en effet que le budget qui nous est proposé comporte une augmentation différenciée des dépenses en fonction des priorités que nous estimons indispensables d'être défendues. Nous nous sommes battus au sein du Parlement pour obtenir un renforcement des crédits consacrés à la formation et à la recherche. Nous serions malvenus aujourd'hui de refuser les augmentations que nous avions estimées indispensables au moment du vote en 2005. De la même façon, nous nous sommes opposés dans le débat budgétaire à des diminutions de crédits touchant la politique extérieure et l'aide au développement. Nous soutenons les crédits-cadres présentés par le Conseil fédéral et nous estimons que le budget 2009 doit refléter cette position. Nous nous opposerons en revanche à toute tentative de péjorer ce budget.
Le groupe radical-libéral est satisfait de la levée du blocage des crédits et reconnaît la nécessité de certaines mesures dans ce temps où il faut faire de la relance conjoncturelle. Il s'agit de mesures ciblées. Mais nous ne soutiendrons pas d'autres mesures massives qui n'ont pas lieu d'être, et ce d'autant plus que la dette se monte à 114 milliards de francs et qu'elle ne va pas diminuer pour autant selon le plan financier.
Les temps sont durs et vont l'être davantage. Les bonus pourraient laisser la place aux déficits et à l'augmentation de la dette. C'est pourquoi nous soutenons un frein à l'endettement étendu qui intègre les dépenses extraordinaires. C'est la seule façon d'empêcher la fuite en avant qui ruinerait les efforts entrepris depuis plusieurs années.
Il nous revient aussi de rappeler ici la nécessité de poursuivre l'examen du programme d'abandon de tâches. Il faut le prendre au sérieux! Il doit devenir un véritable exercice de gouvernement, dans lequel apparaissent les priorités mais aussi les tâches non prioritaires, à savoir les tâches auxquelles il faut savoir renoncer. Ceci dépasse l'exercice budgétaire auquel nous nous livrons. Mais de la réussite de cet examen dépendent finalement la réussite et la bonne tenue du plan financier dont nous débattons aujourd'hui. Nous allons donc veiller à ce que cette démarche indispensable se réalise.
Levrat Christian · Mit-M · Conseil national · Fribourg · Groupe socialiste
Cette année, l'examen du budget fut un exercice révélateur d'un certain nombre de blocages idéologiques ou d'habitudes de nos partenaires politiques. Lors des séances de sous-commission en septembre dernier, nous avons plaidé pour un renforcement des investissements dans le domaine énergétique, pour la levée du blocage des crédits en matière d'éducation, pour un geste sérieux en faveur du personnel. Toutes ces propositions ont été rejetées au nom de l'équilibre des finances.
Mais tout à coup, après que le Conseil fédéral a libéré 68 milliards de francs pour l'UBS, après que chacun et chacune dans le pays a compris qu'il n'était pas possible d'aider les banques seules, mais que l'économie réelle aurait également besoin d'un coup de main, la rigueur budgétaire cédait face au principe de réalité et l'Etat entrouvrait les cordons de sa bourse.
Bien sûr, nous sommes encore loin d'un vrai programme d'investissement, d'un programme de soutien à l'économie réelle. Nous sommes loin des 4 pour cent du produit intérieur brut qu'il faudrait investir pour relancer l'économie, selon Paul Krugman, actuel Prix Nobel d'économie. Nous sommes même loin des 1 à 2 pour cent que l'Union européenne exige de ses pays membres pour participer à l'effort commun de relance et de lutte contre la crise économique. Pour l'instant, la Suisse investit dix fois moins. Le Conseil fédéral a réalisé que le budget devait être toutefois adapté, qu'il n'était pas possible, en période de crise naissante, de travailler avec le budget de beau temps qui avait été élaboré.
Face à la menace d'une crise, il y a deux attitudes possibles, qui correspondent à deux camps politiques clairement définis. Il y a, d'une part, celles et ceux qui considèrent qu'il faut mener une politique financière expansive, une politique qui mise sur la consommation intérieure, une politique keynésienne qui voit l'Etat anticiper certains de ses investissements, quitte à s'endetter pour ce faire. C'est notre vision politique et nous constatons avec une certaine satisfaction que, depuis quelques semaines, c'est aussi la vision politique des grands patrons des grandes banques et de l'industrie automobile - qu'il s'agisse de l'Allemagne ou des Etats-Unis -, une vision keynésienne qui semble partagée par toutes celles et tous ceux qui n'ont cessé d'être des contempteurs de l'Etat et qui, aujourd'hui, se sont mués en chasseurs de subventions.
Il y a, d'autre part, l'option libérale, qui consisterait à réduire les investissements, à baisser les impôts, à limiter l'Etat au strict minimum. Seul le groupe UDC défend cette vision dans le budget que nous traitons aujourd'hui, mais il défend - je dirai presque malheureusement, pour la qualité de la discussion - cette vision de manière brouillonne, de manière un peu désordonnée. Il n'a ainsi pas jugé utile de justifier en commission les quelque 40 propositions d'amendement que ses commissaires ont déposées, nous renvoyant aux discussions en plénum. Nous écouterons donc avec attention vos explications et nous nous réjouissons du débat en cours.
Le Conseil fédéral, en particulier avec son ajout au budget, va dans la bonne direction. Il s'éloigne des dogmes ultralibéraux qui avaient présidé aux derniers exercices budgétaires. Cependant, il fait preuve d'une timidité maladive: alors qu'un vrai programme conjoncturel serait nécessaire, il fait un peu de cosmétique et renonce simplement aux coupes budgétaires les plus criantes qu'il avait prévues auparavant.
