AS 2001 2197
Verordnung
über die Inkraftsetzung des Bundespersonalgesetzes für die
Bundesverwaltung, das Bundesgericht und die Parlamentsdienste sowie
über die Weitergeltung und Aufhebung von Bundesrecht
(Inkraftsetzungsverordnung BPG für die Bundesverwaltung)
vom 3. Juli 2001
Der Schweizerische Bundesrat,
gestützt auf die Artikel 39 Absatz 3 und 42 Absatz 2 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 20001 (BPG),
verordnet:
Art. 1 Inkrafttreten und Anwendbarkeit des neuen Rechts
Das BPG tritt am1. Januar 2002 für die Bundesverwaltung, die dezentralisierten Verwaltungseinheiten, die eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen, das Bundesgericht und die Parlamentsdienste in Kraft.
Die Rahmenverordnung vom 20. Dezember 20002 zum Bundespersonalgesetz (Rahmenverordnung BPG) ist für die Bundesverwaltung, die dezentralisierten Verwaltungseinheiten sowie die eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen anwendbar.
Die Rahmenverordnung BPG ist auch für das Bundesgericht und die Parlamentsdienste anwendbar, soweit das Bundesgericht oder die Bundesversammlung für ihren Bereich nicht abweichende Ausführungsbestimmungen zum BPG erlassen.
Art. 2 Weitergeltung von Bestimmungen des Beamtengesetzes
Die folgenden Bestimmungen des Beamtengesetzes vom 30. Juni 19273 (BtG) bleiben weiterhin in Kraft:
Artikel 6 Absatz 3, soweit diese Bestimmung den Bundesrat ermächtigt, die Überführung des Bundespersonals in das neue Arbeitsverhältnis zu regeln;
Artikel 14a;
Artikel 36 Absatz 2, soweit diese Bestimmung die Grundlage für die Bemessung der Besoldungen und Ruhegehälter der Magistratspersonen sowie der Professorinnen und Professoren der ETH bildet.
Art. 3 Nichtanwendung bisherigen Rechts
Das Ausführungsrecht zum BtG4 wird in der Bundesverwaltung, in den dezentralen Verwaltungseinheiten sowie in den eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen nicht mehr angewendet, soweit es mit dem BPG oder der Rahmenverordnung BPG im Widerspruch steht.
Beim Bundesgericht und bei den Parlamentsdiensten wird das Ausführungsrecht zum BtG nicht mehr angewendet, soweit das Bundesgericht oder die Bundesversammlung es nicht als Ausführungsrecht zum BPG als weiterhin anwendbar erklärt.
Art. 4 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts
Die Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts werden im Anhang geregelt.
Art. 5 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am1. Januar 2002 in Kraft.
3. Juli 2001 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Moritz Leuenberger 11523 Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz
Anhang
(Art. 4) Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts
I
Folgende Erlasse werden aufgehoben: 1. Verordnung vom3. Juni 19915 über die Reallohnerhöhung 1991; 2. Beamtenordnung (1) vom 10. November 19596; 3. Beamtenordnung (3) vom 29. Dezember 19647; 4. Angestelltenordnung vom 10. November 19598; 5. Verordnung vom 18. Oktober 19959 über Personalmassnahmen bei Umstrukturierungen in der allgemeinen Bundesverwaltung; 6. Verordnung vom 30. Januar 199110 über das Dienstverhältnis von Generalsekretären und Informationschefs der Departemente; 7. Verordnung vom 25. Februar 198111 über das Dienstverhältnis der persönlichen Mitarbeiter der Departementsvorsteher; 8. Verordnung vom 31. März 199312 über den Einsatz von Bundesbeamten in internationalen Organisationen; 9. Verordnung vom 9. Dezember 199613 über den öffentlichrechtlichen Arbeitsvertrag in der allgemeinen Bundesverwaltung; 10. Verordnung vom 18. Dezember 199614 über die Besoldung der Beamten in der Überklasse; 11. Beamtenordnung ETH-Bereich vom 13. Dezember 199915;