Bien sûr, nous savons tous, je crois, qu'un programme conjoncturel ne peut pas être élaboré dans le cadre assez strict du frein à l'endettement et dans celui, tout aussi strict, du budget actuel. Toutefois, on pourrait attendre que toute la marge de manoeuvre soit utilisée pour mener une politique anticyclique.
Ce n'est malheureusement pas le cas. C'est la raison pour laquelle nous proposons d'améliorer le budget présenté par le Conseil fédéral, de procéder à des investissements intelligents dès aujourd'hui et de ne pas reporter à demain ce qui pourrait être construit immédiatement.
Premièrement, nous demandons l'introduction d'un programme d'assainissement énergétique des bâtiments beaucoup plus ambitieux que celui qui a été retenu par la majorité de la commission. Quand, sinon aujourd'hui, devrions-nous procéder à cet assainissement énergétique des bâtiments?
Deuxièmement, nous demandons que la Confédération soit plus ambitieuse en matière de soutien à la construction de logements.
Troisièmement, nous demandons que la Confédération fasse un effort plus important pour soutenir le pouvoir d'achat de ses salariés - il nous paraît peu compréhensible que seuls les revenus des cadres soient augmentés à la Confédération en termes réels; nous attendons une augmentation réelle pour l'ensemble du personnel.
En conclusion, je vous invite à entrer en matière sur le budget et à soutenir nos propositions de minorité.
Föhn Peter · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Von links bis rechts herrscht Einigkeit - aber nur was die schlechte Wirtschaftslage betrifft. Für uns hier ist nun wichtig, das Richtige daraus zu machen, das heisst, richtig zu reagieren und nicht nur zu jammern. Bei dieser Sachlage ist es für mich unverständlich, wie hoch in einzelnen Departementen das Wachstum im Voranschlag angesetzt wurde - zum Teil gegen 5 Prozent Mehrausgaben. Das dürfen wir nie zulassen, insbesondere nicht, weil wir mit einem wirtschaftlichen Nullwachstum rechnen müssen. Also dürfen die Staatsausgaben auch nicht oder nur äusserst minim wachsen, jedenfalls nicht um 4 bis 5 Prozent. In solchen Zeiten muss jede Familie und jede Unternehmung den Gürtel enger schnallen. Was draussen in der weiten Welt aufgezwungen wird, sollte hier drinnen vorgelebt werden. Herr Bundesrat Merz, haben Sie in den vergangenen Jahren nicht mehrfach betont, dass das Ausgabenwachstum die Drei-Prozent-Grenze nie übersteigen dürfe? Was haben wir mit den Nachmeldungen heute für ein Wachstum? Sage und schreibe 3,6 Prozent - auch ohne Nachmeldungen über 3 Prozent!
Die guten Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre sind vor allem auf die starke Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen. Wir hatten zum Beispiel im Jahre 2007 fast doppelt so viele Einnahmen als budgetiert, das heisst Mehreinnahmen von mehr als 3 Milliarden Franken. Der Rückgang der künftigen Einnahmen ist absolut keine Schwarzmalerei. Vom einfachen Bürger erwartet man auch, dass jegliche Ausgaben, insbesondere Mehrausgaben, zuerst finanziert werden, bevor neue Begehrlichkeiten akzeptiert oder bewilligt werden.
Ein erneuter und zusätzlicher Schuldenanstieg ist zum Wohle unserer Steuerzahler und insbesondere unserer Jugend strikte abzulehnen. Heute ist nichts anderes als eine knallharte Priorisierung gefragt. So habe ich Einzelanträge eingereicht, um bei drei Departementen das Ausgabenwachstum auf 2 Prozent zu begrenzen. Jedes Departement kann selbst entscheiden, wo Kürzungsmöglichkeiten bestehen. 1 bis 3 Prozent kann man immer kürzen, wenn der Wille vorhanden ist. Auf das Wünschbare ist ab sofort zu verzichten. Departementsintern kann man genau abwägen, was unbedingt gebraucht wird. Eine klare Prioritätenliste ist gefragt.
Es ist wesentlich einfacher, heute kleine Einsparungen vorzunehmen als grosse im Nachhinein, wie schon vorgekommen. Auf keinen Fall dürfen wir in den Fehler der Neunzigerjahre zurückfallen: Das Ruder erst im grössten Sturm herumzureissen und das Gefährt erst dann in ruhige Gewässer zu bringen, ist viel, viel schwieriger, als wenn man den Sturm frühzeitig erkennt und entsprechend handelt.
Wir wissen: Die Grosswetterlage sieht nicht rosig aus. So sind auch die hochgelobten Konjunkturspritzen kritisch zu hinterfragen. Die Geschichte zeigt es: Wirksamkeit und Effizienz sind bescheiden, besonders was die kurzfristigen Auswirkungen betrifft. Mit meinen Anträgen trete ich im Verhältnis zum heutigen Zustand überhaupt nicht auf die Bremse - im Gegenteil: Ich gebe immer noch Gas, aber nur weniger Gas. Wenn ich in die Zukunft schaue und mir die nächsten Generationen vor Augen führe, dann komme ich zum Schluss, dass letztendlich weniger wesentlich mehr wäre. Damit ich auch für einmal als kompromissbereit gelten kann, beantrage ich in einem Eventualantrag ein maximales Ausgabenwachstum von 3 Prozent.
Ein maximales Ausgabenwachstum in den einzelnen Departementen wäre und ist in der heutigen Zeit ein äusserst starkes Zeichen. So bitte ich Sie, entweder dem Rückweisungsantrag zuzustimmen oder dann die meisten Kürzungsanträge zu unterstützen, insbesondere die Begrenzung des Ausgabenwachstums in den einzelnen Departementen.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
Je voudrais féliciter Messieurs Ueli Maurer et Didier Berberat qui ont leur anniversaire aujourd'hui. Bon anniversaire à tous deux! (Applaudissements)
Vischer Daniel · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Herr Föhn, Sie unterliegen einem kleinen Irrtum - allerdings nicht nur Sie. Die Neunzigerjahre, vor allem ihre Mitte und ihr Ende, waren nicht so, wie Sie glauben. Es war gerade in diesen Jahren, als die Weichen bezüglich Deregulierung der Finanzmärkte, bezüglich Privatisierung, bezüglich Forcierung der Hedge-Fonds falsch gestellt wurden. Es ist ein Missverständnis, zu meinen, die Ursache bzw. die Grundlage der heutigen Finanzkrise sei erst in den letzten zwei, drei Jahren oder erst während der Bush-Ära gelegt worden. Es war letztlich der Schnitt der Neunzigerjahre, der diese unheilvolle neoliberale Entwicklung forciert hat, die genaugenommen 1980 begonnen hatte. Der Westen kam nach dem Fall der Mauer eben in eine falsche Euphorie, und die rächt sich.
Aber die SVP will ja die Wirtschaftspartei sein. Das kommt in allen Grossreden ihrer Vertreter immer an erster Stelle. Nur ist, was Sie hier propagieren, das Gegenteil. Ihr Sparkonzept ist ein eigentliches Abwürgen der Wirtschaft. Es führt dazu, dass die Konsumkraft schwindet, dass die Investitionskraft schwindet und genau das, was an Wirtschaft noch blühen könnte, zusätzlich beeinträchtigt wird. Hoffentlich spricht es sich allmählich herum, dass die SVP einfach eine Sparpartei ohne jegliches Wirtschaftskonzept ist. Sparen wird für sie gewissermassen zum Dauerkonzept. Und wenn Sie heute, in dieser heiklen Phase einer drohenden Wirtschaftskrise, einer offensichtlich gewordenen Finanzkrise, diese Rückweisung beantragen, dann sind Sie eigentlich, wie man sieht, wenn man sich so umschaut, ziemlich einsam im Boot. Dies spricht jedenfalls nicht für Ihre Stärke.
Herr Bundesrat, Sie haben gehandelt. Sie haben ein Finanzpaket zur Stützung der UBS geschnürt, von dem wir sehen werden, ob und wie es die UBS tatsächlich rettet; darüber werden wir am Montag konferieren. Sie haben, sagen wir einmal, leise ein Konjunkturprogramm angefangen und angefacht. Hoffentlich ist die Volkswirtschaftsdirektorin ein bisschen vorsichtig geworden mit ihrer Einschätzung, in der Schweiz entwickle sich alles anders als gemäss den Prognosen, wie sie im Ausland gemacht werden. Wenn man heute die Meldungen im Internet liest, sieht man einen drastischen Industrieeinbruch. Hoffen wir, dass unser Land das auffangen kann, aber wir müssen gewappnet sein. Wie bereits gesagt wurde, ist jetzt der Zeitpunkt für eine Investitionsoffensive in Richtung Ökologie, für eine ökologische Umrüstung der Industrie, für Investitionsprogramme zur Förderung alternativer Energien. Das kann zum Zukunftsschlager werden, und das verbindet sich gewissermassen mit einem Keynesianismus, der ökologisch modernisiert wird.
In diesem Sinne stimmen wir dem Budget zu, im Wissen, dass im nächsten Jahr viel Arbeit in Form von Nachtragskrediten auf den Bundesrat zukommt, wenn er seiner Aufgabe gerecht werden will.
Egger-Wyss Esther · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe PDC/PEV/PVL
Die CVP/EVP/glp-Fraktion tritt auf den Voranschlag 2009 ein und stimmt diesem wie auch dem Nachtrag II zu. Finanzpolitisch steht die Schweiz heute besser da als noch vor wenigen Jahren. Für das Jahr 2008 ist denn auch eine positive Entwicklung der Bundesfinanzen zu erwarten. Dies ist aber ganz klar auf die gute Wirtschaftssituation zurückzuführen.
Im Zeitpunkt der Erstellung des Voranschlags 2009 war die Lage noch etwas rosiger. Heute ist vieles, aber nicht alles anders. Bei der Beratung des Budgets 2009 nun in Pessimismus zu verfallen wäre deshalb verfehlt und keineswegs nützlich. Unsere Fraktion lehnt auch nach den heute gehörten Argumenten der SVP-Fraktion den Rückweisungsantrag ganz klar ab. Nachhaltigkeit ist ein zentrales Kriterium einer erfolgreichen Finanzpolitik. Nur mit einer stabilen Schuldenquote lassen sich die staatlichen Leistungen langfristig finanzieren, und nur damit kann Spielraum für zukünftige Investitionen erhalten bleiben, da sind wir uns in diesem Saal hoffentlich alle einig.
Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die finanzpolitischen Sünden der Neunzigerjahre noch nicht getilgt sind. Wir stehen heute also vor verschiedenen Herausforderungen. Die Konjunktur bedeutet nicht nur für den Wirtschaftsplatz Schweiz, sondern auch für die Bundesfinanzen eine grosse Unbekannte. Während auch 2009 selbst bei einem Nullwachstum noch ein kleiner Überschuss resultieren sollte, drohen zukünftig wieder jährliche Mindereinnahmen. Der mit Abstand grösste Ausgabenbereich, die soziale Wohlfahrt, wächst auch 2009 mit 4,2 Prozent überdurchschnittlich stark an. Ein Abwärtstrend ist nicht in Sicht. Nach wie vor stehen wir vor der Herausforderung, sozialverträgliche und finanziell verkraftbare Lösungen zu finden. So fehlt denn heute ganz klar der Spielraum für Zusatzprojekte, welche über die vom Bundesrat vorgeschlagenen Stabilisierungsmassnahmen hinausgehen. Ein Abweichen von der Schuldenbremse wäre nicht gerechtfertigt und auch nicht verantwortbar. Mit Blick auf die herrschende Finanzmarktkrise ist ein massvolles und überlegtes Handeln zwingend. Eine generelle Reduktion des Ausgabenwachstums um 2 Prozent, wie dies die SVP-Fraktion verlangt, ist jedoch keinesfalls die Lösung und entspricht nicht den heute notwendigen Impulsen. Die CVP/EVP/glp-Fraktion lehnt diese Rasenmähermethode ganz klar ab.
Der Bundesrat hat sehr wohl auf die ausserordentliche Situation reagiert. Er nutzt gezielt den Spielraum, den ihm die Schuldenbremse bietet. In einer ersten Phase bereits beschlossene Projekte in der Höhe von 340 Millionen Franken vorzuziehen, erachten wir als den richtigen Weg. Massnahmen, welche zuerst gesetzliche Grundlagen brauchen, greifen viel zu spät. Die wirtschaftspolitischen Massnahmen wie Aufhebung der Kreditsperre, Investitionen in Hochwasserschutz und Bauten sollen notwendige Impulse auslösen. Die Auslösung der Arbeitsbeschaffungsreserve ist ebenfalls verantwortbar, hätte diese aufgrund der Unternehmenssteuerreform II ohnehin bald zurückerstattet werden müssen. Der Nutzen von konjunkturpolitischen Massnahmen wird sich wohl erst längerfristig zeigen. Die damit ausgesandten Signale werden aber jetzt empfangen und sind deshalb umso wichtiger und wertvoller.
In der Detailberatung wird unsere Fraktion den Anträgen auf Streichung der zusätzlich beantragten Richterstellen beim Bundesverwaltungsgericht zustimmen. Beim Vorliegen eines ausgewiesenen Bedarfs und einer sauberen Stellenplanung sind wir zu einem späteren Zeitpunkt bereit, auf diesen Antrag zurückzukommen. Unsere Fraktion stimmt mehrheitlich einer Erhöhung der Beiträge an den Heimatschutz und die Denkmalpflege und an die Entschädigung für "Jugend und Sport"-Aktivitäten zu. Ebenso zustimmen wird eine Mehrheit den Investitionsanreizen für energetisch wirksame Massnahmen mit einer Teilzweckbindung der Erträge aus der CO2-Abgabe. Mehrheitlich ablehnen werden wir Erhöhungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Das Parlament wird noch in dieser Session getrennt vom Voranschlag über Vorlagen zur Entwicklungszusammenarbeit diskutieren. Wir werden uns dannzumal detailliert äussern. Schon heute möchte ich jedoch anmerken, dass die finanzielle Tragbarkeit einer Erhöhung nur gegeben ist, wenn jegliche weiteren Mehrbelastungen konsequent abgelehnt werden. Ablehnen wird unsere Fraktion in diesem Bereich aber ebenso aus den Reihen der SVP beantragte Kürzungen oder Streichungen. Gerade bei der Osthilfe und beim Beitrag an die Erweiterung der EU wären mit Kürzungen oder Streichungen unsere wichtigsten Ziele in Gefahr.
Die zukünftigen finanzpolitischen Entwicklungen sind schwer vorauszusehen. Deshalb ist es zwingend, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhalten und gleichzeitig eine entsprechend wirkungsvolle Steuerpolitik zu betreiben. Die Kaufkraft unserer Bevölkerung, und dabei natürlich die der Familien, steht im Vordergrund.
Stimmen Sie mit uns dem Voranschlag 2009 zu.
Marti Werner · Mit-M · Conseil national · Glaris · Groupe socialiste
Wenn wir auf das Jahr 2008 zurückblicken, dann sehen wir, dass während dieser Zeit Dramatisches passiert ist. Lesen Sie nochmals die Diskussion zum Budget 2008. Wir haben damals noch einen Überschuss von 1 Milliarde Franken prognostiziert, und das Wirtschaftswachstum schien rosig; diese Prognosen haben sich in der Zwischenzeit auch bewahrheitet. Der Abschluss - ohne die UBS-Investition - ist sogar noch bedeutend besser, plus 4 Milliarden Franken, das heisst 3 Milliarden Franken über dem, was geplant war. In der Zwischenzeit haben wir aber alle davon Kenntnis nehmen müssen - das ist hier unbestritten -, dass sich die wirtschaftliche Situation massiv, wenn nicht gar dramatisch verschlechtert hat. Diese Auswirkungen werden wir im Jahre 2009 zu spüren bekommen. Es werden sie alle zu spüren bekommen, die Unternehmungen, aber auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, denn dieser Einbruch der Wirtschaft wird sich auch auf die Beschäftigung auswirken. Hier ist der Staat gefordert, hier muss man Gegensteuer geben.