AS 1991 1376
AS 1959 1103, 1962 279 1229, 1964 595, 1968 111 1655, 1971 70, 1973 133, 19741, 1976 2699, 1977 1413 2155, 1979 1287, 1982 938, 1984 394, 1986 193 2091, 1987 941, 1988 7, 1989 8 1217, 1990 102 1736, 1991 1075 1078 1145 1380 1642, 19923, 1993 820 1565 2812, 1994 2 269 364, 1995 3 3867 5067, 1997 230 299, 1998 726, 1999 577, 2000 419 2953
AS 1965 157, 196737, 1968 124 1668, 1971 90, 1972 187, 1973 148, 1974 5, 1976 969 2708, 1982 943, 1983 1306, 1984 402 1287, 1986 196 2095, 1987 962, 1988 23, 1989
1221, 1990 104, 1991 1083 1086 1147 1391 1642, 1992 5, 1993 1565 2769, 1994 4 276 364, 1995 7 5087, 1997 234 303 2811, 1998 730, 1999 580 1413, 2000 264 2955
AS 1959 1181, 1962 289 1237, 1968 130 1674, 1971 101, 1972 192, 1973 157, 1976 2713, 1977 1421, 1979 1290, 1982 49 945 1111, 1984 406 743, 1986 197 2097, 1987 974, 1988 31, 1989 30 1223 1498, 1990 105, 1991 1087 1090 1148 1397 1642, 1992 6, 1993 820 1565 2819 2936, 1994 6 279 366, 1995 9 3867 5099, 1997 237 305 804, 1998 732, 1999 584, 2000 457 2958
AS 1995 5111, 1997 2779, 1998 1866, 1999 704
AS 1991 484, 1994 283, 1999 744
AS 1981 172 232 817, 198937, 1994 284, 1997 239, 1999 470 1408
AS 1993 1565, 1995 1390, 1998 2614
AS 19973
AS 1997 307, 2000 2959
AS 2000 419 12. Angestelltenordnung ETH-Bereich vom 13. Dezember 199916; 13. Verordnung vom 11. Dezember 200017 über die Ausrichtung einer einmaligen Zulage 2001 für das Personal der allgemeinen Bundesverwaltung; 14. Bundesratsbeschluss vom 18. Oktober 197218 über das Ämterverzeichnis; 15. Verordnung vom 15. Dezember 198819 über die Einreihung der Ämter der Beamten (Verordnung Ämterklassifikation); 16. Verordnung vom3. Mai 200020 über die Wahl und die Wiederwahl der Beamtinnen und Beamten der allgemeinen Bundesverwaltung für die Amtsdauer 2001–2004 (Wahlverordnung); 17. Verordnung vom 26. März 198021 über die Arbeitszeit in der Bundesverwaltung (Arbeitszeitverordnung); 18. Verordnung vom2. Dezember 197422 über die Lehrtätigkeit von Bediensteten der allgemeinen Bundesverwaltung (Lehrtätigkeitsverordnung); 19. Verordnung vom 16. September 198723 über die Fahrausweise für Dienstreisen (Fahrausweisverordnung); 20. Verordnung vom 8. Januar 197124 über die Disziplinarkommissionen; 21. Verordnung vom 18. Oktober 199525 über den Teuerungsausgleich an das Bundespersonal und die Rentenbezüger des Bundes; 22. Verordnung vom4. Oktober 198826 über die Ausrichtung einer ausserordentlichen Zulage 1988 für das Bundespersonal; 23. Verordnung vom 18. Dezember 199527 über die Repräsentationszulagen an Bedienstete des Bundes bei den multilateralen Missionen in Genf; 24. Verordnung vom 8. September 196428 über die Paritätische Kommission für Personalangelegenheiten; 25. Verordnung vom3. September 197529 über die Personalausschüsse in der allgemeinen Bundesverwaltung; 26. Verordnung vom 18. Oktober 199530 über die paritätische Beschwerdeinstanz nach dem Beamtengesetz;
AS 1972 2955 2957, 1991 822, 1995 1054
AS 1989 684, 1993 820 876, 1995 11 5118, 1996 151, 1997 1528, 2000 419
AS 1980 332, 1986 199, 1993 2825
AS 1974 2111, 1986 202, 1993 2735
AS 1987 1576, 198940, 1995 5079
AS 1971 114, 1994 285, 1997 2779
AS 1995 5133
AS 1988 1590
AS 1996 338
AS 1964 825, 1984 1234, 1988 1508, 1997 2779
AS 1975 1695, 1984 334, 1993 2772
AS 1995 5141, 1996 1797, 1997 2779 27. Verordnung vom 12. September 195831 über den ärztlichen Dienst der allgemeinen Bundesverwaltung; 28. Verordnung vom2. Dezember 199632 über die Rechtsstellung der hauptamtlichen höheren Stabsoffiziere und des Rüstungschefs (Rechtsstellungsverordnung); 29. Verordnung vom 21. November 199033 über das Instruktionskorps (IKV).