Obwohl sich hier in kurzer Zeit sehr viel geändert und die Ausgangslage dramatisch verändert hat, ist nur eines gleich geblieben, und das ist die Finanzpolitik der SVP. Die SVP erzählt hier und heute genau das Gleiche, was sie in der guten Wirtschaftslage zu Beginn des Jahres 2008 gesagt hat. Sie macht es sich einfach: Sie warnt vor finanzpolitischem Schlendrian, stellt unrealistische Budgetkürzungsanträge und lehnt dann, wenn diese Kürzungsanträge nicht angenommen werden, das Budget ab. Diese Strategie ist einfach, durchsichtig und nachvollziehbar; sie besteht nämlich darin, dass man für das Budget des Bundes keine Verantwortung übernehmen will. Was dieses Verhalten aber mit dem gleichzeitigen Angebot der SVP, Regierungsverantwortung zu übernehmen, zu tun hat, ist schwer nachvollziehbar, wie man insbesondere erkennt, wenn man das Abstimmungsresultat in der Finanzkommission ansieht, in der das Budget mit 17 zu 5 Stimmen angenommen wurde; drei der fünf ablehnenden Mitglieder waren Bundesratskandidaten der SVP.
Wenn man die Situation aber ernst nimmt - und ich tue das -, darf man nicht in Parteitaktik machen. Das dürfen wir also nicht machen, sondern wir müssen handeln. Nun ist nochmals etwas für mich Überraschendes passiert, indem nämlich der Bundesrat gehandelt hat; er hat reagiert, und das ist etwas, was mich doch überrascht hat, denn in der Regel ist die Haltung des Bundesrates die, so lange wie möglich zuzuwarten. Die Reaktion des Bundesrates auf die drohende Krise besteht darin, dass die Kreditsperre aufgehoben wird, dass Investitionen ausgelöst werden. Dies wird von uns begrüsst, ist aber unseres Erachtens zu wenig, um dem drohenden Einbruch entgegenzutreten, denn der Bund soll nicht nur über das Budget handeln. Wenn man effektiv wirksame Massnahmen ergreifen will, wenn man dem drohenden Einbruch entschieden entgegentreten will, dann muss auf allen Ebenen reagiert werden, dann muss nicht nur der Bund investieren, dann müssen auch die Unternehmungen des Bundes investieren. Ich denke, hier ist erstens einmal die Swisscom gefordert; die Swisscom hat jetzt, in dieser Zeit, die Chance, ihr Glasfasernetz auszubauen. Sie soll diese Chance ergreifen, Investitionen machen und im Land ein flächendeckendes Glasfasernetz aufbauen. Dazu braucht es nicht eine Revision des FMG, sondern dazu braucht es ein Eignergespräch zwischen dem Bundesrat und der Swisscom, um von der Seite des Eigners her die richtigen Inputs zu geben, damit investiert und Arbeit geschaffen wird.
Aber auch bei den Verkehrsinfrastrukturen besteht noch grosser Handlungsbedarf. Es ist widersinnig, wenn unser Infrastrukturminister den Kantonen am einen Tag schreiben muss, sie sollen baureife Projekte, beispielsweise im Hochwasserschutz, melden, damit sie ausgeführt werden, und ihnen am anderen Tag aber wieder einen Brief schreiben muss, die baureifen Infrastrukturprojekte im Verkehr könnten nicht ausgeführt werden, weil das Geld hiefür fehle. Diese widersprüchliche Politik muss endlich aufhören, wenn wir Nägel mit Köpfen machen wollen! Es wird gesagt, im Verkehrsinfrastrukturbereich hätten wir einen langen Vorlauf, mit langen Planungsphasen, sodass die entsprechenden Effekte also erst dann einträten, wenn die Krise bereits wieder vorbei sei. Dem gilt es zwei Dinge entgegenzuhalten: Erstens ist leider zu befürchten, dass die Krise nicht so schnell vorbei sein wird, und zweitens gibt es Verkehrsinfrastrukturprojekte, die baureif sind, ich denke insbesondere an Lärmschutzmassnahmen.
In diesem Sinne ersuche ich nicht nur Sie, das Budget mit den vorliegenden Investitionen gutzuheissen, sondern fordere den Bundesrat auch auf, die Investitionstätigkeit auf allen Ebenen zu forcieren.
Abate Fabio · Mit-M · Conseil national · Tessin · Groupe radical-libéral
Der Bundesrat verabschiedete die Grundzüge des Voranschlages vor den Sommerferien und stellte ihn Ende August dem Parlament zu. Wir begannen mit unserer Prüfung Mitte September mit dem Eintreten auf den Voranschlag. In den letzten Monaten veränderte sich die Ausgangslage erheblich. Trotz einiger Alarmsignale über die sich anbahnende Finanzkrise war deren Ausmass nur schwer abzuschätzen. Wir wissen, dass das nächste Jahr schwierig sein wird und die Auswirkungen der erwähnten Krise sogar zu einem Szenario des Nullwachstums führen könnten. Deswegen stellt sich für mich die Frage, ob wir hier noch über einen soliden, zuverlässigen Voranschlag abstimmen. Die Frage, welchen Spielraum das Parlament hat, um effizient einen Beitrag für die Lösung dieses Problems zu leisten, ist sicher schon gestellt worden und bedarf hier einer Antwort.
Zuerst ist es wichtig, zu betonen, dass wir heute nicht in der Lage sind, mit Sicherheit zu sagen, wohin sich die Volkswirtschaft bewegt und wie intensiv sich die Finanzkrise im Jahr 2009 auf die Realwirtschaft auswirken wird. Blosse Vermutungen sind kein Rechtfertigungsgrund, um proaktiv mit Fantasien oder Provokationen parlamentarisch tätig zu werden. In diesem Zusammenhang dürfen wir nicht vergessen, dass die Staatstätigkeit auf vertraglich und gesetzlich gebundenen Aufgaben und Ausgaben beruht. Notwendige Korrekturen dürfen und können nicht über die Änderung des Voranschlages realisiert werden. Die Sachpolitik hat klare Grundsätze, die zudem dem Volkswillen entsprechen. Auch Ihre Finanzkommission verfügt über keinen Spielraum, sie zu ändern. Anders ausgedrückt: Trotz der Finanzkrise ist es klar, dass die Ausgaben für das Jahr 2009 bewilligt und die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen.
Als zusätzliches Element möchte ich betonen, dass das Parlament Vertrauen in den Bundesrat haben muss. Die erfolgreiche Finanzpolitik der letzten Jahre liefert dafür gute Gründe. Im Übrigen erinnere ich an die Korrektur des Voranschlages, die Ihrer Finanzkommission als Nachmeldung beantragt worden ist. Es handelt sich um eine prompte Reaktion des Bundesrates und der Finanzkommission, die beweist, dass das Bewusstsein für die Schwere der Situation vorhanden ist. Im Jahr 2009 sind zusätzliche Beschlüsse zu erwarten, die auf Stufe Nachtragskredite die parlamentarische Kompetenz involvieren werden.
Ich bedanke mich beim Bundesrat und bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung für die geleistete Arbeit, und ich gratuliere ihnen dazu.
Non è semplice affrontare il dibattito sul preventivo 2009, quando chiunque in questa sala è ben consapevole della portata dei problemi, che stanno attanagliando i mercati finanziari e che probabilmente si estenderanno all'economia reale nel corso del 2009. L'apparato numerico che concerne le uscite e le entrate risale addirittura alla primavera di quest'anno e la vostra commissione se ne sta occupando dal mese di agosto.
Ora, tutti siamo altresì consapevoli che le cifre del conto economico, rispettose del principio del freno all'indebitamento, ancor più che in passato appaiono provvisorie e dunque suscettibili di modifiche nel corso del 2009. Sono già state preannunciate minori entrate nella misura di oltre un miliardo di franchi. La commissione si è già chinata su alcune importanti modifiche e misure, risalenti allo scorso 12 novembre, postulate e adottate dal Consiglio federale; penso alla soppressione del blocco dei crediti oppure ad aumenti di spesa mirati. Altre misure sono previste nel corso del 2009 per fronteggiare una situazione di crisi preannunciata ma non ancora chiara nelle sue dimensioni effettive.
Dunque, ritengo importante, in questo momento difficile, evitare provocazioni oppure azioni dimostrative, che nulla hanno a che vedere con un atteggiamento responsabile. Iniezioni a sostegno del sistema economico non devono essere interpretate come un assalto alla diligenza. Ma nemmeno le preoccupazioni legate alle incertezze dell'anno prossimo giustificherebbero tagli lineari oppure interventi sproporzionati, perché non si possono ignorare i compiti della Confederazione ancorati nelle norme di legge e nei vari impegni assunti. Il Consiglio federale ci dimostra di saper reagire in modo adeguato. Attenzione dunque alla smania di profilarsi, nemica di un lavoro serio e ponderato.
Merz Hans-Rudolf · VPBR-M · Conseil fédéral · Appenzell Rh.-Ext.
Ich werde mich kurz zu fünf Themen äussern, mit dem Ziel, dass Sie die Abstimmung über Rückweisung heute noch vornehmen können. Aber natürlich stehen meine Anliegen im Vordergrund.
1. Ich möchte den beiden Referenten für die Präsentation des Budgets danken. Sie haben die Zahlen vorgestellt. Sie haben dabei festgestellt, dass wir uns mit dem Volumen des Budgets in der Grössenordnung von 60 Milliarden Franken befinden.
2. Zum Rückweisungsantrag: Ich möchte Sie aus verschiedenen Gründen bitten, diesen Minderheitsantrag abzulehnen. Ich glaube, wir sollten einmal die Gelegenheit benutzen, um die verschiedenen Ebenen, auf denen Finanzpolitik stattfindet, auseinanderzuhalten. Wir haben es auf einer ersten Ebene in den letzten Jahren nicht zuletzt dank schmerzhaften Entlastungsprogrammen fertiggebracht, 10 Milliarden Franken Schulden abzubauen. Das ist eine Leistung, die wir finanzpolitisch gemeinsam über die Zeit erbracht haben. Darauf, auf tieferem Niveau, entwickelt sich jetzt die Finanzpolitik des Bundes weiter. Dieser Schuldenabbau hat dazu geführt, dass wir jetzt auch weniger Passivzinsen erbringen müssen. Allein diese 10 Milliarden Franken haben einige Hundert Millionen freiwerdende Passivzinsen erbracht.
Eine zweite Ebene ist der Abschluss dieses Jahres 2008. Wir haben natürlich noch keine definitiven Zahlen, gehen aber davon aus, dass wir mit einem Überschuss von mehr als 4 Milliarden Franken einen guten Abschluss präsentieren können. Dieser gute Abschluss hat damit zu tun, dass wir im Bereich der Mehrwertsteuer und im Bereich der direkten Bundessteuer Mehreinnahmen erzielen, aber auch damit, dass die Verwaltung im Bereich der Ausgaben - wie schon in den Vorjahren - gute Arbeit geleistet hat. Dank mehr Einnahmen und weniger Ausgaben kommt dieses voraussichtlich erfreuliche Resultat zustande. Gleichzeitig haben wir im Jahr 2008 ausserordentliche Ausgaben von 5,2 Milliarden Franken bewältigt. Das sind Ausgaben, die Sie im Zusammenhang mit der Gründung des Infrastrukturfonds, im Zusammenhang mit der Ausfinanzierung des neuen Finanzausgleichs, namentlich der Invalidenversicherung, dann im Zusammenhang mit der Ausfinanzierung der Pensionskasse Publica des Bundes und mit einem Systemwechsel bei der Finanzierung der Migrationskosten beschlossen haben. Obwohl diese 5,2 Milliarden Franken an ausserordentlichen Ausgaben anfallen, werden wir am Ende dieses Jahres dank weniger Tresoreriemitteln, die wir beanspruchen, sehr wahrscheinlich etwa eine schwarze Null schreiben. Das scheinen mir doch Leistungen zu sein, die sich sehen lassen können.