II
Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:
1. Verordnung vom 11. August 199934 über die Schweizerische Asylrekurskommission
Art. 12 Abs. 2 Bst. c
Sie oder er ist insbesondere zuständig:
c. das Sekretariatspersonal nach Artikel 23 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG)35 zu ermächtigen, Nebenbeschäftigungen oder öffentliche Ämter auszuüben;
Art. 14
2. Verordnung vom 30. Dezember 195836 zum Verantwortlichkeitsgesetz
Art. 5 Abs. 1 und 4
Über den Rückgriff auf einen Angestellten (Art. 7 des Gesetzes) und über die Haftung eines Angestellten für einen Schaden (Art. 8 des Gesetzes) erlässt die nach dem Bundespersonalgesetz vom 24. März 2000 (BPG)37 und den Ausführungsbestimmungen zuständige Stelle eine Verfügung.
Soll ein Angestellter belangt werden, so ist ihm dies schriftlich und unter Angabe der Gründe mitzuteilen. Dem Angestellten ist Einsicht in die Akten zu gewähren. Ferner ist ihm eine angemessene Frist zur schriftlichen Stellungnahme anzusetzen.
AS 1960 269, 1976 925
AS 1997 171 1541, 2000 2858
AS 1990 1943, 1992 388, 1995 113, 1996 161, 1997 13, 1999 2903, 2000 2429, 2001 190
Art. 7
Zuständig zum Entscheid über die Ermächtigung zur Strafverfolgung (Art. 15 des Gesetzes) von Angestellten, die in Artikel 2 Absatz 1 der Bundespersonalverordnung vom3. Juli 2001 (BPV)38 nicht erwähnt sind, ist die Bundesanwaltschaft. Diese holt vor dem Entscheid die Stellungnahme der Amtsleitung oder der entsprechenden Oberbehörde ein. Die Bundesanwaltschaft stellt dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement Antrag, wenn:
Angestellte nach Artikel 2 Absatz 1 BPV betroffen sind;
Personen nach Artikel 1 Buchstaben d und f des Gesetzes betroffen sind;
das Ermittlungsverfahren durch die Bundesanwaltschaft durchgeführt werden soll;
die Ermächtigung verweigert werden soll;
es die besondere Bedeutung des Falles erfordert.
Wenn bei einem politischen Delikt eines Angestellten der Bundesrat nach Artikel 105 des Bundesstrafrechtspflegegesetzes vom 15. Juni 193439 die Strafverfolgung beschliesst, so gilt auch die Ermächtigung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements nach Verantwortlichkeitsgesetz als erteilt.
3. Verordnung vom 9. Dezember 199640 über die Begutachtende Fachkommission Gleichstellungsgesetz
Art. 1 Geltungsbereich
Diese Verordnung regelt Organisation und Verfahren der Begutachtenden Fachkommission Gleichstellungsgesetz der Bundesverwaltung nach Artikel 6 Absatz 3 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 199841; ausgenommen ist der ETH-Bereich.
Die Schweizerischen Bundesbahnen, die Schweizerische Post und der ETH-Rat setzen für ihr Personal eigene Begutachtende Fachkommissionen ein.