Dann kommt die dritte Ebene, das ist das Budget für das nächste Jahr. Da haben wir einen Überschuss von 1,4 Milliarden Franken vorgesehen. Dies hat Bestand gehabt bis zum Sommer dieses Jahres. Im Sommer findet normalerweise der Übergang der Budgetverantwortung vom Bundesrat zur Budgethoheit des Parlamentes statt. Nach diesem Übergang hat sich gezeigt, dass die Finanzkrise grössere Auswirkungen haben wird, als man erwarten musste. Deshalb hat der Bundesrat im Herbst zusätzliche Massnahmen unterbreitet. Das war aber immer noch innerhalb der genannten 1,4 Milliarden Franken. Deshalb sind wir der Meinung, dass es nicht nötig ist, das ganze Budget an den Bundesrat zurückzuweisen. Die Budgetverantwortung des Bundesrates ist im Sommer von der Budgethoheit des Parlamentes abgelöst worden, und man kann es jetzt, Herr Nationalrat Föhn, nicht dem Departement überlassen, 2 Prozent oder wie viel auch immer auf die einzelnen Subpositionen zu übertragen. Das können Sie nicht mehr, sondern das Parlament müsste im Rahmen der Budgethoheit selber die einzelnen Positionen erarbeiten. Das ist eine budgettechnische Frage und geht so nicht mehr.
Dann kamen die wirtschaftspolitischen Massnahmen; das ist die vierte Ebene: Hier haben wir einerseits die im Frühjahr beschlossene Kreditsperre zur Aufhebung empfohlen - was von beiden Finanzkommissionen unterstützt wird -, und wir haben andererseits zusätzliche Aufstockungen in der Grössenordnung von 340 Millionen Franken für Projekte beantragt, namentlich für Investitionsprojekte, die kurzfristig realisiert werden können. Damit befinden wir uns immer noch innerhalb des Überschusses von 1,4 Milliarden Franken, der für das nächste Jahr vorgesehen war.
Ich komme zur letzten Ebene, zur Ebene der Finanzplanung: Da, muss ich sagen, akzeptiere ich die kritischen Bemerkungen, die Sie pro futuro gemacht haben. Denn es trifft zu, dass wir die Finanzplanung überarbeiten müssen und das auch tun werden. Das machen wir sowieso jedes Jahr von Neuem. Wir werden insbesondere ab dem Jahr 2010 schwierige Budgetsituationen bekommen; das muss ich Ihnen leider ankündigen. Ich muss auch sagen, dass die Aufgabenüberprüfung als Projekt nicht gestrichen ist; wir werden diese Aufgabenüberprüfung vornehmen müssen, sonst werden wir ab dem Jahr 2010 in Schwierigkeiten geraten. Wir werden Budgetdefizite von 2 und mehr Milliarden Franken bekommen, wenn wir nicht jetzt schon die Finanzplanung auf diesen Zeithorizont diszipliniert vornehmen.
So viel zum Antrag auf Rückweisung dieses Budgets.
3. Zum Wachstum der Ausgaben und Einnahmen: Hier kann ich es kurzmachen. Die Kernverwaltung hat ein Ausgabenwachstum von nicht mehr als 2 Prozent vorgesehen. In diesem Sinne haben wir die Aufgaben intern sicher gelöst. Die Aufstockung, die aus konjunkturpolitischen Gründen beantragt wird, macht etwa 0,6 Prozent aus. Das macht zusammen also 2,6 Prozent. Ich erinnere Sie aber an die Gebiete, bei denen Sie als Parlament ein Ausgabenwachstum beschlossen haben. Da stehen die Ausgaben für Bildung, Forschung und Innovation im Vordergrund. Sie haben für dieses Gebiet auf längere Zeit ein Wachstum von 6 Prozent beschlossen. Dann haben Sie ein Ausgabenwachstum - teilweise teuerungsindexiert - im Bereich der Sozialversicherungen beschlossen. Auch beim Budget der Beziehungen zum Ausland haben Sie selber zu Aufstockungen beigetragen.
Bei den Einnahmen ist die Situation so, dass wir in der Regel eben auf dem Vorjahr basieren müssen, weil sich die Veranlagungen des Vorjahres erst im Budgetjahr manifestieren, und das gilt auch für die Gewinne der Unternehmen. Sie haben jetzt teilweise in diesem Jahr noch gute Situationen. Viele Unternehmen haben noch gute Gewinne angekündigt, andere sind etwas ins Stagnieren gekommen, aber letztlich basieren die zu erwartenden Einnahmen für das nächste Jahr auf den Abschlüssen der Unternehmen, teilweise sogar von 2007, sicher aber von 2008. Das bedeutet, dass wir im Jahr 2009, also im Budgetjahr, etwa eine Milliarde Franken weniger Einnahmen haben werden, und dies vor allem auch wegen der Steuermindereinnahmen aus dem Finanzmarktsektor.
4. Ich muss sagen, dass wir im Aufschwung die Einnahmen immer unterschätzen. Sie erinnern sich, dass wir in den letzten Jahren immer mehr als budgetiert einnahmen. Man hat uns schon, als Vorwurf formuliert, gefragt, ob wir hier eigentlich noch seriöse Arbeit leisten. Unsere Antwort war immer: Die Prognosen machen wir zusammen mit der KOF, mit den ETH, mit dem Seco. Sie sind nicht auf unserem Mist gewachsen, sondern wir arbeiten mit den Prognoseinstituten zusammen. Jedes Jahr sind die Einnahmen höher ausgefallen. Aber umgekehrt, und das wissen wir aus den Zeiten um das Jahr 2000 herum, werden im Abschwung die Einnahmen immer überschätzt, und das ist der Grund, weshalb ich befürchte, dass wir ab 2010 in diese Schwierigkeiten geraten könnten. In der Zwischenzeit haben wir auch Stabilisatoren. Ich erinnere Sie daran, dass die Schuldenbremse dank Konjunkturfaktor ein solcher Stabilisator ist. Wir hatten in der Vergangenheit jetzt immer die Situation, den K-Faktor unter 1 zu halten. Das heisst, wir haben die Einnahmen mit dem K-Faktor, der kleiner als 1 war, multipliziert. Damit lagen die Ausgaben, die wir tätigen durften, immer unter den Einnahmen. Jetzt, ab dem Jahr 2010, werden wir den K-Faktor auf über 1 festlegen, das heisst - und das entspricht der Idee der Schuldenbremse, die sich über einen Zyklus entwickelt -, wir dürfen ab 2010 die Ausgaben über die Einnahmen hinaus erhöhen, im Wissen und im Bewusstsein darum, dass sich das über einen Konjunkturzyklus hinweg ausgleichen wird.
5. Es wurde gesagt: Ja, wir werden Steuern und Abgaben erhöhen müssen, wenn wir dieses Budget beschliessen. Das ist nicht so! Ich erinnere Sie daran, dass wir schon in diesem Jahr Ausfälle von 600 Millionen Franken haben, und zwar infolge der Sofortmassnahmen im Bereich der Besteuerung der Ehepaare. Dort haben wir einerseits den Ehepaarabzug und andererseits die Erhöhung des Doppelverdienerabzuges beschlossen, und das ist in Funktion. Ich erinnere Sie auch daran, dass wir im Februar dieses Jahres eine Unternehmenssteuerreform beschlossen haben, die natürlich, vor allem auch für die Kantone, zu Mindereinnahmen führt. Und es sind weitere Projekte unterwegs. Der Bundesrat wird Ihnen sehr bald eine Vorlage zur Besteuerung der Familien mit Kindern unterbreiten, und diese Vorlage wird zwangsläufig zu weiteren Einnahmenausfällen führen. Dasselbe ist von einer weiter gehenden Unternehmenssteuerreform zu erwarten, die aber erst im Anschluss an diese Familiensteuerreform zu präsentieren sein wird.
In diesem Zusammenhang wurden Bemerkungen über die Hedge-Fonds-Besteuerung und anderes gemacht. Ich werde bei den wirtschaftspolitischen Massnahmen noch einmal darauf zurückkommen und sage jetzt nur so viel: Die Hedge-Fonds sind eine Realität. Die Frage ist einfach, wie wir sie besteuern. Nur darum ist es gegangen.
Abschliessend noch eine Bemerkung zur Lohnpolitik; sie ist angesprochen worden. Dazu kann ich Folgendes sagen: Wir haben mit den Verbänden als Massnahme im Lohnbereich vereinbart, dass das gesamte Bundespersonal auf das Jahresende einen Teuerungsausgleich von 1,1 Prozent bekommen wird. Wir gleichen also die Jahresendteuerung aus. Wir haben sodann beschlossen, dass im Bereich der Kader ab Lohnklasse 24 je nach Kaderstufe 2,5 respektive 5 Prozent Lohnerhöhung gewährt werden. Diese Lohnerhöhungen haben wir schon lange angekündigt. Wir haben nämlich im Jahr 2005 einen Vergleich zwischen der Bundesverwaltung und anderen Verwaltungen einerseits und der Wirtschaft andererseits angestellt. Wir mussten feststellen, dass wir in den Bereichen der oberen Kader eine vergleichsweise schlechte Situation haben. Der Arbeitsmarkt hat es gezeigt: Wir haben in der Bundesverwaltung grosse Mühe, Spitzenkader zu bekommen. Gleichzeitig steigen aber die Anforderungen, besonders im Bereich der Überwachungstätigkeiten. Deshalb war es nötig, hier eine einmalige Strukturanpassung vorzunehmen. Dies geschah nicht ausserhalb der gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel. Es geschah übrigens in Absprache mit den Personalverbänden, die sich mit dieser Massnahme einverstanden erklärt haben unter der Bedingung, dass wir auch bis Lohnklasse 23 eine Reallohnerhöhung gewähren. Das wurde gemacht. Wir haben einen Teuerungsausgleich von 1,1 Prozent und eine Reallohnerhöhung von 1,1 Prozent, nachdem wir schon in diesem Jahr ab Juli eine Reallohnerhöhung von 1 Prozent vorgenommen haben.
Ich glaube, wir waren hier grosszügig. Ich kann Herrn Nationalrat Hofmann bestätigen, dass die Entscheide, die wir hier mit den Personalverbänden getroffen haben, im Budget integriert sind. Es braucht also keinen Nachtrag, es braucht keine zusätzlichen Mittel. Diese Mittel sind im Budget so eingestellt.
Das meine Bemerkungen. Ich möchte Ihnen insbesondere für die Würdigung des Budgets danken. Ich habe festgestellt, dass die Mehrheit von Ihnen bereit ist, das Budget nach den Anträgen des Bundesrates und der Kommission zu behandeln. Ich möchte Ihnen dafür zum Voraus danken.
Intervention de procédure
Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
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