4. Verordnung vom3. Februar 199342 über Organisation und Verfahren eidgenössischer Rekurs- und Schiedskommissionen
Art. 8 Abs. 2
Das Arbeitsverhältnis der vollamtlichen Richter richtet sich nach dem Bundespersonalgesetz vom 24. März 2000 (BPG)43 und den Ausführungsbestimmungen. Arti- kel 4 Absatz 3 BPG über das auf Mitarbeitergesprächen aufbauende Beurteilungssystem und die leistungsgerechte Entlöhnung ist nicht anwendbar.
Art. 11 Abs. 4
Das Arbeitsverhältnis des Personals der Sekretariate richtet sich nach dem Bundespersonalgesetz vom 24. März 2000 (BPG)44 und den Ausführungsbestimmungen.
5. Verordnung ETH-Bereich vom 6. Dezember 199945
Art. 2 Abs. 2 und 3
Art. 7
Art. 8 Abs. 1 und 3
Der ETH-Rat ist befugt, alle Disziplinarmassnahmen gegenüber Professoren zu verhängen.
Aufgehoben
Art. 8a Verfügungen über Arbeitsverhältnisse
Gegen erstinstanzliche Verfügungen des ETH-Rates über Arbeitsverhältnisse kann Beschwerde bei der eidgenössischen Personalrekurskommission eingelegt werden.
6. Verordnung vom2. Dezember 199146 über die Leistungen bei vorzeitigem Altersrücktritt von Bediensteten in besonderen Dienstverhältnissen
Art. 1,, 4–7 und 10–152
Art. 16a
Die Artikel 3 und 8 werden nur noch im Rahmen von Artikel 16 angewendet.
7. Verordnung vom 20. September 199947 über die Dauer der Militärdienstpflicht, die Ausbildungsdienste sowie die Beförderungen und Mutationen in der Armee (Ausbildungsdienstverordnung, ADV)
Art. 100a Beförderung zum Adjutantunteroffizier
Angehende Berufsunteroffiziere im Grad eines Fouriers oder Feldweibels werden nach dem Bestehen des Grundausbildungslehrgangs I an der Berufsunteroffiziersschule der Armee ohne weitere Bedingungen zum Adjutantunteroffizier befördert. Die Übertragung einer Funktion im Grad eines Adjutantunteroffiziers bei der Truppe ist nicht erforderlich.
Sie leisten die Ausbildungsdienste der Formationen (ADF) in den ersten sieben Funktionsjahren (Grundmodell) beziehungsweise vier Funktionsjahren (Ausnahmemodell) als höhere Unteroffiziere in der Regel als Fourier beziehungsweise Feldweibel der Truppeneinheit.
Die restliche Dienstleistungspflicht in Ausbildungsdiensten der Formationen erfüllen sie als Ausbilder der Truppe entsprechend ihrer Fachausbildung als Instruktor. Ihre militärische Einteilung richtet sich nach dem Einsatz.
Art. 100b Beförderung zum Stabsadjutanten
Berufsunteroffiziere im Grad eines Adjutantunteroffiziers werden nach Bestehen der Zusatzausbildung nach den Bestimmungen der Verordnung des VBS vom 9. Dezember 199648 über die Berufsunteroffiziersschule der Armee zum Stabsadjutanten befördert. Die Übertragung einer Funktion im Grad eines Stabsadjutanten bei der Truppe ist nicht erforderlich.
Die Beförderung erfolgt jeweils auf den1. Januar oder auf den1. Juli.
Die nach dieser Bestimmung zum Stabsadjutanten beförderten Berufsunteroffiziere werden in der Regel in die Personalreserve eingeteilt. Der Chef Heer regelt im Einvernehmen mit dem Kommandanten der Luftwaffe die Einzelheiten.
Ausbildungstage in Stabs-, Führungs- und Technischen Lehrgängen sowie in der Zusatzausbildung nach Absatz 1 werden bis zu 45 Tagen an die Gesamtdienstleistungspflicht angerechnet.
Art. 100c Assistenten der Verteidigungsattachés
Berufsunteroffiziere, welche als Assistenten eines Verteidigungsattachés vorgesehen sind und die den Grad eines Stabsadjutanten nicht bereits innehaben, können diesen Grad für die Dauer der Ausübung ihres Amtes bekleiden.
Der Generalstabschef regelt die Ausbildung.
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